Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1494 (11.4.1923)
- Date
- 1923-04-11
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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Sk. im Wien, Mittwoch i^{v„:j>^rtS(;/r;iri;^;.s •>.. Wiener Morgenreitung. 11. April 1923 Leite 8 W MMevomuM»! sn den Kassen des Wiener Bürgertheaters, im Kartenbureau „Aida", II. Taborstrasse, der den 14. April 1923, 3 Uhr nachmittags, im Wr. Bdrjptiiaater „Wiener Morgen zeitung", II. Taborstrasse 1—3 Sesterreich. Lefterreich Md Rußland. Der bevomnächtigte Vertreter .Oesterreichs in.- Moskau, sDtto Pohl, hat an das vorbereitende Komitee der im August jstattfindenden Allrussischen landwirtschaftlichen lAnsstellnDg ein Schreiben gerichtet, in dem unter anderem :«mHgefühvt wird:, Die Landwirtschaft Rußlands und die österreichische Industrie sind schon seit jeher miteinander in sachlichen Beziehungen gestaivdeu. Der Weltkrieg und die Rwolu- Ittonen haben diese Zufawnrenhänge getrübt, aber die Pol-Nischen und sozialen Erschütterungen, die beide Staaten durch- ^machen mutzten, haben das Bestreben zur Wiederherstellung : dieser Beziehungen' gestärkt. Die Wiedercmft-ichutng der russischen Landwirtschaft erfordert eine Erneuerung ihres techniischen Apparats. Oesterreich, dessen reduziertes Derritorimn die ^Bevölkerung nicht durch seine eigene landwirtschaftliche Pro- 'duktion zu' ernähren vermag, muß Absatzgebiete für seine lech-. njsche Produktion suchen. Die Allrussische Konferenz wird geieignet sein, die Betreibungen beider Staaten zu fördern. Indem die Ausstellung dem Ausland die Arbeit des neuen Rußland vorführt, will sie zugleich jene Hindernisse und Vorurteile! beseitigen, die die Mederanftichtung der Weltwirtschaft bisher ivechinderten. Revision der Angelegenheiten politischer Flüchtlinge? Wir haben bereits gemeldet, daß die Polizei den Füh- ,Eem der Wrer.er ukrainische» Kolonie mitteilte, die politische Tätt^eit der m Wien lebenden u-kraimschm Flächt- -lmge, derer: Zahl etwa 10.000 'betragen diiLfte, sei für Oesterre'lch nicht erwünscht. Dabei stellte die Polizei, wie der ^Pester Lloyd" aus Wien meldet, eine Revision sämtlicher in Wjen leberrden politischen Flüchtlinge für die .nächste Zeit tut Aussicht. Nach Informationen von gut ur.-rerrichteter Seite werden bei dieser Gelegncheit auch die Angelegenheiten der ungarischen polit ischen Flüchtlinge und Emigranten einer Revision unterzogen werden. Lar Budget im Ausschuß. 6k Tätigkeit der Dankenkommission. — Vor der Neuwahl / . der Regierung. Der Finanz- und Budgetausschuß des Nationalrates setzte gestern die Debatte über das Budget fort. Es staub das Kapitel Bundeskanzleramt" zur Diskussion. Abg. Allina besprach die Tätigkeit der Bank- . kommiffton, deren.Tätigkeit ergiebiger fein könnte, wenn die Megiemng sie unterstützen würde. Wir stehen, sagt Redner, vor schweren Erschütterungen im Bankgewerb e, an denen vor allem das Finanzministerium nicht ganz unschuldig ist, das-durch die wahllose Erteilt e i l u n g v o u K o n z e s s i o n e n mindestens von einer Mitverantwortung nicht freigesprochen werden kann. Während in dem großen Wirtschaftsgebiete des alten Oesterreich im höchsten Stande 16.000 Bankangestellte beschäftigt wurden, sind zurzeit. in dem kleinen Wirtschaftsgebiete Oefterveich 25.000 Bankangestellte tätig. Es ist notwendig, die Verantwortlichkeit d er B'a n k l e i t e r auch in vermögensrechtlicher Beziehung festzustellen. Es geht nicht an, daß diese Herren zuerst einfach die Milliarden wegschleppen, dann ihre Stelle'im Verivaltungsrat niederlegen und das Institut den Zufällen des Wirtschaftslebens preisgeben. Erst jüngst hat die Bankenkommission eine,Eingabe an das Finanzministerium gerichtet, in welcher strafrechtlich e V e r g e h u u g e u eines Bankfunktionärs festgestellt tvaren. Die Direktion des Unternehmens hat sich daraufhin ersrecht, der amtlichen Stelle gefälschte B e lege vörzu'legen. Glaubt -das Finanzministerium, jemandem einen Dienst zu erweisen, wenn es solche Leute laufen läßt? Man kann sich gar nicht vorstellen, mit welchen Finessen hier gearbeitet wirb. Ein Generaldirektor eines der letzt-geschaffenen Institute hat in der Tschecho-Slotvakei Transaktionen gemacht. Da er damals noch nicht wußte, wie die Dinge ausfalten werden und ob er diese Transaktionen pro domo verrechnen soll, ivenn sie Gewinn bringen, oder ob er sie aus das Konto der Bank verrechnen soll, wem sie verlustbringend ausfallen, hat er die ganzen Abrechnungen und Korrespondetizen i n se i ne r T: sch la de liegen gelassen. Nach Monaten wurde das Geschäft abgewickelt und kostete die Bank infolge der inzwischen eingetretenen Balorisation an Bankumsatzfteuer allein 100 Milliomu mehr, als wenn das Geschäft zum richtigen Zeitpunkt seine buchhalterische Erledigung gefunden hätte. Der betr-rffende Generaldirektor gehört natürlich heute dem Institut »ich t mehr a n, er hat seine Beute in Sicherheit gebracht. Wenn es auch bekamrt ist, .daß Di«nge, die schon an Verbrechen grenzen,. bei -den Großbanken nicht Vorkommen, wäre es doch gut, auch in die Syndikats- und Konsortialgew:nne hinfinzuleuchten, die ganz unrechtmäßigerweise zum größten Teil in die Taschen von VerwaltungsMen und Direktoren fließen. Das Institut der landesfürstlichen Kommissäre hat vollständig versagt.Das Fina-nzumnsterium 'hat erttweder nicht -den Willen -oder nicht die Möglichkeit, aus dieser Institution etwas zu machen. Es istauch sehr zu bedauew, daß das Fmanzministermm nicht die Möglichkeit gefunden hat, - dem geradezu skandalösen Uebertritt höherer Beamter in Kreditinstitute Schranken zu setzen. In den letzten zwei Jahren ist fast kein'Monat vergangen, in dem nicht ein leitender Beamter des FinanzministermMs, ja.selbst dar Kreditsektton in die Verwaltung eines Kreditinstituts nbergetveten wäre, wobei in einigen Fällen auch die Frage Wische Auren in ZOan. Lady E. A. Gordon, die durch ihre Werke über die Länder des fernen Ostens berühmt , geworden ist, nimmt, wie dies in England häufig vorkommt, großes Interesse am Judentum/ insbesondere an der -zionistischen Bewegung (dafür ist bezeichnend, .daß Lady Gochon seinerzeit zu den/ Kosten der Uganda-Expedition durch eine Spende von 2000 Pfund Sterlir.g'beiyetragen hat). Lady Govdon hat nun dem jüdischen PubliMen I. H e ft mann in einem ' Brief einige Beobachtungen -während ihrer Studien -in Japan — sie lebt jetzt dort rmitgeteilt, wo sie ach jüdische Spuren in dem Reiche des Mikado hinweist. Die gckvisien crvglischen Anschauungen entsprechenden Schlußfolgerungen Ladh Gordons, daß ir.» Japan Spuren der verloreinn zehtr Stämme zu finden seien, sind nicht Umngend; deouroch veMetnn die Mitteilungen Interesse, weil sie auf eine sehr alte AnsiedLung von Juden in Japan Hinweisem . In der Gegend von Hamatv, wo der erste Kaiser von ' Japan, Dfchimu-Tenno, dessen Regiewmg im Jahre 666 vor der heutigen Aeva -begann, begraben liegt, gibt es zwei äste Dörfer, welche die Namen- ^Goschen" und „Menasche" tragen.. Die Bedeutung dieser Heiden Namen, welche der japanischen Sprache fremd sind, kann niemand in Japan etymologisch erklären. . Im dritten Jahrhundert der heuttgen -Zertvechmmg tvänderte m Japan ein unbekannter Stamm vom einigen hundert Personen ein, welche sich mit Seidenkultur befaßten. Dieser Stamm zählte im Jahre 471, wo eine ^Volkszählung stattfand, bereits 18.670 Seelen. Moser Stamm genoß w der.Gegend großes Ansehen. Dort wo dieser Stamm sich prft ansiedelte, stcht bis heute ein /Tempel, der den Namen „Davids Zelt" führt. Bor dem Te-mpeltor stchen zwei Äiatnon, einen Löwen und ern Eüchow davstelleud. Die Japaner trennen diese zwei Tiere „die. Hunde Buddhas", 'bei den Chinesen Heißelt sie „Pev- ^sifche.Löwen", was darauf hinweist, daß sie sich der Herzu ventilieren ist, ob nicht derselbe Funktionär an einem Berwaltungsakt zugunsten dieser Bank noch in aktiver Stellung mitgewirkt hat. Der großdeutsche Abg. Schür f-f wünschte die Ver- .öffentlichung der bisher noch nicht bekannten Dokumente über den Ausbruch des Krieges und die Kriegserklärung, um die Frage über die Schuld an dem Kriege zu klären. Weiters wandte er sich sehr scharf gegen den Unfug der Abkürzungen von Namen und Institutionen, wie Gekawe usw. Der Bundeskanzler teilte mit: Das Parlament wird wahrscheinlich in kürzester Frist, womöglich innerhalb weniger Tage, in der Lage sein, eine Regierung;u wählen, deren Zusammensetzung dem gestrigen Beschlnfsc. vollständig entspricht. Damit fallen alle Kombinattonm -.hinweg, als ob die Minister, die derzeit Ressorts innehaben, die künftig als selbständig auMassen -werden, noch irgend eine längere Zeit im Amte zu bleiben gedächten. Die ' Vorstellung, als-ob die artsscheidend-en Minister oder an-j dere Persönlichkeiten unter anderem Titel, sei es dem von» Staatssekretären oder Ministerialdirektoren, in ihren ®tef^ len ohne sachliche Veränderung bleiben werden, ist unbegründet. Nach längerer Polemik -des Abg. Ellenbogen Wurde das in Verhandlung stehende Budgetkapitel angenommen. In der Nachmittagssitzu-ng wurde auch das Kapitel „L a n -d- und F o r st w i r t s ch a f t" nach längc per Debatte ange'nonrmen. . Zar Koasulat i» Me. -Der Bundesprä-sident hat Herrn Ingenieur Paul Cev noch in Puerto Awutt, Cchilla 68, zum Hono-varkon-snl der Republik Oesterreich m Puerto Montt mit Amtswir-ksamkcr' im gesamten Gebiet der Republik Chile bestellt. - kine Anfrage Mer Le« Bohemtaümk-AaOÄ. Prag, 10. April. In der heutigen Sitzung des Ab-' georbnetenhaufes' wurde das - M i e t e r s ch u tz.g e s e tz dem sozialpolittschen Ausschuß ikberwieseu. Die Koalitionsparteien brachten sine . dringliche Anfrage übet den St an d de r B o hemiaba xtl, der Mährisch-schlesischen Bank und: über das tschecho-slotvakische B a n kwesen überhaupt-ein, über die in der nächsten .Sitzung am 17. d. die. Debatte eröffnet werden wird. kuuft dieser Tiersymbole noch bewußt sind. In diesem Stamme gibt es em? BolkÄogende, die erzählt, daß der Stammgründer als Kind in einem auf dem Wasser fchwimmetiden Kästchen gefunden wurde. Der Staumr fichrt heute den Namen „Chada". Professor Saki von der Universität zu Tokio erklärt, die Bedeutung dieses Nanrens sei die gleiche wie die des hebräischen Wortes „David", nämlich „Geliebter", t In der Stadt Usmnafa steht - auf einem Platze, der eitlem der Aeltesten dieses Ehadaftammes gehörte, ein ettva 15 Jahrhunderte alter Brunnen, auf dessen steinerner Fassung in chinesischen Schriftzeichen das Wort Israel" steht. Woher das Wort stammt und tvas es bedeutet, komtte noch von keinem japanischen Gelehrten/beantwortet lvevden. Ein Dörfchen in der Nähe -von Usuntasa heißt ,/Kadon-amvzi", das bedeutet „Uebevschveiten des Flusses — Reiskuchen". Die Aehnlichkeit der Bopstelluug mit den Vorgängen des Pesfachfestes frappiert. Der Stamm Chada kam <n:s Korea, wo er in Piang- Iang eine Hochschule begründet haben soll, die.den Namen „Jpulau" führt. Mt chinesischen Hieroglyphen geschrieben, ist dieser sonst unerklärbave Name nach den Angaben des Professors Airasaki von der Universität zu Tokio ger:au fo wie „Efrainr" zu lesen. Me Gründung dieser Ho^chule wird emem aus Tibet gekommenen Nasiräer zugeschrieben, der wahrscheinlich zu jenen syrisch-persischen Nasiräern gehörte, von denen das Lekamtte Nestor-Monument in Sian--fu (China) berichtet. Auf diesem' Nestor-Mon-ument findet sich einige Male der Name ,Ifraim" in chinesischer Schrift. Zir dergeichntzn ist noch, daß an dein historischen japanischen Kaiserthron, ,der sich zu Kioto-befindet,- die beiden Dützen voor einem. Lolven mtb einem Einhorn gebildet tve^en. Die gleichen Figirren wurden vor ürrzer Zeit im Borhof des jüdischm Tempels m der chrnHschen. Stadt Kaifung gesundem in der eine jüdische Siedlung bereits vor achtzehn JÄhrhuttderten festgsstellt ist. " Sie zusammenkunst Pasic' mit Radic. Rom, 10. April. Me die italienische Presse aus Belgrad meldet, habe die ZufccmnterÄunft zwischen dem- Ministerpräsidenten Pasie und dem Ba-uernfichrer Ra--' di e zu dem Ergebnis geführt, daß den vier Staaten.Sw-: tvenien, Kroatien-Slalvonien mit Dalntatten, Bosnien-Hcr- . zcgowina und Serbien mit Montenegro Autottontit\ gewährt wird, wobei jedes Land nach dem Muster der Landtage in der früheren österreichisch-ungarischen Monarchie ein eigenes Parlament erhalten würde. Aus Belgrad erfahren wir jedoch, daß diese Meldung den Tatsachen n i ch t entsp ti ch t; , eine Einigung zwischen Pasic und Radie hat noch nicht stattgefanden. t ' Ungarn. Sie HMburgerpropagimda. Budapest, 10. Wril. (Tel. d. ,,Wr: 'Mvrgenzeitmig".) Abg. Andor Szakacs ersuchte den Präsidenten der Na-, tionalversammlung um die ' Bewilligung, enter dringlichen^ Anfrage an die Regierung, ob das Entih ronü ngs-> g e s e tz vcmr Jahre 1921 noch wirksatn fei. Er begründete! sein Ansuchen. damit, daß die Ausbreitung' der H abs-> burgerpropaganda außenpolitische Gefahren in sich berge, zmnal durch feierliche Aeußeriimkeiien bei gewissen Trauerreyuien (gemeint ist we Dvauermesse fiir Exkaiser Karl, an-der'heute Horihy mit der GenerMtät und sämtlichen Zivil- :w& Militärbehörden teilnahm. An-nr. d. Red.) dieser Propaganda eine cuntliche Färbung verliehen werde. Nach Fühlungnahme mit denr Ministerpräsidenten Bethlen verweigerte Prüftsident Szitopsky die Bewilligung für die dringliche Anfrage. Abg. Szakacs wich seine Interpellation am räch sten Jitterpellattorrstage Vorbringen. Budapest, 10. April. (Tel. d. ,Mr. MoVgenzettnatg".V An lder hiesigen -eheMls' - Pveßbu'rger--' UnwerstM gab es heute bei der Wiederaufnahme der vor mehreren Wochen in lleinen varen >Va8cllv2ren Wäsche, Strickwaren M. zii uierreit | Ufaren- IL, Taborstraße 46 Telephon 47*1-79 En gm En detail i