Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1481 (28.3.1923)
- Date
- 1923-03-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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^w7'"7w^^.^"r”l^K!Tr'J'l«yiW.fn.'T»y^ »^«»»'«»!y^>px>->»>>d,» mki Wienr« Moesenzettmtg. 28. Mai 1923 Nr. 14SL Polen, RMbWerW msdm MMm Senator Körner. Aus Warscha« tohft uns tzeschrichem Ms dev zwri-rstische Senator mrd Gerneinderat Körner an einem der letzten Abende aus einer Sitzung der Fina-nzkonmnssion des Stadtrates nach Hause ging, wurde er knapp an der Tür ferner Wohnung von einem firngen Manne in der Tracht eines polnischen S du d e n t e n angchalten, der ihm einen Revolver vor die Brust hielt und ihn zur Herausgabe seiner gesamten Barschaft auffvrdevbe. Senator Körner übergab dem Räuber die wenigen tausend Mark, die er bei sich hatte, worauf dieser das Werte suchte. Nachforschungen über seine Persörckichkeit blieben ohne Erfolg. Tagesbericht. Herr Schmitz und die Arbeitslose«. Ei« Mnister spricht nicht auf der Straße. In der. Bolkshalle des Rathauses tagte gestern eine Bersanmrlmrg arbeitsloser Industrieangestellter. Nach der Versammlung erschienen etwa 1000 Angestellte vor dem Parlament und überreichten dom Minister Schmitz eine Entschließung, tit der zunächst eine beschleunigte Durchführung der prodrrktiven Arbeitslosenfürsovge gefordert wird. In der Entschließung heißt es: Tie VeIannnelten verwahren sich auf das schärffte gegen eine etwaige mit 30. April kn Aussicht genommene Beendigung der Arbeitslosenversicherung. Mit Rücksicht auf die unter den Arbeitslosen herrschende Erregung fordert die Versammlung weiters die e h e st e Erhöhung der Unterstützung auf mindesteirs 106.000 K. Tie Versammlung protestiert des üverteren gegen den Erlaß des Bundesamtes für Statistik, nach welchem arbeitslose Industrieangestellte bei den für die Volkszählung notvendigen Arbeiten nicht entsprechend berücksichtigt -werden. Die Verstmrmelten stellen schließlich fest, daß Erledigungen von Ansuchen stellenloser Familienerhalter um Verlängerung oder Erhöhung der Arbeitslosemmtevstützung durch die Industrielle Bezrrkskommisiion zumeist lange auf sich warten lasten. Sie fordert die Regierung aus. auf die Industrielle Bezirkskommistion einzuwirken, daß derartige Ansuchen raschestens erledigt werden. Minister Schmitz erklärte der Abordnung vor allem, Laß ihr Vorgehen unpassend sei, da sie sich durch den Fernsprecher hatten anmelden sollen. Die Abordnung erwiderte ihm darauf, daß stellenlose Angestellte aus -derartige Höflichkertsfvagen kerne Rücksicht nehmen können. Der Minister erklärte sodann, was die Verlängerung der Arbertslosermntekstutzung nach dem 28. April anlange, so werde diese Frage nach Ostern günstig erledigt werden. Die EriWung der Unterstützung dagegen sei mit Schwierigkeiten verbunden und er könne diesbezüglich kerne Zusagen machen. Die Abordnung verwies aus die Dringlichkeit der Angelegenheit, da von: 31. März an die Zahl der arbeitslosen Industrieangestellten noch größer sein wurde, weil um diese Zeit zahlreiche Kündigungen erfolgten. Sie führte auch Klage über die ungleiche Behandlung der Arbeitslosen durch die Kontrollpersonen. Der Dkrmster erklärte, -er werde der Arbeitslosenfürsovge sein Augenmerk Anwenden. Die Abordnung war von der Antwort nicht befriedigt und ersuchte den Mnister, er möge, sie den aus der Straße Wartenden selbst witteilen, woraus Schmitz erklärte, ein Minister rede nichtaufder Straße. Er fei auch weder Mitglied des Ausschusses, noch Sekretär. Ms die Abordnung diesen Bericht den auf der Straße Versammelten erstattete, wurde derselbe mit Gntrüstungstufett ausgenommen. Bei einer demnächst stattftndeNden neuen Versammlung der arbeitslosen Jndustrieangestellleri wird die Antwort des Ministers Schmitz besprochen werden. Die Versammelten zerstreuten sich ht vollster Ruhe. Mitteilungen aus dem Publikum. I Ae Besitzungen Friedrich Habsbmgs. EN 3ROS EN bETNIL tlNQARISCNE WEINE prima Qualität zu billigen Preisen streng orthodox fiDÖ kaufen will, wende sich an die Firma A. CNQELn4NN & SOHN WIEN, II., 5CHIFFdnTS<l/15SE 4 Verkauf sämtlicher Fabrikate zu billigsten Preisen, ebenso sämtliche Spezereiwaren *•" nvs V» 1V2 '*■ f.XornmeM, 11. 6lockengasse22 (€ck Jtovarag.) IRfßfftttftfffl liinderftlkkrl, Merleiberl «rHUHIUIIU I.Bez., Sperngasse 14 Her Streit «nt das Krematorium. Gestern fand febn Verfasinngsgerichtshof die VerhaMung über die Klage der Bundesregierung gegen Bürgermeister Reumann statt, wegen Nichtbefolgung der Weisung der Bundesregierung, die die Inbetriebsetzung der L-eichenverbrennungshalle verbot. Die Vertretung der Gemeinde führte Nationälrat Dr. Eisler, dev Bürgermeister war persönlich erschienen. Die Verhandlung hat um halb 11 Uhr begonnen. Sie wurde um viertel 2 Ahr geschlossen, worauf die Beratung dsgan-n-. Ter Vertreter der Regierung berief sich darauf, daß es sich um eine Frage der mittelbaren Bundesverwaltung handle und daß die Feuerbestattung m Oesterreich durch ein. Hofdekret aus dein Jahve 1783 verboten sei. Dr. Eisler trat dieser Auffassung entgegen. Morgen um 12 Uhr mittags erfolgt die Urteilvertündung. Tie Berhaudlungr« mit drn Voftrmgestelltm. In einer gestern mittags stattgesundsnen Sitzung des Angesielltenausschnsses der Post-, Fwnspvech- und Telegraphenangestellten wurden die vor: der Negierung gemachten Zugestündttisse angenomnwn. In erster Linie ist es die Sicherstellung des MitbestiimmniZZrechtes dev Orgamsationsvertreter in allen Dienst- und GehaltsangelegeHeitendie den Eesolg der PeHr^ndlungen dAtjMt. M jM HM LeopoIäsgasseSi in Flaschen nee bü'iwe An unsere P. T. Aßonneuten! Am 1. April 1923 beginnt ein neues Abonnement auf die »Wiener Morgenzettung*. Wir ersuchen, die Bezngsgebühren rechtzeitig einzuzchlen, bezichungsweise das Trafikabonnement rechtzeitig zu erneuern,. damit die Zustellung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Bezvgrgebühreu ab 1. Avrl? 1822: Abonnement für Wien (zum Abholeu im ExpeSit ober in be» Berfchleitzfietlen) monatlich . . ... . . . A. 28.000,— Sonn- und Wochentagsnnmmer . SU 1.000.— Wvntagsnvmmer.700.— Das Abmmement wolle gefälligst rechtzeNg in der nächstiegendm Derschleißstelle erneuert und die Be-ugSgebühr gleiche falls dortselbst erlegt werde». Oefttrreich momüUch , . . 5t. 28.000.— Tschecho-Slowakei «onattich. . . . tfchoch. 5t. 17. Pole» monatlich . ...... ,« yoln. Mark 10.000.— Jngoflatvie« monaiiich. ..... . . . Dentfchlanb «onaNich Rumünie» monatlich , SoUanb «oaattich Make« monatlich . . Schweiz monatlich . . Frankreich monatlich Belgien monatlich . . England monatlich. . Amerika monatlich. . » ♦ »-V.; 'ir '• . ... . Dinar . Mark . . Lei ho», fl. ........ Lire Schweizer Franken . . . . . . Franken . . . delg. Franken . . . . . Schilling ....... Dollar 33.- 6.000.— 75. 1.50 10.- 3.- 8.- 8.- 3.- 1.- Zahlstellen: vefterreichifches Pofifparkaffenkonlo 1S0.WZ. Tfchechv-flowakifches Postfparkasienkonto (Prag) SS.3S1. Polnisches Postsparkassen Konto (Warschau) 109.227. Deutsches Postscheckkonto (Berlin V 7) 108.722. Rumänien und Bukowina: Oftbank A. ©. «nd deren Filialen. Schweiz r Schweizer Dolksdank in St. Gatten. Jugoslawien r Posisparkassenkvnio (Zagreb) 40.085. Italien: Sozieia di Credito Sommereiale Triesle» Dia Mazzini 30. Die Derwallung der „Wiener Morgenzeitung" Wie«, St., Taborstraße 1—3 Telephon 44.038» 43.319. Wie wir erfahren, ist vor einiger Zeit eine Gruppe auSländischer Interessenten m Wien eingetroffen, die be« strebt, ist, ehornalige Habsbiirger-Be-sitzungen anzukaufeir. Es handelt sich hierbei in erster Linie um die Güter de? früheren Erzherzogs Friedrich in WestMMrn, die er, nm sie vor 'der Beschlagnahme zu retten, schmr gelegentlich der «Äebergabe Wostungams an Oesterreich der geblich einem amerikanischen Koufortmm zu 'übertragen versucht hatte. Arr der Spitze dieser Ankansskonmüssmx steht der New Yorker Advokat Mounseh, em Exponent des New Yorker Baukhanse-s Unkelhauser. Dieses Bankhaus steht durch seine Pariser Filiale m engem Kontakt mit -der: französischen Royaliste»r ünd kam durch diese auch mit Friedrich und anderen Habsburgern in Ber biudung. Heute hat eine ganze Reihe ehemaliger österreichischer Erzherzoge, darunter auch Friedrich, ihr Vermögen bei diesem Bmckhause eingelegt und dieses führt allt ihre finanziellen Transaktionen durch. Schon vor einigen Monaten beauftragte Friedrich dieses Bankhaus, in Oesterrvich die Möglichkeiten eines Jlückkarrfes seiner früheren Besitzungen zu ffcitbicrcit. Tanials karrr Mounsey allein nach Oesterreich und versuchte, nicht nnr dir westnilgarischrn Güter Friedrichs, solldern auch einige seiner srüherell Palais von dem gegerrwärtigen Besitzer, denr KriegSbeschädigteufonds, ai^ukarlfen. Ueberall wurde ein amerikanisches Konsortiunr vorgegeben, das diese Palais zu AusstellnNigsZweckeil, vornehmen Fremdendependancen und Luxusbesitzungen hoher Arnerikaner erluerberr wolle. Er bot hohe Sununen an, hatte jedoch keinen Erfolg danrit. Friedrich ließ' aber nicht locker. Heim llrckelhanfer mußte nach Europa koinmerr, nnr selbst die Angelegenheit in die Hand zu rrehrrrerr. Nach kurzer Beratrurg wurde eine uruev liche Konurrission ausgerüstet, die Moirrisey (als Firhrer) Unkelhaufer, den Pariser Advokaten d e M o n z i e rrnd derr österreichischen Agenten Mau ihn er ruirfaßt. Diese Gmp'pe verfircht diesmal nicht nur irr Oesterreich sonderrr auch in der Tschecho-Sloivaker, wo Friedrich frühe" große Zrrckerraffrnerren, SPirrirrsbrennereren und Hefe« fabrrkerr besaß, sowie irr Iugoslaivierr (in der Bacska) ihr Glück. _ W. Ende des SMWreiks. Gestern haben den gairzerr Bornrittag hmdrrrch Beb handlringen -im Minifter-imn fiir foz-iale BevwalMng mit den Vertretern des Pflegepersonals der Fondsspitäler stattgestrrrden. Eie rvnrdm nachmittags fortgesetzt. - Im Laufe des Tages gelang es, die Verhandlungen zu einem abschließenderr Resultat zu fi'chren, über das nachsteherrdes anrtliches Commurrique ausgegeberr wird: Gestern nachmittags fand unt er Vorsitz -des Sekt rauschess Dr. Hel ly im Bundesmimstnrium für soziale Berwalturrg eine Besprechurrg mit den Vertretern der sozial, demokratischen Organisatroneir der Mugestellterr und 'Arbeiter der Fondsspitäler statt. Sektionsches Dr. Helly verlangte, daß -der seit Sorntag noch besteheilde Rest der passiven Resistenz eingestellt werden urüste. Die Vertreter der sozial. demokratischen Organisationen erklärtelk, daß in diesern Di-ruu heute ein Beschluß der Vollversammlung zu gewärligu, sei. Abends wurde dem Mmst-erium nritgeteilt, daß die Voll- Versammlung der sozialdemokratischen Angestellten den Be. schluß gefaßt habe, die Pchssive Reisistenz einznste tl c u. auch in der Regiekarten frage Erfolge «erzielt worden, so daß diese Ansprüche nunmehr rechtlicher Natur sind. Den Postangestellten, -die sich in bezug der Fahrkarten zwischen dtzn BmrdesangesMten mW den Wmdesbahnbedvensteten befircken, wuchs eine Ermäßigung der Bahnfahrpreife um 50 Prozent KUgesttmden. Familiemmtglioder 'bekommen diese EMäßigung für eins Fahrt im Jahre. Die Bahntzoflbediensteten echalten jährlich vier, die anderen PosOedieusteten zwei Fahrkarten zuA Preise bon 30 Prozent. Außerdem -bekommen die Familienmitglieder der Angestellten noch eine Urlaubskaritz zum Preise von 30 Prozent. Die UrlaübskEn gelten aber nur für das Jahr 1923; für das näMe Jahr werden neue PestitMMNgen getroffen. > ■•••> ■ Der Streik der Angestellte« der Knltn«. gemeinde. Bürgermeister Reumann hat sich beE tzMärt, ht Zwist zwischen dem Vorstand, und den Angestellten de? israelitischen Kullusgemeiude zu versrrttelA Mehre Lokalchrorrü. ülerm sei und, Das Spital m der Saudwkchgaffe verstandst Poilizeikominnsfariat Margaireten das die MäHvige Gabriele S. an schwerer Mudärer LneS orrraM . das sich das Kind der SpitalsbchaMnug entzogen Halbe. Da» Mädchen wurde beim Kommissariat einvermommen uiid behauptete, im November v. I. von dein Mjälhvigen beschäm. Mugs'tvseu Dreher A. P. vergewattA worden zu sei«. Nach weiterer Emivernathme getstcmd die Mem-e, «daß ste auch mit nuten Männern B^ichu^tr unterhalten habe. Als Zweiter, dein sich das Mädchen hingegeben «hat, wurde der W-ebrnmun Lanren-z Strohmeier verhaftet. Bei PcMiik wurde eme latente L«ues sestgestellr. Die AuHorlschung weiterer Männer, m'it denen das arme Geschöpf verrchrt hat, :st eingeleitet. Gabriele S. ist physisch und pwchisch vollkomme« verwahrlost. Die Eltern des Kindes ließen die Meine deshalb nicht 'behandeln, weil sie die Krmshett der Tochter für vollkommen harnllos hielten. Pawlak mH StrchlMt« tvtlrden denk La>n!desgeriÄie eiMÄielfert. Das Mädchen wurde^ ins Asyltspital nach MostevneMtrg gelbvacht, Fursovgemaßnahnun tvurden eingelei«tet.! i Beim BluntenWücken ans der N-alse des KchleMrgeS der sechsjährige Fritz Dreiseitel aNgestürzi und «ist in schwerverletztem Zustande ins Spital gäbvacht worden, Der Musiker Joses Sposta hat MH Berschen MMck effenz getvnnlen. > Die Witwe Moisia Zeihet wo v hat in ihrer Wchmni sich' und ihren ueunljä>hri«aen Sohn dtlrch Lettchtgas zu vev giften deusncht. Ms man m die Wchnmvg eindrana.fand man Mutter und Kind in bewußtlosem Zustande vor. Die Wache der Vergweifiungstat sind Not nnd Wveve Kvanlhstt. Vi Im Streite mit ihrem Gatten Irans S te m httin fsx hat die Frau ihren Mann nnt einem Brotmesser echMchM» «iCfe'W m - Mme^SSSSt,1 4112355780991593801