Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1519 (6.5.1923)
- Date
- 1923-05-06
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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vf w.vv "-y? Gerte 8 Wien, Sonntag Hisraehi Wien Dienstage den 8. Mai ]. J., 8 Uhr abends, findet im Relclisliof, II., Praterstrasse 60 ein grosses \ Statt 10083 REDNER: Sr. Ehrwurden Herr Oberrabbiner Moses Glasner, Klausenburg Juden, erscheinet in Massen! Sie A. Gerngrob «. G. eröffnet Mittwoch den 9. d. eine u h r e n- und «Juwelen -Abteilung. Verkauf zu konkurrenz- 1 o s e n Preisen. Für Pfingsten und für die iFirmung sind in allen Abteilungen vorteilhafte Gelegenheitsposten. Ein kleiner Teil der sensationellbilligen Preise sind in der heutigen Annonce auf der Theaterseite 'zu ersehen. (Entgeltlich.) * Halbstores (Bsnnes femmes) 28 K. Brises Bises 5 K., Künstlervorhänge 39 K., Spitzenvorhänge, 100 breit, pro Meter 7 K., Doppelbettdecken 95 K. Alles aus Tüll, Etamin und Batist, MadraLvorhänae 95 K. Diese Preise sprechen für sich \ Teppichhaus Weitzner. 6. Bez., Mariahilferstraße 105. Preise in Tmsendern. 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Borttöge vnd Bersammkmge«. Hebräischer Klub, Taborstraße 1. Heute, halb t Uhr nachmittags, Ausflug. Treffpunkt Schottentor. Halb >8 lllsr' abends Vortrag Ungerfeld: „In den Wäldern Polens" tfttf» Opatoschu. — Vereinigung zionistischer tankbeamter. Morgen findet kem Vortrag statt. Am ormerstag den 10. d. im Heim, 8. Bez., Bennoplatz 1, um!8 Ubr abends, Vortrag Dr. Wolfgang Weisl über „Palästinas PsMk und Wirtschaftslage" mit Lichtbildern. — Alter jv>e r r e« v e r. b a n d der Lesehalle. Zusammenkunft Menstag de« 8. d., halb 9 Uhr abends. Hotel de France. — Aionistifche Ortsgruppe. Mödling. Dienstag En 8. d., %8 Uhr abends, im Sitzungssaal der Jfr. Kultus lMwinde Mödling, Enzersdorferstraße 6, Vortrag des Herrn >Dx. TaOcht (Wie») über.; §Bon Mseren Paläfttnapioniereft", Maste wWwmmen. i Eintritt frei. — M i sr,a ch i. Heute findet \tm AgitationSvsrfammtzmg im Bethause, 20. Bez., Traunfelsigaffe 3, statt. Redner: M. Groß. Alle Personen, die Schekett 'zur' Berrechmmg übernommen haben, werden dringend ersucht, im ^Sekrstariat, 2. Bez., Prgterstraße 48 (täglich von 3 bis 6 U .nÄA -- Jüdische Tischaesel s chaftDan 5i t a ß e. Nächste Zusammenkunft Mitttooch im Eaf6 Ilion, 3. Bez., Löwengaffe 99. Vortrag Dr. Löwenherz r „Zmn nächsten Ziomftenkvngreß . Gäste willkommen. Urania. Henker Großer Saal: Halb tz Uhr: Ztzeanz Schubert. 6 Uhr r Nordlcmd. Halb 6 Uhr r G'schicht'n icmSstr MenerwaÜ. Kleiner Sa " " ' Ms Tiroler Oberland. HW ULvastyri« rustwsLs, HW 6 Wchd Bstma Md FeÜx S o h l eri. — K« rSsaal r Halb 6 Uhr : Prof. Dr. B«mo S t'e i u'i.tz r RusWe Geschichte. V. tatßmalismus «n Absoluttsmus. Halb 8 Ührr Dr. Ernst .ri edl Ln der: Erlebnisse eines'Arztes in russischer Kriegs gefangenschaft. I. — K l uüs a a lt 6 Uhrr Hans Kirchner: Technik der Rezitation. HL Halb 6 Uhrr Zweites Kowvositions -nzert Friedrich August T h o alt Halb 8 Uhr: Wiener MorgenzeitmrL. Ernährung. Sie Lebenrmittelmörtte. Das unerschwingliche Gemüse. Der große Reichtum, der bereits auf den Gvünwarenmärkten in Form d.'r verschiedeusten und 'besten ' Gemüsegmlitäten täglich emtrifft, bedeutete für die Wiener Hausfrauen noch immer nicht >die sehnsüchtig erwartete Erleichterung m dicr Zubereitung der Küche, denn die meisten Gomüsesovten, namentlich die -heimischer Hevknnft, sind so teuer, daß sie nur für wenig Bevorzugte in Betracht^ kommen. Um nur ein Beisipvel zu erwähnen, das den ganzen Jammer grell beleuchtet: Für ein Stück heuriger Kohlrüben, die noch vbendrein klein sind, verlangt man 3000 bis 4000 K. Noch teuerer stellt sich heuriger Kohl, ebenso ist Kvchsalat für die rneisten nni^rschwinglich. und hiesiger Kochsalat notiert noch in:.mer mit 1000 bis 2000 K. pro Stück. Etwas billiger stellt sich ungarischer Grundsalat, der ausgiebiger ist und ungefähr 800 bis 1600 K. pro Stück kostet. Für die meisten Hausfrauen kommt bei diesen höchstens noch ausländischer Kochsalat -in Betracht, oder Spinat, der im Preise Werder zurückgeht. Auf -dem Fleischmarkt ist kern Mangel an Vorräten. Die Gwßmarkthalle wies gestern ebenso wie die anderen Märkte lebhaften Besuch auf, doch halten sich die Käufer angesichts der hohen Preise sehr zurück und 'beschränken sich nur auf den Einkauf des allerdvingendsten Bedarfes. Die Preise für Rindfleisch sind unverändert hoch Mbli-eben. Kalbfleisch hat sich im Kleinhandel um 2000 St., beste Sorten von Schweinefleisch um 1000 bis 2000 K. pro Kilogramm weiter verteuert. Kitzfloisch ist gleichfalls um 1000 K. -pro Kiwgranrm im Preise gesti>egen. Echach-Wonik. Mitteilungen der ßchachfektion Hakorch. Ueber Positions- und Kombinationsspieler. Der Laie teÄt die Schachmeister gewöhnlich in Positrons- und Kombinationsspieler ein. Nichts ist oberflächlicher als diese Unterscheidung. Sie erregt den Anschein, als ob der „Positionsspieler" an Kombinationsgabe hinter dem ,/KombmationssPiÄer" zuvückstche. Dies ist aber durchaus nicht der Fall. Werdings bezeichnet man den Meister, der nicht gewaltsam Komlbinationen herbeiznführen sucht, sondern erst ldamr komibiniert, wenn es die Stellung gestattet, oft als trockenen PositionWisler. Mer wer die Partien eines Steinitz, Lasker, Schlechter, Rubinstein, um stur die, markantesten „PositionÄfpieler" zu nennen, nachgespielt hat, weiß, daß gerade diese sich durch Kombinationen ausgeichnen, die cm Tiefe und Schönheit die meisten der „Komkbinanonsspieler" übertreten. Als Beispiel bringen wir.eine Partie des Schöpfers des modernen Positionsspmes Steinitz. wobei wir hewovhetben, daß sie einem Massenspivle des Meisters entstammt. Wenn Man nun erwägt, daß sie mitten im Wirbel mit zahlreichen anderm Partien in knapp gomessemr Zeit geschaffsn wurde — also gewissermaßen aus dem Handgelenk —, wenn man den wunderschönen Schluß der Partie -betrachtet, in welchem Steinitz ein reizendes Problem komponiert, kann man erst so recht die ungcheure Phantasie und Kombinationskraft des „Positionsspielers" würdigen. Massenspiel zu London 1882. Weiß : Steinitz. — Schwarz: S i m o n s o n. 1. e2—e4 «7-s5 14. S bl—c3 S c6—e76) 2. f2-f4 «5X14 l) 15. T al-51 Th8-h7 3. 8 gl—f3 «7-85 16. ThlX^i Se7-g6 4. h2—h4 85-k4 17. Th4Xg4! S g6X54 5. Sf3—e5 st7-st5>) 18. Tg4Xf4e) c7—c6 6. Lfl—c4 8 g8—h6 19. T 54-56 8 h6—g4 7. d2-d4 d7-d6 20. L c4Xf7 f Ke8-d77) 8. S e5—d3 54-53 21. Le7-d6f Kd7-c7 9. g2Xf3 b'58-67 22. T f€ —f7 i- Th7Xf7 10, L cl—eS L s7Xb4 23. r 51X57-s K c7-b6 11. K el-d2») giXf3*) 24. Le6Xg4 h5Xg4 12. D dl—f3 L c8—g4 25. d4-d5f c6-c5 13. D13-54 Sb8—c6 26. 64—65 Kb6-a6 Stellung nach dem 26. Zuge von Schwarz. Schwarz 'mm. ab c d e k g h Weiß 87. h e3Xö5! d6Xc5 ' | 30. K d2d3! I8) D d8~a5 28. Sd3Xc5f Ka6-b6 I Zl. c2-b3f Da5><B4 29. Tf7Xb7f! Kb6-c5 1 32. S c3-e4f») anfgegeben. *) Das war in den schönen, ritterlichen Zeiten des Schachspieles, da Weiß furchtlos Gambit mckot nnb Schwarz es furchtlos annchm. *) Diese Verteidigung des K i.s e r f tz k i. - G a mb i t e 8, die langt Peitsche genannt, ist heute ganz, veraltet. Ausländer Exporteurs kaufen am vorteil Kak testen erstklassiger Qualität und Ausführung bei RepaBB, GDmmimäntel&lirik, Wien m , Beatrixga888 26 Tel. 585 III., Heumarkt 7 6. Mai 1923 Nr. Mg Zionistische Sektion I o ti rl otrooCQ“ Jüdische Tischgesellschaft p»LdllUöll cloOö . —r— r.“ Mittwooh den 9. Mai 1923, 8 Uhr abends j im Cafö Ilion, III., Löwengasse Nr. 39 1 VORTRAG | ,Den nächste Zionisienkongress1! REFERENT: DR. JOSEF LÖWENHERZ *) Nun haben wir eine jener charakteristischen Stellungei in denen Steinitz sich so wohl fühlte. Keine Rochade, aber starkq Zentrum tmb Angriff auf den Königsflügel. 4) Oeffnet dem weißen Angriff Tür und Angel. Besser wä wohl g4—g3. 6) Schwarz glaubt den Weißen überlisten zu können v\i fällt in seine eigene Kombination hinein. 8) Nun zeigt es sich, daß Weiß viel weiter gerechnet hat av sein Gegner. Er hat 3 Figuren für seine Dame und eitle gewaltig Stellung, ist also unzweifelhaft im Vorteil. 7) Auf andere Königszüge gewinnt Weiß durch L e3—g5. 8) Dieser schöne, stille Zug ist die 1. Pointe des weit be rechneten Opferspieles. Es droht I d7—bb matt. Nur durch Auf opferung der Dame kann Schwarz die Drohung parieren. *) Die 2. Pointe. Nicht gegen Turin und Springer, sondey bloß gegen den letzteren muß Schwarz die Dmue hergebev Solche Simultanpartien dürfte es in der Schachgeschichte woy wenige geben. Meisterschaft der 1. Klaffe. Hakoah—Schlechter 9‘/2: 41/5. Dieser letzte Wettknmps bell heurigen Jahres brachte der Hakoah einen schönen Erfolg, Auf seiten der Ha>koa>h siegtert folgende Spieler über ihre Gegner : Gott lieb, Dunkelblnm. Jgeb BerthM S ch w a r z, B e n t u m, Rosenbaum, Ing. Wahl e, L ewit und Schlesinger. Unentschieden kämpfte Herr Richard Schwarz, während Takacs, Brill, Weiß, Borbas und E, Wahle ihre Partien verloren. DaS Viererturnier der Hakoah. Dieses Turnier, an welchem die Herren Benin m, D u n 4 e l b l n m, G o t t I i e(6 und He rland terktahmen, endete mit dem Siege S. Herlands, der 4 Punkte auS 6 Partien errang. Sein Erfolg bildet keine Ucberrafchmtg. dq es der Schachwelt längst be>kannt ist, daß der berühmte Pvo^ Vlemtkompomst auch ein Meister des praktischen Spieles ist. Den 2. und 3. Preis teilten Gottlieb und D n n k e l b >l n m. Diq elegante Sp-ielweise des ersteren ist den Wiener Schachlkreisen nicht unbekannt. Herr Dunkelblnm ist ein „Ratmrspieler" vost Initiative, was in Anbetracht seinM^vorgerückten -Jahre doppelt rühmenswert ist. Vierter wurde^Ventnm mit zwei Punkten. Dieser ideenreiche und angriffssreudige Spieler ist seit dom Kon'greßtnrnier außer Form. Biel trägt dazu der Umstand bei, daß eine einzige Niederlage ihn ans dem Gleichgewicht bringt. Hoffentlich wird er sich im Meisterischaftsturniev des Schachbnndes rehabilitieren. In der nächsten Nummer werden wir die Berichte über die Meisterschaft und die übrigen Klub turn iere der Hakoah bringen. Zuschriften sind an die Schachsektionder Hakoah, Cafe Ar'lon, Wien, 1. Bez., zu richten. MemtM. sthe Po „Das alte Testament im Bild." Ein- Jllustvätionswerk mff 1860 Abbildungen, heransgegeben von Theodor Ehrenstein. Kunstverlag Wbert Ken de, im Buchhandel durch Halm u-yd Goldmann, Wien. — Von dem großanigelegten Werk, dessen erste Lieferung hier bereits sympathisch besprochen wurde, liegen nunmehr vier Lieferungen vor. Auch diese TeÄe bestätigest den Eindruck, den man von dem erstell hatte; es ist ein inter- -- essantes Werk, dessen fleißig und übersichtlich gesammeltes Ma»«. , terial alle Stilarten und Gattütngen berücksichtigt, und die ent- - legensten Beispiele heranzieht, um mittels der Gruppierung um ein biblisches Thema. (Kain und Abel, Noch, Aovcham. Lot, . Hagar, Opseritng Isaaks nsw.) eine KunstgeschWein Nutest Illustrationen zu bieten, welche die vorhandenen kilnstgeschichtlichen Darstellungen aufs beste evgänKt. Das Werk verdient auch als Leistung heimischer Verlagstätigkeit volles Lob. r.>d, „Jüdische Jugendblätter", herausgegöben vom Verein fW- . cher Hochschüler Bar Kochüa, Prag, per Adresse Jakbb Meller, . rag, 7, Jerony-mova 868. Heft 9-10, 1933. — Anläßlich der vom I. N. F.-Bureau Prag eingeleiteten Sanrmlung für die Bodenäblöse für die tschecho-slowakische Kolonie (die fvülher in Chefzibch arbeitete) in Qstnuris ist dieses reich äusgestattete Heft hauptsächlich dieser gewidmet. Da Nuris bisher hauptsächlich von der Arbeiterarmee (Gdnd Haawodah) bebaut wurde, io sind auch ausifU)vliche Mitteilungen über diese enthalten. Der Gdud ist eine Bereinigung von vielen Hunderten Von Arbeitern, die nicht nur eine organisatorische und soziale Eircheit bilden, sondern anch zu völliger Autarkie gelangen tvollen. Deshalb sind in ihr alle Facharbeiter, die nötig sind, vorhanden. Der Haupteil des Gdud, 920 Seelen, arbeitet,zetzt auf Nuris, womit zum ersten Male ein KolonisatiouZversüch auf großer , Stufe gemacht wird. Me Cheszibahner wollen, vovläufig von: Gdud sellbstäMa Meiben, ine Zeit wird (chren/ v!b eine nähere Beremigunlg evfMgen wird. Das reichhaltige Heft gibt inter-. efsante-Ausschnitte aus dem Leben in Nuris. und Clheszilbah und läßt die seelischen Kräfte, die auch . Mademiker zur Pionierarbeit treiben, erkennen. In nuferer- ZeitunBliteratur fchlt es meist an lebendigen -und mtsführlichen .GinT^sHWerMgen. die . ein wirAiches BW des Lebens der. Biostiere Men. DeslhM ist dieses Heft, das einer einzigen SiMnrig' gewidmet ist,. außer, ordentlich -lehrreich. E.. ‘ „Israel sur la Terre Biblique", par Fernand Cor cos (Paris, Jonve et Cie., Pveis hrofch. Frk. 7.-50). Dieses Buch, aus dem wir schön eimge Auszüge gebracht haben,.ist.eine sehr^ interessante und ausführliche Beschreibung emer Reise, die der. Autor im Sommer 19W mch Palästina gemacht hat. Obzwardem Kmuer der VerhältRsse wum ' etwas ' Neues .'gchracht! - wird, ist doch die lebendige Art-, in der ^Corcos Mit Geist nud! Tenchevament -die Distg« schildert^ und die Liebe,' init^E '4r> an dem Erstehen «der muen jüdischen Gemeinschaft hängt, sehr! evfreulich. Das Buch wivd zweifellos nicht , nur die^KestntntSj -- des jüdischen, Palästina in neue Kreise tvagen. solldevst Interesse dafür erwecken. In einer Unterredung,' Äe' Mit dem Autor hatte, verwahrte sich der Gouverneur i I.M..man Kn als MdMLiW..olMMe \ MM»