Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1509 (26.4.1923)
- Date
- 1923-04-26
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980590--14559-3001305- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
NK. 1509 Wlen, Domrersiag Wiener Morsenzettung. M. AM 1923 Sstte Sonntag, 29. April 3 Uhr nachmittags im Carl-Theater KONZERT JAKOB KALIGH SOLOSZENEN // LIEDER // TÄNZE Karten: Buchhandlung Löwit, Kartenbureau Aida, II., Taborstrasse 5, „Wiener Morgenzeitung“, Carl- Theater, Warenhaus Schiffmann, II., Taborstrasse 48 Schubwesen durchaus günstig. Zum Unterschied von jenen jüdischen Schulen, in denen der Unterricht in polnischer oder in hebräischer Spreche erteilt wird und die im Wesen den Charakter konfessioneller Schulen haben, nennen sich die jiddischistischen Schulen gerne „weltliche" oder „Proletarier"- Schulen. An Stelle des Religionsunterrichtes tritt in diesen Schulen meistenteils der Moralun-tervicht. Gegenwärti-g gibt es in Polen über hundert solcher Schulen (in 77 Ortschaften) mit 460 Klassen und 20.000 Kindern. Ueberdies bestehen 40 Kindergärten und fünf (unvollständige) Mittelschulen. Zur Heranbildung von Lehrkräften wurden zwei Lchrerkurse errichtet, deren Unterrichtsplan dem der Lehrerbildungsanstalten angepaßt ist. Diese Schulen werden von den Schulbehörden als gleichberechtigt mit allen anderen Prdvat-- schulen angesehen und behandelt. Wo dies tatsächlich notwendig ist, wie zum Beispiel in der Woiwodschaft Wilna, werden sie vom Staate subventioniert. Die erste feierliche Rekniteribeeidigimg in Lemberg. Im Hose der Jablonowski-Kaserne fand unter großem militärischem Gepränge die erste feierliche Beeidigung von mehr als 2000 Rekruten statt. Die Beeidigung der jüdischen Relruten, 123 an der Zahl (die zwettstärkste Gruppe), schloß sich -unmittelbar an die der römisch-katholischen Mannschaft an. Gemeinderab'biner Dr. Gutimann hielt eine Ansprache an die Mannschaft und nahm ihr bei -rufgerollter Fahne den Eid ab. Rundschau. Die Konferenz in Lansanne. Lausanne, 25. April. (Tel.-Komp.) Das Komitee für Wirtschaftssragen trat heute vormittags unter Vorsitz von Moittagna zusammen. Es zeigten sich aus wirtschaftlichem Gebiet große Gegensätze zwischen den türkischen und alliierten Thesen. Fast alle behandelten Fragen sind dem Sachverständigenkomitee überwiesen worden. Es handelt sich zunächst um die Erläuterung des Ausdrucks ,-Fremde Staatsangehörige". Bekanntlich waren die sich in Konstantinopel niedergelassenen Schutzbefohlenen „Proteges" der Vertreter Frankreichs und Englands. Die Türkei will diesen Ausdruck nicht gelten lassen. Abermals stürmische Szene« im Senlsche« Reichstage. Berlin, 25. April. (Wolfs.) Fm Reichstage kam es heute bei der fortgesetzten Beratung des Gesetzentwurfes für verstärkten Versammlungsschutz zu überaus erregten Auseinandersetzungen. Der Sozialdemokrat Dittmann erklärte namens seiner Partei, das Gesetz müsse als Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter wirken und beantragte die Rückverweisung an den Ansschuß. Die Redner aller bürgerlichen Parteien protestierten energisch gegen eine solche Rückverweisung. Der Antrag Dittmanns wurde auch abgelehnt, worauf die Sozialdemokraten und Kommunisten den Saal verließen, so daß wegen Beschlußunfähigkeit eine neue Sitzung fiir Nachmittag anberaumt werden mußte. In der zweiten Sitzung nahm der Reichstag den 12. Nachtragsetat in Verbindung mit der Novelle zur ErwLrbslofensürsövge erchgültig an und vertagte sich hierauf bis zum 3. Mai. Kne englische MfforderuW an Deutschland. London, 25. Äpril. Das Rontersche Bureau erfährt: Z uständige Londoner Kreise hoffen, die Eurzon-Rede über die Ruhrfrage werde dazu führen, daß die deutsche Regierung binnen kurzem ein A :t gebot >a n Franke e i ch und Belgien zwecks Regelung seiner Roparationsvrrpslich- -tungen machen werde. Sie erwarten, daß das deutsche Angebot die Wiederausnahme der vor >der Ruhrbesetztmg suspendierten Verhandlungen ermöglichen werde. Dieselben Kreise betonen, die Auffassung der britischen Regierung gehe dahin, daß Deutschland an Frankreich d i r e k i herantreten müsse, und geben ihrem Erstaunen darüber Ausdruck, daß man ans deutscher Seite in der Eurzon-Mede die Einladung zu einem Angebot au England scher: wolle, des dieses an Frankreich weitergeben würde. Wahlsieg ZtambuilM». Sofia, 25. Llpril. Boi den Parlamentsiwahlen haben die Stambuliski-Partei A6, die Kommunisten 16, der bürgerliche Block 14 und die Sozialdemokraten 1 Mandat erhalten. Sämtliche Mitglieder der Negierung sind gewählt, Siambuliski selbst in 13 Bezirken. Die Wahlen sind im ganzen Lande in völliger Ruhe und Ordnung verlausen. Die Niederlage der Kommunisten sowie die Zurückdrängung der Blockparteien sind 'dorn Verhalten der blllgarischet: Bauernschaft zuzuschreiben, deren Interessen beu Theorien, der Kommunisten fremd gegenüber stehen. Zionistische Bezirkssektion Leopoldstadt Jeden Donnerstasf zwanglose Zusammenkünfte für Mitglieder und eingeführte Gäste Heute Donnerstag den 26. April 1. J., 8 Uhr abends, im Cafe Fetzer, II., Praterstrasse VORTRAG Wirtschaftspolitische Fragen mit anschliessender Diskussion 314 Rückgang der Arbettslosenziffer in kngland. London, 23. April. (Del.-Komp.) Das Arbeitstninistermm veröffentlicht eine Statistik, wonach die Zahl der Arbeitslosen am 16. Zlpvil 1,239.600 betrug, d. h. 91.170 weniger^ als in 'der Vorwoche und 216.<N6 wMiger als am 1. Jänner dieses Jahres. Jas Dorf der Siebenbürser Zuden in Palösiina. Aus Cluj Mansenburg) wird uns berichtet: Der Achusa-Vorein der siebenbürgischen Inden hat einen ausgezeichneten, Erfolg zu verzeichnen. Er ist in der Lage im Wege des Parteiblattes „Welet" den Interessenten bekanntzugeben, daß die Zahl der Anteilscheinwerber für das in Palästina zu erbauende Dorf der siebenbürgischen Inden bereits überschritten ist m.d neue Anmeldungen nicht entgegengenommen werden können, da selbst die vorliegenden Anmeldungen nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Dieser große Efrolg ist die Arbeit kaum eines Jahres. In Palästina ist die Arbeit zur Erbauung des Dorfes schon so weit vorbereitet, daß mit den effektiven Bauarbeiten im August d. I. begonnen werden wird. Fünfzig Mische Familien aus Siebenbürgen haben sich entschlossen, sozusagen als' ein eigenes 'Gemeinwesen nach Palästina zu übersirdeln und -dort aus dem vom jüdischen Nationalfonds zur Verfügung gestellten Boden eine neue Mische Kolonie erstehen zu lassen. Der Nationalsonds stellte die Bedingung, daß diese 60 Familien den Boden im Ausmaß von 15 Katastraljoch für die Familie aus eigenen Mtteln vorbereiten und mit dem Bau der Häusler spätestens im August d. I. begiruen. Die Auswahl der 50 Familien war keine leichte Arbeit, denn die Zahl der Anteilwerber war überaus groß. Maßgebend fitx die Auswahl war, daß die sich Meldenden praktische landwirtschaftliche Kenntnisse besitzen und den Willen und die Fähigkeit haben, den Boden im Lande der Väter selbst zu bearbeiten. Deshalb ist der überwiegende Teil der Gründer dieser neuen Kolonie ans den Reihen jener gewählt worden, die schon in Siebenbürgen Landwirte waren. Außer diesen wurden auch junge Handwerker ausgewählt und zwar aus allen jenen gewerblichen Gebieten, deren ein modern eingerichtetes Dorf zu seiner Selbsterhaltung bedarf. Schr bezeichnend ist e§, daß, obgleich, wie erwähnt, mit den Bauarbeiten erst im August begonnen werden soll, die jüdischen Familien, die schon jetzt nach Palästina übersiedelten, auf ihre Kosten einen Le'hrer Mitnahmen, damit der Unterricht ihrer Kinder keine Unterbrechung erfahre. Ms ssler Seit New-Aork, 25. April. Präsident Harding sprach sich in einer Versammlung der Zeitnngsherausgsber für die Entsendung eines mnerikanischen Vertreters in den internationalen Gerichtshof im Haag ans; dem Völkerbunde werde Amerika — so erklärte Harding — nicht beitreten. Berli n, 25. April. Eine der Banden, die jetzt so häufigem Ruhr gebiet au sta uchen, plünderte in Stoppen b erg und Katernberg. Es kam zu Zusammenstößen mit dem Heimschutzauf beide:: Seiten wurde geschossen. Ein Toter, eitrige Verletzte. Nach englischen Meldmigen sind in Katernberg auch kommunistische Demonstrationen vorgekoinmen. B n d a p e st, 25. April. Gestern wrtrde atts der Donau eine Leiche gezogen, in der ntau aus Grund von Vorgefundenen Papieren den vor einigen Wochen geflüchteten Bankier Hirten st ein zn erkennen gjlaubt. London, 26. April. Aus zuverlässiger Quelle tvird rnrtgeteilt, daß die Kosten der englischen Rheinarntee itn Rechnungsjahre 1922/23, das am 31. März abgelcmsen ist, 1,950.000 Psmtd betragen. B u d a p e st, 26. April. Direktor Moritz S ch n e l l e r der Ferrolith Knopffabrik wurde heute in ordentliche Uutersuchnngshcrst genommen. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung. . Esset:, 24. April. Die Gewerkschaften aller Richtungen haben cm General D e g o u t te ein Schreiben gerichtet, worin sie gegen die Verkehrsbehinderung im Ruhrgebiet P r o t e st erheben. Graz, ,25. Apr.il., Die „Tagespolst" meldet aus Belgrad: Da die jugoslawische Negierung trotz zahlreicher Interventionen es nicht erreichen konnte, daß Ungarn den jttgoflawischen Delegierten in der Grenzabsteckungskommiss io n Sev/er freigebe, erwarte tim, daß die jugoslawische Regierung R c p r e i f a (i 'C n anwenden wird. Tagesbericht. Die SchekestMion. Ueber Aufforderung ber Zionistischen Exekutive in Lot» don sind alle SchokeilgeRter spälüstens bis zum 25. Mai nach London abFuftihveN. Sämtliche Sektionen und Sonderverbände werden dringend a-rfgeifordert, gemäß diesen Bestinn mungeu die bei ihnen eiuigegcmgenen Schakelgeilder an das Landeslomitee a'bznsühren. Dis noch zur Vechiigung stehender drei Wochen find für die SchMakticm intensiv auszunützen. Das unserer Landsmannschaft vorgeschriebene Kon> tinigent, welches vor einigen Monaten aus Bezirlkssektionett, Sonderverbände und die Provinz auifgeieM wurde, ist unbedingt anfznbrinMn. Die Vorbereitungen zum nächsten Z i o n i st e n, k o n« greß sind bereits im Gange. Der Kongreß wird Nicht später als am 1. Augylst beginnen. Der nächste Kongreß wird vor ganz besonders ernste Ausgaben gestellt sein. Er wird die» Kon-. sequenzen aus der Entwicklung des Zionismus in den verflossenen Jahren zu ziehen haben und nameMich aus der stätigmrg des Palästina-Mandats, durch welches die Zionistische Organisation zur Jewish Ageney wurde. Der Kongrch wird sich auch mit wichtigen . orga-nisatorischen Fragen zu beschäftigen haben. Im engsten Zusammenhangs mit der Frage der Erwoitoruttg 'der Jewish Agency steiht die Frage der Aufnahme nichtizionistischer Momente sowie der Beschluß der Karlsbader Jahreskonsereuz > aus Einioerufung eines jüdischen Weltkongresses für Palästina. Von der richtigen Entscheidung dieser gvoßien Fragen hängt die Zukunft der Zionistischen Organisation und des Ausbattes Pälästims alb. Es ist daher Pslicht eines jeden! Zionisten, den Schekel zu entrichten, um das Wahlrecht z>n diesem entscheidenden Kongreß zu eölangett. Es liegt iim Interesse unserer BetveWng, ^bereits jetzt innerhallb der Organifationen über die Proibldme des nächsten Kongresses Klarheit zu schassen. Die uns unterstchenden Orlganisationen werden daher auWsordert, Veris'wmnluugen einMernM, in denen die Fragen des Kongresses erörtert werden sollen. Eine zielbewußte Sch-ekolproipagMlda ist das beste Mittel, das Interesse, der jüdischen BvvMernug für die Fragen des Zionismus uttzd des Wiederauifbanes unserer HisimlMte wachgurusen. Die noch zur BerifüWNg stelherßde Zeit muß für die Schökeilprolpagande voll ansgenützt werden. Es ist Pflicht eines jeden ZiMistcn, sich in den Dienst der SchökelpropOganda z'n stellen! Das Zionistische LandesTomitee für Oesterreich. Re MchüingshW m Palen unv die „Fm". Der GeMralfekretme der Jüdischen Welchilsskonferenz^ teilt dem I. C. B. mit: Indem die Mehrheit der Exekntive der Welthilfskonserenz für ein Zusammengehrtt mit der Jca in der besonderen Angelegenheit der Evakuierung der aus Polen ausgewiefenett Flüchtlinge gestimmt hat, zog sie die katastrophale Lage der Mischen Flüchtlinge in Betracht, die durch die Ausweisungsverordnung der polnischen Regievttng geschaffen wurde. Es war klar, daß nur die Vereinigttng aller jüdischen gesellschaftlichen Kräfte das tranrige polnische Flüchtlingsproblem in einer zufriedensteNeuden Weise lösen konnte. Die Mehrheit der Exekutive'war sich aber auch in UebereinstimmMtg mit der: Prinzipien der jüdischen Welthilfskorserenz darüber klar, daß ein Zusammengehen mit der Jca nur dann erfolgen könn-e, wnrn sämtliche jüdische:: Lokalorganisa>lionen in Polen dem zustimmen werden. Auf eine diesbezügljche Anfrage der Exekutive haben die polnisch-jüdischen Organisationen die Antwort erteilt, daß sie mit den von der Jca gestellten Bedingunget: nicht einverstandett sind. Dadurch erübrigt sich vor« selbst der auf der letzten Tagung der Ex-sk-utibe der jüdischet: Welthilfskonserenz geplante Ausgleick mit der Jca. __ Zuden in der Rote» Amee. Wie wir den neuen, in Berlin evscheimnden ,DlätterN für Demographie, St-atistik und Wrrtschaftsktmde der Inden" entnehmen, wurden am 1. Juki 1922 in der Roten Armee, ohne die Flotte und di« Spezialtvuppen <wie die Abteilungen für besondere Ausgaben, für den Sicherheitsdienst u. dgl.), 79,6 Prozent Großrussen, 9,1 Prozent Ukrainer, 0,7 Prozent Pdlen, 1,4 Prozent Deutsche und Letten, sowie 1,9 P r o Z e n t I u d e n gezählt. Dm größten Prozentsatz an Juden hatte der Mlitärbezirk Ukraine, nämlich 4,7 Prozent, der: klemsten, 0,2 Prozent, der Mllitärbezirk Sibirien. In der russischen Flotte »dienten laut der Zählung vom 1. Dezember 1922: Jt: der Schwarzen Meer-Flotie 2,9 Prozent, in der Kaspisee-Flotte 1 Prozent, in der Baltische^ GROSSE OKKASION in Leincnwaren, Z|| llll6ITeiCtlt ascltwaren, Stoffe, n . Wäsche, Strickwaren JilllOOö PfGlSCll in Schiff mann it., Taborstrafte 48 Teäephon 47-1-79 Ebb ggos En detail