Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1473 (20.3.1923)
- Date
- 1923-03-20
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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T"7" T'’-' «r. 147» Dstm. Dienstag Wiener Pivrnenzeit««-. M. MLrz 1988 Vöüe 9 Technik. 8. Astch^al: Ha« « Nhr: Dr. „. rung in b«§ Gitarrcnspiol, 4. HaD 8 Uhr: Sich und Gitarre. 4. Fnth: EinM« r. IM Zuth: Dt« im tttt «achiolgen-Oi» Rubrik«» mit o ftcMidinelfit ' .^ AI Vttlicit and 8 rttkel sind entgeltliche g'.mk'en SV Le, PrestgelrNes). lnkündt. * V«mtk««te decken ihren Vckdarf an Steppdecke» und Setttvoren preiswert beim ToLster-eugcr F. Wan d, s. Be-., tzeinostraße 17. * Erka SchuYbÄnder ftt/b an Q-uali 5t und im Preise unerreichbar. Eigene Fabrikation ans echtem Esicngarn. Macco und Seide. K. n. I. Eckhaus. Wien. 8. Bez.. Hanv^er-Purgßtallgasse 1, über der Llophaniod rücke. TM§M 44-4-61. > u ..Sesta". AttierigMlchist für induitrieLe 1. Bez., Ring des 12. November 1V. Der Pavillon der „Gosia^-Äkuenposellschast für rnfai* prielle Anla^n, der sich aus dem AnSisielllmgsgc'lälvde vor der Rotunde befindet, erregt das allgemeine Interesse der Industriellen. Durch eine sinnreiche organische Kombinaiion der AuWllungSob'vk'.e erhol der Besucher dieses Pavillons ein anschauliches Bild über das AtzdaiiSprogramm der «Gefio". welche das größte führende inländische Nn'ernehmen für die tzrrichtuno und Oekrnomisi-crung von Dampf-. Fmerungsvnd Trockenanlagen ist. Fast alle a.s>7<st<llten Ob'alle sind im Betriob. Wo dies Nicht möglich ist. wird die pracktii'che Wlrkulvseveise an der Hand von Zeichnungen und naturaelrenen Modellen demonstriert, so daß der Besucher ein klares mto über die besondere Bedeutung Mw die Fortschritte der Wann-eokonomie erdäilt. Besonders muß hevvorciboben werden, daß sich die den Ausbau seiner Dampfanlage nach nwdcrn'n wirlschastNch n Gesich:Spunkten weitgehende dauernde Ersparnisse erßlelen kann. __ _ j Mttteilunsen an« dem Publilum. Anlässlich der Vermählung des Herrn JOACHIM SCHINDLER mit Fräulein TONI ROSENBAUM in BoUchöw gratulieren wir aufs herzlichste FAMILIEN LEIB u WILHELM TEPPER und HERMANN GOTTESMANN Isidor Epstein und Frau «eigen die Geburt eines Sohnes an und laden alle Verwandten. Freunde und Bekannten *u der am Mittwoch den it.d.M* um 12 Ühr mittag:» in der Wohnung:, Um Obere Donaustraes« V/7 stattündencen n^O JV"0 böUlchst «in «tVS Hotal Streng orthodp* iVI Restaurant BARSCHAK U. Gressl gfltiffgew | Te ephon 43.1*39 mm» hm »,»,» MteHuitfff» , fdr. He« »»iisdinm -n s hr nSU I - "WS ptjwfff ,TM*cw. Vprtdgttehe Kflche } f. L-ggiLi1 S JFff1 Telepbo« 69*S-W Telephon Verkauf »ImHicfier Fabrikate au billigsten Preisen, ebenso sämtliche Speeereiwaren rrce W3' f.RmmG. 116!oc{»sgass(22 (S1» Jfovaraj.) pistacfier & Vlodteiiaiisr, W. >. neatogisse 6 emMiN"' iM «Vw* anr? liyetl nseh »Men«tauen ■ WWWMWWWWWWWWWWWWW. ■'WMI Hl. wmmm* W t & C. H\nt)TMUTirä K0H-1-N00R-BLEISTIFTE MEPHISTO-KOKERSTIFTE ANEnSANJJf UNERREICHTE F.\DWKATB ZU IIAUF.T I\f AU.RN PFisSUEN PAPlKRtlANi»ttiNGEM m VW! JHUieWWUi—tl1,' MtUWU l«t IU1MM»»*11 AMUiMWriWW*» Ftti* M^SEebesucher Sächsische Strümpfe Handschuhe AHO' F T*RUR, «ien.l, KoIj nwsserq’ssa 6 MODELLHAUS 7* JULIUS KRUPcHJK VI., KAISERSTRASSE US HEUE ENTZÜCKENDE $R ÜB JAHRSMODELLE KOSWMEa CAPE-KLEIDER NACHM TTAGS-TOIIETTEK COVER COA T-MÄNTEL Kultus u Justizlalareu. Barette Hefer'. I» 5c''öos!fir Amltthrtio* di« b«kan tec’e Spehalßnna ISä RUDOLF S0LD5TEI« Gegründet ISQO » Or»Be Auswahl feinster f tolle Tür MtCbesteltnngen Parfümerien für den Export v. Seif-n al.e Marhenwaien Süä 'crnim JB? A (1K JcLf H Tel.42-2 81 Wien. II., Giockenpsse 8 Tel. 42*2-81 me» MeprfT»- und Aust. „«arvllell" im NvrlisMeatrr. N INI -hat auch d»s Bnchertheab-I sein deutsch-rufstfch.es Theater — ich alarche. das dritte dieser Art in Wien innerhalb kurzer £«it. Wenn der Vorhang aufgcht und Egon F r i e d e l l S mSßiye Leiblich'ke'h. die dände betont in dm Hosenirsch:«, in d r Seiterckulis-'e verschwunden ist. zeigt sich ein anmtt!i-g-ki'schja<r Karnfselhlld. zu dem di« ganze De« fellscha-fr Er'.'ippe steht und ein stimmMwaltister Bariton Herr Älebow — iingt ein gu!«kMiein:es Bregrammliod. in dessen H frain der Chor ei-nMt. Mir den Text ist laut Pro« grannn ein ^err mit dem sch'?n kkingrndem Namen Don Aniinada ver.:n wörtlich. VeS dmn folgt, ist besser als der erste Eindruck. Klotste Kttbarettc-insülle. manchmal e^waS kurz« atmi-g. wie in den „ChineMjen Götzen", monchmal bis zu Ende gut auS.?chailten. wie in der licktigen Parodie ans die grof>« italienische ^>pcr. m«uch>Ml schlecht karisieren-d wle im „Bauerntango", manck-mal recht gro'ebk., wie in der dorf« dpurgoisen „Nodespolka". Laust leuchtende, kobhafte Farben, stnb Kostüme, diskrete» Visse« tvm Theaterwirkung (siche di« Anszeniep-rng eines ei-n-fachen Krie-ghlietzeS ..In d?n Krieg der KünLg zog"); noient alles in allem von dein als Kritiken epi.hswn .sür dcrle, Darbietunstcu now stenS so. belichten „russtschm Erdgeruch" und der „rtck-sischen Heima'sschnsucht" ist wenig zu spüren. M«n kann Vielleicht von geschmackvollem MevveliMaM sprechen, gympach'ckch. daß Fchleu von Htars; d nuech seien besonders Frau T o n s k a i a und Herr D a m a u H f i genannt, die ganz au Speick-net charakterisieren; ln weitem Ustaud. aber idber den Durchschnitt. Frqn Tows-? fasch Die gonf<rer$en, we'che %>« Frieden beistelst, h^>'u emm etwas keuchenden Witz. Das PMAm ksr-« nicht mit M»8, i E, tz. N«s den Mntem. B^itgtHeater: Vkorgen .Hpiegekm«nfch*, Ackademi«th«sterr Morgen ^»1 Häu» Wunder". Fm Deutschen Bolkstheater gelangt Gamsr^ den 24. h., 7 Uhr. Ui drei§k.ie« tzultspiel „EutzftatistN^ Von Bsla Euen^s zur Urau-fführunch Kn der Renaissance bühn« findet uls erst« her astgofuMgtsu W e d < f i n d^l-uiffi"',hnmaen Donners ao h:n Ä. d. die Premiere von Frank Wedekinds Tchansviel „D e r Äarqi«kS tzan Keith" mit U'dert Steinbrück in der TUchrpllst stW, 6eWrcbakt,' v»elrr«r S»MM«Ivrrk«h» Uf»k,« L«mverr.v,»-cd„, j Ei|«p« Ti*nsiti»gH mit 0,lrjs««?ch «?, 8k isramra Womit Die Bor dem Siräsbezirksgericht 1 (L)bersaudeSg«dchtSvlch Dr. Weih)- fühlte sich gestern ein Herr Alfred B. in sei«« Ehreschwer verletzt, weil Herr HanS von ihm gesagt haben soll, daß er Beziehungen mit Fräulein „Alma", einer Beamtin dech Beschuldigten, unterhalte. Der Richter stellte an den Bertrttvn des Privatklägers die Frage.: «Sagen Sie.- Herr Doktor,, wcch ist Deleidigendes, wenn eilterwachsener Mann mit einer er» wachsenen Frau ein Verhältnis hat? Ich finde, daß die A»p klage unseren Begriffen von Moral nicht entspricht." So eur weltfremder Richter.! Aber der Vertreter belehrte ihn schon: eines besseren. Cr erklärte, die landläufigen Moralbegriffe seien leider andrre! Privat stimme er zwar mit dem Herrn O^crlandesgerichtsrat überein, immerhin! Und einerseits, andrerseits! Pehr richtlg. w.ir lassen uns solche Dinge nicht nachlagen! Der Verteidiger meinte, es,sei nur von sreundschaftliche». Be- . ziehungrn die Rede gewesen, nicht aber von Intimitäten. Ra» also! Man sicht auf den ersten Blick, daß es sich um welter-» schütternde Dinge handelt. .Die Verhandlung wurde zwecks Zeugeneinvernahme vertagt. Furchtbare Dinge tragen sich zu. Wir leben in einer wogten Zeit. Franz Schum und Martin Zemlizka sichen vor dem Bezirksrichter Dr. Grün wegen Diebstahls, ta* ziehungsweise wegen DiebstahisteilnahmL angekiagt. Was ist los? Alsg geschah es ojtt 5. Dezember v. Schum hat eüz Stück Kohle gestohlen und Zemlizka, der es geschen haben muß» hat's nicht verhindert; ergo war er einverstanden. Schum ist . bereits einmal wegen desselben Deliktes vcrbestrast. Cr kennt bereits die ganze Prozedur des Verfahrens und gibt den Tat« bestand zu. Der Richter ist etwas aufgebracht. „Was hat die Strafe für einen Sinn^ wenn Sie nicht die Lehre daraus ziehen daß Sie es nicht dürfen, Herr!" schreit er den Angeklagtetz an. Recht hat er. Wir meinen auch, daß sie nicht viel Sin» hat, wo die Not zu groß ist! - ' Der 21jährige Zemlizka ist noch nicht so abgestumpft Witz sein Kompagnon. Cr verlegt sich aufs Leugnen. Der He« Obrrwachmann, Ecke Lassallestraße und Venedigerau, hat's aber gesehen. Infolgedessen muß Zemlizka auf drei Tags in de» Arrest. Der Kollege sogar für eine Woche. Zemlizka weint, steht ganz allein, da, er muß verdienen! Stumpfsinn! Justitch ist völlig unsentimental. Gehen wir, nächster Fall! Vor demselben Richter strht ein junger, sympathischer Hext, Ernst Schneider, 2. Bez., Castettezgasse 2 wchnhtfft, wegen Diebstahlsteilnehmung und bedenklichen Ankaufes. Seinq hübsche, kleine Frau sitzt iiy Auditorium und zittert. Der Be» schuldigte hat im Fahre 1951 in einem Zwischenraum von fünf bis sechs Monate beim Mmetallhändlor Samuel Ehr-, lich elf Bunde italienischen Kupferdrahtes angekan't. Cs stellte sich aber heraus, daß die Ware aus dem Speditivnslager Hugo Fried gestohlen war. Der Beschuldigte verantworteis - sich dahin, daß er den Ehrlich als sehr achtbaren Kaufurann be^ * der Familie seiner gewesenen Braut kennen gelernt hatte und, da er für die gelieferte Ware stets den Tagespreis bezahlte, konnte ihm nichts brhenklich erscheinen. Aus einem Gutachten der Handels- und Gewerbekammer ging hervor> daß diese Waro damals allgemein erhältlich war und der hierfür bezahlte Preis dem tatsächlichen Tagespreise entsprach. Das Gericht kam da^ her zur Erkenntnis» daß weder . von einer DiebstahlStei^ nehmung. »och von bedenklichem Ankauf die Rede sein könne, und ging mit einem Freispruch vor. .. „ Aus Hem volnisch'itlraliMeil Krieg in SstMlirien. Aus tzernhsrg wird uns geschrieben; Bor dem * den Schwurgericht findet gegenwärtig dis Verhandlung gegen; den ehemaligen Fähnrich der ukrainischen Armee, Peter So» roka. und-gegen zweiukrainische Freischärler, Orest Zahaj e w y c z und Andreas I r z a, statt, die sich wegen einer ganze«, Reihe von Mord, und Naubdelikten zu verantworten habe». Soroka, der seines Zeichens Schustergehilfe ist urd sich jetztz als dranistischer Künstler ansgibt, war in den Zeiten der nkrainlschen Kämpfe in Hstgalizien Stadtkommandant von J a n o w. Aus dox gegen ihn erhobenen Anklage ist zu erschen,. daß er in gransainster Weise gegen die einheimische Bevölkerung gewütet hat. Als Hauptvexbrechen wird ihm die Ermorduntz zweier jüdischer Soldaten: der polnischen Armee sowie einer Frau zur Last gelegt, die einem perwui.dcten polnischen Soldaten Hilfe geleistet hattd. Die beiden jüdischen Soldaten waren van den «krainjschen Freischärlern gefangen und vbn Soxoka ohne Verhör zum Tode verurteilt worden. Am Tage vor ihrer Ermordung äußerte Soroka MM Ortsarzt Dr. Markl: .Herr Doktor morgen werden wir die Juden erschießen!- Als Dr. Markl ei»-- wendete, daß ja dis- Juden M Ä r i e g s ge f a n ge n e zu. behandeln wären, wies ihn Soroka barsch mit den Worten ab? .Was weiht denn du. du Dummkapf? Sei still!" Am Neujahrstage 1919 befahl Sov-ffa den beiden Gefangenen, sich hinter dem Janower Orrlchisgebäude selbst ihr Grab zu schau*- fsln, worauf er sie an Ort und Stelle erschießen und sofort, begraben ließ. Die Frsu, die es gewagt hatte, sich eines ver* wundsten polnischen Soldaten anzunehmen, bat auf den Kniend daß man ihr das Leben fchrnke, da sie für mehrere kleine^ Binder zu soxgsn habe. Erbarmungslos w>rrde sie erschoffem' Eine andere Frau, wurde wochenlang im Gefängnis gehalten »nd in grausamster Weise gefoltert, weil sie heim Anblick pol? nischer Soldaten gerufen hatte: „Es labe die polnischs Amtee Zahllos sinh die den Angeklagten zm Last gelegten gewM, Mg?« „Reguisitionen". bei denen die stets in der schrecklichsten Wecke mißhandelt wurdaihr V..WYO uns Korrsn, s vis »1 s SstdHuvsre i "“'londers bill.e W “ Kann & Fried äSTLfC \