Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1482 (29.3.1923)
- Date
- 1923-03-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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spaspass ».MM Mm, Donnerstag Wiener MoLsenzeitnng. 29. MÄtz 1923 Seite $ wS».!., irr^^s Interterritorialer Verlag „Renaissance“ (Erdtraoht) Wien, I^Johannesg.14. Tel.73339 \ SOEBEN ERSCHIENEN: Hermann Menkes: Jtidin LoOHOFSL Hermann Blnmenthal: Qilmil l Die packende Liebesgeschichte eine« Wiener Judenmädels Ein kabbalistischem Roman — ein neuer Golem TEromlrtpft; y f y ^mx> atinmsitn e saoaa nmuMMi! «r ir aha »• aaA<wn „ , Ein kabbaliatiache^Roman - ein netter Golem aebunaen L 20 000 Broaohiert K 15.000 Gsljxmaen K 20.000 ErH<liclx in. allen BuclaliandlxmganL und loel Ist. LÖWIT 9830 Die arMsche ExMtivr in PaWino hat eim Profftauttltilm erlassen, in welcher die Einsetzung einer nationa-!le« Regierung in Palästina, die Zurückziehung des englischen Mandats und die Einordnung Palästinas'in eine Föderation arabisch e-v Staaten gefordert wird. Die Mamnensetzuns des gcfetzgebetlden Rates. London, 27. März. <J. C. B.) In Beantwortung einer Anfrage, die im Hnterhanse voir Kapitän Foxewst gestellt jwuaÄe, eErte der Unterstaatssekretär der Kolonien jOmrsby Goro unter Berufung auf den entsprechenden königlichen Erlaß von 1922 folgendes über die Zusammenjetzmng 'des gesetzgebenden Rates von PMst'ma: Außer dem Qbevkoncmiffär setzt sich der Rat ans 22 Mitgliedern tzusamimn; Von diesen werden 12 von der Bevölkerung gewählt und 10 von der Regievung ernannt. Der O berkommissär als der Präsident des gesetzgebenden Rates ist berechtigt, im Falle der Gleichheit der Stimmen durch Abgabe seiner Stirmne den Ausschlag zu geben. Me Königin «nd der Kronprinz von Belgien in Palästina. Die belgische Königin und der Kronprinz um Belgien kommen auf ihrer Mckreise aus Luxor nach Palästina, wo sie Gaste des High Conrmissioners Sir H erbert Samuel sein werden. (I. P. Z.) Jüdisch bei der Volkszählung. Wie bekannt, ha-ben W Pvr^ent der palästmenfischen Juden bei der Volkszählung hebräisch als ihre Muttersprache angegeben. Wie nachträglich 'bekannt wird, haben im ganzen 1916 Inden als ihre Muttersprache ,/Jiddischs 'bezeichnet, unter ihnen 14&1 in den Distrikten Jerusalem und Jaffa. <I. C. B.) Rundschau. Sie Londourr Srienttouserenz. London, 28. Aiürz. (SC der „Wr. MvrgenMrkuig") Nach der gestvigm Vollsitzung der Sachverständigen wurde folgendes Coimmmrgue veröffsntbichb: Die alliierten Vertreter haben untrx donr Vorsitz von ßord Cnrzon die Berichte der SachvLrftätrdrgAÄommissio» über die Mmziellen, wirtschaftlichen und sonstigen GarcuBien de r türkischen Vorschläge geprüft. Nach dietser Prüfung und nach einer Diskuffüm wurde eine völlige Einigung erzM. Alle Punkte dev Berichte wurden genchrBgt. Auf die Note Jsmet Paschas von: 8. März ist eine AwÄvvrt cmgAwrnnrev worden. Dieser Entwurf Wird zur endgüNgen Annahme der« alliierten Regierungen unterbreitet iverüen. Man hofft, dich «ne Genchmigung imvechM 48 Sbundm möglich sem wird. Eine glerchlautsrÄe Rot« wird sodann nach Konftautinopel ol^efeÄdöt werden, um der Regierung vor.» Angoa» durch die foangösischeu, italiisnischen, rnMchsn und japanischen dchlomatrschen Vertreter iibermittelt z:: tverden. Es «ist beabsichtigt, diese Note zu vsrvffonrlichen. Das Communicnre enchNt koinerloi Angaben über die Böschlüsft der Sachverständigen. In gut unterrichtet«: Kreisen verlantet aber, daß unter «chevem beschloffen wurde, die nächste Konferenz in Lausanne ÄbAichÄdein. Me Konferenz soll in der zweiten Aprillhälfte eröffnet werden. Am Diensbaymorgen vuHs'rg Lord Cnrzon BernsÄos rmd irntechiÄt sich'mit chnr lüngereZert über die Griechenland betreffenden Fvogon. Dompavd und die übrigen fvan- Mscherr Delegierten tverden Mittwoch urorgens nach Paris Hurückkchvsn. Nach 0Mor Meldmrg aus KonstautiLoPÄ hat di« Regierung von Ä« gor «nach Empfang der Meldungen aus London, wonach die türkischen Gegenvorschläge abgelehnt wordm seien, sine außerordentliche Sitzungunter dem Vorsitz Kemal Paschas embeonftr«. Nie amerikanische klnwanderuiWgesktzsebimg. Washington, 26. Mmtz. (I. C. B.) Der Fühver dev Immigvationsgegnev ist Amerika» Kongreßmcm Johrvfott, bvachte int Kongreß ein« neue Einwander n ngsbill ein, die gogerckber fernem frühMn Vorschlag eme göwisse Er!leicht«r«<ng bödsütot. Statt einer z w-e r pwzenllgen Quote laut dem Zerchrs von 1890 ficht die neue Will die gleiche Quote laut dem Zensus von »1910 vor. Diese Erloichtiwmg wird aber durch den Nachteil ausgoglichen, daß kau-t dem fvuheven Vorschlag jeder ame- 5^7(5011^^ Bürger das Recht gehabt hätte, seine Bew wandte« außerhalb der Quoten in das Fand zu brinigen, währuÄ» die neue BAl diese Rechte stark ein-!sch rankt.! Aus Gmnd der NMechaiMnngen des Wischen Kongvchmrtgliedes S i e g l mit dom Staatsdcharten^nt bel steht die Aufsicht, daß bis zum 1. IM Laufenden Jahves 10.000 weitere Immigranten a«ns Polen h die Vereinigten Staaten hinerngelassen werden. Nachdem \ das ArbeitSdepavtoment Ende Februar bekannt gegeben hatte, daß die Polnische Quote erschöpft sei, wandte sich das Wische Mitglied des Kotvgresses Srogl an das Staatsdepartement und wies - nach, daß die Berechnurrg der Polnischen Quote unrichtig durchg-esÄhrt -ourde, nvdem Ostgalizien und dür Gegend von Pi ns k, di« Teile der polnischen RepMik sind, als von Polen gesondert behandelt wurden. Korrgreßwan Siegl erhielt , mm vom Sekretär des Staatsdepavtemenis Hughes die Nachricht, daß «ine vereinigte Kommission der Arbeits-, Staats- und Handelsdepartements beauftragt w::rde, die Berechnung der polnischen Quote zu erweitern. ZtMe« und die Ma«dr>; frage. Rom, 27. März. (I. E. B.) Der ronnschen Zeitrmg ,Moce Republicana" zufolge hat der italienische Botschafter in London von Nom <u:s die Weisung erhalten, Lord Curzo n den Wunsch der italienischen Regienmg auszusprechen, die Man-datsfrage noch- .mals zu prüfen. Ms Airtivort darauf traf eine . Note des Foreign Office ein, in ioelcher über einen solchen Wmrsch die höchste .Bertvl:-nder:mg ausgesprochen wird. Der italienische Botfchafder bekam aber trotzdern den Auftrag, auf dem italienischen Standpunkt zu ibestchen. Bis jetzt fehlt jede offizielle Bestätigung dieser Nachricht, die aber auch nicht dementiert wurde. Ser AutizioM Lord Beaverbrook. Wie die I. P. Z. aus London nwldet, hat Lord B e a v e r b r o o k, der nur drei Tage ir: Palästina geweAt hat, in seinen Berichten an sein Blatt, den „Daily Expreß^ erMrt, daß er die Sache der Araber unterstützen wolle, die wünschen, unter Englands Mandat Zu bleiben, jedoch die Zurücknahme jdter Balfour-Deklarativn! verlangen. Lord Beaverbrook erklärte in seiner Rede den Arabern, er fei ein überzeugter Gegner des Zionisnms, er glaube, Lord Balfour habe einen Fehler gemacht. Nur aber zu beweisen» daß er dies nicht aus Mtisemitismus tue, wolle er hinzufügen, daß er zuerst von einem Komitee britischer Juden ersucht wurde, gegen den ZioniKnms aufzutreten. Dtzr ,-Ietvish Chr'vnicle" fordert mm Lord Beaverbrook lHentlich avft zu erklär«,, wer diese -Mfchen Ass Mer Wett. Vv«dv«, 28. März. (WvM.) Lord Robert Eeoil ist gchem in Rew-Uork en^etvoUen. Er «Märte, er würde gerne Amerika ebenso w« Deutsschlond twb Sowjetrußland in: BoWetLumd sch«:. Die beiden letztgsKarmte« Staaten würden feines Erachtens zugelaissen werden, wsrm sie m goeiyweter Weife dcrvmn a n suchten Sondo-n, 38. Mürz. Am 1. AprÄ wird die A. IcHres- 'konferenz der mvabhäuyigM Arbeiterpartei Englands erWnet. Das ProgmMN mnisaßt u. a. die StÄiMWwhn:« zmn BvWerbu»Ä>, zur SaMMermva urS» zum RevaralwusyrMern. Loudvn, 38. Marz. MoU.) Nach einem Bericht der ,Mimes" stchen in Meisopotamien infolge der Uederfchwammmg durch dvn DgmS 300 Quodvarmeil«« unter WÄfer. Bagdad ist fast ganz von Wasser umgebe«. Budapest, 28. Mmu. Am 12. Woril beymntDie Berhanddmfi gegen 67 Arbeiter und Studenten, meist WnderjahriM, die bchhMügt tverden, daß sie eine n«re Diktatur des Proletariats m Ungarn aufvichteU wollten Die BÄchckldigt«n schon seit Monaten i« Unter-- ittAwKiwrit. ^Budapest, 28. März. Nach MitteÄmvgen des Fi«a»tzmm^ters werden deumächst die ungarischen Eisenbahntarife, «nd zwar die Perfomntmffe um L0 Prozent, die Fvachtemarift um 20 tts IM Prozent, erhöht todfett. Sagestieridit. Ver MMr nt oer rmMsgMemve vetWegi. Entgegen den vkkfachen ZevtrwgSnachvkchben muß ftst^sstellt werden, daß Bürgermeister Reum ann «in einer privaten Untewedung mit dem VizeprüsiderÄen der .israÄMschen Kultusgemeinde, Herrn Dr. Düsider Friedmann, seine Bermrtt- >l«ng angeöoten hat, daß sich jedoch, der KnÄusvorstand als antonmne, fve»gewichtte Körperflhaft n.icht Hostknrmt gefunden hat, diese Bemmttkmrg anzunchmen. CS ist deshalb umichttz^ daß unter Vorsitz des Herrn Bürgermeisters BerhaMnngen zwischen beiden Tollen stattgchrnden und zu irgNÜrsmem Ergebnis geführt Hatzen. Dagegen hat sich eine Dchmwiion der GtreÄleitamg unter BevusÜW auf Herr» BürgsrmrLster Remnmm am L7. d. abends im Präsidium der KuttuSgemÄrde amgefunden Snd einen schriftlichen Vorschlag der GtvsiKMmg Äbsvrsrchi. Me langwierigen Verhandlungen, WÄche gestern ÄS in di« späte Nachtstunde wÄftten, brachten endlich das Ergebnis, daß der Streik gütlich öeigeregr wurde. LusammeuftSße zwischen Arbeitslose» «nk Polizei. In den VMtagsistmchen des gestrigen Tages versandt melfleu sich auf dvnr Matzleinsdorfer Platze rnch-rere hm:-^ dert Arbeitslose und beschlössen, einen Demonstre-! tionszug i,n die Stadt zu unternehmen. Der.Zug devl DemonstrcmtM, der sich vovwiegeitd aus kommnnistlschen^ Elen:enten zusammenfetzie, wurde jedoch vorr der Polier! allgehalten. Der Äl::ffsrdernng der Sicherheitswachlenie. leisteten die Demonstranten nicht Folge, -weshalb die Wachemehrere Verhaftungen wyrnehmen mußte. Z>r! ernsteren Zusammenstößen mit der Wache kam es an der Ecke der Rei nprechtsdorfe rftruße und SchönbiMluerstraße.! Die Demonstrortten nahrnen gegen die Wache eine drohendej Haltu-ng ein und empfingen sie mit Ste-inwürfen. Drei Wache sah sich genötigt, vom Leder zu ziehen, und es gelang! ihr, nach einiger Zeit die Denwustranten zu zerstreuen,! ohne daß sic von der Waffe Gebrauch machen mußte. Lbmäimerkonsereuz der Metallarbeiter. In der gestern abends stattgefundörun Obmärmec». Konferenz -der Meta^llarbeiterorganisationen! wurde der vom BerhanÄlMgskormtee erstattete Bericht ge-, nehnngt und dmrsolben die Vollmacht erteilt, auf Grund der bisher getroffenen Vereinbarungen das neue. Uebereinkornmen nni deil Urrternehmevn am Dienstagj abzuschließen. Zur Arbeitslosenfrage wurde eine Eut-i schließung airgWEmen, ^reiche gegen die Mehmnde Haltung! der Regierung gegöllüber der- -Forderrl-ngen -der Arbeitslosen s entschieden Verwahrung einlegi und zugleich das. Vorgche:: der Polizei bei den gestriM Straßenkundgebtlilgeu aufs schärsstc verurteilt. FLnftache SrhShMlg der Ltuvieugeiver an de« Hochschaleu. Der Senat der Wie:«r Universität hat den Beschluß ge-! faßt, für die Durchführung der Inskription Än Sommersemester 1W3 für Inländer die Zeit von 4. bis 14. April 1923; und für Ausländer die Zeit vom 16. bis 31. April 1633 festM-' setzen. Nachträgliche Inskriptionen' werden nur ganz ausnahnts-! weift bewilligt.. Nach däm A. Aprll 1633 werden Gesuche um! nachträgliche Jnskviptivn nicht mehr angenvrmnen. Mit de:: Inskriptionen für das Sonunersemefter -lverden^ glen^eitig die St-ndiengebuhrerr eine fünffache Echo-Hung er-! fahren; ein Nntervichtssemester an der Wiener Universität wird! auf 120.000 K. und an den übrigen Hochschulen aatf 100.000 \ bis 120D00 K. gn stchen kommen. Auch die Prüfungstaxelitvevden «HM. Die Taxe des Doktorates wird sich auf eine ha lbe! Mllion Kronen stellen. Vorlesungen - nm für Arier. Dem' Kultnrrrivoan der Hakerrkveuzler und ihrer G» siMnmgsverwaMen entspricht es, daß bei ihne,r auch die! medizimsche Wissenschaft Mssenmäßig emgÄsilt wird. Darauf^ ist der empörende Borgartg zurückzlkführvr», der sich an der! medizinischen Fakultät der Wiener Universität jetzt abspielt.! Dort kündigt nämlich eine Rvihe von Dozenten Kollegien mü> Krwft an, Äe nur für Arier Kugänglich sind. ,Das; bedeutet natürOch nicht etwa, daß chinesische Hörer, tvelche iw guter Bcckrta zMen, zu diesen Kursen Semen Zutritt haben,- sondern daß Juden vom Besuch dieser Kollegien und Knrsej ausgeschkosss»: siÄ>. Die ,Munde" berichtete, dft soziale Vereinigung jüdischer Aerzte in Wien hätte den jüdischen Pvünar--! ävzten rmd Dvzerrien nahegelegt, als Bergelbungsmatznahme gu ihnm Vorträgen christliche Studenten nicht mehr zuKubasse»:. Wie uns von der Ve^inignug nvitget-M wird, wlrcde ein; solcher Beschluß, der der jüdischen Deickungsart nicht! entspreche, nicht gefaßt. Don tvaurrgen Ruhm der Kultur«! losigkeit, welche sich stets in -der Beschrmckmvg der Wissenschaft durch national« :md sonstige Vorurteile gecmltzert hat,; Varn.« man ruhig völkischen Kreisen überkaffen, welche einer! chrlichen nationalen DetckuingSart unfähig sind. Ein Vertreter der ,Mn^)e" befreite den Pvodeöari ded cheviMischen FcckrEt Prof. Dr. Dnrig über diese voirl .arischen KollegieMdEndlgungen. Pros. Duriig erklärte, es sei! Hm daeiKer noch nichts bekannt. Bei dieser Gelegenheit gab der Prodekan einige bemerksnswerte Aelcherungen! «der den Numerus cfoufuS und seiw Folgen, Die imr nicht! verfehlen wollen, zu Nutz und Frolnnwn alber dölkischm Kulturträger hier nochnnüs Wiedsrzugebe-n. Prof. Dnrig sagte:- ^Die Wiener modizivische Fakultät samt -ihren Instituten ist! durchaus auf dm Zufluß von außen MWwiesvn. Ut:-, gefähr ein Zwei undd rei ß i gstel der KollegiengÄdev! und der LcchovatovVm:sbMräge komnrt von Inländern.! Die Ausländer, die die zehnfache Taxe zu bezahlen haben,' kommen für dm Rest ans. Wenn dieser Zufluß, der nach! der Lage der' Dinge vor allem aus der« östlichen Nachbar-! ländern OesterveichS zu erwarten ist, aus irgendsinem Grund; wogsiele, müßte WH» «nwsigeÄich auf dm Rang einer ga»K kleinen Provinzuniversität -nrücksir^ielr." mm Leinenwaren, Wasch* waren, Stoffe, Wäsche, Strick waren Bgg^aRm^fii i ,i iijiuffliw WiW.WM 'S unurriitU V W» Freiste ■ II., TaborstraBe 48 Telephon 1-70 7-4 ' En gras En detail