Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1498 (15.4.1923)
- Date
- 1923-04-15
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2979076-2980477-2980579--14447-3001182- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Wiener MorgerizeiLurrg. io.- April 1923 Nr. 149g * is Wien, Sonntag Ijfää 4000 Jn\, vutuätu;aio oOüü bis 4500 K., Anbauei'bscn groß «500 bis 7300 8k., Zinsen rumänische klein 4000 bis 5000 8k., '««ß 16.800 bis 17.300 K., Kartoffeln inländische 420 bis «00 K., slowakische 410 bis 480 K., Zwiebeln inländische oder Makoer 750 bir 850 K.,' Nüsse inländische 5500 bis 7500 K jugoislawische 5 bis 6 Dinar, rumänische 6450 bis 6500 K., Pflarimeumus 6 biS 6'/- Dinar, Stärke Weizen 9000 bis 9500 ST., Reis 7300 bis 8000 K., Kartoffel 4500 bis 4800 5k., Preßheu österreichisches 2600 K>, ungarisches 1650 bis 1750 K. ab Grenze, Stroh österreichisches 1500 bis 1550 5?., ungarisches 1400 bis 1450 K. ab Grenze, Malzkeime 2000 bis 2200 SL Maisschlemve 2300 biS 2400 K., Wicke inländische 3300 bis 3600 K.. jugoslawische 3000 bis 3300 K., ZuckerrüLenschnitten entlaubt 2000 bis 2200 K., Sonnenblumenkuchen Bauernware 2800 bis 3000 K., Leinkuchen 3000 bis 3300 K., Hanfkuchen 2000 bis 2300 K., , MaiSgrieß 4300 bis 4500 K., Weizengrieß 6700 bis 6800 K., Weizenmehl Nnller inländisches 6200 bis 6300 K., ungarisches 5950 bis 6150 K., Brotmehl inländisches prima 4700 bis 4900 K., Futtermehl prima 2300 bis 2400 K., Roggenmehl inländisches prima 4900 bis 5000 K., Kleie inländische 1555 bis 1600 K, ausländische 1525 bis 1550 K. Baumwollmarkt. New-Bvrkr» 13. April. Bamnwollzusuhren in ven atlant. tlnd Golfhäfeu 5.000, tm Innern 1000, Ausfuhr nach Großbritannien 1000 nach dem Kontinent —. Lokalmarkt miäälmg: 29.35 (gestern 29.65). Tendenz stetig. Tennine: April 29.06, Mai 29.16, Juni 28.80, Juli 28.45, August 27.30, September 26.05, Oktober 25.55, November 25.28, Dezember 25.01, Jänner 24.76, Februar —.—, März Die Devisenkurse. * Berlin, 14. Npril. (Devisenkurse.) — Amsterdam 8249.32 (8239.35), Belgien 1211.96 (1216.95), Chrisiiania 3775.53 (3775.53), Kopenhagen 3975.08 (3970.05), Stockholm 5603.45 (5595.97), Italienische 1048.87 (1049.86), London 87.879.68 (97.879.68), New-York 21.057.22 (21.057.22), Paris 1406.47 (1407.47), Schweiz 3837.88 (3832.89), Spanien 3229.40 (3226.91), Wien 29.60 (29.63), Prag 029.17 (629.92), Budapest 4.66 (4.63), Sofia 162.09 (164.33), Belgrad 214.71 (214.71). Berlin, 14. April. (Noteiilurie.) Noten Dollar 21.176.90 (21.153.95), Pfund 97.984.40 (98.004.35), Italic--' nische 1049.35 (1048.35), Polnische 49.50' (49.62), Tschechoslowakische 628.50 (627.15), Oefterr. gestempelte 29.35 (29.80). Budapest» 14. Avril. (Kurse der Tevisenzentrale.) — Amsterdcmr 1753 bis 1813, Bukarest —bis —, Kopenhagen 844 bis 874. Chch'ticmia 803 bis 833- London 20.850' bis 21.450, Berlin 0.21 bis 0.23, Italien 223.— bis 233.-, Paris 300.— bis 310.-, Prag 133.50 bis 139.50, Stockholm 1190 bis 1240, Zürich 815 bis 845, Wien 0.0630 bis 0.0660, Sofia 35.— bis 37.—, Belgrad 46.— bis 48.—, New-Pork 4480 bis 4630 Warschau 0.105 bis 0.117, Brüssel 258 bis 278. Amsterdam, 14. April. (Devisenkurse.) London 11.88'/. (bis 11.89'/.), Berlin 0.0120'/» (0.0121). Paris 16.97'/. (Brief), Schweiz 46.45 (46.55), Wien 0.0035 (0.0037). Kopenhagen 48.10 (48.30), Stockholm 67.75 (67.95), Christiama 45.75 (45.95), New-Aork 255.50 (255.75), Brüssel 14.677* (Brief), Madrid 39.— (39.15), Italien 12.70 (12,80), Budapest 0.057* (0.067»), Helsingfors 6.95 (7.05), Prag 7.60 (7.65). Warschau» 14. April. (Devisen.) Berlin 1.97, London 200:000.-, New-York 42.690.-, Prag 1280.-, Wien 0.60. New-Borll» 13. April. (Devisen.^ London 465.75, Paris 668.50, Berlin 0.47875, Bcailcmd 498.50, Zürich 1820, Kopenhagen 1868, Stockholm 2660, Christiama 1794, Amsterdam 3916, Prag 298, Wien 0.14125, Budapest 2.25, Bukarest 48, Warschau 0.2350, Madrid 1533, Helsingfors 274.50, Brüssel 578.—, Kanada 2'/„, Brasilien 9180, Jlrgenünien 3661, Belgrad 102. Fußball. Mischer Ctzortverband. In der letzten Vorstandssitzung des Jüdischen Sportver- Vandes waren folgende Herren anwesend: Direktor Spiegler, Tr. Jriedmaim, Wolfensohn, Zimmer, Tysser, Torcziner, Artur Baar, Dr. Koerner und Frischler. Ueber Antrag des Referenten Wolfensohn wurde die Aufnahme des S. C. Hatikwah nicht beschlossen, die Teilnahme des Vereines an der Meisterschaft ist vorläufig nicht durchführbar. Ueber Antrag des Referenten Tysser wird der Joung Iewish Sporting Club als Verbandsmitglied ausgenommen. Der Kassabericht des Herrn Zimmer tvurde zur Kenntnis genommen. Ebenso der Bericht des Präsidenten über die Generalversammlung des Wiener Fußballverbandes sowie über die seit dieser Versammlung durchgeführten Aktionen wird zur Kenntnis genommen. Nach dem Bericht des Herrn Wolfensohn über eine"momentane schwierige Lage des drittklassigen S. C. Kadimah werden verschiedene Hilfsmaßnahmen beschlossen und in Vertretung des Sportverbandes zu der Donnerstag den 12. d. stattsindenden Vollversammlung dieses Vereines die Herren Direktor Spiegler und Artur Baar entsendet. Nach Entgegennahme einiger Berichte über laufende Geschäfte wurde noch beschlossen, daß künftighin die Verifizierung der Spiele in der I. S. V. M. durch den Vorstand zu erfolgen hat. Die nächst Vollversammlung wurde auf Montag den 16. d. fcstgclegt, die nächste Vorstandssitzung findet Montag den 23. d. _ Große Wngstvemnstaltungen in Wien. Westham United gegen Hakoah. Wir berichteten bereits, daß AmaNmre und Hakoah gemeinsam oiue Pfingstveranstaltung durchführen, für die Phönix (LudwigLhafen) beveits gewonnen wurde. Wie wir rum in Erfahrung bringen, wartet die Hakoah mit einem sportlichen „Schlager" allerersten Ranges auf. Der englische Professionalklub Westham Uiritcd. der eine Siportreise auf den Kontinent ruvdcrnimnrt, wird mn Pfmgstsmnstag gegen die Hakoah antreten. Es ist wohl noch oiu zweites SPi-el der Engländer, und zwar gegen die Amateure, beabsichtigt, doch dürfte dieser Plan mit Rücksicht auf die großen finanziellen Kosten nicht durchführbar sein. Mesch am U-mt-ed ist Eupfinalist. Die Mannschaft dürfte in Wien in folgender 2lufstellung antraten: Hnfton (Tor); Hendcrfen. Aaung (VerteidiMng); Bishop. 'Kay, Tresadern (Deckung); Richards. Brown. Watson, Morse, Ruffell (Angriff). Zwei Spieler von diesen, Tresadern und Watson, sind Jnterna-tional-a Watson ist derzeit der beste Mittelstürmer Englands. Die Engländer 'bestreiten das erste Spiel auf dem - Kontinent am Mittwoch vor Pfingsten gegen Slawin in Prag.. Die gestrigen Wettspiele. Die gestern zur Austragung gebrachten Wettspiele brachtet: keine unerwarteten Ergebnisse. W. A. C. und 2ldmiva sicherten sich die weitere Teilnahme an der Gupkoickurreng, und Sturni 14 rückte drrch einen knappen Sieg über Baunngarten auf den dritten Platz in seiner Gruppe vor. Hakoah 2 schlug in einem Freundschaftsspiel Hazair. W. A. C.—Floridsdorf 5:4. (In: Nächst)iel gewonnen.) FlEdsdorfer-Piatz. 4000 Zuschauer. 'Schiedsrichter Grünboum. W. A. C.: Friedl; Sudrich, Neidlinger; Machhörndl, Puschner, Wolfsohn; Enver,' Wallner, Schneider, Nenmann, Geiringer. Floridsdorf: Neugebauer; Czihak, Amon; Drucker, Kantner, Wostvak; Seidl, Jschba, Busch, Jnranelk, Paradeiser. Dem W. A. C. gelang es, durch größere Ausdauer das volWndia offene Spiel für sich zu entscheiden. Biennal kamen die Floridsdorfer zur Führung, eben so oft glichen aber di« Prater-Leute aus, und konnten schließlich in der zweitey Hälfte des Nachspiels ihrerseits einen Vorsprung erringen, den sie zähe bis zum Schlußpfiff festhielten. Die besten Lento der Sieger waren Puschner, Enver und die beiden Verbludungsstürmer Wallner und Neumann. Bei Floridsdorf konnte «der rechte Flügel Jszda-Seidl gut gefallen, dagegen war di« Verteidigung, insbesondere Neugebauer im Tore, recht unsicher. Iszda erhielte den ersten Treffer, Enver glich" aus. Gleich darauf war wieder Iszda erfolgreich, knapp vor der Pause stellte Neunrann den Stand auf 2:2. Nach der Pause war es wieder Iszda, der einen Elfer zum dritten Tor verwandelte, aber Enver glich nochmals aus. Im Nachspiel er-, zielte dann Paradeiser neuerdings die Führung, zwei Erfolge Envers' ergaben aber das Endresultat. Admira—Bewegungsfpieler 2:1 (2:1). Adnnra-Platz Schiedsrichter Schmidt. Admira hatte Mühe, sich gegen den, zweitklassigen Gegner durchzusetzen. Die Bewegungsspielen erzielten durch Wondra die Führung, aber Schierl und Klima führten noch vor der Pause Ausgleich und Sieg herbei. In der zweiten Hälfte sind die Erstklassigen stark überlegen, an dem Stand wird fedoch nichts mehr geändert. Sturm 14—Baumgarten 2:1 (2:1). Baumgarten-Platz. Schiedsrichter Mantler. Sturm kam in der 16. Minute durch den rechten Verbindungsstürmer zur Führung und fünf Mtzj nuten später durch denselben Spieler zum zweiten Treffer; - (Elfmeter). Baumgarten erhält einen Elfer zugesprochen, den der linke Flügel unhaltbar verwandelt. Mit 2:1 geht es in die Pause. Nach Halbzeit arbeitet Baumgarten auf den Ausgleich hin und ist 20 Minuten tm Angriff. An dem Stand, wird aber nichts mehr geändert. Boi einem Durchbruch Sturms wird der Angriff foul aufgehalten, der Uebeltätep ausgeschlossen (35. Mimrte). Bei einem Gedränge vor dem; Tore Baumgartens läßt sich der Tormann zu einem RoheitS^ akt Hinreißen und wivd ebenfalls vom Platz gewiesen (40. Minute). Mit wechselnder: Angriffen endet das Spiel. Gut waren, die beiden Torleute, die Halvesreihe' Sturms und Eich-ner von Baumganten. Sturm 14 kommt durch diesen Sieg mit W Punkten in 12 Spielen auf-den dritten Platz. Hakoah 2 Juugm.—Hasmonea. komb. 1:1 (0:1). Die Viertklassigen gaben einen gleichwertigen Gegner ab und kanren auch durch Zinader zur Führung. In der zweiten. Halbzeit stellt Beer den Ausgleich her. Bei Hcchxch stütz Drucker, Krug und Posaune r> 2 hervorzuheben. Hakoah. 2—Hazair 2:1 (2:1). Hakoah: Beer; Kovaez,' Neubauer; Äraus, Herlinger, Palmah; Weiß, Wurmbrandt, G. Pollak, Wolfensohn, Torczyner. Hazair: Gleich; Seidler Mayländer; Brandstetter,. Wortmann 1, Ronys; Schtvarz/ Rindler. Ehrenfreund, Worimann 2, Losch. In einem musterhaft fairen Spiel, das auf ziemlich anschwlicher sportlicher^ Stufe stand, konnte die durch mehrere Ersatzleute geschwächte Hakoah-Reserve gegen Hazair einen' knappen Sieg errütgear. der so ziemlich dem Kräfteverhältmis entsprach. Die Hakoah hatte in Kavacz einen sicheren BerteMger, so daß Boer rächt! allzu viel beschäftigt wurde. Neubauer entsprach. Die Halbes-; reihe hatte ihre Hauptstütze in Hersin-ger. der vo« de» beiden Flügelläufern gut unterstützt wurde. Im Angmff waren Pol-; lak und Torczyner die besten, Weiß dribbelte zu VÜL, Wolfe«.; sohn und Wurmbrandt befriedigten. Die Unterlegnen gaben; einen vollkommen gleichweriigen Gegner ab.' Die Verteidigung entsprach, in der Läuferreche war Wortman» 1 das Um! (59. Fortsetzung.) David Matz. Roman von Disraeli (Lord Beaconsfieid). Aus dem-EnMchen übersetzt von G. Unna. Zabastor verließ die Galerie uud trat irr ein kleines Zimmer. Verschiedene gwße Bücher lagen aufgeschlagen auf dem Diwan umher. Vor ihm stand sein eherner Kabbalrstencksch. Vorsichtig verschloß er das Gemach. Darm trat er in die Mitte desselben. Hier hob er settre Hände zum Himmel und rang sie dann in Todesangst. „Ist es dahin gekomnren?" jammerte er m dem Tone tiefster NredeMfchlagenheit. ,^ft es dahin gekommen? Was NWchte ich 'hören? Was ist geschehen? O Leben, o Ruhm, o mein Vaterland, mein aus-erwähltes Bol?, mein heiliger GbarÄe! . . . Warum leben wir, warum -handeln wir, warum haben wir Gesiihl für das, -was ruhmwürdig oder heilig ist? Laß mich sterben... laß mich sterben! Die Qual des Daseins ist zu groß." Er warf sich auf, das Lager, er vergrub sein schmerzbewegtes Antlitz in sein Gewand. Sem starkes Herz ward von Weh durc^uckt. So lag er da, der große, edle Manu, hingesweckt und dem Schmerze anheimgegeben. 2. ,^Der Lärm des Banketts schwirrt mir noch vor &:=: Ohren. Ich bin so gern allein." ,Mi1 mir?" „Du bist ich selbst. Ich -habe kein anderes Leben." ,/Süßer Lreblmg! Es ist jetzt das eines Kalifen." ',^Ich bin alles, was -du willst, Seele meines schönen DafÄrrs. Pracht und Herrschaft, Ruhm und Sieg konnnen mir nur vor wie bleiche, verdunkelte Edelsteine gegen -dein süßes Lächeln." „Meine klagende Nachtigall, werden wir heute jagen?" „Ach, meine Rose, ich möchte lieber auf diesem schwellenden Lager liegen und auf deine Schönheit blicken!" ,F)der wÄlett wir auf dem kühlen Azursee in eitlem glänzenden Boote wie in der Mirschel der Seenhmphen sMm, von Schwänen begleitet?" ,Mvn See ist so blau «wie deiner Augen Tiefe, ifeiu '&^faxax so weiß wie dem runder Arm!" JObet unsere Falken steigen lasten, daß sie den golföfett Acchw zu unseren Fußen he-rabbringerü^ „Ich 'bin der goldene Fasan zu dritten Füßen; bedarfst du noch reicherer Beute?" „Erinnerst du dich noch deines ersten Besuches in diesem liebett Kiosk, mein schöner Stumnier? Du standest da mit untergeschlagenen Armen, mit bescheidenen Blicken; nur zutveilcn stahl sich aus diesen dunklen Augen ein Strahl, der mir die Wange bleichte. Mir ist's, als ob ich dich twch vor mir sä)^, du schüchterner Vogel. Weißt du auch, daß ich, als du davonstogst, so kindisch war, daß ich zu tveimn anfing?" „O nein, du weintest nicht!" „Doch, doch, ich besinne mich recht wohl." „£), sage es mir noch einmal, meine geliebte Schävrne, tveintest du wirklich?" ,^Ja, ja, ich tat's, meine Seele!" „Ich wollte, ich könnte diese Tränen in eine kristallene Vase fassen; eine Provinz gäbe ich für e-in so köstliches Gefäß." Sie schlang ihren Arm rem seinen Nacken und bedeckte sein Gesicht mit Küssen. Von den Minaretts ertönte Sonnenuntergang. Sie standen auf und wanderten miteinander in dem sie umgebenden Paradiese. Der Himmel war mit einem blaßvioletten Hauche überzogen, ein einzelner Stern stand neben dem bleichen Vollmond, der mit seinen sanften matten Schimnrer wie eine Perle leuchtete. „Schön", rief die nachdentende Schicem aus, als sie * aus den Stern blickte. ,g), mein Alroy, warum können «wir nicht immer allein leben, immer im Paradiese?" „Ich bin des Herrschens müde," entgegwte Mroy, ,-laß uns flishen!" -r „Gibt es denn kein Eiland mit allem, was das Leben, reizend machen kann, aber für Menschen unzugänglich? Wie ivenig bedürfen wir. Ach,, wenn diese Gärten, statt daß sie oom verhaßten Bagdad umgeben sind, nur von irgend einem schönen Ozean umflossen wären." „Meine Geliebte, wir le-ben in oiwem Paradiese und werden selten gestört, Honain sei Dank dafür." „Aber schon das Bewußtsein, daß noch andere Menschen, als wir allein, sich mit darin befinden, ist mir perwlich. Jedermann, der auch nur an dich denkt, scheint mir einen Teil deines Ichs zu rauben. Ueberdres bin ich der Pracht und der Paläste überdrüssig. Wie gerne lebte ich in einer Hohle von Tropfstein mit dir und schlief auf einem Lager weicher BWöter-" Ein Zvzerg, der außerdem, daß er klein «ind häßlich,' auch noch stumnl >war, imtexbrach dieses int-emssaBe Ge»^ sprach. Er verbeugte sich vor der Prinzessin und nahm beamt] zu einer umständlichen pantomimischen Darfbelliung semL; Zuflucht, aus welcher sie endlich so viel heransbvachte, daß) es Zeit zum Speisen war. Niemand sonst würde es gewagt; haben, das königliche Paar zu stowen;' aber dieses M* Wesen 4var der bevorzugte LiMlng. Mroy und Schivem traten nun in das Serail. Eine außerordentliche Dreifußlampe., worin wohlriechendes Qel brannte, Verwveviere «m sanftes Licht in dem prachtvollen Gemach Im Hintev» gnlnde stand eine Schar in Scharlach gekleideter Eunuchen^ von denen jeder einen silbernen Stab hiebt. Der Kalif und die Sultarrin ließen sich auf ein mit einer Menge von Kliffen bedecktes Lager nieder. Auf der einen Seide desselben stand der Hauptmann der Wache und andere Becmrden des! Haushalts und auf der anderen eine Anzahl schöner SAa«; Vinnen in köstlichen Gewändern Die Dienerreche am Endel des Gemachs öffiiete sich und eine Schar Sklaven erschient welche Schüsseln von Elfenbein und Gold, Wercholz und; Silber mit den ausgesuchtesten, sorgfältig HubereÄstM! Leckerbissen trugen. Der umstehende Hofstaat bot sie Alroh und Schirene an. Die Prinzessin nahm einen mr§ einer! einzigen Perle gearbeiteten Löffel, dessen langer und dünner! goldener Stiel mit Rubinen eingelegt -war und aß damit! , etwas Safvanfuppe, die sie sehr liebte. Damt gerwß sie die Brust eines mit Mandeln gefüllten und mit Beilchmr w» Milch zubereiteten Schwanes. Wenn sie nun so ei« wenig! ihren Appetit gestillt hatte und irgend einer ^vson ein he-! fondeves Zeichen ihrer Gunst zu geben wünschte, oefahl sie-! dem Hauptmann der Wache, den ganzen folgenden Gangi Speisen nebst ihren Grüßen hinAUseuden. Sie beschäftigte^ sich alsdann mit einer Schusses jener zarten Ortolanen;' tvelche sich von den Weinblättern von Schivas «ähren, und womit der Gouverneur von Nischabur sie stets reichlich versorgte. Die zarten Glieder mit Hven noch zartere« Fingern zerlegend, drang sie darauf, daß auch Alroy davon speisen mußte, der ihrer Aufforderung natürlich nachgad.' Dazwischen erfrischten sie sich mit ihrem LiEugsscherbet von Granatäpfeln und dem goldenen Weine des Libanon. Dev Kalif, der keine Ortolanen prchr essen formte, obgleich sie von so lieblichen Fingern dargeboten wurden, verlangte! schließlich nach „Reis", lwas so viel 'bedeuitet, als 'die Tafel anfzuhebcu. Gochetzrmg ficht .>