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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-04 · Heft 1517 (4.5.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1517 (4.5.1923)
Date
1923-05-04
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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rMMMGMMAWW ■i'^r wernr ievnnr, D«d^my —««* *»!*« w-rrrrr S’Wpijripiri^ — ». MN1M8' Rr. El rrzbrot heraus und reicht -es dein Brüderlein. Auch für zn ist ein Stück noch da. Mt Heißhunger beißen beide hinein. Mutter schaut ihnen mit glücklichem Lächeln zu, als wäre sie selbst schon dom Schauen satt. Viele Menschen gehen vor- Mer, Feiner bemerkt sie.; Ich Born zur schlechten Zeit zum Gesuch. Die Dame hatte jauSgeweinte Augeä und erzählte schluchzend, daß ihr Hund, eine hochgezüchtete Rasse, welcher alles schadet, schwor erkrankt sei. In einem Plaid eingeiwickelt lag der Patient und der Tierarzt hockte neben.ihm mit dem Fieberthermometer in der Hand. Er machte eine düstere Miene und schrieb die Diät aus: Mich, Eierkognak, Schinken. Die Dame erzählte mir, sie müsse eine Wärterin anstellen. Sie selbst schlaft seit drei Tagen nichts, da der Liebling in der Nacht stündlich frischen Umschlag haben muß... Ich hatte einen Freund. Er war Lehrer an einer kleinen hebräischen Provinzschnle. Nach den durchgehungeHen Studien» jahren kam er dorthin, um sein Wissen und seine Begeisterung feinem Volke zu widmen. Da bemerkte et, daß feine Lunge krank ist. Er hätte Davos gebraucht. Ruhe, Luft uud Nahrung. Von wo hätte er e§ nehmen sollen? Heute braucht er nichts mehr. Er starb mit 38 Jahren. f __ Am Ufer des Donaukanals,, wo die schmutzige Flnt der Wien in den Strom mündet, sammeln sichdie Menschen an. Mitleidig blicken sie drein: es ist eine Katastrophe. Ein junges .Spätzlein wollte seinen Durst stillen, fiel ins Wasser und die ausge'breiteten Fittiche fanden nicht mehr die Kraft, sich zu er» heben. Langsam trägt es das Wasser dem Tode entgegen. Da kommt ein Fischer des Weges und holt das junge Ding mit seinem Netz aus dem Wasser. DaS Spätzlein ist gerettet. Wie viele junge Menschenkinder der Großstadt gibt es wohl, die in den Wellen des Schmutzes ihr Ende finden, weil kein Fischer da ist, der aus der Kloake die Menschenseele rettet? - Keiner steigt in den Pfuhl hinab, sie zu holen. . Ja, seiet menschlich zu den Tieren, aber stellet doch auch die Menschen gleich mit ihnen! ~ Philipp H offmann. * Ein Beitrag zur Genealogie der Hakenkreuzler. In einer soeben erschienenen Beschreibung eines Rittes durch Zentralasien und die Mongolei: Prezez kraj ludzi, zwierzat i bogow (Warschau, Gebethner u. Wolfs), erzählt der Verfasser, Professor A. F. Ossendowski (auf S. 316), daß ihm in Ta-Kure die mongolischen Priester einen Ring gezeigt haben, den einst Tschmgis-Khan an seiner rechten Hand geragen habe. Dieser Ring trägt einen Rubin mit einem Hakenkreuz. Man entsinnt sich, wer Dschingis-Ähan 'war, ein sympathischer Herr unter dessen Führung die mongolischen Horden die blühende Kultur Drittelasiens mit ihren Zentren Buchara, Samarkand, Merw, Mschapur Herat in Schutt und Asche verwandelten und als Denkmäter ihres Sieges Schädelpyramiden errichteten — von mehr als andethalb Millionen berichten die orientalischen Historiker allem mrS Nischapur. Sein größtes Lebensglück sah er nach, einem überlieferten Ausspruch darin: Seine Feinde zu besiegen, sie vor sich herzujagen, sie ihrer Habe zu berauben, ihre Teuren in Tränen gebadet zu sehen, ihre Pferde zu reiten, ihre Töchter und Weiber zu umarmen. Alles mit dem Hakenkreuzring am Finger. Die heutigen Träger dieses Zeichens, die von jeher eine auffallende Vorliebe für allerlei asiatische Räuber- Völker bekundet haben, erfreuen.sich.vielleicht einer milderen Gesittung und kultivieren etwas zahmere Methoden — die sieben Jahrhunderte sind doch nicht ganz spurlos an ihnen vorübergegangen —. aber ansonsten läßt sich ome gewisse Svelenverwandtschaft nicht gut leugnen. Sie sind schließlich nur die schwächlichen Enkel, bei denen es nicht zu der Größe im Verbrechen reicht, die man dem Mongolenkhan nicht abstreiten kann. * Abgängig. Der Mediziner Josef Weinraub ist seit Freitag den 27. April abgängig. Es rst zu befürchten, daß er Selbstmord begangen hat, nachdem er zum dritten Male bei Prof. Hochenegg zurückgestellt worden war, umsomehr, als ein Absckiedsschrerben von chm an seine Familie vorliegt, welches diese Befürchtung nahezu zur Gewißheit macht. Der Jüdische Hochschulausschuß bittet jedermann,' der über Weinraub irgendwelche Angaben machen könnte, um fteundliche diesbezügliche Mitteilungen. (Pros. Hochenegg ist ein bekannter Antisemit!) * Nach der Maifeier .Zu dem anläßlich der Maffeier im 8. Bezirke stattgefundenen Zwischenfall, bei dem Hakenkreuzler dem sozialdemrckratischen Fahnenträger die Fahne entreißen wollten, berichtet uns ein Augenzeuge: Eine Gruppe von etwa zwanzig Hakenku-iuzlern wartete -in einem Hinterhalte, mit schweren Eisenstangen bewaffnet, die Rückkehr des Arbeiterzuges ab. Als dieser herannahte, stürzten sich oie Burschen mit ihren Eisenstangen in den Zug, bedrohten die Teilnehmer «und versuchten, dem Fahnenträger die Fahne zu entreißen. Als ihnen dies nicht gelang, flüchteten sie ins Hotel Hammerand, das sofort geschlosien wurde. Ein ziemliches Wacheaufgebot mußte sie Sann befreien, nachdem es den Arbeiterführern gelungen war, die über die Roheit der Hakenkreuzler empörten Arbeit,er zu leruhigen. * Der Schuß in der Tasche. Am 2. d. um halb 7 Uhr abends saß der 23jähriae Dr. Gustav Ulm, Schellhammergasse 8 wohnhaft, in Gesellschaft einiger Bekannter in der Währinger Cottageanlage aus einer Bank. Plötzlich entlud sich ein Trommelrevolver, den Dr. Ulm in der Tasche trug, und ein Geschoß drang ihm unterhalb des Herzens in den Unterleib. Sch werverletzt,wurde Dr. Ulm m die Unfallstation gebracht. wo er noch nicht einvernommen werden konnte. Nach Aussagen von Zeugen 'liegt ein unglücklicher Zufall vor. * Zionistische Bezirkssektion Alsergrund. Bei dem am 28. April im Cafe City stattgefundenen Gesellschaftsabend trug Bezrrksrat Dr. Georg Weiner interessante Stellen aus Herzls Tagebüchern vor, wobei er die damalige politische Lage des Zionismus mit der heutigen verglich. Daran anknüpfend, wies Obmann der Bezirkssektion, Dr. Isidor Schalit, aus den seinerzeitigen Ausspruch Herzls hin, „die Hauptursache seiner seelischen Erschütterung liege m der Verständnislosigkeit der damaligen.Judenschaft", um die gegenwärtig selbst innerhalb des eigenen Lagers herrschende Apathie zu geißeln und die Versammelten auszusordern, sich endlich zu energischer Aktivität und finanzieller Öpferleüstuna aufzuraffen. Hierauf brachte Frau Ehrenkranz jüdische und deutsche Arien zum Vortrag, Oberkantor Postillof sang beliebte jüdische Volkslieder und schließlich las Schriftsteller Josef Grob aus seinen eigenen Werken ernige gelungene, humorvolle Stücke, die eine Fülle von Heiterkeit auslosten. Eine gemütliche llnterhastun" hzyhioVi den überaus gelungenen Abend- Mitteilungen am dem Publikum. FRANIA BABICZ Ing. JONAS BANDLER empfehlen sich als Verlobte Wien, im Mai 1923 Golda Landau Zloczow Eisig Steinberg Brody Ve r1ob t e April 1923 . Der Verein „Livias Chen“, II., Hollandstrasse 2, gibt, bekannt, dass der berühmte Kantor Efrojke Schlepak aus Berdiczew heute Freitag den 4. d. M., 7 Uhr abends, und morgen Samstag den 5,7,9 Uhr vormittass, in seinem Bethause vorbefen wird Alle geehrten Mitglieder werden hiemit höfl. eingeladen Der Vorstand * Die Amtsstunden bei der deutschen Paßstelle. Die deutsche Paßstelle in Wien gibt bekannt, daß vom 7. d. an die Amtsstunden nur an Wochentagen von halb 9 Uhr bis J Uhrmi t t ags stattfinden. * Die Schächtfrage und das englische Parlament. Aus London wird uns. gemeldet: In der letzten Zeit ist in einigen englischen Zeitungen die Frage eines Schächtverbotes erörtert worden. Im Zusammenhang damit hat ein konservativer Abgeordneter nn Parlament beantragt, die zweite Lesung der Bill, wonach das rituelle Schächten verboten werden soll, vorzunehmen. 'Gegen diesen Antrag wandte sich Major Malay, worauf die zweite Lesung vertagt wurde. * Jüdischer Volksschullehrer gesucht. Für die jüdische Volksschule, 20. Bez., Denisgasse 33, wird em staatsgeprüfter jüdischer Volksschultthror oder Lehrerin österreichischer Staats» zugehorigkeit pro Semester 1923 bis 1924 gesucht. Bewerber wollen diesbezüglich bei der Leiterin der Schule Montag und Freitag zwischen 12 und 1 Uhr, Denisgasse 33, vorsprechen. * Hobe sreres. Am Samstag nachmittags fand in Rodaun die feierliche Eröffnung der neuen FabrÄsanDage der bekannten Lrkörfabrik Hobe sreres statt. Zu der Feier hatten sich die Vertreter der Landesregierung, die lokalen Behörden und der französische Konsul in Wien eingefunden. Der Mitbesitzer, Kommerzialrat Haschka, sowie Herr Hobe machten die Honneurs und gaben den Gästen Gelegenheit, die Erzeugung der Liköre in den einzelnen Stadien des Fabriksbetrieoes kennen zu lernen. An die Besichtigung der Fabrik schloß sich ein Rundgang durch die großartige Weinkellevei des Herrn Haschka. Landeshauptmann Dr. Buresch, der während des am Abend folgenden Diners einen Trinkspruch hielt, sprach der Firma den Dank des Landes Niederösterreich fiir die Etablierung ihrer Fabrik aus. * Von der jüdischen Studentenschaft. Sonntag den 29. Avril hat sich der „Delegierten-Convent der Jüdisch-akademischen Verbindungen zu Wien" konstituiert, dem die Verbindungen Jvria, Unnas, Libanonia, Maceabaea, Jordania, Zesthirah, Robur, Barissia und Emmah angehören. Der „D. C." grtt von nun ab für oie genannten Verbindungen als höchstes Forum für sämtliche couleurstudentischen, Aula- und Parteifragen. Als geschästsführende Verbindung wurde für das Sommersemester 1923 die I. A. V. Maccabaea, 3: Bez., Reisnerstraße 28, und mit dem Vorsitz Herr cand. jur. Erich Wantuch betraut. * Verband der hebräischen Studenten „Tarbuth", 1. Bez., Drahtgasse 4, Tür 4. Morgen, halb 8 Uhr abends, Breuer- Giodenkab-end. Hauptredner: Schapira, Korref. Auerbach. Gäste willkommen. * ,Moja". Der Vorstand der „Woja" hat beschlossen, von Sonntag den 6. d. in beiden Mittelstandsküchen, 1. Bez., Griechengasse 3 und 2. Bez., Große Sperlgasse 31, außer dem bestehenden 6000 -K.-Menü ein zweites verbessertes (verstärkte Fleichportionen,«2 Beilagen) einzuführen. Der Prets dieses Menus beträgt im. Abonnement 8000 K> Die Blockausgabe erfolgt in beiden Küchen an jedem Mittwoch, Donnerstag und Freitag in der Zeit von 11 bis 2 Uhr für die folgende Woche, Gastkarten für dieses Menü sind täglich an den Kassen zum Preise von 9000 K. erhältlich. * Organisation der Wiener Presse. Für die Mitglieder der Organisation und deren Angehörigen ftndet Dienstag den 8. d. im Bureau der Organisation, 1. Bez., Elisabethstraße 9, Stiege rechts, 1. Stock, in her Zeit von 10 bis 5 Uhr ein Verkauf von Herren- und Damenstrümpfen, Socken aller Sorten, Krawatten, Damenunld Herrervhandischuhrn, Stutzen, Kamell« Haarwesten usw. in garantiert guten Qualitäten und zu den billigsten Preisen statt. Eine Verlängerung der Verkaufszeit wird nicht erfolgen. , * Die Bücherlotteri« der Wiener Presse. Die Ziehung dieser so überaus mit wertvollen Treffern ausgestatteten Lotterie findet bereits am 30. Mai statt. Lose sind jetzt in allen Wiener Trafiken und Zeitungsverschleißstellen zum Preise vösi nur 1000 Kronen für ein Stück zu haben, können aber auch von der Kanzlei der Organisation, 1. Bez., Elisabethstraße 9, bezogen werden. * Amtlicher Wetterbericht. In Oesterreich ist das Wetter 'örtlich und zeitlich stark wecksÄnd. Die heutigen Mittagstemparaiuren lagen über 20 Grad. In Wien ist nachmittags ein Gewitter nieoergegangen. Die Wetterlage rst noch nicht wesentlich geändert, oie Druckverteilung über Mitteleuropa ziemlich gleichförmig mit.einem leichten Gefälle gegen oie Adria. Voraussage: Vormittags vorwiegend heiter, schwül, nachmittags Eintrübung, Gewitter, vorwiegend mäßige Winde, zunehmende Verschlechterung. * Äeute um 3 Ahr nachmittags findet im Seitenstetten temvel die" Trauung unseres Gesinnungsgenossen, i. B. der I. A. V. „Jordania", Wien, Herrn Jack Hellmann, Direktor der Interkontinentale A. G., „Oradea Mare" mit Fräulein E ls e M a r i a n statt. (Entgeltlich.) * Gastoorlrag. Dem Vorstand der Leopoldstädter . Tempelvereins „Aeschel Awruhom", 2. Bez., Pazmanitengasse 6, ist er gelungen, den auf der Durchreise derzeit in Wien weilenden bLrühmten Czernowitzer Oberkantor, Herrn Jehuda Rosenseld, für einen Gastvortrag, heute Freitag, 4. d., abends (7 Uhr 16 Mn.) und morgen Samstag vormittags (9 Uhr) zu gewinnen, uni ladet der Vorstand die Mitglieder und Freunde des Tempelö hierzu höfliM ein. - (Entgeltlich.) Vereine, Vortriigeund Versammlungen. Jüdische K i n d e r s r e u n ö e. Morgen, 8 Mr nachmittags, findet in der Heimstätte der Jüdischen Kinderfteunde. 6. Bez.,-Amerlingstraße 19 (Eingang durch den Hof) ein Märchen^ nachmittag statt,- zu dem. sämtliche jüdischen - Ander - bisam 12 Jahren einaeladen werden. -^Zionistisch e Ar b eit8- 1 {d) d? t J, 2 Bez., Glockengasse 80. Morgen, Uhr abends, Generalverflminilurig. Tagesordnung: 1. Vorträg Dr. Chi Tartakower r „Die - zweite allgemeine Arbeiterkonferenz in Palästina." 2.Neuwahlen. 6. Eventualia. — Reichsschutzumsatzsteuer-Protestversammlung. — Bukowinaer Zentr a l-!' verband. Bis auf weiteres müssen aus ErsparungSgründen! die an jedem Sonntag ftattgefundenen Diskussionen unterbleiben,- dagegen täglicher Parteienverkebr bei der Geschäftsstelle, 1. Bez.i Elisabethstraße 9. Urania. Heute: GroßerSaaQö Uhr: Indien., Halb 8 Uhr; Tanzabend Else StrohlendKf. — Kleiner' Saal: Halb 6 Uhr: Dr. Karl P o k o r n y : Bilder aus dem!. Gesellschaftsleben Wiens im Vormärz/ IV. Halb 8 Uhr: Univ.- Prof. Dr. Wilhelm Bauer: Wir Deutschösterreicher. — K.u r 8 s a a l: 6 Uhr; Dr. Neinhold Lorenz: Die berühmten!. Frauen der Welt- und Literaturgeschichte. III. Halb 7 Uhr r! Dr. Alois I e s i n g e r: Die Universitäts-Bibliothek in Wien.' 8 Uhr: Univ.-Dozent Dr. Julius Pia: Die gesteinbildenden! Pflanzen und Tiere. 11. —. K.l u b s a a l: 6 Uhr: Univ.-! Lettor Ferd. M a t r a s: Sprechkurs. vi. HM 8 Uhr: Hoch-! schulprofessor Dr. Hans Frisch: Politische Porträts. II.: Papst Gregor VII. — Mikroskopiersaal: 7 Uhrr Üniv.-Asstst. Dr. Hans P l e n k: Der mikroskopische Aufbau de-: Menschen. VII.: _~ Austritte aus dem Judentum. Gernreich Siegmund, geb. 16. Oktober 1883, Wien, Privat beamter, XIII., Glottettegasse 20. Dannhauser Edith, geb. 12. No-i vember 1895, Wien, VI., Münzwardeingasse 11. Dr. Brügel Fritz,! geb. 13. Februar 1897, Wien, VI. Köstlergasse 14. Spitzer Wilhelm,! geb. 19. Juni 1897, Wien, Wehrmmm, XV.., Lienfeldergasse 32J Nemsnyi Pauline, geb. 9. September 1892, Wien, II., Pratersttaße 34. Schreier Bruno, geb. 25. Februar 1901, Wien, LL Wolfgang Schmälzlgasse 18. Koffler Hilda, geb. 8. Oktober 1900, Bacan, II., Malzgasse 7. Kreisky Erwin, geb. 11. Oktober 1866, Wien, Buchhalter, XV., Karmeliterhosgasse 4, Wagner Marie geb. Rucziezka, geb. 29. August 1879, Eggendorf, XVI.. Fröbelgasse 56.j Stöhsel Cora, geb. 1. April 1899, Wien, V., Schönbrunner-! sttaße 68. Lederer Jolanthe, aeb. 24. Juni 1899, Budapest, XVI.,! Reinhartsgasse 21. Polturak Ilona, geb. 20. Mai 1900, Krakau, Priv., XVII!., Bäckenbrünnlgasse 9. Raubitschek Berta, geb. Bauer, geb. 26. September 1861, Zborowitz (Mähren), XVIll., Alseggersttaße 19. Kohn Dyonistus, geb. 23. November 1896, Lemberg, Disponent, VI!., Burggasse 61. Kuthan Marie, geb. 2. März^1876, Neusiedl, Priv., IX., Müllnergasse 11. Brachfeld Julius Viktor, geb. 7. Juni 1908, Wien, Student, IX., Alserstraße 20. Modern Otto, geb. 30. Dezember 1905, Wien, Stu-! dent, I., Heinrichsgasse 2. kruiihmng. Me LebeumUelmikrtte. - Trotz der vechMtnismäßi« guten Zusichren von Fleisch nach den Märkten und trotz deS anscheinend warmen Wetters Hecken sich die Preis« für alle Fleischga-ttumen auch gestern au( r ihrer unveränderten Höhe erhalten. Für die Gvoßmapkchalle waren 22 Wagons mit verschiedenen Fleischgattu-r.qen ange> kommen. Aus den GvünwarenmäEen ist das Angebot so günstig daß erfreullicherweise ein Druck aus die Preise auSgeülbt wird Namenttich Salat ist in großen Mengen aus dem Naschmavtt amekommen. Neben Salat aus der Budapester und Neusiedler Gegend waren große QuantitÄen aus Mähren und von den Wiener Gärtnern emgetrossen. so daß ein förmlicher Preissturz zu verzeichnen war. Der Preis von 30.000 K., der anfangs für ein Nagel (30 SEck) gefordert wurde, ermäßigt« sich aus 16.000 K. und zum Schluß aus 10.000 K. Der mährische Salat, der von sehr guter Beschaffenheit war. kostete 10.000 K. pro Nagel. Butter und Eier sind angeMicklich ln fckchen Mengen! vorrätig..daß sie nicht verkäuflich sind, wa8 aber die Produzenten bisher noch nicht zu welsentlichen Preisnachlässen veranlaßt hat. Das Publikum beantwortet die hohen Preise mä der größten Zurückhaltung und hofft so. eine Verdilligung dieser wichtigen Lebensmittel zu erzwingen. Gerichtssaal. Me WstöMgen Rechte des Untermieters. Die Manzsche Verlagsbuchhandlung hatte in dem ihr ge« hörigen Hause, Am Kohlmarkt 20, dem Mieter Heinrich W e stphal wegen Eigenbedarfes gekündigt. In der Verhandlung vordem Bezirksgericht Innere Stadt, ^wurde die Kündigung im beschränkten Umfang für rechtswirk-! sam erklärt, da die Klägerin, vertreten durch Dr. Kiwe, im> Sinne des neuen Mietengesetzes dem Gekündigten Ersatzräume! zur Verfügung stellte. Gegen das Urteil des Bezirksgerichtes erhoben beide Par-j teien die Berufung an das Landesgericht.! Im Kündigungsverfahren hatte sich schon in der ersten! Instanz ein Untermieter in der Wohnung als Nebenintervenient! auf Seiten des Mieters.angeschlossen. Bei der unter dem Vor-! sitz des Hosrates .Dr. Stein gestern stattgefundenen Berufungsverhandlung schlossen jedoch die Parteien trotz Wider-, spruches des Anwaltes des Untermieters Dr. Röhrl einen gerichtlichen Vergleich, woraus dieser erklärte, seine aufrecht zu erhalten. Der Berufungssenat führte die Verhandlung durch, indem! er von der Ansicht ausging, daß der Untermieter selbständig! auch gegen den Willen des Hauptmieters Hrozeßverhandlungen^ vornehmen könne, wies aber die Berufun'g ab, da trotz deSi. prozessualen Rechtes dem Nebenintervenienten durch den abge-! schlossenen Vergleich die materielle Grundlage zur Aufrechterhaltung der Berufung entzogen sei. *

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