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Wiener Morgenzeitung · 1923-04-15 · Heft 1498 (15.4.1923) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1498 (15.4.1923)
Date
1923-04-15
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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«SM T7TT7F7 -4« MASS ääiett» ©OOTtlog BeranstMuugskalender. SfttttflCtt Montag: Bereinigung gioniisilischer Bvnikv««mber. 8 Uhr ahends, 8. Bez., BenüvMtz 1, Unter- HMMigSabeuL. FE Lucke Großmaun: Rezitation-, Frau Gilsa Äer: MavieMuseck. MdPcfoenfe Tanz. Gäste, will- LoittMdeir. — Wiener Zionistisches Lokalkoulttee. 7 üHr abends Sitzung. &tett$to8 teit 17. d.: Frauenarbeits Komitee. 6 Uhr vlbendS Gitzuvg. — Zitonistische ©lejiiirlSfcMi^w 6-8. 8 Uhr abends, 8. Bez^, Bennoplatz 1, Wolfsohn-Kon- DLvbalbDÄ. Mitwirkende: Pvoif. Julius WoGohn: CorOrenoe. Wl. Sbchcmle Gräber: Gesang. Frll. Betty FinTer: Klavier. Prüf. GrM SchaHverg: Violine. Am Klavier: Kapellmeister Mittwochden 18. d.: Tis chge>s vlLischaiftI-unercSioi>t. Halb 8 Uhr abends, Cafe Siller, 1. Bez., Kai s^NeMnin), Vortrag Dir. Siegfried Altmann: „Die Renlaisfanee des Judentums." — Jugend reserat. 6 Uhr abends, 2. Dez., Daborstraße 20, Lehrerbe-irntsitzung. Vereine. Vertrage und Versammlungen. Jüdische Tischgesellschaft Landstraße. Mitthwch den 18. d. um Wb 9 Uhr abends Vortrag Prof. Doktor Brauner: „Jüdische Museen"; Frau Dr. Livbel: Lieder zur jLaute. — Hebräischer Klub. Heute Ausflug. Sammelipurckt.: SckMtentor, hallb 2 Uhr nachmittags. — Verein ,EreZ Is raell, 2. Des., ZicknZgasse 86. Heute, bei schönem!Wetter. Ausflug. Treffpunkt: 2 Uhr nachmittags, Vereinslokal. Abfahrt halb 3 Uhr. *— Hitachduth, 2. Bez., Wockervgasse sitr. 80. Heute um halb 12 Uhr vormittags wichtige Waadsitznng. Die Wwadmitglieder werden ersucht, bestimmt zu erscheinen. — Reichsschutzbund der Handelsvertreter. 6 Uhr abends im Cafe FiAchof, 7. Bez., Neubaugasse Nr. 36, eBrsammlung Zur SchäMug der Ortsgruppe Maria-- hillf,.Neubau und JosiüsstM. — Hechalluz. Morgen Montag nim halb 8 Uhr abends Generalversammlung, 2. Bez., Zirkusgasse 33. Dagesovdnung: Neuwahlen. Urania. Morg-eu: Halb 8 Uhr (Großer Saat): Schüler- Vortrag: Marchenvortesung. Kinenttaograirrme. 5 Uhr (Großer Saal): Häwsel und Gretel. 5 Uhr Ml-rs-Saal): Hosmt Max Millen ko V i ch-M o rvld: Leven und Wecke Robert Hameckings. 4. HM 6 Uhr (Kleiner Saal): Seraphine Oberin a her: Das Gasteinertal und der Großglockner. Halb 6 Uhr (Mrib-Saal): Direktor Ludwig Arnhart: Die pädagogischen Bestrebungen der Gegenwart. 4. Halb 7 Uhr (Kurs-Saal): Dozent Dr. Georg Wethenb arger: Kolloidchemie. 2. Halb 8 Uhr (Großer Saal): Rilsetta Deutsch, Fritz Patacky- Lortzing: Liedernech Dncktenvbend. HM 8 Uhr Meiner Saal): Dr. Karl Schütz: Hygiene des Sportes. HM 8 Uhr MnibSaal): Unid.-Dozent Dr. Hans Eibl: Philosophie des PotriMchen Zeitalters. 1. 8 1% (Kurs-Saal): O'bstlt. Ed. GÄerise - HvT st «man: Geschichte des Weltkrieges. 5. Ernährung. Iie Ledensmittelmäkkte. Weitere Preisrückgänge auf den Märkten. - . Die PrÄSnachläshe hoben gestern erfreulicherweise weitere Fortschritte gemacht. Sie sind zjwar im 'großen rmd ganzen beneiden ittck kommen wicht so sprunghaft, wie die Erhöhungen. iMnen, man konstatiert sie aber mit Genugtuung in der Erwartung, daß ihren weitere radikalere.. Rückgänge folgen werden. Frisches RindUersch ermäßigte sich in der Großmarkthcüle um roeüeve 2000 K. pro KflogrEm, trotzdem war bet Preis durchwegs noch um 2000 K. höher als am vorigen Samsitag. Alle anderen Fleischgattungen waren gegen die Vorwoche wesentlich billiger. Kalbfleisch ermäßigte sich um 4000 St, Wegen- und Rauchfleisch um 2000 K. pro Kilogramm. Das TWgebvt war veichÄch. der Beckchr gwß. Auf den Gvünwaremnärkten sind die Preise gleichfalls etwas Mrückgegaugen. Iusbvsondere hat sich 0lmrat im Kleinhandel um 1000 bis 2000 St pro Mogramm verbilligt. Im GroßhanM wareir die PvsisuachWsse noch größer. Die Preise der übrigen Gemüse geigen gleichfalls sinkende DenderR und gehen langsam zurück. Die meisten stüd fedoch für die breiten Schichter: der Bevölkerung roch MM« unerschwinglich. Auch Butter hat sich etwas billiger gestellt, eberrso bvöckelu die Preise für Wer ab. MchereivlM. FernmÄ Gor cos: ,F^«rel sur >la terre brMque", Pavis, Jouve u. Eo. Karl Werkmanar: ,Mr Tote auf Madoiva". Verlag für KutturpolMk, München. Moe Schalet: Buddhas Land". Rikola-Verlag. HcmS Ko hu: ,Mrm und Ghicksal der Revolution" Be^ag E. P. Dal u. Co.. Wien. Dr. Rob. FreLtzler: „Gedanken zur rationalen Politik", Verlag Ad. Drechsler. Troppau. General Msred Krauß: ,Me Gedoutung Oesterveichs für die ZMmft des deutschen Volkkes", Verlag E. Letsch, Hannover. Samuel Mieilse-ls: „Dante und Mmrvello", Bevlaa „Die Neuzeit", Men. Leopold Loewenthal: Frieden aus Erdenk". Verlag G. A. gröber u. Eo.. Berlin. I. Grünbaum: „Sefmveden" («tüdisch), Vevkag Jüdischer Nationalrat. Warschau. Uttteillmge» aus dem PublikM. Mindermoden - Merkstätte Grete Meubert, t., Fleiscvmsrkt 17 empfiehlt stch für die Erzeugung von Modellen in Mänteln, ftanz. u. engl. Lleidern. Lleider u. Mäntel für Mädchen bis zu 14 Fahren sowie Anzüge für Lnaben bis zu 5 Jahren in solidester Ausführung zu den reellsten preisen m Anlässlich der Verlobung des)Frauleins Anny Malmann mit Herrn Joseff Klüglen absolv. med., gratulieren wir herzlichst Ri'autnaar Dankn^r-Fräc>ter Wiener: MoegenMNNg. 16. AM '1923 SeMU Jemen-AnfÄtio« im Modenhaus A. Sernarob ISbtt Oi m m n m A m m m W» sl H a I ff* ■ H ■ eo nur diese Woche Mantel aus Reinwollstoff, Letzte Fasson ......... aus prima Covercoat u. Tuch Windjacke ^rFarbe"’WM,er KOStUill für Strapaz, gefüttert . . tf fl(tiiim kür Sport,aus primaHome- IvUululU spun, gefüttert . . . . aus Gabardine und KamranlylU garn, letzte Neuheit .... Ein Posten Seidenkleider aus Crepe de ohine, Foulard Georgette Eiaminkleid Gartenkleid aus Wasch-DölaSae . SClllalrflCkXn'Sen0^!'?“ ßlllOA 21IS tanz. Frer.che, diTcrse DIUJO Dessins.......... Bluse aus prima EHamine, gestickt Kmilerkleid ans prima Kretonne aus Etamins . . . 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Tel. 45-6-29 Gegründet 1866 - Oroße'Auswahl feinster Stoffe für Maßbestellungen Zionistische Bezirks Sektion XII—XV Dienstag;, 37. April, präzise Vs8Uhr abends,VereinshauB XV. Herklotzgasse 21 Bialik - Gedächtnisabend t \ Mitwirkend; Dr. Hugo Kndpfmacher, Mirjam Schnabel-Höflich (Rezitation); Oberkantor Margulies, Hedwig Dubicka (Gesang) Kaitenvorverkmf; Herklotzgasse 31 (tSgl. 3—1», s—7) o. a. d. Abendkassa Arbeiteranziige Arbeitsmänisl \ Hegenmäntel , Windjacken XSXOBIffK KRZSU&OnirG! PHILIPP POBUES Wien, XV.. Rosmagasse 3 (Mariahilferstr. 152) Tef. 34533 «Wie md Kunst. Emlle RsMds „Dardamelle - der Betrogene, Raimund-Theater- — Gastspiel Pallcriberg. „HahnreU" hövt man in höchsten Dänen, bevor der Bor^ Hang aufsgeht. Dardamelle, von seiner Gattin also prägnantest unticrrichtet, daß er Hörner trägt (mehr als dies: daß er mrtj freudiger Bievachtung betrogen wird), ist ein igaitzer Mann. Gr^ ver'beißc seinen Schmerz, den ihm der Juvus sichtlich gusütztei —- und stellt sich an den Pranger. Sie soll es zu spüren kriege^ die chebrechervscho Francine, daß es kein Vevgn-Lgen ist, die! Gattin eines Aöannes zu 'sein, der vor aller Welt ldas schmückend«; Beiwort „Hahnrei" trägt. Nicht hundert süße SckMeüftunden außerhalb des -Ehebettes machen die Bittevkeit wett, >den Nameuj eines Mannes zu tragen, der den Mut hat, sein Gewsih ben-! galisch zu beleuchten. - . * Darauf versieht sich nämlich Dardamelle. „Guttn Morgen^ Herr Nachbar," ruft er zum Fenster hinaus, „wissen Sie scho»! das Nenrste? Ich bin Hchwrei geworden!" Die Zofe mutz sedemj Besucher sagen: „öcchmen Sie ein wenig Platz, -der 'betDogvnei Ehegatte wird sofon erscheinen." Ern nissiges Schild, von Dar-! dmnelle höchsteigenhändig gemalt, wird über das Portal deSj Hauses, gehängt >rmd kündet allen Vorübeagchenden: ,Hier wohnt! der Architekt Dardamelle, Hahnrei erster Masse." Nnd nicht nur Francma ergcht es übel. Dio andeven be-, trozenen Ehemänner der Stadt, gewohnt, solches Schicksal heinr-j lich zu tragen, sind sehr -betroffen. Francines Geliebter, -dsrj Typus des geschniegelten, parfümierten Fraueickezwmgers, vom^ Autor auf das ergötzlichste hevausstafßert, ist sehr enrpört, dttj Frauen wittern Gefahr nnd legen sich ins Zeug, die Ohvigkeit^ die Sittlichkeitswächter und nicht zuletzt der geistlkhe Herr desj OrteZ finden, daß da eiwas geschehen müsse. Mer der tapfer«- Hahnrei geht fernen Weg weiter, greift tief in die Tasche und! veranstaltet gar ein Bankett zur Feier seiner Hahnreischaft. Söte; anderen meinen, es gäbe in einem solchen Falle nur drei Mü^i lichkeiten: Prügel, verzeihen oder schweigen. Herr Dardamelle! beweist, daß die vierte Möglichkeit, die von ihm angewendete! Roßknr nämlich, die einzige ist. Wenn ihm Fvanemle, Be-rzeihMg heischend in die Arme sinkt, sagt Dardamelle ungefähr: ,Mäch< stens, Liebe, könnte die Affäre einem von -ims borden das Leben kosten." — „Würdest du nrich töten?" fragt die ireuige Gattin. — „Dieser eine könnte auch ich sein," meint Dardamelle und' der Vorhang fällt. An diesem Äusklang mag man er-kennen, daß diese Komödie nicht bloß srohbewegt-es, sativisch zugespitztes Amüsiev stück ist. Man fühlt den Herzschlag eines Menschen von Ver« antwsr'tnng, der Sorge tragt um das Schicksal der Zeitgenossen. Keine aMgliche Begegnung, die mit dem Autor dieser französk schen Komödie. Hintier schlagfertigem, schillerndem Dialog leuchtet echtes Pathos, neben Figuren von Molierefchen Format, die Zofe, und Epissden-gestabben, die an Sterrcheinr erinnern, , sind der Titelhrld und der Liebhaber eigenhervliche Geschöpfe des hochbegabten Dichters. Es kommt immer anders. Max Palkenber g Hai unl diesmal enttäuscht. Nebeneinander, ohne organische Verbindung» gibt m Tragisches und Komisches. Jede Szene an sich vortrefflich, aber doch nur die eine an die andere gekittet. Ueberhaupt scheint er hie Schuld daran p. tragen, daß diese Komödie, auf Knrzwsiligleit gestellt, förmlich zelebriert wurde. Di-e stets gesteigerte Dosierung vor Dardamelles HerlnMol mW die resolute Art, mit der er ins Zeug geht, sind Fingerzeige für das vSempA in welchem gespielt werden müßte. Sehr erfreulich, «Mich ' wieder:richtig verwendet, Advienne Geßner, voll Verdien^" insbesondere Ernst Wieland, Magda Garden und Jdoro Gregor. ' Vielleicht beeinträchtigte ei-n^ Vergleich den Eindmck. Pab lenbierg gab nämlich vorher in Courtel'mes „Mrmensiege" eine seiner Meistervollen. Dieser Bürgersmann, mit >Pfsife -und Diergilas zwischen zwei windigen Mimen sitzend, in seiner gütigen Einfall aus die GemütsMhe der Dischgenossen bedacht, zustimmend, beschwichtigend, ausmunternd und schließlich arg verprügelt, ist eine unvergeßliche, einzige L-vistung. Würdige Partner Eugen Dum ant und 'Knick Lassen, welche mit Pallen, berg dieses Stück schon vor zwei Gahrzehüten spielten. Otto Aböles. Mali Me°n. Bunter Abend im Bürgertheater. Mau begrüßt sie wie die gute Stunde, die kleine Frau mit -den großen Kmderaugen. Flugs schart sie «ihre Gäste um sich', macht ihnen zunächst mit Mischen Volksliedern toran, bringt dann durch ihre Kunst, mit blitzschnellen Gewrungen une-vhock zu ikackkieven, Hellek Zachen im den Saal, um schließlich,' wenn sie als ChechMnb erscheint, stürmischen Jubel zu entfesseln. Wir haben schon oft ihr hiMeiißendes Temperament, ihr Kindergemüt, ihren quellfvischen Humor, ihren urwüchsigen Charme gepriesen, mitunter auch diese öder jene Nummer ihres Programms abgelehnt. Gestern'war die Freude ungemischt. . Moli Picon, die Künstlerin, scheint uns seit der letzten Begegnung ansehnlich gewachsen zu sein. Schon das erste Lied 'vom „Mesdel in die Fuhren", .das den Beiverber zur Entscheidung drängt, bckngt sie uvrister- ' sich. Die Pantonüme, mit der sie während des Zwischenspiels : ihres Begütters die nächste Strophe jeweils ernleitet, geRugt l ihr unerhört. Nteben bewÄ)rten Stücken neue, höchst willkommene Gaben. Die Soloszene ,^Bier Äebensperioden" ist ein Bolltvofiser. Ihre Bewegungen als halbwüchsiges Mädchen sind köstlich, ihr Huftritt als Backfisch in Pettsionsklnft, mit bebrillten Tlugen, ist zum Schreien, die Charakteristik der nervösen Braut, nach dem Fasttag mit knurrendem Magen und weit sockgestrecktem Hochzaitsstrauß zur Trauung wankend, ist ein Kabinettstück, und den KatzenjMnmer ,Mn Jahr.später".macht ihr nicht leicht eine nach. Von den Duetten mit ihrem dezenten, stets gcsHmackvnlli'n.Backn-or -Jakob K a l i «b ist die Schneider- « 366549 0727 7785

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