Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1507 (24.4.1923)
- Date
- 1923-04-24
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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MWMW m.mt Wldn,' Dr'enstäg tuntättiesu Füktdimer der MverWtsWMe. Bukarest, 21. April. (I. C. B.) Der Beschluß -des Ausschusses der rumänischen Stuldentenschaft, gsgenülber der sDiederaufn'cchme der HochschulvoÄüsungen eine Mvarteude Hbellirng eiNMN-chmev, wird von zahlreichen Studenten nicht befolgt. In den Hochschulen zu Temesvar und K-lausenbnr-g boykottieren die Studentm auch weiter die Vorlesungen. Nunmehr beschloß auch die Studenten,schalst der Bukarest er Uüivevsltät, die Universität so lauge zuboykottieren, bis die seinerzel'it wegen der Uebevfäll-e ans die jüdischen Studenten verhafteten Mmänffchen Studentm aus ftchön Fuß geis-etzt werden. An der Bukavester juridischen Fakultät, ferner <m PolytechnÄum, am Ehemischen Institut und an der Handelsaka« demie wurden die zu den Vorlesimgen evschienenm Wischten Hörer von den rumänischen Stuiv-ettten über fallen und mißhandelt. An der juridischen Fakultät. wurden die Mischen - Studentm die Treppen hinunterg-ewoufen, mchreve erlitten schwere Verletzungen. Das Rektorat nahm hieraus die Mse der Polizei in Mslpmch, welche die Universität räumte. Es ist beabsichtigt, bei einer Fortdauer der Exzesse die Vorlesungen unter Polizeiassiste-nz adhalten zu -lassen. Der Unterrichtsminist-er arbeitet gemeinsam mit einigen Professoren an einer Disziplinarverordnung für Hochschulen, welche gegen Ruhestörungen unverzüglich in Anwendung gebracht werden soll. Die Wi-sdeveröffnung der Lzevnawitzer Universität ging ohne Ruhestörungen vor sich. Die rumänischen Studenten boykottieren die Vorlesungen, so daß diese fast nur von Mischen Studenten -besucht 'werden. Einige Professoren weigerten sich, unter diesen Umständen ihre bereits angekündigten DMesungen, auszunehmcu. AMsemWche Kxzeffe bei einem Konzert in Ezemowitz. Aus Czernowitz wird uns gemeldet: Während eines Konzertes de^ Jassyer Mischen Geigers, Zadri drang antisemitischer Pöbel unter Führung von Jassyer Studenten in den K-onzertsaal ein und stürzte sich auf das jüdische Pu'bMum, so daß das LHonzert abgebrochen werden mußte. Beim Ausgang überfielen die Rowdys den Künstler und mißhandelten ihn derart, daß er blutüberströmt zmsamme»brach. Der Mische Maler Koln-ik, welcher die Nuhestüver zur Ordqtung wies, wurde verhaftet. . . Rundschau. Eröffnung der Lansauner Konferenz. LausE«, 23. April. (Tel. -der ,Mr. Morgenzertung".') tS« heutige Vormittag war der Eröffnung der zweiten Konferenz von Lausanne und -der Fühlungnahme und dem Austausch von Höflichkeitsbesuchen unter den alliierten Delegierten gewidmet. Tnrkischerseits erklärte man, daß Jsmet Pascha den Auftrag habe, an den türkischen Forderungen sestzuhalten und gegen die Front der Miierten anzukämpfen, die heute fester erscheine als anläßlich der ersten Friedens- Versammlung, wo die Türken jede Spaltung nn alliierten Block geschickt auszünützen verstanden, um immer neue Forderungen aufzustellen und bereits gemachte Zugeständnisse zurückzuzi-chen. In alliierten Kreisen ist mau geneigt, den Bechaudlungen den Charakter größter Einfachheit zu geben, nur in Unterkommissioren und Sachverständigenkonritees zu verhandeln, ganze Kommnssionssitzungen vorläufig aber zu vermeiden. Die in London besprochenen. Gegeüvorschlüge der Türken werden den Gegenstand der Unter- Handlungen bilden. Infolgedessen muß'man auch mit Plenarsitzungen rechnen, weil auch territoriale Fragen, wie . die Frage der Maritza wnlb der Insel Casteilvr-Wo, die die Türken für sich beanspruchen, behandelt werden müssen. Der günstige Ausgang der Konferenz hängt, wie in alliierten Kreisen ercklärt wich, ganz von der Haltung ab, die die Türken einnchmen werden. Deutschland will verhandeln. Frankfurt a.M., 23. April. (Wolfs.) In -der Frankfurter Kammer für Handel, Industrie und Wirtschaft hielt heute abends Neichswirtschaftsminister Dr. Becker einen Bortrag über den Kampf au.der Rühr. Besonders eingehend besprach er die M ö g l i ch k e i t d e r V e r h a n dlungen. Es steht fest, sagte der Minister, 'daß ein solcher Kampf -nicht durch Diktat beendet werden kann. Unmögliche Forderuitgen kann Deutschland niemals annchmen. Wir können nur dann zu einer Verständigung k-omwen, wenn auch inFrankreich aufrichtige Verhandlungsbereitschaft vorhanden ist. Ob dieser Tag schon gekommen ist, darüber kann noch nichts gesagt werden. Wir sind bereit, alle Wege zu gehen, um den Ruhreinbruch abzubauen. Deutschland trmß aber unbedingt Gleichberechti. g-ung am Verhandlungstisch haben. Aus düs -Souveränitätsrecht in irgend einem deutschen Gebiet zu verzichten, kann keiner.Regierung zugemutet werden. Preußen und das Reich dürfen nicht z er st n ck el t werde n. Eine - wertere Vorbedingung für Verhandlungen ist, daß allen Ausgewiesenen . gestattet werden muß, zurückzukehren. Ueber die Frage der Sicherungen wird sich Wohl, wie unser nach Amerika gerichteter Vorschlag zeigt, eine Einigung erzielen lassem Wc.den finanzielle iÄrantien verlangt, so wird Wiener Morgenzeilung. 24. Mil'1923 Se ite 3 Das E ZÜDl I. AuleiTigassG 5 ■*«* II.Takorstnasse 17§ ä?iä ladet das P. T. Publikum zp» freien Besichtigung - der soeben eingeengten i\:, in original englischen und französischen höllichst ein. sich die deutsche Industrie nicht weigern, solche Garanten zu leisten. Wer Ohren hat, zu 'hören, schloß der Minister, der müßte aus der Rede des deutschen Ministers des Aeußern und der Rede des Abg. Stresemaun eirtnehmen, auf welcher Grundlage uns Verhandlungen -möglich erscheinen. Wenn Deutschland bisher keinen s v r m a l e n V o rschlag gemach t hat, so liegt der Grund in der Haltung Frankreichs, das solche Vorschläge bisher stets zurückgewiesen hat. Solange Frankreich kein Einsehen hat, muß rer Kampf fortgesetzt werden und wir werden ihn zu einem siegreichen Ende bringen. Der Böllerbimd und die öaarsrage. Genf, 23. Aprrll (Schweizerische Depefchenagentnr.) Der VMerbundrat befaßte sich Heute vormittags unter strengem Ausschluß der Oeffeutlichkeit mit verschiedenen aus das Saargebiet bezüglichen Fragen. Es fand insbesondere ein Meinungsaustausch über die von der Regrerungskormnission erlassene Notverordnung statt. Diese Frage war aus Einwirkung des schwedischen Vertreters auf die Tagesordnung gesetzt worden. Dev^ehemaljge schwedische Ministerpräsident Brau trug legte seinen Standpunkt dar, wobei er der festen Hoffnung Ausdruck verlieh, daß es der Kommission MöAich sein werde, den seit längerer iZeit andauernden Bergarbeiterstreik beizulegen. Dev Präsident der Regievungskowmission B ou l t machte einige aufklärende Angaben Wer die Notverordnung. Mehrere Mitglieder des Völkevbmrdrates gaben der Meiimng Ausdruck, daß diese Verordnung! nach Beendigung des Berg arbeiterstreiks zurückgezogen werden sollte. Der Völkerbundvat nahm femer eine Ersatzwahl für das Fuüchgetretem.Kommisinmsmrtglied Dr. Heetor vor» an dessen Stelle als Vertreter der saarländischen Bevölkerung Land gewählt. wurde, jedoch Lei Stimmenthaltung von Großbritannien und Schweden. Die Wahlen in Bnisarie». Sofia, 23. -April. Gestern haben im ganzen Lande die Wahlen für die gesetzgebende Körperschaft stattgefunden. Sie sind in vollkommener Ordnung verlaufen. Nach den ersten eingelausenen Ergebnissen hat die Regierungeinen entscheidenden Sieg davorvgetragen. Bom BMttbMtd. Genf, 23. April. Der Völkerbund hat in seiner heutigen Nachmitt-agsfitznrg' Na chwählen vovgenommen. An Stelle des ausgeschichenen Prof. Einstein wurde auf Vorschlag Bergsons der holländische Physiker Lorenz in die Kommission für internationale geistige Zusammenarbeit -gewählt. Ae Wahlen zum mnerkkanifch-Wischen Kongreß. Der Zusiaimmelrtrrtt des amevWanifch-jüd-ffchen Kon gvesies wmde, wie gorNÄdet, für Ende Mai verschöben, um ' eine geoHnete und klaglose DMichsühvung der Wahlen zu ermöglichen. Fast alle großen' Mischen Organisationen .und Orden in Mne-rika bereiten mit vereinten. Kräften die kmumrenden Wahlen vor und halben an -ihre Mitglieder folgendes Statement ervassen: . „Au unsere Mitglieder und Lokalorganisationen! Die Iirdän Amerikas sind ausgesordert worden, an-den Bolkswphlen von Bertrete-rn zum anrerWanisch-Mischen Kongreß teilzunehmen. Die Wahlen werden rein deinokratisch svnr, und jeder Jude und jede Jüdin von über 21 Jahre werden fiir Vertreter stimimen könnery die berechtigt sind, mit Auitoirrtät für die gesamte Iudenheit zu reden und zu handeln . und die in der Lage sein iverden, viele ernste Problenve-, vor die das Iudeuümr gestellt ist, zu lösen. Die Mlterzeichn-eten nationalen Mischen OvgMisotronen unh Orden (Logen) haben vor Jahren sich um die ^Schaffung eines jüdischen Volkskongresses bestrebt, weil mrr, ein' solcher Kongreß in der Lage ist, Ordnung ins Mffch^ Leben zu brklgen und viele Mische Fragen M lösen. Wir. fordern deshalb alle unsere L-ÄlÄmgMisatiEN.mG unsere^ Mitglieder im ganM 'Lande aus» in jeder. Beziehung an den Wahlen zuni jüdischen Kongreß sich zu beteiligen,wlck wir ersuchen Sie, an der Organisierung von lokalen Kongreß- Komitees in jeder Stadt und an den Vorbereitungen für!üe Nominatioiren zu den Wahlen aktiven Antell W nehmen. Es ist bereits höchste Zeiit, daß die ameriDanischeu Juden ihrer Vemntwvrtlichkeit sich bewußt werden und ihre jüdische Wicht erfüllen." Zionistische Ovgamsatiwr von Amerika, Jndepodent Order B'rith Abraham, I. Q. B'rich Schalom, I. O. Free Sons os Israel, Ocher B'mi Zion, Order Knights os Joseph, Mffrachi, Poale Zion, Jüdischnationaler Ärbeitwoerband', Föderation der Galizischen und Bukowinaer Juden. Föderation der Ungarischen Juden, Bereinigte Rumänische Juden in Amerika. Föderation der Ukrainischen Juden Föderation der Jüdischen Farmer. Zeire Zion (Hitachduth), Sozialistische Zeire Zion. . Sololow Md GrSndimm dl Lvildss. Aus London wich gemeldet: In der großer« Assembl, ' Hall wurde zu Ehren des auS Polen eingetroffenen -Nahum S o k o l o w und, des Se-M-deputilerten I. G r ü nb a u m eine, große Persammlung abgcha-lten. Den Vorsitz führte Herr Josts- Co wen, der das tiefste Bedauern über die Warschauer Exzesse cmsdrückte «und die Hoffnung auHpvach, daß die polnischr Regierung es nicht -mchr zulassen wird, daß ihr Name mit Schande bedeckt wird. Er stellte dann die Gäste der Bersammlang vor, die mit BegeisteruW ausgenommen wurden. Sokolow überbrachte der Versammlung den Gruß der polnischen Judenheit und sagte: „Ich werde diesen Gruß, den Evlvsur«gsgesanz der jüdischen HerM in Polen über die ganze Welt tragen. Die polnische JudenhÄt list durch alle sieben Stusen der Höllle geschr-rtten. Sie machte zuerst den Weltkrieg, 'daM den spezifischen antiMischen Krieg durch. Sie-hat aber nicht ausgchört, den Stern zu suchen, der die Golus-Nacht erhellt. Deputierter Grünbaum berichtete - über die intensive zionistische Tätigkeit der Juden Polens, die in den letzten Jahren je 10.000 Juden jährlich rach Palästina entsandt' haben. Kll-Aux<Klaum der WashiugwmrAMerAW. Dashingbon meldÄ I. C. B.: Auf Grund der Wagen» daß die Wlchäuger der Ku-Klröx-«'K->Ia-n an der George Washington-Universität eine Mteilung gegründet haben und den Plan verfolgen, die jüdischen und katholischen Studenten aus der llmdersität herauszudrängen, hat der Präsident 'der AnivevsitÄ eine. grüMiche Ante rsuchung eingelertet. Es trmrde dokum-entarisch festgestellt, daß an der Universität ein Ku-Ktux-iKlan-Bund besteht, der mehr als fünfzig Studenten zu Mitgliedern zählt. In dem programmatischen Bulletin wird erklärt, daß die Hailpttätigkeit gegen die Juden gerichtet -sein muß, mit dem Endziel, sämtliche Mischen SüLenten aus der Universität zu entfernen. Der Präsident der Universität erWärt, sobald die Namen der -Ku-Mux-Klan-Studenten sestgestellt sind, werden die Mit- Weder Ws dev Universität auSgesch^oWen werden. Sie krvlofionMtaftrophe ia der FerroM. fadrik. Budapest, 33. ApvA. Di« GtaMsanWaWHW hat heM Segne st er über das Vermögen der FeMKihVamMfabM angvordnet. Das Vermögen, das Krka >800 Millionen Kronen beträgt, soll in erster Reche zur Sicherung der Schadenevsatzanspvüche der HinteMi-ebemn der Todesops-er verweu^ werden. Aus aller' WeL Washington, 23.-April. Senator Gorah erklä-M idem in AmerÄa PropMinda für den VMerbund nvrchenden Lord Robert Ce eil, -daß das amevikanische Volk -nicht-dem Wölkerbunde beitveten wolle, da die Behandlung, die di« Alliierten Deutschland und Rußland an-gedechen lassen, das amerikanische Golk in seiiner Opposition gegen den W ö l,k e r b u n d um noch bestärkt. Der Wölbwbund sei nicht ein F-riedensbund, sondern «in Kriegsbund., Paris. 21. Wril. Geneval Wehgaud, der'Generalstabsche-f des Mavschalls Foch, ist qum Oberkormnandi-erenden der französischen RepuMk in Smyrna «Mannt' worden. General Wehgand wivd der Nachfolge-r -des Generals G o uraud. der auf s-evnen eigenen Wunsch hin-nach-Mropa zurück- -lehrt und bereits vor einem Jahve Mm Mitglied des Obersten Krregsr-Äes ernannt wu-vde. / Budapest, 21. -April. .Magyar Oüstzagmeldet aus Bukarest, daß auf der Strecke Consto-tttza—Bukarest ein im Zuge befmdlicher enKffcher diplomatischer Kurier von -unbekannten Tätern betäubt und feines Geldes, sowie wichtiger diplomatischer Schriftstücke beraubt worden sei. Budapest, 86.-April. In Pdaglvd hat 'der Schuhmachermeister Josef Bopbas seinen fünf Kindern mit eiueur Rasiermios-ser dm Hals -durch,schnitten. Bier Kinder -waren sosbrt -tot, das fünfte ist lebensgefährlich verletzt. Nach -der Tat ging Borbas ans den Dachboden amd erhenkte sich. Das Motiv der Tat ist Not. Berlin, 26. Apvit.. Am 20. -d. sind, wie die BlÄter aus Wesel rneldeu, der aus Holland romimenlde Mlchzug und die chm angehän-gten acht, Waggons mit Margarine sowie ,ew Waggon mit Bich angehalten rm> bis zur ^mde >wch. -nicht .freigelassen worden. - - GROSSE OKKASION non l** Wäsche, Strickwaten IlllllOEI] PreiSCIt « 79m man [Schiff mann!U TaborstraSe 4S Telephon 47-1-79 En gros - En dctaM 53235323534890239023235323234823532353532323535348235323534823535353 23015348485353235323534823532348230148532353534823482348234801480123 8948484848532389534823532348484823485348482348482323484853534823235300482348000101