Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1471 (18.3.1923)
- Date
- 1923-03-18
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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SE Z WM, Tonmag Wiener Morgenzeitung. Sie rionMche SrganiWün - GeldmaMne? In der letzten 9hi«<i des zionistischen Zen» ircckorgans „Haolam" veröffentlicht Iul-'ms! Berger einen Aussatz, den wir in seinen wesen t-! lichen Teilen veröffeEichen. Während es auf der einen Seite immer klarer wird, daß die finanziellen Leistungen der Zionistischen Organisation in ihrem jetzigen Umfange bei weitem nicht genügen und in großem Maße verstärkt werden nmssen, schallt uns aus den Reihen der Zionistischen Organisation mit ivachßmder Leidenschaft die Klage entgegen, daß die Zionistische Organisation ihren Anhängern heute eigentlich nur Geldfovderungen präsentiere, daß sie ihnen nichts biete, als immer erneute materielle Beanspruchung, daß die Zionistische Organisation zu einer Geldmaschine geworden sei. Wollen wir diese Klage verstehen, so müssen wir uns. immer wieder vor Angen halten, daß der großen Masse der Zionisten der entscheidende Schritt n.-ch nicht zum vollen Bewußtsein gekommen ist, den die Zünisttsche Organisation in den letzten Jahren genmcht hat: die Entwicklung vom Verein zum Bolksverband. Bis 1918 etwa waren , wir ein Verein. Soweit der Verein zionistische Zwecke verfolgte, konnten diese verhältnismäßig leicht wahrgenommen werden. Es harrdelte sich darum, Sympathien zu erwerben, Beziehungen anzuknüpfen, vorbereitende Schritte zu unternehmen. Es waren Aufgaben, deren Verantwortlichkeit mcht übermäßig groß war, und an denen sich di« Vereins- ( Mitglieder in ziemlicher Anzahl hier und dort beteiligen; konnten. So bot die Zionistische Organisatton denjenigen6 ihrer Mitglieder, die Politisch orientiert waren, politische Aufgaben, und es hat nicht wenige gereizt, sich daran zu versuchen. Organisatorisch bestand die Aufgabe darin, neue Gruppen zu bilden, Anhänger zu werben, mit Gegnern zu diskutieren, die Theorie zu vertiefen oder neue Axiome aufzustellen. Es war eine wundervoell Tätigkett. Wir konnten - unseren Geist spazieren führen, wann wir wollten, und in ' die entlegenste Regien, man konnte reden, man konnte; schreiben, man konnte „seinen Namen verbreiten durch alle : Länder". In bezug auf die Praktische Arbeit in Palästina war die Sache schon wesentlich schwerer, aber die Aufgabe war klein. Nur sehr wenige konnten sich an ihr anders als durch Diskussion beteiligen, die paar hatten es freilich schwer genug. Aber die Geringssigigkeit der vorhandenen Möglichkeiten schloß nach der allgemein herrschenden Anschauung die praktische. Mitarbeit werterer Kreise gerade auf diesem Gebiete aus. Infolgedessen konnten auch verhältnismäßig nur geringe Anforderungen an den einzelnen gestellt werden. Das alles kostete natürlich wenig, und so war es im Grunde eiy wahres Vergnügen, Zionist zu fein. Für einen verhältnismäßig geringen Beitrag hotte man alles: moralische Erbauung,, theoretische. Forschung, rhetorische Uebung, organisatorische Betätigung und außerdem noch Ehren. Die Zeiten haben sich geändert: die B a l f o u r - D e-?larativnist uns, wie Meizmann eirund sagte, auf den Kopf gefallen. Wir sind auf einmal kein Verein mehr. Die Mächte halben die Zionistische Organisation als die Vertretung des jüdischen Volkes anerkannt, das heißt, die Zionistische Organisation hat die V e r a n t w o r t n n g für das jüdische Volk und für' die Führung seiner Geschäfte. Das, was bis jetzt geredet werden konnte, muß plötzlich getan werden, und von heute auf morgen sind die Anforderungen dementsprechend unermeßlich gewachsen. Auf einmal liegt auf uns nicht die Forderung der nationalen Heimstätte, sondern die Verantwortung fiir ihre V e rw i r k l i ch u n g, nicht die Forderung nach Volkswerdirug, sondern die Tatsache, daß wir als werdendes Volk betrachtet werden; statt der Pflichten eines. Vereinsmitgliedes hat jeder die eines Volksangehörigen, und zwar unter ungünstigen Umständen. Die Ausgabe, die dem ganzen Volk auferlegt ist, muß erfüllt werden, und zwar zunächst von denjenigen, die behaupten, daß wir ein Volk sind, und denen man diese Behauptung glaubt. Daraus ergibt sich: Wir haben nicht mehr einen Vereinsbeitrag zu leisten, sondern wir müssen Steuern bezahlen wie ein Volk, und zwar so, daß ein verhältnismäßig kleiner, .nicht einmal sehr bemittelter Teil die Stenern zahlen muß auch für diejenigen, die ihre Steuerpflicht noch nicht begriffen haben oder ihr nicht Nachkommen wollen. Wir könnten uns selbstverständlich dieser Steuerpflicht auch entziehen. Das würde heißen, Palästina aufgeben, unsere Idee bemten. Das verlangt niemand unter uns, auch nicht diejenigen, die unter der Steuerlast seufzen. Aber man beklagt sich, eiwwal über die Höhe der Äeuer und dann darüber, daß der Gegenwert, den der Steuerzahler erhält, sozusagen seiner Leistung nicht entspricht. Und man beklagt sich weiter darüber, daß immer neue Anforderungen gestellt werden; kaum hat man die eine Steuer bezahlt, taucht auch schon eine neue auf. Man möchte gern eimnal Ruhe und vom Ziomsnms etwas anderes haben als nur Zahlungsaufforderungen. Die ganze Sachlage ist außerordentlich charakteristisch. Man könnte sagen, daß, wenn es noch eines Beweises dafür bedürfte, daß wir im besten Zuge sind, ein Volk zu werden, tzs diese Klage über das Ue-bevwuchern der Steuern Ware, die wir heute überall im Zionismus vernehmen. Wir gehören zu den Nachkriegsvölkern, die noch nicht konsolidiert find, und denen Aufgaben auferlegt sind, die zunächst mehr «ach ihren nationalen Ansprüchen als ihrer Leiftungs-' Fähigkeit zugeschmtten sind. Es gibt mehr solche Völker. Die «fett« brauchen ein großes Heer, um die Durchführung ihrer nationalen Aspirationen zu sichern, die anderen müssen M «men Beamtenstab, eine Verwaltung ganz neu schassen, ihr Land neu aufbauen, haben mit dem Wider-! stand weiter Volkskreise und fremdMtionaler Elemente! zu rechnen, und alle haben zunächst mit ein Mittel, dem j zu begegnen: Steuern und nochmals Steuern. Wenn wir heute fragen, was der litauische, der lettische, ja, was sogar der Polnische Staat seinen Angehörigen an Leistungen bietet, die ihnen das neue Staätsgebilde als vorteilhaft, als ihren Interessen und Bedürfnissen mehr entsprechend als der frühere Zustand, in dem sie noch kein Staat oder noch kein Volt waren? erscheinen lassen, so werden sehr viele innerhalb der Grenzen diesies Staates antworten: zunächst sehen wir nur die schweren steuerlichen Lasten. Die große | Aufgabe der nationalen Neubildung bringt ungeahnte politische Schwierigkeiten, die wirtschaftlichen Verhältniffe sind sehr schwer, oft' viel schwerer als vor Erfüllung der; nationalem Forderung, das Geld ist ungeheuer entwertet,; der Besitz sehr geschädigt, eines nur ist gewachsen: die * steuerliche Last. Es " lt uns nicht anders, und man kann uns nicht einmal e ' egenhalten, daß diese Staaten, demgegenüber wenigstens ie Erfüllung ihres nationalen Traums als Aktivum 5: erzeichnen haben. Es ist noch sehr die Frage, ivessen Zut ft Politisch fester gegründet ist, die des jüdischen Paläst.ia oder die eines dieser neuen Staatengebilde. Eines aber ist sicher: Alle diese Staaten, alle Angehörigen dieser Staaten haben außerordentlich viel mehr für die Erfüllung ihrer nattonalen Bestrebungen leisten muffen als wirJuden. Wir brauchen gar nicht auf die Blutopfer hinzuweisen, die sie alle gebracht haben und zmw Teil noch bringen, wir haben demgegenüber die Ukraine, und jüdisches Blut ist genug geflossen. Aber die rein geldmäßigen Leistungen, die von diesen Völkern für die Verwirkst-. chung ihrer Ideale gebracht wurden und noch gebracht' werden, können sich sehr wohl vergleichen mit dem, was wir Juden bisher fiir den Aufbau Palästinas getan haben. Auch das griechische Volk wohnt zu seinem größeren Teil außerhalb Griechenlands, das irische ebenfalls, und ferm Angehörigen haben in den Ländern ihrer Wahlheimat ebenso die Landessteuern zu zahlen wie die Juden in den Ländern des Galuth.' Aber darüber hinaus, welch enorme Srunmen ste.uevn die Griechen, die.Irländer, die Armenier, ja die Polen für die Verwirklichung ihrer nationalen Sehnsucht bei, welche Entbehrungen legen sie sich auf. Die Zionisten, die so oft ützei die Ansprüche klagen, die an sie gestellt werden, möchten, sich wundern, tvenn man die Summen erMren würde, die jeder Irländer in Amerika für Jrlands^reiheitskampf gegeben - hat. Nicht zur Geldmaschine ist die Zionistische Organisation geworden, sie ist-Pott geworden. Und das ist auch der Grund, warum sich die Leistung, die Gegenleistung geändert hat. Worin bestand sie früher? In der Hoffnung, im schönen Wort, in der feierlichen Erhebung. Worin besteht sie heute? In det realen Leistung für Paläst i n o. Das ist das Große, das in seiner epochalen Bedeutung noch lange nicht genug begriffen ist, daß heute jeder Zionist, jederJude imstande ist, sich durch die Tat mit der werdenden jüdischen Heimstätte zu verbinden, durch aktive -Handlung sichtbarlich zu ihrem Aufbau beizutragen. Das ist der große Sinn des Keren H a j e s s o d, das ist die tiesinncrliche Bedeutung des Zehnten, und es ist wahrlich kaum zu verstehen, wenn wir sehen, daß bewährte Zionisten sich von der „M a a s se r" - Leistung zurückträumen in jene gute alte Zeit, wo man sich damit begnügen konnte, mit Worten, mit Problemforschungen beim Aufbau des Landes zu helfen. Aber das ist auch der Sinn des Schekels. Auch der Schekel war ftüher ein Vereinsbeitrag, diente zur Deckung der Veveinskosten. Heute ist er ein Teil der Steuer zur Deckung des Volksbudgets. Wir sind, ein Volk, wir haben das B u d g e t e i n e s Volkes mit all seinen Teilen: das wirtschaftliche Budget, das kulturelle Budget — Steuer: der Keren Hajeffod, das Budget stir innere Kolonisation — Steuer: der Nationalsonds, das Budget für die Außenpolitik — Steuer: der Goldene Schekel, das Budget für das Ministerium des Innern — Steuer: der Schekel. Es wäre vielleicht einfächer, das alles in einer einzigen Steuer zu erheben, aber halben denn die Staaten nur eine Steuer? Wieviel unzählige Arten der Steuerleistung gibt es bei jedem Volke, die kemesweas alle in einer entrichtet werden! Das Steuerbukrtt des jüdischen Volkes, repräsentiert in der Zionistischen Organisation, ist wahrlich noch sehr arm und sehr wenig ausgebaut, verglichen mit dem anderer Völker. Und auch wenn wir die Beiträge für die Landesorgauisaüonen, die'Ortsgruppen usw. dazu rechnen — nun ja, auch anderswo gibt' es besondere Kommünalsteuern und dergleichen^Das einzige, was uns und unsere Steuerleistung unterscheidet von der, die wir zum Vergleich herangezogen haben, ist die Steuerhoheit, die uns fehlt. Re Skommlffchen Verhältnisse tut* Aösfichte» in PMtina. Von Oberist Kisch. In der illustrierten Palästina-Vorlage des . „I e wi s h. C h r o n i e l e" vom 28. Februar veröffentlicht der neue politische Vertreter der Zioni-, fischen Exkutive in Palästina, Oberst Kisch, den folgenden Aussatz über die ökonomischen Ent- , w'icklungsmöglichkciten in Palästina.; Das Problem des Aufbaues der nationalen Heimstätte ist.nunmehr, da das Mandat' vom Völkerbund akzchtiert und zur Tatsache geworden ist, in erster Reihe ein Zahlenproblem, ein Problem, das darin gipfelt, Mittel für die wirtschaHiche Eingliederung der Immigranten zu beschaffen. Dies wrirde..selbst auch dann zutreffen, wenn d.ie. Mndatarmacht die Einschrünkimg, bezw. Erleichterung 18. März 1923 Nr. im der Immigration nicht von den Schwankungen dieses Faktors abhängig gemacht hätte. Darvrrs folgt, daß für die, jenigen, die nach Verwirklichung des nationalen Ideals streben, die Aufbringung der Mittel für die Immigranten! und deren Anpassung an "die Arbeitsbedingungen in Palästina die erste Aufgabe fein muß. Die Bedeutung der Förderung deL Erziehungs- und Gesundheitswesens soll. durchaus nicht herabgesetzt werden, aber ahne Intensivierung der Einwanderung ist ein Borwärtskommen unmöglich, und ohne Vermehrung der Arbeitsgelegenheiten können unsere Einwanderer nicht existieren. Arbeitsgelegenheit für unsere Einwanderer kann nun durch zweierlei Art geschaffen werden: durch landwirtschaftliche Besiedlung und industrielle Entwicklung. Der letzte Zensus hat gezeigt, daß von einer jüdischen Bevötterung von über 83.000 Seelen sich nur 15.000 mit landwirtschaftlicher Arbeit befassen. Auf den ersten Blick enttäuscht diese Zahl, um so mehr, als vor Kriege schon die jüdische Bevölkerung nahezu an 10.000 heranreichte. Diese Zahl ging aber im Jahre 1915 infolge der Kriegs» ereigniffe auf 7500 zurück. Wenn man nun die Leidenszeit des Landes während des Krieges, wie mich die ungeheure Steigerung der Bodenpreise, die aus die englische Okkupation folgte, in Betracht zieht, so kann mau mit Stolz <mf die nationalen Erfolge hinsichtlich der Zahl der landwirtschaftlichen Kolonisten zurückblicken, die sich tvährend der letzten vier Jahve angesiedelt und die Zahl der jüdischen landwirtschaftlichen Bevölkevu.ng der», doppelt haben. Andererseits ist es aber nur recht und billig, sich der Schwierigkeiten und Hindernisse bewußt zu werden, denen unsere Kolonisten durch den Mangel an entsprechender materieller Unterstützung gegenüberstehen. Kein Wort der Klage über ihre Not, und doch ist es unerbittliche Wahrheit, daß in vielen unserer Siedlungen Fleischgerichte nur selten auf beit Tisch gelangen. Diese ungenügende Ernährung, verbunden mit einem zwölf-, bis vlerzehnstündigen Arbeitstage greift Kraft und Gesundhett unserer Kolonisten ersichtlich an. Hierüber schweigen sie, aber sie beklagen sich, und mit Recht, daß für vier Familien mir ein einziges Paar Maulesel vorhanden ist, daß sie nicht in der Lage sind, Saatgetreide für den gepflügten Boden zu kaufen, und vor allem auch darüber, daß ihnen, da das erforderliche Arbeitskapitalund Kredite fehlen, ein Vorwärtskommen unmöglich ist. Dem muß unbedingt gesteuert werden. Diese selben Kolonisten — ich habe eine bestimmte Siedlung von 86 Familien rM Auge — haben am 15. Schewat einen neuen Wald von 35.000 Eukalyptusbäumen augepflanzt, von denen drei Viertel in der Kolonie selbst gezogen worden sind, und daran mit wahrem religiösen Eifer von Sonnenaufgang bis zur Nacht gearbeitet — Männer, Frauen und Kinder. Die Entwicklung in Palästina hat gezeigt, daß'das jüdische Volk wie nur je eines Landwirtes und Bauern hervorbringen kann,, und daß man viel zugelernt hat seit den Tagen, da die' ersten Kolonien gegründet und von einer vielleicht sitgroßherzigen Hand unterstützt worden sind. Nun ist die' Lage so, daß Stallungen und Scheunen den Wohnhäusern vorangehen, baß das Klein- und Großvieh gefüttert wird, während die Besitzer hungern nmssen. Diese Anstrengungen dürfen nicht unrsonst gewesen sein. — Was die wirtschaftlichen Aussichten unserer landwirtschaftlichen Kolonasition betrifft, so sind die Fachleute der Ansicht, daß der Erfolg sicher ist, wenn hinveichenlde Mttel beschafft werden.' Wir benötigen ein verMtnisnräßig großes Kapital, iveil wir wegen der hohen Bodenpreise gezwungen sind, inten-' sive Farmwirtschast zu betreiben. Sttütden uns R e g i er u n g s l a n de r e i-e n zur Verstigung, wie wir es de m Mandate gemäß hätten erwarten dürfen, so wäre' uns die Trockenbewirtschaftung, die nur ein relativ kleines Arbeitskapital erfordert, möglich gemacht worden. Unrelativ kleines Arbeitskapjtal erfordert, möglich gemacht worden. Unter den heutigen Umständen ist es unmöglich, eine Familie mit ^veniger als 600 Pfund anzusiedeln; es sind also eine Million Pfund nötig, um 1670 Familien oder 6000 Seelen als Landwirte anzusirdeln. Es ist eine- Lebetlsnotwendigkeit, daß Quellen gefunden werden, die den Fortschritt unserer landwirtschaftlichen Kolonisation ermöglichen, aber aus dem Gesagten geht klar hervor, daß wir bei den vorliegenden Umständen die Mittel nicht aufbringen können, um die ganze fiir u-ns notwendige Einwanderung auf dem Laude zrr absorbieren, während die Industrie nicht bloß billigere, sondern auch ^schnellere Beschafssungsmöglichkeiten von Arbeit bietet.! Um die industriellen Möglichkeiten zu beurteilen, muß man zu allererst in Betracht ziehen, daß die paffive Handelsbilanz für das Jahr 1921 ein Ueberw regen des Imports gegenüber dem Export um 4,700.000 Pfund austveist; für das Jahr 1922 wird diese Difsererrz aus 4,100.000 Pfund geschätzt; auf Einzelposten verteilt, betrug der Gesamtimport von .Halb- und Fertigftbrikaten, die in Palästina hätten hevgeftellt werden können, im . Jahre 1921 über 3,000.000 Pfund. Diese Zahlen werfen ein klares Licht auf die sich hier für die industrielle Entwicklung eröffnenden Möglichkeiten. Des weiteren sind auch ansehnliche Mengen Rohmaterial aus Palästina expor- . tiert worden, von denen ein Teil in Form von Halb¬ oder Fertigfabrikaten wieder eiugfführt worden ist. Nun ist es ja wahr, daß unsere ersten Bemühungen auf industriellem Gebiete nicht überall gleichmäßig .erfolgreich ge-. tvrsen sind, aber es wäre falsch, daraus schließen zu wollen, daß die industriellen Aussichten in PaWi.ua ungünstig seien. Es herscht ständig tvachsender Nachschub von g elernten Arbeitern in Palästina. Die Löhne für ge» lernte Arbeiter sind zwar noch hoch, fallen-jedoch äugen-. . blicklich und wüvderc um so schneller zurüügehen, je regele