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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-10 · Heft 1523 (10.5.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1523 (10.5.1923)
Date
1923-05-10
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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\ .< 4'' | EiM i Mm, Donnerstag Wir««: Mo« gtt,zeUm»g. ' - " 10. Mat 1SW Mr. ISS» Sin englisches Ultimatum an Rußland? London, S. Mai. (Tek.-Kvmp.) Die englische Protest- 'yote an die Go-wjekeKeru-ng ist gestern veröffentlicht worden. Sie wird von der Presse als Ultimatum bezeichnet. Es wird Ein der Sotchetregierung eine Frist von zehn Bügen eingeräumt, um auf die Fragen des Foreign Office pt antworten, andernfalls würde sich die Londoner Regierung gezwungen sehen, den Schluß zu ziehen, daß die Sowjetregierirng 'nicht den Wunsch habe, das englischrussische Handelsabkommen weiterhin bestehen zu lassen. Innerhalb dieser zehn Tage muß die Sowjetvegierung >lußerdem folgende Fordemngen erfüllen: 1. Sofortige Einstellung der bolschewikischen Propaganda im Orient. 2. Anerkenmmg der Entschädigungsansprüche der englischen Staatsangehörigen, die von den Russen mißhandelt oder deren Güter von den Sowjetbchörden beschlagnahmt worden sind. 3. Unzweideutiger Widerruf der arroganten Mitteilungen in der Antwort aus dir Vorstellungen der englischen Regierung in der Frage deZ Prälatenpr<^effes, die von Weinstein unterzeichnet war. Ztaliens Antwort. Rom, 9. Mai. Wie „Popolo" ankündigt, werde die italienische Antwort aus die deutsche Note der englischen Antwort den Vortritt lassen, wenn auch nur ein solcher von wenigen Stunden. Sie werde Deutschland einladen, seine Vorschläge genauer zu präzisieren und urMveiselhafte Garantien anzubieten. Die italienische Note bezeuge die Übereinstimmung Italiens mit Frankreich bezüglich der Reparaiionspsänder, stelle aber fest, daß die Teilnahme Italiens an der Ruhrbesetzung mlr Zwecks der technischen Kontrolle diene. Die Note vermeDe jeden Schein von Uneimgfkeit zwischen den Alliierten und betone deren gemeinsames Interesse an der Lösung der Reparationsfrage. Dir italienische Note liege zur Zeit der englischen Regierung zwecks Herstellung der Uebe.reinstimmung oor, jedoch sei der Text beider Noten verschieden. kntenteprotest in Lausanne. Lausanne, 9. Mai. Die Delegierten Frankreichs, Englands und Italiens haben heute Jsmet Pascha einen gemeinsamen Protest wegen der von der Regierung von Angora gegen die fremden Banken in Konftantinopel und Smyrna ergriffenen Maßnahmen überreicht. Einberufung des Völkerbundes. - Genf, 9. Mai. Der Präsident des Völkerbundrates hat chie Wlkerbundversamrnlung auf den 3. September 1923 ein berufe«. Die Versammlung wird die Maßnahmen zu prüfen haben, die zwecks Durchführung der Beschlüsse der frieren Volkerbundversammlung ergriffen wurden, namentlich mit Bezug auf die Herabsetzung der Rüstungen, die Sklaverei und den kanadischen Zusatzantrag zu Art. 19 des Paktes, der die Mitglieder des Völkerbundes verpflichtet, die territoriale Unversehrtheit aller Bölkerbundsmitglieder gegen äußere Angriffe zu schützen. Mitteilungen aus dem Publikum. Auktionshaus 1., Kärntnerstrasse 4 Albert Kende Telephon 6567 Borges Freitag len 11. and Samstag den 12.ab 3 Uhr naebmltlags freiwillige Versteigerung eines Teiles einer vornehmen Wohnungseinrichtung nebst Beiträgen aus Wiener Privatbesitz. Mobiliar (darunter ein Salon im pompejanisehen Empirestil, ein Speisezimmer), ferner Luster, Filetstores, Vorhänge, Teppiche, Brokatdecken, Porzellan, Glaswaren, Silber, Bronzen, Japanvasen, Dekorationsgegenstände, Nippes etc. Gemälde alter und neuerer Meister, Aquarelle, Stiche, eine Klassikerbibliothek Oefifentliohe Ausstellung heute Donnerstag den 10. d. von 10 bis 6 Uhr Das mit Schätzungspreisen versehene Verzeichnis ist nur im Auktionssaale, I., KBrntnerstrasse 4, erhältlich *Iauersch«tz*. Leeren: (Summt Marke „Eyklop" dauernd benützbar, mit Gebrauchsanweisung per Stück K £ooo, stark K sooo, L Jabre Garantie K lo.ooo u. 12.000. 1 balLe» Dhd. 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Rw$, £ ■ €.€bariemont,Clto,Ecs$i,€.Bfass,G,Bochtnann,mesz§ly, » 5 morron-maiier, m. flanttJ, T. Stuck, 3. Uiilega* etc. etc. g ■ ■■■■(HUB Xilnstr. Katalog K ao.ooo ■■UBHnna L. & C. HARDTMUTH’3 KOH-I-NOÖR-BLEISTIFTE MEPHISTO-KOPIERSTIFTE ANERKANNT UNERREICHTE FABRIKATE ZU HABEN IN ALLEN BESSEREN PAPIERHANDLUNGEN Tagesbericht. zionistisches Landeskomitee Wr Sesterreich. Der 1. Juni wird als Endtermin für die Ab.lies erm n g und Abrechnung -der Schekalim festgesetzt. Die nach diesem Termin abgvliesevten Schekalim werden bei den Kongreßwahlen n i ch t 'berücksichtigt werden. Die Sektionen, Sonderverbände usw. werden dementsprechend aufgesvrdert, die noch zur Verfügung stehende Zeit für einen intensiven Schekelbetrieb cmszunützen und ihre Schekelsammlungen bis zum SO. Mai abzuschließen, da sämtliche Schekelgelder sowie die Endabrechnungen bereits am 6. Juni im Besitze der Londoner Exekutive sein müssen. Es ist Ehrenpflicht sämtlicher Sektionen, Sonderverbände und aller Gesinnungsgenossen, sich an der Schekelpropaganda möglichst zu ^beteiligen, damit das für unsere Landsmannschaft vorgeschriebene Schekslkontingent von 50.000 Schekalim ausge- -bracht tverden kann. Ein Notruf an Menschenfreunde! Der Verband der jüdischen Kriegsbeschädigten, Invaliden, Witwen und Waisen in Wien, 2. Bez., Obere Dmaustratze 65, Tür 4, sicht sich gezwungen, sich an alle Menschenfreunde mit der Bitte um Hilfe zu wenden. Eine große Anzahl der vom Kriege am herbsten heimgesuchten verstümmelten und verkrüppelten Wischen Invaliden, «der Frauen und Kinder der gefallenen jüdischen Soldaten leidet sehr große Not. Es sind verschämte Arme» die cher verhungern, als ihren Jammer zur Schm zu tragen. Männer und Frauen wollen sich durch eigene Kraft emporarbeiten, jedoch die verkrüppelten und verstümmelten Glieder, die erblindeten Augen und tauben LHren versagen den Dienst, der von Hunger steche Leib kann auch eisernem Willen nicht mehr gehorchen. Um ben furchtbaren Unheil zu steuern, gründeten wir anfangs des Jahres 1919 unseren Verband, der nunmehr 3000 - Mitglieder mit einem Familienstände von nahezu 15.000 Seelen zählt. Der überwiegenden Mch-r-ahil dieser ,Fremdes ist die Aufnahme in den österreichischen StaatSverband verweigert worden. Ihre einige Heimat ist nnnncher unser Verband! Wir haben es »ms zur Ausgabe gestellt, die UnIbeAeideten mit Gewand z»i versehen, die Hungernden zu sättigen, den - Krüppeln Prothesen zu verschaffen nnd die so arbeitsMg Gemachten in Handwerken zu unterweisen, Arbeitsgelegenheit zu vermitteln und den Kranken und Vreschaffen Hvilmittel, Aerzte und HerPätten -u verso-chen. SAr hatten dabei ober auch mit gab uns wenig, das iJnland fast nichts. Und so zwang uns d^ Geldentwertung und Preissteigerung der Rohstoffe, unsere iiä Jahve 19919 errichteten und mit allen nrodevnen elektrisches Anlag enausgestatteten Schneider- und Schusterwerbö statten, die vielen Kriegsbeschädigten und ihren FamAie» Len Lebensunterhalt gewährten, im Juli 1928 vorläufig zq schließen. Wohl suchten wir mit aller Kraft den: Elend zu steuern;^ aber was nützen „momentane" kleine llnterstützungen, die wir^ um dem größten Glend zu steuern, verteilten! IM Febmar und März 1923 mußten wir zur Bekleidung der Bedürftigsten ungefähr 28,000.000 K. austvenden. Damit sind aber auch unsere! Mittel gänzlich erschöpft. DaS Elend und die unseerr Schützlinge aber steigt ins Uferloise. Es melden sich bei uns viele solcher Unglücklichen mit der Bitte um Prothesen,' noch mehr um lUutepbringnug in Heilstätten gegen die tückisch^' Tuberkulose, und alle insgesamt wünschen eheste Wiedereröffnung unserer Werkstätten, damit sie sich ihr Brot in Ehren verdienen können. Brüder und Schwestern bcS In- und Auslandes! Wir müssen unbedingt die himmelschreiende Verelendung der Tausende jammervollsten Kriegsopfer mit allen Kräften verhindern/ Wir erlauben uns daher die inständige, herzliche Bitte an alle Menschenfreunde um rasche und reichliche Gabe an Geld, Werkzeugen, Rohstoffe und Gewändern zu richten und um 'Unterstützung unsrer Bestrebungen nach jeder Richtung. Verband der jüdischen Kriegsbeschädigten, Invaliden,! Witwen und Waisen, Wien, 3. Bez., Obere Donaustraße Go,: Postsparkassenkonto 191.132; Bankkonto: Wiener Bankverein,' 9. Bez., Nußdorferstraße 6. EigMe Schneiider» uüd Schuster- Werkstätte, 20. Bez., Hoinzelmanngasse 16. Der Brotpreis unverSndert. Die Nachricht, daß sich der Brotpreis in der nächstes Woche infolge Ermäßigung der Mehl preise nivdrigeq gestaltelt werde, entspricht nicht den Tatsachen. ' Wie wir erfahren, bleibt der Brot-Preis in der nächstens Woche unverändert. Die gestrigen Kommuniftenversammimige«. Gestern hielten die Kommunisten in einer ganzett Reche von Bezirken Versammlungen ab, die unter der Ta« gesordnung „Der Kampf gegen den Aufmarsch der Re-, aktion" zu den jüngsten Hakenkreuzlevkrawallen in Hernals,' Meidling und Fcooriten sowie zu der Frage deS Abbaues des Mieterschutzes, der Auflassung des Pveistreibereigesetzes und anderen PrMernen Stellung nahmen. Die Versammlungen, in denen eine sehr erregte Stimmung gegen die Hakenkreuzler zu konstatieren war, nahmen einen ungestörten Verlaus und auch nach Schluß derselben kant es zu keinerlei Zwischenfällen. Wertere Versammlungen! finden heute und morgen statt. kröffmm» d« Badesaifon. Die städtischen'Sommerbäder, deren Er«! Öffnung für den 18. Mai geplant war, werdm zum Teil' schon Samstag den 12. Mai in Betrieb gesetzt werdend An diesem Tage werden folgende städtische Badeanstalten ihren Betrieb ausnehmen: die Strandbader Gänsehäusel,: Alte Donau, Mühlschüttel, Stadlau und' Kuchelau; das' Schwimmbad im Theresienbad und das .Stvombad (mit! Sonnen- und Luftbad) Aspernbvücke. Die Eröffnung aller übrigen städtischen Sommerbade. anstalten erfolgt Freitag den 18. Mai, Keim Ueberuahme der Kahlenberg bahn durch die Gemeinde. Der Kahlenberg und die zuihm hinauWhrende Bahk^ standen seit Jahren schon wiederholt im Mittelpunkte großes Projekte. Manches Projekt wurde auch in Angriff ge-j nommen — wir erinnern nur an jenes, aus dem Kahlenberg' ein großes Sommertheater und weAstädtssches Dergnügungs-' etablissement zu errichten, das aber wegen der geringen Kap!-' talien sehr schnell zugrunde ging , es waren schließlich immer die ungcheuren Berkehrsschwietigkeiten, welche der VerwiMichung der Projekte entgegenstanden. St fristete der Kahlenberg, diese Perle in der Umgebung Wiens, Jahrzehnte hindurch ein AschenIbrödeldaseM. Langsam schlängelte sich die Zahnradbahn an den Hängen des Berges bis hinauf zu dem KahleMerg-Hoitell, das wiedecholt seine Beisitzer we>chselte. Der Krieg und die Nachkriegszeit Men auch aus den Kahlenberg ihre Wirkung. Der Verkehr auf der Zahnradbahn stockte, endlich hörte er ganz aus, der Betrieb wurde eingestellt, das Betriebsmaterval sowie die Schieneü und alle Eisenbd. standteile verrosteten, mit einem Wock, die gaivze Aula ge ging Mgrnnde. Nun wurden in letzter Zeit Nachrichten in der Oesfenv, lichteit vMantlbart, daß die Gemeinde Wien gemeinsam: mit dem Bunde die ganze Anlage der>Kahtenbevg!bahn mit^ denl Hotel ankaufen, und sie weltstädtisch «tSgestalien wolle. ZweiMos würde eine solche Vösmg von Erfolg be«j gleitet sein und in der BevMemng di« größte^ Sympathie aus-' lösen. -Leider ist aber an die ReaWevMg dieses PwjeLtes nicht zu benfetu Die Gemeinde hat jetzt astdsre Sorgen, tn ihrem großen Iuvestitiousprogramtae, «MrniMch Hunderte^ _ .. .. . .. . *

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