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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-14 · Heft 1467 (14.3.1923) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1467 (14.3.1923)
Date
1923-03-14
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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* Cette «_ Men, Mittwoch_ Bühne und Kunst. Hawrls „Mutter öorze". (DentscheS VollkSkheater.) Der Dichter echt« Bolksstück«, fähig, einen Abend der Rührung und reimn Freude zu spenden, über unfähig, dom Trust der Wiener Librettisten und Lustspielfabrikairten Kon- Zn»rrenz zu machen, geriet m Not. Da wird er endlich ausye» führt. Der arme, reiche Mann hat den Besuchern dieser ,Mchltätixjveitsvorstellung" eine willkommene Urderraschung bereitet. Er hat die wohltätigen Ersteh« von Theaterkarten königlich beschenkt. Die kamen ans ihre Rechnung. Nehmen ist seliger, Wwt gelben. * Dor Jühren sah ich aus einer Dorstadtbühne Rudolf Mvels .Mutter Sorge" vor einem ArbeiteupMikum spielen und erlebte die schölte Wirkung eiires BolLssdückes. In allen vier Akten hockt die graue, symbolische Gestalt der Frau Sovge aus der Egone und ihre dämonische Kraft, die Menschen des Stückes nielderZuhal-ten, lastete auch aus den Zuhörern wie ein Alpdruck. Ms aber die Mutier Sorge ihr grausames Spiel verlor, von dor Arbeitssreude urid Familtenkiebe, von dem geraden, nvntigen Sinn des Ehepaares.da droben aus den Brettern u-nd von einer kernigen, herzhaften Kinüxrschar in die Flucht gejagt wunde und sich grämlich davon drollte — attnote das Publikum befreit ans und klatschte jubelnd in die Hände. Es war kein MüMuß und keine hochdramatische Szene. Es war die Freude, daß die Familie Fohringer endlich die Sorge los ist.— Das nenne ich mir ein Volksstück. * Hawells „Mutter Sorge" gchövt trotz der sichtlichen An» lehmmg cm Ferdinand RaimuNd (er ist sein Schüler, nicht sein Nachahmer und die Figur der Mutter Sorge ist hundertmal wertvoller üls etwa das Männchen" ins Müllers „Vampyr") Zu den besten neueren Stücken dieser Gattung. Me kitschigen Sentimentalitäten sind von dom geschmackvollen Autor sorglich vermieden. Nicht einmal das Migate Paar, das stch kriegt, wird m Bewegung gesetzt. Die Gestalt des kleinen Mannes, der unter allen Widerwärtigkeiten aufrecht, unverdrossen und ehrlich bleibt, hat ein Dichter gesonnt. Und es gibt Szenen in der Mutter Sorge", die einem die Lippen beben machen, ohne daß man sich solcher Erschütterung schämen muß. Eine der ergreifendsten ist die ZwisZ>rach« des alben Fehvmger mit der Mutter Sor^ und seine Begrüßung deS Frühlings. Den Künstlern vom Deutschen VoAsthoater gelang .^tter Friedrich Rosenthals Leitung eine Musterausführung. Kornelius Kirschners alten Fehringer steht der bessere Thoatergast nur in verschwommenen Umrissen, dieweil die Augen feucht sind. Seine Schlichtheit und sein Lächeln unfo sein treuherziger Blick — diese Gestalt ohne Harmumfl> voll -Güte ist einfach bezwingend. Prachtvoll Oskar Sima, der Natürlichste Schauspieler, den Wien gegenwärtig besitzt; aus der Mhe Elisabeth Markus, Pauline Schweighoser, -Kachi Thaller, Lina Woiwode, Viktor Kutscher«, Felix K r o n e s. Der Dichter erhob sich ans seinen Krücken ln der Loge, verneigte sich mit glücklichem Lächeln und wer sich bedrückt suhlte,- daß man diesen Mann vergessen konnte, durste erleichtert aufatm'en, da er in ftin Antlitz sah: Ludwig Hawel kann die Mutter Sorge nich unterLriogen. O. A. Aus den Theater». Lurgtbeater: Morgen um 7 Uhr zu erhöhte» Preisen *2) er K aufmann von Venedig". Akademietheaterr Morgen »m halb 8 Uhr ,Die Lokalbahn". Volksoper: Heute „DerZigeunerbaron". Morgen i d a". Ralmund-Theater: Heute und morgen finden die letzten?wei Aufführungen des Schwanker „Der Herr Minister" mit Max Pallenbery statt. Freitag ist;b{c Uraufführung „De r Unsterbliche* von Hugo Hofmannsthal mit Max Pallenberg. Die für heute angesetzte Kindervorstellung «Hansel und Grete!" beginnt ausnahmsweise um halb 4 Uhr. Gerichtssaal. GeschSfte mit Bottsbrklkidlmksttare. Mit einer in das Jahr 1930 zurückreicheNdon Straffache hat stch seit gestern ein Schöffensenat nwter dom Vorsitz des Hosva.tes Dr. Dörr zu befaßen, vor dam der Kaufmann Edm. Steinhauer wegen Verbrechens der Preistreiberei durch K-etterhandsl und Mitschuld am Mißbrauch der Amtsgewalt, der eh.m<vlige Direktor der Hauptstelle für BolkKbeKeiidung Regierungsrat Hugo Frankfurter wegen Mißbrauches der Amtsgewalt und Mitschuld am Verbrechen der Preistreiberei augeklag: sind. Die von Staatsanwalt Hosvat Doiktor Wachsrnann vertretene Anklage bezichtigt Steinhauer, daß er im Jahre 1920 mit Text-Awaren Kettenhandel getrieben, wodurch öffentliche Jwtenffen besonders schwer gefährdet worden seien. Direktor Frankfurter habe ihm hierbei Vorschub geleistet und von Steiichcvuer Provisionen entgogeugenommen. In Steinhauers Geschäft wurde 1919 eine Wgatb.stelle Mr Vo-lksbekleidungsware errichtet und er sollt« die Schneide-r- Mnosssnschost mit Ware beli.sern. Anstatt dessen hat er die Ware im freien Handel an Wiede-rvevkäufer mit bvträchMchem Gewinn abgegciben, hauptsächlich an die Südbahn, -pater stellte er falsch« Fakturen mof den Namen der Firma Löw u. ^chn 'in Helenenthal aus und verkaufte die Maren zu höheren Preisen an die Hosärarverwalmng, a» die Heimkchretstelle _CBtenec Morgenrett««-._ und an den Kaufmann Max Werner. Direktor Frankfurter hat, wie stch aus fünf Bucheint ragungen ergab, über eine hNbbe Million Provision bezogen. Verteidiger für Steinhauer sind Dr. Stroßer und Dr. Lutz, für Frankfurter Dr. Harpner und Dr. Spiegln. | Der Angeklagte Steinhauer «klärte sich nichisthuldig und b.streitet, daß er BolksbetteidungSware im freien Handol, insbesondere an Max Wnner verkauft habe. Er verweist darauf, daß zwischen ihm und der Haup'stelle des DES- . beöleivtingSamleS ein Dcrtrog abgeschlossen wurde, wonach er die Ausgabe übernahm, in die Tscheche-Slowakei zu reisen, i und an Ort unt/Sell« die für das Amt eingekauften Waren zu überprüfen und sie zu ivb rnehmen. fer hatte auch Vollmacht, Aufträge zu stornieren, wenn die Ware für ungeeign«t erkannt wurde, oder die Ware int AnNand zu verkaufen. Als Provision wurden für eine Million Meter Stoff 1,26 Prozent und für weitere Geschäft« 2,35 Prozent Provisionen ausbedunDw. Dafür habe er eigen« Bücher fuhren, eigenes Personal halten und die ReiseauÄagen bestreiten müssen. Der Angeklagte übt an den Zuständen ' in der Hauptstelle dcs VolksbeckleidlnrgScmrtes sowie an dem Verhalten staatlicher Oraone Kritik, wird jedoch hierbei vom Vorsitzenden unterbrochen. Dorf.: Warum haben Sie die Lüw-Fakturen gesMscht? — Angekl.: Z» in'ernen und steuertechnischen Zwecken. Der Vorsitzende weist dem Angeklagten ein Geschäftsbuch vor, aus dessen Vignette außen das Wort „Provisionen" sicht. Aus die Frage, wozu dieses Buch diente, meinte der Angsklagte verlegen: „Das ist nur ein Schmievbuch für mtern-e Zwecke gewesen." Der zweite AngeKagt« Regievungsrat R. Frankfort er erklärte sich gleichfalls nicht schuldig. Er schildert seine geschäs -liche Tätigkeit. Er fand, wie er mittellt, Passiven von 25 Millionen' Kronen vor, die Buchhaltung war total verwahrlost. Der DngeKegt« betont nachdrücklich, daß er für seine Tätigkeit, die dem Bolksbeklekdungsamte nach kurzer Zeit einen G winn von 44 Millionen brachte, nie von irgendeiner Seite eine Vergütung oder Provision verlangt oder erhalten habe. Wieso er zu den Eintragungen in den Büchern SteinhaNcrs gekommen sei, könne er sich nicht enträtseln. Hieraus begann das Zsugenverhor. Der Kaufmann Metzl aus Graz, der einen Dries an di« Staatsanwaltschaft mit Beschimpfungen mH Angriffen gegen Reoievuugsrat Frankfurter gerichdri hatte, gab an, er fei im BPlkSbeKeidungsamt als Magazineur angestellt gewesen. Eines Tages habe ihm ein Arbeiter, dessen Vater gleichfalls im Volksbe- Neidungsamte tätig war, erzählt, daß ihm einmal Frankfurter aufgetragen habe, einen Pack mit Stoffen m sein« Privatwohnung zu tragen. Der Name des Arbeiters sei nicht bekannt. Der Anwalt Dr. S. Strauß, dessen Nom« im sogenannten Provisionsbuch gleichsallS mit emem Betrog verzeichnet war, gibt an, er habe den NngeNaglen Steinhauer in einem Prozeß vertreten mtd dafür einen Betrag echcckten, der gerade so hoch war, wie er in dem Buch mit seinem Ramm angeführt war. — Die Kanzlistin Mizzi Kaubek bestätigt die Angaben Strinhauers mit Bezug aus das ProvifiouSbuch. Steinhauer habe ihr einige Namen genannt und sie habe dann die Details nach ihrem eigenen Ermessen dagugeschrieben. Der ScktionSrat im BolkSbekleidungSamt Viktor Koblasser wird zuerst über die Art der Kontrolle m diosorn Amt befragt. Er gibt an,, es sei früher «me eigene Kontrollstelle errichtet gewesen, die aber aufgelaffen wurde, da die Geschäfte sehr nachließen. Die Kontrolle habe dann das Kriegswuche-r «nt übernommen. — Bors.: DaS Kriegswucheramt sagt aber, eS habe nur die Abgabestellen kontrolliert, um die Zuteikmg von Waren und andere Dinge sich nicht gekümmert. — Zeuge: Ich bin .erst später in das Amt versetzt worden und kann genaue Angaben darüber nicht machen. — Bors.: Waren die Mgabestellen berechtigt, Waren zum freihändigen Bevkaus zu bringen? — Zeuge: Rein, sie mußten di« Waren ÄS BoASbekleidunHSvarr doklarieren und zu den anaefetzten Preisen obgeben. — Vors.: Durfte Steinhauer nach seinem Nebcremkammen mit doM Amt« Waren freiwillig verkaufen? — Zeuge: Ich glaube nicht, mir ist davon nichts bebrnnt. Minffterialrot Dr. Adolf Biel-ka, der Leiter der Hauiptstell« des VolkSbekle'ibnngsamteS gewesen war, gibt «SensallS an» daß der Aivgeklogt« Steinhauer nicht brrechtigt gewesen sei. Waren fteihändig zu verkaufen. Die BrrhaMung wird heute fortgesetzt. Lie Snttasimg nMdenlsckrr Beamten. Der BevwaltungSgerichtShof hat in einer gestern gefällten Eiischeidung das Recht der Regierung zur Entlassung von Beamten nichtdeutscher BoMzugchörigseit anerkarmt. Der Kanzleioffizial Peter B o n d r a k in Maxglan, der zuerst^ in Wien, dann in Salzburg tätig war, wurde vom Staatsdienste enthoben, weil er nicht der deutschen Nation abgehört, sondern von tschechischen Eltern aus Mährm abstamme. Gegen diese Verfügung der Finanzlandesdirektion Salzburg brachte Bondrak eir« Vorstellung beim BundeSmmisterium für Finanzein ein, in welcher er auf seine vbeljährige Tätigkeit als österreichischer Staatsbeamter sowie darauf hinwies, daß er durch Ablegung des GelobniffeS für die Republik Deutschösterreich sich das Recht zur Weiterbelaffung im Staatsdienste erworben habe. Nachträglich sei allerdings diese Ai gelobung für nichl'g erklärt worden, zu einer solchen Maßnahme fchle jedoch die geftyliche Voraussetzung. > Das Finanzministerium gab dieser Vorstellung keine Folge In Ui giß-1 d:es« Enscheidung an den Bervaltüngsgerichtshof eingebc» chtcn Beschwerde wurde bei der gestrigen Verhandlung vom Beschwerdevertreter Dr. Ramek^ geltend gemacht, durch den seinerzeitigen Staatsratsbeschluß,' der von dem damaligen Staatsnotar Dr. Sylvester publiziert wurde, habe der Staat die Uebernahme der k. k. Beamten bedingungsweise ongeordnet, wen sie das Gelöbnis leisten. Der Staat.sei also bereit geweser.-, alle bisherigen Beamten «» übernehmen, und es bedeut« einen Verstoß gegen _14. März 1928 __Nr. 146t __ Treue und Glauben, nachträglich ein solches Gelöbnis für nichtig zu erklären. Vondrak sei schon vor dem Kriege nach, Salzburg zuständig gewesen und. habe sein ganzes Leben in Oesterreich i« deutschen Landet., zugebracht. Alle Ministerien seien voll von solchen germanisier ten Beamten (Dr. Ramek sellist war Minister). Der Reginevungsvertreter Sektipnsrat Dr. Richter erwiderte, es ft-i von jeher Gmnd«. fatz gewesen, daß zur Schaffung eines Staatsdienstverhältnisses eine Anfnahmswerbung und eine schriftliche Entscheidung über dieselbe gefordert werde. Dieser Grutdsatz sei auch in der Dienstpragmatik ausgenommen worden. Daraus gehe hervor» daß ein einseitiges Gelöbnis noch keine verbiMiche Bedeutung habe, sondern eine schriftliche Genehmiguitg notwendig sei. Der gleiche Borgar«g werde von den Nachbarstaaten, so insbesondere von der tschechSschon, jttgoslawischen und italienischen Regierung beobachtet. Letztere habe all« dsutschen Bmmten in Bozen und. Meran erst «ach Jahren entlasten und erklärt, auf ihre Dienste nicht weiter zu reflektieren. Oesterreich habe sich noch am entg-.grnkommendsten benommen. Die römische Kor «ferenz habe leider keine Lösung in dieser Frage gebracht, eine solche sei durch eine Konferenz der Nachfolgestaaten in Wien in Aussicht genommen. Der DerrvattungSgerichtshof (Vorsitzender Senatspräsident Hock) erkannt« aus A b w e i s u « g der Beschwerde. f -- tos Betteln ans der ifrrrtiMjen AbW»«» des sentralfrieshofer. Die 58'ährige Marie R i e S l hatte sich wegen Betteln) ant Zerüvalfriedhofe beim Tor 4 (israelitische Abteilung) vor dem Bezirksgerichte Favoriten (Latdcsgerichtsrat Dr. S ch a ndorfer) zu verantworten. Sie wurde von inem Wachmann arretiert, weil sie angeblich „in anzüglicher Weise" an die Friedshossbesucher herangr vcten sei. Die Angeklagte gab an, sie habe nicht gebettelt, sie sei ruhig gestanden und' habe das Leichrnbegängnis mitangesehen, es war das einer Bekannten ihres Marmes. Bei den Leichenbegägnissen der Glaubensgenossen -brauche man nicht zu betteln. Die Armen werden auch „s o" beschenkt, das sei so Gebrauch. Der Richter verurteilte die Frau auf Gmnd des Beweisverfahrcns zu drei Tagen Arrests. Die Verurteilte nahm die Strafe ar», bat aber um. einen Strafaufschub, da sie drei Kinder habe. Richter: Me alt! sind die Kinder? Angekl.: 22, 21 und 17 Jahre. Richter: Die können stch doch drei Tage ohne Sie behelfen? Angekl.: Nein, Herr Richter, ich führe ihnen die Wirtschaft, koche für sie und muß erst einen Ersatz für die drei Tage finden. Bis ich diesen gesunden babe, datat komme ich, dann habe ich Zeit. Der Richiev! gewährte der Frau sechs Wochen Strafaufschub. Erst Kommunist, dann Chriftlichnationale^ Di« Leichtfertigkeit, mit weilcher die ungarische Ragierun-gs die Kominmnist'envevfolyung betreibt, wurde vorgestern, wie uns! aus Budapest berichtet wird, durch eine tragikgmiische Gpisclde. bei einer M>lli'tLrgerich«:svevhatLitiung drastisch illustriert. Der. OberLoulnant Jtt'ef Z s a k, heute ein Günstling des christlichnationalen Kurses, stand zur Zeit der Prvletvrierherrschaft in Diensten der Roten Wache. In der Nacht der GagenrevMtion. am 24. Juni 1919, kmmmtll.dierte er eine rote Patrouille imö; fahndete nach Gsgenrevolulionären. Es gölan>g ihm, vier Gegenrevolu-ttonäve zu verhaften, die er mitzlhaindeil e, sie „Hunde, Mörder der Prole1arierdikta.tur!" schimpfte und dor den RcvM.tionSgerich'tShos stellen Keß. Nach dem Sturz der Räteregierung erhob die Milttäranwal schaff gegen Zsak feie Anklage wogen öffentlicher Gewalttätigjkeit. Zsaik tat nun dasselbe, was viele seiner Gleichgesinnten tnten. Er ssgol'e vom ^nnnvunismus rm christlichnaltonäben Strom zu den Erwachs»-, den Ungarn hinüber. Während seine Güsinmtngszenosten, bi«, denseilben Weg wandcilten, voit den Gerichten un>bchell>igtj Mieden, scheint der Mlitävgerichlshof über die WvnVÄmg ZsakSj kein Aviso «halten zu halben, dem« die Bechanvlnng in diüser! Angelegenheit war Kr Samstag den 1V. d. oMermmtt. Dcrj Borfitzende des Mlffärgerichtes teilt« nach Eröffnung der Ber.> Handlung mit, daß der AngÄlagte trotz vorschriftsmäßiger Dor-j Ladung nicht erschienen fei. Der Verteidiger des Angeklagte»! klär « dies zur allgomeinon Verblüffung damit ans, daß er darum angssncht habe, daß dom Angoklagten, der bei der unga»! rischen Gsfandtschaff in Rom die Stelle eines Pr esse referenten bvkleidot, gestattet werde, zur Verhandlung zu tx* scheinen. Das Ministerium des Aenßern habe jedoch in dieser, Richtung nichts verfügt. Jnsalgcdesten mußt« di« Vor-. haMnng auf unbestimmte Zeit vertagt werden. Zvan tzeitar darf nicht verurteUt werde«. AuS Budapest wird uns berichtet: Großes Auffehen er», regte zu Neujahr eine Bede des Ivan Hejjas in einer Der-, samMung der Erwachenden Ungarn, in welcher er erklärte, daß numnchr di« Zeit des aktiven Eingreifens gegen die inneren und äußeren Feinde Ungarns gekommen sei und daß er mm« mchr, wenn die Ak ion in Angriff genommen werden wird, als »Mengender Mitzstrahl" Ungarns fein« Knappen zum Kampfes fuhren werde. Diese Rede hat damals auch in den Nachsoll, staaten lebhafte Unruhe hervorgerotstn, der diplomatische Seismagraph molbete aus de» Hauptstädten der Nachbarländer starke; Erragttng, so daß die Slvotsanwailffchoff sich ge^vungen sah»> gogen Ivan Hejjas We offen liche Anklage Weyen Ruhestörung i zu erhöben. Jeder wußte, daß diese Anklage mir ein Schein-! Manöver war, und in der Tat hat das Strafgericht Hejjas von! der gegen ihn erhobenen Anklage freigesprochen. Di«! Staatsanwailschaff nmßte no>tgsdru.nge« der Form genügen, , und meide e gegen den Freispruch die Beruftvng an. Nunmehr! hat auch der Appellü-onat das orstgevichtliche Urteil bestä tigt.> Di« Erwachenden Ungarn jubeln, denn durch dieses gleich-! kmtVNid« Verdikt wird den Ungarn verWndet, daß der „stn-j genlde VlitzstrM" Ivan Hejjas im Lande Horihys noch immer als unantastbar gilt, und für jedes Verbrechen von vornherein! ^traiffreihett genießt

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