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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-16 · Heft 1469 (16.3.1923) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1469 (16.3.1923)
Date
1923-03-16
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Nr. U6S ,_: ~ Men, Freitag_ Dewalt, sowie wegen Verwahrung von SV Kisten Gewehren und Munition, bezw. der lieber Ire'ung des Waffen-!potentS das Begehren auf Auslieferung MehrS stellte, mit dem;fid) der Landtag in feiner hvutiigen Sitzung ■ zu beschäftigen ^hcrtte. Berich! erste tter Lanidtagso'bgeovdneter Bruckfchtl-rgeil (Solgiaidemo-wt) verlangte namens der sozislltemokralifchon Frak» jtion vom Hause die Annahme der Antrages deS VerfasiungsjauSschusieS ans Auslieferung deS genannten Abgeordneten, da!di« Am belastenden Anssagen Hansers lediglich ans R a ch e oder egoistischen Motiven gvnracht sein können und die fozia-ldemo« ckra'ische Fraktion von donr eimvanldfreivn Borgehen MchrS >als MzeHüpgenneister der Gemeinde Linz in der erwähnten Bmiangelegenheit vollkommen ülberMgt sei. Der Antrag tourte .einstimmig angenommen. Ter sparsame Herr Markus. Budapest, 16. März. (Tel. der „Wr. Movgenzeitung".) feto ÄMayesenat des Stroflondesgerichtes hat bevannttich vcrfäbgf, daß einzelne der in Untersuchungshaft befindlichen Direktoren der hiesigen Filiatle der Wiener Kommerzialbauk gegen eine Kaution von je sechs Millionen Kronen ans freEn Fuß gesetzt werden. Alle haben diese Begünstigung angenommen, nur der Dirckktvr Alexander Markus, ein stadtbekannter GeiKa'ls, nicht. Er richtete an die königliche Dafel eine Eingabe, man möge die geforderte Kaution ans zwei Millionen herabsetzen und den Erlag statt in Bargeld in kautionsfähigen Wertpapieren gestatten. Mae ZemenitenMon in Wien. Die Lage, der Inten in Jemen hat sich wieder einmal verschlimmert. Zn dem permanenten wirtschaftliche« Druck gesellten sich in den letzten Jahr»» Verfolgungen religiöser Natur. So wurde sin altes „Gesetz" hervorgeholt, wonach jüdische Waisen im islamitischen Glauben erzogen werden müssen. Falls die Waisen nach einem anderen Ort flüchten, wird das Vermögen der Verwandten und Nachbarn beschlagnahmt. Auch sonst werten Versuche gemacht, das Leben der Inden nn Jemen unerträglich zu gestalten. Es ist daher kein Wunder, daß sich die Juten im Jemen ans dem dortigen Elend hinaussehnen und ihre glücklicheren Brüder in Palästina mit Briefen bestürmen, ihiren zur Auswanderung nach Palästina zu verhelfen. In letzterer Zeit haben sie zu diesem Zweck einen eigenen Delegierten nach Palästina geschickt.' Der Notschrei der jemenitischen Juten hat nun auch in der Wiener Jutenheit einen starken Widerhall gefunden. Auf Veranlassung des Vereins Esrat Israel fand im eigerev Peveinslokal am 4. d. unter Vorsitz des Herrn S. Komet «im« Versammlung statt, an der die angesehensten Führer der Orthodoxie, davonter dm bekannten Großrabbiner von . Hussiatyn, Kopiczynce, Sadagora und andere teilnah men. Der jGroßvabbiner von Czortkow, der lebhaftes Interesse an der Jcmonitenqkt'lon nimmt und am Erscheinen verhindert war. Ließ durch einen Vertreter einen größeren Betrag zeichnen. Vom Wiznitzer Großvabbiner kam ebenfalls ein Brief, in der» fx. der jemenitischen Sache vollen Erfolg wünscht. Das Nescrar ,über die Lage der Juten im Jemen erstattete der Schriftsteller I. Radler-Feldmann aus Jerusalem. In erschöpfender Weise gab er einen Ueberblick über die Geschichte und Lage der Juden im Jemen sowie über den vollen Erfolg der Kolonisation jemenitischer Juten m Erez Israel. Er untt'rstrich besonders dev Umstand, daß die jemenitischen SiMungen fast die einziget.- sind, die ohne D e s igit arbeiten, da die Jemeniten dank ihrer besonderen Eignung zu gewerblichen ttrtb landwirtschaftlichen Avbertt«. f er rot dank ihrer sprichwörtlichnr Genügsamkeit joter wirtschaftlichen Lage standhalten und noch Ersparnisie machen. Die Ansiedlung der jeurenitisch.'n Juden in Palästina müßte daher von den Irrten aller Welt, ohv: Unterschied der religiösen und nationalen Parteirichtung, auf das wärmste gefördert werden. - An der Aussprache bsteiltigten sich mehrere Anwesende. Einstimmig gelangte ein Antrag zum Beschluß, die Jcm.'niteriaktion mit allen Kräften zu unterstützen und den Verein Esrat Israel mit der weiteren Propaganda sowie mit tet Ausgestaltung der praktischen Tätigkeit zu betrauen. Für die Spendenliste zeichneten die Anwes nten. besonders die obgenannten Großrabbiner, namhafte Betrüg«. Hochwasser. Bukarest, 18. März. (Orient-Radio.) Durch die Ueberschwemmuug sind in verschiedenen Ortschaften Häuser zerstört worden. In Barlad wurde ein ungefähr 700 Waggons Getreide fastendes Depot von den Fluten weggeschwemmt. In Siebenbürgen sind die größeren Flüffe aus -den Ufern getreten. Ir. Alexander Marmore! erkrank. Aus Paris meldet I. C. B.: Dr. Alexander Mar« Morek ist schwer erkrankt. Er wird sich in den nächsten Tagen einer Operation unterziehen mästen. Wie die Aerzte versichern, ist zu Besorgnisten kein Anlaß. _ Kleine LolMronik. . Wegen einer ganzen Reite von EinbvuchZdielbftählcn mit emer Cchvtensfumme von mintestens 60 Millionen Kronen wurde gestern ter. bcfchäfligunMose Franz Heinz verhaftet. Hettrz hat alle Einbrüche selbst ausgck>un!dfchaftet und ohne Kmnp/iccn auSgoffchtt, In Wien treibt sich seit einiger Zeit ein SchwiMcr her« «m, der in der Maske eines gewesenen FeDbura v» auftritt ulld sich Johann Rodler nennt. Vorgestern wurden in einem Kaffeehaus in der Heinestraße der Agent Kar! Schreiber und der Hilfsarbeiter Josef Schlbssinger fcflgencumien. als sie ein Geschäft über 1 KÄogramm Kokain a>bschlics;ru wollten. Der eigentliche HäMcr Ä der DroMt äbari Devreune. Wlerrev Morgenzettung. IS. Mar, 1923 Veits» Mitteilungen ans dem Publikum. Für Messebesuchei* Sächsische Strümpfe Handschuhe AQQIF TtRUR,'' , I.. Koltimesserg^sss 6 Streng orthodox WS Hotel titid Restaurant BARSCHAK II. Grosse Schlffgat>se 3 Te’ephon 48-1-39 * fftp Hor irfitgdiner* zu $rbr VoreflgHehe Kflche. ... .... i e epnon ... Lm« ... ...... Bestellungen für HoCzfimdiner!« zu srlir nfiS Jw r' 'IWS, mässlsci Preisen. Mettmann lS:IÄIj * Für das Blindeninstitut Hohe Warte. Anläßlich der Konzevte Pr"f. Jnl-ins Wolfsohns in Ezernowitz wurde von der B'rui B'rilh-Loge ein Bankelt zu Ehren des Künstlers veranstaltet, bsi welchr Ge^eInhalt auf Anregung Professur WvlffolhnS eine Sammlung für die blinden Kinder auf ter Hohen Warte veranstaltet wurde, die einen Betrag von einer Million Kronen ersten hat. * Unveränderter Brotprcis.. Noch ter gestern von den Bwterzengern vorgenommenen Errechnung ter Gestehi'rgs» kosten erfahren in der kommenden Verbrauchswoche vom 19. bis 28. d. die Proste für Brot und Kleingebäck keine Aenterung. * Errichtung von Mess Postämtern in Wien. Anläßlich ter Früh'ährsmesse gelang:» für die Zeit vom 18. bis einschließlich 24. d. zwei Postämter, und zwar in Wien. 2. Be;.. Rotunde (Sä-^vr^l). mit . ter amtlick,en Bezeikbnuna „Postamt Wiener Mess« Rotunde", und in Wien. 7. Bez.. Mestepalast, mit ter amtlichen Bezeichnung „Postamt Wiener Messepalast" zur Errich'iina. Die beiten Postämter werden sich mit tem Wert'-eichenkl-cirtxrschbeiß. dem Briefpost-, Postanweisungs¬ und Telegrammannahmedienst sowie mit Postsparkaste-Ein-- und Nückzahlunaen (mit AnsWuß ter Ausgabe neuer Einlagebücher) zu befassen haben und täglich von 8 bis 18 Uhr Menst halten. * Wetterbericht. In Oesterreich sind gestern noch ausgebreitete Niederschläge gefallen: am Oftrand der Alpen mehr als 10 Millimeter. Jnynifchen, hat sich das Wetter errwenig gebesiert. Stellenweise ist die Bewölkung anfgebrochen. Me Temperatur hob sich langsam auf 7 Grad über Null. Eine geschlossene Antizyklone nimmt das ganze nördliche Europa ein. Vora-uSsasye: Bedeckter Himmel, vermutlich kein Liegen. Tompera'-nir wcni'g verändert, schwache Mnde, für spälec ruhiges und besseres Wetter M erwarten. Vereine. Vorträge und Bersnmmlmmen. Nvler d-e Palrenam dcS V»,ga«de4 der »SikNche« ttrael Uschrn «emkinde .Eerlakm t» wie» ve,a«k>iirm die vier tep ard'kche» B r liK. und mar «er l p1 itraeUt. ^röiu!wol»eSti<,re>ttver>in. die 11 r en Esv-mala. der zioni» ftstche Verein Icdnd r H dm und d-r akad mische Verein Esperun^a am 17. März iW3 im Fcstsaate drS Hotel Couttvrutal ein« orientalische Nlonsire-R e d o u t e Hebräischer K l u b, 2. Vez., TaHorstratze 1. Heute um hayb 8 Uhr abends Sichä-th Chawer im. Referenten: Za» nwnM, Ungerfeld. Damstag um haLb 8 Uhr crbeuds Borlcfinvg M. ZenAcr (hobr. Cchrifsttellcr): Ethik in Bi'bsl und Trolimid. — Bukowinaer Zen>t ralverband in Wien. Jeden Sonntag um 8 Uhr vormittags VevtendsdiSS^isfion im BuLowinaer Zentralreftenrant (Souterrain), 2. Bez., Datb-ortstraße Nr. 8a. — Jugendverein Ahowath Zion, GaftihMs Trauer, 2. Bez., AnssbellungSstraße (geaemilber ter MoMereistvaße). Haute um halb 8 Uhr atendS Kiteltz Jjvri. — Verein Freie jüdische Volksbühne in Men. Sonnag den 18. d. um 10 Uhr vormittags nn. Arber echc-im, 2. Bez., Dlumuuev^ass« 1, Vortrag: „Das Gastipisl der Wilnaer m Wien." Referent Dr. Stcktntevg. MMicter werden erpicht, ihre Leigitvinatioiven m!i-tgu!briivgen. — Genossenschaft der konzessionierten Altwarenhändler (Trödler). Sonntag den 18. d. um vierteil 9 Uhr vormittagnn großen Sitem-gÄsaale te8 Oefterrerchstchen GewertbofördevungsMites, 9. Bez., Severiivgasse 9, dlesjährige ordmtliche Genosseuschastsverfammbung mit ten Wali'cn ter Genosionls^aftsvorstcher. Urania. Heule: Großer Saal: 5 Uhr: Hgnfei und Greiol. Afchenbrödel. HaG 8 Uhr: Reichsarcksivvat Dr. H. Dehner: Unter den Kanuibaleu Nou-Guineas. Kleiner Saal: Halb 6 Uhr: Dr. Berta Ganser: KEurgr^chichtliche Char<ckterbi<lter ans Wiens Vergangenheit, 4. Hach 8 Uhr: Univ.- Prof. Dr. Fritz Wilke: Osw-aid Spenglers Stellung zzrr Neligon des alten Orients, 8. Knrs-Saal: 5 Uhr: Reg.-Rat Dr. Franz Tippmann: Rembrardt als Erzieher, 8. Hach 7 Uhr: Univ.-Assislent Dr. W'vllickm M a r i n e l >l i: Me Sinnesorfonr der Tiere und ihre Let'skinecn. 8. 8 Uhr: Hofrat Dr. Gottfried Dimmer: Die E-nliriMmg ter modernen thevrctifchen Physik, 6. Mid-Saal: 6 Uhr: Univ.-Lek-tor Ferdinand M a ' r a 8: Cprechkurs, 12. Hach 8 Uhr: U nid.»Prof. Dr. P. Konstantin Hohenlohe: Di« soziale Frage» 3. Mikrofkepler-Caal: 7 Uhr: Univ.-Assistent Dr. Hans Plenk: Der mi-krc>s?opifck>e Aufbau des Menschen. 1. Leopoldftädter Dolksheim. 2. Bez., ZiMlsgaste 48. 7 Uhr: Dv'itfch« Dirmialiker, Staatsrecht mit Ue'bungen. Römisch« Geschichte, Nordische Dich^.ing, Miifiibail'vsche Formenlehre, Gcschich e der Erde, Französisch 1 und 2, Psychologie. An^Yäsche Geometrie, Organiifch« ^Chemie, Rechtschreiben. 8 Uhr: Weltgeschichte, Entwicklungslehre, Zranzösisch 3. Oester reichisches Museum. Sonntag.haÄ-11 Uhr: Fühm.dN'g durch die SammÄrng „HafnerkeramÄ". 1. Bez., Stnibenring A. Die Sammlungen, die Lobmeyr-AmSstellnng itw die dbuSstelling der Nmerwerbunoen ter BMiothak sind von 9 bis 1 Uhr geöffnet. Eintri t 200 K. BMiothel und LefesAe von 9 bis 1 Uhr bei freiem Eintritt. Technisches Museum. Morgen nm 3 Uhr nachmittags Fii'chrni-ug durch die naueröpfnete Zlbteilnng „Brückenbcnr" van Vorstand Ing. E. Stelzer. Sonntag »m 10 Uhr vornrr tags im großen Hörsaal LiMüldervortrag von Hofrat Pros. Dr. Max R e i t h o s f e r: ,,Hochfre<>utnOröme". Borträge für die Lehrerscha-ft Wiens. Morgen um halb 6 Uhr nachmittags Vortrag Prof. Tr. Heinrich Mache: „Topplevschcs Prinzip der Rcklat'ivitätKcheori«" im Hörsaal 8 der Technischen Hochschule. _ Beginn 9 Uhr abend*. 0t toc,U5tiifn Zwecken. «76 Beginn 9 Uhr abendr» Die LebenMittelmSrNe. Die feit Wochen in Umlmlf gewesenen Gerücht«^ daß dfe Viehausfuhr auS Rumänren ab 10. d. gänzlich gesperrt werde, hk.ben pich nunmehr bedauerlicherweise b t* stätigt. Dieser Umstand wird die Vevsorgiung Wiens, nmnentlich mit Rindsieifch, stark bceinträch iarn. Um so trauriger ist es, daß gleichzeitig auch die übrigen Bc^/uasKiellen den Wiener Markt nicht genügend veistorigen. In der Großmarklhalle ist <"- stern überhai-pt kein Nintzipseisch einsÄangt. ES kamen wvhl acht Waggons an. doch brachten bicMten mit Schweine und Kavber. Im Großhandel ha'ben sich S-ck'iweinvfloifch und Speck neuerlich run 1008 K., beziehunasweife 2000 K. pro Kilogramm verteuere Tiefe Preiserte'hungen werden sich natürlich au^^^ rm Kleinhantel Mibar machen. Um so erfreulicher ist es, teß sich in der nächsten Zeit die Liefening von Seefischen qualitativ und q,..'antitatw besser gestalten wird, da tee Frühjahrssänge sehr günstig ausgefallen sind und beträchtliche Mvu>"en für Wien gesichert erscheinen. Es ist auch eine Preisermäß!g!nng eingetreten; Kabolsau, Seelachs und Lengfische kosten jetzt 8300 bis 9500 K. pro Kilogra-mm. Auf den Grünwarenmärkten ist keine Aenterung zum Besieren eingetreten. Me Erzonger Verpichen, für i hneh'm teure Kipflerkartoffpln weitere Erhöhmdgen durchzuidrücken. Das Marktam-t hat jedoch einen Preis von höchstens 3600 K. pro Kilogramm gestat et' und erlaubt unter keinen Umftättden» vaß dieser Preis überschritten wird, da er ohnedies bereits ter Goldparität gleichkommt. Die Erzaus;er geben.sich jedoch mit diesem Erfolg nicht zufrieden und versuchen immer wieder Preiserhöhungen. ■_ Die MazzothversoWng. Zu unserer Notiz Mer „Gne neue Mazzo in Wien" schreibt uns Herr BäckeNncifter H. S t r u m. 2.. Dez., Rolensterngasie 11, daß die Ueberlasstmtz der für MindevömnittÄte erforderlichen MaWthrMUtitäten wwie die Beistellung von 6 Prozent der errougten Mazzo h für arme Juden ohne jedes Entgelt eine von der Wiener Kultusgememde sämtilichen Dda.M'Hbäckern in gileichMr Maße auferlegte Verps''>icbkrm>g darstellt, an deren Erfüllung bte Erker-- L ng der Bew'illjgnu>g zur Herstellung von Mazzo h geknüpft ist. Dieser Vevpflichtüng Mtvmen sämtliche Mazzochbäcker nach. Bühne md Kunst. Syemtbeater. Max v. Schillings ist heute einer ter wenigen repr^ sentativen deutschen Lperntkomponisten. Seine im Wag-m'r-StA wurzelnde „Jn-gwelte", seine komische Oper „Pseifcvtag" nnd^ sein „Moloch" silld über viele deutsche Bühnen gagangen, sein«, „Mona Lisa" hielt sich gar da unb dort längere Zeit Repertoire und so ist eS nur billig, daß sich Richard Strauß dieser Oper seines Berlnrcr AmtAollsgen erinnerte urtzd fönlich die Neueinstudierung besorgte. Es gibt kaum eine«, größeren Gegensatz als daS lächelüte Frmrenandlitz Moma^ Lisas auf d.m BiDe Leonardos und die — übrigens ganz rrn--.' historisch« — Heldin der Oper, die an Briudalitat ihrem Gatten/, dam rücksichtslosesten Re-naiffancsmenschen, eterMvtig ist. Erlockt den Liobhaiber seiner Gattin in die Falle e-mes fujf: verschlossenes Schrankes und zwingt ' sie, während ihr Lieb-, ster dort verröchelt, ihm gefügig zu sein, sie lockt ten ver->' haßwn Gatten in das gleiche Marterinstvlvnrent und rächt f»: ihren Liebhaber. Solche Brutalitäten niirmnt man bei Puccim! noch hin, sein mufikalifcher Atenn ist kraß gemig, um alleu- Schaucrn seiner ,^Toska" und seines .Mädchens aus temi goldenen Westen" dramatisches Laben einzutflößen. Bei S^^K°'^ lings, der in seiner ,Mona Lisa" nicht nur Wagner, sondern! auch Puccini manches abgelauscht hat, ist der Einfall .ppärlicher! und der vorn hme Musiker in ihm wehrt sich gegen die knallrote! Theatralik dieses Kinofusets, um ihr doch zu erliegen. Der; erste Akt dehnt sich und das Faschingstreiten nimmt m seiner. Lauheit die Aschermittwock'stimrmmg voraus, die Motidil des: Marterkastens erinnert an die Fo-lterszene aus ter '„Toska" und! an ihre Mordik. Allmählich wächst die dramatische Bewegung^ und die Szene zwischen ten Ehegatten wie auch die Berzweif-i lnng der Mona Lisa vm zweiten Akte packt durch echte dvamati-i sche Akzente. Im ganzen wird man neben dom GePüh! bei; widerlich Grauenvollen den Eindmck ter Länge nicht los, der! sich bei starker untsikalischer Potenz nicht einzustellen pflegt,! -und so dürfte sich das Merk auch in der Roueinstudievung nicht! lange im Spielplane dcr Wiener Oper!>alten. Frau Kappes, die vielseitige Künstlerin, die immer,: wenn es not tut, zur Stelle ist, sang die Heldin mit schönem/ dramatischem Ausdruck uwd fofmutfjte sich um ihr kompliziertes LiobeSlckben, vorzw^lich gestaltete Herr I erg er ten Miitb»' rünstlgen Ehemann, Herr Oestvig sang ten Liübhaber mit! edler Leidenschaftlichkeit, die kleineren Partien waren bei den Damen Flesch, Schöne und Bauer-Pilecka, bei den Herren Norbert, Maikl und GalloS durch-vegs in guter Obhut, prech'ig Mang das Orchester unter Richards S t r a u ß' souveräner Führung. Am Schluß konnte ter an--, wesende Komponist wiederholt für. ten lebhaften Beifall, danken. M La» Hakooh-Srcheßer. Die nicht geringe Zahl von Musikvereknigungen in Wien ist vor einigen Jahren um eine neue Vereinigung vermehrt: worden, welche die Liebe zur Musi! mit der Liebe zur jübH scheu Sache verbindet, das Orchester ter Hakoah. Dieser: Umstand hat ausgereicht, um die künstlerischen Leistungen dieses Orchesters weit über das Niveau von Amateurvereini-- gungen zu heben. Was hier an Kleinarbeit im Laufe vr»s knappen drei Jahren geleistet wurde, geht über das gewöhn-« liche Maß weit hinaus. Es ist leider Tatsache, daß die Juteq für gewisse Instrumente bisher nicht zu haben waren — wie viele jüdische Kontrafagottisten oder Trompeter gibt es in Wien? Daher war daS Orchester bei öffentlichen Veranstalürns gen gezwungen, außenstehende Musiker heranzuziehen, und de» größte Nebelstand bestand darin, tefy in den ersten beides 6

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