Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1498 (15.4.1923)
- Date
- 1923-04-15
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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■tvay^K^r *****&r Cte$li 4 Men, Tonnkg r Wierrdr Mvrse«zer^t«s. 16. April 1923 Nr. 1498 Sie Genfer Bsrtzandlunsea über die öfter* reMche »ulekhe. G«H 14. HM. B.) BumdeSurmrster für AöußereS lDr. GrüuLerger mtzd FmavUMÄster Dr. Kieubock -hatten heute mehrere Besprechungw mit Sir Erck Drumsmorrb und anderen lettendm Ancktvmürerr -es Bölkev» ibundes. Düs KontroAomrtse ist hmte zu zwei Sitzungen -vormittags und naö^mttags zufammengetvtten. Den Borlsitz hatte Professor Parrtaleoni Metten). England lwar Lrrrch Srr Henry Strakofch, FvcnEverch durch lBexon, die Tschecho-MowE durch Roos, Belgien durch Jansen, Spanien durch Botel!a, die Schweiz! durch Bini chert, Holland durch Paty rr urtd Schweden 'durch Boleman vertreten. An der Sitzung nahm auch Generalkommiffär Dr. Zimmerman teil. Mterlage ider Beratung bildete ein Bericht des GemraNonmnssars -lund der detailliert ausgearbeitete Entwurf für die langfristige Anleihe sowie der von der österreichischen Anleihekommifficm erstattete Erricht über die Berihandlungen in den Fmanzzentren. Der Entwurf für die Langfristige Anleihe sieht analog der kurzfristigen Anleihe eine Placierung in verschiedenen Staaten und den Erlag von Kollateralb^ns der garantierenden Staaten -vor. Die KollaLeMclbon^ollen bei der Schweizer Nationalbank hinterlegt werden. Das Rferat der AnLecheLommiffion jgab eine Aebersicht über die Verhandlungen in Italien, ^Frankreich, England, Belgien, Holland und der Schweiz. '^Handlungen mit spanischen Baukengvuppen stehen bevor. Genf, 14. April. Die Mitglieder der österreichischen Uüleihekommission Franckenstein und Bark verhau» Letten heute in Genf über die langfristige Anleihe mit Schweizer Bankiers und weÄen diese Verhandlungen Montag in Basel fortsetzen. Rationalrat. In der gestrigen Sitzung wuttwn die Zolliu-rifnüvelle das Hoeresgebührengasetz in drMer Lesung zum Beschluß erhoben. Nächste Sitzung Dienstag den 17. d., 3 Uhr nachinviüvgs. Tagesordnung: Erste Lesung des Gesetzentwurfes Mer die Bestellung eines Beraters Lei der Oestorrsichischen MatwnaWarL Sie Hakenkreuzler setzen ihre «Märischen Ueboagen sott. Die 'ÄakerÄveuzler haüensich weder durch die Warrsungeu verschiedener politischer Kreiße noch durch die Androhung von GegenMatzucchnvLN der Sozialdemokraten abholten lasten, ihre Manöver äbznsaMU Sie' veröffsntlichen m der gestrigen Nummer ihres WocheMattes die folgende Mitt-eÄung: Am» 1h. Apnl. - Alle in der jüdischen Presse erschienenen Nachrichten über Vas am 15. d. M. geplante „Gefecht" sind glatt erlogen nnd wir ersuchen daher die Parteigenossen, sich um diese Nachrichten -nicht zu kümmern. Wir werden uns bsi den Anerdnn:Mn für den 15. durch unsere Gegner in keiner W e i s e b e h i n d e r n lassen. Aus taktischen G r ü nden kann selbstverständlich Zeit und Ziel der. Undsrnehnrung heute noch nicht mitge teilt werden. Die Satrdesleiiunq und der Führer der O.-T. Die Mitteilung -ist für die ,KorMlttanten", die schon ßhve Behelfe haben werden, deutlich genug. Man darf neugierig sein, was die Behörden, tun werden, um Weiterungen zu verhindern und dem bewaffneten Unfug ein Ende zu setzen! Wie wir erfahren, ist die FeldÄrensLüibung dar Nattorvalsoziatistchr im Gebiet von Bösendorf von der Landesregierung verboten worden. Obzwar von seiten der Behörden in den letzten Tagen m eingehenden VerhauÄLmgen orngöwirkt. wurde, . um beide Parteien zur Absage des geplanten Aufmarsches zu -veranlasten, besteht in nationalsoziailistische-n Kveissn die Absicht, trotz des Verbotes nach Bösendorf zu fahren. Es heißt auch, dach in Vösendorf eine Versa mm-, lung der Nationalsozialisten äbgehEen werden soll, zu deren Schutz größere Mengen von Ordner hinaiusdirigiert werden sollen. Von sozialdemokratischer Seite wird erklärt, daß in diesem Falle auch die soziaWemockratischm Ordnerwehren am Platze fein werden. Bon der Behörde sind für alle Eventualitäten unrsastende Maßnahmen geitroffen worden. Es wird ein ausgiebiges Polizeiaufgebot -zur Stelle sein, mrd, außerdem find die Gendarmerieposten bar umliegenden Bezirke wesentlich verstärkt worden. Die Katholische gntemationale. Don Sturzo in Men. Das,MeMatt" schreM: „Der Sekretär der katholischen Bolkspartei Ii-Äiens und ihr geistiger Führer Don Sturzo wird sich in der nächsten Zeit nach Wien begeben. Die Reise entspringt der Persönlichen JniLiative Don Sturzes. Don Sturzo hat diese Reise seit langem geplant, und beabsichtigt, in Wien mit den katholischen Kreisen und den Führern der christlich,sozialen Vvlkspartei sich wegen der Schaffung einer großen „Katholischen Internationale" ins Einvernehmen zu fetzen, die in allen wichtigen Fragen wirksam der „Roten Internationale-" entgegengestellt werden soll. In die „Weiße Internationale" -sollen zunächst die litaLisrüschen Popolavi, das ^nichtige deutsche 'Zentrum und -die österveichkschs chxistlichfozüÄe VoWpartür erwbezogen ^werden. Man bringt in den katholischen Kreisen Oester - .Deichs den Plänen Don Sturzos das größte Interesse ent- GßDßEd*' Ausländer Exporteure kaufen am vo r pH «kt est«» , erstklassiger Qualität und Ausführung bei Regmann, Guomimäntelfabrilc, Wien III., Beatrixgassa 26 Tel. 585 III., Heumarkt 7 Bevorstehende Beendigung der ftelttfchen Streik. Graz, 14. April. Bei den am 13. d. begonnenen und -heute fortgesetzten Besprechungen zwischen depr Sekretär des österreichischen MetallarbeiterverbandeS und den Vertretern des Verbandes der BerAeute einerseits und der vsterreichifchen Alpinen Montan-Gesellschast andererseits, die unter Vorsitz des Landeshauptmannes Dr. Rintelen ^tattfanden, wurde eine Grundlage für eine Einigung, die zur Beendigung des Ausstandes bei den Werken der Alpinen Montan-Gefellschast geeignet erscheint, gefunden. Morgen wird eine Betviebsrätekonfevenz hierzu noch Stellung nehmen, und falls diese Konferenz ihre Zustimmung erteilt, dürste dev Ausstand bei der Alpinen Montan-Gesellschast in Obersteiermark und Kärnten Montag beendet sein. Ungar«. SWnMon gegen das neue BnÄapefter Gememdeftllwt. Budapest, 14. April. (Tel. d. „Wr. Morgeuzeituug".) Um bei den Gemernderatswahleu, die im flachsten Jahr stattfinden sollen, die Mehrheit zu behalten, hat die christlichnattonale- Gemeindeverwaltung ein Gemeindestatut -eingebracht, wonach die Niederlassung von ungarischen Staats- - bürgern in Budapest von einer Äwilligung des -Magistrats bedingt und an verschiedene Formalitäten gebunden fein soll. Die BewMigung kann aber verweigert und entzogen werden, wenn der Bewerber ftine moralische, patrio- 'tische oder materielle Verläßlichkeit nicht genügend beweisen kann oder für die wirtschaftlichen Interessen oder für die öffentliche Sicherheit'als bedenklich oder gefährlich befunden--wird. Solche Personen können, -wenn sie schon in Budapest wohnen, a b g e s ch o b e n weiden. Dieses Statut brachten die Parteien Wobsfs^md Csillerys im politischen Ausschuß des GemeindeMes Lurch. In der Stadtrepräsentartz machte die liberale Opposition gegen die Vorlage - Obstruktion; die letzte Sitzung dauerte von Freitag nachmittags bis Sawstag 7 Uhr früh. Die Bemühungen des Vizebürgenneisters Folknshazy, ein Kompromiß! zustande zu bringen, scheiterten an der Hartnäckigkeit der christlichnationalen Mehrheit. Die Vorlage wurde angenommen. Die Opposition wird gegen das Statut 'beim Mmsterimn des Innern Berufung einlegen. Gegen die technische Nsthilfr. Budapest, 14. April. (Del. d. „Wr. Mvrgeuzeitung'".) Die. LffeMichen Angestellten haben für. morgen eine Massenversammlung einberusen, in der sie gegen die Lohnpolittk der Rogierun-g Stellung nehmen wollten^ Die Polizei jedoch «hat die Versammlung verboten. Die chrtstlichsozialen Gewerkschaften haben beim Verein der Erwachenden Magyaren Protest dagegen eingelegt, daß die Mitglieder dieses Vereins die t e ch n i's ch e Nothilfe beistellerr, um den Streik der städtischen Angestellten niederzuwersen. Pole«. Am die Mehrheitsblldmig im Sejm. Warschau, 14. AprÄ. (Del. dm ,Wiener Morgenzig.") Der SemtAmarschalt Trompezynski erklärte in einem Interview, daß er keine Möglichkeit sehe, eine SejurnvcyoriM zu fchaffsn. Gme gegenwärtig gefchaffene Majorität wäre nur Kr wenige Wochen berechnet, da-die persönlichen Fwgen stets die Schaffung einer parlamentarischen Rlsgierung vechindern würden. Auffehen erregt die Erklärung des Führers der CSR ationaldemokraten Abgeordneten Glombinskr, daß die Nationaldsmokraten kein großes Zutrauen zu Korfanty haben, mit dem, wie bereits gemeldet, Wge» ordnLter Witos in Kattowitz Berhandlungen über die Schaffung eines neuen Kabinetts geführt hat, und befürchten, Kovsantt) eine'vomintworÄiche Stelle zu übertragen. In unterrichteten Kreisen verlautet, daß es dem Mmister- Präsrdenten S i k o r s k i anläßlich feines. Aufenchaltes in Posen gelungen sei, die Postner PckMer. die ja durchwegs im Lager der Nationaildemokraiten.stehen, für sich zu gewinnen. IM Zusammenhang damit ist auch das Interview des Senatsmaivschalls Trompczynski, 'der ein Posener ist, zu bewerten. Ar «aM«al-emokrMche Hetze. Warschau, 14. April. (Del. der „Wr. Morgenztg.") Aus zahlreichen Provinzstädten treffen hier Nach^ richten ein über die in der judis chen Bevölksriun g herrMnde BoMMvwKMiuMS a-»WW der Pyoteftvertiammlnngen gegen die Hinrichtung Budkrewic.st. Die Nation^aldemokraten betreiben eine gvoß-- zügige Propaganda, um diese BorsamiMi-ngen zu anbijüdischeu Hetzereien auszuinützen. PeiMches Aüffshen hat die FvÄastung sämtlicher Exzedenten hervorgemfen. Die fühveitde' Mische Presse appelliert aus diesem Anlässe an die maßgebenden Faktoren mrd verlangt ehestens Maßnahmen, daß der von den Nationaldehrökoaten genährten antijüdischen HichpropagasÄa die Spitze abgebrochen tverde. Zugoflawie«. K« Müemchme» mit den Kroate«. Belgrad, 14. April. (Zlvala.) Die von Vertvetern der Regienlng ans Agram überbrachten Vorschläge des Revisionistischen Blocks werden von der Regierung der radikalen Paolamentsgruppe nmerbreitet werden. Nach aus, kroatischer Quelle stammenden' Informationen sei ein Einvernehmen ans der Grundlage der Bildung eines Homogenen radikalen Kabinetts zustande gekommen, das die lintcrstt'chung des Blocks cchatten würde. Wenn auch, augenblicklich von einer Revision der Verfastrmg Wstand genominen werde, sollen in dem Uebewinkommen doch Veränderungen in'der kroatischen Vertvaltung und in der dortigen Beamtenschaft m Aussicht. genommen werden. Nundschau. Bor verschärften Maßnahmen an der Ruhr. ‘ Die von Frankreich und Belgien geplante Verschärfung der Maßnahmen im Ruhrgebiet soll so lange Geltung haben, bis Deutschland sich entschließt, direkte Vorschläge für die Reparationszahlungen zu machen. Es ist zu einer. Einigungzwischen Frankreich und Belgien gekommen und in Paris wird mit deutlicher Absicht erklärt, daß Loucheurs Reise nach London einen durchaus privaten Charatter getragen.^ habe, so daß Frankreich durch seine Unterredungen in keiner Weise gebunden sei. Die Zeit für ' eine französisch-englische^ Einigung in der Ruhrftage sei noch sticht gekommen. (Es scheint, daß die französischen Maßnahmen auf deutscher Seite mit Verschärfung des pastiven Widerstandes beantwortetwerden sollen.) Nach Essener Meldungen beginnt die Arbeiterschaft die Förderung von Kohle noch stärker einzuschränken, als bisher, ebenso soll ein Test der Hochofen cmsgeblasen werden. Die Situatton scheint sich also noch mehr zuspitzen zuwollen. V Die deutsche ReMermrg veröffeMicht Vew Telegrantm» Wechsel des Auswävtigen Amtes mit der Parrser deutschen, Bostchaft, der beweisen soll, daß Deutschland bereit gewesen! sei, einen schriftlichen Vorschlag' vorzutegen. Die deutsche Re-' gierung will damit davtun, daß weder der Pariser Botschafter,^ noch Staatssekretär« Bergmann in die Lage versetzt würden,; der Konferenz der MinisterpräfLenten schttfWche oder mündliche Vorschläge zu erstatten. Paris, 14. April. (Havas) AmMh' wich getmeldett Die belgischen und französischen Mrmstzev Habers hs-ute vormittags die für die fvanzösifch-beWchen! Behörden! im Rheinlande bestimmten Weisungen beziiGich der Aus-! Übung der zentmlen Rechnungskonl«o.Nv, der! Aufteilung .einfließender Geld st ra fen wich b e-j schlagnahmler Summen ustv. vorberettet. Sie! haben beschlossen, Waren und verschieden« Erzeugniiste, die! beschlagnahmt werden, mn Bestellungen aus dem Titel Verl Sachleistungen sicherzustellen, die von Frarckveich und Bel-i gien -oder von ihren Staatsangehörigen gemacht iwmden^ den Bestellern direkt zuzuäeilen. Der Nebevfchhtz an be- Magmhmten Waren und Erzeugnissen wich durch die Behörden verkauft und das Erträgnis der Kaff« für die! Verrechnung, des Ertrages der Pfänder überwiesen wer-j den, wobei das Kreditsaldo nach erfolgtem Rückersatz der Besetzungs-- und Betriebskosten der R^parationskonnnistioni zu, übergeben ist. Die beiden Regierungen haben die Be-! schlüsse von Brüssel bekräftigt, wonach sie die Räumung'des Rnhrgebietes und der jüngst auf dem rechten Rheinuser besetzten Gebiete nicht von bloßen Versprechungen Deutschlands abhängig machen, fMdern i n dem Maße durchführen würden, wie Deutschland seine R e P a r a t i o n s v e r P s l i chtungen ersü.lle. Bor de« znsammenttttt des BMerbnndrates. Genf, 14. April. Der Völkerbwnldvat tritt Dienstag Zusammen. Den Vorsitz führt der englische Uuterrichtsmiwster W o o d s. Frankreich wird durch Ha u vtaux, Italien durch Sala n d rä und. die Tschechr-Slowakei durch ihren Gesandten in Paris. O s u d s k Y Vertreten sein. Die Tagesordnung, ist sehr reichhaltig. -Abgesehen von der österreichischen Frage wird auf politischem 4kSmt der Völkerbundrat eine Reihe von neue ir Fragen zu behandelnhaben, darunter eine Beschwerde der ungarischen Negierung über die von Rumänien vorgenommrne Expropriierung von' Immobilien, deren Eigentümer für Ungarn optiert -haben, sowie von Personen, die in das Gebiet zuständig waren,'das gemäß dem Vertrage von Trianon an Rumänien abgetreten worden ist, die aber für Ungarn optiert habem Eine zweite politische Frage betrifft die Forderung Bulgariens aus Einstellung der von Griechenland borge-' , nomine neu A it ä weisuu gen von Vulgaren, aus Westz. th r a z ien. Fermr ist die Grenzvegulierung zwischen U u-. aarn Md der Tfchechv-Slowakei im Bergwerks