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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-08 · Heft 1521 (8.5.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1521 (8.5.1923)
Date
1923-05-08
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Serk '4 Wien, DKnStag len gehen darf, ohne eine Desavouierung durch feine Par- . -teigenossen fürchten zu müssen. Daß in Budapest ein >'Fro-ntWechsel vorbereitet wird, beweist eine' gestern erfolgte Erklärung des Grafen Apponyi, der darlegte, Aaß die gesuchte Auslandshilfe auch durch gewisse innerpolitische Aenderungen gestützt lverden müsse. Diese Aeußevung ist dahin zu kornmentixren, daß Ungarns innere und äußere Politik einen Ruck nach li nks im Sinne der Demokratisierung machen muß, wenn es vom Ausland finanzielle Hilfe erhalten will. Wie die demokratische. Auffassung in Ungarn selbst i aussieht, davon gibt der Sonntag in Budapest abgehaltene ^Kongreß dcr vereinigten christlichen Nationalliga Zeugnis. Präsident Karl Wolfs erklärte in einer großen Rede, die Hauptaufgabe der christlichen Politiker bestehe nur in der Organisierung des flachen Landes, denn was die Regierung aus Rücksicht auf das Ausland amtlich nicht durchstihren könne, das muß das Volk selbst durch eigene Organffaüon erreichen. Wenn es notwendig sein wird, fagk der Redner, werden wir uns opfern, wie die alten Christen; wenn es nötig ist, ziehen wir uns in die Katakomben zurück, um dort die Men Ideen des Rassenselbstbewußtfeins zu pflegen. Nicht die Christen machen die Iudenftage aktuell,. sondern die Präpoknz und Unverschämtheit der Juden. Wir können in dieser Frage keinen Mittelweg betreten. In diesem Lande haben in erster Linie die christlichen Magyaren das Recht zum Leben, und wir werden uns dieses Recht auch mit der F a u st erkämpfen. Im Namen der Erwachenden Magyaren erklärte der gewesene Abgeordnete Bu da -Vary, wenn die Liga wolle, könne sie binnen 24 Stunden die Macht übernehmen und in weikren 24 Stunden chr Pro- , gramm verwirklichen. Polen. Antisemitische Hetze k« Lodz. Aus Lodz meldet I. C. B.: Am 3. d. veranstalteten die Lüdzer Rozwoj-Bündler eir.« große Kundgebung. Zum Schluß derselben versuchten die Teilnehmer Ueberfälle großen Stils auf die Juden zu veranstalten. Die Polizei, die von diesen Plänen unterrichtet war, schritt rechtzeitig mit einem großen Aufgebot ein und verhinderte die Ausbreitung der Exzesse. Dennoch gelang es den Ryzwoj-Bündlern, mehrere Mische'Passanten zu umzingeln und zu mißhandeln. Die mißhandelten Juden wurden von der Polizei befreit. PMHull. Sie Stadtanleihe von Tel-Awiw. Jerusalem, 6. Mai. (I. C. B.) Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Disenhoff, b^ibt sich demnächst nach den Bereinigten Staaten, um die Anleihe für Tel-Awiw dort zum Abschluß zu bringen. Tel-Awiw, die erste rein Mische Stadt Palästinas, Ursprünglich als Gartenvorstadt von Jaffa angelegt, erhielt vor zwei Jahren die eigene Stadtverwaltung. Die Stadt zählt bereits gegen 15.000 Einwohner, das Stadtgebiet umfaßt ein Areal vor/ 5000 Dunam, das städtische Vermögen beträgt Ma 50.000 ägyptische Pfund. Gegenwärtig besteht der Plan, ein besonderes Handelsviertel zu schaffen, wofür bereits ein Stück Land erworben wurde. Zur Durchführung dieser Pläne wurde die Ausnahme einer kommunalen Anleihe von 75.000 ägyptischen Pfunden beschlossen und mit deren Durchführung, wie seinerzeit gemeldet wurde, eine New-Yorker ' Bar.Esirnm betraut. Eine arabische Zeitung für den Lonzessionsplan «ckuthenbergs., Die arabische Zeitung „Al Anafir" befürwortet in einem längeren Aufsatz die Annahme des Ruthen. Lergscheu Konzefsionsplanes durch die Palästinensischen Araber ur.6 weist im besonderen darauf hm, daß dom Lande 'kein anderer Ausweg bleibt. Aus aüer Welt. . Budapest, 7. Mai. Das Budapester Honvedgericht ver- ,K^Ute den Kölner Johann Zsiao. wMN angeblich im Dienste der Nachfolgestaaten verübten Spionage zum Tode sdurch den Strang. Das APp'llationsgericht bestätigte itort das Urteil, so -daß die Himichirma bereits Dienstag fclil: glattfindet. , 2 l> nd o n. 7. Mar. Nach einer Meldung der Moskauer .Mawda haben die Kämpfe zwischen -weißen und bolschewiki- Arn Truppen auf der Ha.'öinst! Kamtschatka mit d.'u Siege der rväen Truppen geendet. Petropawlowsk, die Haupu'tatt von Kam-.scharka. rst von ihnen genomnren worden. Paris, 7. Mai. Der Abgeordnete Cachin und J,dnx mnangeklagte tKontmunisten. deren Prozeß am 21. d. stattende:. sind vorläufig au' freien Fuß gesetzt worden. Der kommun-stische deutsche Ncichsmosabgeordnete Hölle in hird weiter m Hakt behalten. Rom, 7. Mo'. Der König 'und -die Königin von Eng- 'land sttch henk nachmittags in Rom einget-rosfen. Sie wurden vom itmiemschen Kömgspaar und dem Ministerpräsidenten Muswlwr empfangen. - K o n sta n t i n v p e l, 7. Mai. Die alliierten Obevkommissare haben über die Beschlagnahme Der Depots in der Banqüe d'Athenes beraten und beschlössen, ihren Regierungen dvingendBeiricht zu statten. Turin. 7. Mai. Gestem wurde die Internationale Wotographische und optMe Ausstellung End.- Unter den Aussteller befinden, sich auch solche aus Ä est cr r e ich, Reichsdeutsche, Angaw und Tschecho^Mowccken. BKirl-kn» 6. Mai. Nach der „Vossischen Zeitung" soll zwischen Frankreich und Rumänien eine geheime Mttitärkanvention.oba^slblossen worden st;::. mm* MMMMEs. England für weitere Verhandlungen. Keine Ablehnung der deutschen Note. London, 7. Mai. (Reuter.) Daß Kabinett hat unter dem Vcyffttze Cürzons die deutsche und die frLnzöstschbelgische Note erörtert. Das Reutersche Bureau glaubt zu tviffen, daß die Regierung wahrscheinlich beschließen werde, an D eit t-f chla n d eine N o t e zu richten, die klar zu verstehen geben werde, daß das d e u t s ch e A n g e b o t n i ch t befriedigend und unangemessen sei, die jedoch nicht den Charakter einer e i n s a ch e n A b l e h n u n g haben, sondern versuchen werde, dk W ied e r e r ö f s n u n g von Verhandlungen zwischen Deutschland und den Alliierten möglich zu machen, um die wenig befriedigende gegenwärtige Lage zu regeln. London, 7. Mai (Reuter.) Im Unterhause erklärte Schatzkanzler B a l d w i n, er hoffe, morgen eine Erklärung über die deutsche Note abzugeben. Polizei im preußische» Landtag. Berlin,. 7. Mai. (Wolfs.) Im Landtag beantragte M Beginn der Sitzung der komnumistische Abgeordnete Schultz (Köln) Vovwegberatung eines Antwges seiner Fraktion auf sofortige Aufhebung des Ausschlusses des Abg. Katz, wobei es wieder zu erregten Szenen kam. Der Antrag Wurde abgelehnt. Als hierauf die Abgeordnete Steffens (Deutsche Volkspartei) das Wort zur allgemeinen Besprechung des Kultusetats ergriff, erhoben die kommunistischen Abgeordneten einen ohrenbetäubenden Lärm. Fortwährende Rufe, wie: „Die Polizei muß heraus!" „Verbrecher!" Dirnenparlament!" und gellende Pfiffe ertönkn. Der kommunistische Abgeordnete Hoffmann wurde schließlich vom Mitteilungen aus dem Publikum. pk. Mr. Simon Keitsch und Frau Finni geb. Altschüler zeigen die Geburt eines gesunden Sohnes an ISBBDaBBBBKIKDSa a n a B H a 275. KunsttiuRtlon von C. W. ASM, Wien All., Lothringerstrasse 14 ■■ ■ ——tmmmmmi—■im ■ ■ i i r„ Versteigerung von Oeigemäiden, Aquarellen und Handzeichnu gen aus dem Besitz Charles Sedelmayei*, Par s und dem Nachlass Moritz Heim, gest. Wien sowie Beiträge aus Privatbesiiz 1923 ab 3 Uhr nachmittags Ausstellung xllnstr.. KatalOgf K ao.ooo ■ Hontag den 14. und Dienstag den 15. Mal “ von Donnerstag den 10. bis infcl. Sonntag, 18. Mai 1928 m a a « BRIlSSBIIIIIBBBBIinillBIBBDlBBn DBBBBB Kultusu.Justiztalare u. Barette liefert ia schönster Ausführung die bekannteste Spozialfirma 23ö QIIAAIB AAIKCTE1N Zivil-und Uniformschneider nüüULr ÖULDilCin Wien.IhTaborstr. 54. Tel. 45-6-29 Gegründet 1866 - Oroße Auswahl feinster Stoffe für Maßbestellungen sind die besten und billig e t e n! . \ 1., Adsergssse 3 II.. Tavorstr. 17b .v. um 'sm. ' ~,; M Präsidenten als Hauptucheber der Skandalszenen! vön Ä Sitzung ausgeschlossen, den Saal zu Verlässen. Unter ungeheuren Skandalszeneu schloß hiemuf der Präsident die Sitzung und ließ sämtlich^ Tribünen einschließlich der PvessetrMne räumen Md den! Lvbg. Hoffmann durch die Polizei aus dem Sabl enA fernen. Der Prozetz gegen Krapp. Werden, 7. Mai. (Wolff.) In der heutiger.' Vechandlung wuvde unter anderen der Wevksphotograph WeMann,. der. aus! eigener Initiative Aufnahmen von den Demonstrationen ge-! macht hat, vernommen; er bezeugte, daß die Mange keines-^ Wegs erregt oder drohend gewesen sei. Die französischen Trup-i Pen hätten schon vom Eingang der A'utphalle aus gefeuert und bei der ersten Salve sei bereits ein junger Mann tödlich getroffen vom gegeniWerliegendm Dach heruntergestürzt. Sofort habe die Menge zu Mchten begonnen. Abteilungsdirektor Müller beoibachtete, wie von der Menge ein belgischer Motorradfaihrer vom Rade gerissen und, angegriffen wurde. Dar tschecho-slowakisch-rumSuische Defensiv« bündnir verlängert. Prag, 7. Mai. Das tischecho-slowakische Preßibureau meldet: Mit Rücksicht darauf, daß die GäWvgkeit des zwischen dem Königreiche Rumänien und der T s ch ech o - S l o w a k ischeu Republik am 23. April 1921 abgeschlosstnen De-fenslvbündnisvertragcs in kurzer Zeit erlischt und da dieser Vertrag für die Aufrechtechalbuug des Friedens als vorteichaft er-> kaunt wurde, haben die beiden Regierungen beschlossen, den. Vertrag zu verlängern. Nach den entsprechenden Verhandlangen zwischen dem Prager und dem Bnkarester Kabinetts wurde das Protokoll, wodurch der Vertrag auf weitere drei! Jahre verlängert wird, heute mittags ans der Prager Burg! im Ministerium des Aeußern durch den rumänischen außer-' ordentlichen Gesandten in Prag P. Hiett und Minister des! Aeußern Dr. Benesch unterzeichnet. Tagesbericht. FchMiches aus Spitz a. d. Donau. Herr Zarboch korrigiert die BerfassMg. Spitz an der Dorau ist ohne Zweifel ein sehr bedeut«« der Ort. So bedeutend, daß es sich erlauben kann, die österi reichischen Staatsgrnndgesetze einfach zu übersehen und abzu-! ändern, wenn es den Geme'indegewEigen dieses sonst in! weiten Kreisen nicht gerade bekannten Gementzwesens paßt, In Spitz an der Donau „regiert" eir.> Herr Zarboch. El fühlt deutschvölkisch, und da er offen>bar yur Rettung des Deutschtums bisher nichts tun konnte, hat er vor kurzem in der Gemeindevertretung den Antrag gestellt, d>ie StaatSgrund-,, gesetze ein wenig abzuändern, indem man den Boschlutz faßte/ die Inden von Spitz einfach auSznschließem Eine Verordnung der Gemeindebchervscher tut, wie wir bereits mitteilten, kund, daß sich in Spitz Juden nur höch-l 'stens drei Tage lang aufhalten dürfen. An maßgebender Stelle wuvde un§ der Bescheid, daß dieser Beschluß wirklich existiert. Es ist nun die Frage: Wa8 sagt die Landesregierung zu dieser unerhörten WilMr, und was wird geschehen, um dem Herrn Zarboch und seinen Oft nossen eindringuch zum Bewußtsein zu bringen, daß Spitz cm der Donau nicht einfach die FreiMigkeit von Bm.desWrgertt und Fremden beschränken darf. Auch dazu äußerte sich eine kompetente Persönlichkeit einem unserer Mitavbeiter gegenüber wie folgt: ,/Die Landes regierung hat inoffiziell Kenntnis von dem .Be>«j schluß der Gemeinde Spitz, kann aber diese Verfügung nicht j anfhebcu, wenn nicht eine offizielle Anzeige dagegen erstattet wird. Es ist sekbstverstäMich, daß die Landesregierung solche Uebergriffe auf das schärfste verurteilt und sie sofort ausilMen wird, wenn ihr die Handhabe dazu geboten wird. Denn in solchen Fragen sind die Gemeinden berechtigt, selbständige Beschlüsse zn fassen. Merdings hat der Landesrat und die Landesregierung da8 Recht, BeschMsse, die mit den Staatsgesetzen Nicht im Einklang stehen, cmszuheben oder zu korrigieren. Dies wird naNrlich auch im vorliegend i den Fall geschehen, nicht nur darum, weil hier Verfassung»-! gemäß gewährleistete Rechte angetastet werden, sondern auch! deshalb, weil ein solcher Beschluß mit den Bestrebungen herä L.ar.desrog'ierung zur Hebung des Fremdenverkehrs in krassem! Widerspruch steht. Wir sind nun der Meinung, daß eS in einem RechtSr siaat wohl nicht nötig wäre, Wer Bortommnisie, wie das erwähnte, erst eine: formelle Anzeige äbzuwarten. Die Gesetzt gelten nun einmal auch für Spitz an der Donau. Und da et nicht der erste derartige Fall ist, müßte mit besonderem Nachdruck vorMangev werden, denn die Zarböchs leben leider nicht nur in S^'itz. Eine Wiederholung ähnlicher Fälle aber, müßte für den so sehr gewünschten und notwendigen Fremdenverkchr von den nachteiligsten Folgen sein. Mr alle Fälle erstatte» wir hiermit die ' formell^ Anzeige an den Herrrc Landeshauptmann vou Niederösterreichder rmümchr gegen 'dür Gemeinde gewaltigen von Spitz die nötigen Maßregeln eagve-ffen mag damit wir im Kultur- Md Rechtsstaat Oesterreich nicht aw das Niveau des Mfsisch-zarlistffchen ApsiMungsrayonl kommen.!- ' >" ' .;; Der chretchafte MMauer. Der UpiversitWanzleidirektor sandte,.Mfgen Blättern Zuschriften' über die Grüüde feiner S»ch!en-seMn^tzonr.IM und legte dar, sie sei wegen dös Inhaltes seiner Berichtigung! und wegen der Behandlung dcr Kündigung stines -„nichtstänb'i-

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