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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-27 · Heft 1480 (27.3.1923) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1480 (27.3.1923)
Date
1923-03-27
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Wiener Morgerrzenurrg bt. HBKtnfi xxtaa twu,' m f E *usr ÄMen, ^svensmg Bchövden angewiesen wurden, daß den hebräischen Schulen Jbfcfeflfen Verpflichtungen aufevlegt werden sollen, wie den anderen Schulen dos Landes. Der Untevstaatslsekvetär der Koilonien OrmSby Gore antwortet«: Die erwUMten Schulen sMd LsineSwegS in der Zeichen Lage, wie die Regierungs- Dulen, da sie ebenst» wie die christlichen Privatfchu'len haupt- Milich ans privaten Mttvlin erhalten werden. Eine unbe- 'dentende Subvention soll aulf der Grund-Vage der Hopfberechnving allen Privatschulen zugewendet werden unter ^der Bedingung, daß die.Schien sich registrieren lassen lwd der Regierungsinspelktion unterstellt werden sollen. Der Staatssekretär beabsichtigt nicht, diese Schulen dem Lehrprogramm der Regierungsschulen an- DUpassen. Eine neue hebräische Tageszeitung in Palästina. Wie >J. C. B. aus Jerusalem berichtet, erscheint dort unter der Redaktion des Journalisten S. Schwarz eine neue Dagss- .zeitung in hebräischer Sprache. Die Zeitschrift trägt den IMomen „Erez Israel". Das Jerusalem« Wasserwerk in Tätigkeit. Wie Reuter berichtet, hat der Oberkommissär von Palästina Sir Herbert Samuel am 16. März die neuen Wasseranlagen aus!,Dälomons Pools" eröffnet. Dieser Wasserbehälter ist im-!stande, 40 Millionen Gallonen aufzunehmen; xr ist mit jenen gwßen Maschinen ausgestattet, die wahrend der Kriegszeit das iNÄwasser nach Palästina gepumpt halben. (I. C. B.) Rundschau. Me Pretzvolemik Poimare« gegen Bonar Law. Berlin, 26. Marz. (Tel-Komp.) Nach einer Londoner ellmng der,^6osisischen Zeitung" wird in der Londoner stresse ein Aufsatz eines anonymen Verfassers im „Figaro" rielfach erörtert, in dern Bonar Law angegriffen i r d, daß er ebenso wie sein Vorgänger in seiner Politik svon 'der internationalen Hochfinanz abhängig sei. Weiters wird betont, FrankrÄch müsse feine Zukunft durch Bündnisse sichern- und zwar mit solchen Mächten, die durch Interessengemeinschaft mit Frankreich verbunden seien. Mnzelne Londoner Blätter betrachten diesen Artikel als leine Absage an den „Temps" und vermuten, daß Poinjeare selbst der Verfasser sei. Im ^Echo.National" spricht Thardieu dieselbe Vermutung aus und fragt, auf welche neue Alliancen es per Ministerpräsident abgesehen habe, auf ein Bündnis mit!Rutzlarrd oder mit drr Türkei oder vielleicht sogar auch ein Bündnis mit Deutschland.! Der Pariser Vertreter des berliner Tageblattes" bemeE zu diesem Artikel Thardieus, es sei ein sonderbarer lErfolg der Ruhvpolitök Poincares, daß sein schärfster Gegner nach einem Vierteljahr rücksichKosester Gewalt gegen Deutschland chm ein Bündnis mit der deutschen RepuhlÄ MterschiM. strkrmttmg I«« Kanzlers Ir. Kuno. Berlin, 86. März. (Wolff.) Der Reichskanzler, der seit Samstag au einer verschleppten Krankheit leidet, hat das Bott noch nicht verlassen können. Berk«, 26. März. (Wolfs.) Aus der Erkältung des Reichskanzlers hat sich eine leichte Rippen-felilentzünd-urrg Entwickelt. Der Reichskanzler wird genötigt sein, einige Tage jdvs Bett zu hüterr, Er ist dennoch in der Lage, die Geschäfte weiter zu sichren. Französische Truppenverstörkungen ins Sintzrgebiet. Paris, 26. März. (Wolfs.) Der,Iviplu>'laire" berichtet Wer Tvuppenenffendungen ans Cherbourg rrach dem Ruhrzebiet. Das erste Kobmialregiment habe den Befehl zum Abmarsch schalten. Bis jetzt sei ein Trupp von 100 Mann abgegamgen. Pom 24. und vom, 26. Linienregiiment, ferner vom 106. Jnstnüevieregiment wurden heute Mannschaften nach dem Ruhr- Pbiet abboordert. »Mm« der nicht naturalisierten Anwohner der Bereinigten Staaten. Washington, 24. März. (I. C. B.) Der Sekretär dez plrbeitsdepartaments Davis gibt bekannt, daß die Regierung eine Zahlung der gesaunten nicht naturalisierten Einwohner der Bereinigten Staaten vorzuwchmerr beabsichtige. Nach der ungefähren Berechnung der Regievlmg dürfte sich die Zahl dieses Bevölkeuungsteiles auf etwa 7 Millionen belaufen. Die bevorstehende Zählung wird eine Maßnahme M Vorbereitung der Amerikanisier ung dieser Bevölkevungskreise darstellen. Ein entsprechendes Gesetzprojekt wurde bereits vom Kongreßmitglied Vaile, einem einflußreichen Mitglied der Jmmigrationskommisicm des amerikanischen Repräsentantenhauses, im Kongreß eingebracht. Danach sollen alle Ausländer, die sich am Tage der Zählung in den Vereinigten Staaten befinden, mit einer Sondersteuer von p5 Dollar belegt werden. Außerdem sollen sie verpflichtet werden, eine jährliche S t e u « r in der Höhe Mm 10 Dolla r zu bezahlen. Die aus dieser einmaligen und lausenden Besteuevmrg emflietzenden Beträge sollen zu Zwecken der Dlmerikanisierung der eiüge-wanderten Bevölkerungsteile verwendet werden. An unsere % T. Abonnenten! Am 1. April 1923 beginnt ein neues Abonnement auf die „Wiener Morgenzeitung". Wir ersuchen, die Pezngsgebühren rechtzeitig einzuzchlen, beziehungsweise das' Trafikabonnement rechtzeitig zu erneuern, damit die Zustellung deS Blattes keine Unterbrechung «leide. ' BezusrgebUren at 1. April 1923: Abonnement für Wie» (zum Abholen im Expedil ober in den BerschleiWellen) monatlich.. . . . . SS. 28.000»— Sonn« und Wochenlagsnummer . . . .. . §l. 1.000.— Montagsnummer ...... -.5l. 790.— Das Abonnement wolle gefälligst rechtzeitig in der Nächstliegenden Verschleißstelle erneuert nnd die Bezugsgebühr gleichfalls boxtfelbst «legt werde». Oesterreich monatlich ..Ä. 28.900.— rfchechv-Stomabet monatlich.... tschech. K. 17.— Polen monatlich ..pow. Warb 10*000.— Jngvflawien monatlich. . ..Dinar 35«- Deutfchlanmonatlich ........ Warb 0.000.— Anmiinien monatlich ... ..Lei 75.— Lolland monatlich.holl. st. 1.50 Italien monatlich.. Lire 10.— Schweiz monatlich .... Schweizer Franken 3«— Frankreich monatlich . ..Franken 8.— Belgien monatlich ....... belg. Franken 8.— England monatlich...... Schwing 3.— Amerika monatlich........... Dollar 1.— zahlstelle«: vesterreichilches Posttparkasteakoalo 1S0.0W. Lschecho-stowakifches Postfparkaffenkvnlo (Prag) 59.351. Polnisches Pvstsparkastenkvnto (Warschau) 1Ä9.227. Deutsches Postfcheekkvnlo (Berlin W 7) 108*722. ArnnSnien und Bukowina: Ostbank A. S. und deren Filialen. Schweiz r Schweizer Bvlksbaub in St. Gallen. Jugoslawien r Postsparkassenkontv (Zagreb) 49.985. Italien; Svzieta di Credtto Cvmmereiale Triefte» Bia Mazzini 30. Die Verwaltung -er „Wiener Morgenzeitung" Wie«,!!., Taborftratz« 1—3 Sd«pfptt 44.038, «419. Sie Flüchtlinsrfrage Itt Sanzig. Aus Danzig berichtet I. C. B.: Infolge der unnachsichtigen Strenge, mit welcher die Flüch tlingsausweisungen aus Polen vor sich gehen, treffen in Danzig immer mehr jüdische Ukrame^FlüchÄinge aus Polen ein, die von d« Emigratmnsgosellschast ,^Hias" in Empfang genommen werden. „Hias" sorgt dafür, daß die Päffe dieser Flüchtlinge verlängert üverden, dcmM sie sich in Danzig bis Anfang Juli, bis die Einwanderung nach den Vereinigten Äaaten Amerikas auf Gmud der neuen Jahresquote, tzviedev beginnen kann, aiuWlten können. Ab 16. April wind hier ein neuer, großer Stvom von Flüchtlingen erwartet, da zu dieser Zeit die Abschiebungen beginnen werden. Die >heftige Kampagne der Danziger denischnationüilen Kreise gegen die „jüdische Ueiberflntung" nracht sich stark sichtbar. Um die Lage zu klären, und die Höhe des iroch zu erwartenden Flüchüingszuzuges annähernd festzustellen, begibt sich dieser Tage eine dreiAiiwrige Delegation mit Rabbiner Dr. Kolter an der Spitze nach Warschau.. Die Delegation wird mit dem jüdschen Parlanrentskluib und den Emigvationsinstitutionen wegen der Organisierung des Flüchüingsstromes nach Danzig beraten, Die Nlsstseye Kttkyenenmgnung. Moskau, 26. Mürz. Bor dem Obersten Gerichtshöfe begann heute der Prozeß gegen den Erzbischof Zepliak, die Prälaten Malowskh und Butkovitsch und zwei Pfarrer. Die Anklage vertritt Krhlen ko. Unter den Verteidigen^ befinden sich. die bekannten Petersburger RechtsamMte Puschkin und Bobryschtschew. Jri der Ankagefchrift wird anSgoführt, daß im Jahve 1018 eine Organisation der katholischen Geistlichkeit gebildet wurde, die sich die Nichtbefolgung der Sowjetverordnungen bezüglich der Trennung von Staat nnd Kirche zmn Ziele setzte. Im Jahre 19920 beschloß diese Organisation auf Anraten des Erzbischofs Zepliak zur aktiven Tätigkeit überzutzchen und sich unter anderem auch zu weigern, die Dekrete zn unterzeichnen, nach denen dro Kirchmgüter enteignet werden. Im vevgangenen Jchre beschloß die Organisation, die vom Staat zugunsten der Hungerhilfe eingeleiitete Enteignmig der Kirchengüter zu hintertrerben. Die Angeklagten erklären, daß sie sich in Fragen der Kirchenverwaltuu.'g nicht um Sowjetdekvete zn kümmern hatten. Moskau, 27. März. Die Angeklagten wurden zum Tode Vevmtvitt. , , . Kein Wiener Besuch der Pri«M von Waler. Lotchon, 26. März. (Reuter.) Die von einigen Wiener Blättern .veröffentlichte Meldung, daß d« Prinz von Wales sich inkogmto in Wien aufgchalten habe, ist unrichtig. Der Prinz von Wales befindet sich in London. Spanische FasMen. Madrid, 26. Wiarz. (»Tel. der ,Mener Mmgenzcktun^ In Spairie-n hat sich eine neue Partei gegründet, die onit der FaSzistenipartei Italiens große AchnlichLvit hat. Sie beabsichtigt vor allem das Privatkapital gegen die Kommunisten zu verteidigen und diejenigen Politiker zu lbsseitigen, dis für die spanische R-üderlage in Marokko verantwortlich sind. Am aller Welt. London, 26. März. Heute sind in der Grafschaft Aoss 13.000 landwirtschaftliche Arbeiter wegen Lohndifferenzen >in den Ausstand getreten. Paris, 26. März. Gestem beschlossen 600 Delegierte d« Metallarbeiter des Pariser Beckens eine Lohnerhöhungsforderung von 5 Franken täglich zu stellen. Im Weigerungsfälle wird der Ausstand erklärt werden. Moskau, 26. Mürz. Das Revolutionstribunal hat den Erzbischof Cieplak den Prälaten Budkiewiez zum Tode und elf polnische Geistliche zu Kerkerstrafen dorr drei bis zehn Jahren verurteilt. Die Todesurteile sollen am Donirerstag vollstreckt werden. Moskau, 26. März. Ein Konsilium hat festgestellt, daß Lenin an einer Erkrankuxg der Blutgefäße leidet. Die Aerzte erklärten, daß eine fast völlige Wiederherstellung Lenins möglich sei. Graz, 26. März. Der Kaufmann Karl Miller, die Tviestineriunen Anna Stohetz und Maria RiaweV wurden verhaftet weil sie falsche 60 Lire-Noten in den Verkehr achracht haben. Bei der Stobetz wurden 105 falsche Noten beschmgnahmt. Linz. 26. März. Der Gasthofbesitzer Lrornelms Echoenmaker, ein Holländer, wurde wegen großer Schmuggeleien von Kaffee, Tabak und Tee vechastet. Tagesbericht. zionWches Landeskomitee für Sesterrrich. Die Schekelpropaganda rnuß mit Rücksicht auf Uni bevorstehenden Kongreß in den nächsten Wochen abgeschlossen werden, daher werden die Bezirksseküonen, Ortsgruppen, Sonderverbände usw. cmfgesordert, die Schekelaktion während der noch zur Verfügung stehenden Zeit «intensiv zu betreiben. Die Versmmnlmtgen mrd Vevanstailtungerr sind ausgiebig für die Schekelpropaganda auszuinützen. Die Schekelkmmnisiäre der einzelnen Korporationen tverden aufgefordert, Gruppen von Gesinnungsgenossen zu bilden, die sich mit dern Verkauf von ScheMm beschäftigen sollen. . . Schekalim sind bei dm zionistischen BezirkorgaMs^- tionen nnd bei MchsteheMn . Schelelverbaufssteilen z«r haben: Brüder Ernst, TextiEtven, 1. Bez.,. Rudolfs-Platz 3 Salomon Goldschläger, Vereinigte Stickerei-Industrie 1. Bez., Kai 29. Goldbevg u. Erber, Seidenbänder und Modewärerr 1. Bez., KoWmsfergLsje 8. Brüder Schiffmann, Warenhaus, 2. Bez., Dabovstraße Slr. 48. Löw n. Mnnrenfeld, Dnch- und TextMarerl, 1. Bez., Kai 6. Leopold Basch, 10. Bez., Bürgerplatz 22. Eisinger n. Schwarz, Juwelier, 10. Bez., Kepleu psatz 1. Josef Bor, MMwarorchceus, 10. Bez., Favoriten swaße 12 a. _ Sarah Bernhardt gestorben. Paris, 26. Marz. (Havas.) Sara), Bernhardt ist um 8 Uhr abends gestorben. » Rosine Bernhardt, später Sarah gerwunt, wurde im Jahve 1844 als Tochter jüdischer Eltern in Paris geboren. Schmr in jürrgen Jahren debütierte sie i>nr Odeonchoater, wo sie auch Hren ersten Erfolg errang. Sarah Bernhardt war die größte französische Tragödin und von vielseitigem Können. Sie versuchte sich auch mit Erfolg als Malerin, Bildhauerin und sogar als Schriftstellerin. Seit dem Jahve 1900 leitete sie in Paris ihr eigenes Theater und betätigte sich dort nicht nur als Direktorin, sondern auch als erste Darstellerin. Jnr Jahre 1880 ist Sarqh Bernhardt auch in Wien längere Zeit ausgetreten. Unsere Feinde. Es ist natürlich, wie alles M der Welt, Geschmacks^ aber ich muß gestehen, die angenehmste Spielart des Juden« Hassers ist für mich der Mann, der auf den Tisch haut und: Saujud' sagt. Das ist eine absolut klare Situation, und eine absolut klare Gesinnung, gegen die eigentlich gar nichts zu sagen ist. Ich bin für ihn der Saujud', er ist für mich der Idiot, und so Kürt sich alles m schönster FrmMdschaft. Solarrge der Mann keinen Girmmiknüttel in Bewegung setzt, ist « der ideale Gegner. Es gibt keine Diskussion, keine Auseinandersetzung, keine AnnÄ)ermrgsversuche. Bor seiner bodenlosen Dummheit, vor seiner baumstarker» Gemeinheit verstummt jeder Wunsch, zu überzeugen. Heil .dir, Saujudenfresser! . BiÄ schwieriger ist schon sein Kollege in der Judenfeindlschaft zu behandeln, der >den äußeren Schein der Bildung (es -kann auch Güldung sein) imd des Wohlwollens wahrt. Ist er der Vorgesetzte von Juden, so versteht er es, Welle>t und Meere zwischen sich und den ,Fremden" zu legen, seine Oster-Okkasion Leinenwaren, Wasch- 1)J waren, Stoffe.Wäsche, hiiiinAn nraienn Strickwaren mmM PrBISßO V ilfafen- ■ haus in Schiff mann 11., Taborstraße 48 Teldphon 47*1-79! En gros En detalli asiaaataaaB^KI^!!^ utfssfiByu

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