Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1495 (12.4.1923)
- Date
- 1923-04-12
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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s&im Men, Donnerstag Wiener MopMzeMnG, Itz.Mrrl! M Seite-'^ den 14. April 1923, 3 Ubr ' j . ImWr. BQrgertlieater (JÜDISCHE'VOLKSLIEDER) Karten an den Kassen des Wr. Börgertheaters, im Kartenbureau „Aida“, der „ Wr. Morgenzeitung", II. Taborstr. 1—3, und Buchhandlung Löwit,I. Rotenturmstr. 22 Fugoflawiev. Kein Kompromiß Mischen Pasir undRMc. Die italienischen Befürchtungen nnvegrünoet. Agram» 11. April. (Tel. d. „Wiener ckRorgenzeitung".) Die Meldungen der italienische« Presse, daß auf Grund eines zwischen Pasi.e und Radio abgeschlossenen Kompromisses die zentralistische Staatsform in Jugoslawien durch eine autonomistische ersetzt werden soll, entbehren jeder Grundlage. Paste hat mit Radio Überhaupt nicht verhandelt und es ist ausgechlosse«, dast die jugoslawische Regierung auf dieser Grundlage mit den Radie-Leuten in Verhandlung treten würde. Die Belgrader Presse erklärt auch die Befürchtungen der italienischen Blätter, als ob schon jetzt die italienisch-jugoslawische« Abmachungen bedroht wären, als ganz unbegründet. Die Verhandlungen werde« nach Belgrader Informationen in Rom bestimmt fortgesetzk werden. Re kritische Wirtschaftslage in Ungarn. Vermehrung des Banknotenumlaufes um 40 Milliarden Kronen. B u d a p e st, 11. April. (Tel. d. „Wiener Morgenzeitung".) Durch die Erhöhung der Eisenbahntarife und der Post- und Telegraphentarife ist für die ganze Volkswirtschaft Ungarns eine so. p r e k ä r e S i t u at i o n eingetreten, daß die eingetretene Teuerungswelle ungeheure Dimenfionen ««nehmen wird. Es macht sich bereits eine G e l d n o t bemerkbar und die Regierung ist hierdurch gezwungen, die Jnflationspolitik -fortzusetzeU. Wie in gut unterrichteten Finanzkreisen verlautet, schreitet die ungarische Regierung zur Vermehrung des Banknotenumlaufes um 40 Milliarden Kronen. Damit ist aber nur aus sehr kurze Zeit das Auslangen zu finden und die Regierung wird gezwungen sein, eine weitere Vermehrung des Bankuotenumlaufes durchzuführen. Die innerpolitische Lage trägt ebenfalls zu der wirtschaftlichen Unsicherheit bei, da in wirtschaftlichen Kreisen die Befürchtung besteht, daß die extremradikale Gömbös-Gruppe i h r e P ü 1 f chabsichten noch immer nicht aufgegeven hat und die Möglichkeit bestehe, daß die Regierung dem Vorstoß der Extremradikalen erliegen könnte. 2er Kecskemeter Zwischenfall. Bichapch, 11. April. (U. T. K. B.) Von dem Polizeigeeicht m tetet sind heute drei Personen, die vor einigen Tagen anläßlich einer Waffensuchc gegen die, militärische Ententckommrssron demonstriert 'hatten, zu je zehn Tagou Gefängnis, andere Demonstranten zu G e l dst r a' e rverurteilt worocn, Kniglmg über die Borkriegsschulden. Budapest, 11. April. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Wie ,^zozat" meldet, wurde gestevn die finanzielle Vereinbarung zwischen Oesterreich und Ungarn bezüglich der sich noch in Schwebe befindlichen Angelegenheit der Bor- 1 rregsverbindlichter ten. vom Außenminister D.arnVary und dem österreichischen Gesandten Calice unterschrieben. Sie kmoümng des Sbersten RW. Budapest, 11t April. (Teld. ,Mr. Mörgenzeitmig".) Der Inßinterist D.o b o, der vorige Woche den Bndapester jJnfanteriebrigadekommandanten Oberst v. RM erschoß, legte ein Geständnis ab. Dobo ist nach der Slowakei zuständig und»wurde zwL'Ngs weise in die ungarische 'Armee eingereiht. Er verantwortete sich damit, daß er den Wegen seiner rrnerbittlichm Strenge allgemein verhaßten!Stabsoffizrer nur erschrecken, nicht aber tüten wollte. Die Untersuchung wird in der Richtung fortgesetzt, ob keine außerhalb her Armee stehenden Anstifter und in der Truppe Mitwisier des Attentats vorhanden sind. 2er Streik in den stLdMen Betrieden. Budapest, 11. April. (Tel. d. ,Mr. Morgenzeitung".) Die Arbeiter und Angestellten der hauptstädtischen Betriebe sind in den Streik getreten, darunter auch die Arbeiter der städtischen Brotfabrik, deren Bertieb jedoch durch das Militär notdürftig aufrecht erhalten wird. An Stelle der Straßenkehrer und Mistbauer versehen Studenten den Dienst, Der Magistrat hält Donnerstag ein« Sitzung ab, in welcher Wer die Lohnforderungen entschieden werden wird. .... Dem Streik der städtischen Angestellten >haben sich auch' die Schlachthaus- und Lebensmittelbetrieibsangestellten angeschkosien. Auch «die Kanalräumer haben die Arbeit eingestellt. Polen. Sie Berhanvlnngen wer die Seimmehrheit. Warschau, 11. April. (Diel. d. „Wr. Morgenzeitung".) Die Verhandlungen der Witos - Partei mit den N atronaldemokraten werden intensiv fortgesetzt. Beide Parteien rechnen auf eine Verständigung, auf Grund deren eine rein polnische Sejmkoalition geschaffen werden solle. Auf beiden Seiten ist man bestrebt, gegenseitige Konzessionen zu machen. Interessant ist jedenfalls die Feststellung der nationaldemokratischen Presse,, daß die Krakauer Verhandlungen keine wesentlichen programmatischen Differenzen zwischen der Rechten und der Linken ergeben haben, und daß sämtliche polnischen Sejmparteien das Bestreben zeitigen, eine reine Polnische Majorität zu schaffen. W herrscht die UeberMgung vor, daß im Falle des Zustandekommens des Ausgleiches^ S i k o r s k r als Mnisierpräsident weiter verbleiben wird, .', .7 Pole» nuD Rußland. Warschau, 11. April. (Tel. d. „Wr7 Mörgerrzeitung".)' einer Pressekonferenz gab AutzeMrinister S krzynskt Erklärungen über die gegenwärtige wtevNattonM Lage wie auch über die Eindrücke von' ferner letzten Auslandsreise, Bezüglich der polnisch-msiischen Beziehungen nach der Ermordung Bndkiewiez' erklärte Skrzhnski, daß Polen mit den übrigen Westmächten und dem Vatikan zusammengehe und keine separaten Schritte unternehmen lverde. - ' ' Amerika und die Grenzregulierung. Aus Warschau wird gemeldet: Der amerkkamschN Botschäster in Warschau., übermittelte dem AußenministeriMN eine Note, in der bekannt gegeben wird, daß. die amerisivnische Regierung die letzten Bestimmungen des Botschafterrates über die polnische Grenzregulierung zur KeMtnis genommen habe. . . , kngiand gegen Sowjetmtzland. Abbemfung der englischen Mission? London, 11. April. (Welff.) „Daily Mail" meldet, die russische Regierung habe eine zweite Note an den Leiter der britischen Misiwn in Moskau in Erwiderung des britischen Protestes gegen die Verfolgung der Kirche durch die Bolschewiken gesandt. Diese zweite Note sei ebenso wie die erste, die der britische Vertreter zurückgewiesen hatte, u nwürdig, und es sei mitgeteilt worden, daß das Verhältnis zwischen den beiden Regierungen sich nicht gebessert; habe und nicht einmal stationär geblieben sei. Es verlaute, daß die Frage der Aufrechterhaltnng oder Zurückziehung der britischen Mission in Moskau sowie der Sowjet- Handelsabordnung in England erchogen werde. gtalien« abwnrtende Haltnng. . R»m, .11. Wrrl. „Corri«« d'Jt-lia" stellt ftst, daß die römische Regierung keinen Schritt bezüglich der A bhaltung einer Konferenz der Alliierten unternommen habe. Die Regierung w a rte auch weiter-, hin zu- bis ein Umschwung in der Gesinmmg der beiden Streitteile, dev Deutschen und der Franzosen, eingetreten 'sei. Sentscher «eichstag. Berlin, 11. April. (Wolff.) Der Reichstag ist heutenäch.pen Osterferien zmn ersten Male wieder zusammen-! getreten. Präsident Loebe eröffnete . die . Sitzung mit einer! Ansprache, rn der er daran erinnerte, daß während der! Österfeiertage neuerdings seitens der.Franzosen Ueber-! griffe und Gewalttaten gegen. Mttglieder . des! Reichstages sowie maßlose Quälereien, und Bluttaten gegen, die 'Bevölkerung verübt worden. seien. Der Reichsk<nHkett * habe gestern-im Reichstag der T r a u e r D e u 1,.s ch l a n d s! in Worten Ausdmck gegeben, die im ganzen. Volke. tteW Widerhall gefunden haben. Seitdem habe sich das franzö-; fische Mllitär nicht gescheut, Hand an die Abgeordneten.'' und Regierungsvertreter zu legen, die keine andere Absicht! <hatten, als den Opf'ern des Essener Blutbades! die letzte Ehre zu erweisen. Es habe den Anschein, daß dwi Bedrücker das deutsche Volk 'durch DemMgungtzn und Miß-- Handlungen zur Verzweiflung bringen wollen. Das werden ihnen aber nicht gelingen, sondern der Widerstand werde! stahlhart werden. Das Wort werde wahr werden, das auf! einem der an der Bahre der Essener Opfer niedergelegtew Kränze stand: „Sie morden den. Geist -nicht, Ihr Brüderl, Wir werden Sieger bleiben!" Der Reichstag nahm hierauf in allen drei Lesungen, den Gesetzentwurf an, womit die Erzeugung und Feilhal-! tung von Absinth,verboten wird. Wetters wurde das> zwischen Deutschland und Dänemark abgeschlossene Ab-! kommen über die Regelung des Luftverkehrs genehmigt.- 2er Anschlag gegen die WenbahuftreSe bet Buer. Berlin, 11. April. Wie die Blätter Äit, wurde gestern abends die Bahnunterführung in Buer, die eineni Teil, der mMarisierten Strecke bildet, zum Teil g e-i' sprengt. . Die Fvainzosen arbeiten an der WLodecher-j stellung des Schadens. Der SiM Buer wurde für Nesen DorM eine Büßt, von 50 MiMionen Mark auserlegt. und bei'j; Straßenverkehr von 8 Wr abends bis 6 Uhr früh gesperrt/. 2e Balera gefangen? LoNdo«. 11. ApM. (Del. der Mr. Morgeuzsttung".) einer bisher noch nicht bestättaten Meldung aus Dublin ist De Valero heute morgens in der Nähe von Elau-mck von den Frei.^ staatler gefangengenoMnen worden. : Land o n, 11. April. Aus Dublin wird gemeldet, daß der gestern morgens von den Freistaatlern gefangengenommene Generalstabschef der Repnbukaner Lian Lynch an den bei der Gefangennahme, erlittenen Verletzungen gestern abends t?e> storben ist. - Aus Mer Welt. Paris, 11. April. Anläßlich der Eröffnung der Pasteur Ausstellung in Straßburg wird Präsident. Millerand zugleich mit Poincare Ende Mai verschiedene Städte in Elsaß-Lothringen beuchen. B e r'l i n, 11. April. Der vorgestern in Scharnhorst von. den Franzosen zusammen mit dem preußischen Ministerpräsidenten 'Steg er Wald festgehaltene Staatssekretär Doktor Hamm ist nach seiner Freuassung gestern vormittags in Berlin eingetroffen. Eine Wiedereinreise in das besetzte Gebiet wurde ihm von den Franzosen sttenge verboten. Rom, 11. Apriu Wie die Blätter melden, findet morgen in Brescia zwischen dem faszMschcn Abgeordneten Farinacci und dem Chefredakteur des -„Avanti" Buffono ein Säbeldnell, unter schweren Bedingungen statt. » Königsberg, 11. April. Der Generalstreik in Memel! ist beendet und die Arbeiten wurden in allen Betrieben wieder j ausgenommen. Der Memeler Magistrat wurde ersucht, die Fi-' guren der.umgestürzten Denkmäler m Verwahrung zu nehnieu., Berlin, 11. Zlipril. Im MaMtrot wurde sestigestellt,! daß dm Ausgaben von 547 Mllimven, Einnahmen von 517 Milliarden geigmülbevstchen. Prag, 11. April. Der StveiS der chemischen Industriearbeiter hat sich durch Anschluß weiterer Betriebe verschärft. Prag, 11. April. ,Mdove Novmy" erfahren, daß der Präsident der Bohemia-Bank, Abg. K u b i c ak, um dessen lZlus-. lieserwng die Staatsanwaltschaft 'beim Parlament angesucht hat trotz der Aufforderung' seines 'Klubs sich geweigert habe,' seir ■ Mandat niederzulogen^ , Washington, 11. April. Die.SichephMspolizei e»t-. deckte eine große kommunistische Verschwörung, die den Stur; der mnevikanifchen R-egievung a-nstrebte. Sieben Verhastunge!,. Prag, 11. April. Die Nachrichten, düs; der gewesene Oberleutnant Hofrichter in die tschechische Armee ausgenommen worden sei, wird amtlich dementiert. Genf, 11. April. Die nächste Session des Völke'vbwndrates wird sich mit einem Begehren Ungarns' bänglich de'- Expropriierung von. Imnrobilien -der für Ungarn optierenden Pwsonen durch Rumänien beschäftigen.. Auch wird die Grenzlinie zwischen Ungarn und der Tschecho-Slowacbei festgesetzt werden. . ^!Par.i's.'.11...ÄprÄ.. Der -chernländWe SepavaMtenführeL Dorten beklag? sich in einem Interview über den unfreumdlichen Empfang in Paris. Poinvave ihat .Dorten nicht empfangen in Leine nwaren, Waschwäiren, Stoffe, Wäsehe;Strlckwaren zu unerreicht S Daren II., Taborstraße 48 . Telephon 47-1-78 . En qpos En detalV 972895