Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1485 (1.4.1923)
- Date
- 1923-04-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 1485 Wien, ©jwmvtog Wiener Morgerrzeituntz. nptil 1923 Seite* 970 Arbeiteranzüge Arbeiismäntel Regenmäntel Windjacken EIGENE ERZEUGUNG! PHILIPP POBGES Wien. XV.. Roeinagasse 3 (Mariahilferstr. 152) Tel. 34533 Modellhute werden wegen vorgerückter Engros-Saison zu tief reduzierten Preisen en detail abgegeben Götzel & Stern,-Wien # VII. Lindengasse 2t), 2. Stock HEBRÄISCHE BTTJaiSTE Sonntag den 8. April 1. J., 7 Uhr abends, im Festsaale des Wiener Kaufmännischen Vereines, I., Johannesgasse 4!. gelangt zur Aufführung in hebräischer Sprache 10011 Drama von Perez Hirschbein. Regie: Leo Haipern. Karten erhältlich: „Wiener Morgenzeitung“, II. Taborstr. 1, Jüdischer Hochschulausschuss, IX., Zimmermannplatz 8, Hebr.Klub, II., Taborstr. 1, Keren Kajemet, II., Taborstr. 5? Fr ü hjahrsgardero b en nach neuester Mode, aus orig. englischen Stoffen Garantiert erstklassige Arbeit und feinste Zugehöre 50t Gelbard & Fürst Wien, Z Zer., Hollandstrasse Nr. 16 Oßfitßtttftß&ßßtltfßlt* ■Wt-tim brachte den Angestelltell der Mischen Von Glsm-ei-n-emt Dr Leopold Plaschkes, Vertreter der Qk'ure'tu&c tatsächlich sogar wv;entlich , gü-nstiE An- .. . 'Ti _ , c . . stehen. Ich will mcht davon sprechen, daß von 180 schetnatl« ÄeBalllkSITh!5.,TrJ*tr/'9k6Clter^.ltU'"9w.tl slI si-rwir »ick 7!) Iwbeiimutlich mtb provisorisch beschäftigten K-lltusonsest-llten st->nd unter «ufem» bei sti^tenien uic^t ein«»! 20 oi«„ BiwmM-mg <ms. Ihiuvsche Satz: ,^Die Versainmtlimvg bvtvies, daß die streikenden S k'l a v e n -der Herren Dr. Fviedmann, Stricker und Plaschkes unerschütterlich in dem -ihnen anfgeziwungeneir Kampfe seststehrn." ' ' - Im folgenden sei mm versucht, den Streik und sein Ergebnis zu würdigen. Dienstag den 20. März 1923 imt 6 Uhr früh ist die ganze Angestelltenschaft der jüdischen Gemeinde, bestehend aus Rabbin«m, Neligionslehrern, Mutoven, Chorsängern, Schächtern, TemPeDieavern, Berivaltungsbeamten, Kauzlei- und Friedhofdienern, in den Streik getreten. .Kaunr jemals ist es Vovgekommen, -daß Juden Lvichenbegängnisse, Tvcmu-ngenr, rituelle Handlungen der verschiedensten Art durch Streik verhinderten, und selten hat ein Streik solche Verbitterung «ntsgelöst wie dieser. Da ich als Sklavenhalter bezeichnet tvurde, will ich mein StiMchweigm aufgeben, das ich tvähreNd der ganzen Streikzeit bewahrte, und die entstellten Schilderungen des Streikkomitees und die Unwahrheiten, welche über die Führung und Beendigung des völlig mißlungenen Streiks verbreitet wurden, entsprechend in. schildern, damit die i ' v: sch» Oefsentlichkörl merkt, wie die Sklaven.und ihre Befreier anSsehen. Durch den Krieg und die Mchkriegszeit war die Kultnsgemeinde vor Aufga-ben gestellt, deren.Erfüllung mit allergrößter Krnftanspammng möglich wurde, däatürlich hatten auch die Angestellten unter den allgemvimn traurigen Verhältnissen zu leiden, und jeder mußte begreifen, daß sich Loihnkämpfe entwickelten. Die Jüdischnatienalen im Knltusvorstande haben sich für die Durchsetzung der gerechten Forderungen bis zu diesem Streik ununterbrochen eingesetzt und in jedem Fall die friedliche Lösung der Krisen und den Erfolg der Angestelltenschaft herbeigieführt. Das Gelingen des Kampfes um die Gleichstellung dar Bezüge der Angestellten mit denen der Stadtgonlisinde Wien ist in hohem Maße auf die Tätigkeit der Mischnationalen Mitglieder des Kultusvorstandes znrückzusuhren, insbesondere ans die Bemühungen der Sklavenhalter Friedinan n, Stricker nn d Plaschke s. Es kann als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, daß die Stadtgemeinde Wien das günstigste und sozialste BesoDungLsystem besitzt, welches gegenwärtig fiir öffentliche Körperschaften in Oesterreich gilt. Diesen Bezügen sind die Bezüge unserer Angestellten automatisch derart gleichgestellt, daß Erhöhungen hier wie Hort in gleich e r. W e aste emtreten und cvM UeiÄuswirknng des J-nd e.x beiden gleichmäßig zugute' kommt. D r e V er ernbarung der. automatischen Gleichstellung veranlaßt^ die Angestellten der Mischen Gemeinde und. den Bund der öffentlichen Angestellten als zuständige Gewerkschaft im Mai 1922 zur feierlichen Erklärung, daß, insolange Vite Ange stellten der Knltnchgemeinde automatisch die gleichen Bezüge erhalten, wie die'Angestellten der An meine Freunde! Uh Damase Hobe als bisheriger ausschliesslicher Erzeuger und Gründer der Ltkdrmarke „Hobe“ bitte die Freunde meiner Erzeugnisse, folgendes zur Kenntnis zu nehmen: Heine von nun an nach meinen eigenen modernsten Rezepten hergestellten LlkörspezIaBitäten werden In Hinkunft nur mehr von der Firma Hobe Freies der ich als Gesellschafter angehöre, in den Handel gebracht werden. Hein Vertragsverhältnis zur Grande Distiileric Fran^ise Damase Hobt 9t Cie., Wien, Prag, Budapest (Hobe-Syndikat, Depositenbank, Lombard- und Eskomptebank etc.) Ist seit November 1922 endgültig gelöst. \ Der echte HobtS Frferes»Llkör wird ausschliessl’ ’i ln Flaschen in Verkehr gebracht, die in Form und Ausstattung der nebenstehend abgebildeten Flasche vollkommen gleichen. V erlangen Sie stets Hob£ Fr Demnächst in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Telephon Nr. 20-7-46 Ich warne vor irreführenden Nachahmungen Damase Hobö Gesellschafter «1er Firma Hohe Fröre* Wien, k, Grlliparzerstrass« 14 weisen, Ver durch die Matura beendigt ist oder «darüber biuMlsging, sondern insbesondere davon, daß von den 2.H Angestellten mindestens 195 außer ihvorr Gchaltsbezügen sehr wesentliche Einnahmen an Emolumenten verschiedenster Art haben, welche bei vielen dlas Dreifache ihrer Geholtsbezüge aus-machen. Was die qualitativen Anforderungen anbelangt, wurde unter unserem Einfluß bei der Umrisihumg in das städtische Schema in der wohlwollendsten Weise vorgegangen. Man. bedenke, daß voll 18Y scheimatisierten Angestellten zwei die Bezüge des Stellvertreters des Wiener Magistralsdirektors, zehn der Obernlagistvatsrät.', 14 der Magistratsräte, 25 der Mayistvatssekretäre, 26 der Mayistratsoberko-inmissäre, 32 der Magistratskomniissäre. 32 der städtischen Obevoffiziale nnd 39 der städtischen Offiziale beziehen. Nichtsdestoweniger gelangte am 9. März eine Zu» schrif? des Bundes der öfsLNtlicheu Angestellten Oesterreich und des Verbandes der Angestellten der Stad- Dien — wie der dazu kommt, ist schleierhaft 7— an das Präsidium der Israelitischen Kultusgemeinde, in welcher benmljT u-:rde daß iufo.'i.' , der mit Hilfe der Bcamicrschüft durchgefirhrten Säuerung der Kultusgemoinde, int*. Rücksicht auf das Fehlem von Abbau- und Sparmaßnahmen derselben, die Gesaiutbezüge der Angestellten und Lehrer ab 1. Jänner 1923 um 30 Prozent erhöht werden sollen/ Diese Forderung habe auch noch ihren Grund in der — rituellen Lebenshaltung unserer Angestellten und solle der katastrophalen Notlage ein Ende bereiten. Dieser Eingabr wurde ein Voranschlag der Einuahnren und Ausgaben beigeschlossen, ivelcheu die AngestelltLNischaft sich selbst verfaßt hatte Mid der Einmhnren von 13,6 Ntilliarden, Ausgaben von 10,2 Milliarden, und sohin einen voraussichtliche- Neberschuß von 3,4 Milliarden annahm. Tiefe Au>fst?lsrmg stützte sich aus Ziffern, welche durch die Tatsachen und die Erfahrungen der letzten Jahre ividerlegt waren, zum Beispiel eine Stenervorschreibung von 14 MAiarden und -'r n i ' '.reden, twv b'- bestellten bereits danrals bekannt sein mußte, daß die Steuer vorschreibuug 8,2 Milliarden beträgt, und daß auch nicht im eEerntesten an einen Eingang von 4 Milliarden gedacht werden kann.. Am 15. März mittags erschien eine Abordnung des Angestelltenverbandes der Israelitischen Kultusgemeiirde im Präsidium, um sich über die vom verstärkten Vertreterkollegium vom 15. März gefaßten Beschlüsse zu erkrmdigeu. Vizepräsident Dr. Friedmann .machte ihnen folgelche Mirteilungen: 1. Die Regelung der Emolumentenfrage soll in der nächsten Sitzung der-paritätischen Kommisiion erfolgen. 2. Der vom Ängestelltenverband überreichte Entwurf eines P e n s i o n s n o r m a l e.s loerde vorn Knltu.s- Vorstand in kürze st e r Zeit beharchelt werden. 3. Zur Abkürzung des Verfahrens °H Einzelperfonalien wurde vorn Bertreterkottegiunl ein Treter-KomiteL gewählt und ermächtigt, die Einzelpersonalien einvernehnwich mit dem Präsidium zu erledigen. 4. llnzi'.friedenheiten .bei. Einreihung in das Schema würden durch 11 eb e r p r ü s;c n g seitens einer auch von den Angestellten anerkannten Sachverstindigenkommisslon erledigt werden. 5. Dem Begehren des Verbandes um Bewill'gung einer ZOprozenligen Erhöhung der deu städtischen Angestellten. gleichen Bezug/ tvarrde keine Folge gegeben, da diese Forderung ungerecht finanziell unerfüllbar und mit einem Vertragsbruch der Veamtenschaft gleickMd-outend roära. Daraufhin erhielt der Kiiluu'voistand die Mitteilung die Angestellten hätten'bsichlossen, Dünstag den 20. März um 6 Uhr früh in den Streik zu treten. Ohne Anerkennung -äner rechtlichen Verpflichtung nnd unter Hinweis ans die Mehnunp stdn. Bezugserstchnng über das Ausmaß der den städtischen Aug>estellten zukomnvenden Gehälter hinaus, machte der .Eultusvorstaud am 18. März in der Absicht, den Frieden der Gmneinde aufrecht zu erhalten und der Hetze gewissenloser Streikführer bei der rrchigen und überlegenden Beamtenschaft eutgogenzuwirken den Vorschlag, einen Betrag von 100 Millionen Kronen als Pessachaushllfe zu leisten, sofern dcr Slmil unterbleibe. Dieses Angebot wurde am 19. März abge. lehnt. Im Zuge der weiteren Verhandlungen erhöhte der KiAtnsvorstand über eindringliche Bitte des Herrn Dbep inbbiners Dr. Chaje s, der von den Angestellten als Ber- Mit wirkende: Montag den 2. April 1923 (Feiertag), Hotel Continental, II., Taborstrasse 4, unter dem Pro- , ,, , . tektorate des Herrn Oberbauratse Ing. ROBERT J U Ci I S C h 6 T V3 ©S9.fl Q V6TGI fl STRICKER „ „ . „ „ ö Sonja Stein M. Striks Karl Hulden ELITE-AKADEMIE Volksoper Violinvirtuose mit Tanz Beginn halb 8 Uhr Vorverkauf K 10.000 Eigenes Osterbüfett > Ende 3 Uhr Kassa K 15.000 Staatsoper Rudolf Österreicher Schriftsteller E. Buchwald / Kurt Hessky Rezitationen Raimund-Theater ZBrstklasaige Salon Icap olle Arrangeur: I. Lindenbaum Conferencier: Harry Lang l Ehrenkomitee Bezirksrat Dr. Otto Abeies; Grossindustrieller Adolf Böhm; Oberrabbiner Dr. Ef. J*. Chajes; Gemeinderat Dr. Jacob Ehrlich; Professor Artur Freud; Desider Friedmann, Vizepresident der Kultusgemeinde; Schriftsteller Majer Henisch; Dr. J. Körner, Präsident der Hakoah; Dr. Josef Löwenherz; Salomon Picker; Gemeinderat Dr. Leopold Plaschkes; Gemeinderat Pr. Bruno Pollack; Dr. Michael Steinberg; Okerbaurat Ing. Robert Stricker; Dr. Chaim Tartakower; Löbl Taubes, Ehrenpräsident der Volksbibliothek; Dr. Israel Waldmann; Bezirksrat Dr. Georg Weiner Vorverkaufskarten: „Aida", II., TaboratraBse 3, Buchhandlung Löwlt, I., Rotenturmsträsse 22, Bankhaus Huterer & Frankl, n., HoUandstrasse 7, Konditorei Horowitz, II., Taborstrasse 45, Warenhaus Delikat, II., Helnestrasse; 40, Jüdische Volksbibliothek, lir, Glockengasse 30 ' .; . y