Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1522 (9.5.1923)
- Date
- 1923-05-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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M WSS_Wien, MMo'ch nicht allzu Langer Zeit für ikamtt Möglich tzeihalien hätte. Möst im freien Gnertka ziM die aMsemitifche Agitation Ides- An^ttwWönigs Ford rmmer wertere Kreise und sie jdarf wegen Hrer starken Geldguellen nicht Unterschätzt iwerden. Nicht 'besser liegen die Verhältnisse in Europa,!wo der Antisemitismus immer mehr an Boden gewinne. ' Die stärkste Waffe gegen den Antisemitismus aber ist Palästina. Herzl habe gesagt, der bloße Bestand einer Mdffchek Heimstätte werde bewirken, daß die Juden in der Diaspora ganz anders dastchen werden, als bismvn. Wir müssen heute Palästina zur Sache jedes Juden ohne Rücksicht auf seine Parteizugehörigkeit Machen. Es ist daher notwendig, die Organisation auf das Intensivste auszubauen und für tatkräftigste Propaganda Sorge zu tragen, damit die Arbeit für Palästina dom einzelnen nicht mehr ein Opfer, sondern zur freudig erfüllten Wicht werde. Herzls Tagebücher und die Aguda. In feitteit Tagebüchern erzählt Herzl, daß ihm ein- ^d, bevor er Zionist wurde, der Gedanke durch den Kopf ssirhr: Die Judensvage durch die katholische Kirche zu jlösen. Die Wiener Aguda greift in ihrer Presse diese Stelle aus dem Zusammenhänge heraus und fragt, was jman dazu sagen würde, wenn heutzirtage jemand in bezug pnf die Judensvage dasselbe schriebe. Die Antwort, auf diese Frage fällt nicht schwer. Man kann einfach das sagen, was eben diesbezüglich zu sagen ist. Daß nämlich die assimilatorische Erziehung unsere besten und genialsten Männer zu so bedauerlichen Ein» fällen führe« kann und daß aus dem Werdegang Herzls die Heiligkeit der zionistischen Idee hevvorgcht, indem diese fein jüdisches Gefühl derart entzündete, daß er für die fWiederaufrichNkNg feines Dolles seine Gesundheit und sein Leben geopfert hat. Die Aguda-Presse bezeichnet es ferner als Verbrechen, baß die Herausgeber teS Tagebuches die erwähnte Stelle nicht unterdrückt haben. Ich glaube, daß die Herausgeber diesen scharfen Vovwurf nicht verdienen. Sie sind einfach der Art der jüdischen Geschichisüberlieferung treu gehlieben. Die Bibel hat auch die Verirrungen jener jiidischen Führer nicht verheimlicht, deren Namen dem Mischen Volle besonders heilig sind. Ebenso der Talmud. Die Aguda hätte freilich derartige Stellen unterdrückt .— ihrer eigenen Methode gemäß: Sich immer anders zeigen pls man ist! Sie gibt beispielsweise vor, für das jiidische Nationalheim in Erez Israel zu arbeiten, und heimlich schickt sie Delegationen zu den Feinden des jüdischen Volles (Northeliffe, Beaverbrook! — vergl. „Havlan" Nr. 14), um die Zionisten zu denunzieren. Aber man beruhige sich! D<5r scharfe Vorwurf gegen die Herausgeber des Tagebuches ist ja gar nicht evnst gemeint. Er dient nur dazu, die Anstößigkeit der Sache möglichst kraß hervortreten zu lassen. Im Grunde ist die Aguda froh, daß Herzl einmal diesen.Gedanken, wenigstens einen kurzen Moment, hegte und daß dies auch veröffentlicht wurde, da sie daraus für ihre nnM'ffche Trennungs- Politik Kapital schlagen kann. Auch darin ist die Aguda der jüdischen Tradition untreu geblieben. Die talm irdischen Wessen suchten immer Milderungsgründe für Ver-- trrungen Mischer Persönlichkeiten, die sich um ihr Volk verdient gemacht hatten. „Wer behauptet, Salomo habe gesündigt, irrt." „Dieser wollte bloß dem Kc mosch einen Altar bauen, baute aber tatsächlich n i ch t." Sabbat 56 b.) Infolge seiner unjüdiischen Erziehung hatte Herzl einmal in bezug arff die Judensvage einen unjüdsschen Gedanken gehegt, tatsächlich aber schloß er sein Judentum immer inniger an sein Herz und arbeitete mit Ausvpfevmtg seines Lebens für die Erhaltung und Wiedergeburt des jüdischen Volles. Aus jenen Gedanken, der einst jm Herzl flüchtig auftauchte und verschwand, tveist die Aguda mit schlecht verhüllter Befriedigung hin, anstatt sein unsterbliches Werk hervorzuhebm und zu fördern. Das ist echt agudistisch! B—a. London im Sporttaumel. Das englische Cupfinale. Der männliche Kampfsport hat seinen Siegeszug über die ganze zivilisierte Welt beendet, ohne daß man das Ziel seiner Entwicklung auch nur annähernd abzuschätzen vermag. Uns Wienern kann man mit sportlichen Massendarbietungen nicht so leicht imponieren, da wir aus unserem Sportplatz Hohe Warte so manche sportliche Demonstration für die Leibesübungen miterlebt haben. Bei den großen Fußballspielen erreichen wir Besuchsziffern, die auf dem Kontinent als Rekord gelten können. Was sich aber am 24. April vor den Toren Londons, also im Mutterlande des Sports, abspielte, grenzt ans Fabelhafte. Für diesen Tag war nämlich das englische Eupsinale, in dem einander der Provinzverein Bolton Wanderers und der Londoner Klub Westham United gegenüberstanden, angesetzt. Das Cupfinale bedeutet für ganz England einen Feiertag, an dem alle Betriebe bereits um 11 Uhr vormittags gesperrt werden. Die Feststellung, daß an diesem Tage das Dreiinselreich im Zeichen, des Sports steht, erscheint keineswegs als Phrase. Die Vorarbeiten für diese Veranstaltung grenzen ans Gigantenhafte. Diesmal wurde im Wimbley- Park ein eigenes Stadion erbaut, das als Monumentalwerk angesprochen werden kann. Der Eisenbetonbau bietet ungefähr 140.000 Zuschauern Raum, wobei die gewaltigen Rampen zur Höhe von sechs Stockwerken ansteigen. Eine gedeckte Tribüne saßt 26.000 Sitze. Das Nordportal, das von zwei Türnren flankiert wird, ist eine architektonische Meisterleistung. Der Bau des Stadions, der ungefähr neun Monate dauerte, kostete in österreichischen Kronen 70 Milliarden. Technisch vollendet arbeitet am Tage des Cupfnrales die Wüsche Presse. In tat JonrnMWlogm des Stadions, sind _ Wiener Morgeitzettitns-_ 9. Mai 1928 _e&tefi Der Sauhaufen in der Sachdemodilifierung. Die Fortisetzung des Zeugende chörS, dem gestern drei beeidete Kammevstenagraphen zngezogen wurden, brachte nähere Aufklärungen über die ziemlich verwickelte Affäre Brück. ES wurde mitgeteilt, daß, im Nachlaßvevfahren «ine Vermogensvovschreiibung von Aber 140 Millionen erfolgte und daß auerdem 300 Millionen als Pfvsonaleinkoiinmensteuer vorgeschvieben wurden. \ Der frühere Finanzmmi-sstr Dr. Grimm ergänzte feine ersten Aussagen. Er habe ksineswsK die Affäre vertuschen wollen. Sofort, nachdem er von Dr. Hornik den Bericht mit den ominösen Listen erhielt, habe er angeordnet, daß die Büchel des Brück dem Gericht übergeben werden, falls nicht das Ministerium deS Aeußern aus politischen Gründen dagoM Einwendungen erheben werbe.- Tatsächlich ist die Uelbersendung der Büchel unterblieben, nachdem das Ministerium des Aeußeni Einwendungen erhob. Dr. Hornik sagt aus, er habe seit der Wäre Läufer, des Nachfolgers Oppenheims in der Hauptanstalt für Sachdemäbvlffierung, bei Dr. Grimm nicht mehr vorgesprochen. Dr. Grimm antwortet, dies sei ihm ganz neu, er habe geglaubt, daß Dr. Hornik deshalb bei chm nicht mehr vorgesprochen habe, weil er chn früher einmal ersucht habe, mit seinen Verdächtigungen vorsichtiger z« sein. Das Verhör dreht sich sodann um die bckkannte Sitzung der Beamten im Finanzministerium, wobei zutage kommt, daß die Wcchfengeschäfte der Hauptanstalt für Sachdemobillisierung politischen Charakter trugen. Seiktionsrat im Finanz- Minister rum Dr. Wexander Frisch meint, er habe selbst bei Nennung des Namens Oppenheim aus dem Büchel des Brück an den Direktor Oppenheim gedacht. Die Gegenüberstellung dieses Zeugen mit Dr. Hornik gibt einen sehr tiefen Einblick in die Art und Wesse, wie Korruptionsfälle behandelt oder vielmehr nicht behandelt wurden. Es ergibt sich, daß d a s gesamte Personal der Militärkanzlei in Wien im Vorjahr verhaftet wrlrde, weil die Funktionäre von Parteien Geld genommen haben, die sie dann bei den Auszählungen bevorWgten. Bei einer Affäre des rumänischen W i r t s ch a f t s st a b e s lmtttat vier oder fünf Personen verhaftet. Der ganze Prozeß wäre niedergeschlagen worden, wenn sich Dr. Hornik nicht dagegen gewendet hätte. Das Verhör streift sodann schr leise und ohne nähere Aufklärungen zu bringen den Fall Delphin er, die Wäre eines Obermtondanten, eine Strafsache aus Schweden, und einen Prozeß betreffend das Fliegermater'lal. Dr. Hornik jucht aus, daß es nur seinem Einschreiten zuznschreiben war, daß die skandalösen H yl z ab stock un g sverträge (Reichenauer und Hamburger) tatsächlich storniert wurden. Er erwähnt, daß er seit zwei Jahren einen Herrn verfolgt habe, dedurch Schiebungen mit Schweizer Franken den Staat schwer geschädigt häbe. Dieser Herr sei vor acht Tagen verhaftet worden. Sektionsrat Frisch bestätigt, daß im FinanzMinisterimn bei einigen Fällen eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten war. An eine Bestechlichkeit des Direktors Oppenheim habe er nicht geglaubt. Ministerialrat Dr. Patzauer, der Adjutant des Gener-alkmnnüssärs Dr. Ziimmerman sagt aus, er habe Direktor Oppenheim unbedingt für unschuldig gehalten. Der Direktor-Stellvertreter des Staatlichen Kreditinstituts Doktor Pelikan, früher Sekretär des Dr. Oppenheim, deponiert, daß sich dieser weigerte, mit Brück in Verbindung zu treten. lieber jede Waffenlieferung, die, mit Brück abgeschlossen wurde, ist ein Protokoll ausgenommen worden. Oppenheim hat mit Brück in solcher Weise verkehrt, daß sich der Agent darüber beschwerte. Ein privater Verkehr hat nicht stattgefunden. Was die Waffenlieferungen an die Tschecho-Slowakei cmbetrifft, so befand sich früher im Hause der Sachdemobilisierungsanstalt ein« ts 5)ech o-slow akische Kommission, die bei jctan Hufnagel, der verspätet geliefert wurde, mit Repressalien drohte und Mer die Preise unendlich feilschte. Diese Kommffsion hat sich aber um tiie Wafisenliestvurvgsn nicht gekümmert.^ Es ist nun ein einziges Geschifft direkt mit der ffchechffchen R-egiemng aibgeischlossen worden, alle anderen gingen durch Drück,! der sich der Protektion der tschechischen Rsgievnng erfreute,; weil er während der Untevsuchungshast im DivffionSgericht mit' Kramarsch, Raschln und Klofaffch bekannt wurde. Aus verschiedenen Fragen des Advokaten Doktor Stein buch geht hervor, daß ein Schr^iblfräulem, namens Steffi Heller, aus der ScchdemobMiemnMnstalt wieder-- holt bei Brück verkchrte, ihm Men übermvbtelte und von ihm Gold echielt. Jm Nachlaß Bvücks wurden auch drei bet»; trauliche Akten der Anstalt gefunden. AE DirMor; Oppenheim seststellen läßt, daß bei seiner Anstalt gegen^ tausend Beamte und eine noch größere Anzahl von Arbeitern tätig sind, weshailb eine strenge Ordnung sehr schwer ist, bemerkt Dr. Hornik, daß er im Liquidierungsaimt mit einem Stab von 49.000 Beamten zu rechnen hatte, und daß trotzdem alles in vollster Ordnung fei. Direktor Oppenheim: „Sie haben ein organffiertes Werk übemoutmen, ich aber eine« Sauhaufen!" Ssktionschüf Dr. Thaa, Bigeprätsidsnt der Rationcrlbank, sagte aus,' daß er die Valutengeschäste der Sachdemobilffierung mit dem Allgemeinen Kreditinstitut 'kannte, und daß diese Gefchäste von der Regierung bewilligt waren. Er habe Mer SM*' ncktor Oppenheim die Auskunft erteilt, daß dieser ein ehren-; werter und vertrauenswürdiger Man» sei. Hossekretär Dr. Hora k, seiMrzeit Verbmdungsorgan^ der Sachdemobilisiernng mit dem MWitärliguidierungSamt,; sagt Mer seine Aussprachen mit >dem Sekretär Brücks Karl. Hinterberger aus, der ihm von den Geheimbüchel«; Brucks Mitteilung machte. Das darüber außgenommene Pro-i tokoll wird verlesen. Es enthält genaue Angaben Wer die Ver-i gangenlheit Brücks, der die gekauften Waffen nach der Tschecho-Slowakei, nach Ungarn oder Polen verschoben halbe. Inseinem Kassalbuch sei Direktor Pelika«; mit Beträgen von 10.000 und 20.000 K. eingstraigen. Auch Di-; rektor Oppenheim sei im Kasfaibuch eingetvagen, wobei sein; Name abgekürzt war. Einmal feien IOjOOO, dann 50.000 utt&; 25.000 KronM eingetragen. Hovak hat von diesem Protokoll i dem DwÄtor.Oppenheim gar keine Mitteilung ge-! macht. Direktor Oppenheim stellt fest, daß er weder bei berj MeMübank noch bei einer anderen Bank ein Depot besaß. Jm Verlaufe des weiteren BeweisversahvenS wurde er-, gänzungsweffe neuerlich Sektionschos Dr. Htlltnger der-st nomnnen. Der Zeuge berichtet über die Buchführung bei der; SachdemobilffterungsanstM und gab an, daß die Buchführung; anfangs nicht ans einen so großen Betrieb evagerrchtet war- und sich daher Mä-ngel ergäben. Ministerialrat Dr. Adolf M a ch a> WÄcher das Protokoll j mit dem H'interberger auftvcchm, gab an, daß Pr^ident^ Dr. Hornik ihn vorher aufmerksam machte, daß Hmtärberyer! einmal Am Steinhof war und daß daher die Vernehmung! mit entsprechender Vorsicht zu machen- und daher auch beIüglich! der Glauibwürdigleit des Hiuterberger die größte Vrrsicht ge-i botm sei. Der Zeuge erklärt, daß aus ihn Hinterberyer tar Eindruck eines normalen Menschen gemacht halbe. Nach Verlesungen mehrerer Protokolle und KorfftatieviMgen aus den Akten wuvde das Beweisverfahren geschlossen.! Zur allgemeinen Ueberraschnng wurde hierauf vom Vorsitzenden eine neuerliche Msi^leichaktion eingele'tet, die dass Resultat zeitigte, daß Dr. Hornik und Direktor Oppenheim sich gegenseitige Ehrenerklämngen abgaben, worauf Klage wie GegenNage zurückgezogen w'nrde.^ Dieser Ausgang der recht merkwürdigen Mrgüleysnheit, die rmti ihren sonderbaren Begleitumständen ziemliches Aussehen her-; vorrief, hat allgernemes Erstaunen erregt. Dutzende von Fernsprechapparaten angebracht, die mit den großer: Zeitungen in direkter Verbindung stchen. Die auf dem Sportplatz anwesenden Journalisten übermitteln ihre Eindrücke ununterbrochen telephonisch den Redaktionen, wo die Diktate von Stenographen ausgenommen werden. Die Berichte gelangen sofort in Druck und bereits eine Stunde nach Beendigung des großen Spieles eilen Zeitungsverkäufer durch die Straßen der großen Städte und übermitteln den Passanten die Berichte über das große sportliche Ereignis in Form von Extraausgaben. Beim letzten Ertpfinale waren zwei Wiener, und zwar die Herren Baltaxe (Hakoah) und Bar dach (Vienna) anwesend. Wie Herr Bardach berichtet, waren sämtliche Hotels bereits überfüllt, als er wenige Tage vor dem denkwürdigen Sonntag in London ankam und er mußte froh sein, in Hendon, einer Vorstadt Londons, Quartier zu bekonrmen. Von seinem Hotel kann man unter normalen Verhältnissen mit einem Auto in 20 Minuten in den Wimbley-Park gelangen. Der Zustrom zum Stadion war so gewaltig, daß das Auw eiueinhalb Stunden zur Zurücklegung dieser Strecke benötigte. Schon am frühen Morgen kamen zahllose Charabanks (eine Art Eook-Gesellschaftswagen), die 40 bis 60 Personen fassen, aus Liverpool, Bolton und den anderen großen Fußballzentren. Die Wagen mrd ihre Insassen trugen bunte Fahnen in den Klubfarben der beiden Finalisten. Auch zahlreiche Standarten mit aufnmnternden Inschriften waren zu sehen. An 200 Extrazüge liefen in den Bahnhofshallen Londons ein, wobei ebenfalls die Lokomotiven und Waggons mit Bändern, Schleifen und Flaggen in den Farben der . Klubs behängen waren. In den Straßen der Stadt begegnete man aus Schritt und Tritt Sportenthusiasten, die Papierzylinder, Papierkappen und komplette Papierkleider in den Farben der -Heiden MannMasten tzügen. Lebende WMots. (Glücksbringer) trieben schon in den Vormittagsstunden auf Straßen ttttfo Plätzen ihre Scherze. Die Sportler vevursachten mit Ratschen/; Glocken und Pfeifen einen Höllenspekiakel. Man wähnte sich in den Karneval versetzt. Die blau-roten Farben Westhamsüberwogen die der Gegner. Mit Rücksicht darauf, daß der; Londoner Klub den Spitznamen „the Hammers" (die „Hämmerer" trägt, schwangen. zahllose Personen einen Hammer in den Händen. Am Nachmittag sah man Wagen, auf denen lebensgroße Puppen als Boltanians angezogen waren und Autos, die mit blau-rot kostümierten Leuten besetzt waren. Plakate wurden hemmgetragen, und aus vielen Fenstern wehten Fahnen. Der gewalttge Verkchr der Riesenstadt war gänzlich vom Cupfinale beherrscht. Schon in den frühen Morgenstunden ergoß sich ein Strom von Fuhrwerken aller Art und von Menschen in den Wimbley-Park. Zu Mittag fuhren die Vehikel bereits in Sechserreihen. Die Menschenmassen auf den Bürgersteigen schrieen wie die Wilden den Autos zu. Die sonst so ruhigen Engländer waren einfach außer Rand und Band geraten. Auf den Gehwegen konnte man in großen Buchstaben folgende Inschriften lesen: „Spielt gut, Hammers!" oder „Viel Glück den Londonem im Finale!" Man schätzt die Zahl der; Vehikel, die den Verehr zum Sportplatz besorgten, auf 8000, davon waren - 3800 Motoromnibusse. 150 Motoromnibusse kamen aus Laneashire, der Heimat der Bolton Wanderers. Ueberdies nahmen 20 Aeroplane aus Bolton ihren Weg. Eis¬ und Kohlenwagen waren für den Personentransport hergerichtet. Das, Stadion war Mittag bereits überfüllt und die Leute vertrieben sich die Zeit damit, daß sie Chorgesänge anstimmten. An allen Ecken und Enden tönte einem der Schlachtgesang der „Hammers" entgegen, der folgenden einfache« Text hat: „One, two, ihre, for, five", wobei das letzte Wort mit dem Aufgebot der ganzen Lungcnkraft cu'bntUl' wird. Die