Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1507 (24.4.1923)
- Date
- 1923-04-24
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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w? ' i^M^r -r MM Wien, Dienstag Wiener Morgerrzettung. 24. April 1928 SerteH Dritte Wische Kulturkonferenr in RnmSnien.! Wie w& ans Czernolwitz berichtet wird, fand dorr 'voe einigen Tage« die dritte Mische Kulturkonferenz statt, zu. 49 Delegierte aus 23 rumänischen Städten erschienen waren. AB Ehrengäste Wtt viele Mische Dichter, SchriftpMer, Maler, Künstler m« Schulmänner eingeladen - worden. Nach Wahl eines dveigliedpgen Präsidiums (Dr. Rosenbuch, Czernowitz; Dr. Zucker, Briczeve; Jakob Sternborg, Bukarest) hielt der Dichter E. Steinberg anläßlich der sechsten Wiederkehr des Todestages des Dichters I. L. Perez eine warm empfundene Gedenkrede. Schriftliche Begrüßungen sandten: Die Kulturliga und Schulorgani- I fatiott in Warschau, der Wilolog Salmcm Reise n (Wilna), der Dichter L. Kvitko (Berlin), Dr, Gekehrter (Bukarest), der Dichter I. Gropper (Bukarest) und weiter eine ganze Reihe von Provinzorganifationen der Kulturföderation. Ueber die bisherige Entwicklung des jüdischen Schulwesens in Beßarabien referierte der Lehrer I. Baraz, der seine Ausführungen mit dem Appell an die breiten BevölDerungsschichten schloß, die Reihen der jüdischen Kutlturorganisationen zu verstärken und so den Kulturforderungen der jüdischen Massen größeren Nachdruck zu verleihen. Im Laufe der mehrstündigen Debatte ergänzten die Delegierten der Bukowina und Attrumäniens den Hauptreferenten durch Informationen über die SchulverMtttisse in diesen Provinzen. Ganz besonders wurde auf die Not Wendigkeit der Förderung eines' entsprechenden Mischen Lehrernachwuchses durch Errichtung spezieller Lehrerkurse hingewiesen. Den Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Jahr erstattete Sekretär CH. Kraft, der auf die/Erstarkung des Organisationsbaues, auf die erhöhte Zahl der kulturellen Anstalten und auf die inrmer breitere Kreise ziehende jüdische Kulturbewegung hinwies, Erfolge, die trotz verschiedener äußerer und innerer Hemmnisse erzielt werden konnten. lieber die spezielle Tätigkeit der Provinzen berichteten die (Delegierten des Czernowitzer, Bukarest er und Chisinaur RegionMomitees. Das Orgcmisations- und Finanzreferat hielt Dr. Sch ä fl er, der als Resume stirer ( Ausführungen der Konferenz ein Statut vorlegte, welches der organisationellen Entwicklung der KuÄurföderation im abgelaufenen Jahr Rechnung trägt und besonders das Prinzip der Einheitlichkeit der Kulturbewegung betont. Nach der Wahl 'des Zentralkomitees, dem Mitglieder aus allen Provinzen rngehöven, würdigte der Dichter Jakob Sternberg (Bukarest) in seiner Schlußrede die gvüudliche Arbeitsleistung der dreitägigen Kulturkonstrenz. Kleine LokalchroM. Beim Neberschrsiten «der österreichisch-mährischen Grenze?urde der angebliche Jockei - Ludwig Viktor P. ohne Paß fest« ae-nommen. Da in feinem Besitze sich m-ehveve 'Nachschlüssel befanden, würde chm größeres ÄugenmeTk zugewendet. Die Polizei stellt fest, daß er unter falschem N-anren in den verschiedensten europäischen Hauptstädten in ersMaffi-gen Hotels gewohnt und diese stets nach Verübung größerer Diebstähle verlassen hatte. Der Handelsangestellte Hans Herzog stieß in der Alserstvaße die Hilfsarbeiterin Katharina Sch aller mit seinem Fahrvade nieder. Sie verletzte sich so schwer, daß sie im Spitale -gestorben ist. Auf dem Freiheitsplatze putzte die Hausgehilfin Anna R-ehak ohne den vorgeschriebenen Sicherheitsgürtel Fenster, wobei sie auf dem Gesimse stand. Das durch eine nvechamsche Hebclvorrichtung verschließbar« Fenster schloß sich plötzlich, so daß die Hausgehilfin auf dem Gesimse ausgesperrit war. Die Feuerwchrmußte gerufen werden, um das Mädchen aus seiner 'lebensgefährlichen Situation zu iböfreien. In der L e o p oldst a d t trieben sich seit einigen Tagen in 'den Abendstunden zw-ei sunge Burschen herum, die zumeist in von Frauen geführten Geschäften erschienen und das Geschäft mach längerem Wählen veM-eßerr. In der Regel hatten sie -das aus -dem Pult oder >in der offeu-eu Lade liegende, zum Heimbringm vor'bereiiete Geld mit-genommen. Gestern wurden die beiden festgenommen. Bisher wurden iwren fünfzehn solcher Diebsstalyle mit einer Schade nsnuvme von Vvele.n Millionen Mchgewiesen. In verschiedenen Kaffochäwstrn taucht ein Mann auf, der den Leuten «inen sebbstkomponierteu BreitbartM-arsch anbittet und von Ausgrabungen in Palästina erzählt, -die das Ge- . hermnis der Ge'biurt Christi Wsteu. Er ist offenbar ttn Geistesgestörter. In Wien wurde der Hilfsarbeiter Johann S-te-mpi-e« vechaM. der in Baden eine ganze Reihe von Einschle-ichdrMtahlen in Wohnungen 'begangen hat. tanbstmmnes Brautpaar vor dem Rabbinatsgericht. Im Warschauer RaMmt fand vor kurMr eine nicht allitägkche Genchtsfrtznna statt. Die Pavtsstu. welche das rabbinische Gericht anrwstn, waren nämlich — taubstumm. Es waren em mnger Mann und ein iun-ges Mädchen, die ihre ,Musa^ in der Gebardenlsprache der TaMstumnren vortruyen: die Verwandten btt-der StreitteÄe, welche zahlreich zur BerhanWrng mrtgekommen waren, veridolmeischien dem Gerichte den folgenden Laibestand: Die', beiden jungen Leute, die aus angesehenen Mischen FaiMen 'stammen, hatten einander vor mehreren Jahren in pM ^uibsttWMenschu'l'e kennen gelernt. Nach Beendigung dm SchM hatte der junge Mann das Daschnergewerbe erlernt und brachte, sich damit Mt fort. Auch das Mädchen hatte mit Haudarbttten ebnen guten Verdienst. Beide lernten einander kennen M> Men Wd es kam mit Einverständnis der Eltern -beider aber drätrgte das Mdchcu auf Aufhebung des Verwbm. Sie erklärte, et sei ihr gu fromm, pme Hassidische Tracht passt Gr nicht und dergleichen. Der Brärrtigam -wollte ur- Mnnglich von «in« -Aufhebung der Verlobung nichts wissen, dmm war er dazu teilt, aber unter der Bedingung» -daß er für' FP angetane Öffentliche Schande entschädigt werde. Bei der BÄMMuug vor dem RabbinatSgerichte scheiterten alle Atls- M Versuche au dem unbeugsamen Willen der Graut, das Ver- Wpwre zu losen. Das Gericht erkannte Mf Lösung der V-erlommg. «die SHÄvmvsatzansPvÜche des Bräuittgams wies es ab Md bestmtimbe nuxj haß die Geschenke, welche die ,jungen Leute MMder wahrend ihres Gmutstandes gegeben hatten, gsgen- Mg Mrüchustelltzn seien. Arne Wihhlatttedüktenr. Der Redakteur eines eng- Men Witzblattes, der allwöchentlich eine große Anzahl humo- Wscher Besträge zur Beurteilung erhält, erzählt aus seinen MWilmse« am dem POlilum. Herzlichste Glückwünsche zur Verlobung meines Freundes Zwi Torten mit Fräulein Anna Horowltx Baruch Rauch IVA Streng orthodox ^2 Hotei u. Restaurant BARSGHAK U. Grosse Schiffgasse 3 Telephon 40-1-39 Kulfus-uJustiztalare u. Barette liefert in schönster Ausführung die bekannteste Spezialfima £85 Dlinflf E /fSftl n^TlBIN Zivilnnd Uniforraachneider fiUHJUir muaibin Wien.Il.Taborstr. 54. Tel.45-6-29 Gegründet 1866 - Oroße Auswahl feinster Stoffe für Maßbestellungen ich im Durchschnitt wöchentlich zu lesen und höchstens zwei oder drei von diesen Artikeln können wirklich verwendet werden. Die Hälfte der 500 Einsendungen muß zurückgegeben werden, weil die Einfälle^ auf denen sie beruhen, zu alt sind. Tatsächlich sind in wenigstens zwei Dutzend der Manuskripte, die ich jede Woche echalte, immer noch nach den Ideen der Art bearbeitet, daß alle Bewohner eines Stockwerkes Klaviere oder Grammophone haben und sich dadurch gegenseitig in Verzweiflung bringen. Ein gewisser Prozensatz enthält wohl gute Einfälle, aber sie sind falsch behandelt und um ihre Wirkung gebracht. Nicht nur der originelle» Witz, sondern auch die barmherzige, schlagfertige Form der Darstellung ist für den gesunken Humor unerläßlich. Die meisten sogenannten Humoristen hetzen den Einfall, den sie gehabt haben, zu Tode, wenden ihn hin und, her und bringen ihn um alle Wirkung. Kürze ist beim Witz die Würze. Die meisten, die Humor entfalten wollen, sind zu weitschweifig und zu groß. Es ist eben ein besonderes und seltenes Gnadengeschenk der Natur, wenn jemand den köstlichen Segen des Lachens seinen Mitmenschen zu spenden versteht. * Zionistische. Sektion für den 6., 7. und 8. Bezirk. Heute Vortrag im Vereinsheim, 8. Bez., Bennoplatz 1, über „Vorzüge und Fchler der jüdischen Frauen". . * Achte österreichische Älasserrlotterie. Bei der am 23. d. abgehaltenen Ziehung des 7. Tages der fitnften Klasse gewannen: 10 Millionen Kronen das Los Nr. 77.973, 5 Millionen Kronen das Los Nr. 80.574, je 4 Millionen Kronen die Lose Nr. 40.782, 45.046, 61.986 und 79.719, je 2 Millionen Kronen die Lose M. 9441, 13.115, 28.684, 62.069, 62.499, 71.426 87.825. 88.606, 90.014, 92.119, 100.605, 10Ü.166 und 116.142. je 1 Mllion Kronen die Lose Nr. 3235, 3374, 11.857, 17.021. 17.223, 24.825, 30.102, 30.493, 32.321, 36.640, 52.696, 69.907 68.332, 69.478, 62.705, 70.016, 74.560, 82.051, 86.197, 101.304 107.826, 115.324, 1x7.117, 117.199 und 119.668 * außerdem wurden 2666 Gewinne zwischen 600.000 und 200.000 Kronen ausgelost. * Amtlicher Wetterbericht. In Ossterveich herrscht vor rviegend trübes # Wetter. Am Ostrand der Alpen l,at «s geregnet. In Wien regnete es frühmorgens ein wenig. Später brack die Bewölkung ein wenig auf, zeitweise schien die Sonne. Die Mittagstemperatur war gestern geringer als tags vorher. In Wien 17 Grad, in Graz 16 Grad-. Im nördlichen Mitteleuropa ist es kühl bei vorwiegend nördlichen Winden. Voraussage: Meist bedeckt, etwas Regen, zeitweise Bewölkung aufbrechend, Demperatur wenig verändert. , Hereins, BortrSge nnd WersaMMlMgen. Jüdische Tifchigesa'llfch'aft La-ndstrvße Nächste Zusainntenkunft nwMn um 8 Uhr abends m ©affe Aron, 3. Bez., Mve-ngasse 39. Bovträig Dr. Georg Weiner: Herzls LagMcher. Gäste w'-Mommem — Zerre M i sx a chi. Heute Ml halb 8 Uhr ab-onds MitAicidewersamml-ang. Arbeitsplan für die Sommermorvat-e. — J-ug-endverein A h a w a t -h Z-io n, Restaura-nt Msnczer, 2. Baz., Jitnsstellinngsstraße H. Morgen um halb 8 Uihr abeuds Vortrag Ung-erfeld. Th-c-ma: Die NöuihcbrÄWe Literatur. Schskall-lM-Vervechniungen täglich mr VereliuZhsim bei Kam. Bloch. Urania. Heute: Großer GM: 6 Uhr: Häusel und Grctel. Alschenbr-ödel. Mb 8 Uhr: SmigMeil-M-önd: Der Hochz-eitsbrat-on. Die Maienkönigin. Die Zanberäe!i>ae. Kleiner Saal: HaG 6 Ubr: Prof. Dr. E. Zellwecker: Mit Goethe in der Schweiz. 4. HM 8 Uhr: Univ.^Dm. Dr. OswM Schwarz und Umv.-Doz. Dr. Bernhard Asch ner: Der Sexu-chapparat des Menschen. 8. Kurs-Saal: 6 Uhr: Dr. Leopold B r-and l: Shakchpeares ,,Haiulet". 2. HM 7 Uhr: Pvof. Dr. Benedikt K-an-tsky: Gqchrchte der Nat ionalökononrie. 8. 8 Uhr: Hofvat Ing. Josts Lvwy: Grn-Ma-gen bei DreUtvom-El-ertrotechn-vk. 8. Klub-S-cval: HM 6 Uhr: Dr. Josef Zuth: Ginstihrung in das Gitarvespiel. 2. Halb 8 Uhr: Dr. IM Zu dp: Lied und Gitarre. 9. Bühne nnd Kunst. Ein jüdisches Theater iu deutsche« Sprache in BerK» Eine Gruppe Mischer Künsöler und Schviftstelber gcht jetzt daran, ein ständiges jüdisches Theater in Berlin #u gründen» in welch-em.Werke jüdischer Autoren in deutscher Sprache zur AufMrnn-g Langen sollen. Hervorragende Mische Schauspielkräfte, so unter anderem Alexander G r a n a ch und Lia Rosen, ha-ben bereits ihre Mitwirkung zugesagt. Bon den Autoren, deren Werke zur Au-ffühvung -gelangen sollen, werden genannt: Richard Beer-Hoffmann, Artur Schnitzler, Arno Nadel. Stephan Zwtt-g, Arnold Zweig, Ernst Toller. Ebetzso sollen Werke jüdischen Inhaltes von nichtjüdischen Dichtern zur AufsÄhrung gelangen. Ei« ständiges jüdisches Theater in Czernowitz. Aus Cz-ernowitz berichtet man uns: Hier wurde ein jüdischer Dheatervevein begründet, dessen Aufgabe es ist, ein st ä n d -i g e s modemes jüdisches Künstierorchester für -die Bukowina zu begründen. Der Theaterverein geht auch daran, eine jüdische Schauspielschule zu eröffnen und ein T h e a t e r g ebäude zu errichten. Me Gesellschaft Uw Förderung moderner 5knnst in Wie«, welche kürzlich >begründet tourde, erosfnete Samstag im Thefeus-Dempel (Volksgarteih ihre erste Ausstellung, die Werken Anton Hanaks gewidmet ist. Die Ausstellung ist bis 13. Mai von 10 bis 6 Uhr geöstnet. Im AnWusst an die Ausstellung hält Prof-essor Dr. Max Eisler heute um 7 Uhr abends im Vortvagssaale des^ österreichischen Museums einen LichtbMevvortrag: „Der B-ildhauer Anton Hanak". Der »Ofarrer von Kirchfeld" unter Zensur. Wie wir stmerzeit berichteten, hat die B-ezirkshauptmannschast in Wa-idhostn a. Th. im November erivo Dibettantenanfsührung des A-nzengru'bLrschen Volksstückes „Der Pfarrer von Kirchfeld" in WeikertMag verboten. Auf eine diesboKgliche Interpellation antwortete girftern der Vizekanzler, daß das Verbot infolge der Erregung -der ibäuerlichen Bevölkerung von dem Würgermciifter angeregt worden fei. Doch hat die Landesregierung dem kurs des veranstaltenden Vereines Folge gegeben. -—r Am den Theatern. Burgtheate-r: Mwrgen 7 Uhr ,-Phgmalion" von Morgen halb 6 Uhr ,/D e r Sie LebenrmittelMrlte. w .^^rkts waren gestern schr schwach besucht, die Be- Wckung siol durchcitls Mchig aus. In der GrLnarktballe sich per- Bahn -,echs Waggon RiM-eisch, Srlchflei-s-h und ^sust^langt. Die Preist A'ivben im KleinhaudÄ durchmgs UnvevaMLvt. - Gernard^ShÄv. Akad-emietheater: Krampus". Raimund-Theater: Gastspiel Max Pal-l enber g um einige Tage verlängerte Der Künstler spielt .täglich abwechselnd „Der -Unbestechliche" und „Dardamelle. - der Betrogene^. _ Gerichtssaal. Iie Räuber vom Schottenring. Ein mit Moßer Vedwegerchevt mivtten im Zentrum Hk, Stadt begangemr räuberrscher llböbersall -auf eins cckte Frau hat am 14. November v. I. großes 'Aufsehen «weK. Zwei lJiaubgenosstn stehen heute unter der Anklage dieses schweren Verbrechens vor dem Schwurgerichte. Es sind dies die 25jährige Johanna Eh old und der Wjähvrge Franz Weiß. Aus den Zeitungen entnahmen die beiden, daß die Geschäftsfrau Rosa Iellinek, 1. Bez., Schottemmg 32, sine Hansgehilfin suche. Die Ehold stellte sich der Iellinek unter einem falschen Namen vor, und Franz Weiß, der mÄgekornmen war, .sagte, daß er siir seine Schwester die Pevsonaldokmnente -nachbriu-gen werde. Am 19. November 1982 trat sie bei Frau Icstinek in den Dienst, verließ aber den Posten nach zwei Lagen. Sie kannte mm die VerhAtnifse der Frau Iellinvt. Weis; hatte sich am 14. November um 9 -Uhr früh darüber Sich-erheit verschafft, daß nur die Lands der Frau Iellinek, Frau F elllner, in der Wohnung wsile. Nun -kanr >die Ehold, der er das mstgeteilt hatte, hinauf zur Frau Fellner und sa-Ae, sie trete nwmnchr den Dienst an. Kaum daß die Fellner die Tü-r-e ö-ffucche und die Ehold ein-getveten war, kam auch schon Weiß über die Skiege, trat durch die noch inMer geöffnete Tür ein, stürzte sich , auf Frau Fellner und schleppte st-o mit Hil-fe der Ehold in das neben dem Vorzimmer biegende Kabinett. Nun rafften die beiden zusammen, was sie erraffen konnten. Mittlerweile ivar die Fellner zu sich gekommen, Weiß stürzte sich neuerlich auf sie, preßte ihr mit -den Händen den Mund zu und hielt ihr ein -geöffnetes Messer vor, um die alte Frau von jedem Widerstand abzufchvcckeu. Beide Befchukdi-gte sind in vollem Umfang geständig. Die Schwurgerichtsvechandlung findet unter «dem Vorsitze des Hofvates 'Dr. Barrasch statt, die Anklage wird vom ersten Staatsanwalt Dr. Nahrhaft vertreten. Der Prozeß wird zwei Lage in Anspruch nehmen. Das Urteil. Die ursprünAich aus Wöi Tage auberanlnte VechaMuüg wurde bereits gestern in später Nachtstunde zu Ende geführt. Die Gefchworneu beantworteten die SchiMsiagen aus Raub für . beide Angeklagten -mit: je 12 Stimmen Ja, die fünf Schuldfragen Mf Diebstahl utt-t je 10 bis lß Stimmen Ja. In einem besonderen Zusatz baten die Volksrichter don Gerichtshof, für beide AugeAagten btt der Strafbemessung bezüglich des Raubes -tveitestgeheNde Milde walten zu lassen. Im Simre dieses WahrsprucheS verurteilte der Gerichtshof Ichanna Ehold zu drei Jahren, Frai^ Weiß zü sieben Jahren schweren Kerkers. Gegen Weiß wur'or außerdem auf Dandeßverweifung erkannt. Johatwa Ehold begann bei der UrteÄsveMndung heftig zu Weinen, Franz Weiß blich vollkommen ruhig. Beide hielten "sich BedeN-kM offen. ' >antetTW.wamKTngp»c—.—MiiWMlKiiiillUliiiii'n Co ntinental-Speditions-Gesellschaff, wlEShInb4ilro Direkter Sarrunelverkehr Kraka«/Lemberg^Warschau / Eigenes Transitlager mit Geleiseanschluss im i i r ' —*“ —^ — >— Kmammm