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Wiener Morgenzeitung · 1923-05-03 · Heft 1516 (3.5.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1516 (3.5.1923)
Date
1923-05-03
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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'NL M8 ' Wren, DonmrStag Wiener MorHenzeitrmg. , 3. Mai 1923 Seite 8 %j$ Import Ges. m.b. H. VahanJsbetcherian & Co. Wien, I, Führichgasse 5 1 ( im Phiitpphof Direktester Import, reichste Auswahl an: Beschatt J Bouchanra } Ttibris / Schwas Beludsch / Schvi'wcm / Ka&ak Ki/rman etc. i VC Verkauf en gros »?, Verkauf en detailx! Ion Telephon Nr, 7ttjll Ci Persische Teppich Rundschau. Internationale kisenbahnkonserenz. Bern, 2. Mai. (DÄ. der „Wr. M-ovgenzeitnng".) Gcstew Mrde hier in Anwesenheit von etwa sechzig Delogierten aus jsisbzchn vevschiedonen Staaten eine internationale Eisenbahnkonferenz zur Revision der Konvention über den ^Güterverkehr vom Bundespräsidenten Haab mit einer Rede eröffnet, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß die 'Konserenz nicht nur ihre Hauptaufgabe erfüllen, sondern daß es ihr auch gelingen möge, ein würdiges Seitenstück zu der 'Konvention durch Ausarbeitung einer Konvention über den Reffenden- und Gepäckberkehr zu schaffen. Re Untersuchung Wer die tschechisch-ungarischen GreuzzwischenWe beendet. Budapest» L. Mai. («Del. der „Wr. Morgenztg") Die Arckchtten der Kvnmrissionen zur Prüfung ^der tschechisch-ungarische« GroiWwffchenfalle sind gestern abends beendet worden. Die Protokolle wurden >in deutscher Sprache versaßt und dem Prager und Gudapester Außenomt zugestellt. Die Feststellungen der einzelnen Komnrisiionen weifen weitgehende Gegensätze auf. Wahrend die ungarische Kommission festgesiellt hat, daß der erste Schuß von tschechischer Seite gefallen ist, hat die itschochffche Kommission konstatiert^ daß die Ungarn den ersten Schuß abfouerten. Wie bet „Az Cst" von einem MWred der tschechischen Kommistio« «rfÄhrit, Kaubt man weiteren Grenzzwifchenfällen Vorbeugen zu können. In maßgebenden ungarischen Kreisen nimmt man an, daß es binnen kurzem yÄingen wird, Koffchev Ungarn und der Dschecho-SkÄvakei die Normalien Bezichungey wiedecherzustellen, Mel unangenehmer als der tschechische GvenzzwischeNfall wird d» Awffchmffall an der fugöflawffchen Grenze in Budapester politischen Kreisen beurteilt. In der Nähe des Gvenzortes lRZszöe wurden aus Gebiet fünf Ungavn angehalben «Md verhaftet. Sie flüchteten >und einer von chnen wurde durch zwei Schüsse schwor verletzt. Bmch zwMm Harding md Hearft. London, 1. MLl. Me „Daily Mail" aus New-DoÄ «ülbet, habe der vöMge Bruch zwischen Harding und Hearst in den Deveinigten Staaten Sensation hervorgerusÄr. Hearst hatte die WM Hardings mit Rücksicht aus desibn Politik der völligen Loslöisung Amerikas von den eur-o- .päffchen Angelegenheiten unterstützt. Seitdem der Präsident für die Teilnahme der Bereinigten Staaten am internationalen Gerichtshof eintrete, habe Heavst semv Besuche im Weißen Hause eingestellt und bemühe sich eifrig, eine drittle Partei zu bAden, die bei den PrÄsidentschastslwaWm Wahrscheinlich Senator Johnson kandidieren werde, England Mtt stch nicht mehr bedroht. London, 8. Mai. (Woffft) Im UintechaNse erKävde bei ^Ärtevung deS BorMages der MdmiivMät, im Lause der nächsten zchn Jahre in Sinyapore ein gwhes Dock zu bauen, der Vertreter der Admiralität Amuory die Bedeutung, der Fahrstraße nach dem Osten für die Sicherheit der Dominions und für den Schutz der britischen Interessen im Offen. .Es fei dies lediglich eine Sicherung, keineswegs aber eine Verhöhnung des VMsrbundes und keine Umgehung des Washingtoner iMkornmens. ,/Daily Expreß" «MM in dieser Erklärung des ersten Kords der Admiralität eine wichtige Aendevung der britischen MottenpM'tik. Singapiore soll die große Mottenbasis der Zu-, btirft werden. Dies sei die hauptsächlichste Folge des lAufhörens der deutschen Bedrohung. Die Maifeier in Mnche«. München, 2. Mai. (Del. der ,Mr. Morgenzeitung".) Am «Zorabend des 1. Mai wurden von Hitler-Leuten Anftu.se und ^Flugblätter aus durch die Stadt fahrenden Autos gewonfen, in denen vor der Gefahr einer neuen großen Revolution von links gewawt, die Frauen und Kinder aufgeifordert wurden, heute nicht auf die Straße zu gehen., Gerüchte, daß aus Thüringen und Sachsen starke kommunistische Trupps im Auszug seien, vevanlaßten den Mnifferrat, noch in «den späten iAbendftundenzusammenzutretem Das Ergebnis dieser Bettung war ein öffentlicher Anschlag, in dem vor gesetzwidrigen Unternehrmrngen gewarnt lvurde. Aus Anlaß der- M a ise ier ruhten die' großen Betriebe. Am Morgen sammelten sich die Arbeiter in ihren Sektionslokalen und zogen auf die Theresienwiese. Die Ko mmu n ist e n hatten den Sowjetstern verhüllt und auf der Hülle die Inschrift angebracht: ,/Dieser Teil ist verboten!" Sie hatten einen eigenen Redner bestellt und standen auch ettvas, abgesondert von den Sozialdemokraten. Die Nationallsoziallst en durchzogen gleichfalls am Vormittage die Straßen der Stadt und sammelten sich dann auf dem Oberwiesenseld. Es waren größtenteils Sturmtrupps. Gegen 11 Uhr sperrte die Landespolizei die Zugänge zur Stadt ab, um einen Einmarsch der Hitler-Leute, für alle Fälle zu verhindern. Am Nachmittag kam es gut Angriffen der Sturmtrupps auf einzelne Arbeitergvuppen, wobei eine sozialistische Fahne verbrannt wurde. Eine Nachtübung der Geheimbündler. Koburg, 2. Mai. (Wolff.) Im Verlaufe einer Nachtübung der Ortsgruppe des Bundes ,/6ayern und das Reich", bezw. ,>Oberland" in Mistelfeld bei Liechfenfvls hat der Student Weberfals den EisenbahNschlosser Hammerschmidt erschossen. Weberfals wurde verhaftet. MibsIMer Bestedlngsversuch von Roßbach. Berlin, 2. Mai iWolff.) Sonntag verhaftete die Polizei 21 Personen, die nach den Emnttlungen der Polizei die gewaltsame Befreiung des Bechafteten Roßbach geplant hatten. Es handelt sich um Angehörige der in Steglitz tagenden Tffchgenossenschast Wrangel, die als eine Fortsetzung der früheren Ortsgruppe Steglitz. der aufgelösten deutschvölkischen Freiheitspartei anznschen ist. Die Verhafteten werden sich aus Grund des Gesetzes zum Schutze der Republik wegen Betätigung in aufgelösten Vereinen zu verantworten ^haben. Ein Hochvenatrprozetz »egen Eachi«. Paris, 2, Mai. (Tel. der „Wr. Movgenzeitung".) Marcelle Cachin und die anderen Führer der Kommunistischen Partei, die im Jänner wegen ihrer Beteiligung an den Kundgebungen gegen, die Ruhrbesetzüng Verhaftet worden waren/werden, wie die Zeitungen mitteilen, Vor den Obersten Gerichtshof gestellt werden. Die Untersuchung habe ergeben, daß die Mionen, an denen die Angeklagten teilnahmen, internationale Verzweigungen hatten. Die Verhafteten werden somit wegen Anschlages gegen die innere und.äußere Sicherheit des Staates angeklagt werden. Die Verhandlungen dürften in vierzchn Tagen beginnen. Aus aller Welt. London, 2. Mai. Die Matter melden ans Tokio, daß bei Kundgebungen cmläUich, des.1. Mai Mlreiche Per-. sonen verletzt und viel Verhaftungen vorgenommen worben seien. » Paris. 2. Mai. Wie der ,Matin" meldet, /soll auch der vor mchreren Wochen in Paris verhaftete deutsche kommunistische Abgeordnete Holl ein vor den Staatsgerichtshof gestellt werden. Bern, 2. Mai. Infolge falscher Weichenstellung ist heute der um 8 Uhr morgMs von Bern abgegangene PersonenMg bei der Ausfahrt aus der Station Wabern entgleist, wobei drei Personen getötet und mehrere vorletzt wurden. Salzburg. 2. Mai. In Badgastein finden mit, einem Konsortium BechaMungen wegen Errichtung einer Spielbank statt. Aus dem ErträMis sollen dem Mittelstand Unterkunftsmöglichkeiten in Gastein geschaffen werden. ragesbericht. Ser österreichische Keren Hchieffod-Monat. Die Fortschritte des Keren Hajesiod in Oesterreich. — Wachsende Teilnahme der nichtzionistffchen Juden. — Das Programm der letzten zwei Wochen. — Beschlüffe der zionistischen Leitnng. Schon vor Bogirn der gwßzügigen Kampagne für dan Palästina-Grundfonds in Oesterreich, welche Mitte Mai abschließt und nach den bisherigen Evgebnissm einen starken Zuwachs an Keren Hajessod- Zeichnern erwarten läßt, waren.die Lsterreichffchen Eingänge für den PalästiM-Grundsonds erfveulich gestiegen. Unter den Ländem, welche sich, am Keren Hajesiod beteiligten, stand Oesterreich ursprünglich an 27. Stelle. Nach einer soeben' emgelangten Statistik Wer den Monat März ist Oesterreich jetzt an die 1.6. Stelle vorgerückt. Ein erfreulicher Fortschritt, der aber noch lange nicht befriledigend ist, 'wenn man die Zahl, die Leistungsfähigkeit und die Kultur der in Oesterreich i siedelnden Juden mit den österreichischen Keren Hajessod-ElUgängen vergMoicht. Die wichtigste Tätigkeit, welche bin Propagandisten des Keren Hajesiod Miegt, ist die Aufklärung und Gewinnung der nichtziou'istischen Juden. Das jüdische Palästina gehört nicht einer Partei im Judentum, sondern dem jü.dischen Volk, und die Zionisten müffen wirken, daß an dem Auisbcmllverk auch die anderen jüdischen Grupperr und Richtungen vertreten sind. Man darf mit Genugtuung feststellerr, ^daß die diesbezüglichen Bemühungen in Oesterreich gute Ergebnisse hatten. In einzelnen Bezirken Wiens haben sich bereits neutrale Kommissionen zur Förderung des Palästina-Grundfonds gebildet, einige, von ihnen sind in die aktive Arbeit orngetwten. Zion?stisclie Sektion, II.» Prater, Samstag den 5. Mai 1923, präzise 8 Uhr abends, im Cafe „Venedig“ (Winkler), 11., Stuwersträsse 1 über I „PIe Jetzige Lage in Palästina“ Ob— Robert Stricker Der Direktor des Keren Hajesiod, Herr Dr. Berthold Fe iw el (London), der demnächst in Wien eintrffft, wird mit diesen Komitees in Verbindung treten, eibeuso mit jenen jüdischen Knltusgemeinden Oesterreichs, welche bereits den Aufbau des Mischen Palästina zu Hrer eigenen,! Sache gemacht haben. Die Erkenntnis, daß durch Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina, Sxm! der Balfour-Deklurat ion und des der englischen Regierm.g vom Völkerbund erteilten Mandats, das, -brennende jüdische Wanderungsproblem gelöst wenden kann, wenn die Judenheit die er- ° forderlichen Beträge aufbringt, daß ferner der auch schon in der letzten Zeit stank angewachsene österreichische Ex- : Port nach Palästina die österreichische Handelsbilanz günstig zu beeinflussen geeignet ist, und die warmen Berichte, welche neuerdings' hervorragende, der zionistischen Bewegung fernstehende Publizisten Wer ihre Palästmareifvn veröffentlichen, haben neue Kreise der Judenschaft, die bisher apathisch waren, für die Pallästina-Sache begeistert. Das österreichische Zionistische LaMskomitee hat Hc seiner letzten Sitzung neuerdings zu den Leistungen der Zionisten für den Keren Hajesfod Stellung genommen. Es ist selbstverständlich, daß die ovganisijvrten Zionisten chrer durch Parteibeschlüsse vorgeschriebenen Verpslich-' tung gegenüber dem Keren Hajesiod in^dem festgesetzten Matze n-achkoamnen müsien. Die Schätzurgskommissionen^ welche zur Prüfung der zionistischen Leistungm, eingesetzt sind, wurden von der Leitung aufgefovdert, ihre Aufgabe in den nächsten Tage zu vollenden, damit gegen die noch immer Säumigen im Sinu«e der Parteibeschlüsse vorgegangen werden könne. gionMches Landeskomitee für Sesterreich. Alle Bezirksfektionen, Sonderverbände, Vereine nsw. werden ersucht, so rasch als möAich die bereits eingeggngenen Schekelgelder abzuführen und die «stlichm Schekalim bei ihren Mitgliedern einzutvsiben, damit diese rechtzeitig an die Londoner Zentrale abgeführt werden können. Die Sektionen ufw. werden aufgefordert, die nächsten zwei Wochen zu einer intensiven^und energischen Schekelpropaganda auszu-Mtzen, damit wir in der Lage sind, unser SchÄeWontingent anfzubringen. L. Motzkin bleibt Prösident der Mischen Welthilfskonferrnz. Aus Paris wird uns gemeldet: L. Motzkin, der das, Präsidium der jüdischen Welchiffskonferenz wegen gewisser Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Mitarbeit der Jca niiedergolegt hatte, ist von diesem Entschluß abgegangen, da anscheinend diese Differenzen beigelegt sind. Motzkin hat sich!- zur Unterstützung der Keren Hajesiod-Kampagne nach Amerika begeben. Prof. Hermann Schapiras fünfundzwanzigster Todestag. Bor einigen Tagen jährte sich der 25. Todestag «des Schöp» fers des Jüdischen Natiolnafouds Prof. Hermann Schatz ira. Pros. Hermann Schapim ist im Jahre 1840 in Erlspicken bei Tawrick (Litauen), gckboren und genoß eine streng Mffche Erziehung. Nach Absolvierung der Jeschiwah wurde er Rabbiner i,n einem Keinen litauischen Städtchen. Im Mfer von 24 Jahren kam ihm ein machematffches Leihöbuch in die Hand, welches ihn besonders interessierte und ihm den ersten Anstoß zum Studium profaner Wissenschaft gab. Im Jahre 1668 kam er -nach Berlin, Ivo er die Gewerbeakademie besuchte. Infolge seiner schweren materiellen Lage mußte er jedoch nach Rutzland zurückkchren, wo er erst im Jahre 1878 die Möglichkeit erhielt, ins Ausland zu gehen, um die Universttätsstudien zu absolvieren. Im Jcchre 1880 wurde er zum Doktor der Mathematik an der Heidelberger Universität pro- 'moviert. Im Jahre 1887 erlangte er die Professur für höhere Mathematik an der Heidelberger Universität. Prof. Schapiva veröffentlichöe eine größere Anzahl wertvoller mathematffch«wisienschaftlicher Werke. Er hat auch einige pMizsitiische und PopuWr-wissenschaWche Aribeiten in hebräischer Sprache veröffentlicht. Im Jahre 1682 schrieb er im ,H a m el"iz" eine Artikel» serie über die Notwendigkeit >der Gründung -einer hebräi. scheu Universität in Jerusalem. Prof. Schapira' gehörte zu -den ersten Vorkämpfern der Ghibäch Zion und schloß sich dann dem Herzlschen Zionismus an. Noch -zur Zeit der Chowe Zionlbe»vsguug propagierte er die Idee der GMMmg eines Jüdischen Nationalfonds. Die VariviMchung dieserJd:< gelang ihm-erst auf dem ersten ZivuistenTongreß. Er stellte sich persönlich ganz in den Dienst des Natronaffonds und ihm zuerst verda-nEt der Fonds seine Popularisierung. Pros. Gchapiro starb im Jahve 1698 in Köln. 68053k: OKKASION Regenmflntel . K 125.000 V Leinenwaren, Waschwaren, 9 Stoffe, Wäsche —sehr billig ■ Schiffmann II., Taborstraße 4S Telephon 47-1-79 En gros En detail

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