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Wiener Morgenzeitung · 1923-03-11 · Heft 1464 (11.3.1923) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
5 (1923)
Issue
Heft 1464 (11.3.1923)
Date
1923-03-11
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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«7C& & Men, Gomckltz ÄÜ^ONED SROK^ÜKtCilttttfi* 1% MLvz 1988 Nr. UH dieser Art in Tel-Awrw. Zahlreiche andere Bauten sind in Eisenbeton ausgefi'chrt nach Entwürfen des Architekten Josef Tischler. Ueber ein BiertÄ der insgesamt 168 Parzellen sind bereits Lebmrt. Ein noch größerer Teil folgt hochstwvihrschvmlich in her kommenden Bauscvison. Inter» esicmt ist es, itojj der erste Laden, der eröffnet wurde, nicht ewE Warenhcmdel, sondern einer. Filiale der Verlagsbuchhaudlung „Tarbuch" dient. In dieser Woche stuch auch der Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für das ebenfalls 160.Parzellen umfassende neue Handelsviertel in Jerusalem seinen Abschkrß, desten Bau mm unmittelbar in Angriff genommen werden soll. Von den eingegangenen.Wettbewerbsentwüvfen gelangte nur einer zur Prämiierung, und dieser I soll auch der Msführung zugrunde gelegt werden. Der Entwurf ist eine gemeinsame Arbeit Alexander Levhs und des Ingenieurs der P. L. D. C. NaHum Paper. Der Entwurf ist technisch außerordentlich.interessant. Das 15.500 Quadratmeter große, äußerst wertvolle Grundstück liegt bis zu 10 Meter tiefer als Vre umgebenden Straßenzüge. Die Verfasser des preisgekrönten Entwurfes haben nun diese ganze Senkung in Höhe der umliegenden Straßen mit einer großen EisenbetonpKrtte, gsteichsanc wie mit einem Deckel, bedeckt, und so em vollkommen ebenes Bantervain geschaffen,- während der Hohlraunr rmterhalb dieser Abdeckung für große Kellereien und Magazine und „unterirdische" Straßm überaus vorteilhast ausgenützt wird. Große Lichtöffnungen w der Betonplatte erhellen diese unterirdische Welt. Diese vorzügliche Ausnützung macht den ganzen Bau erst. rentabel, beim der Boden kostet stellenweise bis zu 5 Pfund und mehr pro Quadratmeter. Wahrhaft grotzftädÄsche Preise und ein wahrhaft großstädtischer Baut Der Plan liegt jetzt der Regierung zur Bestätigung, vor. Auch Haifa rüstet sich zum Bau eines Handelsoiertels. Es ist zwischen Meer, Eisenbahn, und Hauptstraße gelegen und umfaßt etwa 10.000 Quadratmeter. Der hierfür ausgeschriebene Wettbewerb läuft am 15. April ab. Aue Meteorologische Station in rel-Bwiw. , Wie uns aus Jerusalem berichtet wird, hat der bekannte Wiener Zionist, Fabrikant Johann Kr emeneck y, die erforderlichen Instrumente und Apparate für die Einrichtung einer meteorologischen Station in Tel-Awiw der Stadtgemeinde zur Verfügung gestellt. sDrese erste meteorologische Station in PMfttna hat Ende Dezember ihre Funktion ausgenommen und seit dem 84, Jänner dieses Jahres gibt der Gemeinderat von Tel- . ßlwiw täglich die Ergebniste der Beobachtungen der meteorologischen Anstalt in Form von Dagesbulletins aus, welche sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Touristen von Bedeutung sind und von diesen mit großem Interesse , ausgenommen 'werden. Vom Czernowitzer Palästina-Amt wird uns mrtge- Zionistische B esirkss ekt ion Xl£>ZV. Wien, XV. Heri>lotzgasse'21 , .Jüdiscjhes Yereinöhatis Dienstag den t3,M8n dsM punkt VsS Uhr pbds., im yerfiinskauisaal XV., Herklotzgasee 21 /!., 7to6 des Herrn Ludwig Batö: Pie Wanderungen der Juden. Nachher: Rezitation — Desang— Musik. Voranzeige: Dienstag,,27. März 1923, Vs8Uhr abends: ..s=r~ — BBALBK-FE3ER - RUNTER ABEND. technÄer, 4 Slnstveicher, 2 Seffensieder, 1 Baumeister, 1 Ingenieur, 1 Klempner, 1 Schuster, 1 Müller, 3 Landarbeiter, 4 Arbeiter; der Rest ohne Beruf. Unter den Angeführten befindet sich auch die 16. rumänische Kwuzcch, bestehend aüs 18 Personen. Die Emigranten sind am 5. i. mit dem Schiff ,Ducurestt" nach Palästina abgereist. Am 27. Februar ist ein Transport von* 101 jüdischen E m igranten aus Polen in Nepolokoutz" erngetroffen, am 1. d. ein zweiter Transport von 153 E m igranten. Die Transporte wurden von Beamten des .Czernowitzer Palästina-Amtes in Nepolokoutz übernommen und nach Galatz geleitet, von wo sie mit dem Schiff „Bucuresü" am 5. d. nach Palästina reisten. bis 28. März erteilt wurden, für 106 Personen (verheiratete und unverheiratete), die Bisa nach PalaskM beschafft Nmrden. Diese Wanderer verteilen sich auf folgerte * Berufe: 19 Tischler, 7 Schlosser, 6 Schneider, 3 Elektro- SozikDemokrattsche LSKnütio« im Srutfche» Reichstag. Berlin, 10.!März. <Tel.-Komp.) Das während der gestrigen Reichstagsverhandlungen Plötzlich erfolgte Eintreten der Sozialdemokraten in die Obstruktion wird in politischen Kreisen lebhaft besprochen. Zurzeit finden Verhandlungen statt, um dieso scharf zum Ausdruck gekommenen Gegensätze bei der Verabschiedung der Novelle, betreffend die Berücksichtigung der Geldentwertung in den Steuergesetzen zu Überdrücken. Angesichts der Haltung der Sozialdemokraten und der Deutschnationalen, die zu einem Aussetzen der Verhandlungen führte, hofft man zu einem günstigen Ergebnis zu gelangen. Namentlich auf demokratischer Seite bemüht man sich um eine Einigung, dü man meint, daß eine Steuergesetzgebung, die in einer Kampfstellung gegen die Sozialdemokratie entstehe, in diesem Augenblick infolge der außen- und innerpolitischen Spannung unmöglich sei. (Die Msache' der-Obstruktion war die Veröffentlichung einer ,Regierungsevklänmg gegen die Lohnerhöhungen.) " ( Sie deutschen AWoUesemWe«. Paris, . 10. März. (Tel.^Komp.) Die Reparät jo nsfomm iss ion hat Hestern diedeutschen St i ck-> stofflieferungen bis ztzm 30. April 1923 festgelegt. Dentschland, soll bis zu diesem Zeitpunkte den Franzosen 20.000 Tonnen Stickstoff in der Form, von 10.000 Tonne» Schwefelsäure und 10.000 Tonnen Ammoniak liefern, an Italien 12.000, bezichungsweise 6000 Tonnen, an Belgien . 10.000, beziehungsweise 5Ö0Ö Tonnen. v . auch zu den Wissenschaften und muß sich zumindest wissenschaftlich formulierbare Aufgaben stellen und diese nach wissenschaftlichen Methoden zu lösen suchen. In der Verordnung der österreichischen Regierung fehlt sowohl die erste wie auch die zweite Voraussetzung. Schon daß die Feststellung der Rasse dem einzelnen überlasten blieb, macht alle auf die Raffe be- ^glichen Erhebungen absolut wertlos. Jedermann weiß, welche Sprache er spricht, zu welcher Religion er sich bekennt, aber seine Räste kann doch nur durch anthropologische Methoden sestgestellt werden, die eine besondere Technik erfordern. Nicht einmal die Haarbeschaffenheit oder die Hautfarbe lasten.sich ohne solche Methoden, genau bestimmen; die erstere läßt sich nur durch mikroskopische Querschnitte genau fest-', stellen, die letztere nur durch Auflegen nach bestimmten Farbenflalen angefertigter Farbenbänder aus die Haut, .durch deren genaue Uebereinstirnmrmg erst die Hautfarbe ermittelt , werden kann. Die Schwierigkeiten häufen sich immer mehr, je gewissenhafter man es mit der Beantwortung nehmen will, und es wäre wohl notwendig gewesen, Herrn Vizekanzler "Frank um ganz bestimmte Weisungen anzugehen, wie diese Schwierigkeiten zu beheben sind. Man darf voraussetzen/ daß er so weit Mann genug ist, und zwar nur Mann ohne jedes weitere Epitheton, daß er für seine Verordnungen einzustchen bereit ist und daß eralle Schwierigkeiten, die ihrer Tnichsührharkeit im Wege stehen, restlos beseiligen wird, das heißt, daß er alle Probleme, bic' sich auf Rasse und Raffenmerkmale beziehen, und seit Jahrhunderten die größten Denker und Naturforscher beschäftigen, auf eine gegebene Einladung lösen wird. Des lebhaftesten Interesses der ganzen wissenschaftlichen Welt, besonders' aller anthropologischen Gesellschaften, und v ihrer aufrichtigen Dankbarkeit darf er sicher' sein. Durch Ablehnung einer solchen Einladung liefe er aber Gefahr, sich für alle Zeiten lächerlich zu machen. Die wissenschaftliche Welt hätte gewiß .ein ganz besonderes Interesse,, daraus zu , erfahren, wie in dem. österreichischen Völkergewirre der "Nachweis einer einheitlichen Rasse gelingt: Hier, wo deutsche und slawische Elemente sich mischten, womongolische Einschläge — man denke nur an Magyaren und Bulgaren -7 sehr häufig und auch italienische und andere romanische Einflüsse sicher nachweisbar sind, gehört es zu den schwierigsten wissenschaftlichen Problemen, eine germanische oder auch nur deutsche-'Raste feftzu stellen. Dieses Problem wird um so interessanter als ttr den romanischen Völkern, die,aus die Mischung von Einfluß-Waren, auch Volksel^mente aufgegangen sind, die afrikanischen Ursprunges waren. Unsere Christlichsozialen seien nur an den heiligen Augustinus erinnert, der ans Nuniidien stammte. und einen Teil seines Lebens in Rom und in Mailand verbrachte. Wir Juden selbst sind weit davon entfernt, die Schwierigkeiten der Feststellung der Rastenzugehörigkeit jedes einzelnen zu unterschätzen. Wir sehen ein, daß es eine Selbsttäuschrmg, ein Selbstbetrug ist, die Schwierigkeiten umgehen zu wollen, indem man sich, auf Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshofes beruft. Kein Gerichtshof vermag über eine naturwissenschaftliche Frage zu entscheiden, und es bleibe unseren Juristen überlasten, darüber nachzudenken, ob irgendein Gerichtshof in seinen Entscheidungen Tatsachen zur Grundlage nehmen darf, deren Wirklichkeit .nicht erwiesen, oder die Erfüllung von Forderungen voraussetzen darf, deren Durchführbarkeit ganz und gar unmöglich ist. Für uns ist es -von ganz sekundärer Bedeutung, wenn von den Anthropologen iranische, 'das sind medische und persische Einschläge bei uns behauptet werden oder wenn man die Ostjuden als Abkömmlinge der Chazären, eines finnischen Volksstammes, bezeichnet. Wir wissen schon aus dem Buch Esra, daß Mischungen mit anderen Stämmen schon im Altertum häufig, und wisten es' ganz besonders aus Juvenal, haß in dem Rom der Kaiserzeit Uebertritte zum Judentum in aller Form erfolgt sind. Wir selbstbewußten Juden schämen uns keineswegs unserer physischen Räffenmerkmale'und sehen es als lächerliche Torheit an, dieselben Verbergen zu^ wollen, aber wir sind uns bewußt, daß weitaus in erster. Linie die Gemeinsamkeit unserer Geschichte, die Gemeinsamkeit unseres , seelischen Besitzes, die Gemeinsamkeit unserer Kulturgeschichte und ganz besonders die Gemeinsamkeit der sittlichen Aufgaben es ist, die uns verbindet. Raste ist ein Naturprodukt ebenso wie das Naturell M Individuums; seinen Wert erhält das Individuum erst durch den Charakter, der ein Produkt der Erlebnisse und ihrer Verarbeitung, der Erziehung und der Selbsterziehung ist. So gcht auch ein Volk aus dem Naturzustand der Raste erst durch seine Geschichte als Volksindividualrtät hervor, als Träger bestimmter Kutturgefühle und damit' auch bestimmter Kulturäufgaben. Es ist immer ein Beweis kulturellen und sittlichen Tiefstandes, : Venn die ungeheure Arbeit der Kulturbegründung und des Kulturfortschrmes übersehen oder Mß achtet witd und statt i dessen der Dünkel und der Hochnütt'sich breit machen, die ans vermeintliche Rastmvorzüge pochen, die nichtdurch geistige 1 Arbeit erworben, sondern Geschenke der Natur sind. So wie Die Neparationskommission genehmigte außerdem ftd Beitritt Südslawiens zum Abkommen Biemelmann> Sie Koste« der ameManische« RMMS. Paris, . lO. Marz. (Wolfs.) „JntvanfrMnt" beziffert dii von den Bereinigten Staüte» als Kosten' der amerika nij schen iSesatzungstruPp^en . geforderte Summe anj 1310 Millionen Goldmark. Das Blatt scheint anzizj nehmen, daß die Alliierten in. ihrem Vorschlag die Anrechnung der von den Afrikanern beschlagnahmter« Schiffe auf diest Summe vorsehen. Dje dann übrig bleibenden 800 Millionen Goldmark sollen zinslos in zwölf Jahren abgezahlt werden Seu1schla«ds EmMmogsIage. Berlin, 10. März^ (Tel.-Komp.) Jnr Haiuptausschuß de- Reichstages bestätigte heute Reichsernähmnlgsm'iavister Doktvst L >u t h e r, daß die EvnähMyrgsbasis' dös deutschen Volkes inj Vergleich zu den Zeiten vor dem Krieige schr stark herabj gesetzt sei. Dies Liege aber nicht mrr an der mangelnden Prot du'ktion, sondern auch an mangÄnden Einnahmen. Im Deuft fchen Reiche werden insgesamt' 9 MiMonen Menschen unten stützt, von denen 6 Millionen ohne nenuenÄverte Einnahmeseien. Die Not ist .nicht sosehr in der tvÄttätigien Bevölkerung - als fat den Kreisen der Rentner, dazu kommen noch die ftttfcet! reichen FamMem Es>sei dalbei zu erwähnen, daß beispielSlreisi sMst die heralbgffetzten Milchmengen von der BedMevung dei Großstädte des Preises wegen nicht vollständig aufgerrommer werden können. Deshalb sei von der Reichsregierung eine Ber^ billvMmgsntaßnchme für Milch in Angriff.genvmmm worden- Ebenso sei die Reichsregievung dauernd bestrebt, höhere Eint fuhren an Fett anzureWN. Sie e«Mche Mim fiir demokratische Kontrotl» gegen Frankreich. London, 10. März. (Wolfs.) Anläßlich der Jahresven samnrlung .des Rates der Union 0 f Democrat.it Control fand gestern hier eine große K u n d g e^ b n n g statst. bei der das Parlamentsmitglied' der Arbeits^ Partei Ponsonby. den Vorsitz führte und der auch die Mitglieder dieser Partei Macdonald, Murray LeeS Smith und Trevelyan berwo^üen.,! In der Sitzwng des Rates wurde eine EnWließrvrA angenommen, worin es heißt, die Union of Democratst Control betrachte mit Besorgnis die fortschreitende milft tärische Besetzung Deutschlands durch Frankreich, die jetzt klar und deutlich ein Kriegsakt geworden sei und dev Weg für eine neue Katastrophe in Europa vori bereite. Sie sei der Ansicht, daß die verschiedenen Maßi nahmen der französischen Behörden im Rhein-, und Ruhr^' gebiet auf eine taif ä chliche Annexi o.n hinauslcafferrj und daß - die britische Posittk der st i l I s chw e i g e n de.nj Zuftimmung die gefährlichste fev $li öezMim des internationalen "Friedens wie auch betreffs der nationalen Sicherheit ' Großbritanniens verfolgt werden könne.' RanssaY' Macdynald erklärte m einer begeistert anfgenommenen Rede^, die Vertreter des englischen Volkes! müßten in pmktische Berührung mit den Massen Frankreichs kommen und eine englifch-frün/zösische ö ffen t-l i ch e M ei n n n g schaffen, die für den mropäi-! fchen Frieden fei. & das Naturell des Menschen die Charakterbildung. wohl cr-i schweren oder erleichtern, niemals aber ersetzen^ kamr, sa können die Raffeneigenschaftetl, die aber durchaus nicht mis den äußerlichen Rassenmerkmalen zusammenfallen, hie histori, sche Entwicklung znm Kultmvölk begünstigen oder mühsames .machen. Jnnner ist es die Kulturarbeit, die den Wert eines Volkes bestimmt,^.rmd die. letzte. Richterin über diesen Wert bleibt die Geschichte. Jhn^ durch Majoritätsbeschluß bestinnne^ zu wollen, wäre dieselbe Torheit, ja derselbe Wahnsinn, als! wollte man die Geltung eines Naturgesetzes von einer Volks. abstimmung -abhängig machen. So wie es von höchstem wissen^ schaftlichen Interesse ist, die seelischen Eigenschaften eines Jn^ dwiduums mit dessen physiologischer Eigenart in.Zusammen^ Hang zu bringen, so wäre es auch von höchstem wstsenschast>! lichen Interesse, die gemeinsamen seelischen Züge, in einerj Volksgemeinschaft aus den übereinsttmmenden physwlogischew Merkmalen ableiten zu können. Man müßte aber nnstaildes' sein, auf die elementaren seelstchen Eigenschaften ' zurückzu-! gehen. Was von unseren „Rastentheorettkern" über die seeli-! schen Rastenmerkmale vörgebracht wird, betrifft durchwegs so! verwickelte, zusammmgesetzte seelische Vorgänge, daß es unmög-- flich ist, darin das Produkt des Naturells auSzusondern von dem,! wgs Ergebnis-einer langen historischen Entwicklung^ Wenn lutr; uns selbst nur au solche Schilderungen von Volkscharakteren! halten, die frei von jeder tendenziösen Spitze sind und ein ehrliches Streben nach Objekttvität bekunden, , finden wir die allergrößten Widersprüche. . v So sprechen die einen den'Semiten, spe'zieU den Arabern,, jede Phantasie ab, während die. anderen sie als besonders' phantasiebegabt httrstellen, die einen rühmen ihren- Jdealis-! mus, während die anderen in ihnen die änsgeprägtesten Ber-s treter des Realismus scheu, die einen betonen die objektive. Richtung ihres Geistes, während für die anderen die Snbjek--! ' tivität ihr Hervorstechendstes.Merkmal ist. Diese Widersprüche! erklären sich eben daraus, daß die angeblich psychischen! 'Rastenmerkmale nicht aus Beobachtung elementarer seelischer! - Betätigung gewonnen, sondern aus Ochst verwickelten Bor-! gängen des Kulturlebens abgeleitet sind. Ganz bespnders aus-! fallend wird dies, wenn als Hauptvorzug der. Jndogermanen! die Begabung angesehen wird, „einen freien, und üninter-! * essierten Blick in die Natnrerscheinungen zu tun". Hier fin-! den wir einen ganzen/Komplex seelischer Vorgänge und Eigen-' schäften,' in welchem teils glückliche äußere Umstände .Mft-! spielen, teils Ue besondere Richtung.der VorstelülnasMduim.1

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