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Wiener Morgenzeitung · 1923-04-04 · Heft 1487 (4.4.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1487 (4.4.1923)
Date
1923-04-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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9CLVSS1 Wiener MMtzMzeißNM > HM m Seite j vascher Erststwng bei Situation die durch die BeftimwuWn'deS' FpirdenAvertrages in der FÄtsie der Vorkp'ieysfchvkdsn sehr prekäv gewordene Laa-e dieses JnsHiites dmch dk AmwaiHKmg in ein engkMes Institut betzöben nnd -er Bank ihre dominierende Stellung nicht nur in OestÄeich/sondern auch m allen anderen NationalMten gesichert. In den schwierigsten finanziellen Fragen nntrde sein Rat einyehölt. Als gerade in den letzten Tagen der römischen Süd^chnverDMidlungisn die Situation st.hr kompliziert schien» wucke Dr. Rosenberg telegraphisch hingevufen. Bei unzähligen Jndustriekonzernen hat er mit großem Erfolge irrilgewirkt. AuS der Schule des Wiener Nationalökonoinev Menge-r hrrdorgegangen, hat er nicht nur in der wirtschaftlichen Praxis sich betätigt, sonderen auch in ftüheren Zähren, als noch nicht die Last der Geschäfte ihm wenig Zeit ließ, auch schriftstellerisch wertvolle Arbeiten auf volkswirtschaftlichem Gebiete geleistet. Sein letzter Erfolg war der günstige Stand der großen Genfer Völkerbundanleihe. Ihre Verwirklichung hat er leider nicht mehr j LrvrLrvttkcLtv SelLiroLt XX. I HIVTI 7,8 Ubr, Toynibstlull«, XX. DesisguM 33 Herr Rabbiner HOHO WITZ: „Oer national» ChaTAkterJUr MtUacbui Fegte.“ Die Herren Br. LÖWlillHBfeZ u. Br. WAU)- MANN: .Aktuelle FaUUtiiia&agea.' Sie Wirkung de» steirische» KoUrnarbeNerstreik. Otttj, 3. Aprll. Jnstlge des Samstag nachmittags kegoluwnen Aus stand es der Arbeiter in sämtlichen steirischen Kohlenbergwerken ist die Alpine Montangesellschaft genötigt, wegen mangelnder Kohlen- und Erzzuftchron den Betrieb in ihren Hüttenwesen ab heute ein zu stellen. In den Stveikgsbieten sind kerne ZwffchenMe zu verzeichne. Streik ln de« Böhler-Werlen. Graz, 3. April. Wie das „Neue Grazer TaMati" erfährt, ftl gestern die gesamte.Arbeiterschaft in den Böhler-Wer- Ursache liege in Lohn fragen sowie darin, daß die von der Arbeiterschaft gewählte« Betriebsräte durch die WeriAei.ung pon w'n ab zur stätidi^n Arbeit herangezogeu werbou Vai, Wornit die AMUe^chcift nicht einverstanden fei. hat, ein Werk, um das er sich die größten Verdienste erworben hat. Er war stets o-m Platze, wo es galt, für die Sache des neuen IüdonhumS ernzirtveten, und die Verschiedensten Institutionen hatten sich feiner werktätigen Fürsorge zu erfreuen. Dr. Sprecher war «in Ma»m von lautersten Charaktereigenschaften und erfreute sich bei allen, die ihn Kännchen, der größten Wertschätzung. ®em Tod hat unter den Z'wuffte-n Oesterreichs allgemeine Traarer herborgerufen und sein Ableben bedeutet für die zionistische Sache einen schweren Verlust. Dr. Sprecher stand erst im 48. Lebensjahre. Er hinterläßt -ine Witwe und zwei Söhne. Di« Leiche des so tragisch Verunglückten ist gestern nach Wien üiberführt worden »und wird aus dem Zrntvrsisrirdhos bestattet werden. Ter so schwer betroffenen Famllie wendet sich die lebhafteste Teilnahme zu. Skr Graz« NraelWche KullmgeMinde an die Wiener Wischnntkonkle« GrmeinderAe. . Das Präsidium des Grazer Jsvaelitifchen Kultusvorstandes hai an die Wiener Gemeinderäie Dr. Ehrlich und Dr. PlaschkeS das folgende Schreiben gerichtet: „Auf Grund des am W. März einhellig gefaßten iu «4M*« in tat et»« yt«VnTs>fe V^-'l*” ' I.raelit.-tcyen Kuttuszemernde, Emr Wochltzobooen den herzlichsten und innigst empfundenen Dank für Ihr« mannhafte, unerschrockene Stellungnahme im Gemeinderate der Stadt Wien gegenüber der un- «reitbart darf nicht nach Bndatzest. Aus Budapest wird uns gemeldet: Der LandeSches der Staatspolizei Nad ossy teilte heute offiziell mit, daß Stegmund Breitbär 1 keine Einreffebowilligüng bekommen werde. Der Bescheid, dessen Begründung nicht mitaeteilt wird, tst endgültig und kann nicht aLgeäudLrt werden. MehMerstnß ln Me«. Die Brat- «nv Kleingebäckpre'kse wurden in d'csrr Woche krmäßigt» da die Mchlprcise z ui ü ck g e g a n g c n sind. Diese krscheimrng ist» wie wir erfahren, auf die vie-sigeu Mchlvor» tzäte, di« derzest in Men angehäuft sind, zur-uckzuführen. Die kagechmlfer sird mit Mehl über s ü l l t. Mit 'Rücksicht auf -diese Tatsache ist es möglich, daß die Mehlpreise k? ine Erhöhung erfcchren werden, denn die Bestände nl iissen wegen her hohen Lagerzinse oKgestoßen iverden. Sr. Max Stzrechsr W tf im Wie wir in unserer gestrigen Mittagsa-usaabe klirz melden konnten, ist Dr. MaxSprecherdas Todesopfer rines Unfalls rn den Bergen geworden. Dr. Sprecher unternahm mit dem ihm befreundeten Dr. LeoFelsen rine Partie aus di« Rax, und Kwar von Kaistvdrunn über hie Bvandschewe zum Ottoihaus. An einer vereisten Stelle hes W«g«s ist Dr. Sprecher abgerutscht, er kollerte ungefähr 300 Meter bis an den Felsraud und strikte dann 5V dis 60 Meter m die Tiefe, wo er zerschmettert liegen blieb. Infolge der inzwischen eingebrochenen Drmkelhevt konnte die BergurngAaKion erst am nächsten Morgen zu Ende geführt werden. Die Leiche des Ber- NnMcktvn wurde nach Reichenaugebracht. Dr. Sprecher war Gesellschafter der Firma Gewüder Sprecher, welche in Atzgersdorf eine Lederfabrik betreibt. Er war ein gebürtiger Lemberger und seit ungefähr AwanKig Jahren in Wien wohnhaft. Sein Vater Dalo-mon Sprecher toar eine bekannte PersönlichLeit in Lemberg, seine Mutter war die Tochter des berühmten Zolkiewer Obevraibbrners .Hersch C H a j e s, eines Vevwarldten des Oberrabbmers Dr. Chajos. Dr. Sprecher genoß eine sorgfältige Erziehung, er studierte <m den Hochschulen in Wien und Paris und erwarb in Wien das Doktorat der Rechte. Seit seiner frühen Jugend gehörte er her zionistische» Bewegmrg an, welcher er stets sein ganM Trachtün widmete. Schon im Jahre 1889 gründe.te er die ersten zronistrschen Gruppen in Ostgalizien in Gemeinschaft mit Dr. Ehrenfels, Dr. Feld und den andere-n Vorkämpfern der galizischziouistischen Bewegumg und 1891 finden wir chn unter den Organisawren der ersten zionistischen Landeskonferenz Galiziens. An dem polnisch-zionistischen Organ »Przhszlosc" hat er gleichfalls eifrig mitgearboitet. Seitdem Dr. Sprecher feinen Wohnsitz in Wien ausgeschlagen hatte, stand er stets in den Orderen Reihen der zionrstijchm.Arbeit m Oesterreich. Er gehörte der Zionistische« Parteileitung an nrch hat sich ßowohl als Organisator wie als Mrdeper des Gedankens der ProduktibiMug der jüdischen Massen erfolgreich betätigt. So stand er ay der Spitze des . jüdischen ArbeUSnachweiseS r»»d des n‘Lri±j-ia für jüdische Gewertbeforderung, welches eine gm ÄrtSbÜdung jüdischer HaMveWr rnS Lehen Wmfen ' ' ' ■■ M -i?'* _-j- ■ '-ü,h£f%j ff; ... .pn. verantworr-lichen antisemitischen Hetze auszudrücken, und beglückwünscht Sie zu dem Erfolge, den Sie hierdurch für die Juden Oesterreichs erzielt haben." Sie Sowketrrgkenmg und die AnsweUns der Wischen Flüchtlinge M Polen. Der Sonderberichterstatter >des I. k^M in Rußlanid meldet: Die Sowjetbehvvden int GouvevnMMt» Wolbvnien geben bekannt, daß die FluchllinHe, die aus Polen^ausgewieisen werden, das Recht haben, in das ukrainische Gdbiet zurückzukehren, und Zwar durch die au . der Grenze.liageniden StÄ»te SchepetotvLa und Nolvograd-Woltznsk/Die Behörden, erklären sich bereit, den FiüchMgen Wohnungen bereitzustellen. Die Gesellschaften Joint und JbgeSkom veftHlichten sich, für den UnterhÄt der . zurüSgÄM.en^ -Flüchtringe bis auf' weiteres zn sorgen. U-ngefähr 1000 MchtlülWamillen sind in der Gegend von Kcrmenetz-Podolsk und von Dunajewtzky konzentriert. Die Flüchtlinge leiden bittere Not und es be» stcht unter ihnen rill katastropha-ber Mangel cm der noiwerrdigen Bekleidung. VranntenexWßon in einem EchWeegskte«. Ein Toter, zwei Schwerverletzte. Schon oft hat es sich.feit dem Umsturz ereignet, daß das Samtneln von Kriegsmaterialien und Geschoßbe-staudjeilen, die noch mit Sprengstofffen gefüllt waren, Totn-sopfer gefordert hat. Gestern hat sich ein Ünglücksfall ereignet, bei dem ein Kind den Tod gefunden hat, während zwer seiner Kameraden mit lebensgefährlichen Verletzungen in das Spitcck gebracht werden mußten. Wir erfahren über den Vovfall folgendes: Der M-.'talffchleistL Heinrich Drblig. 10. B^i., KolumbuSgasie 106. hat feit einiger Zeit in der Schrebergartenanlage zwischen der Eeuefeildergasse und 'Trambauergasse eine Schrebevgavtenhütte. Gestern nachmittag lchickte er nun seine beiden Söhne, den 19jährigen BüvgevschAer Gust-ad und den 19jährigen Metalldrcher Heinrich Dvblig weg, damit sie in der Gartenanlage die Erde rvntgvaben. Die Burschen gingen vom Hause weg und ihnen gesellte sich auch ihr Spielkanlerad, der Itzsährige Hilfsarbeiter Frcniz Dworak, zu. Gegen dreivievtel 5 Uhr nachmittags vernahm man' Plötzlich eine hsstige Detonation. MS man iu die Nähe der Hütte drS DDllg kam, bot sich den HinzntveteEn ein entsetzlicher Anblick. Cimr der Burschen» es war dies Gustav Diblig, log gräßli-ch dvrstünnnett und b l nt- .überströmt lebloS an: Boden, die beiden anderen mit schweren Verletzungen rücht weit von ihm. Bei Gtistav Dibttg konnte man nur mehr den Eintritt d«S Todes fsststellen. Sein Bruder Heinrich rmd Dvorak sind lebensgefährlich vorletzt. Es wurde erhoben, daß der ExpLsionSkoupor eine vollständig a d j u'st i e pt e GeWrgsartillerie-granate gewesen ist. Ttvovak, der als einziger noch bei Dewußtsein war, gab an, daß Gustav an/dem Geschoß manipuliert habe, als plötzlich die Explosion erfolgt sei. An den vorMfimdenen Sprengtvtlen ist a^ ersichtlich,Mß mit einem s ch a rf e n I n st r « mi ni an. der Zündung rhevümgekmtzt ' worden, Ht. Wie die Jungen in den Besttz der Grawle gelangt noch nicht festgestellt.' J^ waren iie^M. sie Vom '-Mwvnhaust fortgingen,, noch nicht in dom Besitze chco GranML Spat >nWs wird jbnÄhret: HM? Äüfe Mr Hestds1,luBen ..ist kn WiedetHer.Kvayvenhause der'Hiffso^iter FrM Kw o- . r a l feinen Verletzungen erlegen. Auch dev - Zustand tod Dibli« Wenn der Mistbaoer kommt. Man kann-den Text ganz gut nach der Melodie:,Mau«!der Auerhahn balzt" singen, immer um einen Halbton höhe» ^ansteigend, nu-r paßt der Schlutzjodler nicht gut zur Stimmung, jDrM'die ^MiistbcMevchffode ist nichts weMger als orfveulich. Siß wirkt bei uns vi-elletcht dämm besonders trübsel-ig, weil dieft KchvichtÄusammlung, allen. Traditionen zum Trotz, am Nach, mittag erfolgt. Um 4 oder halb ä Uhr läutet die melodisch« Glocke. Im Muter ist «8 da schon duE oder zumindest. Dämmerung' und im Schutze der Aberrdschatten können die M'ch telstandsfrauen, die immer noch, ach so gerne! den Schein wahren möchten, unbomerkt und unbeachtet hinunter huschen und ebenso gchstmnisvoll wieder verschwinden. Aber jetzt, im 'vichbing, gibt es'Seim hauHwivrschaftliche Heimlichkeit. mehr so ist dir Mistbauecharade in »ln-serem Schlupfwinkel der listigen Arbeiw-rschast immer eine Heerschau des Wiener Mt-, ' tcmdsolerrdS. Da wich -in heißen Kauipfen mit streitbaren sbeforgerirmen um das Recht gefachten, den Kehrich'tbe>hälter mÄtags hirmnter tragen und vor dem Haustor, anr Rands des Gehsteiges stehen lasten zu dürfen. Aber mehr als alle Ehrenbeileidigungen, die bei dieser Gelegenheit verschweudevisch ausge-toilt werden, mehr als die Berufung auf das streng Verbat der Polizei fr»lchte>te die einfache Tatsache, daß ein fürwitziges Mistkistchsn von räuberischer Hand davongetragen wurden Seither ist die ganze Gaste kuriert und auch nicht der Schatten eines Kchrichtbehälters wird sichktar, ehe das Läuten ertönt. Dann rührt sich's <m alle« Ecken und Enden. Die Damen, die leider noch alle Vorurteile dcir ei-devants behallen haben, haben sich die interessantesten Methoden zurecht gelegt. Die Frau Regiemngsrat vom ersten Stock, Gattin eines Attprnsionisten, bei der zu den allgemernen Baruvteilen des jüdischeu geistigen Arbeiters noch die besonderen des Beamtenstandes kommen,' setzt für den M-istbculersPazie-vgang immer chren größten Federirhut, ein imposantes Denkmal längst vcrflosteuer Tage und Moden, auf, vergißt niemals, ihre a-bgeavböit-eten, schwieligen, zerkratzten Hände in schwarze Glace-- Handschuhe zu stecken und schreitet würdevoll, das M-istkistcheu unter dem Arm, die Treppen h'.nuuttr. Auch die Frau Doktor, ihre Mchbarin, ei-u-es. bekannten Advokaten Wi-t-ve, die vom Ziumrervermieterr und von der Lus: lebt, wirft sich für dieses Geschäft im Staat. Abcr sie tragt den Einver nonchalant in der Rechten und läßt jeden hören, daß sie gerade im Begriff ge» standen wäre, anszugehrn, um ihre Freundin, die Frau Hosrat, zu besuchen, und da hätte sie das Diirg da mitgenommen. Sonst sei das ja die Arbüt der Bedienerin, aber einmal ausnahmsweise .. . Die Ausnahme wiedechvlt sich zweimal wöcheEch und die „Bedienerin'^ hat noch keines Sterblichen Auge jemals erblickt. Aber wir hören jeden Db'nstag und Frei« tag geduldig die. Mär von dem Ansgehzusall und der Bedienerin, und nienrand ist rücksichtslos genug, die Illusion zu zerstören, daß Illusionen erzeugt wurden. Eilfertig huscht di« junge Beamtenssmu hinunter, bleibt im Flur stehen und markiert Desirtteresteanent. Aber wenn sich jemand dem halbzerbrochcnen Poppktstchen nähert, das de»r Msäll ihres Haushaltes wird' sie stervös/ und^ als ein -MsWlstitzrer'' einmal so MOGDElKWU Sj&v.4tÄ": ■«wiiw'ii« «wiewecwawc writ ging, das Kistchen prüfend in die Hattd zu mhmen, da fuhr die junge Frau, alle Würde ^nd Reserve vergessend, in höchster Äufregurtzs zum-Tor himrus. Sie herrschte den Burschen an, daß er zusammenschrar und kopfschüttelnd weiter schritt. ,Megen an Misttrücherl," murrte er. Die Frau Adjunkt aber strich liebkosend über chren Schatz — ein Kistchen ist ja jetzt leLxr wirklich ein Schatz geworden. Und wenn sich eine kleine Bsanvtensfrau vielleicht auch ein bißchen schämt, so stürmisch zu st-üver Verteidigung ausgerückt zn sein, st stehen ja andererseits zu große Werte auf dem Spiel, um gleichgültig zu blei-ben. Wer das Beginnen lächerlich findet, der erkrmdige sich doch einmal nach den Preisen von Holzkistchen nnd er wird vir verzweifelte Angst der Frauen dersichen. Sehr schwierig gestaltet sich die Mfftbcnlerprornenade -füt die alle Dame im Mkezzanm genannten zweiten Stock. Im Winter muß eine Kütmütige Nachdann ihr die Arbeit abnehmen, ckber wenn es wärmer wird, dann fühlt ste sich selbst -dazu verpflichtet. „Man kann sich ja nicht recht revanchieren/ sagt die alle Frau urit der richtigen Vorliebe der mährischen Jüdin für „schöne" Fremdwörter stdrsmal, wenn vite- Angelegenheit zur Sprache kormrtt. Sie kann sich wirklich nicht „vevanchieren", demr das Einkommen chrer einzigen Tcchter, die Privcvtl-chrevin ist, die rechte, kleine, abgehetzte, nervöse Sim-ndenlehrerin, reicht naMMch kncchp fürs Notwendigste. Also muß die Ddutter, ein« Näbbinerstochter, die gewohnt war, „ans dem Vollen" zu Wirtschäften, mit jedem Kreuzer hMZhvlten uud muß auch, trotz ihrer 74 Jechve, das Mfftkistchen hinunter tragen. Wobei sie natürlich jedes Mal erzählt, drß sie zwei HausgchHinneü gehabt hat. Die atts OstzjMn mit-drin Scheitel ü-beobietet sie noch — sie hat vier „Diensten'" gehabt. Einmal, früher. Äs sie noch kein gehetztLr, vo-rstlgter „Wüchtliing" in der ferndfeligen Stadt war, vor langer, langer Zeit, 1914. Mit Keinen, schlürfenden SchMen, die auf Adsrnverkallung tveifsu, kriecht sie den Gang hinunter, rmaufhörlich vor sich hinmu-rmelnd und schÄtend. Der Letzte <sit der Rache ist immer der lange Gymnasiast Er schämt sich erbärrnlich, der arme Junge, aber er ist viel zu 'brav und tapfer, nur seiner lungenkranken Mutter den Wog nicht äbzuinehmen. Mit trotzigem Gesicht schlappt or den allen KohlerMbÄ vors Haus und bleibt, ein Buch vor deu kuchsich- Men Augen, auch trotzig «nd herausfordernd dan-eben stchen. M fiebert danach, simnal laut verspottet zu werden und los- 'ha«n ru Wmven..Mer n.iMn«nd tut ihm den Gefallen. Anch dtt HchMildeWn uichMWn stnMn sich dem Eindruck nicht ganz^ lvch§chließen, den die Mstbauerpromenade' ntacht. And vielleicht stgln >Ke GewohrcheitSschveirr, die im Juden wx den JSW« -yur die prstzrge, üppige Schmarotzevrn üü II., Taborsträfle 48 "o'.rrydvn ^7-1,7»- ' .■ t ... ■ ■ ■■■ - ämm

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