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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-11 · Heft 1524 (11.5.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1524 (11.5.1923)
Date
1923-05-11
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ä$1624 Mw, Fr eltag An diesem schmutzigen Pöbelgeiste soll nach der MeittMg Jt Bande die Welt genesen! Aber Herr Fritsch, der roch nmner in seinem „Hammer" sein Handwerk treiben darf, konstaÄert bei der Besprechung der Anftösung der PutschistenveMnde: „Die Vergiftung der Volksseele und die Aufreizung der medriWen Massenleidenschaften geht bis heute ungchemmt ihMN Weg:" *Das Karlsbader Schachlurnier. In der neunten «Runde gewann Tartakower gegen Thomas, Chajes «gegen Niemzoviez, Rubin st ein gegen T a r r a s ch -und Grünfeld gegen Treybal. Remis endeten die «Partien Aljechin—Teichmann, Reti—Maroczy. Spielmann verlor «gegen Wolf. Die Partien Sämisch—Bogoljubow und Bernstein— Oates wurden irr günstigerer Position für Schwarz abgebrochen. Stcurd nach der neunten Runder Bogoljubüw 6 :(1 H.) Aljechin, Grünfeld, Treybal 6, Maroczy 51/*, Niemzo- «viez, Reti, Teichmann 5, Dates 41/* (1 H.), Rubinstein 47,, Chajes, Tartakower 4, Tarrasch 3'/s, Sämisch 3 (1 H.), Spielmann, Thomas, Wolff 3, Bernstein 2 (1 H.). In der zehnten Runde spielen Tarrasch—Grünfeld, Maroczy—Rubinstein, Wolfs —Reti, Dates—Spielmam:,. Niemzoviez—Bernstein, Teichmann— Chajes, Bogoljubow—Aljechin und Tartakower—Sämisch. * Das Neueste ist ... Das Neueste ist nämlich die Frühlingsteuerungswell-e. Sie gehört zu den selbstverständlichen meteorologischen Begleiterscheinungen des holden Lenz, und es muß als durchaus unbegreiflich «bezeichnet werden, daß die bisherigen Frühlingsdichter es unterlassen haben, 'bei den zahlreichen Verherrlichungen der Blüte- und W-evdezeit des Jahres dieses lieblichen Zeichens zu gedenken. Wenn die linden Lüfte erwachen, so säuseln und weben mit ihnen an allen Ecken und Enden auch die Preissteigerungen, und der letzt», fernste Fleischfelcher läßt mit den Knospen auch die Wurstpreis-e springen. ^Das ist Naturgesetz, das von einer weisen, aus kaä Wohl der Regierten sorglich bedachten Regierung auch in das österreichische Sanierungsprogramm ausgenouvmen und der entjpickten Bevölkerung Aar gemocht wurde. Eine Vorlage, die die ^Frühjahrstenermdg den österreichischen Monatsgrundgesetzen «einverleiben soll, ist in Borberettu-ng, wird aber möglicherweise ejne kleine Bwschiebuug erfahren, damit sie gleichzeitig mit dom ^Gesetzentwurf über die Sommerteuerung verhandelt werden -kann. Vorläufig sind wir allerdings noch -bei der Marenluft der höheren Butterpreise, und die Dichterknaben beiderlei Geschlechts find mit Ernst und Eifer bemüht, DeuerunMvellv mit 'Quelle oder Augen helle in fachgemäße Verbindung zu bringen -oder einen Reim auf Schuh-Preis zu finden, -der lbesfer in die «Stirmnung lenzlicher Auferstchnng paßt als ,Mäus'". Die «Sonne sendet goldene Strahlen auf die bcheeligtö Frühlings" «finr und neue Kraft strömt in die Adern der Enwbäuerin und des HoWäMers. Die TeuerungÄW-elle vertritt in würdigster 'Weise das alte MMugsoPfer, das unbekannten, in himn:- «lischen Höhen thronenden Gottheiten dargebracht wurde. Torich wäre es, sich gegen den Lauf der Natur zu wehren und den: «ewgyen Gesetz entrinnen zu wollen, daß im Lenz die -Tage länger iworden und die Z-iffevnveihen im Ansgabebuch. Aber tiefe Dank- -bmckert erMt den Mvnatsbüvger über die Güte -der Natur, die «immerhin dafür gesorgt hat, .daß es auch in Oesterreich nach wie vorhoffeEch. nicht viel mehr als vier Jahreszeiten geben WÄd. Kater Murr. * Me Juden im ruffischen Kommunismus. Wie der Jonrnalrft N LZ-ru ck aus Moskau meldet, waren unter den ^Delegierten des letzten Parteitages der russischen Kommunisten '*1.3 Prozent jüdischer Abstammung. In dem Zentralkomrtee der Partei, das ans 40 Mitglieder besteht, sitzen 2 Personen Mdüscher Herkunft, von 60 Ersatzmännern ebenfalls 2. Vm^400.0W ^n^mntgliedern sind etwa 40.000 jüdischer * Zarboch, der Diktator von Spitz. Ein christlicher Leser in Iber Wachau schreibt nnsr „Werte Redaktion! Mir ist gestern Ihr!Blatt zugekommen, aus welchem ich ersehen habe, daß Sie sich mit Herrn Mrebürgermeister Zarboch befassen, der vor kurzem In der Gemeindevertretung in Spitz den Antrag stellte, daß die Juden ans Spitz ausgeschlossen werden sollen und sich höchstens jdrei Tage dort anfhalten dürfen. Dieser Herr Zarboch ist sonst -kein solcher Judenfresser, wie er sich gebärdet und wie er der .deutschvöllischen Wählerschaft gerne einreden möchte. Es ist in «Spitz allgemein bekannt, daß Herr Zarboch, dieser Urteutone, wiederholt mit jüdischen Sommerfrischlern tarockierte und daß er jüdische Sommerfrsichler .zum „Sautanz" eingeladen hat Md sehr ttfteut war, wenn sie ihm die Ehre ihres Besuches schenkten. Letzt macht Herr Zarboch in Antisemitismus, weil er.es aus poMschen und anderen Gründer: als praktisch erachtet. Nebenbei gesagt, möchte Herr Zarboch auch gerne Direktor der Bürgerschule in Spitz a. d. Doaau werde». Zarboch ist, so wie alle Schreier dieser Art, ein tüchtiger GefchästSpolittker, dem es jetzt vorteilhaft erscheint in AnüsemiÜSnms zu machen. Er kaM aber auch anders?' Wozu wir bemerken möchten, daß die Inden, die ihn besuchen und mit ihm befreundet find, seiner Freundschaft wert sind. * Die Hintertür. Ern recht pikantes Detail von-der miß- .lungm-en HakeMenAevve^ «in Favoriten, das der .Polizeiboricht allerdings nicht erwähnt und das auch wnst kein «Lied, kein Heldenbuch melden wivd, evfcchren wir «heute. Ms «am Donnerstag abends die WO Hcrkenkveuzleir, die recht und «schlecht die ^deutschen Massen" mimen sollten, angstvoll in den! Rosensälen beisammen saßen -und verOveffelt nach einem Aus- «tveg suchten, kamen sie schließlich aus die gute Idee, sich durch «die HumboldtMe davvNWmachen. Der Mzielle Bericht ist da -etwas ungenau, denn er sagt, das; die Nationalsozialisten sich idirrch eine .Omtevtür" entfernten. Diese Hintertür mußte aller- 'dmgs erst geschaffen werden und man mrchde eöst mit Krampen « die Maneir emes Nebenhauses durchbrechen. Basier Abgang war «zwar nicht heldenmütig, aber notwendig. * Organisation der Wiener Presse. Iw der gestrigen konstituierenden Vorstandssitzung der Organisation der Wiener Presse wurden die Herren Moritz Fuchs, Dr. Pankraz iKmckenhauser und Karl Sedlak m Borsitzdenden-Stellverutoetem, die Hevven Hans KevschHaunr, Dr. Em'il Reich und 'Richard WMMn zu SchviMchrern, und die Herren Max! Forst u»Jb Leopold Rippstein zu Schatzmeistern gewählt. Der «bisherige A-nwM der Rechtsschutzstelle der Organisation Doktor .Viktor Lefford hat sich in uneigsnnützigM Weise bereit erklärt, 'diese Stelle auch weiterhin M versehen. . * Profesior Lorenz in New-Aork. Universitatsprofesior Dr. Adolph Lorenz, der bekannte Wiener Kliniker, war Direktion t Böhm-Bromior 1 ' Wiener Morgenzettung. kürzlich Ehrengast beieinem Bankett dn Bord des Cunard- Niesendanzpfers „Aquitänia" im Hafen von New-Dork. In einer bemerkenswerten Rede nannte er die „Aquitaniä" einen Repräsentanten Englands/ das Schiff sei ein'Beispiel für die hervorragendsten Errungenschaften des menschlichen Geistes. Der transatlantische Dampfer ist ein Riese, der Kontinente und Völker verbindet, und die Cunard-Dampfer sind dazu berufen, diese Verbindung, herzustellen und als Instrumente des Friedens zu wirken. Die „Aquitania" unterhält den Expreßverkehr zwischen Southampton—Werbourg und New- Dork zusammen mit den anderen zwei Cunard-Riesen „Berenaaria" ' und „Mauretania". Alle diese Schiffe haben Oelseuerung und halten den- Schnelligkeitsrekord der Ozeanschiffe. * Eine intevessMte jüdische TrM«ng in Warschau. Dieser Tage fand in Warschau eine außergewöhnliche jüdische Trauung statt. Der Bräutigan: ist ein alter Offizier der polnischen Armee, der sich noch am polnischen Aufstand im Jcchre 1863 beteiligt hatte. Er wurde im Alter von 10 Jahren getauft und kehrte vor kurzem zum jüdischen Glauben zuriick. Die Braut war in ganz jungen Jahren gegen Liren Willen in ein K l o st e r ^bracht worden, wo sie g e t a «s t und katholsich erzogen wurde. Das zum Judentum zuriickgekehrte Paar wird demnächst die Reise nach P a l ä st i n a antreten, wo es ständigen Aufenthalt nehmen will. Die Hochzeit wurde von dem Verein „Hadäth" arrangiert. * Die Generalversammlung der Bu-dapester jüdischen Gemeinde.unter Polizeibewachung. Aus Budapest wivd gemeldet r Dieser Tage fand die ordentliche G e n e r a l versa m m l u n g der Budapester israelitischen R e l ig i o n s g e m e i n d e statt. Großes Aufsehen erregte der Umstand, daß ein P o l i z e i h a u p t m a n n zu der Sitzung erschienen war und sich über den Gang der Verhandlungen Notizen machte, während an den EingangStiiren P o l i z i st e n postiert waren. * Das jüdische Schulwesen in Bulgarien. Das bulgarische Unterrichtsministerium veröffentli chis soeben eine Statistik jener Schulen der. Minder, hei'ts Nationen, die vom bulgarischen Staat erhalten werden. Unter' der Rubrik „I ü d i s ch e S ch n l e n" werden 24 vom Staate subventionierte jüdische Unterrichtsanstalten aufgezählt. Diese Schulen unterstehen dem allgemeinen Jnspektorat der staatlichen Volksschulen. (I. C. B.) * Sterbefall. Vorgestern ist der Kanzleiöffizial der Wiener^ Polizeidirektion Rudolf L a n g im Alter von 39 Jahren gestorben. Offizial Lang war den: Sicherheitsbureau zugetetlt und entfaltete eine ganz besonders erspießliche Tätigkeit als Verwahrer der interessanten Handschriftensammlung des Sicherheitsbureaus, die Schriftproben der verschiedenartigsten Verbrechertypen umfaßt. * Ein unaufgeklärter Fall. In der Nacht zum 10. d. sahen Hafenarbeiter in: F r e u d e n a u e r W i n t e r h a f e n den Körper eines Mannes im Wasser treiben. Es gelang ihnen, den Mann aus der Donau zu ziehen und zum Bewußtsein zu bringen. Er wurde als der 53jährige Arzt Dr. Siegmund G., 9. Bez., Sensengasie wohnhaft, erkannt. Dr. G. ist der Gatte einer bekannten Konzertsängerin. Er gab an, daß er nicht wisse, wie er in das Wasser geraten sei. Die Erhebungen über den Fall. sind eingeleitet. * Palüfttnensische Tenöenzen der kommunistischen Nvale Zion. Aus Berlin berichtet I. C. B.r Das offizielle Organ des Organisationskomitees der linken Gruppe Poale Zion, „Der Kampf", teilt mit, daß in den Kreisen des sogenannten Kommverbandes (kommunistischen Verbandes) „Poale Zion" neuerdings eine Neigung zu spüren sei, zu dem unter dem Druck des Konmmnismus aufgegebenen Palästinismus zurück zu k e h r e n. * To des soll. Donnerstag früh ist nach fast dreißigjähriger Dienstzeit der Bundesbeamte der Amtlichen Nachrichtenstelle, Herr Karl Hackel, im 66. Lebensjahre plötzlich gestorben. Hackel, der dem Bund der öffentlichen Angestellten seit seiner Gründung angehörte, war bei seinen Vorgesetzten geschätzt und bei seinen Kollegen sehr beliebt. * Das Verzeichnis -er Telephonabonnenlen. Die Telegraphendirektion teilt mit: Die Ueberzeilengebühr für das Verzeichnis der Wiener Telephonabonnenten wurde auf 15.000 K., die für das niederösterreichische, beziehungsweise burgenländische Verzeichnis auf 2000 K. pro Zeile erhöht. Für mehrfache Einrückungen gilt bis drei Zeilen eine Mindestgebühr im Ausmaße des für drei Ueb erzeilen entfallenden Betrages. Mehr als fünf Ueb erzeilen sind nicht zulässig. Mne md Kunst. „Rater Dolorosa". (Komödienhaus.) Heinz OrtneP, der Autor dieses Stückes, hat reichlich dafür gesorgt, daß diese Mutter — fleißig und bieder, bescheiden und gottergeben —. eine Schmerzensreiche ist. Die Mitteilunsen aus dem Publikum. Aukfionshaus Albert Kewde i., Kärntnerstrasse 4 ""^ ^""TeTephön 6567 M Freitag den 11, g. morgen Samstag den 12.1, ad 3 Uhr nachm. freiwillige Versteigerung eines Teiles , einer vornehmen Wohnungseinrichtung nebst Beiträgen aus Wiener Privatbesitz. Mobiliar (darunter ein Salon im pompejanischen Empire- . stil, ein Speisezimmer), ferner Luster, Filetstores;; Vorhänge, Teppiche, Brokatdecken, Porzellan, Glasvvaren, Silber, . Bronzen, Japanvasen, Dekorationsgegenstände, Nippes etc. Gemälde! alter und , neuerer Meister, Aquarelle) Stiche, eine Klassikerbibliothek Das mitSchätzungspreisen versehene Verzeichnis ist nur im Auktionssaale, I., Kärntnerstrasse 4, erhältlich 'JB am Mai 1923 Geltet. -----:-1 Ältere Tochter eine Dirne. Der fielbtzchnjährige Sohr», fetbetj verderbt, nimmt an einem Cinibruchsdieibstahl teil und wird,! kaum daß die Mutter entdeckte, daß er gestohlene Äonserven! nach Hanse gelbrncht. hat, vor ihren Augen verhaftet. Sie! nimmt rührenden Abschied von ihrem dritten Kinde, der vier»! jährigen Christll, in der Wsicht, sodann den Schlauch, des GaS-^ Herdes in -den Mund zu führen. Da aber aMßlich dieses Abschiedes der Autor das Kiich erklären läßt, es wolle nicht ohn» Mm:a zurüchbleilben, entschließt sich die Mutter, das> Kind ins Jenseits mitznnchmen und öffnet, das süße Christll im Arm/ den Gashahn. Der zweite M spielt vor Gericht. Beim Kinde nämlich gelang es, die Mutter aber ward errettet. Jetzt sitzt sie, einige Zellen von ihrem Sohne entfernt, wegen Krndesmord in Untersuchur.gshaft. Vor dem Untersuchungsrichter nun gönnt ihr der Autor bei der Konfrontation mit dcm^ Buden einen rosigen Augenblick. Franz zeigt sich reuig. und bittet (die Rlührnng im PuMikun: war unbeschreiblich) für die Mutter Strafe erleiden zu dürfen. Mater Dolorosa lächelt stumm un^ beglückt. Im dritten Mt gewahrt man erschreckt, daß ihr Dornenweg noch lange nicht beendet ist. Die Tvchter, ihr Strizzi und Franz lassen sich's wohl ergehen und begeben sich, einen Gassenhauer trällernd, just ins Wirtshaus, dieweil die Mutter auf dem Umweg iilber den Füisdhof, wo sie ihr totes Kind be« suchte, nach Hause KNvückkehrt. Vor einigen Stunden hatten sie die Geschworenen fteigesprochen, sie öffnet,^ das Herz von-, Hoffnung geschwellt, da sie chren Franzl wiedevgewonnen' wähnt, die Sure ihrer Prolletenwohwung. Leider hört sie. uw mittelbar danach einen furchtbaren Krawall in der gegenüberliegenden Schenke. Franzl stürzt herein, hinter ihm. jener Wachmann, den wir schon aus dem ersten M kennen. Er nimmt1 ihn elbenso wie im ersten Mt mit, diesmal gefesielt, den» Frang einen Mesendiebstahl verübt und in seinen Taschen fanden sich reichlich Banknoten. Was bleibt der Mater DoliX rosa übrig? Sie drückt die Puppe ihres toten Wchterchen ans Herz und begibt sich abermals zum Gasfchlanch« Die kreuzt brave, fürsorgMche, aber ungeschickte Nachbarw hindert sie ebensowenig wie im ersten Mt und man muß armehmen,.da^ sie diesmal endMtig erWst wird... Gleichwohl verdient der ArHunge Antor Beachtung und wchllvollende Forderung. Er ist begabt und, was Wohl z» würdigen ist, gMnldehrlich. Ordner operiert weder mit Pshcho- Analyse noch mit expressionistischer Ausmachung, berstcht sich hingegen Mf Szenenführung, bleibt bescheiden Sn feinet Grenzen, und, eine Figur, der Frcmzkl, zeigt Ansätze tauglicher Charakterzeichnung. Wenn man chn nicht nnteiLrückt, wenn er sich treu ble-ibt und nicht ,-betriebsam" wird, durfte seiw dramatische Begabung. Früchte tragen. Vielleicht beschert vr uns Volksstücke. Eine gute Aufführung. Frau Jtznni Zdeinrtgrwber wußte dem übermäßigen Jammer der bedauernswerten Heldin vornchm beiznkommen. Sie gestaltete mit einfachster Mitteln eine Frau aus dem Volke. Noch unifertitz, aber echtes Dheaterblnt der junge Viktor Fe wsen, voll Verdienst Therelse Belllau, «Lola Uvban Kneidtwger und Fritz Hof< b a ne r, der auch die Regie führte. Weniger Mcklich Rnldoff Klausner als Untersuchungsrichter. Das PMÄum bere». tete dem Autor einen starken Erfolg. O. A. Konzerte. Die drückende Hitze wich ein gesNWcher Degner der Konzerte. Namentlich in dem ganz unzularpKich verEerten Mnisikveremssoal herrscht eine fast tropische« Tempemtur, in der der Aühendste Enthusiasmns dahin-! schnttlzt. Wäre der NegertöAor Roland Häyes länger inj Wien geblieben^ ihm wäre erst jetzt bei Ms warm ge-! worden. — An zwei Menden dichgierte B«tno Walter! in übervollem Salaile -7man kann die Ausdauer des Pu-j blikmns nicht genug bewundern. — Beethovens „Nennte"! mit der ihm eigenen Begeisterung «rmd mußte immer wieder! den Taktstock mit dem feuchten Taschentuch vertauschen, umsich gegen ein. unfreiwilliges Bad zu" schützen. S y w-- phonieorchefter, Philharmonischer Chorj und Kaufmänursche-r Ge-slrngsvcrein, die So^« listen Fmu M.e rz-T un n e r, Fräulein And laty, Herr! Mai k l und Herr Mayr waren von bestem Willen er-! füllt, doch die Hitze war flacher und lähmte den Schwung! des Fvoudenhymnus. In -einem Konzert des p h i l h ar mvni-s ch e w Chores, in dem die Damen Merz-Tupner und Anday, die! Herren Wälde und Manvwarda mehr exakt als inspirirrt! die Soli sangen, dirigierte Brimo Wrlter Handels ,Mes-. sias". Er nahm breite, gemächliche Tempi, hegte und «Pflegte^ die Gesangsmelodie und erstickte damit das dramatische« Feuer, als ob dieses nicht aus der Seele der Händelschen: Musik ebenso -emporschlagen sollte wie ans jener Beet-! Hovens. — 'Im Verein mit Arnold Rose gab Walter^ zwei Sonatenabende: Rose hat die strengere, prresterlichere Art des Muftzierens, bei Walter klingt alles lebensfroher, mehr nach Mozart und Schubert ihingewendet; doch finden sich die beiden VoMutmnsiker «immer wieder in schönster Harmonie. Die Singakademie «Mmrete «Fohannes Brahms» ihrem 'chemaligen Dirigenten, ein BokMmzert und brachte« unter Paul v. Klenaus energischer Führung ihr gewidmete gemffchtchörige Vobksli-eher zur AuMhrung. Die Frauenchöre Mit Begleitung von zwei Hörnern und Harfe schönen nur flüchtig geprobt, um so schöner gelangen die -von den Damen Mihacsek und Bittner, den Herren , » » 1 11 1 M «Ata 3 Preise im Werte von 5 Millionen Venetianische Nacht mit Koriandolikorso und Belustigungen Bai champetre (Tanz im Freien) _ VflT' vnLMvss^^ariet6progr8D^^ä^2^hLdlWn''MU smtaaasoss ^^./++-0736B 1

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