Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1526 (13.5.1923)
- Date
- 1923-05-13
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Götte 8 Wien, Sonntag Stadt! y i(i rer: Dienstag, beschließt Direktor Herbert Trau die Wiuterspielzeit des Stadttheaters mit der 50. Aufführung der Revue-Operette ,,L i b e l l e n t a n z" von Franz Lehar. Mittwoch die Erstaufführung der Operette „Ein Jahr ohne Liebe" von Ludwig Hirs ch f e ld und Alfred Deutsch-German, Musik von Leo Ascher, unter persönlicher Leitimg des Komponisten. Raimund theatdr: Täglich Tschirikotvs Schauspiel »D i e I « d e n" mit Emanuel Reicher. 8m Seiche« des Hatenveures. G>N,M Mftgliedor des Berliner DsutlschvMfchon J>ugeuÄbundes „Bismarck", Ortsgruppe Ruppvecht von Bayern, darunter Burschen under 18 Jcchrvn, beschlossen nach ainom BereiinSaibelnd, auf dem Heimweg etliche Juden zu verprügeln. Sie zogen in einem grötze-ven Trupp über die Straße und stießen zunächst auf dm Chauffeur Heller, der seine Braut anr Arme führte. Er würbe als,/vlitsr Judenlümmel" beschimpft, mit den Fäusten und GummÄniidteln geschlagm, und auch das-Mädchen erhielt Fäustschläge in dm Rücken. Heller, übrigens kein Jude, mußte infolge der MWandÄMg düs Spital aufsuchen. Aber diese hofistmugsvolle Jugend fchnte sich nach we-it-even Taten. Bald fiel ihr ein jüdischer Student Äie Hände, der sich in Gesellschaft einer Frau befand, von dm ritterlichm Helden; jedoch nichtsdestoweniger übel mißhandelt wurde. Schließlich borgden sich diese VMM Kaufmann Leese und dessen Frau, wieder-Nichtjuden, aus. Sie schrien, man möge dm ',/VollMfressen-m Judm" totschlaMn, schlugen ihn mit einer Fchnmstanigr und attackierten ihn mit eirvatn Dolche. Mann und Frau wurden'Merdies mit Stöcken, Fäustm und Gummilnuttsln bearbeitet, so daß sie ärztliche HHe in. Anspruch nehmen mußten und die Frau simm Nervenschock erlitt. Wegen dieser vor mehreren Wochen verübten Taten stand diese Blüte der deutschen Nation vor einer Bwastammer des Berliner Landgerichtes. Vier von ihnen wurden zu Gefängnis in der Dauer zwischen neun und zwei Monaten verurteilt, jedoch gewährte ihnen das Gericht eine dreijährige Bewährungsfrist gegen Zahlung okvrr ganz geringen Summe. Es handelt sich nämlich um HaLmlreuzler. Das „B. T." bemerkt hierzu: „Das Gericht schützt die 'Rowdys. Wer schütztdas Publikum?" Monolose eines Hsfrats. Oberlandesgerichtsrat Dr. Benefch, (Strafbezirksgerich! 2) hatte gestern über eine bemerkenswerte Ehrenbelc-idigungsklage zu sudizieren, welche der Privatbeamte Richard Gersten und .dessen Frau Leontine Gersten gegen den Hofrat bei der Finanzlandesdirektion Dr. Franz Kapinus erhoben hatten. Wie in der durch Dr. Georg Weiner vertretenen Klage auSgefiihrt wird, hatte der Angeklagte die Eheleute Gersten, die seine Wohnungsnachbarn sind, feit längerer Zeit beschimpft,. insbesondere die Ansdrücke: „Saujnd!" „Iudenbub!" und dergleichen gebraucht. Ms Frau Gersten vor einiger Zeit auf .dem Gange stand, öffnete, nach Inhalt der Klage, der Beschuldigte das Guckloch feiner Türe und schrie hinaus: „Da ist ja die Sanjüdin! Sie soll lieber am Strich gehen!"'Am 26. März lärnrte der Angeklagte in seiner Wohnung und gebrauchte dabei die eingangs erwähnten Schimpfworte. Ms Fran Gersten den Hofrat zur Rede stellte wegen der gegen ihren Mann gebrauchten Schimpsworte, wie „Gauner und Jüden'bnb!" soll der Hosrat erwidert haben: ,^Ja, das ist er und sogar noch ein dummer!" Bor Gericht «erklärte heute der angeklagte Hosrat, der den Eindruck eines sehr nervösen Menschen macht, daß er seines Wissens auf dem Gang die Eheleute Gersten , nicht beschimpft habe. Er habe nur in seiner Wohnung, als ihm die Politischen Ideen durch den Kops gingen und er diese Ideen durchdacht habe, mit sich selbst gesprochen, könne sich jedoch an die Worte dieses Selbstgespräches nicht erinnern. Der Klage-Vertreter Dr. Weiner bemerkte, daß dieses Selbstgespräch, in welchem die inkriminierten Worte vorkamen, so laut geführt wurde, daß man ans dem' Gange die einzelnen Schimpfworte genau gehört habe. Nachdem zwei Zeugen die Angaben der Klage vollinhält- «lich bestätigt hatten, verurteilte der Richter den angelklagten Hofrat zu einer Geldstrafe von 200.000 Kr., eventuell zu zehn Tagen Arrest. Als mildernd wurde die offenbare Nervosität des Beschuldigten, als erschwerend dessen höherer Bildungsgrad angenommen. Der Berurteilte.eylegte sofort die Geldstrafe. Die Wäschediebstähle am Zentvalfrxsdhof. Montag hatte W dar dem Strafrichter Obevlandesge-richts-rat Dr. Schwarzmeier der bei der KMusgsmeinde angeistellte Friedhofsbeamte Moses Nagler untM der Anklage des Diebstahls von Wäsche, die zur Bekleidung der Müschen Leichen, bestimmt war, zu verantworten!.. Nagler brachte diese Wäschestücke i>n dm Handel, bis man ihn durch poil'tzeiilkchr Hausdurchsuchungen ÄbersÄhrte und vom Dienste enthoib. Er verantwolvtete sich damit, daß er sagte, er habe die in seinen Kasten gefundenen Leintücher nach Haufe genommen, weil auf dem Zentralfriedhof kein Matz zur Aufbewahrung gewesen sei; in seiner Privatwchnung halbe er aus den Leintüchern GeibetmäntE und Hauben Mschneidsn wollen. Später hat man äbsv auf dem Dachboden seines Wohnhauses, in Koffsrn versteckt, weitere 167 Ch iffonhe-mden gefunden. Aus den Vorhalt des Richters meinte er: ,/Es war alles immer durchs vnMvder gemischt, meine Privatwäßche und die dev Küßtusgemeinde;' von den 157 Hemden seien mindeistens die Häffte sein Eigentum gewesen. Richter: Sie' sagen, Sie seilen ein armer Mann, und besitzen 70 bis 80 Hemden? — Angeklagter: Warum nicht? Ich bin doch verheiratet und halbe Kinder. Die BrrbaMung tzmrde zwecks Ladung nerl.er Zeugen vertagt. Wiener Morgenzeitung. wm Gestempelte tone 0.0078 V, kentimSr. Auszahlung Wien 0.0078V» Centimes. In Zürich notierte ( die österreichische Krone . . 0.0078'/« (0.0078'/, am 11. Mai) die österr. gestempelte Krone 0.00781/* ( 0.0078 ‘/4 am 11. Mai) die tschechische Kröne . . . 16.54 ( 16.53 am 11. Mai) die Mark . .. . . . . 0.0133 ( 0.0142 am 1-1. Mai) Holland . 217.80 (217.50 am 11. Mai) New-York. 556.75 (557.50 ' am 11. Mai) London. 25.71 ( 25.67 am 11. Mai) Paris . 36.75 ( 86.70 am 11. Mai) Mailand . 27.10 .( 26.70 am 11. Mai) Belgrad ......... 6.80' ( 5.80 am 11. Mai) Bukarest ........ —am 11. Mai) Sofia.. 4.45 ( 4.40 am 11. Mai) Budapest. 0.10'/3 ( 0.10-/,^ am 11. Mai) Warschau.. 0.0116 ( 0.0118 >atn 11. Mai) Las Mrtschuftsideal der Haleulrruzler. ' Die Ausdehnung des Stinnes-Trust. Trotz dem Ausbleiben der letzten Nachrichten aus den oberschlesischen Kohlenrevieren ist es doch gewiß, daß der von Stinnes. abhängige Montan-Trust, die Rhein-Elbe- Union, das größte schlesische Stahlwerk, die Bismarck- Hütte und die größte Kohlenprodugentln dieses Gebietes, die Kattowitzer A.-G., seinem »Machtbereiche einverleibt hat. Damit ist der Stinnes-Trust, der schon bisher eine gewaltige Rolle im Wirtschaftsleben Deutschlands spielte, -um ein neues Stück Macht bereichert worden, das ihm Zweifellos zum Gebieter der deutschen Wirtschaft macht. - Bei den westphälischen Gruben und Montanwerken hat es angefangen. Gelsenkirchen und Deutsch-Luxemburg waren' der Grundstein der Rhein-Elbe-Union. Durch die Vereinigung mit dem Siemens Schuckert-Elktrizitätskonzetn wurde eine starke Verbindung mit der deutschen Kohlen-, Erz- und Elektrizitätsindustrie hevgestellt. Durch diesen Konzern wurden die niederrheinischen, bayrischen und Berliner Interessen' zusammengeschweißt. Durch den Ankauf der braunschweigischen Kohlenwerke wurde der Trust auch auf Mitteldeutschlands Kohleniudustrie ausgedehnt. Der Ankauf der Älpinen und der Böhlerwerke erweiterte sein Bereich auf Oesterreich. Die Einbeziehung der oberschlesischen JndustriegruPpen hat das Gebäude der wirtschaftlichen Beherrschung Deutschlands vervollständigt. Damit ist ein Wirtschaftsgeoil'de entstanden, das sowohl horizontal sich auf die Produktion der Güter derselben Art, als auch vertikal auf die mit diesen Gütern im Zusammenhang stehenden Ober- und Unterproduktionsstätten ausdehnt. Die Stärke des deutschen Volkes, auf dem sein Wachstum seit den Siebzigerjahren basierte, waren Kohle, Erz, die Ataschinenindustrie, die Elektrizität und die Schiffahrt. In all diese Wirtschaftszweige ist der Stinnes-Trust cingedruugen. Wie ein Polyp mit tausend Annen hat er die wichtigsten Wirtschaftsquellen Deutschlands in seine Hand gebracht und damit ein Gebilde geschaffen, das in den Zeiten der Hochperirde der Trusts in Amerika nicht einmal zustande kam. Der amerikanische Stahl- und Petroleum-Trust waren die Ursache zur Bekämpfung des Trust- Wesens in Amerika, weil sich dieses junge, in voller Entwicklung befindliche Gebiet, das diese Trustkrankheiten leicht überstehen konnte, sich diese Wirtschaftsauswüchse nicht gefallen lassen konnte. Die Vereinigten Staaten haben die Bekcanpfung der Trusts als Schlagwort für die Mahl ihres Präsidenten ausgegeben und haben durch straffe Gesetzgebung dieselbe bekämpft. Doch diese amerikanischen Trusts sind ein Kinderspiel gegen das, was jetzt Stinnes in Deutschland geschaffen. Es. ist nicht wahr, voenn behauptet wird, dieses Gebilde hätte sich im Laufe der Entwicklung des letzten Jahrhunderts entwickelt. Wohl hat der Großvater Stinnes, der alte Matthias, in den Zeiten der napoleonischen Kriege, in den Zeiten der - Verblutung Deutschlands ’ im Jahre 1814, den Grundftciw zu seinem Reichtum gelegt. Doch was damals geschaffen wurde, und . was vor dem Kriege von dem Enkel ausgetbant wurde, war nur ein Wirtschaftsgebilde zwischen Rhein 'und Elbe. Was aber jetzt geschaffen wurde, -das Machtgebict, das sich Stinnes jetzt zurechtgelegt, ist ein Produkt her K r i e g su n d N a ch k r i e g s j a h r e Deutschlands, wo Deutschland geradeso wie ,damals zur Zeit 'der französischen Herrschaft, .aus tausend Wunden blutete, wo der Währungsverfall, die' Wirtschaftszertrümmerung, die Aussaugung durch einzelne, die' Zerrüttung der Vechältnisse Anlaß zu reichen Ge- Winnen gaben. Amerika hatte solche Wirtschaftsgebilde, die alle Wirtschaftsquellen dem Willen eines einzelnen unterstellen' wollten, nicht ertragen können. Ob sich das kranke Deuterstklassiger Qualität und Ausführung bei RepaBB, ßammimäntelfabrik, Wien III., Beafrixgasse 26 Tel. 585 III., Heumarkt 7 Exporteure kaufen am vorteilhaftesten 13. Mai 1923 Nr. 1526 land den Luxus einer solchen Last gestatten.davf, ist eins andere Frage. Wohl aber dürfen' nicht diejenigen, bie dej Träger eines solchen Gebildes als ihren Wirtschaftsheros betrachten, die Juden als die offene Wunde am.KövPei Deutschlands bezeichmn.; Wer genau die Wirtschaftsvorgänge in Deutschland verfolgt, wer da sieht, wie der Stinnes-Trust drtrch-derj Kauf eines ^Blattes nach dem anderen die deutsche Meinung für sich beeinflussen will, wie antisemitische Parteien fitoj ventioniert werden, die überall behaupten, sie wären dft einzigen Retter des deutschen. Volkes, die anderen wäreij Schädliitge, wer beobachtet, wie die gesamten Kraftquellet» des Deutschen Reiches dem Willen eines einzelnen Mensches unterst werdet:, der muß da unbedingt saget:, an de^ Krankheit des deutschen Volkes sind nicht die paar Lmt^ schuldtragend, denen. gewisse hakenkreuzlerrsche Blätter itj Deutschland und Oesterreich die Schuld an dem Zusmmttetr, bruch Deutschlands zuschieben möchten. Alle diejenige^ tragen die Schuld, welche durch das Mittel der Schachtes lungen und Abzweigungen, der Majorisierungen tmd Shdikatsbeteilungen, im Wege der Mrtschaft das ganzi deutsche Volk in seinen tiefften wirtschaftlichen Verzweu gungen aus rein wirtschaftlich egoistischen Jtltcresset: sich untertan machen wollen. Berkehrrbank. Dividende 2000 Kronen. Die Allgemeine Verkehrsbank versend:: heute ihren Rech» nungsabschluß für das Jahr 1926. Die Divrdeude wlrd mst 2000 K.. d. i. 165 .ProzetN der auf 1600 K. aufgewerteten Aktle^ gegen 100 K. gleich 35.7 Prozent der Aktie zunr Nennwert vop 280 K., bemessen. Der Generalversammlung werden folgen^ Anträge vorgelegt: Von dem ausgewiesenen Neingaivinn M 7.835,176.809 K. (gegen das Vorsahr plus 7,514,114^689 eine Dividende von 2000 <K. gleich 125 Prozent pro Aktie M.lbW Kronen (gegenübet 100 K.^ gleich 35,7 Prozent pro Aktie iw 680 K. im Vorjahrc) zur Verteilung zu bringen, dem - Reserps^ sonds 1 Milliarde Kronen (plus 900,000.000 K.) m überweisem tzenr lPenisionsfonds eine auszerordentliche Dotation von 60Y Millionen Krönet: tantiemsnsrei zu widmen und den nach Ab, zu-q der statutenmäßigen Tantienten verbleibendet: Restguwtnn von' 202,G3t.6öO (plus 189,774.792 K.) auf neue Rechnung vor^ zulrageu. In dem Bestreben, die eigenet: Mittel weiter zu stär^ ken lind den Ansprüchen der industriellen und komnterzielleq Kundschaft gerecht werdet: ztt können, hat der Verwalieingsraj ferner beschlossen, der Generalversaitimlitng det: Antrag vorzu« leget:, das Aktietrkapital dtrrch Ausgabe von 1,096.000 Stuck Aktie:: im Nennwerts von 1600 K. auf 7 Milliarden Kronen M erhöhen und den DcrwaAutrgsral mit der Festseymcg des Zeit- Punktes i:nd der Modalitäten der Begebung zu betrauen. DÄ Bilanz schließt mit einem ReingÄvint: vor: 7.835,176.809 K, gegenüber den: Bovsahre nrit rinenr Mehrertrage von 7.514,114.389 K., d. -i. dem B ier un dzwanzigfachen. Unter Berücksichligutrg des Rückganges ider Krone , in: Be* richtsfahre auf etwa ein Zwölftel ihres Wertes l>at sich daheti der Reingewinn gegenüber dem Vorjahre ungefähr verdoppelt. Die Bruttoerträgnisse erreichen die Ziffer von 46 Milliarden. denen eine Steigerung der Lasten auf 34 Milliarden, d. i. auf mehr als das Dreißigfache, gsgenüberstcht. ' Der Gewinn an Zinsen ist aus 6 Milliarden, der Betrag an Provisionen und sottstigen Erträgnissen des laufende^ Baribaeschäftes auf 26,5 Milliavdet: gestiegen, so daß die Ein', Ulchmen at:s den: laufenden Geschäfte ztlsammen 86,5 55)191liarden betraget: und ungefähr die gesamten Lasten decken. Dev Ertrag des Devisen- und Effektengeschäftes mit, Einschluß dev verrechneten Konsortialgewinne ist mit 9,5 Milliarden Krotten cmsgewiesen. Die Erfordernisse für Gehalte, die ibett größten Teil dar Gesamtauslagen bilden, sind von 561 Millionen <nrf 25.5 Milliarde:: gestiegen. Auch die sonstigen Spesen weisen die namhafte Erhöhung von 340 Millionen auf fast 6 Milliarden Krone:: a::f. Für Steuern und Gebühret: sind für das Berichtssahr 2,7 Milliarden Kronen ausgvwiesen, gegenüber 165 Ätillionen im Bors ähre. Die Kassen bestände haben sich auf beinahe 20 Milliarden Kronen erhöht. Das Mechselportefeuille ist auf 32 Milliarden .Kronen gestiegen. Dia Debitoren haben sich von 17 arff 289 Milliarden Krönet: erhöht, wovon beinahe die Hälfte auf Guthaben bei Banket: und Bankiers im In- und AuAlande! etckfällt. Auch die Kreditoren weiset: eine ungefähr gleiche Steigerung von 18.5 Milliardetr Kronen im Vorfahre auf 362 Milliarden Krönen auf. Das Einlagengeschäft hat sich erhöht. -Der Einlagenstand ihat bereits 16 Milliarden überschritten. Der Re« alitäteubesitz ist in der heurigen Bilanz ebenso wie das Inventar auf se eine Krone abgeschrieben. Die Einzahlungen auf Konfortialgeschäfte erscheinen mit 6,8 Milliarden Kronen ausMwiefen. Das Konto ^der eigenes Effekten. 'ba§ im Vorjahre mit 618 Millionen Kronen eingestellt war. ist auf 11,6 Milliarden Kronen gestiegen. . i Das Aktienkapital, welches Ende 1621 250 Millionen Kronen betragen hatte, wurde im Laufe' des BerichtsisahrcS, durch zwei Kapitalsverme'hrungen auf 750 Millionen Kronen erhöht. Im heurigen Jälwe erfolgte eine weitere Erhöhung^ auf 918 Millionen Kronen. Auf Grund des Zwangsanleihe-, gesetzes wurde ferner das Mtienkapita'l 'durch Auswertimg von Aktiven um 4,3 Milliarden auf 5-2 Milliarden durch Aufstempelung sämtlicher Aktien auf den Nennbetrag von 1600 K. gebracht. Es betrug daher das Aktienkapital Ende des Berichtsfa'hres 4286 Milliarden-Kronen und -beträgt gegenwärtig 6246 Milliarden Kronen. Die eigenen Mistel der Bank, die zu Ende des Berichtsjahres 18,6 Milliarden Kronen betragen hatten.^ habet: sich bis zum heutigen Tage auf' S9j2 Milliarden Kronen - erhöht; die fremden Gelder betrugen insgesamt 330 Milliardetr Kronen, so daß das Verhältnis der -eigenen zu iben fremden Mitteln als befriedigend zu bezeichnen ist. Dir Stimmung in Finanzkreisen. Im gestrigen Perkelu» von Bureau zu Bureau war allerdings eine kleines Besserung der Stimmung zu konstatieren, ohne daß aber dabei! eine stärkere Veränderung der am Vortag zu Tage getretenen! Tendenz sich bemerkbar gemacht hätte. Die Stimmung ist noch' weiter gedrückt, ohne daß man sich ein genaues Bild über die' Ursachen dieses Stimmungsumschwunges machen könnte. E8^ scheint, daß auch einzelne ausländische Aufträge zum Verkäufe! ihrer Papiere eingelangt find. Namentlich solche Orders, welche' von schwächeren ausländischen Spekulantenkreisen herrühretl/ die nur zu vorübergehetcdet: Spekulationszwecken sich eitizelne^ Werte verschafft haben und diese nunmehr, nachdem sie retz spektable Gewinne eingeheimst, abstoßen. Was seinerzeit in diesen Blättern betont wurde, wo das Spekulatwnsobjekt Oesterreich einer Kritik unterzogen wurde, scheint jetzt einzutreten.. In finanziellen Kreisen wird damit gerechnet, daß auch weiterhin in her nächsten Woche eine gewisse, flaue Tendenz vorherrMen i