Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-05-13 · Heft 1526 (13.5.1923) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1526 (13.5.1923)
Date
1923-05-13
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980607--14735-3001498
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 2 ~ ‘ Men, Sonntag WtMnsämmd diejüdW Hochfinanz. Die Reise des Grasen Bethlen und des ungarischen sinanzmimsteir^ Kallah in die Hauptstädte der Alliierten Mächte erinnert lebhaft an den Zigeuner, der, als er. aus ausging, seinen Kindern zu rief: „Kinder betet, euer vater gcht einbrechen." Bevor Bechlen seine Bettelreise ankat, beschwor er seine Erwachenden und „Unverantwortjchen" bei allen Helligen des weiten Terrors, sich während ^iner Abwesenheit ja ruhig zu verhalten, denn er gehe ... Hit der jüdischen Hochfinanz unterhandeln. Schwer fällt es >en parteimäßigen Mördern und Pogromhetzern in Unjarn, sich so lange ruhig zu verhalten, bis Betylen wieder iermkehrt und sie von dem unerträglichen Bann befreit. Inzwischen werden zu Hause einige Erwachende verprügelt md andere werden fahnenflüchtig, weil sie ein Abflauen des Judenhasses verspüren, und Bethlen, der störvige Kalviner, peiß auch diese Erscheinungen in Ungarn für sich in Paris tnd London auszunützen, mn die jüdische Hochfinanz und sie mit ihr in Verbindung stehenden Financiers für seine bläue günstig zu stimmen. Ob es Bethlen gelingen wird, richt nur die jüdische Finanzwelt, sondern auch die kleine kntente davon zu überzeugen, daß in Ungarn unter seinem jiegime und unter der Herrschaft Horthyö überhaupt pnsolidäeÄe Verhältnisse jemals eintreten können, ist nach ien bisher vorliegenden Berichten aus Paris und London jbark zu bezweifeln. Beschämend ist es bloß, daß sowohl in flaris als auch in London die jüdischen Financiers mit bethlen sich nicht nur an den BeratunMtisch, sondern anch m den Weißen Tisch gesetzt haben. Mit unbändiger Freude registriert das offizielle' ungarische Nachrichtenbnveau das großartige diplomatische Husarenstückchen Bechlens, mit sem er es zuwege brachte, in Paris mit dem dortigen Vertreter des New-Iorker jüdischen Bankhauses Kuhu Lob u. Co. und in London mit mehreren Mitgliedern »es Hauses Rothschild bei Dinner und Lunch beianmren gewesen M sein und Mit ihnen angeregte freundschaftliche. Unterhaltung gepflogen zu haben. / ■ Während man von der kleinen Entente immerfort hört, Kß sie ihren Widerstand gegen eine Anleihe an Ungarn m-r darm auszugeben bereit sei, wenn verläßliche Garantien wboren werden, daß in Ungarn nicht nur ein außenpolitischer, sondern auch ein innenpolitischer Regimewechsel fcfr Mhe mck den Frieden in Ungarn dauernd gestalten werden, hört man nichts davon, daß die Kuhn, Löb u. Co. und fe Rothschilds irgendwelche Bedingungen gestellt hätten, ehe sie dem Grafen Bethlen, dem Beschützer der Fudemnärder, dem Mnisterpräsidenten des Numerus rlausus, die Hand reichten, geschweige denn mit ihm in Anleßheverhandürngen eintmten. Wissen denn diese Herren der Finanz wirNich nicht, welch ungeheuerliche Verantwortung sie auf sich laden, wenn sie all die Judenmorde, Fudenintermevungen, Judenvertreibungen und all den Existenzraub an Juden, den Bethlen in Ungarn bisher schön straflos verbrochen hat, durch ihr finanzielles Vertrauen sozusagen honorieren. Wie sollen die Juden in Ungarn Mut fassen für die ZukWi-ft, wenn sie sehen, daß ihre Peiniger nicht nur von den Großmächten, ^sondern auch noch von den eigenen einflußreichen Brüdern im Auslände geradezu verhätschelt werden. Die Tradition des .Hauses Kuhn Lob u. Co. sowohl als auch der Londoner Rothschilds war bisher eine ganz andere, estre mutigere, eine mannhaftere: eine jüdische. Beide haben d.em' mächttgen Zaren gegenüber, als er in der größten Wirt-, schastlichen Bedrängnis seines mächtigen Reiches im Auslande um eine Anleihe wiaivb, jede Unterhandlung und jede Vorbesprechung verweigert, wenn er nicht vorher ^Garantien gab, daß in der Bchandlung der russischen Juden eim Aenderung zum Besseren eintreten werde. Diese Garantien konnte der Zar nicht geben, und die Anleihe wurde weder in London noch in New-Iork bewilligt. Und als damals sich . in Wien einer der mächtigsten Vertreter der österreichischen Finanzwelt, Gouverneur Theodor Ritter v. Taussig, . bereit fand, in verblendetem Patriotismus - die vussvphile Politik Oesterreichs auch finanziell zu stützen und dem Zaren eine Anleihe, wenn auch in geringerem Umfange, zu verschaffen, da fegte diesen machten Mann die allgemeine Entrüstung vom jüdischen öffentlichen Leben hinweg. Denn nichts ist schmeHlicher, nichts ist erniedrigender, als die Hand zu küssen,. die die Knute auf unseren Leib niederftusen läßt. Wir wollen noch immer annchmen; daß es-Bethlen und Kallay nicht gelingen werde, ohne wichtige politische Garantien auch nur einen Heller zu schalten, und wir wollen es zur Ehre des Judentums und zur Ehre der jüdischen Financiers, wünschen, daß das Fiasko Bethlens rächt nur an der Konsequenz der Neinen Entente, sondern vor allem an dem Ehrgefühl der jüdischen Financiers scheitern werde. —-fc —sz. Morgan und die österreichische Anleihe. London, 12. Mai „Financiel News" melden, in New-Ljorker Bankkreisen werde bestätigt, daß ein erheblicher Teil der oster- N reichlichen Anleihe auf den New-Yorker Markt gebracht werden wird. Wahrscheinlich wird sie von einem großen Syndikat unter Führung des Hauses Morgan angeboren werden. Bankleuie sagen, daß die Anleihe ihre Anziehung aus den Anlagemarkt ausüben werde,'und zwar mit Rücksicht auf die von den fremden Regierungen gegebenen Bürgschaften. Nach Gerüchten in Wiener finanziellen Kreisen soll es /ich um die Unterbringung von 25 Millionen Dollar handeln. Die französische Tranche soll etwa 130 Millionen französische Franken betragen. Die österreichischen Unterhändler Franke n st e i n und Bark, die vorgestern in Paris mit Herrn Kamoitt, bcm Vertreter des Haines Moraan, kortterierten. sind nach London abgereilt. Wiener Morgenzeltung. 7 " 13'. Mar 1923 ' M«. IWe Die Süden in Polen. Sitte Mischung in der „Snkhllopödla Britannica". Nun hat der AntisiemiÄiAmuS- und das Vorurteil des Rassenhasses auch in das ernsteste SanumMverik für Kultur, Geist und Fortschritt, in die „EneyelopMa Pritanmoa" Eingang gefunden. Dia ,/Zncyölopädia BvitcmMa" hat einen guten, beMinbeten" Weltruf. Roch vor der amsrilkaniischen Revolution erschienen die ersten drei Bände, bescheiden dm äußeren Geüvanbe, aber ernst, vor'urt>e>iiliIfvei uüd vvMchm irr ihrem. Innern, mit dem seWgeste-ckt-on ZN, oine Quelle für Erziehung und Erleuchtung nicht nur dn den englischsprechend-on Ländern, sondern in der gesamten' zivilisisoten Welt zu sein. Dieses ihr hochgestecktes Ziel behielt die /Mcyolopädia Brütann-ica" auch in allen folgenden Bänden vor Augen und so wurde dieses Nachschlagewerk für jeden gebildeten Menschen in allen Fragen der Wissenschaft, der Literatur, der Geschichtsforschung und dev Kunst «in inappeillablsr Richter, auf dessen Ehrlichkeit und Verläßlichkeii man bauen konnte. Während der 150 Jahre seit ihrem ersten Erscheinen hat die Enzyklopädie elf verschieden« Auslagen erlebt, van denen jede ihre Vorgänger an Vollkommenheit, Reife und wissenschaftlicher Gründlichkeit üb er traf. Erst die im vorigen Jahre erschienenen drei neuen SupplemLnitbärlde, welkche den Zeitabschnitt 1910 bis 1921 mnfaßbon, erweckten wegen ihrer Auslassungen über die Kriagsjahre vieler-Mts ernsten Widersprach. Immerhin war diese Kritik noch ab und zu eine subjektive, je nach der Stellung des Kritikers, die der eine oder der andere in der iroch immer nicht abgLschlossenM- Streitfrage über Ursache rmd Wirkung des Krieges em-gvnommen haben mochte. Eiiver diewußttn Fälschung, einer mit Absicht propagier den HaßP-Mtt macht sich jedoch der 32. Band, der letzte der drei im Jahre 1922 veröffentlichten Bände, schuldig. In dem Artikel über Polen, und ganz besonders 'in dem Abschnitt „Z u r Juden frage", wird dieser Band dev bis vor kurzem noch mit Recht so hochgeschätzten „Encydlopädia Britannica" zu einem ganz gewöhnlichen Pamphlet, zu einer Hetzschrift niedrigster Sorte herabgewürdigt. Was hat der Verfasser über die Juden in Polen zu sagen? ,M'ne der wichtigsten Fragen, denen der neue polnische Staat gegenübersttht, ist die Judenlfvage . . . Die große Mehrheit sind Ostjnden, die in Sprache, ReMgi-on und Sitten sich von der übrigen Bevölkerung unterscheiden. Ihre Sprache ist Misch, ein mittelhochdmtscher Dialekt. In der Schrift bedienen sie sich hebräischer Buchstaben, ihre Tracht'ist glieichsalls' eine ektzenarititze, ihvö unrsine Ktaiduny ünd chv auf Niederem Mveau sichendes Benehmen sind weder europäisch noch modern." ,/Der Ostjude ist im Wesen ein Handels- oder Geschäftsmann, aber nur selten ein PvoiduzÄnt. Er fftgewöhnlich der MititMinann, der Vermittler und ZwWemhäMer. In den Städten ist die Mehrzahl der Geschäfte in den Händen der Juden, aber sie bilden ewne Rasfe für sich, verhaßt und derachtel von dev übrigen BevoNernng, ihrer RMivn ergeben, die oi-Nen primitiven Typus dos Judaismus darstellü" „. . Die zaristiffche Regisvung. jagte die Juden auS Rußland heraus und gab ihnen Ausnchmsbsgünsttzungen in Polen. Diefe Litwaks (wie sie genannit werden) bekamiten sich oisfm als Parteigänger Rußlands und gvüüdetsn die jMfche Presse, die sich ganz offen ^aS Ziel setzte, gegen die poilnffche Autonomie cmzulämpfen. Die Polen kämpften gegen die Juden noch vor dem Krieg mit den Mitteln des nattonälen Boykotts, dem Einzigen Mittel, mit dem eine unbvrworfsne Raffe eine andsvs anzuHvsifen Vermag: Während und nach dem Krieg wuchs die FsindselMit gegen die Juden deshalb an, da sie während den dsittschen Okkupation die willigen Werkzeuge der Jnvasionsmacht gewesen waren, fsmver -auch, wegen dtsr engen VeMNidung zwischen den Juden rmd dm Bolsche- Sefterreich. Bevorstehende Ankunft des englischen klsenbahnexperten. Wie wir erfahren, wird der englische Eisenbahnfachmann, Sir Ackworth, der von der österreichischen Regiemng ersucht wurde, ein Gutachten über die Sanierungsmöglichkeit der österreichischen Bundesbahnen abzugeben, am 20. d. in Wien eintreffen. Ackworth wird einige Wochen in Oesterreich verbleiben, um sein Gutachten auszuarbeiten. An eine dauernde Anstellung deS englischen Sachverständigen ist nicht gedacht. Ackworth ist Vorsitzender der Kommission für die indischen Eisenbahnen und außerdem Mitglied der königlich statistischen Gesellschaft und der königlichen Gesellschaft für Nationalökonomie. Er ist Verwaltungsrat der Londoner Untergrundbahn A. G. und verschiedener anderer Gesellschaften und hat verschiedene Werke über Eisenbahnfragen veröffentlicht. Ungarn» Die Prager Reise Bethlens. Budapest, 12- Mai. (Tel. der ,Mr. Morgenzeitung".) Die Presse besaßt sich seit einigen Tagen auffalleltb intensiv mit der Haltung der Tischecho-Slowakei in der Neparationsfrage und bereitet die Oesfentlichkeit aus die Möglichkeit vor, daß die Anslandshiüse für Ungarü in erster Pinie vom Wohlwollen Prager amtlicher Kreise Abhänge. Obwohl die Regierung gestern sehr energisch dementierenließ, daß Ministerpräsident Bethlen die Absicht hätte, nach Absolvierung seiner Romreise auch die Hauptstadt der Tschecho- Slowakei aufzusuchcn, spricht nlan doch in den politsschen Kreisen weiter von dieser Reite, welche eine Art Canollagana wikön. Die Feinbs>ellWe>it gegen die Juden kam km Jahr» 1918 durch MSschveitimgen zum Ausdruck, i>n deren DerlM-fe 200 bis 800 tatsächlich getötet wurden; dtche AusschveiittuWN' wurdenvon der jMfchetr Presse in -movmer WeÜfe übe-rtr-ieben." ' Und lmn kommt der Pferdefuß. Jetzt wird die Quelle enthüllt, ans welcher der Stoff zu dtesm schmutzigen Angriffen geschöpft wurde. Es heißt dann weilter: ,/KaPi>bän Peter Wr ight stellt in feituemr außerordentlich weritvollen und intier-essanten Bericht fest, daß dir große Mchvhett der armen Juden dem östlichen TMs und der extremen OrthodoAiv (Chaffidim) angehört. Sie Wden töbttc ungeheure Masse schmutziger, hilfloser Armer... Sie werden inalle mögjlichen unerlau>bteu bvtrügeris-chen Praktilken Hinetugezagen... Bk sind wegen ihres Mangels a>n Grzichung für jede mode-ru-e wirt!sch«ftl>lche Welt ungeeiiWet, für die wesiliche Gesellschaft wegen -ihrer Gewohnheiten und wegen ihres Mangels an RöiUllichkoit: Sie sind iihr-er sondeöbaven alten Rclktgion ganz ergeben... Niemand, der Polen keatnlt, kann nun über di» ppliniijsch'e Haltung oder überden Wunsch Pollens, sich von diesem veirdorlMchem Eiiüfluß zu befreien, übevraischt sein..." Jede Behauptung eine bewußte Entstellung, das gesamte Bild eine geflissentliche Berzevvuug^ der historische',t EutwlMlng, und der ganze Arttkel nichts alndeves, als -eine Prvpagandaischrist nicht nur gegen die Pottrischen Juden, son> dem, gegen das gesamte Judentum übe-chaupt. Es ist schon merKM-rdig genug, daß der ganze Artikel über Polen, so ioeü er sich nicht aus die Juden bezjicht, nichts andelves ist «13. ein Exzerpt aus dem Bericht und den Vorschlägen, dir seinerz-eit Sir Stuart Samuel über feine Mission in Pollen der englischen Regiewung rm!t>srbreiiteit hatte, ohne den Autor zu nennen, während der auf die Stellung der Juden in Polter bezügliche Teil dem Bericht des Kapitäns Peter Wright Äs unangestchtener Autorität Mtuommen ist. Aber selbst bei dm Benützung des Berichtes des Käpitäns Wviojht, der seinerzvil sich nur wenige Wochen in Polen aufhielt, geht der Kompi. lator des Avti>ke!ls tendenKibs vor-. Denn an feine Dariliegunger über das Verhältnis der Juden zur deutschen Besatzungsarmee knüpft Wright in seinem Bericht-noch folgende BmuerVungi . „Aber zugegeben muß werden, daiß die jüdischen politischen Führer niemals nach Berlin gingen, - um dort dem Kaiser zu huMgM, wie es so manche polnischen PardeitführoP und AvistokkrÄen, Laien und GeMÄHe taten." - Auch die wichtige FMtiöllung Wrights hinsichtlich der ,-engen BerbiiNdung der Juden mit dem Bolifchewisimus" hak die,MLycLolpädia Britannioa" offenbar olbifichLich unterschicken. DeM Wright sägt hierzu: ,Me Werbindung zwischen den Juden uuid dem ^BvLjcho. wismuS ist ein in höchstem Grade uimstviitt-enlsv Punkt. Die Kommission hatte ^jedoch die Geiliegenheit, diese Frage nn-- mitdekbar m den östlichen Gebieten, welche einige MonätL lang in den Händen der Bolschewiken waren, zu stüdieren- Hier war die Verwaltung und Propaganda aus Gründen, die ich bevettS erwähnte (weil di« Juden üüter dem Pvoletaria!! die einigen waren,. die lösen und schreiben können), zum großen Teil Misch, aber sie Waren, besonders was die Führer betrifft, in nicht geringerem Maße polnisch." Man sicht also, daß der Artikel' über Polmr und die Juden in dev ,Mncyclopädm Britannia" 'gegen die elendentaüsten Anforderungen, dir an eine kor-vekte, einwandfloie und obMilve WissenschasMche FoMtellürvA gestellt werden müsstri, in unverantwortlich^ Weis« verstößt: Mit dem 32. Band hat div „Encyolopädia Britanulm"' ihre ehereuwevts VorganlZenheit verleugnet. Div voruvteiil-sfreir, zivilisierte Welt wird -das mit Bedauern zur Kenntnis nehmen und'daraus ihre Schlüsse Mhvn. Jakob Krauß. für Ungarn bedeuten würde, Äs einer beschloss-enen Tatsache. Die Meldung eines Wier.er- AbenMattes über diese Reise wird hier als ein von Ungarn bestellter Ballon d'effah betrachtet. Im gestrigen Ministerrat referierte Außenmirüster Daruv-ary über die aus Paris und London eingetroffeneu Meldungen Bethlens bezüglich des Standes der Anleiheftage. Tie ungarische Sauierungsattion. Budapest, 12.'Mai. (U. T.-K.-B.) In Budapest wird heute die Eingabe des Finanzministers Dr. Kalay an die Wiedergutmachungskommission in ihrem Wortlaut veröffentlicht. AuS dem Memorandum geht hervor, daß die ungarische Negierung zur Deckung der notwendigen Ausgaben die Aufnahme einer kurzfristigen Anleihe von 40 bis 50 Millionen Goldkronen anstrebt, die den Stillstand der Notenpresse bis Jahresschluß ermöglichen würde. - Die endgültige Sanierung der Finanzlage will die Regierung mit einem langfristigen und sich zumindest auf 639 bis 660 Millionen Goldkronen belaufenden Darlehen durchführen. .. Die Bruttoeinnahmen der' Zölle und des Tabakgefälles sollen als Bürgschaft für die langfristige Anleihe verwendet werden. Der Grenziouflift von Mas Remeü. Budapest, 12. Mai. (Tel. der „Wr. Morgeuzeituüg^) Der Grenzzwifchenfall, welcher die tschech-o-swwakische Regierung Veranlaßt hat, vor drei Wochen die Grenzsperre gegen Ungarn anzuwenden, scheint trotz aller bisherigen Versicherung gen noch nicht erledigt. Dies beweist eine amtliche Miteilung welche den heutigen Wendb'lättew übermittelt worden ist urch folgendes besagt:' :„3)ic Prager Regierung hat ans Grunß der einseiligcn Aussage der verhörten ischecho-ftl.'w.nische'«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.