Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-04-15 · Heft 1498 (15.4.1923) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1498 (15.4.1923)
Date
1923-04-15
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980579--14441-3001176
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

■w\ N1 ».'“i,1 "W tU! V iP^|ii»^pBpy^p^ppp|B|p|pypip -’W'wWir IFJ. Seiko 6 Wien, Sonntag 'Sie ÄM'iMe wird teurer. Aus dom 3dLchanZ. wird berichtet: Di« Entlohnung 5er Stvahrlckahrwr erfolgt nach dem Index. Wittd.rder honte bekanntg-word-ene Index, d-er restlos an die Straßenbahnerausb?-)Mt wird, ihr« Wünsche erfüllen, so wäre d.'s Urri'emchmen in der Lage, ohne eine Erhöhung auszukvetMdrn.. Es stehen aber weitere Lohnforderungen ■ bevor, die wohl nicht vom Verbund der Handels- und TranKportarbeiter überreicht wurden, die aber bestimmt -eine Tariferhöhung noÄwcndig machen werden. Die Erhöhung wird sich nach dcrn Ausmaß der bewilligten Fordermugon richten. « Die Henne mit den goldene« Aem. Hakenkreuz und Fremdenverkehr. Wenn der Schnee auf den Bergen Zu schmelzen beginnt und das erste Grün die Hänge bedeckt, erinnert man .sich in Oesterreich, daß es einen. Fremdenverkehr npd die sogenannte Freindcu-rldarstvie gibt, und daß es ans diesem sGebiete gewisse Vorkehrungen zu treffen gilt. Mit den 'Wollwestrn und ten Wintergewändern Ivird auf gewisser -Seite mach Tunlichkeit auch die untentwegte Wintergestinnung abgelegt und die gewisse, lvöhrend des WHters! verstaubte Liberalität auf neuen Glanz hergerichtet. Vor kurzem hat in Imr-sbruck ein Tiroler Fveuweusberk-chrstag stattgefunden, den auch verschiedene Vertreter -der Behörden und öffentlichen' Körperschaften mit ihrem! Besuche beehrten. Der Bürgermeister von Innsbruck wies sin einer Rede auf die Wichtigkeit des Fremdenverkehrs für i Tirol hin urät sagte, man müsse wieder Anstrengungen suiachen, um die Fremden an die guten, gemütlichen Tiroler .Gasthöfe §u gewöhnen, wobei er allerdings nicht verschweigen konnte, daß die Hotelpreise längst die Weltparitüt erreicht hätten. Unter solchen Umständen wird es den Tiroler Gastwirten nicht leicht werden, die Fremden cmzulocken, zu» total vielen von ihnen die Heye gegen die Fremden, die im vorigen Somme-r einsetzte und sie §wm eiligen Verlassen des Landes zwang, noch nicht entschwunden ist. Ltuch her Landeshauptmann von Tirol, Dr. Slurupf, erinnerte in seiner Rede an jene Episoden, die er allerdings in den Schluß der Saison zurückdatiert, und erklärte im übrigen, mmn müsse wieder mit dir Pflege des Fremdenverkehrs, 'dieser Henne, welch« goldene Eier gelegt habe, beginnen, euren Reichtum, welchen der anwesende Salzburger Handelskammersekretär auf mindestens 40 bis 60 Mil- Verden schätzte. Die Stimmung auf jener Tagung scheint 'etwas trübselig gewesen zu sein, denn den Tiroler ,,Frem° ' denindustrielün" ist die Fremdenhetze, eine Frucht bodenständig-christlicher NahrunaSmittelwr:cherer, denenes rentabler erscheint, die Milch zur Schweinezucht zu verwen- ^derr oder zur Erzougung von Käse, der über die Grenzen geschmuggelt wird, als sie an die Sommergäste abzugeben, 'recht übel geraten, und man konnte es auf der Tagung hören, daß die Fremden sich anderweitig umgeschen hatten und die Wintersaison völlig passiv abgeschlossen habe, woran freilich die übermäßigen Preise mit die Schuld tragen. Zmn Schlüsse wurde sogar eine Resolution beschlossen, welche Ein interessantes Kapitel, wenn auch nur dürftig beschrieben, bilden dir Tage der e r st e n H a a g e r F r i e- ■ denskonferenz, wo Herzt den russischen Staatsrat Bloch kennen lernt und zu verschiedenen Persönlichkeiten .in Beziehung tritt. (Der Zionistenkongreß war übrigens die erste öffentliche Körperschaft/ ioelche die Friedenskonferenz ibegriißte.) -Den schlimmen Eindruck, den das brüske Auftreten des Rutschen Delegierten Z orn hevvörgevnstn, teilt er durch den Großherzog der deutschen Reigierung mit, die, wie es scheint, daraufhin Zorn abberief. Gm anderes Mal versucht er, allerdings erfolglos, durch Bloch eine persönliche FvvedensaLlnonimB nr enkriege in England nnzuwgen. Mehr.gemütlichen Charakters erscheint Herzls Verhältnis zu österreichischen Staatsmännern, das heißt vor allem zum Ministerpräsidenten K o e r b e r, 'der in politischen Nöten immer wieder seinen Rat e'mholt. Herzl gibt ihn in!.!entschieden regierungstverrer. Weise — er empfiehlt z. Bb vor Wahlen die Gründung derartiger Parteien im Wege, der Verwaltungsorgane —, auch hier mit der fernen Hoffnung: „im Wege einer Beruhigung Oesterreichs, au der ich sohne Ehrgeiz und Vorteilssucht insgeheim nritwirke, das Los der Juden zu bestern und die Judensrage zulosen". Wertvoll erscheint ihm diese Verbindung, als ihm eines Tages von dieser Seite die Leitung einer zu gründenden Zeitung angeboten wird. Ueber die diesb^üglichen Ver- HaMungm folgende Bemerkung: ,^Das ist die wunderlich -amüsante Situation, daß in diesem Oesterreich des.Nieder-!ganges die protestantische Industriemacht (d. ih. einige Großiindustrielle) durch Vermittlung eines katholischen Grafen svon der Regierung (Auersperg) mit einem Arden unter- Handelt zur Schaffung eines Organs der öffentlichen Meitnung. Und noch. ^wunderlicher ist, daß nur dieser jüdische. sIude imstande' ist, em reines, anständiges Organ zu '-schaffen, und daß er das auch tun will." Indessen zerschlägt.!sich der Plan ebenso, wie seinerzeit ein ähnlicher Vorschlag Dadenis und wie die Aussicht,' als Mitherausgeber der!,Memn Fvrmr Poesie" diese selbst zu einem Organ für istrne Zwecke zu gestalten. Denn Herzls Stellung ist hier Zweiter von unleidlicher Art. Immer wieder berichtet er ' i von neuen Waffengängen, von neuen Demütigungen oder an -der GefmAhett zchveMn Siegen. Ms Hechl vom ersten?Kongreß hermkehrt, empfangt thn eine Lachsawe seiner. Kol-- ilogen. Wiederholt wird chm «ohegelegt, sich von der „SM?'' Nuvnrrt-MKbe Wiener Morgenzeitun«-_ verschiede ue öffentliche Maßnahmen zur Kebnua -des FwnLenvcrkehrS forderck und' darunter den Schutz vor Hetzereien und S t ö r u n g e n d e r R u h <l Den ' Schmeitz der Tiroler Gastwirte, die sich aufs Rechnen trefflich verstehen, können wir Leicht begreifen. Da aber notorisch das Kontingent der Tiroler Soinnrergäste einen recht erheblich jüdischen Prozentsatz - aufweist, so müssen wir zu unserem Leidwesen daran erinnern, daß sich in letzter Zeit in den Alpenländern ein sehr vehementer und angesichts der geringen Zahl der dort ansüsfigcn Juden doppelt auffälliger Antisemitismus - breit macht. Ungehindert von den Behörden orschemen in Innsbrucker Blättern-Verzeichnisse Mischer oder Mt Juden in irgend welchen Beziehungen stehenden Firmen, gegen welche der Boykott gepredigt wird. Die Salzburger und Innsbrucker Presse hat sich, völlig der Hakenlreuzlerhctze verschrieben, deren Tonart zur Genüge bekannt ist. Die Beziehungen M den bayrischen Hitler-Nachbarn sind sehr enge geworden, so enge,-daß neulich Sonderzüge von Salzburg und Innsbruck zu Hitlers Fahnenweihefest abgingen. Was speziell Innsbruck arrbelangt, so finden dort die Konferenzen der deutschen Putschisten statt, und der Tiro-' lcr Landeshauptmann — derselbe, welcher so beweglich die Henne mit den goldenen Eiern zu besingen weiß — hat auf die Beschwerde des Innsbrucker Krtttusgorneindevorstchers über die. Beröffentlichmrg des hakenkre-nzlerischen Iä^denkatasters nur zu erwidern gewußt, daß er dagegen nichts unternehmen Wune und diese Vorgänge in der jetzigen Strömung begründet seien. Zudem seien die Christen durch die ProtestversammLung der Wener Juden provoziert /worden! Auch in anderen Tiroler Orten steht es nicht bester, der Bürgermeister von . Zell am See nimmt an Haken- LrHuglervevsammlungen teil und 'daß die alpenlandischen Hakenkreuzler und die Tiroler .Heimwehren nicht nur Über ansehnliche Waffenlager verfügen, sondern auch fleißig rmlitärische Uebungen veranstalten, ist bekannt. Da es überdies mit der,Billigkeit in Tirol und Salzburg laugst vorbei ist. werden sich die indischen Sonrmerreisenden aus Wien und den Nachbarstaaten wohl hüten, heuer in die von den Ha-kenkrtzuzlern eroberten Berglande'zu gehen und es vorziehen, schon zu Beginn der Saison gastlichere Orte aufzusuchen,'als selbst gegen Ende der Saison mit erleichterten Taschen -davongejagt zu werden. > Micher Ueberfall aus eine» UuteruehmerseirMr.> Eine Aktion des Houptvsröandss der Industrie. Wie bereits gemeldet, wurde dieser Tage der Sekretär des Zeniralverbcckdes der holzverarbeltenden Gewerbe Oesterreichs,. Herr Rudolf S ch r a m eck, anläMch einer Intervention wegen Arbeiterdifferenzen bei der Firnm Ge- - brüder Stingl, Klavierfabvik, Wien, 3. Bez., Angaraasse -27, von ungefähr 40 Arbeitern beim Verlassen des Betriebes überfallen, unter Faustschlägen 31t Boden gerissen . mb mit Fußtritten attackiert. Die Verletzungen Md ziemlich ernst. Der Hauptverbandder Industrie O esterreich s hat sich an die kompetenten Regierungsstellen mit dem dringlichen Ersuchen gewendet, für'den Schnitz der beruflrchen Vertreter der Arbeitgeberint-evesten erhält er zu einem Kongreß den Urlaub, und als ihm die Botschaft Kaiser WAheklms zugestellt wird, sich m Jerusalem bei ihm einznsinden, scheint ihm eine solche Absenz im ersten Augenblick unmöglich. Herzl fühlt sich jedesnral klein, wenn ervon seinen zionistischen Reisen zurückkehrt. Er klagt über fein „spezielles Golus", über die pekuniär: Zwangslage, „daß er vom Zionismus nicht leben darf und von der LiteEur nicht leben soll". Der Zion-isnms jedoch wird in seinem Blatte dauernd totgeschwiegen und nur eine entstellte Aeußerung des Großherzogs nachgedruckt. Herzl meint gelegentlich selbst, daß seine Absehen die Möglichkeit boten, ihn wegen Brrnachlüssigung seines Amtes zu entlassen; indestey seine Prinzipale trotz aller Schikanen ihn so sehr schätzen und vielleicht auch fürchten, daß sie es sind, welche jchesmal den Bruch vermeiden. So muß denn Herzl im zwiefachen Joch drs Äolzes und der Sorge um seine Familie weiter ohne innerste Anteilnahme am Literaturbetriebe ieilnchmen, und nur in seltenen AugeMicken empfindet er rein: dichterische Anregungen. Uebrigens fällt in diese Zeit auch dev Beginn von „Mtneulaud". Zwischen all die merkwürdigen Erlebniste und rastlosen Versuche müssen wir das innere Wachstum der zionistischsn Bewegung hinekinveüfetzen, wenn auch von äußeren poMschen Erfolgen wenig zu verzeichnen ist. Ein greifbarer SchM vovwärts ist die Gründung der Bankwelche all-Mdings unter fortwährenden Widerständen sich vollzieht, Widerständen «ins dem Kreise der Menschen s-eitbst, mit denen Herzl arbeitet, noch rmhr selbstverständlich seitens der Fiuanzinstitnte, bei denen kaum eine Subfkriptionsstelle zu finden ist. In diesen Arbeiten ist Wolfsohn der Getreueste. Und mit Le wo nt in wird auch schon die Grimdung einer Filiale in Palästina besprochen. Zur Gharakteristik der zionistischen Persönlichkollen enÄMten Vre vorltsgenden Bücher aaHallend wenig Ma> teriall. (Persönlich CihavakterlstisckM findet sich namentlich über Max Nordcm und Alexander Mavnwrek.) Und dies hängt Wohl damit Aufammeu, daß in der Initiative mW aUich .in der Ausführung seiner Pläne Herzl doch eltzervtlickp völlig allein stand, und rmr Gefährten in pairteiMWem^ oder ideellemr Sinne und ganz wenigie Helfer hatte. Die ideelle Edweiterrmg der Bewegung ist indessen oft zwischen i den Zeilen p bemerken. Oeffentlich hervorragenden Persönlichkeiten ist der ZiönisrMs schon bekannt, und wie ein Echo fetiuer jähre'langM Mühen tch^int ilhrn bei einer der 15. April 1923 Nr. 149Sbei Austragung von Arbeiterdiffirenzen, deren Tättgkeiti sowohl inr Interesse.von Industrie und Gewerbewie audjj im Interesse der Arbeiterschaft und der Gesamtheit gelegen! ist, in ausreichender Weise Vorsorge zu treffen. . , Der Betrieb dev Firma Gebrüder Stingl ist ge- - sperrt und die Arbeiterschaft entlassen. Großer EiÄruchMMM imAMitsIosenamt. Gestern früh wurde im Harrst Sttmrpergasse 10 eins Kasseueinbrrrch entdeckt, bei dem die Täter in dev Magi-, stmLSabterlung 14 einen Betrag von 124 Millionen! erbeutclen. Im -Erdgeschoß befindet sich die Äuszahluirgs-i käste für Äie Arbeitslosenunterstützung, Ge-! ftern nachts sind Kasstneinbrecher von donr Haufe Webgasse 7, irr das sie mittels Nachschlüssel gelangt sind, durch die kleinen Hausgärten und Über eine niedrige, Mauer in den Garten vor der ehenralig'en Knabertschnle! gelangt. Dort haben sie das vergitterte Fenster, das in den> Kassenrarmr führt, -ausgestemmt, die Lütuugsdrähte des" Alarmapparats durchschnitten und lraren so in den, Kasstnrannr gelangt. Hier ha-ben sie die Kaste, in der ein! Betrag von 161 Millionen Kronen lag, geöffnet und daraus,, einen Betrag von 124 Millionen Kronen gestohlen. Am- Tatorte ließen sie ihre Enr'bruchswertzouge zurück. Die. Täter scheinen sich bei der Arbeit Handschuhe bedMt^ zu haben. Kooperation der auswärtigen HilfsmUrone». Amtlich wird mitgeterlt: Am 12. d. fand unter dem' Vorsitze des -Internationalen Komitees vom Roten Kreuz - eirre Zusanlmenkunft der Vertreter aller in Wien tätigen! ausländischen Hilfsmrssi-onen statt. Zweck dieser Zusanr-menkunft war, ein einheitliches Vorgehen an«, znbahnen. Es wurdebeschlossen, die Zusammenkünfte r e- - g e l m ä ß i g einmal monatlich a-zuMten.' Anwesend tvaren die angeführten Vertreter folgendem Missionen: Miß Mary Houghton (After Care Com-! mittee), Frau Buschmann (American Junior Reh Croß),! Generalrn H a l l i e r (Cetttre Franeaist d'AWance), MW. Bell (Society of Friends), Mß F oft e r (Society os Fr'ends), Miß Grlmvre (Society of Friends), Mr. Kane (Society of Friends), Frau G oldschmidt-j Bjorkmann (Radda Barnvn), M. Kostellezkh (Crojx Roüge Sudoist), Dr. Do nt (Argetttknisch-öster-! ^ichisches Vwhlstchrtswerk, der Vertreter der American-; Relief Administation) mck die Herren ReymoUd midi L a w n e r (Comite Intemattonal de la Cvoix Rouge). Der 67Mrige General a. D. Wbert Mikowetz hat sich gestern durch einen Revolveffchuß geMet. , - . -- -Der Schneider Karl Kranz, wÄcher-den Fvistürgehilstt» Mois Koller im Streit wegen 60.000 K. durch MeMsti'che getötet hatte und dann göMchtet war, hatsich seWst der Bchövde - gestellt. Der 70iährlge Landmann tSEnz.StrvMer wurde i-» der Quellenstraße, als er mit seinen zwei Ewkekki-ndern die Straße übersetzte, von einem SttaßenlbahrMg der Lucke „l>" üiodergestoßen, geriet unter die Schutzvorttchwvng. u>nd ist seinen schweren Verletzungen erlegen. Lludienzen der Name als Selbstverständlichkeit aus dein Munde des deutschen Kaisers tviiderzutönen. Auch von den Beziehungen zu Menschen aus dem- Volke hören wir »ven^. Gegen' BewuindiemngsMrme ist, der Führer ebenso abgehärtet Wie gegen die Furcht vori Arwrenzem In Pcilästtna erscheinen die jüdischen Erlebnisse, nicht sehr erfreulich. Wortführer des älteren Iilschuib begeg-; mn ihm mit Intrigen und Verleuindungen, die Kolo-,' nisten suchen ihre' zimristiische Begevstemug mit ihrer Ab-j hckugigkeit von der Vertvaltnug des ,Mrvons" unter eincifj Hut W bringen. Wie aber die beÄräugten Volkswasten zu; ihm stehen, zeigt die Tatsache, daß die rumänischen Emi-i grauten von der Grenze <urs tanfi Herzl sich uan Hilfe wen-! den. Er bietet' das einzige Machtmittel auf, über dvs eej verfügt, das moralische, fiihrt dear bekannten, heftigen!. Kvmpf gegen die verlotterten Zustände in der Wieneri Allianz und rntewenievt K 0 e r b e r wegen der verhängterr, Grenzsperre. ' Wie e'm schlverer Alpdruck liegt indessen über allem die politffchs Ratlosigkeit, vor alleur die völlige Verschlossenheit der Türkei, mit der seit dem Tode des beftissenen Geheimagenten Newlinski auch jede Fühlung verloren geht. Daß EinivaichENgSverbot, die' Refus der jüdl-schen Finanzwelt, von Venen Herzl im günstigster^ Falle Gegenaktionen befürchtet, bewirken Enttnntigung und' Erbitterung, wozu die skandalösen Jimenverhältnisst dieser Negierung (zrvin Beiifpiel ihr Usbersiall ans die europäischen Postäntter) nicht wenig beitragen. Hohe ttirkische Mrrdenträger bieten für hohen Bakschiisch Bemnttlung an, ohne die Sache gat fördern. Die Bekanntschaft eäles wunderlichen Menschen bringt enWch eine erfreuliche Wnrdung. Es ist der Orientalist Vamberh, „ein hinkender fiebziMähriger ungaVstchsr dvr mcht iveiß, ob er! mchr Türke Mr Engländer ist, deutsch schrrststellert, zwölf! Sprachen mit gleicher Perfektion spricht und fünf Religio-' neu bekannt hat, wovon er in zweien Priester war." Mit! burschikoseir Ironie verständigM sich beide über die Art! rmd Weist, wie cknf „Cohn-, (so der chiffrierte Räme des, türkischen Herrschers) einzuwirken sek. Und Vamb'ery et-'' nröglicht wirklich durch eine Reise rmch Konstantinopel den. Zugang zur „Pforte", Hier bricht das achte Buch de>v> Tagebü'cher jäh ab, da es Herzl, der sich in der Tirrkei per-.' sönlich doch nicht ganz' sicher fühlt, nicht wagt, dasselbe, ..in das Land des Posträubers mitniuehmen"- » r 1. gjCT3K4Ml6M'tffifraMMlHigwCT<uaMäaB'ifaiiattrnr»uaag**n

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.