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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-27 · Heft 1480 (27.3.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1480 (27.3.1923)
Date
1923-03-27
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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■ i - W] W1*m WM 1 Men, DSsMag ->* " ~ "■•— ■ ■—. ■ ■- Höflichkeit ist «ne andeve Form , dm Geringschätzung, die uni jo evrPfmdLicher P, afö man sich dagegen nicht zur Wehre setzer» kann. Ist er sin Kollege, so bchcmÄÄ-t er dich mit dem jovialen Wlchlwolle-n des UebevgsovdnetM und versteht es, um sich irrtb ferne Ardgevoffen einen rmWerschreilbaron KreiS des Eüwerständniffes mw der ZulftmMwngchöÄgLÄt zu ziehen. Der Krde P Mr ihn noch Ikange kein Mensch, aber da er das niemals gerade hevcms sagt und man hämisches Lächeln und hohnvolle Augen nicht ans die AMage-barÄ bnmgon kann, ist man gezwungen, wD man nicht Störenfried amd Krakeekr genannt werde«, alle die Bcleädigungm still himmterzuschlncken. Seine Waffe fft dir Verleumdung, sein Neid, sein Haß, der ans einer armen Seele stanvmt, klein und zähe. Wehe dir, wenn er dir unrecht getan hat — er verzeiht es dir nie. Dreimal wehe, wenn du dich bei dieser Gelegenheit vornehm betragen hast. Das ist eine echt Mische Frechheit. Der joviale TlnttsenÄ klopft dir auf die Schulter und sagt -treuherzig, in allen Abstufungen von echtem ,Machtentaleristh" bis zur l-eicht-rrasalen Vornehmhertz des HochgeMdÄen: Ja, wenn die Jrrden alle so wären wie Sie, mein lieber Freund, lind deutet dabei, ebenfalls in allen Schattierungen: Judenbagage. Er läßt den Juden volle -Gerechtigkeit widerfahren, er nimmt dir die besten Argumente aus dem Mund und hinter seinen! Wohlwollen, seiner Anerkennung, seiner himmelblauen Treuherzigkeit lauert der Haß. Kommt es zu einem Streit mit ihm, dann bricht die Stichflamme hervor. Und der Ehrenmann kann dann immer noch sagen: ich bin gewiß kein Mtffemtt, aber mit solchen Juden — — Denn in dem Augenblick, wo du etwas Unrichtiges, Gemeines, Umechtes <&cgangen hast, hast nicht mehr du, der Soundso, es getan, sondern „der Jud". And inan darf getrost von dir aus alle anderen, schließen. Die schlimmsten unserer Feinde sind aber doch die Juden. Jene Juden, bk sich außerhalb ihres Bölkstums stellen und von dort aus Kritik üben. Ihre genaue Kenntnis unserer Art ermöglicht ihnen, das Urteil mit allen Belegen auszustatten, uns die wirklichen Wunden zu schlagen, wo andere daneben hauen. Und die Güte des Ma-stchens, des Begreifens, wie in unserem gequälten, gehetzten, gemarterten Bolle die Fch'ler wuchsen und wachsen mußten, diese Gute bringen die jüdischen Antisemiten gewiß nicht auf. Ihr Sinn ist zu eng, chr Herz zu karg. Es gibt keinen wilderen Hasser des Judentums als den Renegaten. Denn er haßt in uns seine Torheit, fein Unrecht und — seine glückliche Bsegarrgenhsii. Produktive Arbettslssenfürsorge Ser Gemeinde Wien. 351 Milliarden ArbeÜSavstrage. Die Mion der Gemeinde Wen zur Bekämpfung der ArbeitÄosiMit ist in vollem Ga-D:. Die Arbeiten, die die Gemeinde auf Grund ihres Voranschlages und auf Grund des kindlich beschlossenen IM MMarden-Jnüestit lonsPrograuMls durchführen wird, sind §um Teile bereits begonnen, zum Teile steht ihre Vergebung unmittelbar bevor. Nach dem Gemeinderatsbeschluß vom 8. März d. I. hat daher die Gemeinde die gesamten Arbeiten bei der Jndustrie'lilen Bezirksk om m ifsion angemeldet. Die Ausammenftellnng ergibt, daß es sich bei den Aufträgen der Gemeinde Wien um Arbeiten im Gesamtwerte von 351 Milliarden Kronen handelt. Dieses große Arbeits- Programm verteilt sich auf die einzelnen Aöbeitstzweige wie folgt: Das vom Stadkbanamt ausgestellte Banprogranrin umfaßt insgesamt Arbeiten im Betrage von 231 Milliarden Kronen. Darunter sind die 17 WohnhausbautTN und Ge-meindesioÄn.ntzsn, die rund W7 Milliarden Kronen kosten und 3239 Arbeiter beschäftigen werden, der Schlachthosbau in St. Marx, der Bau der Kinde rübenncchrnsstelle, der Ban der Leichenhalle ans dem ZenttalfrieÄhof, der Bau der drei VoAsbäder und der drei weit Leichtlungenhellstät ten, die Instandsetzung der Schulgebäude, die Umwandlung der Vowrtefriedhöse usw. Zu diesen Hochbauten kommen 1€ Kanalbauten, 29 Brückeninstand- Vom Plaudern md von der Walen Rot. Auf den ersten Blick glaubt uran natürlich, daß die Seiden Begriffe herzlich wenig.miteinander zu schaffen haben. Ich war bisher, offen gesagt, auch dieser Ansicht. Aber ich bin eines Besseren belehrt worden. Und dvs kam so: von Zeit zu Zeit erscheint bei mir der Abgesandte eines Jugewdvereins, einer Tischgesellschaft, eines Fraueirvereins usw. und bittet mich um einen Bortrag. Meiner Versicherung, daß ich nichts zu sagen hätte, was des Anhörens wert wäre, wird niemals Glauben geschenkt, ebenso wenig wie der Behauptung, daß meine Rsdnerambition gering ist. Der Sendbote betrachtet alle diese Einwände als Zierereien, zieht den Schluß, daß ich gebeten fein will und sagt MÄ gewinnender, mit bezaubernder Lie'benswüMgkeit ungefähr folgendes: „Ach, gnädige Frau, Sie plaudern doch so reizend. Es muß ja kein wirCich-rr Vortag sein, plaudern Sie nur ein wenig für uns. Ueber Fürsorge-Erlebnisse oder soziale Fragen." Selbstverständlich sollte ich für das Kompliment Lankbar sein und mich freuen. Aber ich bin leider ein sehr rmdankbaver Mensch, und wenn ich die Zusammenstellung von Plaudern uÄ Fürsorge-Fall höre, dann wird mir immer sehr Weh mns Herz. Denn dann sehe ich, wie viel noch zu tun ist, wie tief und unüberbrückbar immer noch der Elbgrund ist, der die die im Licht stehen, von den anderen trennt, die auf. der Schattenseite des Lebens ihren Platz gefunden haben.. Namentlich die Jugend leistet in Verständnislosigkeit gegenüber dem Glend einfach Erstaunliches. Es ist Verständnis-, nicht Jnteressel-osigkeit, denn die jungen Menschen wollen alle Agsm hon Walsr Not Won. wollen erzählen Wen _ Wiener; Morgenzettung.__ setzungen, Neuanlagen und Herstellungen in 17 städtischen BademrstcSten, ferner die Straßenbauten itfrtb Stra^lcherstellungeU, die Erweiterung und Verbesserung der elektrischen Straßenbeleuchtung, die JnftanÄsetzungsarbeiten im Sladtgartenbe trieb und in der WassevversorWNg, die Erneuerung der Teilepho«- anlage im Rathanft, die Ausgestaltung des städtischen Ziegel- Werkes Obevlaa ustv. Daneben steht als Mette große Gruppe das Arbeits- Programm der städtischen Unternehmungen. Es umfaßt insgesamt Aufträge km Gesamtwerte von IM M i >lliarden. Davon entfallen 23,8 Milliarden aus die städtischen Gaswerke, 17,9 Milliarden auf die städtischen Elektrizitätswerke, rund 46 Milliarden auf die städtischen Straßenbahnen, der Rest auf die städtischen Lagerhäuser und die Leichenbestattungsuutevuchurung. Die im Rahnren dieses Programms zu vergebenden Arbeiten sind außerordentlich mannigfaltig und werden daher den , allerverfchiedensten Gewerben zugitte kommen. Bei der Siratzmchahn kommt vor allem der Bau der projezierten drei neuen Straßenbahnlinien, sowie der einer neuen Wagenhalle im 16. Bezirk in Betracht, die fast 1000 Arbeiter beschäftigen werden, daneben Repamtuvarbeiten am Wagenpark, so die. Instandsetzung von 100 Beiwagen, der Umbau von 50 Motorwagen und die Bestelliung von 50 neuen Motoren.und 80 Fahrschaltern. Das Programm der städtischen Elektrizitätswerke umfaßt n. a. die Herstellung von 10.000 Mietmstalatioiren, .die.Anschaffung von 36.000 Elektr izität szählern, dann den Ausbau der Kraftwerke und der Unterstationen und die Errichtung von insgesamt 18 Arbeiternimd Beamtenwohnhäufern in Zillingsdorf und Gbeufurth. Für diesen Gesamtkonrplex von Arbeiten sind nunmehr die staatlichen Zuschüsse aus dem Titel der produktiven Arbeitsloseufürsorge angesprochen worden. Bisher tvurden sie für sechs Wohnhausbauten bewilligt. Die Entscheidung der Industriellen Bezirkskommission über die restlichen Arbeiten ist fiir die allernäehste Zeit zu erwarten. Versuchte Mlschrmg Merresch!sch?.r Vankuste«. Der Privatlehrer Karl G r ü u ist a.n 25. o. auf Grund von Erhebungen unter dem Verdachte der B a n k n o t e n f ä ls ch u n g verhaftet worden. Man fand in seinem Besitze photographische Negative, Zinkklischees der österreichischen Banknoten zu 10.000 Kronen, ferner verschiedene Chemikalien, Farben, Walzen usw., die zur Herstellung falscher Banknoten benötigt werden. Grün gestand, sich seit ungefähr zwei Monaten mit Versuchen der Fälschung von Zehntausendern besaßt zu haben, doch seien alle Versuche fehlgeschlagen. Grün brache sich nach dem Kriege als Hofmeister bei verschiedenen Familien durch. Ms er seinen letzten Hofmeisierposten verlor, ging es ihm sehr schlecht, und da kam er auf die Idee, Banknoten zu erzeugen. Er hielt die Note zu 10.000 K. für die zur Fälschung geeignetste. Seine bescheidenen Mittel erlaubten ihm nur, das photographischeVerfahren anzuwenden. Nach und nach und nach Maßgabe seiner Mittel beschaffte er sich zu dem photographischen Apparat, den er schon von früher her hatte, die notwendigen Artikel. Er machte zwei Aufnahmen der Zehntausender, mußt aber Ende Februar seinen photographischen Apparat aus Not verkaufen. Trotz zahlreicher Versuche erzielte er kein positives Ergebnis. Grün wurde dem Landesgerichte eingeliefert. Kleine Lokalchnuil. Der wegen zahlreicher Betrügereien mit einem Gesavttschaden von 15 Millionen Kronen verfolgte Viehhändler Leopold Gr über wurde gesteni verhaftet. Der unter dem Verdachte, die zahlreichen Pelzdiebstähle in Wien verübt zu haben, verhaftete Franz P'imasl hat bis jetzt nicht weniger als vierzig Diebstähle eingestanden. von Blinden, Siechen, Alten. Aber wenn die traditionellen Entsetzensvufe: wie schrecklich! die Aermsten! usw. erledigt sind, dann kormnen rmtunter Bemerkungen hcvmrlos und unbefangen Vovg<ck>racht, bei denen einem heiß und kalt wird. Das Häufigste ist, daß die guten Leutchen in aller GemüNchkett auf die Schttdemng von jammerwollem Elend bemerken: von einem solchen Fall habe ich schon einmal gehört. Die Achtzigjährige, die mutterseelemallein in einem nassen Loch haust, der Krüppel, der von Tür zu Tür gehen muß, Brot zu erbitten, die Mutter, die hilflos zu» sieht, wie ihre Kinder hungern — alles ganz hübsch und spannend, aber leider schon ein lvenig abgebraucht. Maudern wir von etwas audereru. . . Es ist in den meisten Fällen nicht Herzeristälte, die aus solchen Bemerkungen spricht. Sie bekunden nur, allen BeteusvMgen, aller Beflissenheit zum Trotz, die falsche Einstellung der Heranwachsenden zu den Wirklichkeiten des Lebens. Für gar viele ist die sc^iale Not nichts als ein KapiM aus einem mehr oder nriüder spannenden Neman. Sie lassen sich die Fälle erzählen, lassen, sich sie sogar sehr gern erzählen, wie marr ins. Theater oder gar ins Kino geht und werten das Elend sozusagen vom ltterarischen Standpunkt:. ob der Fall etwas Nettes bringt, ob er psychloogische Besonderheiten birgt, olb er eindrucksvoller ist als ander.', kurz ob er als „neuer Einfall" der Not betrachtet werden kann. Eilte Beziehung auf die eigene Person wird niemals hergestell!, keiner dieser jungen Menschen denkt: wie tväre rni: zumute in dieser Lage? Ganz tief im Jlmerften gkaltben sie gar nicht an diese schaurigm Wirklichkeiten. Sie schieben sie von sich fort, wie sie peinliche und unersrenliche Vorstellturgen von sich sortschieben oder, rwch besser, sie lassen sie nicht an sich herankonmren. Das ist irgendwo... weit dMUÜ-y^/am an- _3k rsN _ m. mt Me Zudenhelt PMftkuas und der Mdkfchr Ratiomlftmds. Die JEHreSkonsevenz der LoMkmmviffäre des Keren Kcffeimeth in Erez Israel rmd Shrien bewies rwlveMngs, toefy cher Beltiebchevt und Achtung sich diese JUsMutton im Landen er-fleart. An der Erüffrmnlgssitznng im Saale deS Landwirtschaft- Lichen MussorMs nahmen -er BvrlsiMde der paMttnenMM. Zionisttschelr Executive, die palästiateMchen Direktoren de»! K. K. L., Mtgkliieder des Maad Lemni, viele Gäste mtd JmnlvaUsten sowie eine große Zahl von Delegierten <mS allew Teileit Ercz Israels und aus dern fernen Aleppo teil. * Jtt Jaihrc 5662 hat Erez Israel und Syrieit mit seinen 100.000 gewiß nicht ivvhlihabenden Juden 4000 Pfund für. beu Keren Kajsmeilh cmsgchvacht, e>me DtlMNte, die sich imnterhin m‘H den 6700 Wund, welche die 300.000 Juden Englands, beistmerteu, vergleichen läßt. Und für 5683 hat Erez Jsme-l es a-uif sich genommen, an 9000 Pftmd mtif,pbringenl Die Samin^lmethodeu hieiMllande sind marmiigsaltig und oft eigenartig. Die Büchse ist tveit verbreitet und man verst.gt ihr nie den Tribut, mag sie bei einer Dorllüsiung, bei einem Purimkonzert oder beim AuWuig ami Nvujahrstag der Bäume die Runde machen. In das Goildene Buch wird jeder Gast von Namen, der das Land besucht, eingetragen; es ist das gwße Fremde«» buch des Jischuw. Emen großen Teil der Einnahmen liefevt die Selb st >b e st o >u ernng und die nreisten Gesellsthastcn. von Bodeutnug, wie die Pallestine Land Dedel-opm-ent Er., die Geerlta, die Aöbeiterb-anE, der Hamaschbrr usw. liefern einen, nicht unbeträchtlichen Prozeittsatz ihrer Reinerträge nutet diesem Titel ab. Ebenso senden die Friedensgerichte, die Ilnglo Palestine Co', und die meisten anderen zionistischen Jnstiintionen keinen Brief ohne K. K. L.-Marke ab. Und ganz, eiuzigartig ist es, daß hierzulande auch die Kinos und Konz e r tatn t c r nehmnngen solche Marlen caff dm Eiutrittskarten verwenden. Diese Lielbe fiir beir Kereir Kajeincch, die sich in alleu^ Kreisen zeigt, ist dank der Uedersiediung des HanPöburemS: nach Jerusalem noch erstarkt. Der Fonds ftndet sine so allgv-j meine, rückha-ltslose Förderung, weil' seine praktische Zkrbett! hier jedermann vor Augen tritt; Land, das noch vor kurzem: für das jüdische Volk ettvorben wurde, wird heute schon am--! livriert -und für neue Siedlungen vorbereite:^. Herr Uffischkin betonte bei der Evöfftmng der Kose-! ferenz die zwingende N-oÄvendiAeit, den Keren 5k>ajemeth zus stärken. Denn da die wertreichenden Hoffnungen auf! Ueberloffung von Staatsländereien sich Mj trügerisch erlwichen And da die PMatmitiative sich vontj Kaufe ländlicher Böden ftrnhält, sind wir auf Selbst hilfst angewiesen. Der ökonmuffche Znsanmrsnbvuch in Osteuropa hvt> dazu geführt, daß unsere Einwanderer Wohl von hochstetni Jdealisnms erfüllt und zu opferdoller Arbeit bereit, doch zumj großen Teile unbemAE sind. Am so bMogsnswetter ist es^i daß der Keren Kwjemeth in letzter ZeÄ vM der Monistischen. Propaganda so vernachlässigt tvnche, ein, schwerer Fehler, dessen mau sich in Erez Israel wicht fchlrldig machen Will. Die Judeu^ dieses Landes müssen ihre Brüder in der Zelstrennng dahin boeinfiussen, daß fie voll den Wert jener JMttrtion erkemmr, ohne deren Hilfe jede Hofftmng ans die MksWßnng des Landes und Schaffung eines starken Mffchen Ba-nernstaud e-s schwindet. Bom Jta Mm Man. In den Vereinigten Staaten von AmerAa Wen, wtotik Bericht des „New Aorik HevaD" zufolge, im Lause des Jahve»! 1928 nicht weni^r als 57 Fälle von Lynchjustiz statb« gefundeir, 'damnter 91 cm Negern. Der Stmrt Texas hat 1L solcher Fälle auszuweisen. Georgia elf, MisWpi neun, Florida und Arkansas je fünf, Lvnisiaua drei» Mvbcvma und Tenesssk! zwei, Oklahoma und Süd-Caro-lÄm einen. Die DotalsMMM ist nur um sieben geringer als im vorhengchettden Jahre 192^^ Und doch scheint das den AmerAanern oder wenigstens einem' Teil von ihnen noch nicht zu geuüigen. Hat sich doch die feft deren Ufer. Wer lveiß, ob es überhaupt wahr ist. 2f6a&’ es hört sich gut an. Mit dieser Einstellung zur sozialen Not hängt es wohl auch zusammen, daß jeder Fürsorger so häufig u-m Ratschläge gebeten wird, wie man es an-! fängt, „derr armen Leuten" ein bißchen zu helfen. Jttnge! Mädchen, und unverstandene Frauen (das gibt es noH< immer) schreiben rührende Briese, man solle ihimr doch! sagen, was sie tun, wohin sie gehen, wie sie mit dm Urr-- glücklichen „Mngchen" müßten und vor ollem, wie sie! „hineinkonnnen" könnten. Diese stürmifchsn Bekundungen! der Hilfsbereitschaft sind alle sehr gut, ^jogar sehr ehrlich! gemeint. Aber die Bravm verstehen nicht, wie lächerlich! es ist, für die soziale Fürsorge ein RM>t za verlangen? Daftrr ist die Frage nach dem wohin? am b^eichnendsten,! Denn in der Großstadt braucht man mH dem Elend nicht! zu suchen, heute weniger denn je. Aber auch alle anderen Fragen Vavmteu völligeßi Mißverstehen der Situation Da schrieb mir vor einigen! Tagen ein junges Mädchen, daß sie zwar mit Leidenschaft! tanze und auch sehr gern ins Theater gehe, dgß diese bei-! den Vergnügungen sie aber doch „nicht ganz ausfüllen",! ich sollte also doch so gut sein uftv. Manmag mich mt*' gezogen schelten, aber ich habe dev llebenswürdigen! Schreiberin sicherlich ein liebes, gutes Mädchen —\ nicht geantwortet. Was hätte ich auch antlvorten sollen?:! Daß von der Fürsorge, ivenn von irgendeiner Arbeit der! Satz gilt: Wer nicht sein Leben emsetzt, wird auch lern Leben gewinnen? Oder hätte ich ein zierlich abgerundet^ Bild von dem MrkmgsilrÄs eines Fürsorgers eutwetten sollen? Nein, meine lieben jungen Fveundftmett Uud Freunde, verzeiht mir: ich iverde nicht über das WM! Elend plaudern- ^Klqva JHÜB “ C” s; -

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