Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1503 (20.4.1923)
- Date
- 1923-04-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 80% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980584--14495-3001235- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
rwms •.iW—*—— Mene« MoegenzeMrrtzs. 20. April 1923 Seite 5 Kleine LMchronik. Gestern «acht» wurde das Geschäft des Trödlers Kiesel- -«4» in -er Wattgosse erbrochen. Gestohlen wurden Wäsche und rlewor tat hellärrfW« Werte vonfiebzigMtllione« L r o n v tt. Der Mechaniker Franz H o r e y c i, der seit langem wegen terschiedrutt Betrügereien und Diebstähle verfolgt wird, hat sich plbst der Polizei gestellt. Für Verbesserungen in den VersorgumSheimen und für ierschiüene FürsorgemaßnaLmen für die Insassen dieser Institute tat die Gemeinde 276 Millionen Kronen bewilligt. Im Ranaierbahnhof der Verbindungsbahn in Favoriten lab zwei Lokomotiven zusammengestoßen, wobei der Heizer Union Naab schwer verletzt wurde, Der Geschäftsdiener Franz F a b i a n ist mit zwei Schecks ruf etwa 4 Millionen und Bargeld von 3 Millionen durchgezangen. Jy der Wohnung der Bankbeamtin Josefa T r i l t s ch in »er Riemergaffe wurde gestern nachmittags eingebrochen und Geld pwie Wertsache» tm Betrage von 80 bis 100 Millionen geraubt. * Die „Stunde" abermals konfiszier. Die „@titnbe", welche gestern ihre Mitteilungen über das Steuerkonfidentenjum, wegen welcher sie am Vortage konfisziert worden, war, fortgesetzt yat, wurde auch gestern um halb 6 Uhr nachmittags beschlagnahmt. * Der Höhen-Weltrekord 11.3OO Meier. Wie „Journal" Sls New-Zork meldet, hat der Uieaerlentnant Jryrng, der it seinem Flugzeug die Höhe von 11.300 Meter erreichte, den höhen-Weltrekord geschlagen. * Morphiumlieferant. Wie berichtet, hat eine in Währing soohnhafte Blumenmacherin am 16. d. Selbstmord durch Genuß von Morphium begangen und in einem Abschiedsbriefs mitgeteilt, daß ste dqs Gift von einem befreundeten Arzte erhalten bat. Durch hie Erhebungen des Kommissariates Währing wurde ermittelt, daß das Gift von dem Laboranten Franz Wartha stammt. Er gestand, dem Mädchen siebe »Gramm Morphium deshalb gegeben zu haben, weil ihm die Blumenmacherin um ei» Schlafmittel gebeten habe. Er wurde wegen Vergehens gegen die körperliche Sicherheit der Staatsanwaltschaft anaezeigt. Wartha will das Morphium im Prater von unbekannten Männern gekauft haben. * An die Juden des 10. und 11. Bezirkes! Die Frist zur Zahlung des Schekels nähert sich ihrem Ende. Wir, rufen daher alle bewußten Juden, welche die jüdische Heimstätte in Palästina wollen und ihrer Pflicht bisher noch nicht nachgekommen sind, auf, den Schekel vis längstens 30. April zu erwerben. Die Schekelblock-Jnhaber fordern wir auf, die noch zur Verfügung sichende kurze Leit zur regsten Propaganda zu benützen. Außer bei allen Vorstandsmitgliedern sind Schekel zu haben: im Modewarengeschäste Josef Behr, 10. Bez>, Favotitellstraße 126, tm Juwelengeschäfte SchWarz-Eisinaer, 10. Bez., Keplerplatz 1, im Konsumwarengeschäste M. M a - eian, 10. Bez., Quellenstraße 68, bei Leopold Basch, 10. Bez., Burgerplatz 22, und im Sekretariate, IO. Bez., Favoritenstraße Rr^ IM. ♦ Erweiterung des Telephonvorkehres Oesterreich—Ungar». Best dem 18. Aprrl ist der gegenseitige, zeitlich unbeschränkte SPrecktzerkchr in folgenden Beziehungen zugelassen: a) Bruck cm der Leftha (samt Bruck-Neudorf), Ejseystadt, Pinkafeld und Wener-Neustadt einerseits mit Budapest anderseits, sowie Eisenstadt mit Grotz-Kanizsa. Die Sprechgevuhr für die Einhett des gewöhnlichen Gespräches beträgt 160 Centimes in Gold, der- Kcit 21.600 Kronen, b) Eisenstadt mit RäaV, SprechgeLühr 126 Centimes in Gold, derzett 18.000 Kronen, c) Lockenhaus mit Steinamanger, ferner Neudörfl bei Wiener-Neustadt und Neustedt am See mit Sopron (Oedenburg) Sprechaebühr % Goldfrank, derzeit 14.400 Kroneu Für die Gesprachsaufforderung wird ünheitlich die Gebühr von 14400 Lrwnen vingehoben. * Ausschreibung von Arbeiten. Die Direktion der städtischen Elektrizitätswerke schreibt für die Vergebung der Erd-, Baumeister-, Eisenbeton-, Asphaltierer-, Zimmermanns-, Gas- Md Wasserleitungs-, Schlosser-, Eisenkonstruktions-, Glaser- «nd Anstreicherarbeiten am Zubau zur Unterstation Leopoldstadt die Anbotsverhandümg für Mittwoch den 2. Mai um 9 Uhr vormittags aus. Nähere Auskünfte in der Direktion der städtischen Elektrizitätswerke, 9. Bez., Mariannengasse 4. * Abstempelung der Autokennzeichen. In der nächsten Woche vom 23. bis 28. April werden im Berkehrsamte, 1. Bez., Deutschmeisterplatz 2, die Autokennzeichen der Serien A 7 und ß 8 überprüft und abgestempelt. Die Vorführung der Wagen «mit vorschriftsmäßigen und gereinigten Kennzeichen hat unter zMttbringung von Typenschein, Kennzerchenausfertignng und jPersonalookument des Besitzers an Wochentagen innerhalb der Knftsstunden von 8 Uhr brs 2 Uhr zu erfolgen. * 8. Oefierreichische Massenlottsrie. Bei der cm: 48. d. Ogehalteneu Ziehung des 5. Tages der fünften Klaffe gewannen x 5 Millionen Krön«: das Los Nr. 100.090,4 Millionen Kronen das Los Nr. 96.315, je 3 Millionen Kronen die Gose Nr. 3703, 9907, 36.710. 38.626 und 41.729, je 2 Millionen Kronen die Loft Nr. 59.156, 60.233, 69.467, 73,683 Wtb 69.736, A. 1 Million Kronen die Lose Nr. 13.481, 19.110, 19.969, . 05.305, 37.959, 40.065, 47.814, 52.466, 52.938, 58.410, 56.885, Ä9.89S, 65.213, 68.080, 69.967, 80.888. 82.457, 69.788, 93.376 und 102.643; außerdem wurden 2668 Gewinne zwischen 600.000!und 209.000 Kronen ausgelost. « * Wetterbericht. Gestern morgens war es in Oesterreich «Aberwiegend trüb. Die Morgentemveratnren sagen zwischen 4 Md 6 Grad. Tagsüber heiteme es sich stellenwerse ans. (Tirol, Salzburg und Oberösterreich.) Am Ostrcmde der Alpen blieb es trüb. Nur kürze Zeit zeigte in Wien die Wolkendecke einige Lücken- Die Wetterlage verschlechterte sich wieder., Voraussage:!Vorwiegerü> trüb, zeitweise regnerisch, ettoas Wärmen Bereinr, VortrSgr und Bersmmnlungen. RsichSschutzbunddrrHandelSvertreter. AbrsamMUNg gegen die Warenumsatzsteuer. Morgen, 3 Uhr nachmittags, .im Cafä Gartenbau, t Bez., Parkring 10 (Souterrain). — Der Verein Rekouvaleszentenheim Philantropia HW am 26. d., 5 Uhr nachmittags, im Tempelgebäude, 8. Dez^ Neudeggergaffe 12, seine diesjährige Generalversammlung ab. — Bukowinaer Zentralverband, 1. Bez., Elisabechstrccke S. DiSkusfionen ab Sonntag Leu 22. d., 8 yhr vormittags, im graste» Saal des Hotel Sttphcmte, 2. Bez, Taborstrytze 12». OesterreichischeS Museum. Somttom, halb il Uhr, Führung durch die Sammlung Möbel der Barocheit dr Oefttrreich", i. Bez., Sttrbeming 6. Die Sammlungen und die Ausstellung der Neuerwerbungen der Bibliothek sowie die iLarischÄusstellum sind von 9 bis 1 Uhr geöffnet, Äutritt 200 K. Whlioihek »nd LesesÄ» vo» 9 -iS 1 Uhr bet freiem Eintritt. KechuischeSUnfeum. Samstag um 3 Uhr nachmittags FührnnoSbortaa von Ing. Dr. FrMz Sedlaeek über Wasserstoff und Sauerstoff. Sonntag um 10 Uhr vormittags im große» Horsaal Lichtbilbervortvag mtt Demonstrattone» von Pro- Mw Dr. B. Ettmre-tchr Die draüttobo reletckMe. Mtttwock m 10 Uhr vormittags Filmvortrag für die Wiener Schulen r Taucherdienst, Erzeugung von Flugzeugen, Seeflugzeuge. Donnerstag um halb 5 Uhr nachmittags Lichtbildervorrrag für die Wiener Lehrer^"'aftr „Der Luftverkehr" von Oberbcmrat Ing. Karl Tind. Gäste willkommen. Urania. Heute, GroßerSaalr 6 Uhrt Das Wunder des Schneeschuhs. K u r s s a a l r 5 Uhr r Dr. Neinhold L o r e n z r Die berühmten Frauen der Welt- und Ltteratnraeschichte. I. Kleiner Saalr Halb S Uhr t Dr. Karl P o k o r n y r Bilder aus dem GesellschaftsleLen Wiens im Vormärz. II. Klub saalr 6 Uhr: Univ.-Lektor Ferdinand M a t r a 8r Sprechkurs. IV. K u r s s a a lr Halb 7 Uhrr Dr. Otto P e st ar Das Lehen der Tttfsee. Mikroskypiers a a lr 7 Uhrr Univ.-Assistent Dr. Hans P l e n U Der mikroskopische Aufbau des Menschen. Y. Großer Saalr Halb 8 Uhrr Singspielabendr Der Hochzeitsbraten, Die Maienkömgin, Die Zaubergeige. Kleiner Saalr Halb 8Uhrr Univ.-Prof. Dr. Wilhelm Bauerr Oswald Spengler als Erscheinung unserer Zeit. Vl. K l u b s a a l r Halb 9 Uhr r Dr. Egon E o r t i r Eine historische Ehestiftung. K n r s s a a lr 8 Uyr r Univ.-Prof. Dr. Anton Lampar Optik der Kolloide. MttteilMgen aus dm Mblilum. HF^ZIELEN SIE BEI VEfiWCNDUHG OES SPEISEFETTES 100 °/o REINES FEtt AUS KO KOS KÜSS EN. Streng orthodox Hotel u. Restaurant BARSCHAR II. Grosse Schiffgasse 3 Telephon 40-1-39 , krhShmg der Brotpreise. Da baS Steigen des Index eine Erhöhung der Löhne im Bäckergewerbe zw Folge hatte, wird auch der Brotpreis in der nächste» Woche erhöht. Die Erhöhung wird für Brot 90 K. pro Laib (6720 K. gegen bisher 6630 8k.) Md bei Kleingebäck 10 K. (410 K. gegen bisher 4vv K.) betrage». Bor yeuen FlMtzrriserWmge«? Wider «alles Erwarten sind feit vorgestern in der GroßmvÄtclle rm Großhandel die Preise für Rindfleisch und andere ' jattunigen wieder in die Hohe gegangen.' Jnr Klemwaren die Pretzse «gestern noch unverändert. Wahrend sich am Donnerstag Wagen au Wagen re-iht, di« Fleisch in dre GroßmaMhalbe dringen, sind gestern diese Zufuhren von: fl«achen Land fast gänKlich ausgeLmven. Offenbar HMen die läMiichen Produzenten ihre Vorräte wieder zurück, da sie mit den Preisrüchgängen dem LeDendvi-chnnukt nicht einverstanden sind und möglichst hohe Preise erMen wollen. In der Großmarkthalle sind m«oß 11 WagMns mit KAberm nnd Schweinen cmaeLammen. Die Preiserhöhungen im Großhandel betrugen für Rindstvisch 1060 K., für Fkleiischschwenve 1600 K., fidr Kälber 2000 K., für Kitze 1000 K., firr Schafe ohne Fell 3000 K. pro Ki^olgvwMM. Ang>esichts dieser Pvvisste-igeruni^en war dür Verkehr sowM im Großhandel <Üs auch im KbemhawdÄ sehr «schwach, da bsgreiiflichevweiife die Konftwenten jrde PreishinanfseNng mit EinischrüMrng des Konsums beantworten. , Anis den GrünwaremnärKen sind sowohl Gern-üft aller Art aäs «auch Obst, Butter und Ger in mehr als ansre-ichenheu Mangen angehsten, da die hohen Preise hchnmenid aus 'den Absatz wiüöen. Unter dem Drucke des «großen Angelbotes bMnnen vre Preise für Butter etwas nachMWben. Ans den Märkten «betrug der höchste Mbem beotbachtebe Preis Kr paketierte LeMÄter im Meircha^ndel 76.000 K. pro Mogramm, während sie in den BHirk^mhÄften 80.000 K. unh mehr kostet. Andere gute Butter ist jedoch weit unter dichem Preise von 76.000 K, pro KidMMM zu haben._ Bühne und Kunst. Gastspiel des Peaser üeutschen Theaters. Raimund-Theater. — Franz Werfels „Schweigett^. Wepsels neues Stück wurde mtt Dr starkem Beiisall cmfgenommen. Ich nmß also KeinmWg feststellen, daß ich dieser Dichtung wahrschoiullich nicht gewachsen hm. Sie gefällt mir ganz mch gar nicht, Ich «fvBe vielmehr, daß sie keine ist, sondern seelenLose, sortzbich kaWNevie Hirnardeit. Me man im Laufe «der dre-i Akte erfährt, hat der Held des «Stückes in «einem Anfall geistiger AmilrachtWg auf iMflder gsschofsen, kam ans die WtoibMg eines hakenkreuDvischen Irrenartztesf der ihn fei« Ich «vergessen lehrte, kehrt yvtt dem neuen NWnen,-Schwckger" in die «bürge-Mch-e Gesellschaft zurück, gvü«Oöt orneu Homsstand, wich glücklich, sieht Wcchorsrz«uden entgegen und überdies enrenr sozialdmnokvatischell Mbge-opdn-eteuma-ndat. Der hakenkr-ou^lerische Irrenarzt «fühlt die vAkrsche Endung m.svch, lietziieres zu verihtnrde«vn, erinnevt Schwei«ger mtt hMoM-en LÄosttM m j-b« Beauw-Werihett. 'befiMt ihm, di>e Kcmrdidatur a'dznlehnen und eiMMllt seiuer schwangeren Frau, daß «Schweiger einst Förster hieß urch in geistiger UninachtMiig zum Kindesnwrder wurde. Sie verschwi-irdet, entledigt sich der LoibeSfoucht, kchvt zurück, da sie von ein« schomn Tat ihres «McmMs erfährt («er hat mit LöLerrsgeftchk Kinder gerettet), deichtet ihm, was sie «getan, nimmt «ihur den l«otz'ten Halt und er begeht «Delbftnwvd. In den letzten Szene u hört man aus seinem Munde, daß er an Emsamkeit -erbrach. Sagte er's nicht selbst — kein Mansch würde öS erkennen. Und würde nicht in dem Aufsatz Franz Theodor Csokors (&elchrendor Se*t auf dem DheaterMel) zu lesen stin^ daß „der Fall Schweiger ein Gleichnis «des Geistigen in unserer Zeit, den das allzu weit vorMdrungene Gehi-r-ir vom lebendigen Ganzen abgerissen hat" — kein Mensch käme -dara«uf. Man erfährt sermr aus dem Munde ^mehrerer Gestalten der ,-Schick« salstra«gödie", daß «Schweigcr «ein außerordentli«cher Ntann ist, Vau dem eine gewaltige Wirkung -ausgeht. Ein HeWger wird «er genannt. Ihm selbst merkt das «keiner an. — Am Schluß des ersten Aktes sinken Schweiger und feine Gattin, zwischen «deiven wahrend sechsjähriger Ehe trotz tiefer Neigung emo gcheimc Scheidswand stand, zu. höchster VeremigUMg einander in die Avnve. Nach kurzem Dialog. Man sieht es und muß daran glcmben. Doch wie es zu dem stimmungsvollen Mtschluß kam, bleibt verhüllt. Mtt diesen Be«ifpi«esen will ich zei«gen, daß das Neue Opus Werfels wieder nur Literaturapbe«tt ist. 8sn einigen Figuren, wie cm bcm tvchflich gezeichneten Mischen sozialdemokratischen Re«daktenr, zeigt sich seine Begabung, am Aufbau des Stückes fein Können. Mchr als B«egMmg und fachliches Können ist nicht zu sehen. Die All«fführun«g durch «die Schauspieler des Prager Deutschen Dheat-ers unter Leitung Leopold Krainers ist gut. «Sehr angenehm «die herbe, wesentliche Art «der Frau Rainer «ausgezeiichnet die Herren Hofs mann und S olt a«n, überragend Herr Hörbiger in einer Episodenrolle. Bon bemerkenswerter Einfachheit Friedrich Hölzling in der Titeb rolle. Nur scheint er u«ns für die Darstellung disses klimschep Falles Zn unkompliziert, zu ges-nnd. Wegener wäre Kweifellos besser am Platz. £>, A, Kourerte. Die schweizerische Vokawere-inigurrg a eapella „Motel et Madrigal" ist zum erstenmal nach Wien gekommen. Die sechs Damen und vier Herren der Versipigung sangen mit großer Exaktheit, in plastischer Wiedergabe mit reicher Nuancierung Meisterchöre von Palestrina und Orlando Lasso, den beiden JüHen der Musik, ferner Werke von Luka Mare-nzio, Leo Häßler und Janneqmn und führte» uns so ir* das sechzehnte Jahrhundert mit seiner HochbNte der Pokalnru-stt. Auch altpol-nische Lieder — nicht durchwegs in stilgerechter Beardettuug — fanden stürmischen Beifall, den die troWcheu Sänger und her ebenso trsWiche Dirigent Dr. Henrik Qp«ienski, die Seele der VerviniMMg, vollauf verdienten. Auch der MusftstM Wien wäre ein solcher a oapella-Ghor zu wünschen! « Ferdinand Löwe, der kürglich inr Konzertverein Mahlers Fünfte Symphonie dirigierte, hctt bekanntlich alle «Parütmen im Kopfe. Diesmal hatte er jedoch den Kops zn tief in der Partitur, auch schlt dem berufenen Bvuckner-Dirigenten die rechte Liehe für Mahler, deren gerade dinier Komponist dringend bedarf, und so wollte sich trotz gewissenhafter Ilmslegung kein rechter Schwuorg e-inftellen. — Gin Arb«eitersymphoiniekonTe rt gedachte Alfons Petzolds in em«er würldigen Totenfeier. Ignaz Herbst hat für den dchingeschiedenen Dichter sin Requiem geschaffen ruck mtt Geschick dirigiert, als Kompmrist vermag er sein ideales Streben nicht voll M verwirkliiher«: Der symphonische Prolog spricht ein falsches Pathos, die Lieder, die Herr Lorenz Hofer mtt markiger Stimme sang, werden mit ihrem Wagnerschen Sprechgesaug und «ihrer gileichmäßig bl-cchgeipanzerten Begleitung Petzolds kraftvollen Gedichten im. Ausdruck kemeswegs gerecht. Eine neue - Violinsormte von Ernst Ka n itz bvet-et Mtt ihren hohen Geigenlagen, nmt ihrer Häufung sovdrnierter Klänge und ihrer «dankbaren Virtuosität ein wahres Paradestück für Geigenspieler. StiefmüttLvlicher ist das Klavier bedacht, dem die kammermusikal^che Gleichberechtigung entzöge« ist. Dtt Sonate, die von Robert Pollak und Leo Sirota mtt prüchtigenr Schwung gespielt wurde, hat Au«genblicke echter St«mnmmg und ist mtt reicher AKordK bedacht, wie sie der Schreker-Schule eigen ist. FrMich ist das Material mitunter brüchig mtb der Faden der Entwicklung muß gelegentlich kunstvoll wieder awgekunpft werden. Die Tanzabende erfreuen sich mch wie vor starken Zuspruches. Die sehr begabte Jlla Raudnitz bewegt sich noch urit kindlicher Aassttriigkett, das Empfundene hebt sich vcmr Erlerntm noch nicht recht ab. Valery Oes er und Hekr Stukart schwebe« zierlich mtt Anmut und Liebreiz über das Podipm, Claive Baurvfs, die als Tänzerin vorwiegend konventionell wittkt, verndag in plastischen Darstellungen, die sie völlig unbekleidet ghne MusiVbegleittwg steB, durch die manmgfachen Diusdruckswcmdlu«ngeu chres trMlich durchgsbifdeten Körpers stärkeres Interesse zu erwecken. slb. ' Operrrlheake». Die Proben zu „Iphigenie kn AuliS" von Gluck unter der Leitung des Hernr Direktors Schalt sind soweit vorgeschtttten, daß die AuWhmng fiir Donnerstag den 26. d. festgesetzt werden konnte. Die Titelrolle fingt Frl. Najdl; Klyttimuestra — Frau Weidt; Artemis — Frau Hüui-Mihacsekr Achilles — Herr SchniedeS; Ägamemnmon — Herr Schipper \ Kalchas — Herr Mayer; ArkaS — Herr Madt«, Heerführer — Herr Stchmaun. Die szenische Leitung hat Herr Oöerregifsem Waldeinar Runge. Das Woissi-Gastspie!. Im Deutschen Vollstheater wetim im Verlaufe des diesmaligen kurze» M o i s f i GastspÄeS Tolstois „Der lebende Leichnam" SamStag und „Don Carlos" Sonntag (halb 7 Uhr) wiederholt. Es ist der Direktion gellmgen, den Künstler zu veranlassen, Vchntag auch noch deu Oswald tu JhstuS Drmua ,,Gespenster" zu Wielen. Der Kartenverkauf W