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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-25 · Heft 1537 (25.5.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1537 (25.5.1923)
Date
1923-05-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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©efft 6 Wien, Freitag Virctfu'ubahiiuiljulleä gewordeu. Oberpolizeirat Hendle war^rüher der Police idiroktion in Triest ungeteilt. Nach dem Umsturz wendete sich Oberpolizeirat Heudle nach Wien urtb fa^nd hier seine Zuteilung beim P a st a m i der Polizeidirektion. Erst vor wenigen Wochen war er in deuRuhestand getreten. Toln -en Bergen. SamStag nachmittags stttrzte der beim Wiener Bankverein als Kassier Angestellte Arnold Fischer von der Schneebergalpe Lei Obertraun etwa 150 Meter tief ab. Die Bergung der Leiche des Verunglückten, der vom Wege abgewichen und an einer fast ungangbaren Stelle infolge mangelhafter Beschuhung in die Tiefe abgestürzt war, erfolgte von Hallstatt aus und gestaltete sich in dem felsigen Terrain äußerst schwierig. * Verein der Neutraer in Men. Am 16. d. fand im Cafe „Kaiser Josef" die gründende Versammlung der Neutraer in Wien unter überaus zahlreicher Beteiligung der in Wien wohnhaften Neutraer statt. Der Verein ist völlig unpolitisch und stellt sich nebst der Pflege der Geselligkeit unter den Landsleuten humanitäre Zwecke zur Aufgabe, die zunächst durch diskrete Unterstützung verarmter Mitglieder und durch Aufrichtung zusammcngebrochener Existenzen erfüllt werden sollen. Sämtliche Redner in der Versammlung, insbesondere die Herren Rechtsanwalt Dr. Rosenfeld, Karl Deutsch, Redakteur Jakob Krausz, .Prisner,' Lang, Friedmann und andere stellten das einmütige Bestreben der Neutraer in Wien, an der der Durchführung der Vereinsaufgaben mitzuwirken, fest. Nachdem die Vereinsgründung ausgesprochen und die endgültige Redaktion der Statuten dem provisorischen Ausschüsse übertragen worden war, wurde der provisorische Vorstand gewählt: Er besteht aus folgenden Herren: Doktor Rosenfeld, Obmann, Armenrat Moritz F r i e d m a n n, erster Obmann-Stellvertreter, Karl Deutsch, zweiter Obmann-Stellvertreter, Max Wohlste.in, Kassier, Moritz Wallmanu, Kassier-Stellvertreter, Josef Rosenbaum, erster Schriftführer, Nathan König, zweiter Schriftführer. Zu Revisoren wurden die Herren Fiala und Lang gewählt. * Jüdische Meriweirtzirrlvgmtg des 18. Bezirkes. Wie bereits gemeldet, hat sich vor kurzem eine Vereinigung Mischer Eltern im IS. Bezirk krnstitniert, welche sich fchr gut entwickelt und bereits eine stattliche Anzahl von Mitgliedern besitzt. Die kürzlich stattgefundene Lagbaomer-Feier, um deren Zustandekommen sich der Obniann-Stellvertreter des Vereines, Herr Prokurist Josef Meder, sowie Herr D. M. Gemäuer, besondere Verdienste erworben haben, hat bewiesen, daß der Verein in der jüdischen Bevölkerung des Bezirkes bereits grotze Sympathien genießt. Den Bemühungen der Frau Fritzi Weber ist es gelungen, dem Verein eine orößere Anzahl von »Spenden zuzuführen. Die zwanglosen ZlusammenWnfte der jüdischen Eltern des 18. Bezirkes finden" während der Schulferien im W i nzerhau s, 18. Boz., Gersthofevstraße 135, um k? Uhr abends statt. * Jüdisches Realgymnasium. Anmeldungen von Schülern für die l. bis V. Klasse werden bis Ende Mai täglich zwischen 11 bis 12 Uhr in der DirektunSkanzlei, 2. Bez., Casteltezgaffe 35, entgegengenommen; daselbst werden auch alle geivünschten Auskünfte erteilt. * Unf-re Jugenöbeilage erscheint Ms technischen Gründen in der künftigen Woche. * Ein Märchermachmiltag, von dem Verein Jüdische Kinderfteunde veranstaltet, findet Samstag den 26. d. um 8 Uhr nachmittags in der Heimstätte, 6. Bez., Amerlingstraße 19 (Eingang durch den Hoft statt, zu dem alle jüdischen Kinder der westlicheu Bezirke herzlichst eingeladen werden. Anschließend daran (um 6 Uhr> findet ein Elternabend für die Eltern der westlichen Bezirke statt. Jsraelttifche Kullnsgeineinöe. Beim Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde Wien find wiederholt Beschwerden eingelaufen, daß den TrMerparteien Jahrzeits-Tabellen namens der Kultusgemeinde zum Kaufe angeboten werden. Der KultusvorstMd stellt fest, daß derartige Anbietungen auf einem Mißbrauch beruhen, da die Kultusgemeinde niemanden zum Verkaufe von Jahrzeits-Tabellen autorisiert hat. * Schnellzugs verkehr nach Kärnten Aber Marburg. Ab 1. Juni d. I. verkehrt zwischen Wien und M e r a n über M a r b u r g wieder daS Schnellzugspaar (9/409, 410/10) mit direkten Schlafwagen, welche in Oesterreich auch Schlafplätze 2. Klasse führen, und mit direkten Personenwagen 1., 2. und 3. Klasse. Abfahrt des Zuges ab Wien-Südhahnhof 20 Uhr 10 Min., Ankunft Klagenfurt-Hauptbahnhof 5 Uhr 15 Min., an Meran 14 Uhr 41 Min.; Abfahrt MerM 14 Uhr 30 Min., Abfahrt Klagenfurt-Hauptbahnhof 0 Uhr 10 Min., Ankunft Wien-Südbähnhof 9 Uhr 50 Min. Ab Wien- Südbahnhof werden für Bestimmungsstationen südlich Bruck an der Mur Fahrkarten in Verbindung mit Platzkarten ausgegeben. Reisende, welche von Oesterreich über Marburg nach Oesterreich fahren,'unterliegen keinerlei Paß- oder Visumzwang. Es genügt für den jugoslawischen Durchlauf der Vorweis irgend eines Identitätsnachweises (Meldezettel, Anstellungsdekret, Heimatschetn, Legitimation oder ähnliches); sie unterliegen auch keiner besonderen Zollrevision und haben keine Paß- und Zollmanipulationsgebühr zu entrichten. Den mit diesem Zuge durch Jugoslawien nach Italien Reisenden wird das Transitvisum im Zuge gegen Entrichtung einer Gebühr von 10 Dinar erteilt. Hinsichtlich der sonstigen Zoll-und Paßrevisionen find alle zulässigen Erleichterungen zugestanden. * Amtlicher Wetterbericht. Am Ostrand der Alpen war gestern morgens das Wetter heiter. Mittags brachte ein Gewitter ■ Regen. Der Himmel ist in Mitteleuropa meist trüb. Voraussage r Wolkiges, etwas kühles Wetter. Vereine. Vorträge und Versammlung««. Bukowinaer Zentralverband. Sonntag Len 27. d. um Punkt halb 9 Uhr vormittags im großen Saal des Hotel Stephanie, 2. Bez., Taborstraße 12, Monatsversammlung. 3 Uhr nachmittags gemeinsamer Familienausfiug. Sammelstelle: Tegetthoff-Denkmal (Praterstern). — Reichsschutz- ,bundderHandelsver.treterin Oe st erreich, Wien, 1. Bez., Salvatorgasse 12. Samstag den 26. d., halb 3 Uhr nachmittags, im Cafe Gartenbau (Souterrain), außerordentliche Hmdelsvertreter-, Reisenden- und Kommissionären-Versammlung. - Zionistische B e z i r k s s e k t i o n XII—XV. Dienstag ’ den 29. d., präzise halb 8 Uhr abends, im jüdischen VereinshMse, 16. Bez., Herklotzgasse 21, 1. Stock, Versammlung. Herr Leon Steinig (Sekretär deS Jüdischen Hochschulausschuffes) über die antisemitische Bewegung an oen Hochschulen, und Herr Dr. M. N. Gelber (Sekretär des Zionisttschen Landeskomitees) über allgemeine jüdische Fragen. Technis.ches Museum. SamStag den 26. d., 3 Uhr nachmittags, Führungsvortrag von Vorstand Ing. E. Stelzer: Wasserversorgung. — Sonntag den 27. d., 10 Uhr vormittags^ im großen Hörsaal Lichtbilderbortrag von Dipl. Ing. A. v. Schmidt: Steyr in der VergMgenheit Md Gegenwart. — Mittwoch den 30. d., 10 Uhr vormittags, für die Wiener Schulen Filmvorführung: „Künstlerische Bronzen", „Wie ein Film entsteht", „Erste Hilfe bei Unfällen", „Unfallverhütung". U r a n i a. Heute: Großer Saal: 5 Uhr: DaS JEKimk': des Sckineeschubs. Halb 8 Ubrr Dr. Jolek Bsraauor _Wiener Morgenzeitung._^_ Achter (letzter) Vortragsabend. — Kl einer.Saal: Halb 6 Uhr: Dr. Fritz Schulhof: Menschenkenntnis. I. Halb 8 Uhr: Dr. Friedrich Kronseder: Der LogoS und das Werden des Christentums. III. — KurSsaalr 6 Wr: Dr. Reinhold Loren z: Die ‘ berühmten Frauen der Welt-un) Literaturgeschichte. VI. Halb 7 Uhr: Oberstleutnant Edm. Glaise- H o r st e n a u: Politische und > militärische Geschichte des Weltkrieges. H. 8 Uhr: Universitätsprofessor Dr. Viktor Con r a d: Die moderne Erdbebenforschung und ihre Ergebnisse. II. — KluLsaal: 6 Uhr: Universitätslektör Fero. M a t r a 3: SprechkurS IX. Halb 8 Uhr: Dr. Susann« S ch m i d a: Keyserling und Spengler.I. — M i kr o s k o Pier s a a l: 7Nhr: Dr. Hans P l e n kr Der mikroskopische Aufbau des Menschen. X. — Urania-Bücherstube: von 8 bis 1 Uhr und. von 2 bis 6 Uhr geöffnet. _ Ernährung. Herabsetzung de« MUchpreise«. Mo ländlichen Milchproduzenten >urfb Mklchhändler haben den Milchpreis, frachtfrei Bahnhof Wien, mit 4000 K. ftstgHetzt. Bisher betrug er 4660 K. In dem Preis von 4000 K. ist die Marenumfatzsteuer schon inbegriffen. Nach dieser Vereinbarung wird die Milch in Wien bereits von heute an zu folgenden herabgesetzten Preisen verkauft werden: Nichtmolkereimäßig behandelte Milch: Detailpreis 4670 K. (bisher 5260 K-), Einstellpreis 4390 K. (bisher 5040 K.); molkereimäßig behandelte Milch: Detailpreis 4830 K. (bisher 5460-K.), Einstellpreis 4650 K. (bisher 5300 K.); Milch ausGroßmolke« reien: Detailpreis 4950 K. (bisher 5600 K.), Einstellpreis 4770 K. (bisher 5420 K.). Die in diesen Preisen inbegrilffenen HandelHpannungen bleiben unverändert. Sie Lebensmittelmärkte. Weitere Rückgänge der Fleischpreise. Die Preisrückgänge, die sei: Beginn der Woche sowohl auf dem Lebendviehuuirkle als auch im Großhandel für Fleisch einget-eten find, beginnen sich langsam auch im Kleinhandel sichtbar zu machen. In der Großmarkithalle waren gestern Rindfleisch und Bauchlfjlz um je 2000 K., Speck um 3000 K., amerikanisches Schweinefett um 1000 K. pro Kilogramm billiger geworden. Diese Preisrückgänge stellen aber noch nicht die volle Auswirkung der bereits im Großhandel eingetretenen Preisermäßigung dar, und es ist bei weiter anhaltender guter Beschickung und bei warmem Wetter mit weiteren Ermäßigungen aus dem Fleisckmarkte zu rechnen. Die Grünwarenmärk-te find wohl außerordentlich gut beschickt, da aber auch die Nachfrage infolge der unerschwinglichen Fleischpreise sehr groß ist, ist von einem Rückgang der Preise fast nichts zu merken. Die Preise für Butter gehen lanasam zurück. Dänische Butter kostet 64.000 bis 66-000 K., holländische 62.000 bis 64.000 K., molker-eimähig erzeugte hermrsche Butter 62.000 bis 66.000 K. pro Kilogramm. SeWst für Landbuitter werden noch immer Preise von 56.000 bis 68.000 K. gefordert» Kochbutter ist Wohl wett unter diesem Preis zu, halben, ist aber ift der Qualität so schlecht, daß sie überhaupt fast unverwendbar ist. Eier sind in schr großen Mengen, namentlich aus Ungarn, angeboten. Man sichtaborckroAem noch immer Preise bis zu IM K. pro Muck angefchMb«r. Bühne und Kunst. Die jüdische« Kammerspiele in Moskau. Das jüdische Theater in Moskau, das den Namen Jüdische Kam-mersprele führt, bereitet die Aufführung einer neuen Komödie: „200.000" vor. deren Inhalt dem ,^Haupttreffer" von Schalom Alejchem entnommen ist. Das Theater begibt sich am 5. Juni nach Minsk, wo es dreißig Vorstellungen veranstalten wird. Das Repertoire ist folgendes: „Uriel Acosta" von Gutzkow, „Gott der Rache" von Asch, „Die Hexe" von Goldfaden", ein Schcilom Aleichem-Äbend und ein Rezitatwnsabend. Zum Schluß der Saison erscheint in jüdischer Sprache die erste Nummer der Zeitschrift ,Mütter der indischen Kammerspiüle", die der Aufführung von „Uriel Acosta" und „Hexe" gewidmet ist. Jüdischer Liederabend. Als Ehrenabenb für die beliebten jüdischen Bühnenkünstler Jonas N e i s m a n n und Simon N a t a n von der Freien jüdischen Volksbühne wird Samstag den 26. d. im Vortragssaale der „Scholle" (2. Bez., LilienbruMgasse, Hotel Dianabad) ein jüdischer Liederabend veranstaltet, an welchem auch die Damen Klara K w a r t i n und Hilda D u l i tz k a j a sowie die Herren Direktor Jsak Deutsch, Marco G o l d i n und Herr Oberkantor Israel Alter Mitwirken. Dem Abend wird großes Interesse entgegengebracht. Au« den Matern. Burgtheater: Morgen, 7 Uhr abends, „Antonius und Cleopatra". Akademietheater: Morgen, halb 8 Uhr abends, er Kreis". Mittwoch den 30/ d. wird zum ersten Male das dramatische Gedicht „Verkündigung" von Rudolf Borchardt aufgeführt. Hieraus folgt die Tragikomödie in einem Akt „Die Gesellschaft deS Abbe Chateau n e u f" von Eduard Stucken. Volk 8 oper. Heute „R i g o l e t t o". Morgen „Carmen". In den K a m m e r f p i e l e n gelangt von Samstag a|j der Schwank „D i e zweite H o ch z e i t s n a ch t" al» Abendvorstellung zur Aufführung. Im Rahmen de? Nachtvorstellung findet Samstag die Premiere eine- Einakterabends statt. Zur Aufführung gelangen „Totote und Bobby", Schwank von Maurice Hennequin, „N a ch t s i tz n n g", Schwank von Georges Feydeau, und die Groteske „Streichquartett". In der Neuen Wiener Bühne beMnt SamStag den 26. d. Ferdinand Bonn ein fechstägiges Gastspiel in der von ihm verfaßten Posse „Der Meerkater". Heute, 7 Uhr, verabschiedet sich Albert Bassermann als Hjalmar Ekdal" in Ibsens Schauspiel „D i e W i l d e n t e". Komödienhans. Samstag den 26. und Sonntag den 27. d. Gastspiel Maly Pieons wo Jakob Kalichs in der Operette „Das süße Mädel", Buch von Jakob Kalich, Musik von Maly Pieon. Montag den 28.' d. — vor ihrer Abreise nach Paris — großes Abschiedsfest ^Bunter Abend". Szenen Ms Jankele, Zipre usw. Im Apollotheater bringt heute die Exl- Bühne als zweiten Abend im Schönherr-Zyklus das Drama „D e r W e i b s t e u f e l" mit Anna. EL Ferdinand Erl und Eduard Köck rm AuMLmns- _25. Mai 1928_Nr. 153T Gerichtssaal. An Fischzug der -Rene« Freie» Presse*. Eine „Gabe" an die Leser. Die am 31. März d. I. unter dem Motto' ,-Der Weikt» friede für Mttteleuropä" erschienene Nummer der „Neuen Freien Presse" enthielt eine umfangreiche, 34 Seiten stärkt Beilage, in welcher, nach oinzvlnen Staaten geordnet, Müttettnngen über zahlreiche Unternehmungen der Industrie, de- Handels und der Finanz enthalten waren. An die Bespre» chnngen der Uniernehnmngen schlossen sich in der Regel Inserate dieser Unternehmungen an. Die Staatsanwaltschaft^ welche von dem Standpunkte ausging, daß diese Mtteilungen und Ankündigungen im Sinne des Preßgesetzes nicht germgend deutlich als bezahlt gekennzeichnet seien, erhob wegen der ganzen Beilage gegen den verantwortlichen Herausgeber des Blattes Dr. Ernst Benedikt die Anlkiage nach § 26 des PveßgefetzeS. In der gestern vor dem Stvafbezirksgevicht stattgefun« denen Verhandlung hob der Verteidiger Dr. Coumont hervor, die Redaktion habe den entgeltlichen Charakter sämitlichev in der Beilage enthaltenen, mit großer Sachkenntnis, ohne jeden Beigeschmack von Reklame zusammeWeistellten Besprechungen an drei Stellen.des Mattes erkenntlich gemacht. Der Richter konstatierte, daß mehrere Seiten der Beilage nicht' numeriert waren. Dr. Coumont brachte zur Aufklärung dieses Umstandes vor, daß in der Beilage, die ursprünglich für die Osternummer^bestimmt war, die Nummern mehrerer Setten ansgekratzt werden mußten, und dann die Nummern aus einem typographischen Versehen nicht mchr aus den Seiten gedruckt wurden. Auf die Frage des Richters, wie hoch da! Entgelt für die Mitteilungen in der Beilage gewesen sei, erklärte Dr. Coumont, daß er hierüber keinen Aufschluß geben könne. Der Richter konstatierte aus den Erhebungen der Jnseratenstenerabteilung des Magistrats, daß die Ein nahmen des Blattes für die fraglichen Mitteilungen schätzungsweise anderthalb Milliarden betragen haben. Der StaatsanwM Dr. Formanek beantragte die Bestrafung des angeklagten Herausgebers ttn vollen Umfang! der Anklage und hob hervor, daß hier nicht nur eine grobe Unterlassung der Erkenntlichmachung der erwähnten Mitteilungen und AnküMgungen als bezahlt, sondern geradezu eine B-evschleierung vorliege, und daß die ,Mue Freie Presse" unter dem Deckmantel, ein Unternehmen im Interesse der Volkswirtschaft zu tätigen, hier einen großen Fischzug gemacht habe. Der Der. leidiger entgegnete, der StaatsanwM habe lediglich die Einnahmen des Blattes, nicht aber die mit diesem-Unternehmen verbundenen Ausgaben im Auge. Der Richter verurteilte den Angeklagten wegen Av tikel'26 des Preßgesetzes vücksichtlich aller in der Beilage aus. den Seiten 17 bis 29 und 31 bis 58 enthaltenen Mitteilungen zn einer Geldstrafe von 30.000 K. und sprach gleichzeitig den Verfall des'gesamten für die betreffenden Mitteilungen erhMenen Entgeltes aus. In der Urteilsbegründung führte der Richter aus: Es wird ohn-eweiters zugegeben, daß für alle inder Beilage ent«! haltenen Mitteilungen dem Blatte ein Entgelt geza'hlt wurde.' Es wurden auch diese Mtteilungen im Blatte an drei Siellen als entgeltlich bezeichnet. Das Gericht war jedoch der An-' sicht, daß die Entgeltlichkeit der Anzeigen nicht genügend deui-, lich, wie es das Gesetz verlangt, gekennzeichnet wurden. Die, ganze Aufmachung der Mitteilungen dieser Beilage (im Vor-' Wort zur Beilage wird von einer Gabe, die den Lese rüge geben wird, gesprochen) erweckt den Anschein, als ob eZ. sich um redaktionellv Mitteilungeu handeln Würde. Die Mtteilung aus einer Seite des Mattes, daß eZ. sich um entgeltliche MttteÄungen handelt, genügt nicht, W sämtliche Mitteilungen als deutlich gekennzeichnet &jl. halten. Der Verteidiger meldete in puncto Schuld und Straft und wegen Nichtigkeit die Berufung an. Wiener Komödienhaus IX., Nussdorferstrasse Letztes Gastspiel MALI PICON JAKOB KALICH Samstag den 26.u. Sonntagden 27. Mal „Das süsse Mädel“ Operette von J. Kali* _ Musik von Mali Picon Montag den 28. Mai Abschieds - Konzert Szenen aus „Jankale“, „Zipke“ Lieferverträge und Tänze Beginn */«8 Uhr Kartenvorverkauf an den Kassen des Komodienhauses und in den Theaterkartenbureaus ' ■•smsäm ■EMwwsaBg] il jn;.> ■ -■ >!f-.r.«« I',,",1MLI*.

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