Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1539 (27.5.1923)
- Date
- 1923-05-27
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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CWb» W?LE MorstzWettuM. 27. Mv-i 1SSS 'V •:!■> 9kws( ... ..... ,,~i state«, die dem Redner MUfen: ,Mrlaffet PoLon, gehl nach flksfäfkieNri* Dr." Thon erwähnte^ auch, daß die .Bomben, bk ottf das Gebävde dS >Mwy TtziennÄ" geworfen wurden, mM-r«^4schor Herk««f-t stien. Er sti überzeugt, daß Kejfe Bomben MS einem MMLÄayer gestohlen wurden «vd verlangt im Namen des Jüdischen KlÄbs die Einfetzung Mver UntvL^uchungsroimrnission. Nach der Rede des Abtz. Tabaezhuski, der sich ebenfalls für diie DvdngKch- M cmSfpvach, wurde dem Antrag des Jüdischen Klubs die Dringlichkeit -«erkannt und der Antrag der VerwaittU-ngskomNAffion Aberwicifen. Warschau, 38. MK. Gol. der ,Mr. Morgenzeitung".) Wie bereits gemekdet, wurde vor «nitzon Tagen auf döe Redaktion des ^Kurher Polski" ein Bombenattertat verübt. Die im selbe« Hause befindlichen MmmistratiMÄobMäten des nationMtmwkratffchen Organs ,)R>8eezpospvliija" wurden dabei schwer beschädigt. Nach hier verbreiteten Ge- Echten war der Bomber.-Mschlag der Redaktion des ^Kurher MM" zugedacht und traf nur zufäLlig die. ,>RzecHpoZpo- Hkf. _ ' Aläftim. ßrueuerung des Staatsrater t London, 28. M». (I. C. B.) Wie unser Vertreter in Palästina erfahrt, hat die RsgstevmH beschlossen, den bisher bestandenen StaatSrat (Wvüsvrv CouncK) ' zu er- »orvern, da der im Mandat.vorgesehene gesetzgebende Rat bisher nW etottivert werden konnte. Swdentenstreik gegen Dr. de Haan. Die Abneigung der Müschen Studierenden an der von der Regierung unterhaltenen RechtshochschM gegen die LchEMt des Dr. Jakob de Haan hot zn einem allgemesnen Streik an dieser Hochschule geführt. Die jüdischen Studierenden verengen seine Entfernung. De. de Harn besuchte den ZidBormmssär Sir Gilbert Clayton und beklagte sich Lei chm Wer das Verhalten des Rektors der Hochschule, welchen er der Begünstigung der Streikenden berichtigte. Im allgemeinen wird angenommen, daß Dr. de Haan seine Stellung nicht wird hMen können. (Der ZlguW de Haan ist von seiner antizionistischen Propaganda und seiner Haltung r& Jrchrmator des verstorbenen NorchLffe in Erinnerung.) Sie kommmWscheu U«nche« im Ruhrgebiet. Berlin, 26. Mai. (Sei. der ,Mrcner Marge nzeitung".) 8Öc aus dem Ruhrgebiet kommenden Meldungen berichten Wer -das Andauern der kommunistischen Ansschreitungen. Infolge der durch.die fvcrnMifche Besetzung zeschaffemm Situation ist es der deutschen Gendarmerie nicht immer möglich, den Aufständischen entschlossen entgegenzuweten. Dies wird von den Kommunisten natürlich ausgenutzt rnd diese indirekte französische Unterstützung hat-es rvit sich gebracht, daß sich die Unruhen bereits auf Nachbarge. biete auszudehnen beginnen. V In Bochum dauern die Unruhen fort. Sämtliche Geschäfte sind gesperrt. Le^bensmittelunruhen stehen auf der Tagesordnung. .Auf dem Marktplatz kam es neuerlich zu Plünderungen. In deng^trigen Abendstunden zogen rinige rmmnunistische Hundertschaften. vor das Gebäude der Feuerwehr wvd forderten Uebevgabe und Entwaffnung der Mannschaften, was abgolehnt wurde. Darauf griffen die Kommunisten mit Revolvern und mit einem Steinhagel an. Gegen » Uhr abends machte die Feuerwehr von der Waffe-Gebrauch. Mehrere Personen wurden verwundet, eine Person getötet. Um 11 Uhr nachts griffen die Kommuufften, die Verstärkungen n- -Äten hatten, nachmals an, wobei eine Person'getötet wurde. In. Witten zogen gestern nach Schluß einer Versammlung kommunistische Trupps zum Wittener Gußstahlwerk und erzwangen hier die Stillegung einzelner Teile des Betriebes. Heute morgens wurde überall gearbeitet. Nur auf einer Zeche sind die BÄeglschaften aus Furcht vor Terror nicht eingsscchren. . In Gebfenkirchen fanden neuerlich Plünderungen statt. x - Die GewerffchaftSpolizei ist bereits in Wtion getreten und hat den Ausschank von alkoholischen Getränken verboten, den Stmßenverikchr zwischen 10 Uhr, abends und A Uhr inorgen§ gesperrt und den Lebonsmittelverkauf hintinger^iert.- ' Die allgemeine Lage wird noch dadurch verschärft, daß die Franzosen das deutsche Ersuchen um Erlaubnis zur Entsendung deutscher Schutzpolizei und deutscher KriminMeamter « die gefährdeten Orte des Ruhrgebietes albgelehnt halben. Ein vollftreettes Todesurteil. Das Todesurteil an dem deutschen Saboteur SchLagetter ist heute durch Erschießen vollstreckt worden, nachdem sei« Begnadigungsgeisuch abgelchnt worden war. gntemationaler AgrMiltuüonsreß ln Paris. Aus Paris wird uns berichtet: Bei der vor einigen Tagen erfolgten Eröffnung des internationalen AgröknltmEonreffes hielt der ehemalige französische Minister Präsident und Landwirtschaftsminister Melline, eine längere Eröffnungsrede, die wegen ihres Politischen Inhalts viel besprochen, wird. Melline. stellte als wichtigste Ausgabe des Kongresses die Frage des Friedens hin. Die-Landwirte aller Länder werden in den kommenden Jahren nicht mehr das Hauptgewicht auf die Verbesserung der. Landwirtschaft nnd. der lanAwirtschaMchen Technik, sondern auf die Errettung und . Wahrung des eigenen Lebens zu legen haben. Das Loben der Menschen sei durch die noch immer in der Luft schwebende Kriegsgefahr aufs höchste bedwht. Der moderne Landwirt jabe für seinen Beruf sehr viel vom Fortschritt der Wissenschaft und der Zivilisation erwartet. Solange jedoch Kriege nahen, sei dieser Fortschritt der Technik eher gefahrvoll, den es sei gar kein Zweifel, daß bei dem tiefen Hatz, der noch immer die Völker gegen einander erfüllt/die künftigen Kriege dank dem Fortschritt und der Technik noch furchtbarer und barbarischer sein würden, als der abgelaufene Krieg war. Die internationale Organiation der Landwirte müsse daher immer, wenn der internationale Friede bedroht erscheine, ihr inachtvolles Wort zur Rettung.des Friedens erheben. Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, habe der Kongretz sich der Idee des Völkerbundes angeschlossen, der wohl noch nicht das zu leisten imstande sei, was wen Landwirten aller Länder vorschwebt, aber heute immerhin die geeignetste Organisation zur Erhaltung des-Friedens sei. Diese Frage' müsse deshalb den grötzten Raum in den Diskussionen des Kvngresies einnchmen. Die Ausführungen Mellines fanden bei-allen Anwesenden die -lebhafteste Zustimnmng. Umsonst MsnatsabmmMenr Morgenzettung" bei Aufgabe einer Bestellung im Betrage von mindestens östorr. K 300.000 auf einzelne Werke Ms . unserer Liste Nr. Ir Svamig gediegene Bücher M Mische« Geschichte «ad Ltteratur: S. bosrcdek, Landes- und Volkskunde Palästinas, öftere. X Kart. . . . / . .............. 11.000 v 12.000 Geschichte, Wesen nnd v. Nspi«>'NsgSN» Me jüdischen Wanderbewegmt' gen in der neuesten Zeit (1880—1914), brosch. reo» NeUuek» Theodor Herzls Lehrjchre. Reich illustriert. Pappband. Geschenk-Halblederband . . . . ,.. H. Httppin, Der Aufbau des Landes Israeli Ziele nnd Wege jüdischer Siedümgsarbeit in Paläsnna. Gebd. .................. vr. Ti. rcvleringr^ Einfüh«mg in den Zionismus. Brosch.. . . . . . .. JUtbologia debrslcs. Eine Sammlung von Gedichten, übertragen aus dem Hebräischen pon H. Brody und Wir Wiener. Pappbmd . . . 40.000 Halbleder ... 100.000 &l. n. Bialift, Gedichte. Uebertragen yon Ernst Müller. Pappband . . . \.. . GMzleinen .... Halbleder. 3. Trottur, Der Talmud. Zukunft, brosch.. . . Pappband ..... geßuga stalevl. Ein Diwan, Übertragen und mit einem Lebensbild versehen von E. Bernhard. Pappband .... . Gfttseppl Levi. Buch der jüdischen Weisheit. Parabeln, Legenden und GedMken aus Talmnd und Midrasch. 2 Bände gebd. in Karton ..... Ztppmtm. Prager Sammlung jüdischer Legenden. Gebd. ..^ . Zedvle« rrieevem, Menachem Mendel. Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz. Brosch..... Gebd. ... Der Born Zutlsr. Legenden, Märchen und Erzählungen. Gesammelt vm M. I. bin Gorion. 6 Bände. In Pappband ......... . 250.000 Jn.Halbpergament .. 440.000 > Hr-jümreße Novellen. Ausgewählt und übertragen von 8l. Eliasberg. Illustriert von Budko. Gebd. . . . ..'. . . % C. Derer. Dramen., (Die Nacht auf dem alten Markt. — Die goldene Kette. — In Fesseln.) ""Brosch. . ... Gebd.... — Ehassidische Geschichten. 2. Äustage. Pappband. Leinen. 48.000 — Adam und Eva. Novellen. Brosch....... 50.000 3. Ula$iermann, Die Juden von Zirndorf. Roman. Brosch. . ,. 30.000 Gebd. t . . . .,. 50.000 B«gO Luelttlmsnn» Gedichte. 3.. Auflage. Gebd. . 16.000 Llk. 7»cvr, Die Juden,0t der Karikatur. Mit 307 Textbildern und 31 farbigen und schwarzen Beilagen, bestehend aus den seltensten Karikaturen . auf die Juden, die seit der Mitte des 15. Jahrhunderts erschienen sind. Stattlicher Band, in GMzleinen gebd.. . . . 250.000 - ■ Preise binden- bis 18; Juni 1923 Versand auch nach auswärts erfolgt nur gegen Voreinsendung des Betrages in österreichischen Noten oder der betreffenden Landeswährung zum Tageskurs umgerechnet. Portogeld für jede Sendung K 10.000. Bestellungen und Geldsendungen an die ,Wiener Morgenzettung"» Wien» H. Taborskratze 1 12.000 28.000 40.000 20.000 24.000 36.000 60.000 20.000. 30.000 25.000 40.000 28.000 12.000 20.000 56.000 16.000 24.000 32.000 Beschimpf« Rathen««« vor dem Staat» »erlchtahof. Zltts Berlin wird uns gemü^et: Vor dem KeW ger Staatsg-erichtshof hatte sich der antiisemitische Hetzej Dr. Hofsmanir- Kuischke zu veran-Ävortm, welches in einer Broschüre behauptet hatte, datz die Jude^ den Weltkrieg angestiftet hatten .und Ratheuäu süs Deutschlands Znsannnerchvuch Mg gewesen sei. .Der Hetzes wurde wegen Aufreizung j durch Betbreitmpg dieser BrZ schüre und wegen Vergehens gegen das Gesetz zmh Schutze der Republik durch Beschimpfung .der Reichsfarben und eines Ministers zu einer Geldstmfe.vo« 100.0QQ. Mark und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Em Prozeß gegen den leitenden Geschäftssühre,!>es deutschen. Schutz- und Trutzbundes in Bergedorf Alfret Roth, welcher unter einer ähnlichen Anklage stand wurde vertagt, Fenseits der Jordm. Die vorzügliche amerikauifche OvientzeitschrW ,M f i a." veröffentlicht einen mtsvsssauten AvMeh der Mnevikanirschen Iouvnailiftrn Elisabech T i tzel, den wir im sollenden <mPugsw>eiss wieder-aeben. Die darin entihailüenen Aoutzevungeu des Emir Abdullah und seiner Minister sind natürlich nach dem Wösten hinansgefprochene Lloutzevuuaen typischer arabischer Diplomatie. Wie wir an anderer Stelle melden, soll ToanÄlordanie» - die Unabhängigkeit zuevkamrt echattey. Emir Abdullah und fein Hof leben auf einem Hochplateau in der Nähe der Bahnstaüon Amman. Wiewohl der Emir lange in Stambul und in Mekka, umgeben vor» Luxus und Bequemlichkeit, gelebt hat, ist er doch eher ein Araberhüuptling, denn ein orientalischer Potentat. Städte stoßen ihrr ab. Die Wüste ist ihm mehr als ein Garten, ein - Zelt lieber als ein Palast. So lebt er mit. seinem Gefolge in kakhifarbigen Zelten, die sich weit in die Gbem hinein, erstrecken. Das Amtsgebäude des Königreiches ist ebensowenig aufdringlich. Esstst ein einfaches Gebäude mit dem typischen'flachen Dach, das frühere türkische Regierungsgebäude, gegenüber dem alten römischen Amphitheater, Die Regierung hat, so -wurde mir erzählt, nnv ein E inkommen von 160.000 ägyptischen Pfund. Dennoch ge- -wann ich den Eindruck, daß Sparsamkeit in'der Verwaltung dieses Staates ebenso unbekannt ist, wie in der -Verwaltung der Vereinigten Staaten. Nun kann sich über Wohl . Amerika Verschwendung leisten, nicht aber das arme Transjordanien. Hier braucht man Männer-mit dem Mut der Selbstaüfopfertmg und der Ausdauer, mit. dem richtigen Pioniermut. ....... , .v-.- Ich hatte Gelegenheit, die KabinettSmitgllieder des Emir zu sprechen, und konnte folgende Durchschnittseinstellung konstatieren: „Wir haben kern Interesse als Regierung — an der Politik Palästinas, Syriens oder irgend welcher. .Go'biete. Wir haben das einzige Interesse, hier einen Staat «auszubauen. Wir hoffen, in einer gewissen Zeit beweisen zu können, daß wir auf eigenen Füßen stehen können, selbst ohne die geringfügige Untersti'chuug von England, die wir jetzt bekommen. Die Briten zahlen. eine Reservearmee von 75Q Mann, die sich, mit Ausnahme des Kommandanten und seines Gehilfen, aus dem Lande vekmtiert, außerdem unterhalten sie hier einen Berater, der aber keinen direkten Einfluß aus die RegieMngAgeschäfte zu nehmen hat." So äußerte sich Riza Pascha Rita bi, der Großwesir des Emir, der früher. Sekretär Farsuls in Damaskus, vorher türkischer Wali von Aleppo gewesen war, einer der fähigsten Generale der Türkei. Auch Mazhar Bei Arslan, der Imtenminister, wünscht eine neutrale PoliÜk, einmal aber konnte er die Bemerkung nicht unterdrücken, daß vielleicht , eine Zeit kommen werde, da die Regstrung von Transjordanien doch nicht in Neutralität vecharren wird. Ern anderer Minister rief sogar ans:",/Wenn Emopa uns nicht unsere Rechte gibt, werden wir sie anderswo suchen, sei es bei den Türken oder bei' den Bolschewiken oder selbst bei Ibn Saud (der aufrührerische Chef der Wahabbiten)." . Ich bat Mazhar Bei, mir einige Probleme der inneren Politik zu nennen. ,/Es gibt keine", antwortete er, „wir sind doch alle Araber. Alle. Schwierigkeiten kommen -von den Franzosen und Engländern." Er^ entwickelte seine Pläne und ihre Müßlichleiten. Die Türken hatten in Transjordanien eine Garnison von 6000 Mann und konnten keine Ordnung halten. Sie hatten überdies 30.000 Soldaten und Gendarmen in Palästina. Mer das weit größere Transjordanien rnit seiner nomadisierenden Bevölkerung, mit seinen schlechten Kommnnlkationsverhältnissen und seinen Wüsten, HM heute mit tausend Mann Militär und Gendarmen seine Ordnung aufrecht^ „Wir haben 54 Elementarschulen und zwei höhere Schulen für 4000 Kinder eröffnet, tvir haben ein vorzügliches Spital, geleitet von arabischen Aerzten, im nächsten Monat werden wir sogar eine Zeitung herausgeben. Sie haben von unserer Ackerbau schule wohl gehört? Wir .planen,. damit ein Internat für Pe. du inenjungen — zehn von jedem Stamm — zu bcx» einen. In einiger Zeit wollen wir Ammau. zu einer wich lichen Hauptstadt ausbauen." ■ V Hb mmn Konzertiert MAX GEIGER wieder <! Ä gr « fl. w I» i u XE. PvaterstraBe »»