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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-18 · Heft 1471 (18.3.1923) · p. Seite 12

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1471 (18.3.1923)
Date
1923-03-18
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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verte 12 Wien, Sonntag Wiener MorsenzeiLrmg. fn einet natlonal>sozialistW"n <S??r mm" "g. Im Sophiensaal tagte am 17. Juni 1222 eine InckionalsozialWsche Versmnnrlung, die durch Angehörige der vzialdomokratischen Organisation gestört wurde. Wie es heißt, sollen cs, so erklärte gestern der Richter Hosrat Dr. Hotter, Kommunisten gewesen sein, die die Abhaltung der Versammlung verhindern wollten. Dabei kam es zu heftigen Zusammenstößen, unid als Wachleute omschveiiten wollten, wurde der eine von ihnen, Johann Andre 2, von oinem Mar.« am Halse gepackt und gewürgt. Andre wollte den Betressenden, der ihn überfallen hatte, gerade damn hindern, einen Sessel in die Mitte des Saales zu Maudern. Der Wachmm.n wurde dann von einem Kollegen in Zivil befreit. Unter den Verhafteten, die bei diesem Tuumtt abgefi'chrt wrrrdrn, befand sich auch der Straßenbahner Rudolf Pollhammer. Ein Zeuge namens Römer hatte nämlich Angaben gemacht, die darauf hiüdouteten, daß dieser unter jenen Demonstranten ge-' wesen sei, die ans den Wachmann losgegangen sind. Der Oberwachmann Andre, sein Kollege, der ihn befreit hat,^ und noch ein anderer Zeuge . konnten nicht angcken, ob Poll- Hammer tatsächlich jener Mann war, der sich so gewalttätig benontmen habe. Ein Zeuge, Konstautin Dusche?, hatte übrigens ausgesägt, daß er mit Pollhammer stär.dig beisammen gewesen, der überhaupt mit keinem Wachmann in Berührung gekommen sei. Obwohl keine weiteren Angaben daraus hindenteten, daß der AngeSlagde sich d-L-DvMs der öffentlichen GowalttätiMt schuldig gemacht habe, hielt der Staatsanwalt Dr. KralÄ die Anklage aufrecht. Der Verteidiger Dr. Oswald Richter verlangte einen Freispruch, da das Beweisverfahren auch reicht das geringste Verdachtsmomert gegen den Angeklagten ergeben habe. Der Richter schloß sich diesen Erwägungen ml und ging auch mit einem Freispruch vor. Sie Sftnra. Am 15. Februar HM im Saale des Ingenieur- und tkrchitektewoeroins Prof. Nicolai aus Berlin einen Vortrag. Die Ostara, die monarchistische Vereinigung, die bald darauf den Arbsiierrat B i r n e ck e r erschoß, hat der- Vortrag unmöglich machen wollen; ihre Teilnehmer bekamen mm» sich folgenden Zettel: Einberufung: Donnerstag den 15. d. haben Sie um drewiertel 7 Uhr ln der Pestalozziga sfr, ungerade Nummer, 1. Bez., hinter dein Miliiärkasinv, gestellt M sein. Nähere Jnstrwkt'ioner' durch Ihren Kommandanten. Diese Einberufung, welcher unbedingt Folge zu leisten Ist. ist, M vernichten. Ostara m. p. ErLenmmgszeichen: Toterckopf rechts und links Granate, Der Saal des Ingenieur- und Architektenverevns war! doll besetzt. Auch «ärige WachebeamLe waren im Saal. Als! Pros. Nicolai etwa fünf Minuten gesprochen hatte, ging cm junger Mann auffällig fort, doch schenkte man dem weiter keine Auiftnerffamkevt. Nach werteren zehn Minuten ertönte plötzlich ein schriller Pfiff. Das war das Signal. Ein Bursche zog nun ovren Gummiknüttel aus der Tasche und schlug blindlings auf die Nachbarn los. Aber so rasch wurde er von den anderen Zuhörern gepackt und in der ihm gebührenden Weise gezüchÄgt und so schnell war die Polizei zur Stelle, daß den anderen d«s Herz in die Hosen siel und sie sich aus Airnner.« beschränkten. Nur zwei, die Gummiknüttel zogen, wurden ebenfalls in verdienter Weise ze° züchtigt. Hätte die Polizei die drei Burschen nicht rasch abgesührt, so wäre es ihnen schlimm ergangen. Einer der Bursche«, der ehemalige Soeofffzwr Theobald Mossig, war Freitag vor dem BezirLsgericht 1 wegenleichier Körperverletzung, wogen Gefährdung gegen die körperliche Sicherheit und wegen uwbchigten Waffenträgers angeklagt. Er soll mit dem Gumm-iknüttÄ den Bürstenbinder Schars leicht verletzt haben. Bor der Vcchan'cckmg vor dem Vezirksgevicht 1 gab Mossig an, daß er früher Seeoffizier war und jetzt beschäftigungslos ist. Er bchauplete, die Kavte zu dem Vortrag schon einige Tage vorher genommen zu haben. Da er aber am Tage des Vortrages in oinor Antisemi'erversammlung im Rathaus erfuhr, daß der Vortrag Nicolais gestört werden sollte, habe er zu Demowstrationszwecken und zur Verteidigung einen Gmnmrknüttel mitgenommen. Auf die Frage des Richters, Obeulandesgerichtsrates Dr. Weiß, wie er denn, mit dem GummS« littet ,Demonstrieren" wollte wußte der Auge-- klagte koine Antwort. Er erzählte dann Wörter, Prof. Nicolai habe eir-ige Nebenbemerkungen über den Antisemitismus gemacht, da sei gepfiffen worden und ein Tumult entstanden. In dem DumM habe er den Gummiknüttel geschwungen, ob er jemanden getroffen habe, wisse er nicht. Daß der G-mmnÄnuttÄ eine verboteye Waffe ist, habe er nicht gewußt. Der Richter vertagte die Verhandlung zur Ladung wsrtever Zeugen. Aus de« Sagen der Nnffeninvssion. AnS Lemberg wird uns gemeldet: Nach mehrwöchiger Verhandlung wurde der Urteilsspruch in dieser in die Zott der Russtnstv-asior. der Jahre 1914 und 1915 zuvückreichenden und an inteteffanten DetaÄs reichen Affäre verkündet. Fanni Ditlner wurde wegen Verbrechens der Verleumdung zu einer dreijährigen schweren Kerkerstrafe mit E'mrechnurg der Untersuchungshaft und Anwendung deS Amnestiegesetzes auf ein Drittel der Strafzeit und zur Landesverweisung verurteilt. Die Pvivatbe schädigten wurden mit ihren Entschädigungsansprüchen mrf den ZrvÄrechtsweg verwiesen. Gestempelte Krone =0.0075 Centimes. RusMms Wien - e. .mW* kentimrr. In Zürich notierte die österreichische Krone . . 0.00747« ,(0.00747* am 16. März) die österr. gestempelte Krone 0.0075 (0.0075 am 10. März) die tschecksische Krone . . . 15.95 ( 15.95 (TOt 16. März) die Mark ........ 0.0258 (0.0258 am 16. März) Belgrad.. 5.45 ( 5.50 %m 16. März) Bukarest .. am 10. Diärz) Sofia. 3.20 ( 3.30 MN 16. März) Budapest.. . . 0.158/* ( 0.167, am 16. März) Warschau .. 0.0125 (0.0118 am 16. März) Sie Kredltkrise Mitteleuropas. In fast sämtlichen Staaten Mitteleuropas läßt sich in der letzten Zeit dieselbe Erscheinung konstatieren. Der Kredit ist für Handel und Industrie schwer «rhälölich. Die Zinssätze sind abnorm hoch', stehen in gar keinem Verhältnisse zu den Friedensjätzen und verteuern derart die Produktion, daß sie in ihrer Konkurrenzfähigkeit am Weltmärkte Abbruch FU erleben beginnt. Zwischen den von dem Notenirvstitude dekretierten Zinssätzen und den aus dem privaten Geldmärkte gezahlten Zinsen ist eine weite Kluft. Während vor dem Kriege die Noteulbanken durch ihre Diskontpolitik den Geldumsaus ün Lande und mithin mich ilidirekt die Krcditverhältniffe zu regeln imstMde waren, sind ihnen jetzt di« Zügel der Beherrschung des GeDmarkles völlig entwunden worden. Der. offene GeDmarkt geht seine eigenen Woge, ganz unbeirrt und unabhängig von den Intentionen des Noteninstitutes. Doch auch die offiziellen Zinssätze sind im Wechältnrffe zum Friedensniveau ziemlich hoch. Ein offizieller Zinssatz von 9 Prozent, wie es rn Oesttrreich der Fall ist, und 10 Prozent wie in Deutschland, war im Frieden eine der seltensten Erscheinungen, - und doch wird dieser noch um das Vielfache von den aus dem freien Geldmärkte für gewährte Kredite geleisteten Zinsen übertroffen, welche 40, 50, 00 und in manchen Fällen sogar 100 Prozent der entlehnten Summe betragen. Die Banken, die sich' eigentlich nach den Zinssätzen des offiziellen Noteninstitutes richten sollen, berechnen wohl einen fixen Zinssatz plus 2 Prozent über die offizielle Bankrate. Doch sind die Umsatz-, Frnanzprodisionen und alle die anderen Kreditspesen so hoch, daß selbst der vom -Handel und der Industrie an die Großbanken gezahlte Zinsfuß in Oesterreich 30 bis 40 Prozent, in Deutschland noch nnchr beträgt. Es ist wohl richtig. Schon vor dem Kriege waren im Verhältnis zum Westen die Zinssätze Mitteleuropas etwas hoher. Doch haben sie lange noch nicht diesen Mmnmutumfang erreicht. Was mögen wohl die Ursachen sein, welche diese exorbitanten Zinssätze verursachen? Ist überhaupt Aussicht Fragen sind heute die aktuellsten,'denn sie sind mi>t det Dolksvochanden, daß sie zum Schwinden gebracht wenden? Diese Wirtschaft jedes einzelnen Staates Mitteleuropas innig verknüpft und wenn hier kein« normalen Verhältnisse eintreten, ist es auch nicht wahrscheinlich, daß von einer Sanicrung der WirtschastsbechäUnisse der eingelnen Staaten gesprochen werden kann. lieber die Ursachen der exorbitanten Zinssätze läßt sich manches sagen. Hi.stori.jch haben sie ihren Grund in der Jnslationsperiode jedes eiuzelnen Staates. Ms die GeldenAvertnug iuvmer rascher fortschritt, als es riskant erschien, Geld fest anzulegen, weil es am nächsten Tage schon einen kleineren Wert hatte, als in rapider Schnelligkeit der Wert des Geldes immer weiter sank, da konnten die normalen Zinssätze lange nicht den Verlust wettmachen, der durch die tatsächliche Werwe vminücru-ng der Einlagesumme oder der verborgten Summe entstand. Die Zinsen wuchsen immer mehr. Es war ihnen aber doch nicht möglich, irgendwie Schritt zu halten. Die Gos.tzgebung der einzelnen Staaten, welche berufen gewesen wäre, hier Einhalt zu tun, indem sie den Einlegern oder Verleihern des Geldes eine Rückzahlung in demsolben Werte verbürgt hätte, hat hier vollkommen versagt. Die Folge davon war eine Flucht der Gelder, welche bisher als Einlagen ihren Wog m die natürlichen Kvebitverteiluugsstellen des Wirischastslobens, iu die .Banken, gcsrmden hatten. Der EinlayestaNd dieser wurde geringer. Die Einlagen selbst flössen durch zahlreiche Kanäle dem Börsengeschäfte zu. Einerseits direkt, indem viele ihr Geld aus Furcht vor weiterer Enttvc-rlung in Effekten anlegten, iMreikt dadurch, daß sie es der Börsenspekulation zu exorbiiiaut hohen Zinssätzen zur Verfügung stellten. Das Noten inst i ttrt, welches bisher regulierend auf den Geliwcrkchr gewirkt hatte, verlor jede Einflußnahme aus die Geldverhältnöffe. In seinem Streben, bei der Noteninslation di« Notenproiduk.ion mit dem tatsächlichen, durch die GeBdentwertung gesteigerten Bedarf mit Hilfe der Noterchveffe arHugleichrn, konnte es nicht seine AusmerDsamDeit einer genauen Kontrolle derjenigen Zwecke widmen, für welche bei ihnt Geld in Anspruch genommen wurde. Den hohen Zinssätzen konnte sie nicht -durch ebenso hohe nacheilen, weil eine solche Zinserhöhung dir von der Währung schon an und für sich ungünstig beeinflußte öffentliche Meimmg in der Bewertung der Währung datdurch «och schädlicher boeinfluffen würde. Notenbank und privater Geldmarkt gingen ihre eigenen Wege. Die Banken mußten sich infolge der nichtgenügenden Deckung chver Ansprüche durch die Notenbank ebenfalls an den offenen Markt wenden. Dieser wurde immer gespannter'und die Zinssätze immer höher. Um jene Zeit komrten Jirdustrie und Handel diese hohen Zinssätze leicht bezahlen. Die JniflationsLonsmJ* tut und die Jnflationsgewinne licßen die hohen Sätze nur als einen verschwindend kleinen Bei-.vg erschc'inen, der durch die cmdersciiigen Gewinn« reichlich ausgewogen wurde. Die Verhältnisse änderten sich aber plötzlich, als!n allen Staaten w'- mehr oder weniger Parker Staten^r das Be. 18. März 1923_Nr. 1471 streben einsetzt:, dir nnrrrwertets Währung zu ftcrbNsieren. Zp -Ocst^rreich konnte man dies gcra'. bemerken. Ms infolge b'.r flUöfnn.iiMKu Kr.'t'ue 0:> S:2ö'.lsticruna begann, sah sie ilch einem aufgebauschten, von «-.llen Leiten in Anspruch acncmm.neu Geldmärkte und einem R^eninistitute gegcnübrr, d..S in dirire Hinsicht wenig helfen konnte. Der Einlagostaud war gering. Die Danken batten ihren großen Personalsta.nld und ihre gewaltigen Materialkostcn. Ihr ungeheuerer Spüscrretat mußte unbedingt irgendwie beglichen werden. Sie versuchten dies dadurch zu tun. daß sie ihren Klienten die Spesen in Form hoher Vorlagen und anderer Provisionen crnijlbürdeten. Dies beioirkte, daß der PriDatbankenzinsfflß tveiter ein hoher blieb. Mit denr Fortschrciten der Stabilösierung war aber dis Jnslaüonskonjnnktur verschwunden. Industrie und Hauides mußten sich dem numuchr stabilisierten Niveau der Krone, cm» passen. Andeverseits aber mußten sie versuchen, mrf dem Welin markte die Konkurrenz zu bestehen. Es hieß in jeder'Hinsicht den Betrieb verbilligen. Da stellte sich plötzlich das Hindernis der Rieseiigebäude der Zinssätze in den Wrg. Nun Vevsucherr Handel und J-udustrie, um der Krise zu entg.hen, ans jede I Weise den Zinsfuß äbzulbanen. Die Jndustrieverbämde weni den sich ait die Banken wegen Abbau der Konditionen. Auf dem GeL'Nlarkw wird versucht, getuiss« ErmäßiWngen eintrebeu zu lassen. Alle Faktoren geben sich in dieser Hinsicht redlich Mühe uitd doch ist das Resultat unbedeutend. Die National, bank ist fa-st machtlos. Sie kann nicht dom Markt« allzu viel Mittel zur BersÜMng stellen, well sie eurerseits dadurch die Stabilisierung der Krone gefährden konnte, andererseits mit ihren Deckttngsverpflichtungerr in Konflikt geraten könnte, Es wäre auch jetzt der unpassendste Zeitpunkt, wen« sie vorsuchen würde, den Gel-dmavkt wieder in ihre Hmid.zu bokmnmen, weil sie daun sich obensalls dem vorläufig herrschrrlden' Zinsenniveau des Geldmarktes anpffsen müßte. Sie beschränkt sich nur darauf, das Wechselmaterial zu sichten und nur den tatsächlichen Warenwechsel, der mit für kurze Zeit laust, im ihre Tresors zu bekommen. Die Banken würden hier ebenfalls gerne mittun. Sie aber erklären mit RüKsicht aus ihren schr gestiegenen Etat, daß sie unmöglich vorläufig von den Pro. Visionen abachen können. Ter Einlage,stand ist lange noch nicht so günstig, daß sie mit ihm die Kreditb.dürfn'isse besriedigev könnten. Sie müssen sich in dieser Hinsicht noch weiterhin aq den offenen Markt locnden, wo sie das Geld nur zu teuerem ZinÄstlß bekommen und es in Form der Provisionen verrechnen. Andererseits liegen auch große Mittel in Aktien brach, : weil diese mit Sperrverpflichtungen bchaffet sind und nicht mobil gemacht werden können. Die großen Kontokorrentigeldey! der Industrie und des Handels, die früher den Banken größer» flüffige Mittel für längere Zeit zur Verfügung stellten, sind jetzt versiegt. Die Industrie benötigt selbst für die großer» Zahlrmgen an Lohn und Steuer« umfangreiche Mittel. Eiq weiteres wichtiges Moment aber ist der Umstand, daß di« Kreditansprüche von Industrie und Handel an und für sich allzu stark angeschwollen sind. Sie stehen in gar keinem Ver^ hä'ltnis zu den im Frieden von diesen Faktoren in Anspruch genommenen Krediten. Die Industrie hat sich während de» I-uflationskri.se große Vorräte angelegt. Jetzt liegt sie mit ihnen brach, kann sie infolge der Stagnation nicht abstoßen und hat dadurch einen Teil ihres Betriebskapitals fest gelegt. Der zlveite Umstand, der den Kreditbedarf der Industrie stark steigert, ist der, tojj sie infolge der Abschließnng dvr ein.zelmq Nationalstaaten, namentlich im Devisenverkchr, über ^üe Kauft summen für dorthin gelüserte Ware nicht verfügt. j Das wichtigste Motiv ist aber das Fehlen des bavgeld» losen Verkehres, der mit der Jnslatiouskrise überhaupt vev schwunden ist. Dieses Moment beivirkt cs, daß ungleich mehr Mittal für den Verkehr nottvendig sind, Äs es vor dom Kriege der Fall gewesen. Es sind weniger Mittel für den .Kredit zur Verfügung. Eine Nachkriegserscheinutig, wie alle anderen schon geschilderten Bechällniffc-. Ob sie in kurzer. Zeit verschwinden werden, läßt sich nicht so ohne woitereS sagen. Me die Inflation eine Krankheit des Wirtschasiskörpers darstellt, die er nur allmählich überwinden kann, so ist auch die Kreditkrffs Mitteleuropas eine solche Kranheit, die sich mir allmählich inn Lau.se der Zeit Wird heilen lassen. Sie ist ein Symptmn dekranken Wirtschaftskörpc-rs, dessen Heilung auch sie zum Schwinden begriffen wird. —% eine arische Jank. Rüge der Wiener Mrscnkammer. Irr der gestrigen Sitzung der Wiener Der ft. wurde infolge verschiedener unliebsamer Vorkommnisse in der letzte« Zeit gegen die Oesterreichische Industrie, und Handelsbank «ine Rüge der Borfenkammer ausgesprochen. Es ist zum erstenmal seit langer Zeit, daß gegen eine Bank eine solche Rüge erteilt wird. Die Oesterreichische Industrial- und Handelsbank A.-G. ist ein rein arisches Instilnt, das noch im Jahre 1910 unter der antisemitischen Aegide gegründet wurde, sich vorn jüdischen Kapital völlig frei zu machen. Einer der Hauptaktionare ist Herr Peter Westen, der feiii»rze:tige Herausgeber des früheren Wiener alldeuMeu Organs. Budapest, 17. März. (Tel. der „Wiener MovgeM'rtmeg".) Die heutige Schlußnotierung der Mszahlmvg Budapest auf der Züricher Bövse mit 0,1576 Centimes hat nicht nur finanzielle u-nd Hanbelskreise sehr verstimmt, sondern auch das gange Publikum in Erregung gebracht. Obwohl die Blätter meistens über böstvillltze aus'länldische Börisenimanipulationen schreiben und sichtlich bestrebt sind, den Sturz der ungarische» Krone als eine külfftlich hervvrgerusene nub völlig unbegri'rndete Erscheinung darzuistellen, wächst die ErregrMg fast stündlich und der llnwille aller ges-ellischastlichen Kreise der VevöMrung gegen die Finanzodrmmgen der Negierung droht mit einem «"'Ul^Hveu Ansbi-'icb

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