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Wiener Morgenzeitung · 1923-04-15 · Heft 1498 (15.4.1923) · p. Seite 11

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1498 (15.4.1923)
Date
1923-04-15
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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NvM98 Men, Sowutag WWep MpVsen-ettung. 13. Styrit 1923 Seite 1t borrEte der etn-olnen Wwffchaften znvückzuisWhren. Dieser Um-, staüd wurde -der weder bei der Enquete über die BankenkoudAomn noch bei der BeGvechung in der. QeffeMichkeit v'mev> ewtftwechenden Würdigung unterzogen. Man kamt von eiuseLnen UntemchmMgen-M« anderes Vorgehen verlangen. Sie sind ein Zeichen der. voÄArsig noch vochandemn relativen. Unsichscheit «in der Wirtschaft und werdenmit dem Momente überflüssig werden, ntit welchem die Sicherheit für die normale FmMon der Wirtschaft in jeder Hinsicht wiederkehrt. Die großen EfMenÄestLnde sind ebenfalls ein Symptom der Zeit. Die Banken, als die Beherrscher großer JEuftriekonzerne, sind durch die Erstchvimgen der letzten zjwei Jaihre gewitzigt worden. Die Einbrüche von außenstehender Seite in die von den eiWÄnen Unternehmungen «patronifierten Institute durch verkappte Majorrtätskänife und das gelegentliche Gelingen - dieser Einbruchsversnche hat die ein-elnen Banken vorsichtiger gemacht. Sie halten in ihren Tresors fote Aktienmajorität der betreffenden Unternchmungen fest und immo- LÄisi-eren dadurch große Bestände ihres Kapitals, welches sie sonst dem Geldmärkte gur Verfügung stellen könnten. Dies ist ebenfalls turit ehte Ursache für die Anspannung.der GMVerhältnisse. Aus den' BÄMWahlen dar Effekten kann kein richtiger Schluß gezogen werden, da diese Post oft als ein Mittel verwendet wird, um grötzeve Reservenbestände zu verbergen. Dies kann dadurch geschehen, daß die Effekten, die heute oft das Weltvusendfache ihres Nominalwertes repräsentieren^ dennoch mit dem Nommallwerde in Rechnung gestellt werden. Jrffoltze dieser Politik der Banken, sowohl große Bar- «ttifctel <cks auch Effekten immer liquid zu halten, fyitn das Kreditgeschäft nicht den geiwÄbigen, dem Frieden entsprechenden Umfang annehmen. So beträgt das Wechfechortefeuille bei der Eskompts-Ban! mn 89 MMarden Kronen und bei der Unüm-Bank nur 60 MMarden. Eine im Verhältnisse zum Kreditgeschäft des Frkdens relativ kleine SdMme. Dies bewirkte auch, daß einige Großbanken den Reeskompt bei der NatwNaWmrk lange reicht wie tm Friedenszetten in Anspruch nehmen. So hat z. B. die Eskomyte-Bank überhaupt keinen RseAomPt bei der NatiouaDank. Die Unrim-Bank hingegen hat, wie in der PvesseSonferenz erklärt wurde, einen großen Teil der bei chr otnyevüchben Wechsel der NationaDbänk im ReMomiptwege übergeben. Aus den MMardenzvffem der DMvre» und Kreditoren kann kam richtiges UrteÄ gefällt werden. Meten diese Zahlen doch ebenfalls eine günstige Gelegenheit, große Reserven verbargen zu brldeu. Me Schulden und Forderungen auf auswartige Mahvomyen werden von manchen Banken oft gmn FriedenSw-ert der Valuten in Rechrmntz gestellt, was besonders bei der EKkovchtMfelffchaft der Fall war. We Unäou-Bmrk hat nur für die alten Posten diese Praxis mvgewendet, während sie die nvrren Posten schon den NvmnMwert der Vcckuten in Mhnurvg tzeftAlt hat. , Mn Mld der noch MchL twWonwten gefunden MrischaftSvechäbtnffse bieten di« Einilagchmmnen. Äblsokut genommen sind sie doch sehr hoch. Sie betragen z. D. bei der Umou-Bonk 2,9 Milliarden und bei der EsAmnpdggesellschaft 1,8 MMarden. Wer in Friedenskroncn berechnet sind es doch nur zirka 180.000, beMhlrngswöffe zirka 90.000' Friedenskvoneu. Geringe Summen. Lange nicht geeignet, im MrtjschwstMben eine sonst den Einlagen im Frieden enffprechende Rolle zu spielen. Die Reingewdme find Wohl ümponievend. ^ie betragen bei der Esftrnchte-Bcmk 13,9 Milliarden und bei der Urnvn- BarÄ 3,4 Milliarden, wenn man sie ober in chve Bsstaudteile zergliedert und sie mit den laufenden Ausgaben vergleicht, zieht man nicht so ganz befriedigt von danken. Die Hauptquellen des re^Mven BmÄengewimreS sind bei normalem Betvieb die EirMnfte aus den Zinsen und Prodisivmn. Sie^ haben' zum großen Teil den 'Reingewinn gebildet. Doch sitzt? Die Gi-nKrnfttz aus diesen beLen Posten sind zwar auch sehr gewachsen, wenn man sie aber WsaMmenaddiert und sie den PevsvmÄsPesen und Steuern gegenükberstellt, so halten sie einander die Wage. Zum Beffpüll betragen bei der Eskomptog-ssellschast die Zinsen- und PvovisionSÄngänge 21,6 MMarden, die PersonalanSlagen und Steuern betragen 19,8 Milliarden Bei der Ilmon-B-ank betragt diese Gnnvhmepost 17,9 Milliarden, hingegen die GchMe und Steuern Kiük-a 21,4 MMarden. Das Verhältnis ist also hier noch krasser. Wenn man bedenU,. daß die Hanpttragstühen des regulären Bankgeschäftes durch die PersorÄ- und SteuMasten pavaWsiert werden» so kann ruhig behauptet werden, daß das laufende Bankgeschäft eigentlich passiv ist. Die hohen Reftrgeüvmnie vesMüeren ausschbieWich aus den Gewinnen an Devisen-, Welten- und KvnftnMlgefchästen, Posten, welche im normalen Geschäfte keine so große Rolle spielen. Sie beruhen einerseits auf dem Profit «uS der InflationSkonjunktur, die Nicht oft wi-edeübchrt, und, was das wesinMchste ist, aus dem Zehren von den «großen Konsortfalsch ätzen. Dies läßt Wohl auf den gwßen Re-ichtzuni» nicht aber ans die dem Bankgeschäfte uvsigentliche ErwerbSjähigkeit, einen befriedigenden Schluß zu. Sie zehren in dieser Hinsicht von den angcsammelten Schätzen. Dies ist weder für die Bank im besonderen noch für die VvWsWirbschaft im allgemeinen von BorbeÄ. Wes in allem. Die Bilanzen sind blendend. Sie Wmmr verblüffen. Zn ihren Schattenseiten sind sie aber doch ein.Ebenbild der noch nicht mmnaben WirtfchaftKLage Oesterreichs. Eine Fülle VM Schützen, die noch lange nicht genügend im Jntevessi dev österreichischen Mrtschast ftukttstziert sind. Asterrrichische Natiovalbanl. Starke Abnchcke des Notcnnmlmtfes. — Zunahme des Darschvtzes. In der'ersten Mprilwoche hat der Banknotenumlauf laut Ausweis der Oefterreichischen Natwnalbank vom 7. April vim starke Abnahme um 149 Milliarden erfahren, so . das; er jetzt nur die Höhe von 4,3 Billionen' aufweist. Das Wechfelportefeuille hat dagegen eine Steigerung um 6,9 Milliarden mv\ 826 Milliarden erfahren, was auf eine größere Inanspruchnahme >der MativnÄbank infolge der beginnenden Entspannung-der Wirtschaftskrise in der Industrie zurückzusnhren ist. Auch die Girovevbindlichkeiten dar Bank find um IW Milliarden auf 487'Milliarden augowachsin. Dies erklärt sich daraus, daß die ausländischen Vorschüsse an die Bank abgeliefert wurden, da durch der Barschatz der Nationalbank um 3 M-illratden goivachsen ist, ivährend das Entgeld für diese Vorschüsse von der Netimralbank^an den Staat noch nicht aLgeliefevt wurden. Die Devisenpreise. In Zürich ist gestern die ö st e rre i ch is ch gestempe lte Kr v-r.-e unverändert gdblieben. Auszah-lung Wien ermäßigt« sich MN eine Kleinigkeit von 0.007726 auf 0.0077. Der französische Franken ging von 36.82. die tschechische Krone von 16.4250 auf 19.38 zurück. Devise Belgrad ermäßigte sich von 6.65 auf 5.60. Sofia von 4.30 auf 425 und Warschau von 0.0145 aus 0.0125. Die Reichsmark verharrte auf dem letztgemeldeten, Stand. In Berlin erftrhren die fremden Zahlungsmittel rmr m.wesenMche BeräMderrmgen. Der Dollar erhöhte sich von Ä.168M auf 21.17690. wogegen das Pfund sich von 98.00435 auf 97.98440 senkte, fand gestern kein Clearing statt. ft Erleirhterrmg der Vorschriften betreffend die Ablieferung von Valuten bei Warenexporten. Die gebesserte valutarische Situation Hai die Oesterreichifche Nationalbank, Bankabteilung, im Ewvernchmen mit dem Bundesmwffterium sur Finalen schon vor 'längerer Zeit in die Lag-e versetzt, beim Export von Waren infoferne gewisse Erleichterungen der diesbezüglichen Vorschriften eintveten zu lassen, alZ sie nicht mehr unbedingt au>f der Tlblieferuung des Valutaerlös es-für in das Ausland gesWhrte Waren (§ 1 der Verordnung vmn 20. Juli 1922, B.-G.-Bl. Nr. 488), besteht, sondern in allen Fällen auf die "MiesieMMg der WportvaLuta Verzicht leistet, wo der Nachweis erbracht wird, daß die auszuführerrde Ware auis dem legale« Krar-enguthaben eines Ausilärnders bezahlt wurde. Damit ist einimr in frÄhever Zeit vielfach geäußerten Wunsche der Exporteure nach solchen ErleichteÄMgen weitgehend Rechnung getragen worden. 'Die Stivtmimrg in Fittcmzkreifen. Die Stimmiung in FmMchVisen war sehr freuMich. Die meisten Werte ivaren M HKHwen Kursen gesucht, so Staatsibahn. Mpine. Rima A. E. Union. DcckrÄiev. Waffeu. HoMrr umd IuAM. Bastken vernachMW. . Die osterrerchiMe Industrie an? der .Kietver Messe. Aus Kiew wird urs gemeldet: Die hiesigen Industrie- und Handelskreise beginnen in der letzten Zeit ihr Augenmerk auf die Erzeugnisse .der österreichischen Industvie zu richten, die auf der Kiewer Messe eine hervorragende Stelle eimrahmen. Unter anderem erweckten nicht nur in den Kveifen der Interessenten, sondern auch unter zahlreichen Mestabüfuchern allcsimeiMs Interesse die Ausstellungsobjekte 'der' Oesterrerchifchen Werke (Arsenal) und die neuesten elektrotechr-is chen Maschinen der Firnra Kremonetzky. Es kam auch zu wichtigen GeschästsahschWssen mit österveichischen Firmen, wie z. B. mit Avfenal, KramenetzA) (gekauft von EisenbahndirMmn Süd-West). Rosen-- tal (Gaslampenbeftandteile für 25.000 Dollar) und anderen. Man erwartet in nächster Zeit größere BestÄlungen aus der Ukraine bvi österveichischen Firmen. ' Continentale Bank. Diese Bank, welche schon mehrere UMvcnMungen idurchgemaHt hat, ist neuerlich in Schwvevigkeiten geraten. Sie hat sich an die Devömigung der Mittel- Lanken gewendet, welche nach oberflächlicher Übersicht des Standes die Liquidation des Unternehmens alsden einzigen Ausweg sah. Sie betveöbt nunmehr energisch die Liquidation des Institutes und hat einige sachverständige WitMeder mit der Prüfung der Bücher der Bank betvcmt. Diese Prüfung dürste acht bis zchn Tage in Anspruch wchmen. .Es Wird namentlich auch die Bevechkigung der einzelnen Forderungen einer genaueren Prüfung unterzogen werden. Es ist zu hoffen, daß, iverm hie Passiven um diejenigen Fordemngen, deren Bestand sehr zweifelhaft ist, vermindert werden mtfo wenn die Berwaltnngsväte p entsprechenden Leistungen hevangezogen werden, die Liquidation derart roWu>rrgslos wird durchgeführt werden können^ daß niemand p Schaden komnrcu wird. Die letzten enitischeideuLen BeschWss-e werden erst nach AAschkuß der Revision gefaßt werben. . Rnssische WtHexploitiemngKkouzchionen. Das ZontvaLkomrtea für KonpsMnswessen bei dem Rat dev VoWsEommissäre erteWe an, die vuMch-holländische GeseMchaft „RußtzhollaMes", und an die rufpffch-enMche Gesellschaft „Rußangloleä" die Konzession zur EMortierung von Waldungen in diveÄM Geibieten Nordvußlanids. Me Konzesslionsdauer wur-de mit 20 Jahren sistgchetzt. Die Nsgjierung behalt ftch das Kaufrecht für das gefaulte Exportmaterial vor. Die Meh rere. , ,__ _, daß sie angösichts der anhaltenden wirtschaftlichen IKvise gezwungen sind, die Arbeitskräfte zu reduzieren und'ihre Fabriken nur drei Tage in der Woche in Getvicib zu halten. Iilbllstrickrise in Lodz.- Aus Lodz wird u>ns bevichiet: große -Dextilfabriken haben ihren Arbeitern erklärt, B&rsem»KommB*sloiisge$eit8fft und Wechselst uh® Mßk QI & L Go« Wien, Hohenstaufengasse 11 4087 Die Fabrikeil der Aktiengesellschaft Eigler und Woidit^ lawskt, Böhme und Berliner' haben ihre Bet-rieh« gänzlich ei n ge fiel l t. Die Ausfuhr DüLwcftrttßlands. Nach Meldilugen ans Minsk sollen liach dem Plaue des wcißrllssischen Amtes für Außenhandel im ilaufenden Jahre 8000 Pud Borsten. 10.000, Pud Pferdehaare, 70.000 Pud Flachs und Pelze im Werte vori 1^; Millionen Goldrubcl aus Weißnißland ins Auslarrd ausgeführt werden. Einen wichtigen Posten im Exportkoutingent Weißrußlands nahmen verschiedene HolzmateriMeu ein. Freigabe der tschechischen Leinenausfuhr. Prag, 14. April. Die Ausfuhr von Leinen ans her Tschccho-Dloüvakei soll demnächst . freigegoben werden. - Aligemeine Depositen-Bank GegrQndeS 1871 » Aktienkapital u. Reserven: Rund 14 Milliarden Kronen Lk»MUUMd>ra»»»O8L8.8 ‘WBTfti&na9 L.^ ^cslbu»88«»»i^j|atS®<e' L' Telaphon*Nr.: „Serie 62CS0". 16931, 1692-8. 16388, an Sonn- und Feiertagen nnr 1SU7 Bank-u.WechslerhttHa Schwarxnnberjgplati,Wienf I^Kolowratviöig 14 Wechselstuben t 1. Freyungö I. Rotenturmstraße 29 I. Franz /osek-Rar 37 II. Heinesttaße 34 . n. Taborstraße-7 III. Hauptstraße 10 IV. Suttnerplatz 2 IV. Wiedneigürtel 10 y.Relnprechtsdorierstr.62 VII. MarlahlUeratr, 74b VII. Kirchetigasse 1 VII. Neubaugasse 44 VIH. Josefstädterstraße 64 X. Fävoritenßtiäße 103 XI. Hauptstraße 50 XII. Koppreitergasse 2 Xni, Hauptstraße 3 XIII. Breitenseerstraße 6 XIV. Marialiilieistr. 196 XIV. Sparkasseplatz 1 XVII. Ottakringerstr. 84 XVII. Hauptstraße 155 XVIII. Währingerstraß? 84 XXI. Hauptstraße 45 Ex{sO8ÜtuB*0ne Bacgastein, Rottenninun, 51. Johann im Pongau ßosorj« sSmtJ. BsnkgescftSfts v, Indastrlaile . 2003 FEIIalens Bad Aussee, Bad Ischl, Baden bei Wien, Bleiburg, Bregenz, Czernowltz, Eisenstodl, Graz, Innsbruck, Jadenburg, Knittelfeld, Lambach, Leoben, Liezen, Linz, Mistelbacb, Mödling, Neuukirchen, Ried, Salzburg, St. Pölten, St. Veit a.d. Glan, Steyr, Villach, Vöcklabruck, Wels, Wiener-Neustadt. Von den WarenmiMen. Chemikalien.' . Der Lheruikalicnmarkt hat sich in der Bcrichtswochs ziemlich stabilisiert. Eine besondere Bewegung ist nicht zu verzeichnen. Durch die ziemlich unveränderte Haltung des Valutamarktes treten größere Preisschwankungen nur in wenigen Artikeln in Erscheinung, wie im allgemeinen jetzt speziell im . Jnlandgeschäft trotz unverändert großer Spesen mit sehr bescheidenem Nutzen gearbeitet wird. Größere Chancen bietet derzeit das Ausland- ■ und Exportgeschäft, wo die gegenseitige Konkurrenz und das Unterbieten der Preise nicht in dem Maße wie am Wiener Platze durchgeführt werden kann.' Der Paraffinmarkt liegt unverändert ruhig. Die dlotierungen der Raffinerien ab polnischer Grenze lauten für Tafelparaffin zirka 7.25, am hiesigen Markte wird die Ware mit zirka 6500 bis 7000 K. je nach Qualität^ verzollt verkauft. In Schuppenparaffin ist derzeit ein äußerst bescheidenes Geschäft. Die anderen Wachse liegen ebenfalls ziemlich ruhig, mit Ausnahme von Carnaubaioachs, das auf den ausländischen Märkten stark anziehend ist und in Brasilien derzeit 105 Schilling notiert. Das Terpentinölgeschäft war der wärmeren Jahreszeit entsprechend weiter ziemlich lebhaft^ Für inländisches Terpentinöl bestand große Nachfrage, in russischem Terpentinöl besonders für den Export. Die Preise liegen sehr fest. In Harzen, war das Geschäft normal, besonders in aus» ländischen Typen sind große Sendungen eingetroffen. A Schellack lag ziemlich sest bei bescheidener Nachfrage. Bleiprodukte waren stark anziehend, da besonders das inländische Werk für längere Zeit hinaus nicht lieferungsfähig erscheint.' Zucker.' In der zweiten Hälfte der Berichtswoche sprach sich die Tendenz hier fest aus und tschechischer erhöhte den Preisstand um 6 bis 10 Punkte ab Grenze, ab Lager Wien trat eine Erhöhung um 500 K., siwohl in Kristall als auch in Würfel ein. Die englischen Märkte bekundeten rege Nachfrage für. tschechische Ware in Kristallzucker pro neue .Kampagne und, nachdem die Vorräte der alten Ernte so ziemlich cr^chöpft sind, qrklärt sich die allgemein feste Tendenz. Nach der kürzlich veröffentlichten. amtlichen Zuckerstatistik wurden in den Monaten September bis Februar 93.7 (im Vorjahre 73.2 Millionen Meterzentner Rüben verarbeitet, die Zuckerproduktion , (in Rohzuckerwert berechnet) erhöhte sich im gleichen Zeitraum auf 14.3 (12.7) Millionen Meterzentner. Der Verbrauch stellte sich iu den augefüheion sechs Monaten auf 7.6 MMonen Meterzentner gegen 7.28 Millionen Meterzentner in der gleichen Vorjahrszeit und 6.09 MMonen in 1920-21.' Die 'Höhe des Zuckerpreises in. Deutschland für die brachste Freigabe steht noch nicht fest, in den dortigen maßgebenden Kreisen wird eine Herabsetzung rm Hinblick ans die weitere Steigerung der Gestchunsiskosten^ in der Industrie für ausgeschlossen gehalten, außerdem' würde man in einer solchen Preispolitik eine Gefährdung der nächstsäh>.tsca Zuckerversorgung erblicken. Mit verstärkter Aufmerksamkeit verfolgt n:an jetzt auch die Entwicklung derLuckermärkle im fernen Osten. Im Februar war dort die Marktlage wenig günstig, so daß man sich in England mit dem Gedanken tragen konnte, Zocker von Ostindien zu beziehen. Jetzt liegen die Märkte des Ostens recht gut, so daß Verkäufe von Java-Zucker nach Ostindien guten Nutzen lassen würden. Java führte an Zucker im Juiv ,bis Februar 1922-23 aus 1,670.000 Tonnen gegen 1,580.000 . 'Tonnen, beziehungsweise 1,462.000 Tonnen gleichzeitig in den beiden Voriahren. _ Mrse für ImrdwirLschMiche Produkte. (Eigenbericht der „Wiener Morgenzeftuntz".). , Dem Einflüsse der festen Weltmarkttendenz vermochte mau sich auf die Dauer um so weniger zu entziehen, als sich das Kausintereffe für Mehle gebessert hat. Allerdings bleibt die freuMichere Lendenzwirmng lediglich auf Brotgetreide beschränkt, das gestern zu gut behaupteten Preisen, vorläufig nur in bescheidenen Mengen aus oem Marktegenommen wuroe. In. Mais wurden einige Schleppladungen jugoslawischer Ware unter Umgehung des Wiener Platzes (wögen der Warenumfatzsteuer) für Rechnung Süddeütschlands gebandelt zu 9.30 bis 9.50 holl. Gulden schleppfrei Passau und nt jugosl. Mixed zu 10 holl. Gulden ebenfalls ab Passau. In Gerste besorgte.der, Konsum nur ganz bescheidene Anschaffungen, das Angebot er-' wies sich Liber Bedarf und erst bei entsprechenden Preiskou- Zessionen seitens der Warenbesitzer konnten waggonweise Umsätze getätigt werden. Sehr unbefriedigend gestaltete sich gestern der Umsatz in Hafer, es herrscht wenig Begehr. Für Hülsenfrüchte har das Interesse wesentlich nachgelassen, die Exportfrage fehlt, die Preise sind stabil, da gute Sorten schien. Die Kartoffel- und Zwiebelpreise haben eme weitere Verwohlfeilung erfahren, der Konsum ist außerordentlich zurückhaltend und besorgt nur allerkleinste Käufe. In Mchl bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß wir hier im Lande die billigsten Getreide« preise haben, der Konsum schreitet bereits zu Anschaffungen npd besorgt Käufe zu etwas erhöhten Preisen, zumal auch das Offert in fremden Mehlen "eine wesentliche Abnahnre zeigt. Für Roggenmchle herrschte gleichfalls einiger Begehr. Kleie erzielte unveränderte Preise.. Es notieren pro Ktlogranmi ab Wien: Weizen inländischer 3350 bis 3850 K., bulgarischer 3900 bis 4000 K., Roggen inländischer 3550 bis 3650 K., bulFürischer 3200 - bis 3300 K., Gerste inländische 2900 bis 3100 K., slowakische 3100 bt8 3350 K., Fnttergerste 3350 bis 2400 K., Mais 2860 bis 2960 K., DLrrmais ' 2750 bis.2850 K., Cinqmmtin 3450 bis 3550 K., Hafer 2500 bis 2650 K.. Reis Burma 6300 bis 5400 K., Siam 7600 K., Hirse 3200 bis 3800 K,, Brein 6400 bis 5800.fr., Mohn 14.800 bis 16.500 K., Weißbohnen ungarische 3600 bis 3800 K., rumänische 3300 bis 3600 K., Kocherbsen ungarische 3000

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