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Wiener Morgenzeitung · 1923-04-01 · Heft 1485 (1.4.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1485 (1.4.1923)
Date
1923-04-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Ä. 1486 Mm, ©omttofi •ft KfCui; den „Eisinnerungen an Nordsu" typn ’j Pro f. N a h UM S l o us chz.) Es ist bekannt, daß Nordau, als er nach Herzls Tode, aus-» fordert wurde, «r die Spitze der zionistischen Bewegung zu steten, mit drn Worten ablehnte: „Ich war Md werdestetseinft einfacher Soldat in der Bewegung bleiNn.^ Und als Soldat pM unbedingter DisgipÄn hat sich NiMu, stets Herzl unterchdnLt, auch dann, wenn er Herzls Meinung nicht teilte, ihn . Her nicht überzeugen konnte. Tamr sind zwei berühmt gewordene Episoden'-in Nordmls zionistischem'Wirken charaktevi-i sysch, sein Auftreten auf dem sechsten' Kongveß und'seine Attacke' gegen Achad Haam. - <• ■ Bekanntlich war es Nordau welcher beim sechsten Kongreß ans der Tribüne erschien und verlangte, man möge drn englischen Ugandavorschlag als „Nachtasyl" für die^jüdischen Wanderer akzeptieren, bis die Zeit für die BeNMing Po^ftin»s, gekommen sei. NordquS Worte. 'machten den Gndvuck, als fväre er ein heißerer Anhänger des UgaudaproMes als Herzl fMt, welcher während des Kongresses nie deutlich heraussagte, daß er Uganda für ein Ziel hatte, so daß seine verschleierten Erklärurrgen «den Eindruck erweckten, er betrachte Uganda mchr als eine diplomatische Angslegenheit, denn ' als Wirklichkeit. Novdan aiber sprach affen, von einer Mischen Kolonie der Palästi im -Metropole, einer zionistischen Ainfttentcring außerhalb' Palästinas, und das brachte alle Anhänger Herzls in große Verlegenheit. . - Herzl hatte mit dom Ugandapro'ekt den ganM Kongreß überrascht. Erst später siel mir ein, d-ß mir Nordau in einem , Pvivatgespräch Anden ungen darüber gemacht hatte, die ich je- ' ddch nicht verstanden hatte.' Einige Wochen vor de>m Kongreß waren im ,/Hameiliz^ gewisse Einzelheiten Wer einen geplanten Kulturkongveß erschienen, den die sv>zenannten Kultnrzionisten in Berlin und Bern unabhängig von der Zionistischen Or»x>r«i-! fation einberrtfen wvll'en. Die allgemeine StiiMM'tng war ziemlich gedrückt, besoniders nach den politischen Fehlschlägen, die Herzl in Konstantmopel hatte erfahren rnüssen; ich äußerte zu Nordau Besorgnisse über die Haltung der Opposition gogen Herzl (der Chowewe Zion und -der demoEratischeir Frak ion), welche . in der letzten Zei-t sehr viel bittere und auch persönliche Kritik an Herzl geübt hatte. Da sagte mir Nordru plötzlich: „Sie nrögen tun, was sie wollen; sei sicher, sie werden aus dem nächsten Kongreß eine solche Ueberraschrmg erleben, daß sie Are Krinlichen Meinungen und Kritiken gang vergessen werden." . Erst nach der überraschettdeu Erklärung . Herzls über llganda verstand ich, wie Weitsicht lgdie mir'rä.fech-aften Worte Mordcms gewesen seien. Als nun Nordau für das „dbachtashl" Mtrxrt, da hatte irb den Eindruck, daß er für eine verlorene Sache kämpfe; denn ich konnte und tvollte nicht begreifen, daß ein. außertpalästinenstsches territoriales Projekt von einem Zionistenikongreß akzeptiert werden könne. Und nach einer heißen Debatte von drei Tagen zeigte es.sich,.daß nicht nur die alten' Oppositionsyvuppen, sondern auch'viele treue Anhänger Herzls sich als. feste.Opposition.organisiert hatten und die Bewegung an einem kritischen, geradezu gefährlichen Punkte angelaugt sei. t. Da ich Nordau persönlich besser kannte als Herzl, übergab ich ihm ein MemoraMom, in welchem ich genau Larlegte, welche gesHrvolle Si-tuation im Zionismus dvs .UgandaPwjvkt schaffen Kinne; daher stellte ich in meinem Memorandum dev Antvag, die Ugcmdofrage von der Tagesordnung abzusetzen oder sie/einer 'vom Kongreß viMsetzenden EmigrationSkom- 1. April. IW Me i fVienJ .Wild&telmarki £ jRobes, Möstumes.JHanteitux, feagorvns et feurrures rS0tl STelefon ■ 65373. feinste Verkauf Jfla fian fertig unp von fertigen Kleidern Mission zu übergeben, welche, dos Ugandaprojekt z'.'sammen mit anderen jüdischen Organisationen, prüfen' solle. Nordau nahm mein Memorandum entgeigen, laß es durch, ütöergab es sofort Herzl und sprach eindringlich auf ihn ein; ich sah, wie HerA Nordcm nervös unterbrach; daust kam Nordau aus mich zu und erklärte mir kurz: „Es ist nichts zu machen mit ihm!" Aus diesen Worten suhlte ich heraus, daß Nordau selbst in der größten Verlegenheit sei. Erst später erfuhr ich von ihm, daß er von allem Anfang an ein Gegner des Ugandapro-jektes gewesen war. Ms Herzl zu ihm nach Paris kam und ihin drn englischen Vorschliag Wer Uganda zeigte, war Nordaus erster Rat, es nröge> erwidert werden, daß dieses Projekt mit der Zionistischen Orywistntton. nichts.' zu tun habe. Zwei N"chte larrg diskutierten die baiden großen .Männer ülkr diese Frage, bis Nordau,' welcher schwächer war als sein'-round. tt* ~ Und m seiner Sel>lsta>'.tsopserung für die Parteidiszipl'.n nahm, er die irn->nkbarpe Rolle auf sich: off-m zu erklären, daß es sich um die Gvünd-ung eines Mischen autonomen Territoriums hgMe, währe: d Herzl, wie berei s gesagt wurde, nicht dvnMch erklärte, daß er für eine aktive Tätigkeit außerh-M Palästina eintrete. So verstand es Nordau, die Person und das.Prestige des Freundes zat wahret:, welche er 'ür wichtiger und nötwe-diger in der Beweg '.ng hielt als [\+> p. ' -st . . . (Zn diesem Zusammenhänge sei daran erinnert, daß NorHan.' sein Ein reten für das llgrndaprojekt beinahe mit dem Leben bezahlt hätte, da von einem sauätistl-en U.^ndagiegner ein Attenta. gegen ihr: versucht wurde. .Anm. d. Red.) Ein anderes Beispiel für N-ardaus grenzenlose Erge^-.-- heit an Herzl war seine Attacke .gegen Achad Haam nach oem Erscheinen von Herzls utopischem Romar.« „Altneuland". Ach^d Haam war b^'nn'lich mehrfach aegen Herzls 'PoliÄ ausgetreten, die er als diplomatisches Fsf.erwerk bezeichueie und in der er ein Progrumm' Kr die Renaissance des Mischen Geistes Und der jüdischen Wultur vermißte. Mghrend Ach'd Haems Polemiken sich in vornehmem Rahmen hielten, warendessen Anhänger vielfach persönlich beleidig.", b gegen Herzl. Inzwischen verschlimmert« sich'd:s'H^^r'-.n 5^r''s. er wurdeimmer müder und fomr EmPsiMichAit steigerte sich ■iMMWKiMNUtiMBkMUtZak Schuhe! S&k+.'.TT' bis zur Kwnkh-cts'igkeit; 'Merdies bereiteten ihm politische Mißerfolge viel KränLung. Nordam, welcher Achad Haam als Denker' und Krstkker nie schr hoch schätzte chies« Memmrg Wer Achad Haam bchielt er' lbis rn seine letzten'Tage; wie ntoch ein vor'i etwa ' zwei »Iahren im „Povple /Iuis" erschienener ArtUÄ' NosidausMeri Achad Hachn^btewchst), Vst beimir,; daß/die, scharfes Gdgnerschäst Achad Hcchans > Gegnern des- Zwhis- - mus Gelegenheit zu i persönlichen Angriffen jegen den Wrer gelbe und den kwuten Herzl verbittere. Inzwischen erschien. „Mneuland", der Roman, in-dem dw krank« Herzl sein ganzes' Zukpnftsprvgvamm hineinlegte. Bald darauf veröffentlichte Achgd Haam im ,^Haschiloach" eine scharfe Kritik, in welcher tzi-e Naivität des Buches hevvovgehoben uind das Fehlen jediveder Bezitzhung zur jüdiischen Ktrltur, zu hebräischen Sprache und dergleichen, bemängelt wurde. Die Krr'Ä erschien zugleich in russilscher Sprache im ,M?oschod" und m deutscher Spräche in einem Berliner Blatt. Herzl Mt davunte^ sehr stark und!boklagte sich bitter bei Nordau und Marmovek. Ms Nordau die Kri ik las, schrie er erregt: ,Ms Mltz anifhöreil, man muß den armen Herzl in Ruhe lassen!" Einige Tage später stand in der „Welt" Norda-us Angriff Zogen Achad Haam. in dem er ihn wie einen Bettler anS der behandelte, mit.,dem es sich nicht lohn«, sich m eine Diskussiv« einzsulassen. Ich'las diesen Aufsatz und lief sofort zu Nopdau, machte ihm Borwürfe, warum er so. schnell eine solche Kritik veröffen licht hatte, in wolcher er eine Diskussion über die Einzelheiten ablehne, und- Wies darauf hin, daß Nordau sich dadurch selbst in den Augen Achad Haams und ve'^en Anhänger schade. Aber Nordau antwortete mir ruhig: „Dort, wo es nö'ig.war"-— damit meinte 'er ^Herzl, der Noidau als Denker schr hoch schätzte —, ,-dort HM ich mein Ziel erreicht, um alles andere kiönmere ich twich rich''." Und wirklich wurde Nordau nach diesem Artikel von allen Seiten scharf attackiert, goschmäht und beleidig-. Er aber schwieg — denn er setzte auch diesmal, wie so oft, seine Person und seine Würde für di« Würde Herzls «in. __ ü. 8. Üm (Anläßlich Lines achten Todestages.) . Bon Z. F. Finkrlstein. Vom Dreigestirn der jiddischen Klassiker scheint Pere^ der einzig« zw sein, dessen Leuchten unvermindert forttvirkt. Während Mendeles realistische Mosaik allzu rasch in exotische Scherben zerfällt und Scholem A l e jch e m s sätirvche Lichter alln'MKch verblassen, wachst Pevez* wuchtiges Dichterprösil über soine Generation ms Zeitlose hinaus, zieht immer weitere Kreise vom. östlichen MM westlichen Iwbentum 'und gewinnt erst in historischer Distanz an Diese und visionärer Gewalt, i " ' In der jiddischen Literatur und im jüdischen' Volks«' leben macht sich sein eigenartiges DichterweÄ geltend. 'Ir :nehr die jiddische Diteratur vom Volkshaft-Primitiven ins Guropäifche umschdgt desto iybKnstWr scheint sie''si^s an Pevez' kosmopolitische und soziale Gesühlsart zu klämmern, und je mehr das Triebhafte der östlichen Iut^n- Massen im-mode-rmn Rationalisrnus zu zerrinnen drohh desto leibhafter stemmt, sich dagegen die schier unendlichr Schar urwüchsiger Iuderttypen, di« Perez in sein Dichterwerk einschloß. Von Schalmn Asch, - dem direkten - Erben < der Klassiker, über Opatofchu bis zu den Jüngsten, wie Uri Zwi Grünbe rg und M. L. Halpern, zittert unsichtbar Pev^' «tL», tut» msm Brief «ach Malsburs. Don Otto Abeles. Liebe Tante Sali! : ■, ■ Alle Straßen sind mit Mondlicht gepflastert, die nüchternste HäufeMil« hat einen romantischen blaugrün opalüsievenden Schheier umgeworfen. und. ein Himmel deckt die-BorfrühlingSnacht der Großstadt, ein Himmel -~ daß ich an eine Pessachnacht in Nikolsburg denken muß. Gcharf schnitt, sich das Profil des Schlosses in das Firmament, herrlich, gesammelt, waren bi« .. Gäßchen der ZMldenstadt am'Fuße -des Hügels, weiß schimmerten die stn! von Kalkstmch.überhauchten Dächer, purpurrot im Vergleich zu dieser ungewölMichen Mondhelle leuchteten dem vom Seder des Großvaters hennkchrenden Kinde die Fensteransschnitte. . . . In salcher Nacht und bei solchem Gedenken darf man Wohl ungestraft ein Weilchen elegisch werden. Wem könnte ich mich mitteilen, wenn , nicht Dir, gute Tante Sali, >die Du zuverlässig diese Zeilen nicht lesen wirst . . . ' Also. >laß es Dir zusiustem mit verhaltenem Atem, daß es das Jude>ngörtel nicht hört und d'e Hauptmasse noch won'iger (die'wohlfetzt längst nicht mehr, das Fieber der Pessäch-Rüsttage schüttelt wie einst vor vierzig Jahren) und >daß es schmr >gar nicht die i treuen Stuben unseres Nikols-'blürger' Stammhauses hören:. ft Dein alter Neffe ist noch immer ein „Sedergast^ft - - Hat. sich als Jüngling ins Bordertresfen der „Volksbewüßien"-^gedrängt, ist Herold der „Erneuerung" fünf-, undzwauzig Jahre lang, hat, weiß Gott, mit Sehnsucht, mit HerzensfveÄde, mit dankbarer Hingabe m«d — der Brief erreicht Dich ja nicht, so darf ich es Dir gestehen ü- Kcr oft Ä Mjever Verzweiflung um die „Heimkehr^ft ge" Mngon. 'ft '' . ftft-' . Aber zu dem eigenen Seder, zu seinem Seder hat es-der alte Knabe noch immer nicht gebracht. Nämlich:-man karm nicht bei den Urgroßvätern erwerben, was einem die Vater - zu vererben unterlassen haben. - ... -; Hab' «sich chineingeträuntt in die Blätter der Haggdq^ hcche W. krausen Zeichnungen.gedeutet, die köstlichen^Dphim^ente der Angebrochen fortwirkeuden vertraut sind mir die Sawjevoer Hagadah und die veneziänische, aeliebte Freunde in den Wochen vor Pessach sind Mir die Bilder rühmlicher spanischer Hagadaih-Werke; die pausbäckigen Kinder mit den N!eseupo saunen, die kleinen iippigen Musikaitten, die ftüisierten Mazzothscheibey, d'.e gutchl. bauchigen Krüge, überfließend' von krästigem Naß, die' würdigen Krstiune der Damen und Herren, die ebenso iügrinmrigen als erheiternden Tiergestalten, vor allem aber -äs.imer^rt bunte Geranbe um jedes- Blatt, ^denj .M svlgen, bis ich mich irgendwo, in den Irrwegen einer ftbesvMrs kühnen -Rosette verfange, mir manchen eiusamen Abeyds erwünschtes Erlebnis ist. lft .. und vertraut ist mir das Gestrüpp der Gagen Mid... Lieder, die dieses wundersame Familienfest? nicht Minder wild mmwuchern wie -das Gestrüpp der Ornamente die Illustration antiker Hagaden. Um -manchen DrtLgebrauch östlicher Sederabende weiß ich und-, um mÄnche merAvürdige Art, das Lied vom Lämmlem zu singen: und doch bin ich bloß Gast beim Seder, denn wer ihn nicht mit in die Wiege bekam, bem hmb er nie zir e^gen. Aber bin ich auch Gast, so bin -ich doch einer besonderer Äft. Glück hatte ich, gute Tante Sali — und hätte meine Epistel hier begonnen, dürfte sie Dir ruhig in die- Hände kommen, denn jetzt wird sie fröhlich werden un«d Dem« g-eMnden,. heute noch jugendfrischen Augen unter dem schtztzewerßen SchertÄ. sollen, so wenigstens. wünche ich's, Uür' fröhliche Briefe lesen. l ft'Wen« .es heute, dämmert,, werde ich zuim zwanMM : MM im nämlichen - Fveundeshause Gast beim Scder-'tzw,. E soweit mein Junge zurückdcükt,^ weiß er, daß/diese Minderung zum Seder voll Evioartung kommender 'FveudMttrnden der Höhepunkt des Jahves ist. Dort sitzt.ew Miciün auf ^richtig gepolstertem Pfühl, ringsum im stattlichen Kreis die^ Familie und Freunde, und viele Kinder. NsD.'bevör -er seiu'e alte Hagada-h auffchlägt,' Hafter die' BesH^rden des Tages uUd viel drückendeve,'die des LeÄns MmAch;' Oit einem ' weisen Lächelns beürlmM, - wäs Mich ünmerMchah- (nWches SHnerzliche geschah in diese): zwanzig Jahren) Und ffM auG immer droht ' (manches hpoht in weiwerWicMl' jüdischen HäMru) - 'in^vn^'r Pracht blüht das wemselige jüdische Familien-Oratorium auf, in ivelchem die Stirmuedes Jüngsten den Hauptpart hat. Als hätten er und die Seinen ein WuFes Jahr iu einem geheimen Schrank aufgespart, was sich an Heiterle'.t und Zuversicht aus zwölf Monaten lösen ließ, überströmt dieser Abend an geruhsamer Freude und hier und dort, ganz besonders natürlich mit fortschrertender Becherzahl, an üppiger Lust, zu singen und zu scheuen. Und. wer ein gutes Wort zu sagen hat, wie es sich in die Legendc dieser Nacht fügt, den lohnt AnemandeEingen bet alten dunkel-silbernen Sederbecherdie der Wirt wohl zu füllen versteht. Zwanzig Jahre im nämlichen Freuudeshause beim Seder! — Bin ich auch Gast — Zaun gast beim Uebevschrsitungsseft bin ich, Epigone, längst nicht mehr. Wer weiß, ob ich mich nicht fremder fühlte, wenn ich den Seder in. meinen Wänden zu feiern mich unterfinge. Wenn ich fchM Gast sein muß — um keinen Preis möchte ich's im eigenen Hause sein. So ist mir. Glücklichen und den Meinen ein AuMeich gegönnt, den ich mir wohl gefallen lassen darf. In Augen- Nickon der Uebevhebung, gute Tante, berauscht sich meine Seele an der Einbildung, daß ich zu diesem echtjüdischen Seder des-andern irgendwie gehören muß.' Holte er mich fönst Jahr für Jahr? Könnte er mich so warm zu sich rufen, wie es soeben tvieder geschah, toeräit ich seine schönsten Stunden störte? . Weil, ich noch die Bmmen holen muß, die immer mtt mir am Sedera-bend in .das Hausdes älteren Freundes kommen und neben dem Becher des Pros.heten Eliahu seit Jahren ihren Platz erobert haben, Muß ich schließen, Tante Sali. . - Grüß' mir den alten kreisrunden Fcknilientisch, ,de^ knarrenden Gasgang am Hinterhause, von. dem man weit in di^ mährische Ebene steht, den hölzernen blau unfe gülden bemalten Armleuchter und. vor allem die unermüdliche Spieluhr! ft ft . Es küßt Müde Hände Dein alter Neffe, der es nicht unterschätzt, eH richtiger, ein gerne gesehener, ja vielleicht sogosk schwer eWehrbicher „Sedevgast" geworden zu sein«.

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