Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 5 (1923)
- Issue
- Heft 1464 (11.3.1923)
- Date
- 1923-03-11
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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\ Men, So nntag kmt allen modernen Jchtvirnve-nlen austzsstat-tctes Röntgen» zimmer, ein Laboratoir ium rmd ein Ambula-. tor«ialrn, knrz, wir boftniden «uns in ei nein Spitals-betvieh, der «in hohem Maß«e allen ArGordeVunyen der moldermen Hygiiene entbricht. Gegenwärtig weist das Sp-itvil einen Kranken stund von 75 Personen ans; es find Wachleute und ihre Angdhöriymr, die von sechs AerMr betveirt tverden. Und wenn man mit chnen spricht, jeder einzelne gedenkt dankbaren Herzens der. Pflege, die ihm hier zrrteA wird. Pei-Mch rein sind die Betten und Möbel, sPtHgeMank glänzen die Gänze des Spltales. Man fühlt cs unwillkürlich, daß hier die Tendenz vorherrscht, Mensch>m, die ehren so schwierigen Dienst zu verwichten haben wie unser wackeres .Sicherheitslkorps, nur das Beste zu bieten. Von keiner Tippe cm!a'bsälliges Wort, nur Aeüißevungen des innigsten Dankes. Aber »es -gibt dort doch ein Kuirlvsum, das ist das W o ch/nz«i mmer!mit se-men Nedonrä-umen, in welchem bereits 81 Kinder zur!Welt.gekommen sind, das aber trotz seiner hervorragenden und , vorbildlichen Einrichtungen nicht benützt wird, weil man keine Hebammen hat mtd nach dem Aibibangesetz keine 'ausgenommen werden dürfen. Und die Aerzte sind i wöhl in «der Lage, bei einer Entdindamg zu interverviewn, aber . von ihnen die oft tagelang Fürsorge einer Wehmutter Zn der-, «'langen, ist unmöglich. Es geht doch nichts über einen' Er»!sparmngZlommissär, dem es allein. Zu danken ist,, tomit die schönen Boderömne und ebenso .schönen Wiegen unbenutzt Merken müssen. Aber auch ihnen wird eines Dages wieder eine siänZeirde Mserstehung belschiedeu sein. Herr Schober darf stolz aus seine Schöpfung fern, was fi* sahen, war kein Potemkinsches Dorf. MtteUMFW KW dem Publikum. Spezial- Mindermoden- MerkMtte Grete Neubert» t., Fleisckmsrkt 17 Eriia Blank Leo Wenig Verlobte ■ Wien, im März 1923 Hella Springer Richard Henner Vettöbfe . B1 \; Wien, im Marz 1923 . \ J. Feine Wohnungseinrichtungen. 619 ieo.?ll., SiebeDitengase 1—3 (Ecke Karl Schweighofergasse TEPPICHHAUS DRflCH & Co. VI«, M arlahllferstrafte 79 iss Stets größtes Lager in Teppichen, Vorhängen, Tischdecken, Bettvorlegern sowie echte Knüpf- und Smyrna-Teppiche LÄrezrrrer-.Wen-imd Telephon 69-1-23 pV^KÖ DTl^^ Telephon 69-1-23 Knisbacher & Windsettauer, Wie ■ -mrr -^sm Export nach allen Staaten Die Legitimationen für die diesjährige Frühjahrsmesse,«Welche" in den Tagen vom 11. bis 18. März 1923 In Prag stattfindet, können sowohl hei der Vertretung der Prager Mustermesse sowie hei der tschecfao-slow. Handelskammer, Wien, I., Herrengasse 42 (Zivnbhanka), als auch im Verkebfsbtfro Schenker & Co., Wien, I,; Schöttenriäg 18, u. im tschechoslow. Verkehrsbüro, Wien, VaL, Museumstrasise 1 (Messe palast), gegen ein Entgelt von Kc 10.000 und Stempelgebühr Kc 1 gelöst werderi. Mit der Legitimation ist eine Ermassigung von 33% auf allen tschecho-slöw. Staats? und Privatbahnen sowie} 75% der Gebühr für .das Einreisevisum Verbunden. — lm tschecho-slow. Verkehrsbüro wird der Reisende vollständig abgefertigt, d. h. mit ^Visuiy) und direkter < Fahrkarte vei Alm äSfettet Morgen zeitung. .'11^'Mach 1928 Nr. im empfiehlt sich für die Erzeugung von Modellen in Mänteln, franz. u. engl. Lleidern..Lleider u. Mäntel für Mädchen^ dis zu 14 Jahren jowie Anzüge für Lunden bis zu 5 Jahren ' in solidester Ausführung zu den reellsten Preisen 254 ssdssuchksi' äehsisoiae Sipümpfe HasidsscÜBptse' ADOLF TARIER, Wien, l., Kolilmessergasse 6 Jenlrale: 8 Bezirk, Lerchenfelöersiratze 54-38 191 Filiale: 2. Bezirk, Obere Donaustratze 81, (Sei Augartenbrücke) Kultusu.iustiztaiare u. 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Seit germrmer Zeit schon lausen von den westlichen Bundesländern Klagen über die Schwierigkeiten ein, bis man den österreichischen BwndeMrrgern bei der - Einreise nach Deutschland bereitet. Aber ä-uch die Vorgänge an dev deutschen Paßstelle in Men haben, wie die Korrespondenz Herwei von parlamentarischer Seite -erfährt/ -wredscholt zu lebhrsitett Erörterungen Anlgß gegeben. fSM chm verlaute^ soll es zu einer Aktion beim 'Minister des Achrßern kommen, und zwar in deur Sinne, daß.die Regierung Sxn. österreichischen Gesandten in Berlin vevcurlaßt, Leim Staatsmmi-> sterimn des Äeußern wegen der Behandlung der österreichischer Staatsangehörigen bei den deutschen Paßstellen, namentlich aber bei -dev Paßstelle in Wien, Beschwerde zu führen. Während einerseits auf Grund bestimmter Empfehlungen Paßdisa sofort erteilt werden, wird andererseits in wichtigen Mlen, dort, wo kerne Empfehlungen vorliegtzn, die Einreisebewilligung nach Deutschland trotz Nachweises der Dringlichkeit der Reise verweigert. Eine weitere Beschwerde betrifft die Ausweisung von drei (arischen!) Deutschösterrsichern, die ander Akademie für bildende Künste in München -studierten. Diese drei Studenten, gebürtige Oberösterreicher, erhielten vor kurzem einen Ukas zugestellt, worin ihnen mitgeteilt wurde, daß das ^Lyrische Unterrichtsministerium ihnen die GenehnngMg ihrer Ausnahme in die Akademie versagt. Weiters hieß es rü dem amtlichen Schriftstück, daß sie die' begonnenen Studien sofort emzustellen «haben und jegliche semeve Be- Migung in der Akademie unterlassen müssen. Hiervowkönne auch dann nichts geändert werden, wenn angefangene Arbeiten zu vollenden wären. Mt diesem Bescheide ivar gleichzeitig die polizeiliche Ausweisung verbunden. Diese Maßnahme, die Mt Platzmangel.begründet wurde, «hat um so mehr befremdet, als die zahlreich an der Münchner Akademie studierenden Engländer von einer solchen Ausweisung verschont «blieben. Air AWre der Wiener M«MerEa»l. - Die bisherige Amtshandlung hat ergeben, daß die Wiener Kommerzialbank durch die GeschLftsgebatung ihrer Filiale in der Vorlaufstraße einen Schaden in der Höhe, von ungeffähr. . zw'e-ieiinhalb- - MiLliarden erlitten hat. Für die Führung der, Geschäfte dieser Filiale warenzur kritischen Zeit Willibald Hub r ich als Vorstand und' Heinrich P olla? als sein Stellvertreter verantwortlich. Die' Schädigung der Bank ist darauf zurückzu führen, daß leichtfertigetweise Kredite für Valutentransaktionen gewährt wor- .den sind,/und die beiden BankftmktioNäre versucht haben, die dadurch erwachsenen Verluste' —7 dhne Verständi'güng der' . Hauptleitung—, durch neüerlicheäußerst gewagte - Valüten- 'gefchäfie. gützumachem Hubrich, der seiner Verfehlungen - geständig ist und den Schaven bis an die äußerste Grenze seiner- 'Leistungsfähigkeit gutgemacht hat, wurde ans freien Fuß gesetzt, während über P o l l ak, der in seinen ersten Aussagen zurückhaltend war, die ordentlichei ll n t e r s u ch u n g s h a.f t wegen Flucht- und Verabredungsgefahr verhängt wurde. - Die Erhebungen werden auch.auf auffallend große Nachlässe, welche bei Abschluß von Vergleichen ge- U. /<! Währt worden sind, ausgedehnt werden. Auch mit'der Art der Bilanzausstellün'g wirb sich'die Untersiichmig befassen. Das vor»! läusig nur oberflächlich gesichtete Material w!«vd nuümchr vo«^ Sachverständigen bearbeitet. Das. Ergebnis wird seinerzeit der! Staatsanwaltschaft, mit der das. Einvernehmen gepflogen - wor-1 den ist, übeMittett werden. ' -/ Der 8«geMchreck (Zur Frage der MaturltLtsprüstmW - Von Profesior A. F. .' Die drei Wiener Mittelschullehrervereine haben vor kurzer Zeit Beratungen über die Neuordnung ber Reifeprüfung abgehalten, denen «der Entschluß entsprang, unter der Lehrerschaft eine allgemeine Abstimmuiig über diese Frage zu veran- stalten, deren Ergebnis der Unterrichtsbehörde durch den Ar-! beitsausschuß der Lehrerkammer als Antrag unterbreitet! werden soll. Von der Lehrerschaft der Wiener Mittelschülen -Hat' sich die überwiegende Mehrheit an der Abstimmung beteiligt! und mit großer.Majorität wurde der erste der drei vorliegen-! den Vorschläge angenommen, welcher im wesentlichen ein! Projekt darstellt, dessen Durchführung die vor Jahren be-!- siandenen Maturavorschriften wieder ins Leben rufen würde.! Der Vorschlag sieht nämlich neben der Beibehaltung der gegen»! wärst gen schriftlichen Prüfung aus Deutsch, Mathematik.« und zwei Fremdsprachen, in der Realschule auch noch aus dar-! stellender Geometrie, die Wied er eins ührüng, einer fü?! alle Schüler verbindlichen mündlichen Prüfung aus der! deutschen, einer Fremdsprache (nach der Wahl des! Schülers), Geographie, Geschichte und Physik vor.! Die Standesvertretung der Wiener Mittelschullehrer-.! schüft stellt eine genaue Darlegung der Mottve in Aussicht,! welche zu jenem Beschlüsse geführt haben; die Elternschaft aber,! welche an jener Frage lebhaft interessiert ist —7 und das In-! teresse weitester Bevölkerungsschichten an Erzichungsfragen zu! wecktzn, müßte eine der dringensten Aufgaben einer kulturell! interessierten Gegenwart sein — wird wenig Lusthaben, sich! ruhig und gedankenlos zu bescheiden, bis an einem her weiteren! Oeffentlichkeit kaum zugänglichen Orte die Lchrerschaft jenes! ihr Votum begründet hat. Die in Frage stehende Absttmmung macht beinahe den! Eindruck, als könnte das Gros, unserer, beamteten Jugend»! bildner der Pritsche nicht entraten; denn es unterliegt keinemi Zweifel, daß die Angst vor der Matura das hauptsächlichste Schreckmittel ist, das gegen eine rebellierende oder ihre Psiich-j ten zu leicht nehmende Jugend in Anwendung gebracht zu! werden pflegte. Unseren Jungen soll nun einmal die Angst»! pfychose erhalten bleiben, die noch den Hösiat aus gelegentlichen! Traumen schreckt und die Lust an ungehemmter Jugendlichkeit! soll durch die Furcht vor der schriftlichen „mathematischen"! oder der^ mündlichen Geschichtsprnfung rechtzeitig. gedämpft! werden. -■ /"';!,/-'W . ' ,! Man muß ruhig zugeben, daß die Arbeit des Lehrers« von heute, durch die ungesunden VerMtnisse der Gegenwart,,' die in der Schule ihr getreues Widerspiel finden, überaus er-! schwert wird:' jahrelange Unterernährthett der Jugend, der! Kampf der Mttelstandsklassen um die Primitiv primären! Notwendigkeiten des' Mtags, das Schwinden gesellschaftlicher! und wirtschaftlicher Solidität, der gesteigerte soziale Neid und dasverlockende und. zugleich depresiionierende Beispiel plötzlichen! Ausistegs unter die jungen Reichen, nicht zuletzt die degenerierte; Vergnügungssucht einer hysterisch gewordenen Menschheit —! all das erstreckt seine schädlichen Ernflüfle auf das Schulgetriebe- und das nicht mehr neue Wort von den „geheimen Mit-! erziehern" der Jugend mag heute in hundertfach verstärktem« Maße gelten. Aber alle diese Umstande machen noch immer nicht er ', klärlich, welches Heilmittel die Wiedereinführung der Matura! bedeuten soll, der überslüsiigsten aller Prüfungen, die nur danns einen Sinn haben kann, wenn man sie als eine Gelegenheit! zur Kontrolle der ^Lehrer ansieht, welche sich auf dem Kücken! der Schüler vollzieht. Die Forderung der Lehrerschaft nach WiedereinführMg der Matura könnte man, wenn man Loshast! sein will, beinahe für eine Bankrotterklärung ihrer Methodeiij halten; denn man vermag nicht zu begreifen, daß eine Schluß-j Prüfung nach sieben oder acht Jahren ständiger Berührung! mit dem Lehrer notwendig sein soll, um die. geistige Reife des! Schülers erst zu beglaubigen. Was unserer Schule nottüt, ist eine entschlossene und. durchgreifende Aenderung ihrer Systeme, die sich die Errungenschaft der Zeit zu eigen macht. Die letzte sogenannte Mittelschulreform aus der monarchistischen Aera war ein zaghafter unzulänglicher Versuch, der völlig stecken geblieben ist, und Noch kann man sich täglich überzeugen, daß Schablone und „Schimmel" herrscht-, wo lebendigstes Leben sein entscheidendes Wort!! sprechen müßte, und in der. Sprechstunde des Fachlehrers er-i ^sährt man als Grund der letzten/Mißerfolge des Kandidaten,! dieser habe am 23. Jänuer ein mathematisches Beispiel, schlecht! gerechnet oder am 17. Dezember eine Reihe von griechischen! Vokabeln nicht gekannt. Noch immer stehen zeitweilige „Prn-i fungeü" an der Stelle einer ständigen Zusammenarbeit und!; noch immer grassiert der. Kathederdragoner mehr als es er-!! wünscht , wäre; noch immer fehlt unserer Schule der Sinn für! das wahre Wesen der Jugendlichkeit, das Verständnis, für« Pubertätskrisen; jugendliche Nervosität und. psychische Fehl- > leistungen".,Erzieher, Jugendfreunde braucht die heutige In-!! gend mehr' als irgendeine, ein inniges Zusammenleben von! Schüler und Lehrer, das den sorgsam gehüteten Antoritäts-«! glauben, endlich ablösen soll. Erziehung zu wahrem Ernst, 511} strenger Pflichterfüllung wird' eure Schule bester zu ‘ besorgen! vMrögen§ die aufgehört haben wirh, sich an dem Ideal der! Kaserne zuorientieren.' Ern derartsges System wird es aber«! auch leichter Haben, zum« Studium untaugliche Elemente recht»! immer in hochfeinen Stoffresten für Anzüge, Modehosen, Kleider und Kostüme Kann & Fried &iok!Ä