Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1518 (5.5.1923)
- Date
- 1923-05-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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Sk. 1518 ... Wien, Ganlsiag Wtotntt MorsMzeltuns. 5. Mai 192S it€ 8 Mische UMlluge aus Rußland. Dr. Nansttts Bericht att den Döttervund. Un der Sitzung des Völkerbundrates vom 80. April erstattete der Bevollmächtigte des Völkerbundes in der s?rage der russischen Flüchtlinge, Dr. Fritjof Nansen, einen eingehenden Bericht, in dem er auch aus mehrere von ßucien Wolf in dieser Angelegenheit berührten Fragen, Bezug nahm. In seiner letzten Sitzung, führte Dr. Nansen aus, Kat das Komitee den Beschluß gefaßt, die großen überseeischen Ein'ivandevungsländer zu ersuchen, ihre Einwanderungsbeschränkungen zugunsten der russischen Flüchtlinge in Europa zu mildern. Das Oberkommissariat für diese Angelegenheit verschaffte diesem Beschluß die denkbar größte Publizität und wandte sich auch mit Briefen an die Verantwortlichen amtlichen Stellen bei den in Betracht kommenden Negierungen; die Antworten waren jedoch mit Rücksicht auf die in der ganzen Welt herrschende ernste wirtschaftliche Lage durchwegs negativ. lieber die Lage der russisch-jüdischen Flüchtlinge in Numä nie« teilte Doktor N a n s e n mit, am Ende des vorigen Jahres sei seine Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt werden, daß die rumänische Regierung die Absicht habe, ungefähr zehntausend Flückttlinge aus militärischen ' Gründen ans Beßarabien nach Rußland auszuweisen. Viele dieser Flüchtlinge haben ihre russische Staatsangehörigkeit verloren und könnten nur unter schweren persönlichen Gefahren nach Rußland kommen. Die rumänische Regierung hat sofort, nachdem Doktor Nansen auf ihre traurige Lage hinciewiefen hatte, von einer Massenausweisung Abstand genommen. Sie. stimmte auch zu, nur dann eine Ausweisung vorzunehmen, wo es sich um unerwünschte Elemente handelt, sah auch das Recht einer Berufung an die Zentralregierung vor und gestattete der Mehrheit der Flüchtlinge das Verbleiben in Beßarabien, vorausgesetzt, daß die interessierten Organ.sajtionen ihre zufriedenstellende Unterbringung anderswo übernehmen würden. Zur selben Zeit, berichtet Dr. Nansen weiter, sah sich die polnische Regierung veranlaßt, Vorbereitungen für die Ausweisung einer sehr großen Zahl von Flüchtlingen, die seit Oktober 1920 aus illegale Weise in polnisches Gebiet gekommen waren, zu treffen. Von diesen Flüchtlingen wurde behauptet, daß sie Rußland nicht aus politischen, sondern aus wirtschaftlichen und anderen Gründen verlassen hätten jund der polnischen Regierung große Verlegenheiten bereiten. Die polnische Regierung sah sich gezwungen, energische Maßnahmen zu treffen und erließ eine Verordnung ibetveffend die Ausweisung aller ä nichtpolitischen Flüchtlinge bis zum 16. April, wobei sie betonte, daß allen Flüchtlingen, welche nachzuweisen imstande seien, daß sie in Polen aus politischen Gründen Zuflucht suchten, das Verbleiben in Polen gestattet werden würde. Die Lage dieser Flüchtlinge war eine besonders schwere, da sie durch den Umstand,?daß.sie sich am 1. Jänner bei der Sowjetgesandtschaft in Warschau nicht registrieren ließen, ihre russische Staatsz-ugehörigkeit verloren hatten und demzufolge nach Rußland nicht mehr heveingelaffen werden. Der größte Teil der von dieser Verordnung getroffenen Flüchtlinge, führt Nansen weiter aus, waren russische Juden, und ich richtete in Erfüllung eines Wunsches der in diesem Komitee vertretenen jüdischen Organisationen an die polnische Regierung -das Ersuchen,. die Durchführung der Verordnung bis zu. denn Zeitpunkte zu vertagen, in dem die entsprechende Unterbringung der Flüchtlinge außerhalb. Polens durchgeführt werden könnte. Ich freue mich nun, dem Komitee mitteilen zu können, daß ich vom Ministerpräsidenten und Minister des Syrern General Sikorski in Beantwortung meines Ansuchens ein Telegramm erhielt, aus welchem 'hervorgeht, daß die Polnische Regierung bereit sei, die besagte Verordnung in der mildesten Form zu Interpretieren, vorausgesetzt, daß tatsächlich energische Vorkehrungen zur baldmöglichen Evakuierung der in Betracht kommenden Flüchtlinge getroffen werden. Entsprechend den Wünschen der jüdffchen Organisationen begann ich die Unterhandlungen mit der Sowjet» regievung, um mich zu vergewissern, ob sie mir gestatten würde, die Repatriierung von Flüchtlingen, die nach Rußland zurückzukchven wünschen, vorAubeveiten, und ich erhielt die Antwort, daß die Sowj-etvegierung grundsätzlich bereit sei, die Repatriierung solcher Flüchtlinge nnttr meiner Aussicht und in derselben Weise zu gestatten^ wie ich die Repatriierung russischer Flüchtlinge ans Bulgarien durchgeführt hatte. Ich erfahre, daß die kompetenten jüdffchen Organisationen nunmehr bereit sind, der polnffchen Regierung befriedigende Sicherstellungen für die Evakuierung der durch die Ausweffungsverordnmrg betroffenen Flüchtlinge innerhalb einer begrenzten Zeit zu hieten uüd daß sie überdies auch bereit seien, einer Anzahl von Flüchtlingen, die nach Rußland zurückkehven wollen, finanzielle Unterstützung für ihre lvirtschaftliche Wiederausrichtung in Rußland zu gewähren. Die Versorgung dev Flüchtlinge mit Identiätsdokumenten nimmt einen günstigen Verlaus. Dieses System wurde von allen im Bältwbmrd vertretenen Mächten angenommen, mit Ausnahme von China, Japan und Polen, welche bisher die Anerkennung dieser Völlerbunddokmnente ablchuten. Dr. Nansen hofft jedoch, daß auch diese Staaten dieses System ainnehmen würden und richtet darüber auch an den anwesenden Vertreter der polnffchen Regierung einen besonderen Appell. Die türkische Regierung hat gleichfalls die Ausstellung von Idenjitätsdokumenten an die russischen Flüchtlinge für die Bchste Zeit in Aussicht gestellt. Der 12jährige Volksschüler Josef-St. wurde am 2. d. beieinem Einbruchsmebstähl in einew Magazin erwischt. Der jugendliche Einbrecher gab an, er wollte Messing' stehlen, um es für eine Kinokarte einzutauschen. Aus dem Lokal der Firma Straher wurden gestern Stoffe im Gesamtwerte von 12 Millionen Kronen gestohlen. In der letzten Zeit wurden auf zahlreichen Strecken im Gemeindegebiete und außerhalb Wiens viele Hunderte Meter L e i t u n g s d r a h t der staatlichen Telephon- und Telegraphen- Itnien gestohlen. Am 2. d., nachts, haben Sichevwachbcamte einen Mann in Hietzing beim, Drahtdiebstahl ertappt. Der Täter flüchtete, ein Wächbeamter gab einen Schuß ab, doch ist der Drahtdieb trotzdem entkommen. Dem Ob-erbanrat Sachtel wurd ein der Nacht zum з. d. durch Einbruch aus der Wohnung, Pettzingerstrabe 9, ein orientalischer Seidenteppich im Werte von 100 Millionen gestohlen. * Triebfedern des Verbrechens. Generalstaatsanwalt Dr. Erwin Hohler spricht über dieses Thema am Mittwoch den 9. Mai, halb 8 Uhr, im kleinen Saale der Urania; er wird unter Schilderung zahlreicher Fälle Ms der Praxis die Motive des Verbrechens anfteigen. * Trauerakademie flir Senator Dr. Bienenstock. Aus Lemberg wird uns berichtet: Am 29. April um die Mittagsstunde iand in dem mit dem Bildnis des verstorbenen Führers geschmückten Fcstsaale. des zionistischen Frauenvereines eine Tranerakademie statt, die einen sehr würdigen Verlauf nahm. Die Herren Dr. Nathan Melzer, Abgeordneter Heller, Gynmasialdirektor Dr. Lilien und ein Vertreter der Jugend würdigten in herzlichen Worten die hervorragenden Eigenschaften und die Verdienste des Toten. Sehr wirkungsvoll las die talentvolle Neütatorrn Fräulein Roth ein stimmungsvolles Feuilleton Bienenstocks unter dem Titel .,Tel Chaj" vor. Auch die musikalischen Darbietungen des Pianisten V i l e w i c z und des Cellisten G l a s b e r g standen auf der Höhe. * Die älteste Frau von New-Iork ist Frau Sali Gold, die vor kurzem 108 Jahre alt wurde. Sie kam vor 62 Jahren ans Wien nach New-Nork.' Ihr Sohn hat in d'er Vorstadt Brooklyn ein Kanditengeschäft und dort hilft die rüstige Greisin, deren von den New-Porker Blättern reproduzierte Photographie ein lebhaftes altes Frauchen in Kopftuch und Scheitel mit klugen klaren Augen zeigt, noch jetzt die Kunden bedienen. * Eröffnung der Schausammlung der Silberkammer in der Hofburg. Gestern wurde in der Hofburg (Michaelertrakt) die Schausammlung der ehem. Hoftafel uno S i l b e r k a m m e r eröffnet. Die hochinteressante, allgemein bewunderte Sammlung wird an Sonntagen von 9 bis 1 Uhr, an Donnerstagen von 9 bis 2 Uhr für das Publikum geöffnet sein. Ein instruktiver Führer ist erschienen. * Dienstjnbilaum. Herr Moses Blau, Kantor der R e mbrandt-Synagoge. feiert heute-'sein 25jähriges Dienstjubiläum. Aus diesem Anlasse findet in der Synagoge, 2. Bez., Rembrandfftraste 34. um 7 Uhr morgens ein Festgottesdienst statt, um dem Vorstande und den Gönnern des Tempelvereines „Achdus Israel" Gelegenheit zu bieten, den Ehrentag dieses bescheidenen und musterhaften Mannes in entsprechendem Rahmen begehen zu können. * Zweihundert Regenmantel gestohlen. Rechtsanwalt Dr. M. Klärmann teilt uns mit Bezug auf die am 23. April erschienene Nachricht mit. daß die bestohlene Firma „Regm a n" Ges. m. b. H. Gummimäntel-Fabrik. nicht „Regmann и. Färber" heißt. Franz Arbesser war als Arbeiter, nicht als,Beamter bei der Firma tätig und hat erst nach seiner Entlastung die Tat begangen. — Wir haben die Nachricht der Polizeikorrespondenz entnommen. * Sannneltag für die Rettungsgesellschaft. Um der Wiener fteiwilligen Rettungsgesellschaft die Aufbringung jener Geldmittel zu ermöglichen, die für ihren Betrieb notwendig sind, hat der Bürgermeister der Gesellschaft auch für das Jahr 1923 einen Sammeltag bewilligt, der am Sonntag den 17. Juni stattfindet. * Uebernahmsanzeige. Dem P. T. Publikum wird hiemit b'ekanntgegeben, daß das renommierte Etablissement „Central- Restaurant und Volks-Weinhalle. 2. Bez., Taborstraße 8a" in den Besitz des Restaurateurs Franz Manhart übergegangen ist. Det Ruf dieses jahrzehntelang hervorragend bewahrten Fachmannes bürgt für die erstklassige Führung des Betriebes. Vorzügliche Wiener Küche sowie rumänische Nationalspeisen, Mittags- und Abend-Menüs zu sehr billigen Preisen, reichhaltiges kaltes Büffett, nur erstklassige naturbelassene Weine, vrompte Bedienung verbürgen das Wohl der Gäste. Täglich Abendkonzert des Salon-Orchesters Willy Mayer bei freiem Eintrttt. (Entgeltlich.) Vereine. Vorträge und Versammlungen. Verein Oe st er r. Chemiker. Heute, 6 Uhr abends, im Hörsaal für Chemie an her Technischen Hochschule, .4. Bez., Karlsplatz 13, Vollversammlung. Vorttag des Privatdozenten Dr. M. D o l ch r „HalbkokS, ein neuer Brennstoff". (Mit Demonstrationen). — Verband zionistischer Studenten ans Rußland. Heute, halb 6 Uhr abends, Fortsetzung der Diskussion über Vorttag Kiefer r „Unsere Stellung zur russischen Wirklichkeit". Gäste willkommen! Morgen Ausflug nach Klosterneuburg.. Treffpunkt : Franz Josefsbahnyof, präzise 2 Uhr nachmittags. — Bukowinaer Zentralverband. Arme kranke Bukowinaer werden ersucht, sich zur Entgegennahme von Geldspenden täglich von 10 bis 12 Uhr vormittags bei der Geschäftsstelle, 1. Bez., Elisabethfttaßv 10, zu melden. — Sephard. Akadem. BereinEsperanza. Heute im Vereinslokal, 2. Bez., Novaragaffe 27, Vorttag Isidor Baruch r „Die Juden und der Handel im Altertum" (in deutscher Sprache). Gäste willkommen. — Zionistische Kulturgruppe XX, Heute, 3 Uhr, 20. Bez., Karl Meißlsttaße 5, Vorttag : Herr Sam. Taubes. Vorlesungen r die Herren Sam. Schwager und Jakob Neumann. Sonntag Ausflug. Treffpunkt r halb 2 Uhr nachmittags im Vereinslokale. Mittwoch.den 9. d., halb 6 Uhr abends, Fortsetzung der Mitgliederversammlung. — Zionistische A r b e it S p a r t e i Hitachduth, 2. Bez., Glockengüsse 30. Heute, 7 Uhr abends, Generalversammlung. —' Lese-und RedehallejÜdischrrHochs ch ü l S x, 9. Bez., Türkensttaße 9. Heute, 7 Uhr abends, Konvent. Halb 8 Uhr abends, Vorttag A. H. Dr. Oskar Karbach überr ..Möglichkeiten der jüdisch-nationalen Politik". Anschließeno Diskussion. Gäste willkommen. — ZionistischeBvzirkssektion IX, Liechtensteinsttaße 11. Mittwoch den 9. 6 Uhr abends, im Sektionslokal Nattonalsondskommffsionssitzung. 1. Bericht über das Ergebnis der letzten Büchsenleerung (April). 2. Dr. Chaim Tartakywer: Palksttnabericht. 6. Keren Kajemeth- Monat. — Frauengrnppe der zionistischen Bezirkssektion IX, Liechtenfteinsttaße 11. Mittwoch den 9. d., keine Zusammenkunft. — Der Hebräische Klub und der Verband der hebr ä i scheu Studenten T a r b n t ü veranstalten beute, üalü 8 Ubr abends, im Saale des JÜb. Päd.. 1. Bez., Drahtgasfe 4, 4. Stock, einen Brenner» Gedenkübenb. Hauptredner r Schaptt«, Korreferent r Auerbach. — V er ein Erez Isreal, 2. Bez., Zttkusgasse 33. Heute» 8 Uhr abends, Zyklus Rabb. Dr. Kaminka t „Das Hohe Lied". Gäste willkommen, Morgen Lag-Baomer-Aenttülwanderung aller Gruppen. Ziel: Gießhüblerbeide. Die Mitglieder tteffen sich Mt li Uhr vormittags im Vereinslokale. -j Ztontstische Sektion Zwischenbrücken. Honte um halb 6 ubr nachmittags im Caft Park, 20. Bez., Allerhetltgenplatz 3, große Bersmmnlung Referent t Dr. Walbmann; nachher Vorlesung von Herrn ®. Schwager. Zionistische Bezirkssektion Brigittenau. Heute, halb 8 Uhr abends, Ansschußsitzung. — Zionist IschösJuaendreserat — Mädchett-i gruppe. Heute, halb 6 Uhr nachmittags, 9. Bez., Währmger», straße Io (Blau-Weiß-Hetm), Vorttag t Dr. Isidor Klaber «Da-i jüdische Mädchen". - Jüdische Volksbibliothek, Zion. Morgen, 10 Uhr vormittags, Sitzung. — Zerrst M i s r a ch i, 2. Bez., 43/11. Heute, 4 Uhr nachmittags, wichtige! Besprechung. Leopold st ädterVolksheim, 2. Bez., ZirknS-i gaffe 48. 7 Uhr abends: Dr. Kurt Reichel: Willensfreiheit.! Karten zu 600 K. Urania. Heute:Großer Saal-: Halb 8 Uhrt, Schülervorttagr Die Babenberger. — Die Wachau. — Bazillen/ 6 Uhr ': Vom Baum zur Zettung. Halb 8 Uhr: Konzertabend des Sängerbundes der Wiener Molkerei. — Kleiner Saal^ Halb 6 Uhr: Untv.-Prof. Dr. Robert F. A r n o l d: Frauen-! gestalten aus Schillers Leben. 7 Uhr: Anton Amon: Wiener! Humoristen. — Kurssaal: 6 Uhr: Ing. Josef L ö w y:j Grundlagen der elektrotechnischen Meßkunde. U. Messungen anj den Leitungsnetzen und Maschinen. III. Halb 8 Uhr: Professor! Dr. Hans Bauer: Mathematische EinMrung in die Gravitationstheorie Einsteins mit einer exakten Darstellung ihrer wichtigsten Ergebnisse. VIII. OesterreichischeS Museum. Morgen, halb 11 Uhr: Führung durch die „Larisch-Ausstellung", 1. Bez.» Stubenring 5. Die Sammlungen und die Ausstellung der Neu- Erwerbungen der Bibliothek sowie die Sammlung ehemaliger hofärarischer Möbel usw. und die Larisch-Ausstellung sind von 9 bis 1 Uhr geöffnet, Eintritt 200 K. Bibliothek und Lesesälö von 9 bis 1 Uhr bei fteiem Eintritt. Nachtvorstellung in den Kammersvielen. „Salon Coco". Schr veruWückt, diese Imitation fvcmdösffcher Schwänke. Herr Karl Marfebd-Neumann mülht sich gar sehr, einen Wirbel von Vevwechflnn'gen loszulasssn, wie ihn Pariser« SchwanDcmiorM tvvsfen, möchte witzig, pikant-, sogar geistreich sein. Aber daß Opus ist so öde und geschmacklos, daß man es auch zu mitternächtlicher ©toinlbe nicht erträgt. Wer nicht wußte, daß er einer EystauffühmMg beiwohnt und daß der Autor zugegen ist, konnte den heftigen Beifall nicht begreffen. Ms dann der Verfasser vor die Rampe kam, klärte sich alles auf. — Ausgezeichnet Her Ziegler, tveflich die Damfen Waltzow adb Pauli, sowie Herr Kammauf, „Der Ehestreit." ' Bon Julius Pohl. Eine gemütliche Harmlosigkeit, die bchagjlich ohne groß» Emotionen und nolMenswerte Einfälle durch drei Me züvffchen! allerhand SituakivnÄkamik und Witzworten dcchinMtfchert und den Schauspielern Gelegenheit bietet, chre muntere Laune zu entfalten. Der GMndgedanke der Ha-ndlkung — wenn das große Wort gestattet sein soll — ist zwar nicht gerade nm, denn schon in der ,^ysfftrata" des AM)ophaues kommen die Frauen, wenn auch in griechischer Form, ans den Einfall, chve Türen zu schließen, um die Männer von Zerstreuungen abMbringen, die ihren Eheliebften nicht gefallen. MeMnigs ist die Zefftrenunlg -dort der Krieg und hier -das Bauernwirtshaus mit der a%i „sauberen" Kellnerin. Schließlich siegen, wie in den ,/Kreu-zelschreibern", die Männer und alles löst sich in traditionellem; Wohlgefallen. Die Parallele zwischen den alten und jungen GhelMten ist ergötzlich durchgeftchrt und das daMare PuMbum kam nicht aus dem Lachen, An diesem Erfolig hatte allerdings das vortrefliche Spiel der Exl-Truppe den dvößten An«« teil. Her Auer und Frau Marek boten Glanzleistungen in den Rollen des alten Ehepaares, Ferdinand Exl stellte als Schmied-Jochen ein« echte Tiroler Gestalt auf di? Füße. In Epffodenrollm zeichneten sich Fvarr Gstvttner und Julius Pohl, der Autor des Stückes, besonders Ms. K..M. Joses Labor-Bund. Um die durch die gegenwärtigen- ZeitverlhäÄnisse schr erschwerte Wirksamkeit des berühmten Orgelvirtuosen Mud Donkümstlers Josef Labor, der in einigen Monaten 81 Jahre alt wird,-zu evleichtew, insbesondere die Druck, legung zahlreicher wertvoller nnveröffentlicher Tondichtungen zu ermöglichen, hat sich ein Labor-Bu-wd gebildet, dem zahlreiche bekannte Persönlichkeiten der Kunst und Wissenschaft a-ngehören. Am Monatsende findet bereits em Konzert mit Werken Labors statt. Der Sitz des Bevemes ist 6. Bez., Gumpendovfsrstraße 80. Die Wohltätigkeitsvorstellurkg anläßlich des Wiederaus tretend der Frau Jevitza. In einzelnen Wiener Wittern wurde bchauptet, daß die StaatSop-er für den ersten Abend, an welchem die Ms Amerika zuvückgekchrte Frau Jeritza ouftritt, an eine Konzertdirektion vermietet worden sei. — Dir Bundestheaterverwaltung stellt demgegenüber in einer Zuschrift an uns folgendes fest: Uebor Wunsch des BundeLministeriums für soziale Berwaltirng yat die Bundescheaterverwaltung dem parlam-entavifchen Hilfskomitee Kr notleidende Kleinrentner (Präfideut Dr. Lech) einen Teil der Mchreinnahmen, die anläßlich des Wiederauftretens -der FrM Maria Jevitza im Wiener Operncheater eingehen werden, für die Humanitären Zwecke des Komitees zur Verfügung gestellt. Das Komitee hat euren Teil der Karten zum Verkauf übernourmen, um durch Werbearbeit Ueber«! Zahlungen zu erzies-en, während der Rest der Karren an den Dheatevkass-en zum Verkaufe gelangt. Der Bmrdesl-Heaterc kaffe verbleibt ie-ner Betrag, der von dor Verwalt-rrm als Gm