Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1471 (18.3.1923)
- Date
- 1923-03-18
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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. \ ' .1 I >i Simm M >.L«SMWWMW»WWSWMWWW^ ■ ■ •' . ■ \ . \ ► \ Mette 0 ©fett, Tomitag Tagesbericht. Sine veranüiNche W«Ke. Motiv: Schn G', fo heiter iS das Scko« in Mey. Montag. -> Scho« wieder einer! Er hat sich natürlich nicht mit Milbegnügt, gx hat Milliarden hahin müssen. Das Verist sehr «Wch, dos heißt, wenn man Bankhirektor ist. Glicht. Geht die BörstnspeLula^on gut aus., dann w-ar sie A«Mlche«hert, gcht sie schi-f. bann war sie ftzr- » Bank. CZ kann nicht» Bequemeres geben. Mer es nicht jlachmvchi, ist ein Dummkkopf. Denn, sogar wenn man erwischt fthpdeir muß. findet sich eine MWichkert, zu vertuschen. Mit m WüaMtten Hots auch feine gute» Woge. BanMwindei - Ext WgeMWch entschieden zu den smpMenswer'esten Vemfen. Roch besser ist diollMt der Regeuftretf. -Schon der bedeutet ein Kapital, wenigstens an Phantasie. Und pW die ganze, schone, vo« LMendem Loben strotzende Er- " NH. Das ist Mt, Talent, Genie! Aber fo lange man seinemenschen immer noch nicht für genügend dumm hält und % Regenstreff«t Ms dsm Men Nichts zv schossen verrnag, snuß man sich mit dem Hungerdasein enicS anständigen Mey-- tchen bagmWn. Das geschieht mir recht. Warum ist kein Regcnfeeif in hie -Dürre meiner Einbildungskraft gefallen. Dienstag. / Die Prrgnügungs- und Bejuchsreise« nach Deutschland chch gsjhenti Das heißt mit anderen Worten, daß ich meine!inzige. in Berlin lebende Schwester noch Hn Jahr länger nicht Ke« werde. Seit dem Umsturz spare ich für die Berliner iöise. Die Kvute trösten mich und versichern, man werde sich's . Hy« „richten* können. Das ist auch sicherlich wahr: Aber wenn ch M den Menschen gehörte, die sich etwas „richten" können, an« hatte ich wahrscheinlich nicht viettinhM Jahre für eine reift nach Perlin sparen Müssen. Im allgemeinen werden dir deutschen wegen ihrer kräftigen Dwchr der Valutengerer bei pns sehr bHvundert. Meine Bewunderung ist nicht okme Nach- Pschnwck. Mittwoch. An der. Technik werde« di« Jude« hiMusgodrängt, offiriell und m aller Form.. Wie der Erlaß durchgsfichrt werden pick, ist noch unAar, wie er gemeint ist, Lar genug. Sie fürchten die Mscheq Kopse, die Herren Studenten. und-scheuen sich Pich-/ di« gefährliche KouLurrentz im Wege der nationalen Be« ßeiftenmg loWwecken. ' Donnerstag. Das RindWsch wird teurer. Unuwgbich zu ersa^rrn, um wieviel^ noch unmöglicher, warum. Die. Teuerung ist'" bei uns wie die Licke, sie bomMt, sie geht, sie nimmt ad, sie wächst — fein Mensch kann ihre Gesetze evgvüwden,. keiner sie regeln. Ne ist dar Gegeben«. Und da es mir noch obendrein ganz un- Möglich ist, mich ün Labyrinth der schwarzen, .weißen, Hüfextmd sonstigen Scherzt, im „AukgMtrn" mit und ohne Knochen vnd m den 76 Fleischsorten. die ein Ochst angMich rnsich Meßt. zurecht zu sirchen, muß ich mich mit der Ausstellung der kmWen Regel begnügen: was ich kaufen will, ist am meisten im Preis gestiegen. Und daraus folgt der harte SchLuß, daß mran Mn Sauerkraut wstdeckchren muß. O jernm, jerum, «rum .., Frettög. Die BoÜszWu«gSbotzen. Meine ZugahöriM: zur Lm- -When Rafft P, gottbck, Wer jeden Zweifel erhaben. so. weit "" WVmev MorseKgerkuwS«__J_; .sich die Forschung auch erstreben mag nicht ein Achsen Negercher Mongö'leMut kann in «MMN Adern Wchgewiesen werden. Biin^ fünfte GM sich Mim PoißcchM , alle reinrassige Juden. Mo verursacht mir die famaise Zusatzfrage wahrhaft ig kein Kopfzerbrechen. Aber, daß sie gestellt wird, ist mir doch wie ein Schlag ins Gesicht. Deün eS ist der '' erste offizielle Versuch,- «ns ai!s der Reihe der Heimatgenossen auszufchließen; uns die Zugchörigke>i>t zur deutschen Külttir.ab- - zusprcchen, jener deutschen Kultur, an deren Aufbau Juden mit glühendem Eifer mibgearbeit-e'. an der sie gowa-ltiigsn' Anteil erworben haben. In meinem Bücherschrank steht Heine neben Goethe, Börne neben Nchroy, und wen« sich Mahlers Symphcnien nicht zu Beethevens Dark gesellen, so ist eÄ nur man« geMer KaPitalÄrcst zchujschrerbe-n. vnd jetzt-kommt - irgend»- ein hergelaufener Nirgendtver, eine Parteigröß«, und will uns die Wre weffen. Di« Juden sind in der den scheu K.iktur bodenständig, und daS ist eine Btdenftändiik-eit, di« Wohl respektiert werde« soll-t^. Arier, mit-denen man Wer dlases Vor« gehen' l-richt, d'.« lächekn verlegen und sogen besangen ein paar schonende Wort«. Aber keiner schlägt auf den Tisch und sagt; Das ist e'.Ue.Schmach mck Schande. Der Greisler von nobenan grinst, als ihm unsere Hausbesorgerin, sein« Schwester, unsere« Bog-cn zeigt. Er grüßt mich sei her nicht, wahrscheinlich hat er uns bisher für „IsraÄ-iten" gchälton. Al.er da wir Juden sind .. . Soll ich dom Vngeib!W«t«n Welnehmcu,- was- Ms dem Au« der GM'Deten wachst^ - .Samstag. .In die Straßenbahn dringen Rowdys und fördern di« Arier auf, miifahrende Juden hinauSzuwersen. FrtMiche Passanten, die das Unglück haben, ins Rathcvusviertet zu gerat««, werden blutig geprüHolt.' Wenn sie susammetrstürzen oder 'blutend vorübertvaMn, MM die vertierte Mev^e. Roheit, Haß, Blutgier feiern ehre Feste. Mo« tveiß nicht Mchr, ob man mit heilen Gliedern heimkmnm-en wird, wenn' nwn sich des Morgens an feine Arbeit begibt. Wohin führt der Wog? : Sonntag. ... Die Warenumsatzfteuer svivd im. NairoMvat derhandslt. Köm Zweifel, daß sie dnrchgcisetzt werden toird. Dann wirb jetdes Paar Schrche, jeder Rock, jeder Laib Brat berechtigterweise um einige Prozent tenrer. U-nd nun erst die unberechtigten Stvigevungen, die. gjleich MMufen, weil das PuMum ja nichts bemerk.! -Der Zucker macht eine F1eißMdfg!a>be und wird jetzt schon teurer — zehn S',. so heiter rs das Loben in .Wen. ' .. " K. M- Srr glekchgMge Zunge. Auch in früheren Jahre« hat .e8 sicherlich unter den Halbwüchsigen jenen TypitS des gleichgültigen, interesselosen Burschen "gegeben, - jenen Vertretern dev ahsoluten, grundsätzlichen „Wurstigkeit", . der zwischen Literatur, . Musik, Kunst, Sport, Tanz gerade durch ging, ohne'rechts, und links "zu schauen und von allen, großen Ingendstürnieu gerade nur so viel verspürte, daß .«: ssilMt unsichtbaren Acantel noch ein bißchen fester-an sich zog.-Es hat auch früher diese Gestalt gegeben im Kreise der Fünfzchnjahrigen, aber -sie war doch vereinzelt. Jetzt mutz man den Gleichgültigen aber geradezu als den Vertreter seiüer''Alter'SgenoM - anfehen. - Jmmxr wieder klagen Väter und Mütier: ich "versiehe den Jungen nicht Er lernt, was man-ihm aufgibt, aber es ist ihm gleichgültig. Wir würden ihm gerne, das Opfer bringen mib ihn studieren lassen, M«n er nur für irgend ein Fach besonderes Interests zeigte. Aber die Naturwissenschaften langweilen ihn, seine deutschen Aussätze sind achtzehn Zeilen lang und die Weltgeschichte scheint fotmnt die Aufführung von Stücken aus der europäischen DrÄmerrliteratur mehr 'dort in Betracht, wo das jüdische ' Theater und mSbesoWers ein Misches Kunsttheater in der -Mischen Masse fest verankert ist, wo es das Bildungsrmd Kulturbedürfnis der Juden fast ausschließlich beftie» ditzt. In Wien und Bovlin, wo jüdische Kunsttheater ^ine Zeitlang stabil spielten, «ist dies nicht der-Fall, lveshalb denn auch, für das Repertoire dieser. Theater die enroPLi-sche Dwmmlltevatur fast gar nicht in Bewacht kam. Mer selbst dort, wo europäische Dramenliteratur ins Repertoire VrS jüdischen Theaters eingefügt werden kann, .öst -lwenigstens bisher der Erfolg, wächer durch diese willkommene Bereicherung des Repertoires sich ergeben müßte, illusorisch gemacht durch die begrenzte DarstellungsmöKchke'lt,. welche es im jüdischen Dheater bis jetzt noch ' gibt. Cm so ausgezeichnetes Ensemble wie die Mlnaer Truppe hat, wenn inan es mit der Kritik genau, objektiv mch fachuich theaterkundig nimmt, bei der Darstellung von Stücken aus der ruMchen Dramenliteratur, wie „Eifersucht von ArtzhLaschew und „Der die Ohrfeigen 'kriegst" von Andrejew völlig versagt, ja.selbst. die AuMhrung eines jüdischen Stückes, in dem es nicht bloß Mlreudramatik gibt, wie W e i t e r s „Der Stumme", , muß als unzulänglich bezeichnet werden. Wan hatte bei . diesen Stücken nicht den Eindruck von Darstellung, sondern von Bermunnmylg, umd das oft von schlechter. Denselben Eindkr^ hatte ich, als die Freie jüdische Volksbühne in ihren Anfängeu ^iümal das erwähnte Weitersche Stück gab. Damit.snw wir Leim zweiten für den Erfolg eines z Kunsttheaters maßgebenden Moment angelangt, Lei der -Darstellung. Diese ist im Mischen Theater nie über das naturabiskische Maß hiuausgckommen. Minutiöser Naluttüism^- scheint ein WesensM jüdischer Darstellungskullst zu fein. Außerdem ist die. Wiedevgabe von Tllilieudramatik naturgemäß mit naturalistischer DarstelitunMveise verbunden. Die eine Begrenzung, welche dem Mischen Theater auferlegi ist, die durch das'Milieu, zieht eben die andere'nach sich, die in der DarstMng. Während heute schon jede ftchstrangige europäische B,ühne imstande ist, Darstellung und Rcgvearbeit zu leisten, die über den Rqturalismus hinauskommt, ist dies Leim jüdischen Theater bisher sehr Wte» der Kall. Die Wilnaer Truppe versuchte d!« Einführung, eines bestimmten Stils in der Darstellung Lei Aufführungen wie An—skis „Dir Dylnik" und „Tag und Rächt". In der DyLuk-Aufsühning war das Ergebnis mm-gewisse Starrheit, welche freilich ^eut ethnographischen Charakter des Stückes paßte; in „Tag und Nacht" trckt der von der Regie cngrwendete Stil am klarsten' zutage; aber-der Versuch, dieselbe Schablone ein wrmg modifiziert ' in Weiters. „Der SMmme" anzrävenÄrn, Lmchte Langwelle und Lächerlichkeit hervor. Für eine moderne- Thtaterausführung, Mche über, den überall bereits seit mehrmals einen; Jahrzehnt abgeianen Naturalismus hin- -ausgeht,. fehlt es dem jüdischen Theater bisher an DarsteUrn. 'Die wenigen, welche vorhanden sind (ich denke vor allem an Paul B a r a t o f f), kommen von anderen Buh-, men. Es. üst nun bezeichnen-, daß so wenige Darsteller von arÄereu Bühnen ins jüdische Theater finden — eben deshalb, wrjl es für sie zu hegprnzt ist. . . ' Die .Begrenzung des jüdischen Theatzers Lurch, das 'jüdische Drama und durch die aus Schwäche zur Begrenzung gezwungenes darstellerischen und gestaltenden-. Kräfte sind die inneren Ursachen für die Tragödie, dieses Theaters, die Lttrin besteht, daß es, iä einer in Theaievdingen so anspruchsvollen Zeit wirkend, fo -sehr hinter den Forderungen dieser Zeit zurückbleibt. Deshalb hat bisher das ' neue jüdische Kunsttheater keinen stabilen Platz finden können, auf welchem es sich selbst erhalten und das, was ihm für einen^ neuen, eigenen Ton im Theaterwesen der Welt f-chlt, sich evwerLen-könnte (softrn übechaupt gerade dem- Jüden muf dem Gebiete des Theaters N>ems, Eigenes .gelingen kann). Hier'könnte, nur.Förderung durch bie Ge- - stünfheit einsetzen, eine Wrderu.yg, die über das augrnbkcklich^ Jirteresftmn ^der Spezialität, an der Milieuspezia- ■ liiat» hinausgcht. Die ist aber schwer zu finden, denn das Talent des jüdischen Schaffens cmf dem Gebiete des Thea- . texS schrmt zu schwach zu seinum ein Interesse zu er» -Wecken,,welches^ sich über den sogenannten „Reiz des Milieüs" und Mer Darstellung .erheben würde. Wenigstens bis jetzt, in der Zerstreuung der jüdischen Zentren.^ Vielleicht später einmal, wenn im eigenen Lande sich eigene Kunstfovmen bilden sollten ... Siegfried Schmiß' 1S..Marz ISN.^7 mogtft er als vdtzste Rarreyhopserer tzu 'betrachten. Bevor er iws. Theater geht, sieht er nach, ob bie PorMung nur nicht zu laW dauert. Und jchkWal MG hie KW mit dem SMeufM wenn ich denke, wie ich in dem Alter gewesen''bin! Sägt man den bedrückten Eltern dctnn, daß diese Interessolbsigkeit ganz altgsinein ist, daß sie sozusagen den typst - schen Fall bilde, dann sind die braven Leutchen natürlich beleidigt. Alle Menschen sind beleidigt, wenn sie den typische« Fall darstellen. Trotzdem läßt sich an der Tatsache, daß es sich so verhält, kanul zweifeln. Es ist auch das die Sackt der Kriegs« zeit, die nun anfgcht. Diese blutjungen Menschen, die eigentlich keine höhere Sehnsucht haben als Gleichmaß und Bequemlichkeit, in denen die Begeisterung für Kunst und Wissenschaft erstarrt ist, ehe sie zur Blüte kam, die haben in der entschcst denden Zeit ihrer geistigen Entwicklung nichts als hie Sorg« um die täglichen Bedürfnisse de« Lebens um sich gefühlt. Di« ' geistige Anregung, r*te sie Im Kreise der Gebildeten erhieltm, wäre« Gespräche Über Schmalzpreise- oder Zuckersbleichhändrl. Das künstlerische Leben lag brach, alle Interessen der Erwachsenen umschlossen die kriegerischen Operationen und dis Lebensmittelbeschaffung. .Wir hatten, den Jungen nichts zu geben an geistigen Schaden, weil wir selbst mit eineinmal so bettelarm geworden waren, weil die Sorge um -aS Essen, um die Schuhe, die Wäsche, die Kleider unser ganzes geistiges Ich verschlungen hatte. Die Jungen, die heute im Theater gähneirim Zwischenakt der „Walküre" fragen, was es zum Abendessen gibt und während eines physikalischen Experimentes verstohlen auf die Uhr sehen, haben sich mit zehn oder -zwölf Jahren ein paar Stunden um zehn Dekagramm Fett „ange-. stellt oder haben doch gesehen, wie ihre Mutter sich anstellt, sie haben den lieben langen Tag von nichts sprechen gehört al^ vom Essen. Wenn das Wort „Schweiz" ausgesprochen wurd^ dann erzählte die Mutter nicht von den Gletschern und Gi&* riesen, von den Schluchten und Ahgründen, sie sprach nicht von den dunkelgrünen Seen im Kranze der Berge, nicht von dem freien und stolzen Volk, sondern sie seufzte sorgenvoll: wenn ich nur wieder Schweizer Kondensmilch bekäme, die iff doch die beste. Italien war nicht mehr dar Land der deutschen Schwärmerei, sondern der Durchzng für Bohnen, Kaffee, dat Ursprungsgebiet der Feigen, und Zitronen, die Sonnenblume lein holdes Wunder der Natur, sondern eine setthältigo Pflanz^ und wenn die .Maiglöckchen ihre zarten Blüten hervorsttecktem freute man sich, denn dann gab e3 bald billigen Spinat. . - Mr haben seit es uns besser gehl, an diese böse Zeit glück» lich wieder vergessen. Auch die Heranwachsenden denken mchi mehr an jene Hungertage.,Aber die-Entbehrungen, das geistig Darben hat ihrer Seele seinen Stempel aufgedrückt. Es ist umsonst, daß zärtliche Eltern angstvoll nach intellektuelle^ Äieignngen, nach Berufseignung, nach Vorliebe für Kunst und Wissenschaft spähen/Die jungen Seelen sind leer geblieben alk sie weit ihre Kelche geöffmt hatten. In der geistigen Entwicklung läßt sich Versäumtes nicht mehr'nachholen. Und so schmerzlich es für den Beteiligten, so traurig cs für die Älge^ meinheit der Gebildeten sein mag, wir werden cs alle nicht ändern kömren, daß der ^gleichgültige Junge der typische Pertreter-der Heranwachsenden im Kreise der geistigen Arbeiter isst Nenkami« der Glaser. Eine voMtünckiche Geschichte von S. Vrgakowitsch. Leichter Schneefall; doch der Wind laßt den ersten Flocken keine Ruhe: er trägt sie in die Lüfte empor, wirbelt sie hin und her und verweht sie wie Stalldt.. . Bis bet Schnee dichter wird und nach und nach die Folder bedeckt; der Wind gibt kein« Ruhe ein Stück Feld deckt er auf, ein anderes zu uiifc schleudert den Schnee hin und her wie eine weiße große Bettdecke. Aber die Bettdecke von Schnee wird -immer größer, länger und breiter. Die Felder werden ganz weiß, uufr beschämt entflicht der Wind.-Schnee, Schnee überall. Plötzlich taucht eine Gestalt auf dein Wege., auf, ein derfchneiwr Mann mit einem verschneiten langen Bart. Auf dem Rücken trägt er/einen Kotten. Er geht gsbmgt,-attnet.schwel urtsb eilt. Es ist Benjamin der alte Glaser aus Janowee, Wohin läuft der Mte und wamvm atmet er so schwer? Freitag ist beute und er hat sich ju lange im Dorf aufgeljalten. Der lotzt-e Sturm hat viele Scheiben zerbrochen und Bewjanrin der Glaser hat Ackert gehM — er hat gut verdient, aber nienr^ch hat er sch so verspätet wie heute.- Zu dieser Zeit ist er Freitag stets schon zu Haust und seine alte Beste kwisi um ihn Wie eine Taube. Cs'gi>bt ihm einen Stich ins Herz: sie wartet Wohl schon auf ihn, seine gnto Alre." Die Füße knicken ihm ein vor Cch.väche.. Von Zeit zu Zeit Muß er sichen bleiben. Er blickt sich mn ünd^ seufzt. Der. ganze Wrper schinerzt ihn, es zicht ihn M Boden: erwill so sehr sich-nrederietzeu u»d ausruhen! Der Gedanke erschreckt ihn» der Drg ist kurz und bis nach Jauolvoe ist es »och weit genug. Und PenMni« schleppt sch Wetter fort; seine Füße tragen . ihn kaum. Seit mehr als vierzig Jahren ist Penichnin Wafer. Im Sommer» wenn die Bauern auf dem Felde arbeiten, verdient er M. »Ws;. abvr - tyM dft. FeLdackcht beeMt ist, da kmumerrt sich di« Bauern wieder, um ihre Hutten. Dann nimmt Benjamin der Wafer seinen Kasten mit Was,auf beit -Rücken und zieht in den Dörfern uncher. Wo er eine' zcrfch'l-agms >DcheDe bÄnerckt,-dort tritt er ein. We Dauern der Gegend könne» rhir. Die PauernjunM wessen.ihm, keine Steine nach, die Hunde bellen ihn Nicht an. Er kommt wie ein Einheimischer ins Doch und setzt stim 'Fensterscheiben ^ein, Heute hat er sich versltzätet. Es hat eben so. >iet Arbeit Ageiben, so viel Arbeit ... - Cr blickt'in'die Nunde und sein Schreck wächst: -Detz 'Schnee wird dulikler; die Nacht br'nu a^. zgas ' wick nun ^werden? Noch nie war ihm der Weg so lang;-sollte er sich verirri halbe»? Kalter Schweiß tritt äuf seine Stim. Benjamin' späht aNgestreM aus, doch ex erkennt nicht! -vi! Äeg . . . Er geht'einige.'Schrine zimich -einige-nach s lür'ks.' nachrecht- ... Der Schnee 'vcoölcke ch>m ' die Augei^ V«^ Äis Simm, Wo» .flfrfe hwf<n? Cr will