Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1496 (13.4.1923)
- Date
- 1923-04-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«•<„? yvpypwsi**r «w »■T-^w^>,‘r :■ ’"; ‘^f,^ n?*- w 7fr1, 11;t^ -V^-S'n tT;r T^rr n ms Wett, Freitag SBIcttetj Morgenzettung. 13. April 1923 L «SWS MORGEN SAMSTAG den 14. April 1923, 3 Uhr nachmittags, ImWr.“. " ’ (JÜDISCHE VOLKSLIEDER) * Karten an den Kassen des Wr. Bürgertheaters, im Kartenbureau „Aida“, der „Wr. Morgenzeitung", II. Taborstr. 1—3, und Buchhandlung Löwit, I. Rotenturmstr. 22 * Wenn die Frau fchristflellerk. Die bekannte amettkasche Schriftstellerin Marl) W i l k i n s war mit dem Arzt it. Charles Freeman verheiratet. Nach fast zwanzigjähriger he verließ jedoch der Mann die Frau, weil er sich, wie er vor lericht anaab, von ihr vernachlässigt fühle, da sie ihre ganze ett für ihre Schriftstellerei. verwende. Nicht lange danach krankte Dr. Freeman Md machte sein Testament. Als er ww vor ttgem starb, sorgte seine Fram mit der er nicht mehr zusammen siebt hatte, für ein prächtiges Leichenbegängnis. Diese Investition pt sich aber nicht rentiert, denn — so berichten die amerikanischen plätter — bei der Eröffnung des Testamentes stellte sich heraus, pß Dr. Freeman von seinein mehr als 100.000 Dollar be- ' agenden Vermögen seiner Frau einenDollar hinterlaffen itte. Er begründete dies damit, daß seine Frau genügend Mittel :r ihren Lebensunterhalt durch ihre Schrift st ellerei halte. und die Schriftstellerei seiner Frau hat Freeman so viel erger bereitet, daß er sie ihr nicht noch durch Vermögens- Wendung bequemer gestalten wolle. Das Vermögen FreemanS hte sein Chauffeur, der ihn während der Krankheit bedeut hatte. * Leichte und billige Fluszmge. In den liechten Dagen sind ja London erfolgreiche Versuche mit einem FluMug gciinacht porden, das Mit Aufträge des LinftschiffrchrtsmrmisterMMs gejant worden Mar. Dieses FlnMUg «besitzt einen Motor von nur t,5 Pferdestävken, b. h. den kleinsten Motor, der bisher in sin Flugzeug eingebaut worden ist. Das Flugzeug wiegt nur |70 iKllogrmmn tmb entwickelt eine Stmidengoschwindigkeit von tv Mllotneter. Sein Herstellnngslpreis wird sich auf 135 Pfund sollen, also umgefähr dasselbe 'betragen, wie der eines Motorrades. * Der Drotpreis bleibt «aoerllndert. Me wir aus tzackerkreifen erfahren, bleiben die Preise für Brot und Kleint'ebäck in der kommenden Verbrauchswoche vom 15. bis 21. d. nverändert. Hiezu wird ans Fachkreisen erklärt, daß eS tiit Rücksicht darauf, daß die Mehlpreise sich ein wenig ermäßigt jaden und die Warennmscchsteuer nur zum Teil zur Auswirkung elangt, möglich war, den Brotrmd Gebäckspreis Mveräudert. seizubehalten. * Errichkung von Sonnenitttd Luftbädern durch M Gemeinde. Der große Erfolg, den die Einrichtung von Lustpld Sonnenbädern überall gefunden hat, veranlaßt die Gemeinde, ieben der Ausgestaünna d«r städtischen Bäder, die durch den Ausjau der Strom- und Strandbäder und die ErrichtMg von drei »«Skr Volksbädern aefördert wird, zwei neue Anstalten nach fiesem ganz neuen Typus einzurichten. Die eine wird im Krapfenvaldl im 19. Boz., auf der Wiese oberhalb der Gastwirtschaft entstehen; die Anlage, die einen Flächenraum von 6600 -Quadratmeter umfaßt, wird eine abgesonderte Männer-, Frauenjmd Familienoadabteilung mit insgesamt 500 Kästchen und {50 Kabinen, mehrere Turnplätze, Kegelbahn und Badebeckrn wthalten. Das zweite Sonnen- und Luftbad wird anschließend sn das Hütteldorfer Voll- und Schwimmbad auf einem 050 Quadratmeter großen Platz hergestellt. Die Gesamtkosten Leider Anlagen betragen rund 370 Millionen. * Hotelier Siegmuud Rausmtz, welcher am 6. d. in Badenr bei Wien im 76. LebenZjahoe Morben ist, wurde am 9. d., wie uns ans Baden berichtet WW, unter ungemein starker Deölnichme der 'dortigen BevADevung zu Grobe getragen. Vom Rathaus der Stadt Baden und vom Gieibel der Sparkasie, deren Ausschuß er angÄhörte, wchten Tvanerfqhmn. Den LeichmgNig eröffnete eine storde Abteilung der Badener Frei- Willsigen Feuerwehr, deren, Mitglied der Verstorbene durch 60 Jahre war. An dem LeichenibMängwis nahm eine tausendköpflge Menschenmenge sowie die Spitzen der konrmunälen Behörven und Verbands teil. In der Zevemonienhalle würdigte Oberrablbmer Re>ich die Verdienste 'des Verstorbenen um seine HevmatgöMVinde Baden und die GinvichtunMn der dortigen KuMsgememde. Unter der^MrenbHeigunsi der ausge- Mckten Feiuerlwchr wurde der Sang im FanMiengivabe am isvavMschen Friedhof beigesetzt. * Keine Schwefelbäder in Baden ohne ärztliche Verordnung. Ans Baden bei Wien wird uns ibevichtet: In der letzten Sitzung des hiesigen Gemsindevates wurde ein für die Kürstodt Baden tief einschneiidender Schluß gefaßt, nämlich ab 1. Mai die Bader Mr mehr über ärMche Aniweisung W verabveichen. Die KranLenkafsvnmrtglielder echalien diese AnwÄisiuny vom Kassenarzt und Mtte-Aose. die sich durch ein Zeugnis auÄweiiiseu Ämnen, erhMen Me Änlwsisung rmenjgMich. Sämtliche KurärAte Badens halben erklärt, für Mrttelloise ohne Entgelt zu ordinieren. Zur Auiwvisungsausstellung sind nur in oer Badener Kurliste ausgswichene Aertzte berechttA * Landesweinkost im Burgenland. Aur 16. April findet nm 11 Uhr vormittags in Elfen sta d t die ErWnung der auf zwei Tage berechneten „Burgenlanidischen Lande swemkost" statt. Sie derifollgt den Zweck, die berühntten burgenlländischen, Werne den HaMern und Gastwirten begannt zu. machen, Weinhauer und Großverbvaiucher MsaimnenKubvingen. Nach den bisher elingtzlanfenm AnimÄIdNngerr wird der Besuch ein sehr reger sein. Es wird Wein aus allen Gegenden des Burgenlarüies.von Rust bis nach dem Süden zur Kost aufgestellt werben. * Das Äind im Offen verbrannt. Aus Lienz wird berichtet: Am 24. März mußte die 38 jährige Wirtschafterin Genoveva W a l l n e r sofort in das Spital zur Operation gebracht werden, wo festgeftellt wurde, daß die Wallner in gesegneten Umständen gewesen war. Die Erhebungen ergaben, daß der 23jährige Hilfsarbeiter Alois Klabnschnigg Men verbrecherischen Eingriff gemacht hatte. Pei seiner Verhaftung gestand er, das tote Kind im O f e n v e r b r a n n t zu haben. Als die Wallner ihren Tod befürchtete, habe er erst Men Arzt gcholt, der die dringende Operation auorduete. * Abstempelung der Aulokeunzeiche». In der nächsten Woche vom 16. bis 21. d. werden im Verkehrsamt der Polizetdirektion, 1. Ber., Deutschmeisterplatz 8, die Autokennzeichen der Setten A. VI und A XVI überprüft und abgestempelt. Die Vorführung der Wagen mit vorschriftsmäßigen und gereinigten Kennzeichen hat Mter Miibttngung von Typenschetn, KennzeichenauSfertigmg rckd Personaldokument des Besitzers an Wochentagen innerhalb der Amtsstunden von 8 bis 2 Uhr zu erfolgen. Probekennzeichen sind ohne Wagen zu überbttngen. * Amtlicher Welterbericht. Das Tiefgegen England hat sich über die Nordsee erweitett. Während die Temperatmen in Oesterreich «nd Deutschland tagSübyr normal gefttegen sind, wmden sie in Frankreich durch einen Vormittagsregen auf dem niederen Stand des Morgens gehalten. Inzwischen, scheint der Regen anfgehört gn haben. In Oesterreich ist das Wetter wechselnd bewölkt. Voraussage: Wechselnde, allmählich zu- - nehntende Bewölkwg,' zeitweise Regen, Temp-eraturabnahrne. Drehung des Windes nach Nordost. Die in de» vachfolgenSen Rubriken mit o Lezeichueteu Nolizen »nd Artikel find enigeliliche Ankündi« gungen <8.28 . des Preügefetzes). Ir. Rosner Badearzt in B a b P i ft y a n (Rheumatismus, Gicht, Ischias, Neuralgien und Frauenleiden) erteilt Informationen bezüglich der beginnenden Badesaison am 13. und 14. d. im Hotel -Astoria, Zimmer 301, von 4 bis 6 Uhr nachmMags. Deutschösterreicher besondere BegSustigungeu. __ a Berebie. BorkSge rmd Bersmnmlungen. Jüdisch-akademischer Juristenverei«. Morgen um halb 3 nachmittags im Lokale des Vereines Zukunft,! 8. Bez>, Bennoplatz 1, ordentliche Generalversammlung. Erscheinen Pflicht. — Soziologische Gesellschaft. Ucher „Die Tragödie der Stadt" spricht Dr. Paul Szende morgen 7 Uhr abends in der Soziologischen Gesellschaft. Der Vortrag findet im Großen Saal der Arbeiterkmnmer <1. Brz.,- Ebendorfevstraße 7) statt. — I ü d i s ch e r F r a u e n v e r e i n L a n dst r a ß e. Morgen, halb 8 Uhr abends, im §kursalon Stadtpark Unterhaltungsabend, Vorttäge. . Oesterreichifches Museum. Sonntag, pünktlich halb 11 Uhr, Führung durch die Lattsch-Ausstellung („Kunst.- erziehettsche Macht der Schttftpflege"), 1. Bez., StubenMg 6. Di« Sammlungen und die Ausstellung der Neuerwerbungen dei Bibliothek sowie die Larisch-Ansstellnng sind von 8 bis 1 Uhr geöffnet, Eintritt 200 K. Bibliothek und Lesesäle von 9 bis 1 Uhl bei fteienWinttttte. Technisches Museum. Morgen, 3 Uhr nachmittags, Führungsvorttag von N. Boroevier «Die Elektromotore". Sonntag, 10 Uhr vormittags, im großen Hörsaal Lichtbildervortrag.mil Demonsttationen von Bcmrat Ina. HMs Pfeuffer r „Die draht« lose Telegraphie". Mittwoch den 18. d., 10 Uhr vorinittags, Filmvortrag für die Wiener Schulen: „Glühlampenerzeuaung" und „Von der Wolle zum Kleid". Donnerstag den 19. d., halb 5 Uhr nachmittags, Lichtbildervortrag für die Wiener Lehrerschaft: Oberinfpettor Ing. A. Winter: „Die Wiener Straßenfahrzenge". Urania. Heute: Großer Saal: 5 Uhr: Der kleine Muck.! Halb 8 Uhr: Elsa, Berta, Martha- W i e s e u t h a l r Kammer-! Tanzabend. Kleiner Saal: Halb 6 Uhr: Dr. Karl P o k o r n y Bilder aus dem Gesellschaftsleben Wiens im Vornrärz, I. Halb! 8 Uhr: Dr. Susann« S ch m i d ar Optimismus und Pessimismus in der Kulturphilosophie Oswald Spenglers, V. Kurssaal: 8 Uhr:! Prof. Dr. Walter N e u w i r t h: Die Frau im Spiegelbilde der! Werke Artur Schnitzlers und Hermann Bahrs, lll. Halb 7 Uhrr Univ.-Prof. Dr. Han8 H ah nr Das Unendliche in der Mathe-! mattk, II. 8Uhrr Univ.-Prof. Dr. Franz Werner: Brutpflege! im Tierreich, IH. KluLsaalr 6 Uhrr Univ.-Lektor Ferd. M a tr asr! Sprechkurs, III. HaV 8 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Konstantin Hohenloher Die soziale Frage, VI. Mikroskopiersaal r 7 Uhr: Uttiv.-Assistent Dr. Häiis P l e n k: Der mikroskopische Aufbau des Menschen, IV. Konzerte. Die cmßeroiÄentlrchen philharmoriischen 58onßevte unter Wchard Strauß^ LÄttmg tvaren eins vevjherßumigsvolle Generalprobe für die amerikanische Tournee, die Dirigent und Orchester gemeinsam mrternshmen. tSÄbftvrrständlich wurden auch am zweiten Abend Mr Werke von Strauß gespielt: Sein „Zarathustra" ein jGlcmzstück d-es Phicharmimischeu Orchesters mit fernen berühmten Streichern und eine Meisterbeistung des Dirigenten, rcmfchte in dionysischem Schwünge vorüber, es folgten farbige Orchesterlieder, von Elisabech S ch u m a n n voll Liebreiz gesungen. Nicht ohne Pckantevve war es, in -Strauß „Muttertandelei" deuMche AntehMngen an iMahlers ,HischprediyU^ festMstellett. Am Schluffe des Proxgvammes stand ,/ein HeldenWen", die rmwevne synchhmttische Heldendrchtung in der Tonart der „Croika". Noch erjinuern wir Ms, wie Richard Strauß vor etwa zwanzig fahren ein KvMert mit Beethovens ankündigte. Dürrn änderte er das Vrograwm, setzte au Hre Stelle das ^Mdenleben", seine eigene/ „Eroika^, und mußte infolge dieser Abänderung vor leeren 'Sitzreihen das Konzert ab- Kalten. Wie haben sich seitdem die VeHaftniffe geändert! Im letzten Konzert des Donkünstlewrcheslers war Wilhelm Furtwängler wieder GLgenstcuw rauschender Ovationen. Sein herrisches Dirigentengente, das mit fanatischer Inbrunst am Wettte ist, hat heute kaum seinesgberi'chen, mit ihm wächst ein neuartiger DivigmtenchM l)eran, >der leider «eben Ktmr Typus wird und in Mode konmrt. Weit über die Grenzen Deutschlands hinaus wirbt man um teilte künstlerische Kraft, und so ist zu befürchten, daß FUrtlwcingler, der ein ebenso guter Rechner als Dirigent ist, im Nächsten Jahre ein noch seltemver Gast in Wien sein wird. Seine Auffassung von TschaikowÄys fünfter Symphonie Iweicht in manchem vom HeMnmlichen ab und reicht im ganzen an Nikisch' unvergeßliche Interpretation nicht -heran. Im einzelnen fveilich blitzt auch Her immer Wieder da§ IMetterleuchten des Gentes aus. - Noch ein dritter großer Dirigent wurde geKiemend gesetert. Mix Weingartner begeht im Juni seinen sechzigsten Geburtstag und eins rührige KmMrtdirekbion nahm schon jetzt die Gelegenheit wahr, ihn durch ein Festkonzert ausMeichuen. Der Jubilar brauchte nur in seiner MgtzWa^M MnMWÄ am SMüteÄr KvcMney. und. Lorbeerkränze zu danken, Kapelleister Leo Kraus von der Volksoper leitete das Konzert, das cmsschlteWch dem Tondichten Weingartners gewidmet war, mit Temperament und Geschick, als gläubiger Jünger Weingartners, dessen Dirigentengesten mb Kapellmeistevallüven er — bewußt oder unbewußt — getreulich kopierte. Zur AuiMhMug gelangte die symphonische Dichtung, „Das Gefilde der Seligen" (nach dem bekannten Böcklinschen Gemälde), ein farbenfrohes Iugendwerk neudeutscher Richtung, aus das Lffzt und Wagner aus ,MalhällS Wonnen" niederschauen. Das Violinkonzert, eines seiner bchen und formvollendetsten Werke, wurde von Konzertmeister Gustav Havemann von drt Dresdener Startsoper. gefangsvoll mit Prächtiger Virtuosität gespielt. In seiner vielten Symphonie, einem jüngeren Werke, ist Weingartner trotz pastorcuer F-Dur-Tonart mb Pastoralen Finales mckhr ltebenswürdiger Weltmann als inspirierter Künstler. - Der gewmidte amerikanische Dirigent Chester-Mae K e-e fft auf dem Wiener Konzertpodium bereits bekannt, diesmal brachte er eine amerikanische dwvität und einen Pavffer Pianisten mit. Das Vorspiel Mr dritten M einer Tragödie von Edmund Pendle ton gebärdet sich recht bewegt, läßt es aber trotz Sturm und Drang an echtem draumtischen Leben, >das zu einer Tragödie gehört, fehlen. Inteveffanter war der Pianist Jacques Jo las, der für das Brahnrs'fche B-Dur-Konzert wohl nur Pariser Eleganz Und weichlichen Musdruck übrig >hatie, in seinem eigenen Konzert hingegen durch sein feinziseliertes Spiel und seinen innigen Klaviergefang vorteilhaft auffiel. Hier >war seine echt romanische Musik- und Tonkuliur in helles Licht gerückt. Woher die von ihm gespielte ,Mltische Sonate" von Mae D o w e l l, dem in Men mit Unrecht wenig geschätzten amerikanischen Komponfften, ihren Namen hat, ist uns nicht klar, da weder nationale Melodien noch sonderliche Skaten irgendwie auf kelttsche Zusammenhänge Hinweisen. Eine mittmter modern alterierte Mkordik läßt Raum für Lhr'ck und volkstümliche. Episoden, sine. abioartsgshende Quart verbindet als unbeantwortete Frage di>e drei Sätze der inhaltsreichen, klavterffttsch dankbaren Sonate. Friedrich Wührer (Klavier) und Wilhelm W i n kler (Violoncello) bereiteten der Cellosonate von Fritz Schreiber eine schöne Erstauffühvmrg. Die Sonate des begabten Tondichters, der fern eigenes Musikidiom noch nicht gefunden hat, ist ganz auf Gustav Mahler eingestellt. . Sie LeM'bt ÜL um «men PolWom malt in Maülers Darben, nimmt seine Vorhalte und gibt seine Sia träte. — Neue, stiMurungsreiche, eigemrtige Lieber von Wr. Heinrich Knödt sang in ihrer vornehmen Art Fwn Anna^ R. Hardorfs mft sorgfältig gepflegter Sopvanstimme. Otmar Weich y wagte, gar ein eigenes Kompüsitionskonzrrt, in dem Luise Helletsgruber imd Emmerich Weill Dolmetsche seines Liedschaffens waten. Was wir erhaschen konnten, waren vorwiegend Gesänge, in denen der uielodffche Bogen nur niaßig stark gespannt ist, in denen Stimmung und Farbe die Harlptsache ist, eine bescheidene Klavierbegleitung der Singstimme genügend Raum läßt. Das veisserffche Lied „Nachtwandler" zeigt, daß Wetchy auch anders kann, wenn er will. Der Münchener KaMnersänger Friedrich B rode rfc n, der in den letzten Jahren immer wieder absagte, hat mm doch seinen Liederabend durchgsiührt. Sein, etwas spröder Bariton und seine' dunkle Vokalisierung eignen sich am wenigsten für Sxi Wiedergabe Schubertscher Lieder. Seine schwere ^heldische Höhe und das große Forniat seines Gesanges'lassen sofort den Bühnen- und Wagner-Säuger erkennen, der mit feiner großen Routine, wenn, es sün muß, auch Schuberts „Winterveffe", bewältigt. Ihre dumpfe Traurigkeit fand bei ihm die rechte Resonanz unk' sein gediegener Vortrag fand wiederum die volle Rosouanj beim Publikum, so daß sich trotz des Verbotes, den Zyklus zu unterbrechen, nach dem ,Lindenbaum" spontaner Beifall einftellte. — Auch Emmi Leisner hat sich endlich in Wien durchgefetzt. Wahrend sie noch vor zwei Jahren in haMeevem Saale sang, teuschte ihr diesmal ein dicht ge-' drängtes Publikuni. Die berühmte Küustlerin, die als Bach- Interpretin, im Mozartschen und Gluckschen Kunstgeisanr Vollendetes bietet, versagte als Hugo Wolf-Sängerin. Sie hielt sich allzil äußerlich an das melodische Gerippe, ohne in Wortsinn und Charakteristik tiefer enrzudringeu. Den wunderbaren Zaübrr der orgelgewaltigen Sttmme au sich vermochte Mn sich auch diesmÄ nicht zu entzteheu. Ein „russischer Abend", an dem ein oft gespieltes Kla viertrio Und größtenteils bekannte rustische Lieder eine neuerliche Wiedergabe evstthren, enttäuschte durch sein Prn gramm, , ein Wagner-Mbend, au dem ein junger, uubehote fener Sanier so ziemlich alle Wagnerschert Tenorpartie^ nnbarmher^ig hinrichtete, erzielte leinen HeitelkeitSevsolg, der Klavierabend von Fräulein Grete Bedlivy verdient mn ihres klangfrischen, ausaeteilten Chopin-Spiels wWen ErwäbnunL' Erwin Felb«r» 02072671