Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1469 (16.3.1923)
- Date
- 1923-03-16
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Veit- 6 Wiener Morgenzettung. Nr. rm Wim, Freitag v-V Jahren die Proben fast nur von Streichern exekutiert werden mußten, .was sowohl für den gesamten künstlerischen Fortschritt als auch für die Einheitlichkeit und Klangwirkung ron großem Nachteil war. Der Orchesterleitung gebührt Dank dafür, daß sie in dieser Voraussicht bereits vor zwei Jahren daran ging, talentierte Musiker ein Blasinstrument lernen zu lassen. Der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Das Hakoah- Orchester kann sich heute mit manchen guten Professional- Orchestern ruhig messen und seine öffentlichen Konzerte haben sich einen stets wachsenden Kreis von Freunden geschaffen. Das wackere Orchester gibt in den nächsten Tagen ein öffentliches Konzert, auf welches wir schon heute aufmerksam machen. LtanlslawE und SchaMin für die „Habimah". Ein interessantes Dokuments Das in Charbin erscheinende Organ der Zionistischen Organisation für Sibirien und den fernen Osten „Sibir-Paläftiua" veröffentlicht in seiner letzten Nummer ein kulturhistorisch interessantes Zeitdokument. Cs ist der Wortlaut der Eingabe, welche der Verband der russischen Künstler in Moskau im Jahre 3939 an Lernn richtete und in welcher die russischen Künstler dagegen Protest erheben, daß die Räteregiernng dem hebräischen Theater „Ha bim ah" in Moskau die staatliche Subvention entzogen hat. Die Eingabe, welche die Unterschrift sämtlicher Mitglieder des Moskauer Kunsttheaters mit Stanislawski an der Spitze, ferner die Schaljapins und anderer berühmter russischer Künstler trägt, führt unter anderem aus: „Der Beschluß des Zentralrates für Theaterwesen, die Subvention für die „Habimah" einzustellen, wurde, wie uns bekannt ist, ausschließlich infolge des Protestes des jüdischen Kommissariats gegen die Subventionierung d-s genannten Theaters gefaßt. Dieser Einspruch deS jüdischer'' Kommissariats ist der Ausfluß des allen Streites innerhalb des Judentums, des Streites zwischen den Anhängern des Jargons und den Anhängern der hebräischen Sprache. Wir russischen Künstler können uns wohl in diese internsten Angelegenheiten des jüdischen Volkes nicht einmischen, wenn aber wegen dieser Streitigkeiten ein lebendiges und künstlerisch wertvolles Institut auf dem Gebiete der darstellenden Kunst zerstört zu werden droht und eine solche Zerstörung überdies Namen der Bauern- und Arbeiterregierung geschieht, dann fühlen wir Theaterarbeiter uns moralisch verpflichtet, alles im Bereich unserer Macht mögliche aufzubieten, damit der Gerechtigkeit kein Leid geschehe. Zu diesem Schritt werden wir nur von unserem Interesse für die Kunst und das Theater getrieben. In dieser Beziehung steht der Wert der „Habimah" für uns außer allem Zweifel. In ihrem Bestreben, ein nationales jüdisches Theater mit allen seinen natürlichen Formäußerungen zu schaffen, ist die „Habimah" ein Musterbild höchster Vollkommenheit." Zum Schluß erinnern die russischen Künstler, daß die russische Gesellschaft sich als Schuldner der jüdischen- Künstler suhle, welche unter der Herrschaft des Zarismus der Möglichkeit, ihre nationalen künltseri'chen Fähigkeiten *n entwickeln, bermrbt gewesen seien. Die Bauern- und Arbeiterreglernng dürfe nicht die gleiche SchuD auf die russische Gesellschaft laden. Soidfadeur „Sulamith" in Jerusalem. Goldfadens volkstümlichstes Singspiel „Sill-miith" har Mn dorthin heimgesunden, wo die Haridmi-g spielt. Wie „Haarez" — übrig'ns mit etlichen überschwenglichen Ausdrücken — berichtet, gelangt „Sr.'lamrth" in Jerusalem in hebräischer Sprache' zur Ausführung. Die hebrchsche Rcbrrsetzung des Textes stammt von Mühl -m a n n. Das fran ösische Institut für Archäologie und muselmännische Kunst irr Damaskus. Aus Paris wird uns berichtet: Vor eini-gnl Tagen hielt der Oberkommissär von Syrien, General G o u r a u d, in der Pariser Akademie der schönen Künste in Ar».veswhÄt zahlreicher Gelehrter und Politiker, umer denen sich auch der Präsident der französischen Republik. M i lierand. befand. o'n-en Vortrag über das neue Institut für Archäologie und m-useilmonwsche Kunst in Damast'»s. Das Institut ist eine Gründung des Generals Gourau-o selbst. Er wies darauf hin, daß er mH dieser Gründung älteren französischen Traditionen gefolgt sei und daß ihm dabei hauptsächlichst das BvispiLl des F-Dmarschalls Lyautey vorschvoebte. der ein ähu-'iches.Institut mit gleichen.Zielen in Marokko ins Leben ries. Das Inst p ut in Damaskus wurde im ehemaligen Palais Assak Paschas unergebracht und stcht unter der Ladung des Direktors Eust a che de L ore y. Dieses Institut sott ein An's'ahungspunkt der Gelehrten und Künstler in Damaskus werden. Dem Gründer schwebe die Schaffung einer p baltischen Schule vor. in welcher die Renaissance der Kunstggiverbe Syriens durch Schaffung vor. Modellwerfftäuen. ähnlich denen, wie sie ber-sits i>n Nordafrika, in Aegypren und m Palästina in Betrieb sind, vorbereitet werden soll. Das französische Jnsti'ut in Damaskus soll aber auch ein Sammelpunkt für archäologische und künstlerische Studien werden. Die Anstalt steht unter der Patronanz der französischen Akademie der schönen Künste. Pros. Juliusz Wolfsohn ist von seiner Konzertreise ans Rumanlen. wo er große Triumphe gefeiert hat, zurückgckehrt. Am 21. d. fpi-ält er in Prag; da der Chopin-Abend des Künstlers/vollständig ausverkaust war. wrrrde er von der Konzertdirektion Gutmaun für einen zweien Klavierabend, diesnral in den Großen Musikverelnssaai. für Ende BprLi eingeladen. Aus den Theatern. D-urgth'eater. Morgen um 7 Uhr „Die Stützen »er Gesellschast". Ra i m u n d - T h e a t e r. Heute um 7 llhr Urau-Miouna des Lustspieles „Der Und eistechl4che" von Hugo HoP ndannsthal mit Max Pattenberg. Renaissance'üühne. -Täglich bis einschließlich Dieristag den 20. d. „N u gb y". Neue Wiener Bühne. Heute und die fönenden Tage Gastspiel des Russisch-deutschen Theaters Dnvan- Torzosf. Kammerspiele. Täglich bis einMießilich Sonntag „Die Frau ohne Bedent 1 <ung" mH Arn-oL KorW» tzerichtssaal. Geschäfte mit Bottrbekleldungsware. Gestern wurde in dem Prozesse gegen Regierungsrat Frankfurter und Kommerzialrat Steinhauer das Beweisverfahren geschlossen. Der Staatsanwalt Dr. Wachs mann entwickelte in sei,rem Plaidoyer den Tatbestand der Anklage gegen Frankfurter und Steinhauer vom Beginn der tschechischen Aktion an. Wenn Steinhauer die ihm nicht zum freihändigen Verkauf übergebenen Waren an Händler weiter veräußerte so ist damit der Tatbestand des Verbrechens des Kettenhandles gegeben. Bezüglich Frankfurters ist das Verbrechen deS Mißbrauch? der Amtsgewalt gegeben, denn er muvte sich, wenn er auch nur Vertragsbeamter war, als ein Beamter fühlen. Zum Schlüsse betonte der Staatsanwalt, daß die Beträge, die Frankfurter nach dem Provisionsbuch erhalten hat, jetzt ungefähr eine halbe Milliarde ausmachen würden. Verteidiger Dr. Harpner (für Frankfurter) polemisiert gegen die Anschauung des Staatsanwaltes, daß vorwiegend die polizeilichen Angaben der Angeklagten Glauben verdienen, weil dort gewöhnlich die Menschen im ersten Schrecken die Wahrheit sagen. Weiter bekämpft der Verteidiger die Anschauungen des Staatsanwaltes, das; Frankfurter als Beamter parteiisch gehandelt habe. Wenn er vielleicht in dem einen oder dem.anderen Falle die Weisungen der Leitungsstette nicht klaglos ausführte, so könne man nicht von einem Mißbrauch der Amtsgewalt sprechen. Ebensowenig könne den: Direktor Frankfurter die Mitschuld an der Preistreiberei! oder . am Kettenhandel zur Last gelegt werden. Denn kein Mensch werde behaupten, daß Frankfurter dem Steinhauer die Ware in der Absicht übergeben hat, er möge diese Ware im Kettenhandel absetz .n. Der Verteidiger bestreitet schließlich, daß durch die Handlungsweise Frankfurters öffentliche Interessen geschädigt worden seien, und schließt mit der Aufforderung an die. Schössen, den Angeklagten f r e i z u s p r e ch e n. Das Urteil. Nach eineinhalbstündiger Beratung verkündete Vorsitzende das Urteil. Negierungsrat Frankfurter wurde nach ß 104 des Strafgesetzes des Verbrechens der Geschenkpnnahme in Amts fachen, Steinhauer nach § 105 des Verbrechens der Verleitung zur Geschcnkannahme schuldig erkannt und wurden beide Angeklagte zu je drei Monaten einfachen Kerkers, verschärft durch je ein hartes Lager monatlich, verurteilt Der Angeklagte Frankfurt ■. nmrde zur Zahlung vcn 530.000 K. an den Armenfonds der Gemeinde Wien verpflichtet; es ist dies jener Betrag, der im Provisic-nsbuche des Steinhauer als an Frankfurter ausgezahlt erscheint. Vom Verbrechen der Preistreiberei wurden Leide Angeklagte freigesprochen. Die Untersuchungshaft wurde den Angeklagten in die Strafe eingerechnet. Gegen das Urteil haben beide Angeklagte die Berufung erhoben. Auch der Staatsanwalt appellierte wegen des Freispruches von der Preistreiberei und wegen zn geringen Strafausmaßes. AM Zerusalem vor Gericht. Die Großindustriellenswnwe Frau Stella Jerusalem stand gestern vor dem Einzelrichter Hofrat Dr. N e uwirth unter der Anklage der selb verschuldeten Krida.-Den Strafantrag vertrat Staatsanwalt Dr. Rettin-Z er, als. Verleiditzer intervenierteDr. Weinstein. Die AnMklagte süklärt sich mchtischukdig. Aus dcm Verhör geht hervor, daß Frau-Jerusalem im'Jahre 1820 auf Veranlassung des Wiener L-andcsgerichtes in Ordensburg verhaft ct worden war. Sie gibt cm, daß der Staatsanwalt damals die Anklage . gogen sie zurückgezogen habe und daß das Verfahren eingrsteltt worden sei. Im weiteren Verlaufe des Verhörcs fragt der Staatsanwalt die Angüklagte nach ihren Einkünften und erwähnt, daß Frau JeriWem einen großen Austvand getrieben habe. Dies wird von ihr bestritten und sie Erklärt, daß sie durch verschlte DollarspeLulatio-nen große Verluste evlitten habe. Verteidiger: Wie hoch haben Sie Ihr illevmöge» nach Angaben Ihres Mannes cingeschätzt? — Angekü.: Auf zirka 30 bis 40 Millionen. — Die Anklage spezifiziert die Schulden und setztein für Warenschülden Zwei Millionen, Darlehen zweieinhalb Millionen, Valutenschulden nenn Millionen Kronen - und Schulden . aus unerlaubten Geschäften, BettÄlgun-gen nsiw. eine Million Kronen. Ms aktiv werden demgegenüber gesetzt die Mohnnngscinreichtung mit 1,144.009 Kronen. Faustpfänder 200.000 K., also 1,344.000 K., wozu noch der unlbezifferbare Anteil-cm .der Erbschaft kommt. Der Staatsanwalt w.hrt sich gegenMer der Behauptung des Verteidigers, daß die Ansprüche der 'Glänlbvger aus den Balutengeschästen .uneinklagbarseien, weil sie ans unerlaubten Geschäften stammen. Rechtsanwalt Dr. Wernstein hat die Angeklagte nach dem Tode ihres Mannes vertreten. Zeuge gibt ein glänzendes Bild von der gesellschaftlichen Stellung des Ehepaares Jerusalem. Während der Krancheit ihres Gatten hat sie sich tmt seine geschäftlichen Angelegenheiten gekümmert und sie auch zufriedenstellend durchgeführt. MS jedoch die KronSheit einen tödlichen Verlauf nahm, verlor sie den Kops und war den. Geschäften nicht mehr gotvachsen. Frau Stella J-cvusalem wurde zu einer Woche strengen Arrests verurteilt, welche Strafe durch die Untersuchungshaft in Ungarn verbüßt erscheint. 16. März 1923 Eestempelte Krone — 0.0075 Eentkmes. Auszahlung Wien O.OÖ74Vs Centimes. In Zürich notierte die österreichische Krone . . 0.0074*/ (0.0Q74 V» am 14. März die Lsterr. gestempelte Krone 0.0075 (0.0075 am 14. März die tschechische Krone . ♦ . 1B.95 ( 15.95 am 14. März die Lllark 0.0258 (0.0258 am 14. März Belgrad. 6.62'/, ( 5.45 am 14. März Bukarest ........ ( 2.50 am 14. März Scfia.......... 8.37 ( 3.35 am 14. Marz Budapest ........ 0.17 ( 0.17V* am 14. März Warschau. 0.0118 (0.0118 am 14. Atarz Ae krwerbrverhältnisie in PÄWua. Der Auderthalbjahrsbericht der palästinensischen Negierung. Von Davis Trietsch. Gleich aus der ersten Seite des Vorwortes erwähnt de§ Bericht eine Einzelheit, die auch hier in den Vordergrund gestellt werden soll, nämlich die TabakuudZigarettenindustrie — wie man weiß, eine weitgehend jüdische Industrie, sowohl was Tabakmanipnlaücm und Tabakhandel wiq auch die Zigarettenindustrie selbst betrifft, u. zw. bei lehier»» ebenfalls nicht nur hinsichtlich der Unternehrnen. In der ganzer, Welt ist gerade in dieser Industrie auch die jüdische Arbeiter-, schüft stark vertreten. Der Bericht sagt an der erwähnten Stellt!' folgendes: , Das hinderliche Tabakmonvpol ist 'abgeschafst worden, Infolgedessen ist der Preis des Tabaks für den Verbraucher erheblich gefallen, während gleichzeitig die Negierrrng daraus vermehrte Einnahmen ziehen konnte. Der Anbau von Tabak, hauptsächlich für den Jnlandskonsnm, wurde überall in Palästina in Angriff genommen, und cs wurden auch mehrere Zigarettenfabriken und angcgliederte U^lternehmungen begründet. An anderer Stelle des Berichtes findet sich dann eine Anzahl von Angaben, aus denen deutlich hervor geht, welch großes Feld sich in dieser Branche einer jüdischen Jicdustrie eröffnet. Die Abschaffung der Tabakregie hat zu einer enormer Einfuhr ägyptischer Zigaretten geführt. Von den 320.000 Kilogramm Zigaretten im Werte von 605.000 Pfund Sterling, die Aegypten vom 1. Jänner bis znm 31. Oktober 1921 exportierte — die gesamte Ausfuhr Palästinas sin allen Artikeln) betrug im Durchschnitt der drei Jahre 1920 bis 1922 noch nicht um 60 Prozent mehr als diese eine ägyptische Exportzisfer, die überdies nur einen kleinen Teil, des ägyptischen Jnlandsvcrbrauches an Zigaretten harstellt —, gingen nicht weniger als 129.000 Kilogramm im Werte von 181.608 Pfund Sterling nach.Palästina. Dies ist erheblich mehr, als irgendein anderes Land von Aegypten bezieht, und es ist sogar dreimal soviel, als der nächstgrößtc Kunde — nämlich Holland — und achtmal soviel als Großbritannien von Aegypten bezieht. Dabei ist es noch von speziellem Interesse, daß von diesen ägyptischen Zigaretten ein Fünftel des Quantums und ein Drittel des Wertes auf irgend welchen Schncuggelwegen über die südlichen 5lüsien nach Palästina gelangen. Außerdem lieferte auch England nach Palästina in den selben zehn Monaten 56.660 Kilogramm Zigaretten uitb 1456 Kilogramm Tabak. Im Lande selbst tverden monatlich zirka 12 Millionen Zigaretten hergestellt, was bei 1000 Zigaretten pro Kilogramm etwa 12.000 Kilogramm entspricht. Ein großer Teil dieser Quantitäten wird zweifellos nach Transjordauicu, Arabien und sogar Mesopotamien exportiert, bezw. reexportiert. Interessant ist auch — als eine Art landwirtschaftlicher Industrie — der Anbau von Zigaretten- und Pfeifentabak. Unter der neuen Ordnung der Dinge, d. h. seit Abschaffung der Tabakregie, sind der Anbau von Tabak und der Verkauf von Tabaksabrikaten freigegeben. Für alle in Palästina angebauten Tabake ist eine Steuer zu zahlen, und zwar: 2 Pfund pro Dunam für Baladi-Tabak oder Tombak- Pfeifentabak. 4 Pfund pro Dunam für türkischen Tabak. In beiden Fällen beträgt das Minimum 50 Piaster (ein halbes Pfund). Für die ersten beiden Jahre ist die Steuer von 4 Pfund (für türkischen Tabak) auf 2 Psuud ermäßigt. Hier haben wir eilt interessantes Beispiel einer Vesteu. erung nach der Fläche statt wie bisher und wie in allen anderen Fällen nach dem Ertrage. DieS ist der beste Weg zur Erhöhung der Ernteergebnisse. Es ist zn hoffen, daß die wirtschaftliche Steuerpolitik mehr und mehr zu dieser Methode übergeht. Damit wäre der stärkste 'Anstoß zur ^nw^uouicg intensiver Methoden gegeben. Außerdem würde cs sich dann nicht mehr lohnen, mehr Land in Anspruch zu nehmen oder zn behalten, als man wirklich intensiv bewirtschaften kann. Die ganze Frage des< Landerwerbes und der Bodenpreise bekäme damit ein neues Gesicht und die jüdische Arbeit im Lande würde unter ungleich günstigeren Bedingungen vor sich gehen könn-n als bisher. Um wieder auf den konkreten Fall zurückzukommen, sei noch erwähnt, daß nach den Durchschnitten des Jahres 1921 der minderwertige Baladi-Tabak auf 1337 Dunam angebaut wurde mit einem Durchschnitt von etwa 50 Kilogramm pro Dunam, was einem Werte von 7,3 Pfund pro Dunam entspricht. Die Steuer von 2 Pfund ist hier recht fühlbar. Dagegen bringt türkischer Tabak (der allerdings in der Berichtsperiode nur auf 8,5 Dunam angebaut wurde) 80 Kilogrännn pro Dunam im Werte von zirka 25 Pfund, was also nicht nur denc Werte nach, sondern auch steuerlich ein sehr viel günstigeres Resultat bietet,