Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1923-03-30 · Heft 1483 (30.3.1923) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1483 (30.3.1923)
Date
1923-03-30
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2979076-2980477-2980564--14275-3000995
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

«eite« Wiener Modenzeitung. Wien, Freitag 30. März 1923 Nr. im m E <r i;-* Herbergen. Da Sara ihr eigener Direktor und Rogisftnr, zugleich aber der Hauptdarsteller war, weilte sie mehr aus der; Bühne alZ unter diesem Schutzdach. Aber hatte die Mteuvin ge-- endet, schlüpfte die Dircktorm flugs in Len Guignol, räkelte sich in ihrem Lohnstuhl zurecht und zog, immer fröstelnd, ihren /Zobelpetz über die Beine hinauf. Anten regten sich, redend, yestikulierend, die Gestalten, zwischen die mitten hindurch, immer in der kürzesten Geraden und »mbekümmert, ob sie eine Gruppe zerschnitt oder den Geliebten dom Busen der Geliebten riß, unablässig eine noch knabenhafte, stumme, fremdartige Erscheinung in reich verzierter orientalischer Tracht huschte. Es war Zlbdul, Saras junger Negersklave, der, wie „um die Abendzeit am Springbrunnen", ab- und zuging, seiner Herrin den Tee zu kredenzen. Sie verstand ihr Metier zu gut, um ungeduldig zu werden; eher wurden es die anderen. Denn so. lange sie nicht zufrieden war, ließ sie immer von neuem ansangen: ztveimal, dreimal, fünftnal, und klappte es dann noch immer nicht, versuchte man es zum sechsten Male. Nur selten entftchr ihr ein zorniges Wort; da mußte schon einer mit vorher ausgetistelten Mätzchen gekommen sein, die sie haßte. Zumeist mußte die Kette aus winzigen antiken Kameen, die ihr tief über die Eorsage herabhing, ihre Erregung büßen. Sie riß mehr als einmal unter ihren zupfenden Fin-gern entzwei. Diese Kameenkette bestand aus Steinschnftten vor unerhörter Feinheit und war ein Geschmeide von kaum abschätzbarem Werts Sara hangle sie oft aus die Proben um, sie hielt sie für einen Fetisch. Er hat ihr kein Glück gebracht. Franz Werfels „Spiegelmensch" in französischer Ueberfetzung. Im neuen Spielplan der Pariser Gesellschaft dramatischer Autoren findet man die Ankündigung von dem ins Französische übersetzten Drama „Der Spiegelmensch" von Franz Werfel. Der Stic! heißt: ,^Lchonrme miroir". Werfel wird als „Ehcf vu theatre expressioniste allemand" bezeichne!. Der umgedichtete Schiller. Die zweite Studienbühne des Moskauer Künstlertheaters hat soeben eine Neubearbeitung von Schillers „Räubern" hevausgebracht. Der Uebevsetzer P. Mutokolski hat die Kühnheit gehabt, den Versuch zu unternehmen, „die alternde Romantik Schillers zu verjüngen und zeitgemäß umzugestalten". Zu diesem Zwecke ist der Prosadialog der Tragödie in Blankverse gebracht; in den Text sind allerhand moderne Worte, wie „Traktoren, Museen, Commis Voyageurs" urd dergleichen verstreut. Ueberdies ist der Schluß der Tragödie völlig umgearbeitet: den Schlußauftritt des fünften Aktes bildete ein Epilog, wobei Karl Moor vor dem Vorhang einen Monolog spricht und erklärt, sein alter Zwist mit dem Bruder Franz sei noch nicht beendet, er, Karl, zähle sich jedoch zu den „Romantikern der Freiheit". Die Ausführung findet den Beifall der Moskauer „P r a tßjb a". Pilichowski-Ausstellung in London. Der bekannte jüdische Maler Leopold Pilichowski hat in London» jetzt eine Kollektiv-Ausstellung seiner Merke verawtaltet. welche großen Erfolg fand. Unter anderem hat Pilichowski seine bekannten Bilder „Die Töchter Israels", „Tälnmdisten" und „Jüdische Hochzeit" ausgestellt, ferner Porträts von Sokolow, Mordau, Zangwill," Anatole France, Einstein und anderem, sowie einige Landschaften, darunter „Winter in Polerft'. Die Südamerikareise der Wiener Philharmoniker. Dnser mit so viel Beifall ausgenommen« Lichtbildervortraa wird, um vielseitigen Wünschen zu eutsPvecheL am 3. April 1923, halb 8 Uhr abends, im Großen Saale der Urania zur Wiederholung gebracht. Milwirkend das Bläsersextett Wcwmuch-Stark. Am Lesepult: Philharmoniker Armin Tyroler. Das Reinerträgnis dieser Veranstältung fließt den Wohlfahrtseir.»- richtungen des Vereines „Wiener PhiHarmoniker" zu. Aus den Theatern. B u r g t h e a t e r: Morgen, 7 Uhr, „Jakobs Ataum" von Richard Beer-Hofmann. Volksoper. Morgen Samstag „P a r s i f a l" mit Herrn SchürmaNn in der Titelrolle. Die Kundry fingt zum erstenmal Fräulein Rantzau. Deutsches Volkstheaterr Morgen Uraufführung des Dramas „Die beiden Söhne derMad a m e D u v e r n y" von Lorenzo A z e r t i s. Akademietheater: Morgen, halb 8 Uhr, „D a 8 blaueWnnde r". _ Eerichtssaal. Der Raubmord im llhrmacherladen. Unter Vorsitz des Vizepräsidenten Hofrat Dr. Habiek i n e k fand gestern ein Prozeß wegen Raubmordes gegen den 27jährigen Photogvaphengchiffen Rudolf Schiller statt, der beschuldigt ist, am 19. Juni 1922 aus tückische Art den 73jahrigen Uhrmacher Franz Hrdlicka in seinem armseligen Laden in der Schönbrunnerstraße 99 vorsätzlich getötet zu haben. In der Anklage wird dargestellt: Der 73jährige Uhrmacher Franz Hrdlicka hatte in der Schönbrunnerstraße 99 einen kleinen Gaffenladen inne, der durch eine Holzwand ohne Tür mit einem rückwärtigen Raum zusamurenhing. Anischließend an diese beiden Zimmer befand sich die Wohnung der Eheleute Hrdlicka, durch eine Glastür verbunden. Es war um dreiviertel 4 Uhr nachmittags des 10. Juni, als sich die Gattin des Grefes in ihrer Wohnung mit häuslichen Ackerten beschäftigte, von wo aus sie einen Uelbecklick über den VerkauMaden hatte. Sie war ftir kurze Zeit in den Hots gegangen, kehrte dann zurück und sah zu ihrem Schrecken, wie ein fremder Mann in der nun offen sichenden Kasse hevumstöberte. Als er chrer ansichtig wurde, stürzte er Plötzlich davon, schlug die Dure hinter sich zu und flüchtete. Böses ahnend, trat Frau Hrdlicka in den Laden und fand dort ihren Mann, mit dem Rücken der Wohnung zugewendet, aus dem Fußboden sitzend, an einen Kasten angelchni. Er war blutüberströmt und bewußtlos. In einer Blutlache schwammen Gchirnteile. Entsetzt lies Marie »Hrdlicka aus die Straße und stieß Hilferufe <mß. Die Leute sahen auch einen Mann flüchten, eine Frau beobachtete, wie ein Verdächtiger in das, Hcvnstor Schönbrunnerstvaße 195 lief und teilte ihre Wahrnehmung dem Oberwachmann Peter mit. Als dieser in das Hans eintrat, kam ihin der Hann entgegen. Mutslecke an den Händen verrieten ihn, er gab auch sofort die Tat zu, bat nur, kein Müffchen zu machen» und sagte: ,Zch habe ihn mngebracht!" In der Tasche des Berhaifteten, der sofort seinen wahren Namen Rudolf Schiller angab/ fand man ein 31 Zentimeter langes, fast drei Kilogramm schweres, mit scharfen Kanten vers'chenes Äahlstück, das frische Mutspuren aufwies und sorgfAtig in Papier gepackt war. Ferner waren im Besitze des Schiller als Beute zwei silberne Uhrgehäuse, vier Uhren, ein silberner Anhänger, ein Ring, drei Busennadeln» ein Armband, ein Paar Korallenohrgehäuge und vier Silberketten. Schiller sagte noch dem Oberwachmann, daß er den HMicka vom Verkaufsraum in die anstoßende Kammer geschleppt habe, damit man die Spuren seiner Tat von der Straße ans nicht wahrnehmen könne. , Der alte Hrdlicka starb noch in derselben 3kacht im Wiedener Krankenhause. Sieben schvere Verletzungen wies die Leiche am Vorder- und Hinterhaupt ans. Nach dem Gutachten muß HMickaschon mit den ersten Hieben zu Boden gestreckt worden sein. Das Urieil. Die Geschwornen beantworteten die Hauptfrage ans das Verbrechen des tückischen Raubmordes mit 12 Stimmen Nein, die Eventnalsrage ans räuberischen Totschlag mit 12 Stimmen Ja., Aus Grund dieses Verdiktes verurteilt« der. Gerichtshof den Angeklagten Rudols Schiller zu zwölf Jahren schweren Kerkers. Schiller nahm das.Urteil ruhig entgegen und hielt sich Dedentz-eit vor. Volkswirt. Gestempelte Krone ---8.0977 ßenUmes. Auszahlung Wien — 0.0070V- Sentlm«. In Zürich notierte 0.0076'/, ( 0.0076 0.0077 ( 0.0076 10.10 ( 16.07'/* 0.0253 ( 0.0259 213.60 (213.50 541.50 25.37 35.95 26.82 5.50 die österreichische Krone . . die österr. gestempelte Krone die tschechische Krone . . . die Mark ........ Holland . New-Iork. London ......... Paris Mailand ........ Belgrad......... Bukarest ......... Sofia.......... Budapest ........ Warschau. 4. O.UV, ( 0.0130 ( (541.37 ( 25.38 ( 35.35 ( 26.65 ( 5.55 ( 3.90 0.12 0.0125 am 28. März) am 28. März) am« 28. März) am 28. März) am 28. März) am 28. März) am 28. Marz) am 28. März) am 28. Marz) am 28. März) am 28. Marz) am 28. März) am 28. Ma^) am 28. März) Die Devisenpreise. In Zürich hat die Devise Berlin eine merkliche Abschwächung erfahren. Dies hängt mit den starken Steigerungen der Valuten nn vorgestrigen Berliner Abendverkehr zusammen. Sie senkte sich von 0.0259 auf 0.0253. Hingegen zeigte hie D evise Paris eine starke Erholung von 3535 auf 35.95. Es sollen hier aus London und New-Aork Aufträge für Pariser Franken eingelaufen sein, welche eine Erhöhung des PrrsniveauS verursachten. Inwieweit damit eine Stützungsaktion der französischen Regierung zusaimnenhängt, läßt sich vorläufig noch nicht ersehen. Bemerkenswert ist die Steigerum» der Devise S o s i a von 3.90 auf 4.—. Die b ul g arische Devise zeigt in den letzten Tagen fortdauernd eine steigende Tendenz. Es scheint dies damit zusammenzuhängen, daß die Reparationsver» pfiichtungen Bulgariens bedeutend ermäßigt wurden und dies eine Erholung der Lewa mit fich brachte. Die D e v i s e P r a g befierte sich um ein Geringes von 16.0750 ans 16.10. Hingegen hat sichBudapest neuerlich von 0.12 auf 0.1150 ermäßigt. DieDeviseWien besserte sich von 0.0076 aus 0,0076.12. In Berlin haben wohl im offiziellen Verkehr die Devisen eine kleine Erhöhung erfahren, doch war im außeroffiziellen Verkehr die Steigerung viel starker. Offiziell stieg das Pfund von 97.779.90 auf 98.558. Der Dollar von 20.927.55 auf 21.246.75, der sranz 3 sisch e Franken von 1375.55 auf 1398.45. Im Verlaufe deS Verkehrs selbst waren wohl viel höhere Kurse zum Vorschein gelangt, doch hat im letzten Moment die Deutsche Reichsbank mit größeren Abgaben eingegriffeu und dadurch das Kursniveau gesenkt. In Wien wurde infolge des Karfreitages der Clearing schon gestern ab geh allen. Der Dollar senkte fich von 70.960 aus 70.850, das P f u n d von 331.600 ans 331.200, dietschechis ch e K r o n e von 2102 auf 2092. Dagegen waren französische Noten im Einklang mit der höheren Züricher Notierung fester und notierten 4635 gegen 4605 am Vortag. Nachstehend die offiziellen Notierungen: Glearlsgkurse der Österreichischen HationalbaDk vom 29. März 1923. Devisen (Schecks und Aus* Zahlungen) Amsterdam t. 1 holt. Gulden , Agram 1 Jug. Kronen , . . Belgrad 1 Dinar ...... Berlin 1 deutsche Reichsmark , BrUssel 1 belgische Francs , , Budapest 1 ungarische Kronen , Bukarest 1 Lei. , Chrlstlanla 1 norweg. Kronen . Kopenhagen 1 dänische Kronor . London I Pfund Sterling , Madrid 1 Pesetas »»»»,, Mailand 1 Lire . . . « . , , hiev York 1 Dollar...... Paris 1 Francs ....... Prag 1 tschecho-slow. Kronen , Sofia 1 Lewa . Stockholm 1 scJtwedlscheKronor . Warschau 1 polnische Mark . , Zürich 17 schweizerische Francs . Zins fuE Kurs vom 28. M&rz ' Geld Ware Geld Ware 4 28025.- 28125.- 28075.- 28175.- 6 717.— 719.- 719.- 721,- 6 717.- 719.- 719.- 721.- 8 3.33 3.43 3.38 3.48 4'/, 4044. 4056. - 39941- 4006.- 6 16.45 16.55 16.35 16.45 5 12785,’- 128151- 12785!- 12815!— 5 13585.— 13615,— 13560,- 13590.- 3 332900.- 333500,—333300. — 333901-.- 5V, 10865.- 1C895,- 10865,- 10895.- 6 3531.- 3539.- 3521.- 3529.- 4 71175.- 71325,- 71275.- 71425,- 5 4694.— 4706.- 4664.- 4676,- 5 2112.- 2118.— 2119.- 2125.- IV, 527.50 523,50 529.50 530,50 4*/a 18880.— 18920.- 18880.- 18920.- 6 1.71 1.81 1.70 1.80 3 13435.- 13465.- 13160.- 13190.- Noten amerlkan, Noten v. 8 Dollar autw» _ , » t .. » kleinere . » Belgische Noten 100 Francs . . Bulgarische Noten zu 1000 Leva » » * » l® » » kleinere. . . Dänische. Noten 100 Kroner » » Deutsche Noten zu 1000 Mark. ' ■ n 100 * * _ , . . » kleinere. . . , Engl. Noten von 5 Livrest. aafw. » » kleinere. französische Noten 100 Francs Holländische Noten 100 Gulden » Italienische Noten v. 100 Lire aufw. » « kleinere . . » Jugosl. Noten engest, zu 1000 Dinar » » 100 ■ » » „ kleinere . » Norwegische Noten 100 Kroner Polnische Noten v. 500 Mark aufw. kleinere Rumänische Noten zulOOOu.50O*Le! _ i. . „ kleinere . . Kuss. Noten (Roman.) zu 500 Rubel > > . 100 » » » . kleinere. . Schwedische Noten 100 Kronor . Schweizerische Noten 100 Francs. Spanische Noten 100 Pesetas . Tschecho-slow. Not. v.1000 autw. » . kleinere . Ungar. Noten (neue Em.) zu lOOOKr. .zu 10.000.Kr, . . » ■ . kleinere ..... 7C850,— 71150.- 7095k- 71850— 70750.- 71050.- 70850.— 71150.-1 3985.— 4015.- 3035— 3965.-1 506.- 510.- 508.- 512,-i 48§!- 49o!— 4ÜI 4Ä!^ 13430. - 13490.- 13405— 13465— 3.20 X50 3.27 sji —•— 331200!- 3322<)b!— 3316ÖÖ— 33260o!-i 331000.- 332000.- 331400— 332400.- 4635.- 4635.- 4605.— 4635.- 27875.— 28075.- 27925— 28125.1 3497.50 3512.50 3487.50 3502.51 3477.50 3492.50 3467.50 3*82.5» 712.- 716.- 714— 71M -0 704.- 708.- 7C6— 710.-, 12645.- 12705.- 12645— 12705.-, 1.56 1.86 1.55 1.51 1.81 1.50 329.— 331.- 335— 337— 309.- 311.- 315.- 317— —0 -.-4 —•— 18660.— 18740.- 18660— 18740.-1 13045.- 13105.- 13070— 13130— 10740.— 10800.- 10740— I08CW)-— 2095.- 2105.- 2102.- 2112.-1 2090.- 2100— 2C97— 2107.-1 13.65 13.85 13.30 13.5| 13.90 13.80 13.25 13.41 DK tfchechv'flowMsche znderhewirtschnftuns. Von unserem Brunner L—. S—.-Mitarbeiter. Die Bedeutung der Zuckerindnstrie für die; Länder der ffchecho-sloivaMcheu Republik ist bekanntlich sehr groß, denn sie bildet einen der Grundpfeiler des WoWandeS und der wrrtschaf'lichsn Entwicklung dieses Staates. Mit ihr aufs engste verknüpft ist die Getreideproduktion und die Viehhaltung. Die Nebenprodickte bei der .Rüben- Zuckerproduktion Wibenköpse, RübeMätter, Schnitzel, Melasse) stellen ein vorzügliches Viehfutter vor. Ferner erhält die Landwirtschaft durch den sogenannten Saturationsischlamm ein ausgezeichnetes Düngemittel. Die Zuckerindustrie der ffchecho-sidwakischen Republik umfaßt insgesamt 186 Fabriken; demnach befinden sich 85 Prozent der Erzeugungskapagrtüt Oesterreich-Ungarns im Gebiete unseres Staates, so daß sich der Sitz der Zucker- Industrie eigentlich in unseren Ländern 'besiudet, wo die Kultur der Rübe und die Zuckererzeugung eine große Vollendung erfahren habm. Wir können daher normal mi^ einer Produktion von zirka .12 Millionen Zentner« Zucker rechnen. Doch konnte diese Erzeugungsziffer schon im Kriege durch die Einschränkung der Produktion um 30 Prozent nicht mehr erreicht und auch in den Nachkriegsjahre n mit Rücksicht aus die schwere Beschaffung der für di« Kultur der RÄbe erforderlichen Arbeitskräfte und die hohen Gestchungskosten nur die Holste erzeugt werden. Allerdings scheint es, daß durch den nunmehr bedmtendm Mckgang der Getreidepreist, die eine rationelle Produktion ausschließen, der Rübenbau iw reder z-unehmen wich, zumal hierzu besonders durch die in letzter Zeit emgetreteue Zuckerpreiserhöhung aus den AuslanldsmäMeu unwMürlich. ein Ansporn gegeben ist. Die in Amerika einsetzende sprunghafte Hausse, die inner- HM von 11 Tagen ein Ansteigen der Zuckerpreise um ungesälhr 30 Prozent bewirkte, wird damit motiviert, daß die Weltpro» duktion Mr Deckung des Verbrauches nicht ausreicht. Dabei fällt wohl hauptsächlich der Verbrauch Amerikas, der mit der EinMhrung des Mkoholverbotes bedeutend gestiegen ist, ins Gewicht. Jedenfalls wird die gegenwärtige Preissivuation za einer umfangreichen Ausdchnung der Zuckerproduktion m, Europa und Amerika führen. Der jährliche Zuckerkonfum im Inland bebaust sich unter den gegebenen Verhältniffen auf 3 bis 4 Mllionea Zentner; es vleöben daher für den Export ungefähr 7fr Millionen older — wenn wir mit der erwähnten Einschränkung der Produktion rechnen — über 3 MMionen Zentner übrig. Stand doch schon im alten Staat Zucker als Ausfuhrartikel an. erster Stelle. In Frage komnvt meist Export von WeißFucker,. der bisher ein Qualitätsexport war, da die guten Marken der; böhmischen und mährischen Fabriken gesucht und gut ge-, zahlt sind. ' Der Weißzuckerex-Port geht teils über Aussig achder EVbe nach Hamburg und von da nach E n g l a n d -und Uebersee, teils über Triest nach dem nahen Orient.. Werbers kommen^als Aussuhrstaaten auf dem europäischen Festland in erster Reihe Oesterreich und die. Schweiz im letzten Jahre auch Frankreich infolge seiner verfehlten Zuckerexportpolitik in Betracht. Nach dem Umsturz lag bekanntlich der gange Zucker* export aus der Republik in den Händen der Zu cker komm ist fron in Prag, die an Stelle der österreichischen Zuckergentrale getreten war. Da die im Export erzielten Uederpreist dem sogenannten Mehrerlösfonds znsielen. Wer dessen Verwendung die Regierung entschied, hatte diese das größte Interesse daran, so viel als möglich zur Ausfuhr zurückzubehalten; erhielt doch der Staat aus den Anssuhrivberschüffen in den Kampagnen 1918-19, 1919-20 und 1920-21 einen Betrag von über 5 Milliarden ffchech. Kronen. Diese zentrale Bewirtschaftung des Zuckerexportes war natürlich nur so lange möglich, als die bedeutenden Ueberpreise im Export erziolt werden konnten und sie mußte in dem Zeitpunkt fallen, als unser Zucker durch die Steigerung der Krone und die zu hohen Gestehungskosten auf dem Weltmarkt nicht mehr konkurrenzfähig war. Deshalb wurde die Zuckerkommission (Kampagne 1921-22) liquidiert und der inländische Zuckerveckaus nunmehr von einem ans eigene Rechnung arbeitenden Kartell, dem sogemnn- Zeder Jude, der ack Aufbau Palästinas und der Organisierung des jüdischen Volkes Zuteresie bat. leiste Schekelbeitrag und Varteisteuer! .. ___ _ ■ - ^trrin

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.