Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1535 (23.5.1923)
- Date
- 1923-05-23
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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-M- ■»*- y» "vj“* *■ - >""N n Veite V Wien, Mittwoch Wiener Morgenzeitung. Vereine, Aortröge und Versammlungen. Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Heute, S Uhr abends, Zusammenkunft im Casö Ilion, 9. Bez., Lotvenaasse 39. VortragSthema Vorbehalten. Gäste willkommen. — Verein Tikw ath Jehnda, 8. Bez., Bennoplatz 1. Heute, präzise 8 Uhr abends, Lichtbildervottrag Dr. Wolfgang Weisl: „Palästina in Wort und Bild". Anschließend Sonatenabend. — Zug endverein Aß uw ath Zion, Restaurant Menezer, 2. Bez., Ausstellungsstraße 15. Heute, 8 Uhr abends, Vortrag Dr. Tattakower. Gäste willkommen. — Verein sepharbischer Zionisten Jehuda Halevy. Heute. 9 Uhr Abends, in der Unione Spaniola, Hotel Continental, Vortrag Vita Cajon: „Probleme des 13. Zionistenkongresses". Diskussion. Austritte aus dem Judentum. Tarwinöki Georg, geb. 10. November 1882, Brzezany, Apotheker, 8. Bez.. Hernalser Gürtel 4; Honner Josef, geb. 18. August 1891, Odessa, Journalist, 8. Bez.. Laudongasse 12 r Bauer Max, geb. 16. Oktober 1898, Wien, Diustker, 11. Bezrrk, Hasenleitengasse 6; Stein Lisa, geb. 6. Dezember 1894, Wien, Beamtin, 17. Bez., Taubergasse 56; Stein Johann Stefan, geb. 7.-Dezember 1889, Wien, Beamter, 17. Bez., Taubergasse 66; Taster Viktor, geb. 8. Mai 1878, Wien, Kaufmann, 1. Bez., Rathausstraße 18; Jokl Ignatz, geb. 10. März 1893, Nadasfö, Student, 19. Bez., Silbergasse 32; Barth Perl recte Moldower. qeb. 15. November 1881, Lemberg, 16. Bez., Habichergasie 4; Weißmann geb. Zwillinger Edith, geb. 22. Oktober 1889, Wien, Arztensgattin, 1. Bez., Rauhensteingasse 3; Rappaport Herbert, geb. 7. Juli 1908, Wien, 1. Bez., Stubenring 22; Donath Stefanie, geb. 7. April 1896, Wien, 1. Bez., Annagasse 3 n; Stiaßny Paul, geb. 25. Mai 1872, Baden, Fabrikant, 1. Bez., Lichtenfelsgasse 7; Stiaßny Charlotte, geb. 24. Juni 1873, Wien, 1. Bez., Stubenring 18; Kriwaezek Grete, geb. 21. September 1919, Wien, 2. Bez., Vorgartenstraße 221; Kalischer Eduard, geb. 22. August 1894, Berlin, 2. Bez., Obere Augartensttaße 70; Fellner Hermann, geb. 7. Mai 1887, Wien, 3. Bez., Obere Bahngaffe 24; Hahn geb. Slawik Hedwig, geb. 27. September 1881, Buchmais, Pensioninhaberin; Kürti Gustav (früher Kohn), geb. 7. April 1903, Wien, 6. Bez., Gumpendorferstraße 34; Rosenbaum Franz Georg, geb. 10. Mat 1898, Wien, Beamter. 8. Bez., Josefstädterstraße 9; Gottlieb Israel, geb. 4. Mai 1898, Mirgorod, Beamter. 18. Bez., Htldebrandgaffe 26; Löb Max, geb. 2. Juli 1896, Wien, Beamter, 18. Bez., Gentzgaffe 21. Bühne und Kunst. W. S. Maughams „Ser Kreis". (Akademie-Theater.) Eine feine Komödie. So amüsant und kurzweilig, daß sie leicht unterschätzt wird. Einfach der Grundriß, aber recht kompliziert die innere Struktur. Vor dreißig Jahren ist Einern englischen Aristokraten die Frau durchgegangen. Plötzlich, während eines Diners, dazu noch mit feinem besten Freunde. Auf einem Nadelkissen lag ein Abschiedszettel. Nun soll sich Aehnliches in der nächsten Generation ereignen. Der Sohn jenes Aristokraten, seit drei Jahren verheiratet, beherbergt einen Gast im Hause. Seine junge Frau nimmt merkwürdig Partei für die Mutter ihres Gatten, die doch damals nicht nur den Ehemann verließ, sondern auch ein fünfjähriges Knäblein. Sie war eben mehr Weib als Mutter, weint sie. Ein peinlicher Zufall bewirkt, daß sich — nach dreißig Jahren — die durchgegangene Frau samt ihrem Freunde mit dem verlassenen Mann im Hause deK jung verheirateten Sohnes treffen, und just in dieser Besuchstagen will die junge Frau mit dem Geliebten fort. Tie Schwiegermutter sieht allerdings anders aus, als sich's die schöne Elisabeth ausmalte. Sie ist nicht in schlichtes Schwarz gekleidet und nicht von einem grauen Scheitel gekrönt, sondern lächerlich puppenhaft angezogen, eine alte Kokette mit rot gefärbtem Haar. Auch ihr Verhältnis zu dem Freunde ist nicht so, wie es Elisabeth in ihrm Träumen sah. Der Verführer von damals ist über seinen.Freund, dessen Gattin seine Lebensgefährtin wurde, recht erbost, trotzdem er doch wahrlich unschuldig ist. Der Gatte hingegen, der jetzt eine dreißigjährige Freiheit hinter sich hat, die er zu nützen verstand, erkennt vergnügt, was ihm erspart blieb. (Daß der Verführer dennoch mit der aufgedonnerten, traurig verfallenen Frau innig verbunden ist und sie nicht missen kann, trotzdem keine Minute ohne Zänkerei verstreicht, gehört zu den nachdenklichen Feinheitten des Stückes.) Gleichwohl läßt sich die junge Elisabeth nicht ab- . schrecken, nur will sie mit offenen Karten spielen. ..Kein Zettel auf dem Nadelkissen soll die überraschende Botschaft nach der Flucht sein. Sie sagt es einfach dem Gatten, daß sie mit Edward Luton, dem Kaufmann aus dem Kolonialgebiet, fort und daß er sie sreilassen möge. Der Vater, bemüht, vom Sohne abzuwenden, was damals ihm geschah, versucht es mit mancherlei. Er läßt seine einstige Gattin auf die. junge Schwiegertochter cinwirken. Es ist die schönste Szene der Komödie, wenn die gealterte, unglückliche Frau der verliebten Elisabeth von ihrem dreißigjährigen Mathrium erzählt und sie also abhalten will. (Ein Glück für die Frau, versichert sie ihr, sei die Fessel der Ehe. „Sie wissen nicht, was es heißt, wenn ein Mann nur durch seine Ehre an uns gebunden ist-.. Er veranlaßt ferner seinen Sohn, der recht trocken und albern ist, geschickt zu manövrieren: Gib sie frei, setz' ihr eine Rente aus, sag' ihr, daß du dich aus Liebe opfern willst — und du eroberst sie zurück. Beide Mittel fruchten nicht, denn Elisabeth und Edward Luton sind herzhafte, kraftvolle Menschen und sind schon unterwegs, während der Vater des jungen Ehegatten die Situation gerettet wähnt. Wenn zwei Paare dasselbe tun —r ist es nicht dasselbe. Diese Sentenz bezeichnet den - Inhalt der neuen Komödie besser als der Titel „Der Kreis". Was jetzt vor sich geht, ist in der Geschichte, dieser Familie noch nicht -liefen, ist grundverschieden von dem FamilienstÄi.. /' ■" .> '' y u: Dorset vor dreißig Jahren, Dieser anregende, bemerkenswerte Burgtheaterabend, von> Albert Heine ausgezeichnet geleitet, schien uns. an Fehlbesetzungen zu leiden. Herr Romberg, der Darsteller des kernigen, elementaren jungen Menschen ans dem Kolonialgebiet, vergriff sich im Ton, verdunkelte die Vorgänge, verwirrte die Handlung. Herr Philipp Z e s k a, der Darsteller des pedantischen, trockenen jungen Ehegatten, war recht farblos. Eine Freude. Georg Reimers als Vater, außerordentlich Babette Devrient-'Reinhold als herausstaffierte, jugendlich gekleidete Greisin (ergreifende Tragik weiß sie mit Humor zu mengen), von bester Haltung, schön und adelig Frau Mayen als junge Frau und eine Figur, scharfkantig und ergötzlich Albert Heines mißmutiger Hausfreund von einst, der zeitlebens ein Abenteuer zu büßen hat. Ueberraschende Wendungen der Handlung, hundert blitzende Worte, witzige Beobachtungen halten den Hörer gefangen. Nachher erst merkt er, daß auch sittlicher Mut am Werke war und daß der Kern dieser geistreichen Komödie kostbar ist. — Die Premiere hatte starken Erfolg. O. A. Raimund-Theater. ,Johu Gabriel Borkman" von Henrik Ibsen. (Gastspiel Reicher.) „John Gabriel Borkman" ist sicherlich lein Stück für Schauspiel-Virtuosen. An die Grenze von Wahn und Wirklichkeit gestellt, von allen Schauern der Bernichtungsangst durchzittert, herb und kühl in jedem Zuge, ist dieses Werk von „Toten und von «Schatten" gewiß nicht geeignet, das Wiener Publikum zu befriedigen. Wenn Emanucl Reicher trotz dieser Schwierigkeiten einen vollen und starken Erfolg erzielte, ist diese Wirkung seiner tiefen und großen Kunst doppelt hoch anzurechnen. Er machte aus dieser widerspruchsvollen und schwer verständlichen Gestalt "des Bankbetrügcrs einen lebendigen Menschen, dessen Schwächen und Tun plötzlich selbstverständlich werden. Das ist um so bewnnderswerter, als Reichers Mittel die denkbar einfachsten und schlichtesten sind, eigentlich nur ans der Verinnerlichung der Gestalt beruhen. Wundervoll das Mienenspiel, der Wechsel der Stimmung aus diesem erst so starren, in Zorn und Verbitterung waskenstarr gewordenen Gesicht, als im zweiten Akt für ihn die Vergangenheit wieder anflebt. Wenn im Schlußakt stellenweise das Theater" die Oberhand gewann, so lag das an der im Grunde genommen von äußeren und inneren Unwahrscheinlichkeiten strotzenden Situation. Der Künstler fand wohl würdige Partner, doch stand die Aufführung nicht aus ganz so hoher Stufe wie sonst wohl die Aufführungen des Raimuno-Theaters. Frau Kar oly (Giürhild) fand im ersten Akt für den Haß der Liebe erschütternden Ausdruck und wirkte wie der Dämon des kleinen und zähen Hasses. Aber in den folgenden Akten zerrann das Dämonische immer mehr, die Schablone trat immer deutlicher hervor. Frau Janvwer zerfloß in Weichheit, Wehmut und Milde, machte aber die Ungeduld des jungen Erhard nur allzu leicht verständlich. Vortrefflich war Herr K e u n e als Hilfsschreiber, während die sonst so kluge und gewandte Adrienne G e ß n e r mit ihrer Rolle (Frieda) nicht viel anznmngen wußte. Ob es unbedingt notwendig ist, die Frauen m Ibsen- Dramen der damaligen Mode entsprechend zu kleiden, muß dahingestellt bleiben. Aus der Szenerie des letzten Aktes konnte man nicht recht klug werden und wußte sich die Treppen, Bogen, Bäume im Dämmerlicht — das ganze Stück spiel: ja im Dämmerlicht —nicht zu. deuten. Der berühmte Gast wurde immer wieder von jubelndem Beifall vor die Rampe gerufen. ' K. M. „Wke Feuer." (Mali Pieon im Komödienhaus.) Die Rmnschinskysche Operette mit der mageren Musik und dem stellenweise flotten Text ist in Wien schon durch frühere Aufführungen bekannt. Sie gibt Mali Pieon reiche Gelegenheit, als eine Art jüdischer „Scamvolo" ihren 'schlagfertigen Witz und ihren in aller Degagiertheit stets feinen Humor zu zeigen. Tanz- und Gesangseinlagen vervollständigen die Möglichkeiten fiir .die Künstlerin, ihr vielseitiges Talent in voller Spielfreude altszugeben. Einzelnes in Mali Picons Darstellung gibt Ansätze zu echter dramatischer Gestaltung. Jnr Ensemble, das Frau Picon und ihr Partner Jakob Kalich für dieses Gastspiel ins Komödienhaus brachten, verdient Laura G l ü ck s ln a n n volles Lob; sie zeigte diesmal gleich in zwei sehr gut charakteri- Wiener Komödienhaus IX., Nussdorferstrasse Letztes Gastspiel JAKOB KALICH Samstag den 20. u. Sonntag den27.Mai „Das süsse Mädel“ Operette von J. Kalich _ Musik von Mali Picon Montag den 28. Mai Abschieds-Konsert Szenen aus „Jankale“, „Zipke“ ' Lieferverträge und Tänze Beginn '/,8 Uhr Kartenvorverkauf an den Kassen des Komodienhau3es und in den Theaterkdrtenbureaus * _ 23. Mai 1923_Nr. 1535 sierten Rollen ihre wirklich starke schauspielerische Begss bung. e. g. f.; Redoutensaal. Tamara Karsawina und ihr Partner Pierre Wlch dimirow absolvieren im Redoutensaal ein kurzes Gastspiels Der gobelingeschmückte höfische Prunksaal, der in seiner weiß, goldenen Tönung immer wieder anheimelt, bietet für die . im time Kunst der Meistertänzerin einen viel stilvolleren Nahmetz als der nüchterne Prunkraum. des großen KonzerthaussaaleL Hier wie dort siel die besondere Pflege der Fußspitzentechnst auf, die spezifisch höfische Tanzkultur, die das Edle und Schöne pflegt, das Graziöse und Anmutige in froher Laune betont nnh vor der scharfen Charakteristik der Tanzmoderne halt niacht. Innerhalb dieser Grenzen freilich bietet die Karsawina höchste Vollendung, ob sie nun Schubert oder Mozart tanzt oder z^ Webers „Aufforderung zum Tanz" elfengleich dahinschwebt. Auch im „Russischen Tanz" ihres Landsmannes Tschaikowsky entwickelte sie entzückende Anmut und in dessen „Feuervogel^ flatterte sie leicht dahin, während sich Wladimirow in Riesensprüngen nicht genug tun konnte. Beide Künstler hatten eineq wohlverdienten lebhaften Beifall. flb. „Ae Fra« mit dem weiße» Haar." (Erstaufführung im Deutschen Bolkstheater.) Diese Komödie von Giuseppe A d a m i ist eine stellen weise etwas tiefer schürfende, vielfach aber durch Oberfläch, lichkeit ermüdende Plauderei über das Spiel der Frau mii dem Alter. Nach manchen angenehm gedämpften Causerietz geht sie zum Schluß in liebenswürdig sordinierte Sentiment talität über. Einen Akt lang hört man halbwegs interessier^ zu, dann freut inan sich des schlechten Referentensitzes, der nur jedes siebente Wort verständlich macht und so de< Phantasie Gelegenheit gibt, an aufgefangene Worte anknüp, send, Fäden über das Stück hinaus zu spinnen. Das Volks« theater hat für die gedämpfte Wiedergabe feiner Mensch« lichkeit eine ausgezeichnete Darstellerin in Annemarst St ei ns reck. Erscheinung, Wort und Geste dieser treff« lichen Schauspielerin erstellten immer wieder, wenn matz für ein Paar Augenblicke zu der Sache, die sich auf de^ Bühne begab, zurückkehrte. Karl^Günther war ihr vor< nehm-sicherer Partner. Herr L a ck n e r zeichnete einen Bie« dermann mit ein wenig Humor. Als Lore Busch vor kurzem die Prinzessin Eboli spielte, meinten wir, sie könnte rechj gut Konversation machen. Diese Ansicht hat sich als irriü erwiesen. Bei den Aktschlüssen fuhr das Publikum zu Be« fall auf. S. S. B urgtheater: Heute. 7 Uhr, ,-Der Kaurmantz von B en e*bi g". Morgen, 7 Uhr, „Der V,er sch w nd e Akademietheater: Morgen, halb 8 Uhr, „2ri Kreis". Im Deutschen Volkstheater geht Freitag den 25. d. Tolstois „Der lebende Leichnam", mir Iakoh Feldhammer als Fedja und Leopold Iiwald als Karenin ip Szene. — Samstag den 26. d. gelangt in neuer Inszenierung Hermann Heyermanns „Ketten g l i e d e r" zur Aufführung. In diesem Stuck nimmt Karl Götz seine Wirksamkeit an dieser Bühne wieder ans. Im Josefstädtertheater wird die Spielzeit, diq anr 31. d. beendet werden sollte, vorläufig bis 16. Inni v e r-, l ä n.g e r t. Kurt Gütz gastiert in seinem Stücke „I n g e b o r g" bis Ende Mai, sodann folgt eine Neuinszcnievung des Schivank'es „Die Frau Präsident ’i n" von Maurice Henn-cqum und Pierre Beber. Außerdem wird >em Str i n d b e r g - Z y k l u s nnt Josef Jarno vorbereitet. Wiener 5komödienhaus: In der heutigen Erstaufführung von „P r o z « ß g e g e n G o t t" spielt die weibliche Hauptrolle Fräulein Ida Küssow. Im Apollo theater bringt die Exl-Büh n e heute um l.clb 8 lKr alcnds als ersten Abend im Schönherr-Zt-kfli- 1 ad T rama „S o n n w e n d t c ,g" zur Aufführung. Vortragsabend Ludwig Hardt. Ueber Ersuchen d s Iü'oi«, scher: Hochschulausschusies wird Herr Ludwig Ha rd t am Sanstag Vn 26. d. um halb 8 Ube abends im Festsaal des N-:dcröll.rr.'.chischen 0>en'-:rl>cverelns, 1. Bez., Eschenbachgasse 11, jiddische und andere Dichtungen rezitieren. 9 Sie Helden des Hir,chfeld-Zortrages vor Gericht. Einige von den Krawallmachern hcckenkreuzlevischer Eon« leur, welche seinerzeit den Vortrag des Professors Magnus H i r s ch f e l d im Konz-erthaussaale vechinderten und eine gefährliche Panik erzeugten, standen gestern vor dem Strafbezieksgeeicht Innere Stadt. Angoklagt waren die Studierenden Walter Riedl, Karl Menschitzky und Johann May sowie der „Schriftsteller" Hans Lechner wegen Ueibertvoturg des Wasfenpatents durch unbefugtes Tragen unerlaubter Waffen. Die beim Landesgericht anhängige Untersuchung wegen öffentlicher Gewalttätigkeit war über Antrag des Staatsanwalts eingestellt worden. Lechner hatte, während er arretiert worden war, eine Stahlrute weggeworfen, die übrigen Angeklagten hatten Gummiknüttel und. Schlagringe bei sich getragen. Lechner erklärte natürlich, er habe keine Waffe gehabt und hätte jemand anderem die Stahlrute entrissen, um Unheil zu verhüten. Auch die anderen Helden stellten sich lammlfromm und erklärten, in den Kontzerthaussaal nicht in der Absicht gekommen zu sein, den Vortrag zu stören. Riedl bezeichnete den Gummi-- knüttel, den man bei ihm gefunden hatte, als eine Schutzwaffe gegen Uebersälle beim Heiniwege und berief sich darmls, daß ein bezivksgevicht'liches Urteil entschieden habe, ein ®wmm* knüttel sei „keine verbotene Waffe". Richter: Woher wissen Sie das? An ge kl.: Es war in allen Zeitungen zu lesem Richter: Ich habe es nicht gelesen. Unter den Zeugmaussagen ist die des Konzerchausinispektors Hans Koch evwähnenswert, welcher erklärte, zur Zeit des Vorfalles sei kein Wach< mann beim Konzerthaus gewesen. (Die Kraloalle waren offosj