Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1525 (12.5.1923)
- Date
- 1923-05-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ät, ÜÄfc; ®5fcni, VtlMdMg Whvendett Gmftuß bchccktm. Vom Abbau sind L'rshsr btzl den GffenbHnett 14.017 Perfmren betroffen.worden. Der SoUläldemokvat' T oms chchk besprach ^eingchenS eine ,Mrr einem Fachmanns dem GEwlkoMmistävriberigebsne Denkschrift über die Sanievmvg der Bahnen, deren Angaben er bestritt. Diese Denkschoift befagt an ermr Stelle, baß JntsrventM von PoKWovn AN'gumjsten bestimmter Fmnmr oder Untevnchmmtgen boi^ Vergebungen von KohleMtefeMmgen keineswegs 'zn den Seltenheiten gehören. Das ist eine allgemeine VtzrdÄchtvgmvg. Gerade der MncmtzauAschuH muß sich dagegen wenden und vom Minister 'verlangen, diatz hier eine Untechrchung eingeleitet mrd die Ängel^erchert restlos a-nfgeklärt wird. Weiters teilt Torkschrk mit, daß honte bei den Direktionen und auch in den Staitionen die Zugehörigkeit zur dentschna-tionalen Partes vielfach maßgebend ist. Nach längerer Debatte, wurde das in VechandLrng ftchende Kapitel angenommen. Minister OdeAtal referierte über das FreandenverkchrSwesen. Der Ministevwt hat bereits gestern auf Gmnd eines Referats des Bnndesministers Dr. Schürsf den -durch ein Mimstorkonntee vorbereiteten Gesetzenttvurs über die Neuorganisation der Bundesbahnen in Verhandlung gezogen. Die Beratung wird in den nächsten Tagen zu Ende geführt und der GefetzentwuVf noch vor Pfingsten dem Naitionalrat vorgeikegt werden. England str die deutschen und österreichischen Studenten. Die Universität von Manchester erläßt einen Aufruf A* Gründung eines Hilfsfonds für deutsche und österreichische Studenten. Anregung hiezu bot ein Aufsatz des Berliner Professors Weißmann im ,Manchester Guardian" über die Lage der deutschen Studenten, unter dessen Eindruck fünf Vertreter der Universität Manchester. in bem genannten Blatte ein offenes Schreiben veröffentlichten, in dem sie darauf himviesen, daß die Not der deutschen Studenten nicht bloß eine deutsche Angelegenheit fei, sondern alle Nationen attgvhe, da. der Ruin der deutschen Wissenschaft für die Wissenschaft der gesamten Welt einen schweren Schaden bedeuten würde. Der „Manchester Guardias selbst hat die Samnrlung 'mit einer Spende von 100 Pfund eröffnet und widmet der Dvage einen Lerkartiel, in dem. beklagt wird, daß die Hoff- MNg auf die Wiederherstellung Europas von Politikern und MMtiavs zerstört werde. Um die Gefahr zu bannen, lstr es nötig, wenigstens der notleidenden Wissenschaft zu Mfe zu eklen, damit der Kontinent nicht wieder in geistige Wufterms verfalle. Schließlich weist das Blatt darauf hin, haß diese Art von Hilfe einen versöhnlichen Charakter trage. Dvefe Seite der Angelegenheit wird namentlich bei den Wiener Diener-Leuten, Professoren und StuLenten, ein lebhaftes Echo Wecken, deren ganzes Wirken vekannDch den reinen Zielen der völkerversöhnenden Wistenjschast dient, der hohen, die bomfen ist, zwischen den Nationen Brücken zu schlagen und sie im idealen Geiste der Ewigen Wahrheit zu vereinigen, einer Wissenschaft, welche Deinen Unterschied der Rassen kennt und den Zugang zu -ihrem Born jedermann öffnet, der nach Wien kommt, um sich an -ihr zu Men. Im Ernst gesprochen, zweifeln wir sehr daran, ob der Universität Manchester und dem „Man- 'chester Guardian" bei ihren: rwblen Beginnen die Apostel des Hakenkreuzes rmd des Numerus clausus vorgeschwebt haben mögen! Ungarn. Graf Bethlm wieder in Paris. Budapest, 11. Mar. (Tel. der „Wr. Movgeuzeitung".) Wie aus Paris gemeldet wird, ist MmistevPvcWent Bethlen heute dort aus London wieder emgetvoffeu. Donnerstag hatte er noch mit dem Direktor der Bank of Enland, Mvntague Mormann, sowie mit den Chefs der Bankhäuftr Rothschild und Schröder Unterredungen. Er bleibt bis Sonntag nachmittags in Paris, dann tritt er die Reise nach Ron: an. Sie ungarische GeneraMothek. London, 10. Mai. Im Unterhaus stellte Abgeordneter 'Newman die Anfrage, ob die britische Regierung angesichts der Handels- und Sportbeziehungen, die vor dem Kriege zwischen der britischen Md der ungarischen Nation bestanden, geneigt fei, ihren Einfluß bei der g r o ß e n und kleinen Entente dahin geltend zu machen, daß litt* Wm unter Führung des Völkerbundes eine ähnliche finanzielle Hilfe zuteil werde, wie sie vor kurzem mit so glücklichem Ergebnis Oesterreich gewährt -wurde. Schatzanzler Baldwin antwortete, die britische Regrernng stehe den Versuchen, die Finanzlage Ungarns zu erleichtern, günstig gegenüber. Die Angelegenheit werde gegenwärtig von der NcharattousVommissrou geprüft. In politischen Kreisen verlautet, daß die ettglffchen und die - italienischen Delegierten in der Reparationskommission beauftragt worden sind, die Aushebung des Pfandrechtes der -Alliierten auf -ungarisches Staatseigentum zu beantragen,- um eine. Sanierungsaktion für Uttgarn durchführen zu können, wie sie der Völkerbund für Oesterreich in Gang gebracht hat, Wiener MorgenzettunA ■ Zionistische Frauenorganisation Wien ■ —— ---—:——-;- 5 HEUTE Samstag den 12. Mai, 4 Uhr nachmittags, ■ im Holen Continental » grosses jüdisches [FRAUENMEETING ■ * Rednerismen: Frau Abg. Melxer«Pomeranx (Bolen) i Frau N. Margulles (Berlin) ■ Frau Moshenson (Palästina) ■ Frau Turnowaky (Beriin) ■ jüdische Frauen, erscheinet in Masse»! Polen. Fachs Mission. Warschau, 11. Mai. „Przeglad Wieczorny" schreiA in eirter seiner letzten Nummern: Foch wird von hier nach Prag fahren und man kann erivarten, daß diese Reise die letzten Steine und Risse auf dem-Wege Warschau— P rag beseitigen wird, da doch die Politik Genesch' ziemlich oft die Notwendigkeit einer weiteren poilnisch-tschechiKhen Annäherttug hervarhob. K«e Protestaktion der Mischen Aerzte. Aus Lemberg wird uns gemeldet: In seinem Gutachten betreffend den Numerus clausus hat sich das Profesto-renkollegrum der medizinischen Fakultät in Krakau zu Aeußermrgen Hinreißen lasten, welche die Ehre der jüdischen Aerzte in höchstem Maße herabsetzen. Die Betroffenen haben der Presse eine von sämtlichen jüdischen Merzten Krakaus Unterzeichnete, in maßvollem, aber entschiedenem,Tone gehaltene Protesterklärung übersendet, die vorläufig bloß von den jüdischen Blättern veröffentlicht wurde. Streif in der Baron Hirsch-Schule von Brodtz. Aus Brodh wird uns -berichtet: Die Lehrer der Baron Hirsch-Stiftung haben als Protest gegen die Behandl'Ung der Lehrerschaft durch das Wiener Kuratorium der Baron Hirsch-Stiftung den Streik proklamiert. Seit zwei Wochen ist die Schule geschloffen. Die an ^dieser Schule beschäftigten Lehrer, die seit 20 uivd 30 Jahren im Dienste stehen, beziehen 'bekanntlich geradezu lächerliche Gehälter. - ■ Rundschau. Sie russische Antwort an England. Rußland lenkt ein. London, 10. Mai. Das Reutersche Bureau erfahrt, die Antwort der Sowje t regier ung aus die britische Note vom 28. April sei in sehr gemäßigtem Tone gehalten, erkläre aber, Rußland habe aus -ine fünf Meilen breite Territorialitätszone Anrecht. Indes sei Rußland bereit, die Angelegenheit einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Sie englische Rote an Sentschlnnd. Berlin, 11. Mai. Die „B. Z. am Mittag" meldet aus London: Die englische Note an Deutschland ist gestern sertiggestellt worden und wird wahrscheinlich heute im Laufe des Vormittags nach Rom, Paris und Brüssel übovmtttvlt iverden. 24 Stunden nach Bekanntgabe der Note an die Alliierten Englands, also nicht vor Samstag mittags, wird die Note der deutschen Botschaft zur Weitergabe nach Berlin ausgehändigt werden. Die bis-herige Verzögerung der Fertigstellung der N^e rühre von einem ausgedehnten Meinungsaustausch zwischen England und Italien her, der zu einer vollständigen Uebereinstimmung zwischen London und Rom über die wesentlichsten Gedankengänge der englischen und der italienischen Antwortnote geführt habe. Sie Lansmmer Konferenz. Lausanne, 11. Mai. (Schlveizerische Depescheniagentuft) Das Komitee für Wirtschaftsfragen der Lausanner Konferenz beriet gestern über die Artikel 5 bis 11 des Handels-Übereinkommens. Bei Artikel 7 und 10 ergaben sich ziemliche Meimmgsverschiedenheiten, so daß die Artikel an die Sachverständigen rückvorwiesen werden mußterr. Die türkische Delegation hat von ihrer Regierung Informationen'erhalten, wonach die griechischen Behorchen um die Insel Tenedos herumschwimmende Minen gelegt haben, Womit sie offenbar eine Gefährdung der nach Dikilr bestimmten Lebensmittelschiffe bezwe^n. Die türkische Delegation 'hat gegen dieses Vorgehen, das alle in diesen Gegerrden verkehrenden Schiffe gefährdet, protestiert, da es dem Waffenstillstandsvertrag von Mudana wider spreche, und rmcht alle interessierten Parteien auf die Gefahren aufmerksam, denen sie sich aussetzen. Keine Besserung im Befinden Bonar Law». London, 10. Mai. (Havas.) Wie die Blätter melden, ist in: Kehlkopfleiden des Premierministers Bonar Law, trotz seiner Erholungsreise im Mittelineer, k-eine Aenderung eingetreten. 18. Mar 192» . Seite 9 Tagesbericht. Eine verschollene Bibliothel. Aus Leserkreisen wird uns goschvieben: Daß' eine aus öffentlichen Mtteln entstandene Bi» bliothek, die 2 0.000 Bände stark, die erlesensten Werke dev Mltliteratur und insbesondere der jüdischen Literatur enthalt, seit fünf Jahren durch die bloße WMür einer Privatperson in Magazinen und Kellerräumen buchstäblich vermodert, ist em Vorfall, dev nur in Oesterreich möglich ist. Wir meinen die Fluchtlingsbibliochek in Wien, die . semerzett unter der Leitung des Dr. Z. F. Fi nk e l st e i n, während' der Kriegszett sich zu einem Kuliurwerk ersten Ranges entwickelt hat. Die Bibliothek wurde im Sourmer 1918 in die Magazine des vom Gemeindevat Dr. Schwarz-Hiller bewohnten Hauses in dev Oberen -Biaduktgasse überführt, rmd unzählige Interventionen und Vorstellungen reichtest nicht aus, um diesen iKultuvschcch der öffentlichen Be» nützU'Ng, für die er bestimmt ist, zu eröffnen. Dieser Eigettdünkel des Dr. Schwavz-Hillor artet geradeM in einen öffenMchen Ska-ndal aus, und es wäre höchste Zeit, daß maßgebende Faktoren dem ein Ende setzen. Gerade heute, wo ein jüdisches Buch in Wien für den geistigen . Arbeiter unerschwinglich ist, vermodern tausende Bücher jahrelang, ohne daß irgend.jemand eine Erklärung für diese Äorgangsweise hätte. Eine Bibliothek, die drei große Ausgaben von Graetz, zwei solche der "jüdischen Enzyklopädie, die komplette Ausgabe des „Tuschia"- Verlages, komplette Ausgaben der jüdischen und hebräischen Klastiker und - andere buchhändlerische Raritäten in luxuriösesten Ausgaben besitzt, gehört der Oeffentlichkeit, und kein Mensch, wenn er auch noch so rnachthaberffch ist, hat das Recht, sie einfach in Magazinsräunttichkeiten verschwinden zrr lassen, um so mehr, als diese Bibliothek aus öffentlichen Mitteln, die für die Flüchtlinge ' bestimmt waren und naturgemäß an den Flüchtlingen abgespart wurden, errichtet wurde. Die Oeffentlichkeit hat das unbedingte Recht, zu ver langen, daß diese unschätzbare BüchevsamMlunZ weitesten Kreisen zugänglich gemacht werde, und vor allem M vechüten, daß ein Gemeingut unter privater Verwahruütz, oder bester Bevwahrlostmy, einfach zugvttnde geht. Sie smMre Rotlage der Anden in Rnftand. Die -ungehsure sanitäre Notlage der jüdischen Bovollerrmg in der Ukraine hat .die jüdische Welthilfskouferenz veranlaßt, dortselvst eine spezielle san-rtär-medizinische Abteilung zu eröffnen. DiüseAbtMmg hat. bereits begonMn, Vreden Kindersperseanstalten angSiMederten medizinischen Ambttlatorien in ständige Heilanstalten umzuwandeln, in welchen nicht nur Kmdern, sondern auch Erwachsenen medizinische Bchandlamg zuteil werden soll. In Odessa und Jekaterinoslaw würden Polikliniken eröffnet, in welchen die Kranken von ärztlichen Spezialisten behandelt werden. In den nächsten Wochen werden in UsrfchvedetKn Orten ähnli-che Jnstttuttonen eröffnet. In der Sirdukrame hat .die jüdische WÄ-thiffskonferenz eine bösondc-re Abmachung, mit den dortigm Soiwjet'behövden getroffen, auf Grund welcher eme rmbchinderte Entwicklung der Hklsstätigkeit garanttert wird. Die jüdische WeNMfskonferenz hat 3500 Dollar für die,Errichtung einer U-ind-erkolonie für 200 kva-rcke Kinder am Liman-Devh Odessa, der durch soine hellenden Schlammbäder -bekannt ist, gespendet. Die KinderMoni» wttd von der medizinischen Abteilung der Welkhilsskonforenz.geleitet werden. C. B.) Sie Answandernng aus der Lschecho-Zlaivokes. Im dritten Vierteljahr des Jahres 1926 finfy, wie die neueste Nummer der ^Mitteilungen des statistischen Zentralamtes der tschecho-slowakischen' Republik" mitteilt, 14434 Personen (davon 91-35 Männer m.d 5499 Frauen) aus der Tschccho-Slowakei ausgewandert. Bon diesen waren 10.634 Persotten tschecho-slowEscher, 2178 deutscher, 807 magyarischer, 513 russischer, 448 jüdischer, 49 polnischer und 5 einer anderen NationcMät. Das Hauptziel der Mehrzahl der Ztttswanderer km dritten Vierteljahr 1M2 waren die V e r ei n ig ten St a <kt e n von Amerika (9159 Personen), Deutschland (1884), Frankreich (1105) und Oesterreich (853); außerdem sirtd 753 Personen nach Amerika außerhalb der Verewigten Staaten, 462 nach Jugoslawien, 278 nach Ungarn, 288 nach Rumänien und 402 anderswohin ausgewandert. Die meisten Auswanderer starrden im Älter von 16 bis 24 Jahren (6863) und von 85 bis 3? (6576 Personen). Aus der Slowakei wunderten im dritten Bierteljchr von der Gesamtzahl der Auswanderer (14.634) 771S Personen aus, davon 7154 Personen nach den Vereinigten Staaten. Airs der Podkarpatska Rus (KarpachoruMand)- wanderten in' der Zöit vom Juni bis September 1922 848 Personen ans. Im ersten bis znm dritten Vierteljahr 1922 wanderten rm ganzen 30.671 Personen aus. Bon diesen waren 20.805 tschLcho-slowakischer, 6722 deutscher, 1857 ntagyarischer, 867 russischer, 761 jüdischer, 136 polnischer und 33 einer anderen Nationalität. Misere Kohle. Mt Wrvksamkett von Montag den 14. d. pierden dhr Pveife für oberschlesische Hausbrandkohle in Wien eine Herabsetzung erfahren. Won diesem Daye an wird GROSSE OKKASION mmm Regenmäntel . . R 125.000 ® IllafOf}. Leinenwaren, Waschwaren, v , * Stoffe, Wäsehe - sehr billig H Ö8US! Schiffmann (I., Taborstraße 48 Telephon 47-1-79 En gres Sn detail Müenü ■h MMdM»