Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1509 (26.4.1923)
- Date
- 1923-04-26
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Men. DsnnerSLag Wiener Morgenzeilnng. 2«. April 1928 Nr. 1SVS tates Dr. Georg Weiner; „Herzls Tagebücher n? Anthließend LunteS Programm. — AkademifcherVereiu jüdischerMediziner. Freitag um halb 8 Uhr abends Kn I. H. A., 9 Bez., Zttnmermaunplatz 8, dringende Ausschußrrtzung. Sonntag um 9 Uhr vormittags im Klublokal des Cafe Stadttheater, 8. Bez., Albertgasss 89, Generalversammlung. — hakoah, Schachsektion. Freitag den27. d. um 7 Uhr ends wichtige Zusammen kunftder Spieler K l a s s e. E r s ch e i n e n u u u m a a n g l i ch e P f l i ch t. }- Siegerturnier. Beginn und Auslosung Dienstag-den t Mai um 7 Uhr abends. Teilnehmer: die Preisträger der hcmptturniere A und B und der Sieger (eventuell der zweiten Preisträger).des Viererturniers. Der Verein für unentgeltlichen jlrbeitsnachweis, Wien, 2. Bez., Taborstraße 69, Üetet Arbeitgebern seine kostenfreien Dienste an. Brieflicher oder telephonischer Anruf (40-3-16) genügt, um männliche und weibliche qualifizierte Arbeitskräfte, Hilfsarbeiter und Lehrhafte Zugewiesen . zu erhalten. Es stehen in Vormerkung; s. M a n u e l l e Arbeiter; Anstreicher, Lackierer, Bäcker, ßlekttomonteure, Fleischhauer, Gerber, Geschäfts- und Bureausimer, Hausknechte, Hilfsarbeiter aller Art, Installateure für 8aS und Wasser, Kellner, Kürschner. Kappenmacher, Kutscher, Laufburschen aller Art, Mechaniker, Metallarbeiter, Magazineure, Schlosser, Schmiede, Schneider, Tapezierer, Taschner und Tischler. — ll. Kaufmännisches Personal; Buchhalter, Comptoiristen, Korrespondenten, Strazzisten, Expedienten, Nanipulanten, Verkäufer und Praktikanten. — 111. Weibliche ll b t e i l u n g: Buchhalterinnen, Comptoiristinnen, Stenotypittttcit, Verkäuferinnen, Kassierinnen, Manipulantinnen, chneiderinnen, Modistinnen, Hand- und Maschinennäherinnen, Andermadchen, Hilfsarbeiterinnen. Urania. Heute; Großer Saal: 5 Uhr: Vom ßaum zur Zeitung. Halb 3 Uhr: A. R e i f ch e k: Ein Oesterreich« als Maorihauptlinz. — KleinerSa.al: 6 Uhr: pr. Helene A n d e r l e; Physiologie und Hygiene der Frau. ll. halb 8 Uhr r Rechnungsdirektor Adolf G a u st e r: Höhenpanderungeu in den Niederen Tauern. — K u r s s a a l: 5 Uhr: Direktor Josef Neumair: Zur Geschichte der deutschen Sprache. VIII. Halb 7 Uhr: Dr. Ernst Lauda: Der Blutkreislauf des Menschen im gesunden und kranken Zustande. III. ß Uhr: Univ.-Prof. Dr. E. D i t t l e r : Wie entstchen Erzlager? VI. — Klubsaal: Halb 6 Uhr: Gesangspädagogm wisela K r ü ck l: Die Erreichung gesunder Tonbildung. IV. Halb 8 Uhr: Maler Prof. Maximilian Wund erlich: Der Gehrauch des Spiegels zum selbständigen Erfinden moderner Ornamente. _ »Soziale HUfsgeweinschast Anitta Müller." Generalversammlung. Kürzlich fand in den Räumen der „Sozialen ßilfsgemeinschaft Anitta Müller" die Generalversammlung des Vereines statt, welche der Oeffentlichkeit über Umfang, Art und Erfolge dieser Institution seit dem Jahre 1918 Bericht erstattete. Die Wirksamkett des Vereines diente in dieser Zeit dem Ausbau der sozialen Institutionen, welche von Frau Anitta Müller im Jahre 1914 ins Leben gerufen Md bis zum Kriegsende erhalten wurden. Nach dem Umsturz grüudadr eise Anzahl bewährter Persönlichkeiten, welche seit Anbeginn die Institutionen durch aktive Mithilfe gefördert hatten, den Verein, welcher im Jahre 1918 genehmigt wurde. Die ursprünglich nur für Kriegsdauer geschaffenen Institutionen erhielten durch die Gründung deS Vereines die feste BafiS, durch die ihr weiterer Bestand und ihr wetteres segensreiches Wirken für die Wiener Armen gesichert erscheint. Aus dem Tätigkeitsbericht und durch die ergänzenden Ausführungen der Vorsitzenden, ist zu ersehen, daß der Verein auf dem Gebiete des Mutter- und Säuglingsschutzes, der Kinderfürsorge, der Hilfe für Kranke und nicht zuletzt für die Pogromopfer gearbeitet hat. Den ziffernmäßigen Darstellungen der Gesamtleistungen aller Institutionen vom Jahre 1918 bis 1923 entnehmen wtt folgende Daten: Die SänglingSfürsorgesorgte für 820 Kinder, die Tagesheimstäüen haben an 5742VervflegStagen Kinder betreut, das Heim für verlassene Mädchen hatte 3 5 0 0 Fürsorgetage aufzuweisen, die Tagesheimstätten für vorschulpflichtige gesunde Kinder versorgte dauernd 50 K i n d e r, die Ferienaktion hat 8867 Kinder ins Ausland geschickt, die Milchtrinkhallen verabreichten 1,520.000 Portionen, die Tagesheimstätte für vorschulpflichtige Kinder gab 1,180.000 Mittagessen an Kinder ab, die AuSspeisung für rekonvaleszente Ander ermöglichte es, kranken und rekonvaleszenten Kindern 6000 Mahlzeiten zu verabreichen, welche nach einer speziellen ärztlichen Vorschrift zubereitet waren. 35.000 Badekarten wurden ausgegeben, 4734 kranke Kinder wurden teils in Heimen, teils in Spitälern untergebracht oder erhielten Zubußen an Lebensmitteln. Das Heim für Pogromwaisen hat 5286 VerpflegsLage aufzuweisen, das Säuglingsheim nicht weniger als 1 9.200. Die Wöchnerinnenfursorge betreute in den letzten Jahren 934 Frauen. Die Arbeitsschule hat 2201Frauen Verdienstmöglichkeit geboten. Die Beratungsstelle erledigte mehr als 10.000 Ansuchen, das Rechtschutzbureau intervenierte in 162 Fällen. In Obhut der Krankenfürsorge sind 2580 Personen gestanden. Die Altersfürsorge leistete in 162 Fällen individuelle Hilfe. Die Fürsorge für die Pogromflüchtlinge konnte in 1318 Fällen, die Fürsorge für die Wiener Armen in 2726 Fällen helfend eingreifeu. Die Mittelstandsaktion verteilte 13.516 Kilog t a nt m Lebensmittel, die Bekleidungsaktion 7853 Kleidungsstücke, die Petroleumaktion gab 180.000 Liter Petroleum aus, die Lebertranaktion 18.820 Liter Lebertran. In der allgemeinen Ausspeisung fiir Erwachsene wurdet; insgesamt 710.517 Portionen verabreicht. Für die Gesamttätigkeit dieser Institutionen wurden folgende Summen verausgabt: Im Jahre 1918/19: 580.b64.24K., tnt Jahre 1919/20 : 5,875.834.90, im Jahre 1920/21: 10,033.132.28, im Jahre 1921/22 : 52,150.076.97 und im /Jahre 1922/23: 298,815.635.97 K. Der Schriftführer des Vereines, Herr Dr. Heinrich Her* b a t s ch e k, erstattete ein interessantes Referat über die Notwendigkeit derUmgestaltungdersozialenHilfe. Er führte aus. daß die Pflicht der sozialen Arbeit so tief in das Bewußtsein jedes einzelnen eindringen müsse, daß sie zur Selbstverständlichkeit werde und daß die soziale Arbeit nicht mehr durch einzelne, sondern durch die G e s a m t h e i t für die Gesamtheit geleistet werden müsse. Herr Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g pries in warmen Worten die Tätigkeit der Sozialen Hilssvemeinschast Anitta Müller, deren Arbeit in den vergangenen Jahren an Intensität und Ausbreitung nicht abgenommen hat. Die Oeffentlichkeit, welche stets mit regem Interesse die Leistungen des Vereines und seiner Gründerin verfolgt hat, wird den Bericht über seine planvolle, erfolgreiche Fürsoraearbeit mit Dank und GenugiuMg zur Kenntnis nehmen. Eine der traurig sten Erscheinungen unserer Zeit ist es, daß ihre Menschen nicht mehr das Interesse/ geschweige denn das tätige Mitgefühl der furchtbar großen Zahl der Hilfsbedürftigen gegenüber aufbringen, die wahrend deS Krieges soviel Elend gelindert haben. Um so dankbarer müssen wir die tapfere Arbeit unserer bewährten Für forger verfolgen, die auch unter den heutigen schweren Verhält niffen ihre selbstgewählte Aufgabe erfüllen: dem notleidenden Räch!".'!! jlenen. Austritte ans dem Judentum. .LSwenfeld Gertrud, geb. 21. Jänner 1663, Prag, Malerin. IX. Voltzmanngasse 22. Schulhof Ludwig, geb. 24. Oktober 1877, Wien, Inspektor der österreichischen Landesbahnen, IX. Bindergasse 11. Braunthal Ernestine, geb. 26. August 1889, Wien, Private, XII. Schloß Hetzendörf. Rosenbach Helene, geb. 18. Dezember 1899, StaniSlau, XXl. Freitaggasse 3. Rieger Hilda geb. Zakowitz, geb. 21. April 1694, Wien, Private, XIX. Himmelstraße 18. Lüftschitz Melitta, geb. 14. April 1698, Königliche Weinberge, Kontoristin, XIX. Weinberggasse 18.. Pollak OSkar, geb. 3. Jänner 1900, Wien, Beamter. XIX. Billrothstraße 20. Bikel Charlotte, geb.21.Jänner 1898, StaniSlau, Private, Ul. Ungargasse 24. Deutsch Therese, geb. 18. Dezember 1888, Wien, Hilfsarbeiterin, XVI. Schellhammergaffe 10. Nager Malwine, geb. 27. März 1894, Lazy (Schlesien), Kontoristin, III. Khungaffe 23. Links Friedrich, geb. 5. August 1854, Czenwwitz, Bankdisponent, IV. Johann Straußgasse 49. Crbestyen Elisabeth geb. Better, geb^ 1. November 1879, Großwardein, II. Gensaugasse 65. Klein Anna geb. Lert, geb. 16. Juli 1891, Wien, Ingenieursgattin, 18. Bez., Gersthofersttaße 126. Klein Hans Gottfried, geb. 17. Mai 1916, Wien, 18. Bez., Gersthofersttaße 126. Klein Elise, geb. 22. März 1919, Wien, 18. Bez., Gersthofersttaße 126. Hadl Wilhelm, geb. 27. Mai 1887, Wien, Agent, 18. Bez., Mitterberggasse 32. Ingenieur Hermann Heinrich, geb. 29. September 1895, Wien, Bankbeamter, 7. Bez., Hermanngasse 83. Karrach Elsa, geb. 31. Juli 1892, Wien, Buchhalterin, 7. Bez., Karl Schweighofergasse 6. Libochowitz Kurt, geb. 8. Jänner 1906, Wien, Bankangestellter, 7. Bez., Zeismannsbrunngaffe 4. Ornstein, Emil, geb. 26. April 1860, Zuckermandeldors, Kaufmann, 7. Bez., Zteglergaffe 1. ' Sie Lebensmittelmürkte. Steigen der Rindfleischpreise. Gestern waren die Fleischzufuhren in der Großmarkthalle ungünstig ausgefallen, im ganzen waren drei Waggon- Ladungen mit der Bahn und unbeträchtliche Mengen mittels Wagen eingetroffen, so baß trotz des verminderten Konsums Knappheit herrschte. Die Folge davon war, daß sich die Preise für Rindfleisch im Kleinhandel um 2000 K. Pw Kilogramm gegenüber den Preisen der vorigen Woche erhöhten. Rindfleisch notierte in der Großmarkthalle im Kleinhandel mit Zuwage je nach Q-Mlität 16.000 bis 32.000 K. pro Kilogramm. Auf Jben Grünwarenmärkten sind sowohl hiesige als auch auslärdische Erzeugnisse in sehr großen Mengen vorrätig, die den Bedarf oft weit übersteigen. Besonders groß waren die Zufuhren von alten Kartoffeln aus der Tschecho- Slowakei, aber auch heurige Kartoffeln, Karfiol und Erbsen aus Italien sind stark vertreten. Unter den Ankünften befand sich auch ägyptischer Zwiebel. Trotz der großen Auswahl und des reichen Angebotes sind die Preise unverändert hoch, mit Spinat hat sich etwas ermäßigt. Er kostete im Kleinhandel auf dem Naschmarkt 2000 bis 4000 K. pro Kilogramm. Mhne und Kunst. zwei kubMereude SHuuspirler. Auguste Mllbrarcht-BaMus. — Viktor Kutscher». In Wien werden gastierende KünsÄer weit mehr geschätzt als heimische, seWst wenn sie weit wertvoller find als mancher Gast. Zu den wenigen Ausnahmen, in welchen sich das Memer PublAum keine Unterschätzung zuschulden kommen läßt, Mit die wahrhaft verchmngswürdige Auguste Will» brandt-Baud ins, welche demnächst ihren 90. Geburtstag feiert. Die entzückends Greisin, deren siegjhafte Anmut die jüngsten Damen des Burgcheaters überstrahlt, gehört zu den allerersten Größen der deutschen Bühne. In der jüngstem Zeit noch konnte man sie in neuen Rollen bewundern. In Manns „Mckxmre Legros", in -der „Fahrt ins.Blaue", in Molnars ,-Schwan", vor allem ofcct im Abenden Leichnam" bereitet sie dem PuAWum durch ihr wundervolles Spiel, durch Her» zenswävme, Vornehmheit und LeZwingenden Humor wahre Feste der Kunst. Siewird sich äußeren Ehrumgen vermutlich entziehen, darum Jomn man nicht rechtzeitig genug der großen Frau für herrliche Abende danken und dem Wunsche Ausdruck geben, ihr noch lange Jahve auf der Bühne des Burgcheaters grammes einige Worte der Anerkennung. Neben oft bewährt«« , Chorstücken, wie der Schubertschen Kantate,Mivjams SkgeS-j gesang", in der Frau Foerstel dem Solopart ihren strahlen-j den Sopran lieh, gab es auch eine späte Novität von Beet» > Hoven. Die Musik zu ,^eonore Prohaska", einer Art praußi- * schon /^Jungfrau von Orleans" aus den Befreiungskriegen, istj wett entfernt von . dem musikalischen Heldentums ,-Leonore! Florestans". Ein schwächlicher Kriegerchor, eine konventionelle, Gesangsromanze mit Harfenbegleitung, ein flüchtiges Molo»! 'dram und der bekannte Tvauermarsch aus der As-Dur-Klavier»; sonate op. 26, der im Zusammenhang der Sonate wett stärker: wirkt als im orchestralen Gewände, sind die spärlichen Bestandteile dieser Beelhoven-Musik, zu der Herr Jenisch einen voi> Herrn Madjera gedichteten verbindenden Text sprach. — $ni der Beethoven-Phantasie op. 80 für Klavier, Chor und Orchester. spielte Herr Oskar Dachs das Solo. Das.Haupt'.hema ist ein; Vorläufer zu dem berühmten. Chorchcma der Neunten Shm», phonie: Wie dort bricht sich auch hier das Thema nur schwer^ Bahn, Rezitative und Modulation gemahnen bereits an die „Neunte". Es ist nicht uninteressant, daß wir schor.« im Jahres 1795 in Beethovens Lied „Seufzer eines Ungeliebten" dem gleichen Thema begegnen. An die'dreißig Jahre hat der Tucvne mit diesem Thema gerungen! Debussy als Vater der Moderne, Schönberg als deren Haupt, fermr Busoni, Bartok und Honegger standen auf dem, Programme eines Konzertes, welches das österreichische Komitee der „Internationalen Gesellschaft für zeitgenössische Musik"' als Präludium zur kommenden Salzburger Tagung veranstal-. 4etc: Busoni liebt das Geistvolle und Virtuose. In seiner „Tokkata" kommt er trotz modern alterierter Akkorde von Liszt' nicht los, der alte, im Grunde noch immer r.eue Lisztschr. Klaviersatz erscheint in neuer Zubereitung, die durch die bet*; wässerte Melodik nicht schmackhafter mundet. Willkommener waren die Klavierstücke Bela Bartoks. Sie sind urwüchsig, und doch nicht verkrmnpft m ihrer eigenwilligen Rhythmik nnd^ eigenartigen Melodik, die aus dem gesunden Mutterboden bet; ungarischen Volksmusik erwächst. Der Klaviervirtnose Angela Kefsisfoglu bleibt ml seinem fülligen Tone, seiiem ehernen Rhythmus, seiner satten Virtuosität und seinen stählernen Mordgriffen der berufene Interpret von Marx' „romantischem Klaviicrkonzert". Wo! Marx hinhorcht erblühen Melodien, hier schimmert auch bte; blaue Blume der Romantik aus, daneben ein ganzer Blumen-; garten in allen Farben bis zum sattesten Dottergelb, ein-, üppiges Schwelgen in Klavier- und Orchesterfavben. Prall und spätsommerlich erklingt diese Musi^, di.e sich in ihrer satten Fülle ausbreitet. And bisweilen eine überraschende Wendung, wie wenn sich der Lyriker auch als Dramatiker versuchen wollte! , sib Der erneuerte Shakespeare. „Chmbeline" in modernen Kostümen. AnlöMich der Shakespeare-Feier hat ein Theater in Birmingham Shakespeares „Cymlbelme" mit modemen Kostümen zur AusführrlNig gsbracht. Die Schauspieler evschiene-n m ganz modernen Anzügen, einige mtt lichten Gamaschen, andere mit Tennisrakotis. Das Publiikum, dem diese Modernisierung der Klassiker etwas Neu-es war, verhielt sich Machst ziemlich vuhig. Ms oder ein Schau», spielet im KHM gMeidck und mtt einer Armbinde, ans. der „Militärpolizei" zu lesen war, auf der Szene evschim, brach alles in Gelächter aus. -Die Heiterkeit dauerte bis xum Schluß de§ Spieles an. Die enGlische Kritik steht dem, Versuch im allgemeinen ablehnend gegenüber. Auch Viktor Kntschera, das langjährige Mtgsied des Deutschen Bolkstheaters, stecht i» d« ersten Reihen bet deutschen BüchnenbünsÄer, ohne aber jene Anevkenmung :md Fördevung gesiulÄen zu haben, die er verdient. Künstlerischer Wahrheitsdrang und BegeiistevungSfahiiglett sind die Kennzeichen dieses 60 jährigen Jünglings, der 40 Jahre schon auf der Bühne stcht und frisch ist wie am ersten Tage. Seine Art zu sprechen uttlb zu spielen ist fveAich im Sinne der Neuesten nicht ,Modern", aber wie noch vor kurzer Zeit eine altbackene Semmel eine Delikatesse war, ist uns seine „altbackene" Schauspielkunst ein Leckerbissen, weil man ja in der Kunst überhaupt noch tief in der Wrukenzeit steckt. Was wir besonders schätzen: Er kann nicht alles spielen, er ist eben ein Charakter und kein Kalfakter, dafür aber in kleinsten Rollen gewissenhaft und hingehend. Ob er nun die Hauptrolle in den Wienerinnen" spielt (eine wirklich köstliche Schauspielleistung) oder den Hausmeister in der Novttät „Endstation", den Pfarrer von Kirchfeld oder eine winzige Rolle in „Don Karlos". Am 2. Mai wird das Deutsche VolkScheater ihm einen Chrenabend geben, wird sich aber selbst ehren und fordern, wenn sie Viktor Kutscher« künftig einen größeren Wir» kungAroiS emräumt als in den letzten Jvhren. Karlheinz Marlin wird im Laufe des Monats Mai an: ‘ Raimund-Theater „Juden" von Tschirikow und „I oh», Gabriel Borkman" von Ibsen inszenieren. Die mehrfach kolportierte Nachricht, daß er die Jnszeniettrug von Ernst TvllerS „Maschinenstürmer" am Wiener Komöbienhaus übemommen habe,, beruht nicht auf Richtigkeit. Eine Boris Cchatz-Ausstelluna in Palästina. In den Räumen des ,/Bezalel" in Jerusalem wurde eine ständige Ausstellung der Ku-nstwcrke des Prof. Boris Schatz eröffnet. Zum ersten Male hat Schatz seine m verschiedenen Ländern zersttevtt gewesenen Bilder uind Skulpturen httr vereinigt. Viktor Kntschera, der treffliche Schauspieler, feiert dieser Dcrge seinen 60. Geburtstag und sein 40jähriges Kunsiwirken. Aus diesem Anlasse wird im Deutschen Bolkstheater Mittwoch den 2. Mai, im Rahmen einer Aufführung von Hermann Bahrs Lustspiel Mienerinnen", dieses Doppeljübiläum des bMöbten Miti^iedes dieser Mhne fesMch be» gangen. Der Kartenverkauf für diese Vorstellung beginnt heute. Gastspiel des Berliner Residenz-Theaters im Carl» Theater. Im IM wird das Berliner Residenz-Theater mit dem Kaiser Wilhelm-B ismarck-Dvama von Ernst Ludwi" ,^Döe Entlassung" im Darl-Theater gastieren. Aus de« Aeatern. Burgtheater: Morgen, 7 Uhr, „Der ionw pagnon". ImDeutschen Bolkstheater gelangt morgen, 7 Uhr, zur Feier von Hermann BahrS bevorstehenden 60. Geburts». Konzerte. Das Konzert, das der Wiener Schubertbund unter Viktor Keldorfers Leitung zugunsten der Echalturg der ursprünglichen Grabstätten Beethovens und Schuberts auf dem Währinger Friedhofe veranstaltete, war dem Schaffen der beiden Tonheroen gewidmet. Die wunderbare Klangfülle und Klangschönheit des Schubertbundes, der durch Mitwirkung eines Damenchores und des Shmphonieorchesters zu einem ganz gewaltigen Klangkörper erwuchs, bedarf keines ne-llen Lobes mehr, wohl aber verdient die Zusammensetzung des Pro- Jüdische Bühne LL'NmS, im Hotel. Stephanie, II., Taborstrass« 12 ITIfTynmiffff Heute, halb.8 Uhr abends Im Rebbe’s Hojf Volkwtück In 3 Akten von M. Biclaczewsky Vorverkauf an der Tageskassa