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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-12 · Heft 1525 (12.5.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1525 (12.5.1923)
Date
1923-05-12
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Me», SamStag ♦ ^Woja". In den besser situierten Kreisen des Mittel» laNdes zeigt sich ein lebhaftes Interesse für das in den Mittelandsküchen der „Woja" (1. Bez., Grrechengasse 3 und 2. Bez., jroße Sperlgasse 31) neben dem besteyenoen 5000 K.-Menu ingeführte, verbesserte Menü zu 8000 K., 'welches rn »er Zahl der für dieses Menü Angemeldeten zum Ausdruck ommt. Sowohl die Qualität als auch Quantität des Verabreichten sind eme sichere Gewähr für dre zahlreiche Jnanspruch- Shme dieser Kämen, zumal der Preis des Menus weit unter it Gestehungskosten angesetzt ist. Neüanmeldungen jeden ittwoch, Donnerstag und Freitag an den Kassen beider Küchen zwischen 11 und 2 Uhr. Das Zentralbureau der ^Woja" iWirtschaftliche Organisation jüdischer Angestellter) befindet sich 2. Bez., Taborstraße 69, Mezzanrn, Telephon 40-3-16. * Schwere Unfälle durch Verwechslung von salpetersauren Salzen uich salpetrigsauren Salzen. Durch Verwechslung von sÄpcitevsmvvom Salz, genant Saltter, mit salpetrigsaurmn Salz waren in Letzter Zeit schwere Unfälle zu verzeichnen, welche auch den Tod von zwei Kindern m Folge gchabt haben sollen. Salpetersäure Salze werden als Zusatz zum Einpökeln hon Fleisch verwendet und gelangen aus diese Weise zum Uenschlichen, Germß. Dadurch, daß nun in einzelnen Fällen irrtümlich fälpetrigs-Mre Sal^e abgegeben wurden, welche stark wirkende Gifte sind, haben sich diese Unfälle ereignet. Vorräte Derartiger -Salze von zweifelhafter Beschaftenhert sollen daher nun menschlichen Genuß nur nach vorhergehender chemischer Untersuchung verwendet werden.. * Wilde Terrorgegner. In Barcelona gibt es ein Komitee, das den die Gemüter direkt beruhigenden Namen Komitee für die bürgerliche Aktion gegen den Terrorismus führt. Kann es eine ruhigere Aktion -gegen den Terrorismus öeben als eine bürgerliche? Man stellt sich unwillkürlich die Bürgerschaft Barcelonas vor, die mit ernster Grandezza eine Versammlung abhält und in würdigen Roden dem Wunsche Ausdruck gibt, dem Terrorismus der unteren Schichten, die sa ln der heißen Sonne Barcelonas so häufig auf Uimfturz sinnen, ^Planmäßig" -zu begegnen und so dem Staate einen Dienst zu erweisen; in Barcelona hat die Bevölkerung sv-irst wahrhaftig keinen besonders staatserhaltenden Sinn und nicht umsonst sautet ein geflügeltes Wort, daß Catalonien das Escurial für Pen spanischen Königsthron sei. Und wie dankt es der Staat den Bürgern von Barcelona? Cr hcitz-t die Polizei aus sie, während sie .-Kundgebungen" veranstalten. Es kommt zu Zusammenstöße n mit der Polizei, es gibt 13 Verletzte und zahlreiche PcrhaftungLN der ,-Kundge-benden". Hier stimmt etwas nicht. iDollto wirklich der Staat so undankbar sein? Oder waren am Ende die Kundgebungen der Terrorgogwr nicht so bürgerlich harmlos? Es ist doch ein sonderbares Land, diosts Spanien: Gut staatstreue Bürger sind gegen, den Terrorismus und es kommt zu Zusammenstößen mit der Polilzei; tränt die Polizei den gut bürgerlichen Elementen von Barcelona nicht oder bedeutet eine «Kundgebung gegen den Terror in Barcelona eine Kundgebung — gegen die Polizei? Wer kennt des Rätsels Löftlng? Vielleicht aber liegt sie in -der AhimngÄosigkeit des ^legraphen-Korrespondenzbiweans. das dief-e MÄdllng verbreitete und dem -ihre Ironie nicht zu Bewußtsein kam; sie kann ja .in Wirklichkeit viel logischer gelautet haben, aber die Aebersetzmigen unserer amtl-ichen Nachrichtenstelle sind ctben unberechenbar! * Zionistisches Landrskomttec. Die dieswöchige Sitzung findet Donnerstag den 17. d. um 7 Uhr abends statt. — Po. litische Kommission. Montag um 8 Uhr abends, 2. Bez., Taborstvaße 80 A. — Finanzkommifficm. Mittwoch den 16. d. um haM 7 Uhr abends, 2. Bez.. Tcvbovsttaße 20 A. — Parteirat. Für Sonnt-ag den 27. d. um HM 3 Uhr nachmittags wird der Zionistische Parieirat einberufen. ^gesordnuna: t Der 13. Zionistenkongreß. 2. Keren Ha-sesi-od. 3. ErfghwaA 4. Eventuelles. Die Sitzung findet im Lokal der Zioniistischen Pezipkssektion 6-8, 8. Bez., Bennoplatz 1, statt. * Zionistisches Lokalkomitee, Die dieswöchige Sitzung stnbei Montag um 7 Uhr statt. * Vortrag Arnold Höllriogel. Der Zionistische Verband chemaliger Hochischüler veranstaltet Dienstag den 15. d. um halb 8 Uhr abends einen Bortrag. Der bekannte Schriftsteller Arnold Höllriegel (Dr. Richard A. Bevmann) wird Mer ,Meue Wege in Palästina" Gerichte Wer eine Orientreise) nn N i ederösterre ichischen Gewerbeverein, 1. Bez.. (ffchenbachga-sse 11. sprechen. * Franen-Meeting. Heute um 4 Uhr nachmittags findet Um Hotel Continental, 2. Bsz., Taborstraße, ein von der Zionistischen Frauenorgan isation veranstaltetes Frauen» Massenmeeting statt, bei welchem mchrere prominente zionistische Teilnchmermnen am FrauenMeltkonzreß das stVor-t ergreifen werden. * Leopoldstädter VolkMvim, 2. Bez., Zivkusgaffe 48. 7 Uhr abends: Schriftstellerin Lotte Sadger-PeTheim: Ernstes und .Heiteres in Vers nnd Prosa. Karten zu 600 K. * Achte österreichische Klafsenlotterie. Bei der am 11. d. abgehaltenen ZichMg des 15. letzten) Tages der fünften Maße gewannen; Die Prämie von 700 Millionen Kronen das mit 2 Millionen Kronen gezogene Los Nr? 7403, 50 Millionen Kronen das Los Nr. 22.874, 2 Millionen Kronen das Los Nr. -94.444, je 1 Million Kronen die Lose Nr. 13.223, 38.054, 41.870,;63.658, 71.911, 92.744 ttttb 102.046; außerdem wmden 890 Gewinne zwischen 600.000 und 200.000 Kronen ausgelost. * Wetterbericht. Vorgestern fielen unter starkem Temperajtnrrückgang in ganz Oesterreich ergiebige Niederschläge, über 1000 Meter Sechöhe sogar Schnee. Gestern morgens-war es trüb und -kalt, allgemein unter. 10°, stellenweise unter 5°. Tagsüber heiterte es sich wieder aus, doch blieben die Mittagstemperatnren unter 15°. lieber der Nordsee liegt ein Lustdrucktief, unter dessen Ein- «fluß wir wieder besseres Wetter erwarten können, daß «her nur jkurz dauern dürfte. Voraussage; Zunächst meist heiter, etwas wärmer, Bessenmg aber nicht von längerer Dauer. Trotz Waremmsahsteuer — keine Preis- Infolge vorteilhaften Ankaufes größer Warenbestände ist dc wegen seiner Kulanz besttenommierte Kaufhaus B r ü d e -S ch i f f m a n n, 2. Bez., Taborstraße 48, in d -'Lage, Waschwaren, Damen- und Herrenwäsche, ferner Leine, waren, Bettwäsche, Regenmäntel solvie original englische Frühjahr- Istoffe für Damen und Herreri in enormer Auswahl zu unerreic .billigen Preisen abzngeben. Nachstehend einige Beispiele; Prima Webe.. . . pro' Meter 11.000 K. u Chiffon » , , ♦ * « . „ Stteifgradl«»»»., IBettreuge.......... iBettücher, 140 Zentimeter breit Mattatzengradl......... IBlaudruck . i Etanrine in allen Farbe« . j Damenhemden......! Damengarnituren (dreiteilig);Seidenjumver.. iCretonhemven (für Hyrrerr) 'Unterhosen iCovercoats .! Englische Schafwollstyffe. . NmnmMel 12.000 K. 12.000 K. *‘ i. t » § 8.500 8.800 14.000 9.800 19.800 26.000 9.800 7.900 25.000 K. 19.800 , , . . . 86.000 . . . . , 69.000 . 29.800 18.000 . 39.800 , . . . . 45.000 .125.000 MritüMck. Wiener Morgeuzeitung. kW mm' I. Kärntnerstrasse 28 Führendes Haus in der Frisurenmode Reichhaltiges Lager moderner Haarbehelfe in allen Nuaenen Verlangen Sie illustrierton Katalog I 1024 Vereine. Vortriige und Versammlungen. Zionistische Sektion Zwischenbrücken. Cafe -Park, 20. Bez., Allerhetligenplatz 3. Heute um 2 Uhr wichtige Ausschußsitzung; um 3 Uhr Vortrag David Nebenzahl: Aktuelle Fragen im Jildentum. — Hebräischer Klub, 2. Bez., Taborstraße 1. Heute um 7«8 Uhr abends Vortrag Dr. Ch. Tartakower. Thema Vorbehalten. Morgen um 2 Uhr nachmittags Ausflug. Treffpunkt Schottentor. Um 8 Uhr abends Vorttag Ungerfeld; In den Wäldern Polens (Opatoscho). Samstag den 20. d. Vorttag E. Rabknowicz; I. Ch. Brenner. — Zionistische Kulturgruppe, 20. Bez., Karl Meißlftraße 5. Heute um 3 Uhr Vorttag Prof. Wilh. Menkes; S. I. Hurwitz und M. S. Berdyczewsky. Deklamationen Sam. Schwager und Leo Menezer. Schekelverrechnungen bis längstens Dienstag den 14. d. Bis dahin nicht abgerechnete Schekalim gelten als verkauft. — Zionistische. Bezirkssektion Alsergrund, 9. Bez., Liechtenstemsttaße 11/13. Heute um 8 Uhr abends im Cafe City, 9. Bez., Porzellangasse 1, geschloffener Gesellschaftsabend mit reichhaltigem Programm und anschließendem Tanz. Mitwttkende; Frau Ehrenkranz, Oberkantor I. L. Miller (Turkentempel), Zosef Grob u. a. Gäste willkommen. Mtttwoch den 16. d., präzise 8 Uhr abends, im Sekttonslokal dttngenbe Schekelkommissions-und Ausschußsitzung. — Misrachi, Wien. Heute Sonnrag, 8 Uhr abends, findet im Bethause „Schomre ha Dath", 20. Bez., Kluckygasse, Ecke Othmargaffe, eine Agttattonsversammlung statt. Referenten; Herr Rabbiner Salomon Friedmcmn, S. Retter und M. Groß. — L e s eunb Redehalle'istdischerHochschÜler. Heute, .halb 8 Uhr abends, Vorttag Bb. Siegmund Hirschhorn über „Ezechiel". Schekelblocks und I. N. F.-Sammelbogen mitbringen. — VereinErezJsrael, Wien, 2. Bez., Zttkusgasse 33. Heute um 8 Mr abends im Vereinslokal Zyklus Rabbiner Dr. Kamiuka. Gäste willkommen. Urania. Hente, halb 3 Uhr (Großer Saal) r Schülervorttag; Ameisen; Wieuerwald. 6 Uhr (Großer Saal) r Der kleine Muck; (Kurssaal); Ing. Josef Löwyr Grundlagen der elekttotechnischen Meßkunde H; Messungen an Leitungsnetzen und Maschinen, Halb 6 Uhr (Kleiner Saal) r Univ.-Prof. Doktor Robert F. Arnold; Schillers Freunde. 6 Uhr (Klubsaal); Univ.-Lektor Ferd. Matrasr Rednerkurs IX. Halb 8 Uhr (Großer Saal)r Overnsängerin Grete Tyllburg -Ftttz Pataky-Lortzing: Opernabeud, Arien und Duette; (Kleiner Saal); Die Lova« und der Lamzer Tiergatten; (Klubsaal); Ministettalrat Ludwig B a t t i st a; Die seelische Entwicklung des Schulkindes IV.; (Kurssaal): Prof. Dr. Hans Bauer; Mathemattsche Einführung in die Gravitationstheorie Einsteins mtt einer exakten Darstellung ihrer wichtigsten Ergebniffe IX. _ nährung. Ae LebemmMlmSrkte. Neuerliches Steigen der Fleischpreise. Die Preiserhöhungen auf dem Markt in St. Marx zeigten sich gestern bereits im Kleinhandel in der Großmattthalle. Mndfleisch blieb . zwar unverändett im Preis, doch haben sich Kalbfleisch und Schweinefleisch um je 1000 K. pro Kilogramm weiter erhöht. Der Konsum hiett sich in bescheidenen Grenzen. Die guten Ankünfte in der Größmarkthalle — es waren elf Waggons mit verschiedenen Fleischgattungen angekommen — übten keine Wirkung auf die Preisbildung. Seefische haben sich um 2000 K. pro Kilogramm im Preise ermäßigt, da Deutschland de» Ausfuhrzoll herabgesetzt hat. Die Grünwarenmärtte waren sehr reichlich beschickt, besonders stark waren die Zufuhren von Salat. Trotzdem ist der Salat noch imnrer so teuer, daß er für die bretten Schichten nicht als Maffenarttkel in Betracht kommt. Große Mengen bleiben daher unverkauft. Die hiesigen Erzeuger wollen von ihren hohen Forderungen noch immer .nichts Nachlaßen. So stellt sich hiesiger Karfiol in der Größe einer Kinderfanst noch immer auf 6000 K Persische Teppich ( Import Ges. m. b. H.} VahanJshetcherian & Co. Wien, I* JPühricfigasse 6 im JPhiiipphof Direktester Import reichste, Auswahl an: Beschau / jßouchara } ÖCübris f Schwas Behidsch / Schvrwan / Kamk Kirman etc. Verkauf en ff ros .379 Verkaufen deta$Ji Telephon Nr. 7UjII —" _ra Mar IMS_ Tgeae» Mittwoch den 16. Mai, */t8 Uhr abends, in der Toynbee-HM XX., Denisgasse 33 , Jüdischer Liederabend im Mitwirkend: Die Damen: Hilda Dulitzkaja (Gesang), Elsy Steiiti (Geige), Vally Stein (Klavier); die Herren: Direktor J.Deutsch! (Gesang), Marko Göldin (Klavier). Kiinstl.Leitung: Bemn. Scharrer; Wieder ei» neuinszenierter „Zell". Deutsches Volkstheater. Du mußt es dreimal sagen — Herr Bernau hat, seit er im Hause am Weghuberpavk das Zepter führt, den „Wilhelm Dell" zum dritten Male neuinszemert herausgelbracht. Die ersten Kvei JnsKenwrungen habe ich nicht geschen, dafür aber die dritte'. Um es gleich vorweg zu nehmen —sie ist ziemlich trostlos. Die Sache wurde gar zu sehr „vereinfacht". Vor allein durch die vieler.» Striche, von denen manche denn doch wider den Strich gehen. LLarum die Parttcida-SMe aussällt, die doch dem ganzen Tell-Unternehmen einigermaßen psychologisches Relief gM, ist wiMich unergründlich. Und nun das „vereinfachte" Szenenlbild: Ein Hintergrundprospekt mit halbstilisierter BerglanÄschaft. Der See, der in dem Drama eine wichtige Rolle spielt, gär.zlich „supponiert". In den meisten Szenen eine unmöglich grüne Leinwand, fast- und kraft-loses Wiesengvün, dafür aber faltet, sie sich am Unrechten Ort. Bor Staufsachers Haus eine unmöglich pappendeckelige Linde. Walter Mrst wohnt in einem Hanse, in dem man Selbstmord begehen kann. Und der Wald, ir.» dem die Aussprache zwischen Rudenz und Berta stattfindet — ward je in solchem Wald ein Weib gefreit? Das , Rütlilager m einer Kfftentischlerer, mtt schmutzitzger Leinwand überzogen. Der Rütlischwur wurde denn auch glücklich> um die ganz Illusion gebracht, wenn man die Eidgenossen auf! den Kisten herumNettern sah. Im Bilde und in der Gruppierung einiger-maßen g-elnngel.» die Apfelschußszene. Zu dief-er ernüchternden Wirkung des BühneEldes trat; die stellenweise geradezu aufreizende Wirkung melodramati-; scher Ueberhitztheit in der Darstellung. Herr Klitsch als Dell — na ja, ich habe nun einmal die Antipathie. Mer ich kann mir wahchaftig nicht heilfer.», die Sonnigkeit gepaart mit öligem Biederpachos geht schrecklich Ms die Nerven! Alf-ved Schreiber sollte den Stauffacher nicht spielen; er strengt sich furchtbar an, wenn er pathetisch wird. Ein langweiliger Rudenz, und ein Walter Fürst in komischem Kostüm, ergänzten das Ensemble der führenden Schweizer. Sympathisch jung und feurig Herbett Waniek als Arr.old v. Melchchal. Wie ein Klar.g aus besseren Sphären die menschlich gesprochener; Worte der F«ru Erika Wagner als Stanffacherin. Herr Kutschern als Attinghausen stavb mtt Anstand. Fräulein Steinsiecks Berta hat Haltung. Der Geßlot des Herrn Bernau erweckt Jntereffe; die Auffaffung ist nicht gewöhnlich. .Warum aber den Sadisten als eine Att Wedekindscher Zirkusdirektor „ausmachen"? Die habsburgischen Vögte und Satrapen hatten zu allem das Zeug, nur nicht zum Zirkusdireltor. Alles in allem — vergebliche Liebesmühe, die Lieblofigkeit in sich trug. Daß PublÄum klatschte, aber warm wurde eS nicht. S. S. Auch das letzte philharmonische Kammerton«, zert brachte die für R-rrdolf Ni lins' Programme bezeichn wende Zwerteilun-z in ältere und moderne Tonkunst. „Eine, Musik" für Kamnrerorchester von Franz Salmhofer istein sevenadetmrtiges Stück, das, namentlich in der soliftifchen Verwendung der tieftn Holzbläser, Ausflüge ins Parodistifch- Groteske mtt Grfolg unternimmt. Es krankt in der hemmungslosen Ueber fülle der Jugend, die Einfälle überstürzen sich, ohne ilneinander zu greifen. Wohlgelaunt fabuliert der junge MrHkov darmtf gerät von Mendelssohn W Wagner, von Mahler zu Hindem'ith, wobei die starke eigene Begabung imnier wieder durchschlägt. — Mehr archaisierend kommt Henri Martea« in seiner Bläserserenade, die von öen Philharmonikern ganz prachtvoll gespielt wurde. Bisweilen fühlt -man -ein sanftes Rokokolüftchen und möchte von schönen Frauen in Reisröcken und von gestützten Gartenhecken trärvmen, doch wttd man nur zu bald Ms diesem Idyll, das nur eine zeitgemäße LiebhaLertil ist, in eine ebenso fachbundi-ge als Wutleere musikalische Gegen», wart wachgeMtelt. Das zweite von HMs Knappertsbusch geleitetA Konzert zeigte wieder, welch außerordentliche Kräfte -daA Si)mphonieorchester unter' einem Mßerordentlichen Dir!» genten zu entfalten vermag. Seine sparsame Zeichengebung hÄj diesmal nicht mehr überrascht, jede wüizige Aendevuug «ls Tempo und Bewegung, jede folistische Regung im Orchcsteq wird von ihm deutlich Mgezeigt und auf -das unu-ntevbwcheu« Taktschlagen mag er bei einem eingespielten Orchester mtt gutem Grund verzichten. -Mit Wohl durchdachter, geradezu machen mattfcher Klarheit formte er Bvcchms' ,Hahdn-Vattatioueu", Tschaikowskys ,Mthetique", gegen jedes Herkommen völlig uw, -sentimental von ihm angöfaßt, übte gleichwohl stärkste Wrw kung. Alfred Piceavev veranstaltete einen ttaliemscheL, Abend, au denr Moardo Granelli das Orchester leitet«, So schwelgte mau iu eitel WoWlang, im bolcanto dieser «nziß -schönen Tenorstim-nre, und das Publikum geriet in Verzückung, Georg Baklanoff kann zwar mrr mtt einem Bariton au^ Watten, doch er hat das mächtige, technisch verfeinerte OvgaM eines internationalen Stars, den mmt in Wien zu schätze^ weiß. Singt er auch in verschiedenen Sprachen, so ergreift doch am echtesten in feinen heimatlichen rusisifchen Gesanges in denen das naturhaft Zwimende feiner starkm PerföMcht

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