Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1478 (25.3.1923)
- Date
- 1923-03-25
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wkn, Sonnta g Wiener Morgenzeitu«^ 25. März 1923 Seite 3 Ungar«. Sie Polen. Litauen. Ser ueue Sejm. SkoSna, Sk. Mapz. (Ost-Expreß.) Der neue liümffche Kefm, zu welchem die Wahlen für Mitte Mai festgesetzt sind, wirb durch sechs neue ADgeordnetemmmdüte aus dem Memel-Gebiet ergaWt weÄtzn. Das Memel-Gebiet zahlt etwa 150.000 Einwohner. Auf je*25.00V entfällt nach. Iber IrtaMchen Berfaguttg ein MarwÄ. | Waichwwfln | MMerkris«ser8chte. Budapest 3k. Marz. (Tel. b., ,Mr. Movgenzeitung".) Dre Rems« Landwirte in der Regierungspartei haben die Aorbewuy aufgestM, daß HackdÄÄmmSstsv Balko rmd Mnanzmirchtor Kallay von ihren Ministerstellen scheide» falle». Die kleinen Landwirte wünschen die Besetzung dieser Portefeuilles durch Bevtvlmensmünner ans ihre« Rechen. Die G o rn b ö s - Fraktion der RegiemngSparteii unterstützt diese Aktion der Avinen Landwirte. Regievungskreife dementieren die Kvisengerüchte, in die Mch.Mmved«inistW Belitska einbegogen wird. Harthtzs Smtt an die akademischen Rswdtzr. Budapest, 24. Marz. (M. d. ,M. MorgeriFeidrrvg".) Ueber Vorschlag des Ministerpräsidenten emp- ' fing heute ReWverwessr Hor-thy vier Führer ber reaktionären Hochschülerorganisationen und hielt an sie eine Ansprache, in welcher er seiner Fronde | Aber die patriotische Haltung der Irgend Aus-! druck verlieh. Er hofft, daß die JugerÄ diesen Ueberliefernngen treu LlieMn wird. Der Reichsveriveser forderte sodann die Vertreter der Hochschu-ljugend auf, auf ihre Kollegen beschwichtigend.ernFirwirken und ordnun^- störende Elemente von sich fern zu halten. Das Land brauche m der heutigen Situation in erster Reihe Ruhe Und Ordnung. BrrhaudluMn^über dm türkischen Skrzynski in London. Berlin, 24. März. (Ul.-Komp.) ,F)st-Expreß" meldet i-lMS Warschau: Dev polnische Außenminister Skrzynski ^hat sich von Paris nach London begeben, wo er vom König 1 «dnv vom MßekMinijkr Lord Curzon empfangen werden soll. HevotftÄende Mldernug der amerWMchm ßinwaadrrungrgesetze. H P«lS, 34. März. PLvklff.) Nach einer Meldung der ^Dhicago Tribüne" aus Washington soll das Programm des Präfidentm Harding für die. nächste Kongreß tagung unter anderem auch eine liberale Gestaltung der Cinwanderungsgesetze vovsthen. Es scheine festzustchen, fügt das Matt hinzu, daß die nächste Volkszählung einen relativen Verlust von 10 Millionen Menschen luuhweisen werde, wenn die bestehende Regelung der Einwanderung nicht geändert werde. Nr Mond. London, 2k. März. (Dol.-Mmip'.) Der frühere Schatz. jMin'ister Sir Alfred Mond ist zum Vizepräsidenten dev Nberalon Lloyd George-Partei erumM worden. knver Pascha doch tot? Konstantrnopek, 24. März. (Dell.-Komp.) Entgegen den bisherigen widersprechenden Nachrichten über den Tod Enver Paschas wird jetzt dvö Ableben des türkischen Staatsmannes bestätigt Die Familie Enver Paschas ließ gestern in seiner Moschee eine Trauerzeremonie veranstalten, da ihr die sichere Meldung Angegangen war, daß Enver Pascha im Monat Juni vorigen Jahres im Kaukasus bei einem Gefecht gefallen sei. ' London, 31 März. (Reuter.) Dl« Finduz- und Wirtschastssachverstündlgen haben ihre Arbeiten beendet. Die drei ^mMlisfionen habe« daaM begonnen,. die Abänderungen des ÄnlsiUmer BertrageS, die sich aus seiner Angleichung an «däe GogenvorMäge der Dürken ergeben, fepzulegen. Bompard hatte mit Bonizelos eine Besprechung. , L« Wommrobruch einer Berliner vrotz- Mnlanten. RiesigeS Aufschen ruft die Insolvenz der Berliner Metallftvma H. Zimak n. Co. hervor. Vor wenigen Wochen nämlich galt Herr Zimak für eine-n der reichsten Männer BeEns und M der Metallbörse schätzte man fein Vermögen auf etwa 76 Milliarden Mark. SDie Firma ist das Opfer des SilberpreiSsturzeS geworden, nicht zuletzt dadurch, daß sie zu den weichenden Preisen immer mehr gekauft und ihre Engagements ins Riesenhafte vergrößert hatte. Immer noch hoffte Zimal auf eine Wendung Md aus die Möglichkeit, seine Position zu halten. Bis man an der Börse eines Tages mißtrauisch wurde. Die Firma Zimak bestand erst wenige Jahre, aber sie nahm eine der ersten Stellen im Berliner MetaWhandel ein. Der kaum 30 Iah« alte Chef der Firma, Besitzer fast eines vollen Dutzend Autos, in immer neue Geschäfte verstrickt, war auch an der Effektenbörse als Großspekilliant eifrig tätig. Wie der Numeru; rinnftts begründet wird. Bekanntlich hat vor einiger Zeit Präsident Love! von der Harvard-Aniverfitat die Einführung deS Nunrerus clausus für jüdische Hörer verlangt und dies Verlangen mit seiner Freundschaft für die Juden begründet, indem er sagte, die Tatsache, daß die Zahl der Mischen Studenten an der Universität , größer sei als es ihrem prozentuellen Anteil-an der Bevöl^rmvg entspricht, sei geeignet, mrter den mchtjüdischen Studenten Antisemitismus, hervorzurusen. Der Vorschlag Lovels ging unter in der Entrüstung, welche er nicht Äoß in jüdischen Kreisen, sondern in weiten Schichten der nichiMischen Bevölkerung der gesinnten Bereinigte» Staaten erregte. Nun taucht jedoch ein neuer Vorschlag auf Einführung des Numerus clausus für jüdische Studenten auf und diesmal — es ist das erstemal in den Bereinigten Staaten — aus den Kreisen der Studenten selbst. An der Universität in Syrakus (New-HoÄ) verlangte der Senior-Student-Council, die Vereinigung der Hörerschaft, die Einführung einer 'Prozentnorm bei der Aufnahme von Mischen Hörern an der Universität. Die Vereinigung benachrichtigte den Kanzler der Universität Flint von der bworstchenden Aeberreichmtg dieser ihrer Forderung; Flint wahrte noch so weit die demokratischen Traditionen des Amerckanertums, daß er mit den schärfste» Worten der Mißbilligung eine solche Forderung zurückwies; so Law es, daß die Studentenschaft von der offiziellen Einbringung ihres Vorschlages Abstmw nehmen mußte. Jutemsstmt ist rmn, daß die christlichen Studenten dorr Syrakus ihre Forderung nach dem Numerus clausus damit begründen, dcch die Mischen Hörer sich zu wenig den sportlichen BermrstaÜungen, wie sie an den amerikanischen Univerfitüten Mich sind, widmen. Die merkwürdige Begründung für den Numerus clausus mutet um so sonderbarer an, als bekanntlich Universitäten im allgemeinen mchr den Geist der Wissenschaften als der Wege deS Sportes dienen. Freilich scheint bei den Verfechter:: des Numerus clau sus diese Tatsache' * gewöhnlich nicht im Vordergründe zu sichen; nach europäischen Beispielen Vrmte mau z. B. meinen, daß Univeisttäten für den Suff, OSTEBK SONDERANGEBOT Brüder des Warenhauses Blaudruck ......... Cotton de Lene ...... Wasch-Krepoo ...... Jackenfutter.. Etamine, 115 cm breit « . Etamine, in allen färben.„ Seiden-Cloth, 140 cm br., alle Farben „ .perMet K 0.800 . . .. K 12.500 K 12.500 K 21000 K 12 000 K 7900 K 35.000 fl. Taborstr. 48 - Toi. 47-1-79 r ttüfirrelsM billig* Kaufgnlcgenh eitI 1 Nachstehend einige Beispiele: Leinanmraren | ,» « ff »!» » ff ff | Damenwäsche \ Garnituren, Hemd und Hose ....... K 30 OOO Garnituren, Haadajonr gest. ....... K 75.000 Damenhemden.28.000. 25.000, K 10.800 Damengarnituren (Hemd, Hose u. 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Es ziehen sich deutliche Fäden der akadennsckM antisemitischen Propaganda von Europa nach Amerika. Ford und seine europäischen Einbläser sind <mt Werk. Aus aller Welt. LoMwn, 24. März. „Daily Expreß" meldet? daß des Handelshafen von Rotterdam infolge der Ruhrbesetzung lahmgeleat sei. Der Handel sei um 30 Prozent zurückgegangenl 80.000 Arbeiter sind erwerbslos. Esse», 24. März. Die vier Abgeordneten der britischen: Arbeiterpartei Adamson, Buxton, Shaw nnd General Thonchsi'i sind hier eingetrosfen. Berlin, 24. März. Der von Franzosen verhaftete Prinz Lippe wurde zum Merten Wiale vor «ein französisches Gericht! gestellt und zu acht Monaten Gefängnis und 500.000 Maich Geldstrafe. verrrrteilt. Budapest, 24. Mä^p Die EmigungsVerhandlnngen Mischen, den Arbeitern Md Fabrikanten in der Metaklindustrie, haben zu einem positiven Ergebnis geführt. Die Aus-, fperrune wird nach erfolgter Bestätigung der Vereinbarungen! durch die Unternehmer- und Arbeitewrganisatimwn aufgehoben! werden« _ Sein Mischer Geld f8r Re HÄenkreuzler t Im Wiener Organ der Deutschnationalen bespricht ein* Dr. Franz Oberegger „das Treiben der Juden in der deut-j scheu Studentenschaft^^, der Veremignng sämtlicher deutschen! Stndentenvereinigungen in Deutschland, Oesterreich und der! Tschecho-Slowakei. In seinem anscheinend vollisch, jedenfallsj nicht deutsch geschriebenen Auffatz (ein Beispiel für viele: „9lur! unverbesserliche Optimisten können anders glauben^! beginnt der Artikelschreiber mit der Bemerkung, „daß jüdische! Spender für die bisherigen Hilfsaktionen die anmaßende, Forderung stellen, daß (da8 doppelte „daß" ist auch völkisch)', die antisemitische Bewegung cm den Hochschulen eingedämmt! wird." Die Niedrigkeit des völkischen. Studentengeistes tritt! hier besonders kraß zutage, da der Grazer Kämpfer nm die! „Deutscherhaltung" (das Wort stammt auch aus dem Lexikon! des BöMschen), es als anmaßend' bezeichnet, wewr ein! Jude die Hilfsinstitutionen der deutschen Universitäten unterstützt und im Hinblick darauf, daß an diesen Universitä-! ten auch Juden strrdreren, wünscht, daß mit den Spenden, diej zum. größten Teil von Juden stammen, unparteiisch vorgegau-! gen werde. W ist aber nicht anznnehmen, daß es einen Juden! gibt, der eine derartige Forderung erhoben hätte; beim jeder! Hinlenkende Jude muß sich sagen, daß sie Mecklos ist, für Rechtlichkeit und Redlichkeit hat das völkische Gelichter, das jetzt auf/den Hochschulen ein wüstes Treiben um die „Deutscherhaltung" führt, kein Gefühl und kein Verständnis. Daß diese Herrschaften darauf ausgchen, jüdisches Geld für ihre Hilfs-- mW Mrtschaftsaktioueu herauszulocken, dafür geben die Reminiszenzen des völkischen Oberegger an die deutschen Studententage einen deutlichen Beweis. Er erzählt, daß die Ablchnnng der extrpm-aniisemitischen Forderungen der österreichischen und sudelenländischen Studenten auf denr Stndententag zu erlangen nur deshalb erfolgte, weil der Leiter der Wrrtschcfftshilfe der deutschen Studentenschaft erklärte, daß sonst die Juden die Hand von den wirtschaftlichen Einrichtungen zögen und diese damit erledigt seien. Man sieht also: die völkische Studentenschaft weiß genau, daß die wirtschaftlichen und Hilfsinstitutionen der deutschen Universitäten von den Mischen Spendern erhalten werden. Und wenn sie ihre höllischen Kampfziele" durch Ablehnung extremantisemitischer ,Belange" zu bemänteln sucht, so ist das Betrug an den jüdische» Spendern, der ja auch durch die Begründung aus dem Studententag zu Erlangen offen zugegeben wurde. Wie die Dinge heute liegen, darf es keizren Jude n, weder in Oesterreich noch anderswo, geben, der sich dazu besünmren ließe, die wirtschaftlichen Einrichtungen der deutschen! Hochschulen durch Spenden, Zuwendungen und dergleichen zu! unterstützen. Jeder Jude, der dies täte, würde nicht die Hoch-! .schulen, sondern den antisemiüschen Hochschulterror unterstützen.! I Pamen-iind Herrenatoffe | X xx allen A ’bteilungan ~ ea o r xxx e jA xi b w a Ix 1 — h eis Covercoats.. 66.000, K 30.800 Engl. Schafwollstoffe.K 45 OOO Kammgarne und Cheviots..... 55.000, K 20.000 Mode-Schotten 11. -Streifen.K 48.000 Ragaamfintel. ... . 175.000,148.000, K 125.000 1 Herranwasche and Modeartikel \ Modehemden mit 2 Kragen ........ 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