Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1491 (8.4.1923)
- Date
- 1923-04-08
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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- <w '; iv'i hts™, ,y -p ’t» ■ Ssite 10 Mm, Sonntag höchst <m der Zeit, daß auch die Zionistisch« Organi--! lation sich offiziell der wissenschaftlichen Erforschung der jüdischen Heimat annehme. Denn auch das gehört zum kufbau vo« Erez Israel! Dos in hebräischer und deutscher «Sprache' erfchie-noue ,Reisehandbuch" JesajaPreß' (6688) entspricht seinem Zweck, ein zuverlässiger Führer jüdischer Reisender int heiligen. Lande zu sein. Bekanntlich fehlte es an eurem solchen bis jetzt. Besonders wertvoll sind die schön cousgeführten TeÄkcrrten der einzelnen Gegenden Palästinas. Dem gleichen Zwecke dient das „Arzenu" beKtcLie Reisvhuch Zutas und Sukeuiks, dessen erstes, hübsch ausge- Lcrttetes Bändchen im Berlage des „Waad Hazivim" (Zionistische Abordnung) in Jerusalem (6680) erschienen ist. Es enthält die Beschckibmvg Jerusalems und seiner Umgebung ausführlicher als das Preßsche Buch; ferner eine große Anzahl schöner Origvnalzeichmmgen jüdischer Ttipen und Qertlichlviien. Ob euch die werteren Bande nach dem Erscheinen des Pvehschen Eieiseführers veröffentlicht wecken, 'weiß ich nicht.' In diesem Zusammenhang sei es mir gestattet, auch mein Gettteä <150 Seiten in Grvßoftav umfassendes) Israeli- Luch (Wien 6682) hirrzuweisen, das den ersten Versuch darktellt, ein geographisches Lehrbuch Palästinas .für höhere Schulen zu bieten, freilich in Anbetracht des allzu großen Materials in knMsster Darstellung. Ein für den Eleinentarnnterkicht bestimmtes Lchrbuch (^ Seiten in KKünoktav) ist die von Dr. A.S. Kamen ezky Keichsalls in hebräischer Sprache in Warschau veröffentlichte Geographie mit einigen hübschen Bildern. Das Erscheinen hebräischer Lehrbücher ist wohl das ersiLulichste Zeichen der Wiedergeburt unserer Sprache, die nunmehr nicht allein der Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, fordern die Sprache der Schüfe und des Lebens geworden ist. Mn zwchter Artikel folgt.) Bühne und Kunst. Die Tragödie des jüdischen Theaters. Ein Schlußwort. In einem unter dem oben angeführten TitÄ erschienenen Aufsatz hatte ich auSgeführt, daß die Entwicklung des modernen jüdischen Kwnstchoaters durch die bisher zumeist mr Milieu stecken gebliebenen Schöpfungen der jüdischen Dramatik in gewissem Sinne beschrankt Wecken, sowie daß diese Beschränkung sich auch \r> der Darstellung äußert. Nur geduldige, über diese gegenwärtigen Mängel hinwogschmvende UntersKtzumg der Mischen Gesamtheit, welche aus Gründen der kullmrellea Zerrissenheit des Judentums leider fchtt, Knute das moderne Mische Kunsttheater so echattvn, daß es gewissermaßen abwarterr kamt, bis. die Mische dramatische Produktion so weit ist, um dem Theater neue EntwüKungsmoglichkeiten über int chm bisher «rserlegte Beschvattkur.^ hinaus zu bieten. Diese Darlegungen riefen eine — üncns a non knoendo — ,Mvtgegnnny" des Herrn Dr. FeiwÄ Sternberg hervor, der — Kürze ist des Witzes Seele — auf sechs Feirilfttonspalien gegen Bchauptu-nyen polesmfiert, vre sch nie ausgestellt habe und «ibskdem eS für notig befindet, ewige publWische Nrystzogenhetten «Mbrrngen. Sternberg beginnt damit, daß ich Wer das Mische Theater das Todesurteil gesprochen hatte. Wer das aus meinen Darlegungen, deren Inhalt oben genau wickergegeiben ist, hovauszulssen ver-ntag, ist sin DeutrmgSkünstler. Ebenso gchort om gutes Maß von AusdouwngsgeschiSlichSeit tx$u, m meinem Aufsatz zu finden, daß es mit Ausnahme von PmÄ Baratow Seine Mischen Darsteller von Bckeukirg gebe. Ich habe in Wahret gesagt, daß es für «ne Darstellung, die über den Naturalismus hinmrsgcht, wenige Schauspieler an der Mischen Bühne gibt und Äs em Beispiel Vieser wenigen den Namen Baratow genannt. Ist schon damit die Art, wie Sternberg „entgegnet", gemogffam bärget«,, so erübrigt sich wohl, erst daraus hinzuweisen, daß nichts ,^ntgegr.«t" wird, wenn man eine lange Auszählung des Rsportoires deS Mische« Theaters emflicht, nm seine Reichhawigkeit darzutun. Ich habe nie behauptet, daß das Mische Theater zu wenig Repertoire hätte, sondern, daß es zu wenig über das Milieu hmauSgchendes Rqreckoire hat. M4t welchem Erfolg und vor wieviel Darbenden „entzückten Zuschauern" dies« Stücke «rfgeführt wurden, ist für die Weckung, die mein Aufsatz gab, völlig bÄanKvs. Diese Berufti-ug auf die „kompakte Majorität", welche für Sternberg der Maßsbck für die Wsüng vor» Kmrstproblemm zn sein scheint, hat ebenso viel Weck wie die von Sternberg gegebene Definition über die Erfordernisse envks guten Dramas, in der er ,MttL«bät der HaMmig" als ein wichtiges Erfordernis darstM. Diese Forderung an das Drama wick me er- Mt Wecken, da sie nicht erfüllt werden kamt, denn „Vitalität der Handlung" ist «ne Wockzufammenfttzumg, hinter der kein Begriff steckt. „Enttgegmwgen" solcher Art, welche auf Dinge entgegnen, die nicht behauptet wurden, Konklusionen ziehen, die nicht gezogen wecken können, und «ms den Gegenstand, der eigentlich zur Debatte stack — die Tatsache, daß das moderne jüdische Kürnstthtttter weiter ist als das Drama, das chm zur Verfügung steht —, nicht erngchen, würden sine Erwiderung ' öberslüffig machen, wenn sich nicht in und zwischen den Zeilen publizistische Ungezogenheiten persönlicher Natur fanden, die energische Abwehr schor.» <at§ Reinlichkettsgründen nötig machen. Vor allem ist es im anständigen pMizistischen MeinungKausta«sch nicht Üblich, gegenüber ' einem abgegebenen Wert-ur-t-e-rl das Wort „Frivolität" gebrauchen, ohne dies anders zu begründen, als daß eure Anssühvnng „von der breitesten jüdische« Oosftntlichftiit im Osten mit geradezu vÄ-i- Wßerrer Morgenzettung. 8. April 1838 Nr. im HEBRÄISCHE jBTJü^STDB Heute Sonntag den 8. April I. J., 7 Uhr abends, im Festsaale des Wiener Kaufmännischen Vereines, L, Johannesgasse 4 gelangt zur Aufführung in hehräiacher Sprache 10011 Drama von Perez Hirschbein. Regie: Leo Halpern. Karten an der Abendkassa erhältlich. ß giöftr Inbrunst ausgei^o-mmen wurde", wobei der „Entgegner" die ihm als Kenner des Werkes (Weiters ,^er Stumme") unbedingt bekannte Dcrtsach-e unäevschlägt, daß diese MfMrung eine Verstümmelung des Werkes ist, welche es fast ganz seines Sinnes ber-mckt. . Von derselben Art sind die Schlußfolgerungsn Sternbergs, die mit meinem „NMisnuts" jvngliereü; denn es dürfte der Oefsontlichkeit ebervso wie Hervn Siernberg nicht ganz trnbekannt sein, daß meine Beziehung zmn Problem des jüdischstr Theaters und der jüdischen KuÄltr in Wort und Tat tvohl genau als das Gegenteil von NihNs-nms angesehen loeckert könnte. Und von wetn behauptet werden karn, daß er „unter allerhand sachkundigem Gettre" zu eimean KunstprMem Stellu»sg nimmt, das mögen die Leser beurteilen, die eine ,Mttgegmmy" über sich exgchen lassen mußten, div mit schlechten > Tricks auf Dinge „entgegnet", die r-icht gesagt wurden, und anspruchsvolle Defimtronen von Kunstdingen gibt,, die — nicht omntal als „sachkundiges Getue" ausgefaßt tv-erdert könren. Da es bekartnttich einen guten Klang gibt, wc» sich das Strenge unt dem Zacken paack, so hat sich Frau Sophie Wolssoh'n veranlaßt g^ehen, den Ausfühvungen Stemtbergs als CideZhelfernt zu dienen, nachdem sie versichert hat, von meinem Aussatz wie vmt einem „Blitz aus heiterem Himmel getroffm" wordenE zu sein. Trotzdem saßt sie das Pwblern des jüdischen Zheaters — wie int Zeitalter der,-Scmievung" begretflich — als Sai.-iernngssache auf. Darüber mögen Finanzfachlcmte ihre sachkunditze Msimmg obgcken. Aber der Sacke Hiniv-eis der geschätzten Anregerin zur Samvermtg des jüdischen Theaters, daß mein Aufsatz oder ich zu denen gehören, welche „den zacken Ban des Mischen Theaters inruter wieder gefährden", verdient doch etwas medrrger gchänA zu wecken. Er zeiyt nämlich schon dadurch, daß er niedevgeschckeben wurde, wie unernster Mißverstack um sich greift, Kreise zieht, Blasen bllde-t und — auch das eine Tragödie des jüdischeu Theaters — Eliquenwirkungen heckorouft, wenn einer sich. bemüht, ernste Kmtstfragen ernst zn behandeln. Aber als nwverbesierl-icher Oswimist hoffe ich doch, wenn meine weiterrm, cms praktischer Erfahrung und Arbeit am Mischen Theater geschöpften Darlegungen über sein Wesen, für ine der hier erschienene Aufsatz die Gmleitüng brldicke, in Buchform erschämen, einer «Ästen, vor allem einer wahrhaften kntischen Meinung zu. begegnen. Dann wick sich Antwort auf SterrHergschr Kritiken erübrigen, die mir — weiß Gott — fei» Dtt-gnügsn bereitet. SiegfrLed Schmitz. hat Golagenheit, vier Royert zu: spielen, und ist insbesondere >. . qls böhmische Antme .geradezu zwerchsellerischüiternd. Auch, in dem Schwa,»k ,/Einö angenehme Person" der nM gerade angenehm ist, weiß Frau Niese das PubMum Milich zu amüsieven. Von den übrigen Mrw irrenden ist der treffliche Fritz Heller lo-beüd zu erwähnen. Der Abend fand viÄ Beifall. . Das SchSnbrunner Schlotztheater!v-ick im konmtende« > Sommer nicht eröffnet werden. Die Zustimmung der Belecke,! in der Somntersaison Burgtheatcrvorstellungon in Äiosent Theater zu gebet!, ist noch immer rricht herakbgelangt. und würde auch von der Burgtheaterleitung, wie wir erfahren, gar nicht mehr benützt werden können, weil die nötigen baumchen Veränderungen langiviertg sind. Alexander Moissi beginnt am 1«. Aprilen Frühjahrsgastispiel am Deutschen Bolkstheater in TolstoiiS „T e d e it b c nt Leich n a nt". Das ioeitere Prvgvamnt seines Gastspieles wird ehestens bekanntgegeben. Mirjam Schnabcl-Hoeslich spricht Samstag den 14. d. nm 8 Uhr im Klubheiin, 8. Beg., Beunoplatz 1 (Straßenelingang), ausgewählte Stücke alter und neuer östliche/ Dichtung, da» .unter Gabirol „Die 5königskrone", Hauevi „Der Se^tur-m", Bialik „In der Stadt de§ Morde/Ns", TschernichowKki (aus dem Manuskriipt). sowie indische Stücke vom Rvgvcda bis Radiudranath Tagore. Larisch-Ausstellung. Int Oesterreichischen Museum (Bov» ramn des Dortragssaales,^ 1. Bez., Stmibenrtttg 6) wurde unter:: Vem Titel: ^arisch und seine Schule in ornamentaler Schrift" eine hochinteressante Ausstellung eröffnet, welche die LSjährlge Tätigkeit des Professors Reg.-NateS La risch ans dem m* biete der künstlerischen Schrift zur Anschauung bringt. Der Sinn dieser weit über Wien hinausrerichenden kunstleckischen Bestr<chungut des Pros. Larisch ist in der Formel ausgedrückt: „Uebenwinde die Schriststumpfheit und gmüeste den Schmuck-' wert der Buchstaben durch Erkennen der rhythrnNchen ünid der' ornametttalen Schreibequa'litäten". Besonderes Gewicht ist in dieser üiberaus lehrreichen Ausstellüldg gelegt ans dtie Bezichung der Schrift -yumt Material, in und aus welchem sie etschernt, iok: namentlich auf die Darstellutig des persönlichen Buches. Fra« Jlka Stern-Strakosch veranstaltet heute um halb. 4 Uhr nachmittags int Kleinen Musikvereinssaal mu ihren Schülern und Schülerinnen einen Arien- und Liederabend, und wird daraus aufmerksam gemacht, daß der Beginn für präzise i halb 4 Nhr ttachmittags angesetzt ist. Restliche Karten an oet Musikverernssaalkasse. n Bur Den Theatern. Burgtheater. MvEN. halb 8 Uhr: „f<iitü** Dienstag: Geschäft ist Geschäft. Akademietheater. Morgen, haD 8 Uhr: ,^der gute König". Dienstag: ^Der Raud der Salbinvrinnen". Im Räimnnd-Theater spielt Max Pallenbevq bis der Freitag stattisindenden Premiere der 5kvmödio ^Dar-. amelle, der Betrogene" tägkrch den Theodor m dcku^ Lustspiel von Hugo Hofmannschal ,>Der Unbestechliche^. Die Novität.fft von Alfred Polgar iur die denffche Bichne:^ boaribeitet. Den Abend eröffnet die Groteske von Coutelnve „Mimen sie ge" mit Max PallerÄerg in jener Rolle, in der er vor Jahren im Lustspielthsater einen feiner größten Erfolge erzielte. Die Inszenierung leitet Dr. Rudolf Beer. Mittwoch brmgt daS EchenMe des Prager Deutschen Theaters mrt Leopold Kramer die Erstaufführung des,.SchcmspiÄes von. Franz Werft! .^Schweiger", das in Prag amd mchverm beuffchen Theatern bereits große Erfolge erstelle. Die Jns^einerung leitet Leopofe Kramer. Donnerstag den Id. d. wick sich an die Wiederholung von ,-Schweiger", um 10 Uhr nachts erne Wiederaufführung des Schauspiels von Bronnen ,Maber- ' mord" reihcht. Josefstädter-Theater. Heute, nachmittags 3 Uhr. Kindervofftellung: „Frau Holle". AbeckS: ^ClariissaK halbes H«rg^ von Max Ärod. Konzert Mali Picon. Die beliebte Soubrette Mali Ptum, die, wie bereits gemeldet, ans der Durchreise nach London in Wien eingetroffen ist, wird in den nächsten Tagen aus Wunsch der zahlreichen Verehrer ihrer Kunst im Klmzeckfaale zn höv^n ftdr und bei dieser G^egenheü die beliebtesten Stücke ans ihrem reichhaltige« Repeckoire zvm Vockraye bringen. Die näheren AnKindignngen wecken zeitgerecht erfolgen. Roland-Bühne. Hanfi N res« und Joseff Jarno bereiten letzt den BeÄrcher» der Roland-Bühne einen genußreichen A«Ud. Die Leistung Jarnos, der in HeijermcmnS ^Srandst i f te r" sieben CharÄterrollkn spielt,. ist lämist gewstckigt. undernsweck. wie der Kütfftler fchcwf .umrisiene Gestalten Rieft in der Posft „Treu, ehrlich und fleißig^. Sie Vek8te!g8sung8-klntei>llng Beginn der Versteigerungen, wo nichts anderes vermerkt, nachmittags tim Uhr Täglioli Pretiosen; jsdan Di Silber u.Chinasilber; Jeden Mi Brillanten* n. Peiletwchnmck im rrana.SaaL . T8f liob Selirauoiit|Bae<istiU#^ini Ludwigstorff-, Rössier« u. 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Mil8.IV. IX. Teehnlaohe Ankttse: Benzinmotoren, Automat, Werk* zeuge, kleine Maschinen, Auto* beelandieile, Vagen, VAL» Feldgetse 6*8. Mi ll. IV. 3 Fässer Vaselin, Scbuhmadtersdmirse, Kleber, Sdmhm>cher*Wach8, Koanpositioos^Vad» kt gzöseeica Poeten toi Koloanrat-Snu. Ml 11 Bis Sn 14 IV. UUloUMk des Schriftstellers L. G.; Do 19. bis Sa 81. IV. IV. Autouraphei- Auktlo«, Dkchar aus allen Wissensgebieten im Emicgcr-Saal. ieden Di nnd Fr BHcanarkes, , VI., Mariahilfer Strasse 73, Tägliche Schaustellung ab 1 Uhr NäJieres i.d. „Mitteilungen"». „Nachrichtenblättecn" d. Doroürcums. In der Neuen Wiener Bühne beginnt Paul Wegen er sein GMpiel Freitag den 18. d. in Leonid AndrejswS Dvama „Der Gedanke". Das Jüdische Schauspiel-Ensemble, welches unter Leitung von Isaak Deutsch stcht, bringt i-m Theatersaale des Hotel Stephanie (Tabovstraße 1L), Montag den 9. d. gum ersten Male M. Bielaezewskhs BolkMick ,Lv» Rebbens Hoif" zur Aufführung. Anfang haD 8 Uhr. tzerichtssaal. Mütrii Asbinstein vor «erW. Bett«, 7. April. Bor dem Landgerichte wucke gestern die Verhastsklage des Wiener Bankiers Geogrg Bauer gegen dr» in internationalen Finanzkreisen bekannten ruffischen Staats-' angchörigen Exzellenz Dimitrij R u b i» st e r n verhandelt. Den Vertreter des Klägers behauptete, Rubrnstern werde von Frarck» reich, Finnland und Jugoflawien wegen verschiedener Straftaten gesucht. Rubinstein hatte mit Bauer und dem Wiener Kaufmann Gerstl einen Vertrag über den Eintritt der beiden in leitende Stellungen der Bank Beneckendorff getroffen. Wegen Nichterfüllung der vertraglichen Verpflichtung entstanden Differenzen, in deren Verlauf Gerstl Ende Jänner durch Annonttn in zwei Berliner Zeitungen alle Personen, die sich durch Rubinstein geschädigt fühlten, aufforderte, sich bei ihm unter seiner Wiener Adrefle zu melden. Rubinstein yecknutete als Urheber der Anzeige den Bankier Bauer, gegen den er dnrch eine Korrespondenz eine Notiz i» die Wiener Presse habe senden lasten, in der Bauer beschuldigt wird, Erpressungsmanöver verübt zu haben. Der Rechtsbeistand Rubinsteins bestritt die Urheberschaft RubinsteinS an dieser Rotiz und erklack«, der Eintritt Bauers in die Bank sei deshalb abgelehnt worden, weil Bauer in Wien wegen Urkundenfälschung und Betruges zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden, sei. Demgegenüber erttärte Bauer, seine Verurteilung'in Wien sei wetzen fahrlässigen Bankrotts erfolgt,'also nicht Wege» ehrenrühriger Vergehen, und die Strafe sei ihm erlassen worden, nachdem er mit seinen Gläubigern zu einem befriedigenden Mfemmen gelangt sei. Das Landgericht wies die Klage des ehemaligen Prokuristen Bauer gegen den Generalkonsul R n b t n st e i n ab, Bauer hatte Forderungen in der Höhe von 19 Millionen Mark gestellt. Er wurde auch zur Tragung der Kosten in der Höhe von einer Million Mark verurteilt.