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Wiener Morgenzeitung · 1923-06-13 · Heft 1556 (13.6.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1556 (13.6.1923)
Date
1923-06-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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,v Dien» Mittwoch Wiener Morgenzeitung. * Lichtbildervortrag. Samst-ag den 16. d. um 10 Uhrrbends findet im Birdobona-Kino, 20. Bez., Wollensteinplatz, :ine von der Zionistischen BezirkSsebtion 30 veranstaltete Lichtdi-Idervorsichruna statt. Thema: Wie ein» iudi'che Äotome in Vlaäftina entsteht. Referent: Dr. Wolsvang Wvisel (Ierulalem). * Ein Nachspiel zum Uchcrfall im Hauptpostamt. Den Uebevfall m Hauptpostamt hat geistern ein Gauner benutzt, aint die Mutier der Uebevfallenen zu beschwindeln-. Gestern kam in die elterliche Wohnung Fräulein DetznMü's in ihrer Ab» Wesenheit ein Mann und gab sich für einen Maesandten deS Rechtsanwaltes Dr. Mau. des Dienstaelbers Fräulein Setznageils. aus. Er sagte, er komme im Auftrag deS Dr. Mau, rer sich wegen des tapferen Verhaltens der Sehragell bestimmt gefunden halbe, ihr acht Säcke Kohlen zu ermäßigtem Preise ahsulassen 130.000 K. habe das Fräulein schon gezahlt und 78.000 K. seien noch m erlegen. Frau SetznaM war sehr er. frerlt undhatte nicht den gevinasten Verdacht, daß ein Betrug oovliage; sie batte nur 50.000 K. und übergab sie dem Mann, der für den «est von 18.000 K. ein Ward veÄanoie. Frau Setznagel gab chm auf seine Versicherung, srs bekäme das Pfand Mvück, noch 20 Schweizer Franken, was einem Wert von mehr als fMO.OOO K. entspricht. Damit ging der Gauner fort und versicherte, daß die Kohlen bald kämen. Erst später wurde Frau Setznagel dessen gewahr, daß sie einem Gauner Mspesesten ist. * Ausdehnung der Schülerfahrtbegünstigungen. Der Gemeinderat wird am Freuag eine Erleichc-runa für die Erlangung der 2 L ü l e r i a h r t b c g ü n st i a u n g e n aitff der Straßenbahn beschließen. Der Nachweis der Bedürftigkeit wird rusgehoben. Die Anw'.iiungen wer>:n ruf Grund von Sch u lbe s u ch b estät i g u ng en ausgefolg: werden, auf Namen lauten und sind rmübe-.'traoibar. Tie Fahrscheine werdur nur im Vorverkauf zu fünf Stück ausge« geben. Sie qe'ten al. allen Schultagen zwischen Betrichsbeginn und halb 10 Uhr abends sowie an Sonn- und Feiertagen bis l Uhr mittags. Für die Mittelschüler. Han >els- und Fachschüler bleibt jed)ch der Nachweis der Bewurf, igtei' der Eltern für die Erlangung der Fahrprersbegünslionng wie biÄ^ex auf« recht. * Fechrpreis aus der Vettnndungsbahn. Gemäß einer Verordnung des Bundesministeriums für Handel und Verkehr oam 6. d. wird auf Gruyd der vom außerorbeu^ichen Kabinettsrat in seiner Sitzung vom 25. Jänner d. ft. erteilen Ermächtigung ntü Gültixckeit vom 16. d. der Preis für ^Ve einfache Fahrt auf den Wiener Vevbi.ndungsbahr.en einheitlich mit 1500 K. festgesetzt. * Amtlicher Wetterbericht. Noch beherrscht die nordwestliche Strömung auf der Rückseite des vorbei gezogenen Tiefs die Lage. Das Wetter ist in Lesterreich nach starker AÄüUung noch vorwiegend trüb, ftn England haben die Winde schon nach Südwest zurückgedrcht. Voraussage: Vorwiegend he'ter. aber unbeständig. Demperaturzunahme. westliche. Winde. ßrnahrung. Die LebenMittelmörkte. Fleisch itteder teurer. Die Gemüsepreise geben seit Tagen nicht zurück, obwohl vre raison weiter fortschrertet und das Angebot auf den Märkten täglich reicher wird. Es hat sich gezeigt, daß die Gärtner durch das starre Feschalten an ihren Preisen den Konsum auch auf diesem Marktgebiet auf ein Minimum Herabdrücken. Obwohl die Märkte gestern sehr gut besucht waren und die Bevölkerung infolge der hoher, Preise wenig Fleisch kaufen kann, wurde verhältnismäßig sehr wenig Gemiqe gekauft. ES scheint, daß die Gärtner lieber einen Teil ihrer Produkte zugrunde gehen lassen, che sie mit ihren Preisen heruntergehen. Von Obstgattungen wurden gestern nur Kirschen billiger, oa auch von den niederösterreichischen Bauern bereitgrößere Mengen auf den Markt gebracht wurden, Im Großhandel kosteten niederösterreichsche Kirschen MP K., die besten ausländischen Sorten stellten sich bis 9000 K. pro Kilogramm, italienische Marillen kosteten *8.000 bis 20.000 K., Pfirsiche 30.000 K., Pflaumen 9000 bi- 10.000 K. und Johannisbeeren 14.000 K., während Johannisbeeren aus Ungarn sich sogar auf 15.000 K. pro Kilogramm stellten. Die Großmarkthalle hatte reichliche Bahnzufuhren erhalten. Es kamen 14 Wagg-nö, darunter größere. Mengen Rindfleisch. Trotzdem ist RrnvLeisch im Großhandel mit Rücksicht auf die Preiserhöhungen, die vorgestern auf dem Lebendviehmarkt in- St. Mar? emgetreten sind, um 1000 bis 1500 K. pro Kilogramm im Preise gestiegen. Billiger wurden Kälber.und Schafe um 1000 le. und Gefrierfisch um 1500 K. pro Kilogramm. Bühne und Sauft. „Die Geisha-Aufführungen im Belvedere-Park. Auf der FreilichMhne im Belvedere-Por! beginnen morgen die Operetter.ftstfpiele mit'einer ArchfAhrung ,ß)k Geisha". Die Aufführung beginnt um halb 1>1 U!hr abends und wird gegen 1 Uhr nachts Zu Ende sein. Die zweite Aufführung findet am Samstag den 16. d., und die dritte am Mittwoch den 20. d. statt. — Nach Schluß der Aufführungen Sonderverkehr der Straßenbahn nach allen Richtungen. Wilhelm Mengelberg, Vr bekannte Amsterdamer Dirigent, der durch vorbildliche Aufführung von Werken Gustav Mahlers berühmt geworden ist, wird im September, vor seiner Amerika-Reise, in Wien zwei Konzerte leiten, die vorwiegend Tondichtungen Mahlers enthalten werden. Die Bahreuther Festspiele können seit Jahren nicht veranstaltet werden, weil die Mittel fehlen. Nun wird Siegfried Wagner eine vierwöchige Tournee als Dirigent durch Amerika unternehmen, um die Erträgnisse dieser Abende für Bayreuth zu verwenden. „Der Tod des Empedokles", Hölderloins nachgelassene, in Men noch nie aulfgesülhrte, dramatische Dichturm. gelangt am 19. d. im Deutlichen DoKstheater in der Einrichtung und Bearbeiturm von Wichelm v. Scholz, mit Ludwig Wüllner als EmpedokleS, zur ersten Aufführung. Aus de« Aeater«. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr, ,-Rosmersh o l in". A'kademietibeater. Morgen. haW 6 Uhr, „Die Reise in die Mädchenzeit". ftm ftoses-städter Theater finden Donnerstag den 14. und Freitag den 15. d. die letzten Vorstellungen in dieser Sprchreit statt. Zur Darstellung gelangt das KammerspiÄ „Wetterleuchten" von Strrndberg. Die Exl-Bühne bringt Freitag den 16. d. im Apollotheaier das «Schauspiel ,,Andre Hofer" des Tiroler Dramatikers Franz Kvanewitter. mrt Ferdinand Cxl in der Titelrolle» zur erston Ausführunv. ftm Raimupd-Lheater geht heute abends als letztes Gastspiel des Berliner Lessmg-DheateS GhakosPeareS Lustspiel ,Mie eS auch gefällt", mit Elisabeth Derssner ÄS Rosalinde, in Szene. Morgen wird die Sommersprel« zeit mit der Premiere der Posse mit Gesang ,Hie-rgehn Tage Arrest" eröffnet. ftn den Kammerspi »len wird ab Freitag dm 13. d. in den Nachtvorstellungen der Schwank ,-Epstein- Witwe" mit Gisela M-erbezir! gegeben. Roland-Bühne. Freitag den 15. b. Uraufführung des Schwankes „D i« l e e r e W o h n u n g" von Antonius und Aldermann. - Gerichtssaal. ftar SrNrngeschöft des BoNsgesnndheilkWter. Die Blätter berichteten seinerzeit ausführlich über ein Seifcngeschäfr des österreichischen Volksgesundheitsamtes, bei dem der praktische Arzt Dr. ftvsef Poras als Vermittler figuriert unv bei dem auch der Ministerialrat im Volksgesundhrirsam'e Dr. Viktor Rann ich er eine gewisse Rolle gespielt Hai. D'cses Geschäft führt-.' zu m-ehver.n Prozessen, darunter auch zu eincr Evriubeloidigungsklage, die der Arzneimittel- Händler Theodor L i n d n e r gegen die beiden obenavwähnten Personen angestrengt hat. Das Bezirksgericht hatte nach durch« ge-führwm Beweisverfahren sowohl Dr. Rannicher Äs auch Dr. Poras freigesprochen, und zwar den Ministerialrat Dr. Rannicher, weil er nach Ansicht des Gerichtes in gutem Glauben die Strafanzeige gegen Lindner erstattet, den Angeklagten Poras, weil dieser den Ausdruck .Betrüger" gegenüber dem Kläger noch rechtzeitig widerrufen hätte. Das Landesgricht als Berufungsinstanz hob dieses Urteil auf und trug dem Bezirksgericht die Durchführung einer neuerlichen Verhandlung zur Erbringung werterer Beweise für den guten ©toben des Ministerialrates Rannicher auf. Gestern vormittags fand diese zweite Verhandlung vor dem Bezivksrichter Dr. Löw statt. Me Beteiligten gaben einMder nach durch geführter Vechandlung Ehrenerklärungen ^worauf der Kläger den Strafantrag zurückzog und der Richter beide Angeklagte freisprach. __ BetMser unterstehen dem Mieterschutz. Der Hausbesitzer Adolf Kr iß hatte ein-e Wohnung in seinem Hause dem Betverein Gmilas-Chesed vormieret und dem Verein daS Lokal gekündigt. Diese Kündigung wurde vom Bezirksgerichte Deopoldstadt für unwirksam er* Mrt, wogegen der Hausbesitzer die Berufung an das Landesgericht ergriffen, das sich heute mit der Frage zu beschäftigen hatte, ob Lokale für BechauArereine dem Mieterschutz unterstehen oder nicht. Der Berufungsvertreter verwies darauf, daß p^vstandenermaßen das Lokal, das sich im Stockwerk befindet, ttcht als Wohnung benützt werde. Es fei ober auch nicht als Gchhäft-lokal an-ufehen. Da das neue Mietengssetz besagt, daß nur Wohnungen und Geschäftslokale aller Art des Mieterschutzes teilhaftig sind, war die Kündigung des Lokal-, daS zur Mff<k!e« «md wie der Verein behauptet, auch hmnanitären Zwecken, die der Verein verfolgt, dient, ohne Rücksicht auf daS Mietengesetz kündbar. Der Senat verwarf die Be- «chmg und führte auS, daß im Gegensatz zu der Äten Mieter« schtttzverordnung, welche nur von Geschäftslokalen schlechtweg sprach, die Mietenverordnung von Geschäft-lokalen „aller Art" spricht, also den Schutz offenbar ausatdehnt hat, was auch durch die Entscheidungen des Obersten Gerichtshofes dokumentiert wird, welcher die Geschäftslokale allgsmeiM-r Mffatzt und darunter auch Amtslokale und dergleichen zuscmimenfaßt, Lokale, die nicht reinen Erwevbs-, soMrn kulturellen und ideelen Zwecken dienen. Mit Rücksicht auf die prinzipielle Bedeutung der Frage hat aber der Senat beschlossen, die Revision Kuzulassen, so daß in der Frage endgültig der Oberste Gerichtshof das letzte. Wort sprechen wird. Für das Bettete» des Bodens mit Licht — L Millionen Krone» Geldstrafe. Die Gattin des Holtzjhändlers Salamon Rauch berge r, Frau Rosa Rauchberger, 17. Bez., Geller« gasse 61, hatte sich vor dem Bezirksgerichte Fünfhcrus (Oberlanbesaerichtsrat Dr. Nehoda) zu veraniworteu, weil sie mit offenem Licht den Boden betreten hatte. Der Richter verurteilte die Angeklagte zu einer Geldstrafe von 2 Müll ion en Kronen. „Schufiden." Bor dem Bezirksgericht in Grein a. d. D. fand am Samstag die Verhandlung über die Ehrenbeleidigungsklage des früheren Staatssekretärs Dr. Deutsch gcgen den Bergrat Ing. Hans Reindl statt. Reindl hatte in einem Gaschcmsgespräch in Grein Dr. Deutsch „Schuft" geheißen und unter Hinweis auf das Buch des Dr. Deutsch „Aus Oesterreichs Revolution" seim Tätigkeit als „Schurkerei" erklärt, ftn der Verhandlung redete er sich darauf aus, daß er Deutsch unter Hinweis aus dessen jüdische Abstammung ,-Schofeth" genannt hctbe, das sei im alten jüdischen Reich ein Richter mit militärischer Gewalt gewesen. Es sei oft vorgekomuren, daß diese „Schufiden" ihre Gewalt politisch mißbrMcht hätten. Dr. Deutsch, der zufällig am Nebentische saß, stellte Reindl zur Sprache, worauf dieser seine Beschimpfung wiederbolt«. Der Richder S t e l z m ü l l e r fand eS merkwürdig, daß Dr. Deutsch bei seiner Gesinnu>ng einen Trerreid als Offizier, geleistet habe. Er sprach, indem er sich die gewundene Erklärung des Angeklagten mit dem jüdischen „Schofeth" zu eigen machte, den An« geklagten wegen 'der Aeßerungen, die er im Gespräch mit seinem Bekannten machte, frei. Der Ausdruck .Schufterei" fei berechtigt gewesen, da Dr. Deutsch als kaiserlicher Offizier ein« Verschwörung angezettelt habe und nach den Anschauungen all:r Jetten ein derartiges Verhalten ÄS treulos.„bezeichnet" werden müsse. Nur wegen , der Dr. Deutsch gegenüber. geäußerten Beschimpfung wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 400.000 Ä. verurteilt- 13. SfuttJ 1928 Ri. 153t Volkswirt. Eestmvelte Krone <=.0:00787« kentimes, ÄuszMing Wien --- 0.00787. Senttmes. 3» Zürich notierte die österreichische Krone . . 0.0078»/ i (0.0078 «n 11. Juuy die Lsterr. gestempelte Krone 0.0078'/ 4 ( 0.0078«/« am 11. Zuuy die tschechisch« Krone . . . 16.60 ( 16.58 am 11. Zuny die Mark. 0.0067 ( 0.0070 am U. Zuny Holland ....... 218.10 (218.20 am 11. Zuny Rew-Pork. 556.50 (657.25 am 11. Juni) London .... . 25.68 ( 25.67 am 11. Juni) Pari- ......... 86.75 ( 85.65 am 11. Juni) Mailand ,,»»...» 26.82 ( 25.75 am 11. Juni) Belgrad......... 6.20 ( 6.30 am 11. Juni) Bukarest.. 2.86 ( 2.85 am 11. Jmt) Sofia.. 6.82 ( 6.CO am 11. Juni) Budapest.. o o CD ,( 0.09V, am 11. Juni) Warschau.. 0.0087 ( 0.0.90 am 11. Juni) Vollversammlung der Hauvtverbander der gndnstrie Lesterreichs. Gestern nachmittags fand die fünfte ordentliche Dollber. fammlung des Haup'.vevbauldes statt. Präsident ll r b a n er« Narte in seiner Begvüßungsrcbe Mter anderem, daß es notwendig sei, billiger zu produzieren, um so die Esport>mvAiich. ketten zu halben. Das erstsre erscheint nur erreichbar, wenn daran fcstgchÄten wird, daß zirm Erfolg die Er^hung der individuellen Leistungen ur.erläßlich sei. Präsident Urban kam auch auf die großen Steuern zu sprechen, die die Prob'.Ätion belasten, und tMe mit, daß die Wgaibtzn und soziale» Lasten, die den Warenlohu trefsen, etwa 96 Prozent ausmachen. Es sei klar, daß eine derart belastete Industrie mcht konlkurrenKahig seir.- kann. Zum SchLuß erElärte Präsident Urban, daß der Hauptvevband keinePolitilzumachen habe, sondern daß er die politischen Gegensätze innerhalb der Industti« ausgfleichen solle. Diese Eoklävung des Präsideuren Urbar.« stimmt Ä»er herzlich schlecht zu-den Geschchnissen, die» wie wir an arderer Äelle berichten, stch im Hauptverband zugetragen haben. Hierauf referierte Generalsekretär Dr. Weiß-Welleaste in über Quelle Fragen in der Industrie. Er teilte mit, daß durch den jüngsten Gewaltakt der ungarischen Regierung der österreichische Export nach Ungarn durch die UlNsatzsteuer doppelt so hoch betroffen wurde wie der ungarische MarenveÄchr. Der Hauptverbard hat stch an die österreichische Regierung gewendet« di« sich bereit erMävt hat, für die . österreichischen Interessen energisch einzuftreten und darauf hinguweisen, daß diese AüsnahmSbeste'ner'UNg der österreichischen Industtie mit den Bestimmungen des Handelsübereinlommens mü Ungarn direkt im Widerspruchsteht. Es sei zu hoffen, daß die Schritte der österreichischer- Regierung von Erfolg bsgleitst sein werden, zumal stch heute schon zeigt, daß die ungarische Regierung durch die Hinausschiebung der Termine, die sie bereits verfügt hat, zu einem Entgegenkommen bereit fei. Der Hauptverbard glaubt, daß, im Falle ein solches nicht zu erreichen sei, man vor Retorsionsmaßregeln nicht zurückschrecken dürfe. Ferner besprach der Redner die Frage der Erstellung -es autonomen Zolltarifs, dessen- Einbringung in allerkürzester Zeit HandelSminister Dr. Schürff angMndvgt ha-t. Die österreichische Regierung hat aus den Erfahrungen -es letzten Jahres die Ueibergeugung gewinnen müssen, daß unser gegenwärtiger Zolltaris nrcht ein geeignetes Vertragsinstrument sei, wie auch das Ergebnis des italie- »ischen- HandelSvortrages dies deutlich zeigt. Wenn auch daS Hauptziel der HattdelSvertrage bleiben müsse, ditz uns umgebenden Staaten zur Ermäßigung ihrer Zollsätze ftcgenüber der österreichischen Einfuhr zu bringen, könne dienur erreicht werden, wenn wir angesichts eineentsprechenden autonome» Zolltarif- Konzessionen zu machen in der Lag« wären, wozu der gegenwärtige Zolltarif nicht die MoMchkeit bietet. Auch müsse man sich darüber klar sein, daß der autonome Zolltarif derart aufgestelli sein müsse, daß er im Falle eine- Mißlingens der HndelsvertragsvechaMungeu die Möglichkeit biete, daß der österreichischen Industrie mindestmS der inländische Absatzmarkt gesichert beide. Di« Industrie sei gewiß nicht han« delSfeir?>Vlich und wisse die Bedeutung de- Handelfür Oesterreich voll zu schätzen. Aber ein gesunder legitimer Handel könne sich nur auf der GruMage einer heimischen Industrie und einer heimischen Produktion entwickln. Daher gehe es nicht an, die Interessen der Industrie gegenüber denen des Handels hintanz-usetzen. Auch der Handel wird bei einem entsprechenden Schutz der österreichischen Industrie ein genügendes BetätigWgSseM) finden. ' Oie Devisenpreise. Steftrrli$e Senkung der AeichSmar» und -er Devise Belgrad. In Z ü r i ch sind gestern die R e i ch 3 m a r k und bis Devise Belgrad abermals rückgängig gewesen. Elftere ermäßigte sich. von 0.0070 auf 0.0067, letztere fiel von 6.60 aus 6.20. Auch die DeviseWarschau wies eine Abschwächung von 0.0090 auf 0.0087 auf und die ungarische Krone fiel von 0.0950 auf 0.0350. Hingegen besserte sich die D e v i s e P a r i S von 95.65 auf 85.75 und die t s ch e ch i s ch e K r o n e von 16.58 auf 16.60. Zahlung W1 e n gewann eine Kleinigkeit von 0.0078 auf 0.007825. Aus Berlin wurde zufolge der Mschwächuug bn R e i ch S m a r k auf den internationalen Plätzen ein neuerliches kräftiges Emporschnellen der ftemden Zahlungsmittel gemeldet Der Dollar erhöhte ft* vo- 80.298 *“f 84.089. Mi

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