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Wiener Morgenzeitung · 1923-04-01 · Heft 1485 (1.4.1923) · p. Seite 10

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1485 (1.4.1923)
Date
1923-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Sstte 10 .Men, Sonntag »LLÄer angevnfeir Wunde web sich in der hingebenften! : Weise für sie bemühte, fctit AusMseangebot auf den Bejtvag von 300 Millionen Kronen, zahlbar in zweü!Teilbeträgen von 200 Millionen zu den Pessachftierta-gen; itatib 100 Mllionen am 15. Mai 1928, Ms es rvicht zum! AäMcmd komme. ' Dieses Anbot wurde vom Verbände abgelchnt iwtb an der Forvemng der 30prozentigen Bezrigserhöhrmg sok- -chevart sestg-cibalten, daß für die Monate Jänner-Mörz '.eine Pcmschalla-bffndmtg von 200 Mllionen verlangt, für die Monate Älpril-Mai der eurer 30prozentigen generellen! Erhöhung Keichkommende Betrag von 250 Millionen 'gefordert wurde. Die Forderung wurde beibehalten, ob-- jtooljl die Unterhändler des Knltusvorstaüdes ait*f die anläßlich der Gleichstellung geurschten Zusagen verwiesen. So trat die Angestelltenschaft in den AnLstand und fführte den Streik nenn Tage, ohne daß sie in der Lage war, ietwas anderes zu erreichen, als die Entrüstung der Mieschen OeffenÄichVnt, die sich mit seltener Einmütigkeit um iden Kultusvochand schart. Nicht nur die Leichenbegängi nrsse samt allen schwierigen Vorarbeiten wurden in 4mhr-!haft ergreifender Weise durchgefühvt, auch Trauungen iwurden in geradezu «rhrbender Weise vollzogen, die Maitvllelführung klappte wunderbar, das Ste-u-erwesen würde iaufvechtevhalten, kurz es wurde der Beweis erbracht, daß iman auch hier mit wenigen gutwilligen Beamten arbeiten kann. Indes, die Beamtenschaft sah bald ein, wohin sie von ihren Führern gebracht worden sei und sandte Vermittler ltzmn Kultusvorstand, welche sich um die Bedingungen erkundigten, unter denen der Streik beigelegt werden könnte. lDer KMusvorstand nahm den Standpunkt ein, daß eine igewiffe Notlage einiger weniger günstig gestellter Beamter «immerhin möglichk wäre und daß man diesen emgsgeukoumren solle. Er vertrat jedoch den Grundsatz, daß zwischen :den Beamten mit Nebeneinkommen, und denen, welche auf den reinen Gehalt angewiesen -seien,.eine strenge Scheidung gemach werden müsse. Deshalb erklärte er sich bereit, jMrter der Voraus-setzung, daß die Angestelltenschaft den! Streik abbvicht und zur Arbeit 'zurückkehrt, einen Betrag als Notstarchsaushilse fsir die tatsächlich bedürftigen Angestellten ,pi bewilligen und von disziplinären Verfolgungen der Streikenden abzusehen. Hierauf antwortete am 27. März!1923 die Angestelltenschast, sie bereit,^ den Streik abzuhrechen, wemr sämtlichen Angestellten als Notstands-.rushilse saus Anlaß des Osterfestes 300 Millionen gngewendet werde itatb der Kultusvorstand zustimmt, eine weitere Zuwensdung von 150 Millionen Kronen zu einem späteren Terjmme, der mit den Angestellten zu vereinbaren fei, zu machen. Außerdem wurde «eine viel weitgehendere Streik-- ^amneftre und die Wahrung „wohlerworbener Rechte" im -vollen Umfang gefordert. Auf diese Zuschrift antwortete jbet Kultusvorstand, er sei bereit, unter der Voraussetzung, daß die Angestelltenschaft den Streik abbricht, alle vor dem Streik gemachten Zugeständnisse im vollen Umfange aufrecht zu erhalten, wobei jedoch die Verteilung der Notstandsaushilfe a« die weniger günstig gestellten Personen, durch einen paritätischen Ausschuß entschieden werden soll. Schließlich forderte der Kultusvorstand 'die Aufarbeitung der Arbeitsrückstände ohne Neberstundenentlohrrung. An diese EMärung wollte der Kultusvorstand bis 29. März, 6 Uhr früh, gebunden sein. Am 28. März fanden Verhandlungen mit der Beamtenschaft selbst statt, die Bürgermeister Reumann, dessen Vermittlung vom Vorstände abgelehnt tvorden war, Zu. Verhandlungen entsandt hatte. Hierbei wurden die bisherigen Bedingungen des Kultusvorstandes 'folgendermaßen ergänzt. 1. Die Zuwendung von 300 Mllionen strird auf einmal zum Prsfachfest ansb^ahlt. 2. Sollte die Gemeinde Wien ihren Angestellten außerordeulliche Zuwendungen bewilligen, welche auf dir Zeit vor dem 31. Mai 1923 znrückwrrken, so sind bei dieser von der Gemeinde Men bewilligten und den Kultusgemeindrangestellten analog zugute kommenden Zuwendung die aus der Zuiwendung des Killtusvovstandes von 300 Millionen Kroinen den Perzipienten zugekommenen Einzelbetvage zur .Einrechrmug zu bringen. 3. Der Angestelltenschaft bleibt es tuubonommen, auch in Zukunft sich in .Notfällen verttrauensvoll an den Kultusvorstand zu werden. 4. lieber ■bie Beendigung des Streiks werden beide Telle ohne jeden ^werteren Konrmontar das gleiche Eomumnique verössentlichen, dahin lautend, daß der Streik einvernehmlich gütlich be-igelegt wurde. Aus dieser Vereinbarung ergibt sich eimrseits, daß die Bedingungen, welche sich die Gemeirtdebeamtenschast gefallen ließ, siel schlechter sind, als die Angebote vor! Streikausbruch enthaltenen (siche Punkt 2), daß sich fernerhin nicht ein einziges Wort von der Pfingstaushilse im Vertrage findet, wie der ,Möend" und die „Arbeiter- Wertung" mrvichtigevweffe berichteten (siche Punkt 3). Als unfaßbar muß es bezeichnet werden, daß sich bk Beamtenschaft von ihren Führern die ärgste Augenans- .wirschevei gefallen läßt (siehe Punkt 3). Dieser Punkt ist -das Kindischeste, was Streikführer nach verlorenem Streik von der Gegenpartei jemals erlebt haben, nur um ihren; Auftraggebern irgend einen Erfolg vovgauMn zu können.!Der Angestelltenschaft der israrlitischm .KultusgemoindL bleibt es, um den Punkt 3 des Vertrages zu variieren, rmj benommen, auch in Zukunft sich in Stveikfällen vertrauensvoll an die Herren Pick, Kaiser und an die Vertreter deS Bundes der öffentlichen Ungestillten, Janitzki nnd Dorer zu wenden. : Ich war bei der Abfassung dieses Vertrages im der! 'Kültusgemeinde nicht anwesend, aber ich sag; es offen, :ich hatte es nicht geduldet, daß der Angestelltenschaft von l chven Führern eine solche Frotzelet zugenmtet wird. Daß Wiener: Morgenzettung. Gummimäntel Grosse Vorräte Billige Preise NORBERT ROTH „ VII., Mariahilferstr. 88a (Zitahof) :: Tel.35-1-81 ------ Abteilung für Mantelstoffe *= Wien, 6. Bezirk, Mariahiiferstrasse Nr. 105 aber die Führer der Angestelltenschaft nicht nur bei Verhängung des Streikzustandes ihren Zusagen widersprechen, sondern auch den geschlossenen Vertrag bezüglich der Publikation in unzulässiger Weise verletzt haben, ergibt sich ans der Notiz der //Arbeiterzeitung" vom 30. März 1923, worin außerdem noch behauptet wird, daß eine Zuwendung im Rahmen der finanziellen Leistungsfähigkeit der Krvltusgemeinde zu Pfingsten in Aussicht gestellt worden sei. Das ist ebenso unrichtig, wie die Behauptung, der Kultusvorstwnd habe die Angestellten zu Verhandlungen oingeladen. Die Herren sind selbst ohne Einladung erschienen und haben nach Verhandlungen mit ihnen und nach mehrstündiger Beratung des Kultusvorstandes jenen Vertrag unterschrieben, den ich oben wörtlich zitiert habe. Besonders merkwürdig und verwirrend wirkt die Behauptung dieser Notiz, daß alle übrigen Forderungen der Angestellten schon am Dienstag erfüllt lvaren. Die A n g e st e l l t e n s ch a s t hat nichts erhalten, was nicht bereits am 19. März bewilligt war. Im Gegenteil, ich bedauve es lebhaft, daß sie sich durch ihre ganz miserable Vertretung mit Verschlimmerungen der Bedingungen einverstanden erklären mußte. Nach der „Arbeiterzeitung" beschloß die Versammlung einstimmig, diese Zugeständnisse, die einen schönen Ersolg für die Angestellten bleuten, anzunehmen, da die, Herren B e r m a n n und Dorer dazu geraten haben. Mau ist von .Herrn Bermann manches Stück gewöhnt. Aber daß er dieses im höchsten Grade blamable Ergebnis des Streiks als schönen Ersolg ausgibt, glaube ich auch von ibnr nicht. .Herrn B e r m a u n aber sei es gesagt, daß er zufällig daran schuld ist, und zwar infolge einer unrichtigen ErAärung, die er gegenüber einem Kollegen abgab, daß die Beamtenschaft in die Verschlimmerung der Bedingungen willigen mußte, die vor dem 19. März geboten waren. Herrn Allina hat es die Beamtenschaft zu danken, daß diejenigen aus der Reihe der verhandelnden Personen sich selber ausschlossen, welche für eine Verschlechterung der Bedingnn^n nicht zu haben waren. Nach Inhalt der vertragswidrigen Veröffentlichung in der „Arbeiterzeitung" wurde dem Bürgemoistee Reumann und dem Gememderät Bermann für ihre erfolgreiche Vermittlung der Dank ausgesprochen. Ebenso der Gewerkschaft, dem Bund der öffentlichen Angestellten. Es Es bleibt den Herren Pick, Kaffer und Genossen unbenommen, eine Niederlage als einen Erfolg cmszupofaunen, und bleibt den Beamten Vorbehalten, diesen Leuten auch weiter Glauben zu schenken. Daß dem Bürgermeister, deff^n Intervention anläßlich einer Anfrage über die Mcrtrikensühvung, die er privat an Dv. Friedmann richtete, äbgelehnt wurde, und Gsmeindevat Bermann, der der Angestelltenschaft, wie ich beweisen kann, wenn auch unabsichÄrch, geschadet hat, der Dank ftir erfolgreiche Bemühung votiert wurde, sicht dem Verbände der Angestellten der Israelitischen Kultusgememde ebenso ähnlich, wie der Dank an den Bund der öffentlichen Angestellten, dessen Obmann Ianitzki sich nicht gescheut hat, mit den Herren Pick, Kornfom «und Baß gemeinsam die Bedrngangen vom 28. März 1923 zu unterfertigen. Also, wir sind die SklavenhälLer, wir, die der Beamtenschaft zu ihrem Recht verholsen haben. Die Befreier der arinüen SMaven sind die Herren Mna, Bermann, Reumann, Pick, Kaiser uisw. Wir beneiiden die Herren Allina und Bermann nicht um dir Gefolgschaft der Herren Pick und Kaiser. Wir begnügen uns mit der Zustimmung der Gesamtheit der jüdischen Bevölkerung Wiens und Oesterreichs, welche düsen Streik veruvtellt und der Beamtenschaft der Wiener Kultusgemeinde viele Synrpachi-en entzogen hat. Vielleicht gehen auch .den AngHellten der Kultusgemeinde endlich die Augen aus! Zu Pessach wünsche ich ihnen statt einer Zutvendung eine Abwendung, Befreiung von den Befreiern. Arber Sklave der Frrehmann, Stricker und Plaschkes als der Bermann, Pick und Kaiser. Das hat der letzte Streik ^bewiesen. Der Raubmrdversuch itt @iu.u; jv.Bg. Unter dein Verdacht der Täterschaft. Wie berichtet, wurde am 17. März, abends, fat Postamt in der Simmcringer Hanpfftraße die cmUierende Postmerstevin Heviume Schweitzer überfallen und durch Hiebe mit einem stumpfen Instrument cnff den -Kops schwer verletzt. Mchr als 23 Millionen wnrdm geraubt. Die Erhebungen Haber.« mm ergeben, daß möglicherweise zwei Bursche, derm-chrsach vorbestrafte und «bgeschaffte Kuffcher Josef Kovacs und der ebenfalls vorbestrafte Bäckergehilse Gottfried Strubinsky, cm dem Raubmordversnch beteiltzgt sein könnten. Sie wurden am SB. März verhaftet. Beide leugneten, an.der Dat Anteil zu haben, sie konnten jedoch kein Alibi nachtveisen. UeberdieS widersprechen eirrander die Aussagen der beiden. Knapp vor ider Zeit der Ausfühvrmg der Tat sind ifreibe auf dem Wege aeaen Sim-menuw qesehen 1. MM 1923 . Nr. 148S , worden. Auch inehrcre Tatzeilgeil ßlau6cit, ir? ihüen die verdächtigen Persollen, die inan beim Postamt sah, zu erkennen. Fräulein Schweitzer, deren Ziftand sich zuselMdK bessert, kann bezüglich >des Uebevfalles noch mtmer keine Angabe u machen. Kovacs und StrubirM wurden gestern unter dem Verdacht, den R-mtbmordversuch verübt zu haben, dem Landes-! gericht emgeliesert. Mn Todesopfer des Spiritismus. Der Mißbrauch der Hypnose IM in den letzten Wochenj ein junges Menscheillebett verincht-et. Bei Aspern wurde om| 27. Dtärz die Leiche eines jungen Bdarmes a>ls dem T-on.m-! ström gezogen, die längere Zeit im Wasser gelegen sein dürfte.! Nach der Beschreibung der Kleider und denc Aussehen vermutete man in dom Toten den 22jährigen Wtaxinlus. W a l U n er, in Adelsberg geborm. Der junge Mann ist am 15. März; aus seiner -Wiener Wohnung iin 3. Bezirk spurlos' vor-' schwitnden. Durch einen Zufall war der junge Mann in Graz in. eine Gesellschaft von Spiritisten geraten. Durch ■ feine; Teilnahme ar.« den Spiritisteuzir-keln würbe Walluer ganz misi dem Gleichgewicht gebracht.' Walluer hielt sich allen Ber-' guüguugeu fern und lebte nur für «den Spiritismus. Auch; als er nach Wien kam, änderte sich' sein Zustand uickrt. Bor! einiger Zeit war er arcs sei,rer Wohnung verschwunden nid; obwohl sonst keine Ursache für seinen Selbstmord vorlag, war anzunehmen, daß der Unglückliche den Tod gesucht hat. Mord «« einer Smzer Lehrerin. Das Wiener Sicherheitsburearc befaßt sich seit einige^ Zeit mit einer feusatimiellen Mvrdaugelegruheit. Am 23. Jc-j bruar wurde bei der Nuiue Göstiug be?Gra; die Lehrerin Eugenie S ch u ft c v mit zwei schweren Schuß >v u n d e n betvußtlos aufgefmcden. Bald nach ihrer Einlieserungüus Spital ist sie, ohue das Bewußtsein wieder erlangt zrc haben, ,gestorben, und nlan glaubte nach einenr anfgefundenen Abschiedsbrief zunächst an Selbstmord. Dieser Annahme widersprach jedoch der llmsiand, daß bei der Verletzten keine Schußwaffe vorgefundcn tvurde. Die Erhebmrgen ergaben, daß Fräulein Schuster an dem verhälignisvollen Tage zwei Millionen 5lroncn und einige Schmncksacherr bei sich hatte, die ebenfalls fehlten. Der Verdacht, die Lehrerin ernrordet zu haben, lenkte sich gegen ihren in Wien lebenden Bräutigam, den Privatbeamten Wilhelm Hauer, der an dem Tage in Graz gewesen war. Hauer wurde verhaftet und nach langen Verhören hat er gesterrr im Sicherheitsburcau das Geständnis abgelegt, Eugenie Schuster erschossen zu haberr. Ueber die Tat erzählt Hauer folgendes: Er und seine Brautz haben damals den Entschluß gefaßt, gemeinsam zu sterben, denn seine Braut sei schon lange lebensmüde gewesen. Sie gingen auf die, Ruine Gösting und dort sollte sich zuerst das Mädchen, daun er erschießen. Sie traf aber schlecht und der Schuß ging in den Unterleib. Mit furchtbaren Schmerzen brach sie zusammen und bat Hauer, sie zu töten. Darauf habe er, um ihren Leiden ein Ende zu machen, einen Schuß gegen ihren Kopf abgegeben. Sich selbst zu erschießen, fehlte ihm der Mut. Er habe dann in der folgenden Nacht sich in einem Hotel zu erschießen versucht, doch sei auch dieser Versuch mißlungen.' Hauer wird dem Laudesgerichte eingeliefert werden. llebemahmder Spitals „Spinnerin am Kreuz", durch die Gemeinde. Im Zuge, der Ersparungsmaßnahmen der Bundesver^ waltmlg ist das Spital „Spinuerin am Kreuz", das in 48 Baracken teils Jnfektionskrankc, teils tuberkulosegefährdete Kinder beherbergte,, im Dezember v. I. gesperrt worden. Die Genreinde hat darauchin mit der Bundesvertoaltung sofort Verhandlungen wegen der Ueberlassung der Objekte eingeleitet. Nunmehr hat das Buildesministerium für Soziale Verwaltung die Gemeinde verständigt, daß es bereit ist, ihr die Baracken samt Inventar zu, übergeben; der. Vertragsabschluß und die Uebergabe dürften in der allerkürzesten Zeit erfolgen. Was die künftige Verwendung des SpitaleS betrifft, beabsichtigt die Gemeinde, einen streng abgegrenzten Teil als Reserve-Epidemiespital in Benützung zu nehmen. In dem anderen Teil soll eine Tagesmtb Nachtheilstätte für Leichtlnngenkranke eingerichtet werden. Die Inbetriebsetzung der neuen Anstalt ist schon für den Monat April geplant. * Der jüdische humanitäre Silfsvereln »»Treue Brüder" mit dem Sitze in Wien, 2. Bez., Untere Augartenstraße 11 (Cafe Nembrandt), welcher den Zweck hat, in Wien seßhafte Juden ohne Unterschied der Zugehörigkeit in Krankheitsnot und insbesondere in Delogiernngsfallen zu unterstützen, hat anläßlich der Feiertage 105 F a m i t i c tt mit Mazzoth und anderen Lebensnütteln beteilt was einen Aufwand von 4,600.000 K. erforderte. Die Feststellung dieser Tmsache ist utt o begriißungswerter, als diese Verteilung völlig unentgeltlich erfolgte. . * TsdesfaH. Dieser Tage verstarb hier nach langem Leiden Frau Therese Winternitz, die Schwiegermutter unseres Gv-' sinmmgsgenossen Dr. Rudolf Glücklich. Die Verblichene ev freute sich dank ihrer edlen Charaktereigenschaften allgemeine Synipathierr. Kleine Lokklchrlmik. Ter Ersparungskomttlissär läßt im April etwas mehr al8 250 Waggons alte Akten verkaufen. Man erwartet daraus eine) Emnahme von 1,26 Milliarden für den Staatsschatz. > In der Schönbrunnerstrckße ist infolge eines Motordesekte? ein Sanitätsauto, das eine geisteskranke Frau transportierte, in Brand geraten. Die Krwcke konnte in Sicherheit gebracht' werden; das Auto ist verbrannt. In der Nacht zum 30. Mörz wurde beim Kaufmann Simon Reich (Lerchenfelderstraße') eingebrochen und Waren im Werte von (>d Milli,-.„»n ctevciu'1--:

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