Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1545 (2.6.1923)
- Date
- 1923-06-02
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980626--14949-3001731- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
flft, M5 Wien, Samstag Wiener: MorgenzeMmg. 3. $mk 1928 Mhne md Kuuft. Mir Weingartner. Mm sechzigsten Geburtstag. ANKou vür Wochen begann der Aufmarsch der unten. Ein Weingartner-FesKonzert bildete das PMMum, Boifallssalven krachten, Lorbeerbäume -Kranzewurden auf das Podium geschleppt, schließ- Dch erschien der JubÄar ftlbst, elastisch-jünglingshaft wie 'immer, und dankte mit dem verbindlichen Lächeln des PMmmmes. — Zu fernem Geburtstage hat er im MiiLa-B^eLL<dg ferne Lebensermnernngen erscheinen jlafsen, m denen er in seiner lebhaft anheimelnden Art Vau den Wechselsällen seiner Jugend erzählt. Es.sind fast durchwegs Glücksfälle. Die früheste Erinnerung dieses Svmrenkindes der blauen Adria ist ein Stern — wohl ein Glücksstern—auf der Zimmerdecke. Schon als Bievzehn- Mrrtzer ,peroperte" er wahllos den türkischen Alibaba, den 'spanischen Cortez und den Cheruslersürsten Hermann, uNd die Kompositionen des siebzehnjährigen Gymnasiasten fanden bereits einen Verleger. Seine Erstlrngsoper ,/ZaLwtala" wurde in Weimar unter der Aegide Franz AfztS, der den ZwanKigjährigen feiner warmen Freundschaft würdigte, aufgeführt, und frühzeitig wurde er königlich preußischer Hofkapellnwister. Fast zu viel Glück, üm innerlicher Srmmliung Raum zu lassen! Der ,Tondichter", der als Wagner-Fetrschrst begann, hat mit zunehmender Reife der organischen Form immer engere Gefolgschaft geleistet und wurde so allmählich zum WkaWsten, der sich von der Entwicklung der letzten Jahrzehnte Mehrte. Hat er auch als Komponist, nammMch Mts dramatischem Gebiet, manch schönen. Erfolg erzielt, so hat er doch nicht das gehalten, was der zwanzigjährige ßeiWlutler in feiner ,Mrluntala" versprochen hatte. Als Dirigent freilich ist er eine internationale Autorität geworden und geblieben, seine rhythmische Kraft und das Flu-Dmn seiner Persönlichkeit feiern in der alten und in der neuen Welt Triumphe. Nach den Wanderjahren in Deutschland ist er -in Men seßhaft geworden und zu den höchsten musikalischen Ehren gäangt. Wenige Jahre war er Direktor der Wiener Hofaper, augenblicklich bätet er die Volksoper, und als Dirigent der philharmonische^ Konzerte verfügt er über das herrVchste Orchester der Welt. Wenn er hier keim fondersiche Tätigkeit iw Dienste des Fortschrittes entfaltet, fo trifft wohl ihn und das Orchester geteiltes BerschMen. Dr zelebriert, wenn er eine glückliche Stunde hat, ftmeu L-seHoveN, er vergöttert Mt und Berlioz, Hebt die lächelnde Heiterkeit Mozarts, Schuberts Mld Johann Strauß^, exekutiert Brahms mit allem Pflrchtgesichl und aedeM mitunter Bruckners, dessen symphonische Riesenbauten ihm nur Ktzmnpm Md mW opgaursche Gebilde sind. 1 Ein gewisses Nowaöentmn D Mnev Kunst eigen. Konzentrierte, zielbewuhte Mtagsarbeit im Dienste eines Betriebes ist ihm fremd, er ist immer von neuen musikalischen und literarischen Planen erfüllt, er braucht immer Hochspannung, nur zu rasch erlischt seine himmelhoch lodernde Begeisterung, und aus die festliche Strnmmwg, deren er eben bedarf, folgt gar bald hie Verstimmung des. leicht reizbaren und überempfindlichen Künstlers. Ein sechzig-jähriger Jüngling! ,Mo ich nicht aufrichtig mitgehen kann" — sagte er gelegentlich — ,Mird auch meine Leistungsfähigkeit sich nicht restlos entwickeln können." Er hat sich oft dagegen gewehrt, daß man die Maske des Merwelts-Liebenswürdigen als seine wahre Wesenheit hi'nnimmt und das Bild des Künstlers, der sich als Jüngling in Schopenhauer und indischen Geist versenkte, der immer wieder vom Materialismus weg zur Mystik heimsindet und den Berkchr mit fremden Welten sucht, verträgt sich auch durchaus nicht mit der Vorstellung von einem Wellmann. Eine gewisse Versonnenheit, die ihm, wenn wir seinen Worten glauben dürsen, noch heille eigen ist, und eine innere Schamhaftigkeit erklären vielleicht teilweise seine beispiellose Popularität und die noch ungebrochene JugenÄkraft des Sechzigers.— Von dieser Vitalität erhoffen wir uns noch manchen Gewinn für daL Wiener Musilleben, vor allem die künstlerifche Sanierung der Volksoper, deren Zustände unhaltbar geworden sind, und eine novitätenfreuMichere Orientierung ln den philharmonischen Konzerten. ._ Erwin Felder. Ein jüdischer musikalischer Verlag in Berlin. In Berlin ist ein musikalischer Verlag gegründet worden, an dessen Zustandekommen eine Reihe Berliner Mischer BMagsgeseAjsch asten sowie jüdische Musiker und Komponisten beteiligt ist. Demnächst wird die Gesellschaft mit den Gesellschaften für jüdische Volksmusik in Petrograd und Moskkan Verträge abschließen, laut welchen ihr die Ausgabe der von den genannten Gesellschaften gesammelten musiWifchen Manuskripte über- 'goben wird. Die Gesellschaft gibt jetzt eine Reihe Mischer Wndernnd Volksiliodör foiwie Musikalische Kompositionen jüdi- - scher Komponisten, insbesondere vmr I. Engel, S. Gneslsin und G. Achrvn heraus. Die meisten MuZgaben der Gesellschaft sollen glsvchzeitig in .hebvälschu und Mischer Sprache^ erscheinen. Die neue Gesellschaft hat den Namen „Jnwia-l Ver- MgsgefÄsschaft"- anigenormnen, Aur de« Theatern. Staatsoper. Morgen Sonntag, haW 8 Uhr: „Madame Butterfly". Im Redoutensaal, halb 8 Uhr: Ballett-Sviree: Coupevin, Ravel, Rameau, Johann Strauß. Montag, halb 7 Uhr: „Die Königin von Dienstag, 6 S a b a". Schatten". B u r g t h e a t e r. Jux will„er sich Uhr:. „SH e Frau ohne Morgen, 7 Uhr abends, „E inen machen". Montag' den 4. d. „I u"d i t h". Anfang 7 Uhr. Dienstag den 5. d. zu erhöhten Preisen, „Einen Jux will er sich machen". Anfang 7 Uhr. A k a d e m i e t h e a t e r. Morgen, „Quality st r e e t". Anfang halb 8 Uhr. Dienstag den 6. d. „D e r K r e i S". Anfang halb 8 Uhr. Kammerspiele. Mittwoch den 6. d. werden im Rahmen der Nachtvorstellungen „Fischers kleine musikaltsche Komödien" zuM ersten Male in Wien zur Darstellung gelangen. Das Programm umsaßt muMlifche Einakter mit Musik von Mozart, Dittersdorf, Haydn, Schubert und Offtubach. R a i m u nd - T l) e a i e r. Heute und täglich, 7 Uhr abends, Shakespeares Lustspiel „Wie es euch gefällt" im Rahmen des Gesamtgastfpiels des Berliner Lefsing- Theaters. Theater in der Josefstadt. Heute, halb 8 Uhr, neu inszeniert: „Die Frau Präsiden-in" von Maurice Hennequin und Pierre Peber. Die DirMion der Roland-Buhne teilt mit, daß die Zensuribehvrde da? für heute an der Roland-Bühne ange- NnÄgte Gastspiel -der Tänzerin Moree Mllany verboten hat. Es ist zu erwarten, -daß infolge des sofort einigeleiteten Rekurses das Verbot rm Laufe des morgigen Tages anftAoüen werden wird, so daß das Gastspiel morgen beginnen könnte. Apollo-Theater. Morgen, halb 8 Uhr: ^Der heilige Florian". Montag, halb 8 Uhr: ./Der Marter steig". Dienstag, halb 8 Uhr: ,Donnwendtag". Mitteilungen aus dm Publilum. s J I, Kärntnerstrasse 28 H au s tu de-r F r i s u r en m o d e Reichhaltiges Lager moderner Haarbeltelfe in allen Nuancen Verlängert Ste.illnatriertc^. Katalog! 1024 ai—efri ■^P Anlässlich der V e i m ä h 1 u n g unserer Schwester bezw* Schwägerin Frau SLUWE BRÜH geh. Herzmann, Dobromil, mit Herrn MARKUS BRÜH, Sokal, gratulieren wir herzlichst Barnali Brenlg n. Frau Markus u. Zwi Herzmann Markus Bartfeld und Frau luden hiemit sämtliche Gesinnungsgenossen, Verwandten, Freunde nnd Bekannten zur Trauung ihres Sohnes EFROIM mit Fräulein JACH AD FRANKEL, welche morgen den 3. Juni 1. J. im Polnischen Tempel, Wien, IL, Leopoldsgasse 29, stattfinden wird, hoflidhst ein. KuItus-yJustiztaiare u. Barette liefert in schönster Ausführung die bekannteste Spetlalfirma 885 DlinnVE ißninFTElN Zivil, und ttoisormsohnaidsr MLULLLM Wien.IL Taborstr. 54. Tel. 45-6-29 Gegründet 1S66 - Oroße Auswahl feinster Stoffe für Maß bestell ungen «°Iauerschutz*. ' B Damen r Beyar, elalUsch, ärztlich emvsohlen K 15.000, jeber Dame passend; garantiert sicher, mit Gebrauchsanweisung £f errett; Gummi Marke »Ehfloh* dauernd benützbar, mit Gebrauchsanweisung per Stück K 8000,ftarf K10.000, SJahre Garantie K 13.000 u. 15.000, ein halbes Dutzend Gummi oder Fischblasen KOOOOx. 10.000. stark X15 000, .. . ......_ .... . feinst K 30.000 und K 34.000 Monatsbinde, Schutz vor Wundieibung. schont Wische, aut waschbar, Garuitnr ie 30.000 u. 80.000, jahrelang haltbar K 40.000, feinst K 50.000 ZU. WlimW Br. Potoky, Wie», Ul/St., StiezviMe 13 K 34.000, jahrelang haltbar K 86.000, feinst L 50.000. Frauenrarat oder Irrt K 45.000, feinst 60.000u.r . «tor ».000 M- und HQisenrrttctite H., Karmelitermarkt m Hilch und (Dein II., Leopoldsgasse 31 10.00© PRÄMIEN FUNFZII ~V»' **«CM8Tf VCRTBtLilMO.: Anfragen an^PRÄMlENBUߣAÜ.A8A0re* Aibelmtgenr^ng-Zyklus itt der Slaaisoper. Im Operntheater wird in der zweiten Hülste Juni eine geschloffene Aufführung des „Ring der Nibelungen" vorbereitet. Die Daten sind folgender Samstag dm Itz. d. „Nh eing o l d", Sonntag den 17. d. „W a l k ü r e", Donnerstag den 21. d. „S i e a f r i e d", Sonntag den 24. d. „Götterdämmerung. Für diese geschloffene AuMhrung des „Ring" wird ein Z y k l u s - A b o n n e m e n t für alle vier Abende ausgegeben, zu der der Vorverkauf am Montag den 4. Juni zu noch näher bekanntzugebenden Bedingungen an den Kaffm der Bundestheater, 1. Bez., Bräunerstraße 14, beginnt. Lehter Vortragsabend Ludwig Hardt. Mcmbag dm 4. d., 7 Uhr abends, gibt Ludwig HaM seinen letzten p5.) Abend in dieser Saison, an dom er von Rille „Die Weise von Liebe und Tod des Comets" und cfiln unverösseiMchtes „Requiem aus den Tod eines Knaben", ferner Hölderlin. Meist WneIdoten), Elaudius. Mtenbevg, Kafka spricht ebnes mensch^Mwtzdsnen Assen) und Märchen sprechen wird. Vera Kaniewska. die bekamcke Mische Schauspi'ölerm, gibt auf der Dnrchröise von Paris nach Bukarest miit Paul Breitmann und ihrem Ensemble heute Samstag den S. d. um halb 8 Uhr äbovds ein einmaliges Gastspiel im Wiener Komödienhans. Zur Aufführung gelangt die Operette „Das Perser Mäd-el" von Schloßbevg. (Entgelillch.) tzerichtssaal. Falsche Tschechenkronen. Vor dem Hoftat Dr. Weinm au« beim Mener HandÄsgericht wurde gestern der Prozeß zmn Abschluß gebracht, den der Kaufmann Isaak Sandlberg durch Dr. Paul Klemperer gegen den Wiener Bankv/erein wegen Schadonersatzes seiner anfangs Februar 1921 in Lundenbuvg erfolgten Vorhaftung angestrengt hatte. Der Klager hatte am 26. Jänner 1921 in der Filiale Hollandstraße beim Valntenkassier Werthe-imer des Wiener Bankvereins lausend Tfchechenkronen gekauft und darunter auch neue Fünftrouennoten echalten. Als er in Lundenburg seine Karte zur Weiterf'alhrt löste und mit den Mnfkwneunoten zahlen wollte, wurde er unter dem Verdacht, daß die Noten falsch seien, verhaftet. Er' befand sich durch vier Woche» in Untersuchung. Es stellte sich dann heraus, daß der Verkauf der tauserch Dschechenkronen an Sandibvng in den Büchern am Kassenverkauf nicht vorkam. Erst im Zuge des Prozesses konnte der Kauf ftstgeftellt Werder«. Die Bank bestritt, durch Dr. Kn ran da, daß sie ein Verschulden trefft und daß überhaupt falsche Noten gekauft wurden, sie behauptete, daß die Falsifikate möglicherweise von wo anders herrührten. In mehrfachen Verhandlungen wurden nun Zeugen über den Verkauf vernommen. Gestern gab der Schwager des Klägers, R nmbc r g, ar«, daß Sandberg tatsächlich am 25. Jänner die tauisend Dschechenkronen bei der Filiale kaufte und fünfzig Stück Fünfkronennoten erhielt. Die Noten habe er bis zur Reise aufgehoben. Der Zeuge War auch bei der Verhaftung zugegen und gab an, >daß dft Ve-chaftung lediglich wegen der Fassifiikate erfolgte. Der Väliutenkassier Wertheimer erklärte als Zeuge, daß er sich an den Fall Sandbevg nicht erinnern konnte. Richter: Warum haben Sie dm Verkauf an Sawdberg nicht der Nachrichtenstelle des Finanzministeriums mitgeteAt: — Zeuge: Es ist vielleicht übersehen worden oder ist die Nachricht ergangen und.ging die Anmeldung dort verloren. ' Auf eine Anregung des Richt-ers, daß jetzt der psychologische Moment zu einer Beilegung der Angelegenheit gekommen sein dürfte, erklärte der Vertreter des Bankvervins, 'daß aus prinzipiplilen Gründe« die Bank jede Haftung in dissmr Falle Mchne. Er sucht aus denr Stvafakt darzuilegen, daß die Verhaftung nicht bloß wegen der Fassistkate erfolgte und sich verwerte, weil man in Sandbevg einen Teilnehmer der Fünfkroner.'-Wlschnngen eMickte und daß ja dann aus dom Paß sich evgabMaß Lauft wurdm. Mich Mlehnuny von Beweisen über die oventuelle Erkennibarkeit der Fälschung und dines 'Sachveustäudigenbeweifes über die Usancen beim Verkauf und Kauf von Valuten wurde die VochaMur.g geschloffen. Der Richter teilte mit, daß er das Urteil im schriftlichen Wege bekau«tgeben werde. die Noten beim Bankverein ge- Irr Wnabanl-Sfandal. Paris, 1. Juni. (Tel.-Komp.) Gestern nachnvrttags begann vor der gwoiten Strafkammer der Prozeß gegen die Industrie bank von China, und Avar gegen den ftüheven PMideuben des Verwaltungsvates Senator Andre Bert Helot, gegen den früheren Genevaldiroktor Pernotte, gegen sechs Mitglieder des VeÄwMungSrabeS imd gegen zwei Rech- ^r»t<u»tsrn vü^cUvnr Lülun-Sronn«' Lraiisrktsrn The Olympia Troupe The six sisters Sparks Richard Jogimar ChfiStei1 DlOCk Tw# Stuart Programm der Corodini _ Sa and Matra Gr. Londe Doppelliorizert des Symphonischen Orche^^ und einer Militärkapelle